Die Macht und ihr Preis (Cadaveri eccellenti, Italien/Frankreich 1976)
Regie: Francesco Rosi
Drehbuch: Francesco Rosi, Tonino Guerra, Lino Jannuzi
LV: Leonardo Sciascia: Il contesto – Una parodia, 1971 (Tote Richter reden nicht, Die Macht und ihr Preis, Der Zusammenhang – Eine Parodie)
Inspektor Rogas stößt bei der Suche nach dem Mörder zweier Richter und eines Staatsanwalts auf ein die höchsten Kreise betreffendes Komplott.
Ein starbesetzter Klassiker unter den Polit-Thrillern der Siebziger.
Endlich wieder im Fernsehen. Nach meinen, zugegeben unvollständigen, Aufzeichnungen lief er zuletzt vor fast zwanzig Jahren im Fernsehen. Es scheint auch keine deutschsprachige DVD-Ausgabe zu geben.
Wer danch nicht einschlafen kann und mehr über Lino Ventura wissen möchte, kann sich um 01.55 Uhr die 55-minütige Doku Lino Ventura – Ganove mit Herz“ (Frankreich 2017) ansehen.
Mit Lino Ventura, Alain Cuny, Charles Vanel, Max von Sydow, Fernando Rey, Tino Carraro, Marcel Bozzuffi
Schieß, solange du kannst (L’Arme à gauche, Frankreich/Italien/Spanien 1965)
Regie: Claude Sautet
Drehbuch: Claude Sautet, Fouli Elia, Michel Levine, Charles Williams, Michel Audiard (ungenannt), José Luis Dibildos (ungenannt)
LV: Charles Williams: Aground, 1960 (Westlich der Bahamas)
Der rauhbeinige Kapitän Jacques Cournot (Lino Ventura) und die Jachtbesitzerin Rae Osborne (Sylva Koscina) jagen quer durch die Karibik die Männer, die Osbornes Schiff klauten und für illegale Waffengeschäfte benutzen wollen.
Fast unbekannter und irgendwo zwischen seit Ewigkeiten nicht mehr und nie im Fernsehen gezeigter früher, hochgelobter Kriminalfilm von Claude Sautet
Die zeitgenössische Kritik: „Abenteuerfilm mit kriminalistischem Einschlag und einigen brutalen Kämpfen.“ (Katholischer Film-Dienst)
„Stilreiner Abenteuerfilm, der (…) durch Handlungsführung und Typenzeichnung handfeste Spannung bietet.“ (Filmberater)
„Die Frühphase umfasst mit ‚Classe tous Risques‘ (1960) und ‚L’Arme à gauche‘ (1965) zwei innovative Genrevariationen.“ (Bettina Karrer: Unstillbare Sehnsucht – Die Filme von Claude Sautet, 2015)
Weil der Film an der Kasse kein Erfolg war, dauerte es vier Jahre, bis Claude Sautet seinen nächsten Film „Die Dinge des Lebens“ drehte. Fortan konzentrierte er sich – sehr erfolgreich – psychologische Bürgerdramen.
mit Lino Ventura, Sylva Koscina, Leo Gordon, Alberto de Mendoza, Antonio Martin, Sylvain Lévignac
Razzia in Paris (Razzia sur la chnouf, Frankreich 1955)
Regie: Henri Decoin
Drehbuch: Henri Decoin, Maurice Griffe
LV: Auguste le Breton: Razzia sur la chnouf, 1954
Ein Polizist ermittelt undercover gegen eine Bande von Rauschgifthändlern.
Dies ist wahrscheinlich Decoins bester Film: ein halbdokumentarischer, eher unbekannter, trotzdem wichtiger film policier, der ein genaues Bild des Drogenhandels in Paris in den Fünfzigern liefert. Außerdem verschwimmen, wie später bei Melville, die Grenzen zwischen Gut und Böse.
Drehbuch: Claude Miller, Jean Herman, Michel Audiard
LV: John Wainwright: Brainwash, 1979 (Gehirnwäsche)
In der Neujahrsnacht verhört Inspektor Gallien (Lino Ventura) den angesehenen Notar Maitre Jérôme Martinaud (Michel Serrault). Er glaubt, dass der Notar innerhalb weniger Tage zwei achtjährige Mädchen vergewaltigte und anschließend ermordete.
In den richtigen Händen genügen zwei Schauspieler und ein gutes Drehbuch für atemlose Hochspannung.
Mit Lino Ventura, Michel Serrault, Guy Marchand, Romy Schneider
Kommissar Maigret stellt eine Falle (Maigret tend un piège, Frankreich/Italien 1958)
Regie: Jean Delannoy
Drehbuch: Rodolphe-Marie Arlaud, Michel Audiard, Jean Delannoy
LV: Georges Simenon: Maigret tend un piège, 1955 (Maigret stellt eine Falle)
Maigret sucht einen fünffachen Frauenmörder.
Erster von drei Maigret-Filmen, in denen Jean Gabin den Kommissar spielte. Netter psychologischer Rätselkrimi, der auch eine gelungene kleine Sozialstudie ist.
“Delannoy inszenierte diese klassische Kriminalkonstruktion sehr spannend und mit viel Einfühlungsgabe für atmosphärische Details, filmisch beinahe ebenso sorgfältig wie Maigret bei der Arbeit.” (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)
“Intelligenter, gut gespielter, atmosphärisch dichter Kriminalfilm.” (Katholischer Film-Dienst)
Der Film gewann den Edgar-Allan-Poe-Preis in der Kategorie “bester ausländischer Film”.
mit Jean Gabin, Annie Girardot, Jean Desailly, Lino Ventura
Rum-Boulevard (Boulevard du rhum, Frankreich/Italien/Spanien 1971)
Regie: Robert Enrico
Drehbuch: Robert Enrico, Pierre Pelegri
LV: Jacques Pécheral: Boulevard du Rhum, 1964
Während der Prohibition schmuggelt Kapitän Cornelius van Zeelinga (Lino Ventura) Alkohol nach Texas und Florida und erlebt etliche Abenteuer. Unter anderem mit dem von hm bewunderten Stummfilmstar Linda Larue (Brigitte Bardot).
Selten gezeigter, hier fast unbekannter Film des Teams Enrico/Ventura, der bei der Kritik nicht so gut ankam: „Die Rekonstruktion der späten 20er Jahre ist gelungen und der Film streckenweise recht amüsant – Wenn nur die Story nicht so langatmig und verworren wäre.“ (Lexikon des internationalen Films)
Der Panther wird gehetzt (Classe tous risques, Frankreich/Italien 1960)
Regie: Claude Sautet
Drehbuch: José Giovanni, Claude Sautet, Pascal Jardin
LV: José Giovanni: Classe tous risques, 1958 (Das Ende vor Augen)
Gangster Abel Davos kehrt aus seinem italienischen Versteck nach Frankreich zurück. Seine alten Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Nur der Einzelgänger Eric Stark hält zu ihm.
Tolles Unterweltdrama über die letzten Tage eines Gangsters. Jean-Pierre Melville war begeistert. „Für mich bedeutete dieser Film einen Wendepunkt in meiner Karriere, rein gefühlsmäßig zählt er sehr viel. Er gehört zu jenen Filmen, die ich liebe. Aber das ist ganz persönlich.“ (Lino Ventura)
Damals fand die kirchliche Filmkritik keine lobenden Worte: „Was soll eigentlich der Film? Eine spannende Handlung hat er nicht zu bieten…Dann wird zu unserer berechtigten Empörung das Leben eines Verbrechers ganz unverfroren als Beruf hingestellt. In der gleichen Weise wird die Freundestreue hier so erstaunlich gewürdigt, dass man beinahe vergisst, dass hier Menschen durch Gewaltverbrechen aneinander gebunden sind. Die Kinder des Panthers sind schließlich noch der Gipfel der Unverfrorenheit, denn sie dienen nur dem Zweck, den eiskalten Mörder außerberuflich zum rührenden Familienvater zu verklären.“ (Evangelischer Filmbeobachter)
Ein glückliches Jahr (La bonne année, Frankreich/Italien 1973)
Regie: Claude Lelouch
Drehbuch: Claude Lelouch
Am Silvesterabend wird Juwelendieb Simon vorzeitig aus der Haft entlassen. Im neuen Jahr will er mit seiner früheren Geliebten Françoise wieder an alte Zeiten anknüpfen. Aber sie will nicht.
Wunderschöne Krimiromanze, die mehr Romanze als Krimi ist.
Mit Lino Ventura, Françoise Fabian, Charles Gérard, André Falcon
Armee im Schatten (L’armée des ombres, Frankreich 1969)
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
LV: Joseph Kessel: L’armée des ombres, 1943
Starbesetztes kühles Meisterwerk (was sonst?) von Jean-Pierre Melville über den Kampf einer Résistance-Gruppe gegen die Nazi-Besatzer.
„‚Armee im Schatten‘ ist vielleicht sein wichtigster Film, ein außergewöhnliches Beispiel dafür, dass ein Politkrimi nicht unbedingt sein Thema, sein Sujet verwässern und neutralisieren muss.“ (Heiko R. Blum in Meinolf Zurhorst/Lothar Just: Lino Ventura, 1984)
Melville war im Zweiten Weltkrieg Soldat und Mitglied der Résistance.
In Deutschland lief der Film erst 1978 im Kino.
Mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Simone Signoret, Jean-Pierre Cassel, Claude Mann, Christian Barbier, Serge Reggiani, Alain Libolt, Paul Crachet
Der Mörder kam um Mitternacht (Un témoin dans la ville, Frankreich/Italien 1959)
Regie: Edouard Molinaro
Drehbuch: Gérard Oury, Alain Poiré, Edouard Molinaro, André Tabet (Dialoge), Georges Tabet (Dialoge) (nach einem Szenario von Pierre Boileau und Thomas Narcejac)
Der Industrielle Pierre Verdier ermordet seine Geliebte, die Frau des Lastwagenfahrers Ancelin (Lino Ventura). Der will sich rächen, erwürgt Verdier und glaubt, dass ein Taxifahrer ihn bei der Tat beobachtet hat. Also muss er auch den Zeugen umbringen. Er verfolgt ihn durch das nächtliche Paris.
En früher Film von Lino Ventura, der heute anscheinend zum ersten Mal im TV gezeigt wird.
„Spektakulärste Szene ist die Verfolgungsjagd der Taxis durch Paris, an der zum Ende 400 Wagen beteiligt sind.“ (Meinolf Zurhorst/Lothar Just: Lino Ventura)
mit Lino Ventura, Sandra Milo, Franco Fabrizzi, Jacques Berthier, Robert Dalban, Micheline Luccioni, Françoise Brion
Bevor Arte um 22.05 Uhr als TV-Premiere die Haruki-Murakami-Verfilmung „Burning“ zeigt, gibt es einen wundervollen Abenteuerfilm
Arte, 20.15
Die Abenteurer (Les Aventuriers, Frankreich 1967)
Regie: Robert Enrico
Drehbuch: Robert Enrico, José Giovanni, Pierre Pelegri
LV: José Giovanni: Les Aventuriers, 1960
Roland (Lino Ventura) und Manu (Alain Delon) wollen zusammen mit ihrer Freundin Laetitia (Joanna Shimkus) vor der afrikanischen Küste einen Goldschatz heben. Aber sie sind nicht die einzigen Glücksjäger.
Fahrstuhl zum Schafott(L’ascenseur pour l’échafaud, Frankreich 1958)
Regie: Louis Malle
Drehbuch: Roger Nimier, Louis Malle
LV: Noel Calef: Ascenseur pour l’echafaud, 1956 (Fahrstuhl zum Schafott)
Julien hat den perfekten Mord begangen. Aber danach geht alles gründlich schief: er bleibt in einem Fahrstuhl stecken und sein Auto wird von Halbstarken geklaut.
Malles Regiedebüt ist inzwischen ein Noir-Krimiklassiker und einer der stilbildenden Filme der Nouvelle Vague. Musikalisch fabelhaft begleitet von Miles Davis und einer aus europäischen Musikern bestehenden Band.
Louis Malle erzählt in knapp neunzig Minuten vier Geschichten. Entsprechend dicht, assoziativ und oft schon hastig, fast wie ein Bebop-Stück, ist „Fahrstuhl zum Schafott“ erzählt. Da gibt es keine überflüssigen Bilder. Eher schon umgekehrt – und gerade das macht „Fahrstuhl zum Schafott“, abgesehen von seinem Rang als Filmklassiker, auch heute noch gut ansehbar. Außerdem ist die Noir-Philosophie immer noch aktuell.
Einer bleibt auf der Strecke(Les grandes gueules, Frankreich/Italien 1965)
Regie: Robert Enrico
Drehbuch: Robert Enrico, José Giovanni
LV: José Giovanni, Le haut-fer, 1962
In den Vogesen übernimmt der aus Kanada zurückgekehrte Erbe Valentin (Bourvil) ein altes Sägewerk. Schnell hat er Ärger mit der Konkurrenz. Da schlägt ihm Laurent (Lino Ventura) vor, ehemalige Sträflinge zu beschäftigen. Das Resozialisierungsprojekt stößt nicht überall auf Wohlwollen.
TV-Premiere eines Films, der damals in unseren Kinos lief und aufgrund der Beteiligten eigentlich viel bekannter sein müsste. So ist „Einer bleibt auf der Strecke“ bei uns jetzt wohl Lino Venturas unbekanntester Film als Hauptdarsteller. Von dem Team Enrico/Giovanni/Ventura stammt auch „Die Abenteurer“.
„Einer bleibt auf der Strecke“ überträgt Western-Topoi in die Vogesen und erzählt episodisch die Geschichte einer Männerfreundschaft.
„Ein sozialkritisch angelegter, aber wegen der klischeehaften Typisierung und der selbstzweckhaften Schlägereien wenig glaubwürdiger Film des talentierten französischen Regisseur Robert Enrico.“ (Lexikon des internationalen Films – und damit die zeitgenössische Filmkritik)
1982 schrieb Hans Gerhold in einem Robert-Enrico-Porträt im film-dienst: „Enrico gelingt in diesem Fällen eine psychologisch ungemein differenzierte Charakterisierung. Das geduldige Sich-Einlassen auf die Erfahrungen, Erlebnisse, Hoffnungen und Träume seiner Protagonisten bestimmt bis in den Erzählduktus hinein die Art des Geschichten-Entwickelns: Wichtig ist nicht das Resultat, der Effekt, der Action-Höhepunkt, wenngleich er nicht vernachlässigt wird, sondern der Prozess, der Weg, der Menschen unter bestimmten Bedingungen zu bestimmten Handlungen führt. Das geschieht nicht in der Art vorgeblich tiefsinniger Psychodramen, sondern in höchst unprätentiöser Weise durch die Darstellung physischer Tätigkeiten.“
Es könnte sich – seltsamerweise – um eine auf 100 Minuten gekürzte Fassung handeln. In meinen Unterlagen finde ich nämlich Laufzeitangaben von 106, 120 und sogar 128 Minuten.
Anschließend, um 21.55 Uhr, zeigt Arte einen weiteren sehenswerten Film von Robert Enrico: „Das Netz der tausend Augen“ (Frankreich 1974),mit Jean-Louis Trintignant, Marlene Jobert und Philippe Noiret.
mit Bourvil, Lino Ventura, Marie Dubois, Jess Hahn, Jean-Claude Rolland, Michel Constantin
Fahrstuhl zum Schafott(L’ascenseur pour l’échafaud, Frankreich 1958)
Regie: Louis Malle
Drehbuch: Roger Nimier, Louis Malle
LV: Noel Calef: Ascenseur pour l’echafaud, 1956 (Fahrstuhl zum Schafott)
Julien hat den perfekten Mord begangen. Aber danach geht alles gründlich schief: er bleibt in einem Fahrstuhl stecken und sein Auto wird von Halbstarken geklaut.
Malles Regiedebüt ist inzwischen ein Noir-Krimiklassiker und einer der stilbildenden Filme der Nouvelle Vague. Musikalisch fabelhaft begleitet von Miles Davis und einer aus europäischen Musikern bestehenden Band.
Louis Malle erzählt in knapp neunzig Minuten vier Geschichten. Entsprechend dicht, assoziativ und oft schon hastig, fast wie ein Bebop-Stück, ist „Fahrstuhl zum Schafott“ erzählt. Da gibt es keine überflüssigen Bilder. Eher schon umgekehrt – und gerade das macht „Fahrstuhl zum Schafott“, abgesehen von seinem Rang als Filmklassiker, auch heute noch gut ansehbar. Außerdem ist die Noir-Philosophie immer noch aktuell.
Der zweite Atem (Le deuxième souffle, Frankreich 1966)
Regie: Jean-Pierre Melville
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
LV: José Giovanni: Un règlement de comptes, 1958 (später “Le deuxième souffle”, deutsch “Der zweite Atem”)
Der gerade aus dem Knast ausgebrochene Gu beteiligt sich an einem ausgeklügelten Raub. Aber danach laufen die Dinge, vor allem wegen falsch verstandener Ehrbegriffe, aus dem Ruder.
Ein weiteres Meisterwerk von Jean-Pierre Melville.
“Der beste Gangsterfilm der letzten Jahre entstand nicht in Hollywood, sondern in den Straßen von Paris.” (Sigrid Schmitt, Süddeutsche Zeitung)
“Le deuxième souffle ist Melvilles La règle du jeu. Hatte Renoir in seiner Satire eine Gesellschaft, die nur nach bestimmten Spielregeln funktionieren kann, als hohl entlarvt, weil sie sich auch dann noch an diese Regeln klammert, wenn sie sinnlos geworden sind, so führt Melville in seinem nach einem Roman von José Giovanni entstandenen Film diese Konventionen zu ihrer letzten Konsequenz. Der Mikrokosmos der Gangster, wie Renoirs Adlige und Diener Signifikat für die Gesamtgesellschaft, ist determiniert von Regeln, die notwendig zu Untergang und Tod führen.” (Hans Gerhold in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte, Hrsg.: Jean-Pierre Melville)
Damals war es eine beliebte Übung der deutschen Verleiher, bei Melville-Filmen beherzt zur Schere zu greifen. Auch “Der zweite Atem” blieb davon nicht verschont. Über eine halbe Stunde wurde für den deutschen Kinostart 1968 aus dem Film entfernt. Arte zeigt natürlich die ungekürzte Version – und danach, um 22.40 Uhr, die einstündige Doku „Der Virtuose des Gangsterfilms – Jean-Pierre Melvill“ (Frankreich 2019).
mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Raymond Pellegrin, Christine Fabrega, Michel Constantin, Marcel Bozzufi
Die Valachi-Papiere (Carteggio Valachi/Cosa Nostra, Italien/Frankreich 1972)
Regie Terence Young
Drehbuch: Stephen Geller, Dino Maiuri, Massimo de Rita
LV: Peter Maas: The Valachi Papers, 1968 (Die Valachi Papiere)
Biopic über Joe Valachi. Er war über dreißig Jahre Mitglied der Mafia und wurde, nachdem Don Vito Genovese ihn zum Tod verurteilte, in den frühen Sechzigern zum Kronzeugen gegen die Mafia.
Valachi war der erste Mafia-Gangster, der für eine Strafminderung der Polizei sein gesamtes Leben erzählte.
„James Bond“-Regisseur Terence Young inszenierte, im Fahrwasser von „Der Pate“, einen harten Thriller, der damals auch ein Kassenhit war. Das ist gut, aber natürlich ist Martin Scorseses „GoodFellas“ tausendmal besser.
Mit Charles Bronson, Lino Ventura, Joseph Wiseman, Jill Ireland, Amadeo Nazzari
Der Clan der Sizilianer (Le Clan des Siciliens, Frankreich 1969)
Regie: Henri Verneuil
Drehbuch: Henri Verneuil, José Giovanni, Pierre Pelegri
LV: Auguste Le Breton: Le Clan des Siciliens, 1967
Kamera: Henri Decae
Musik: Ennio Morricone
Ein entflohener Sträfling entführt mit einer Gangsterbande ein mit Juwelen beladenes Flugzeug. Während der Planung beginnt er ein Verhältnis mit der Schwiegertochter des Bosses. Und der sieht das gar nicht sportlich.
Allein schon die Besetzung mit Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura verspricht einen vergnüglichen Abend und einen Kassenknüller. Bei der Kritik war der Film dagegen ziemlich unbeliebt: „Gut fotografierte und musikalisch intelligent akzentuierte Gaunergeschichte, die jedoch eine psychologische Darstellung und ausreichende Charakterisierung der Personen vermissen läßt.“ (Film-Dienst) oder „larmoyante Opernhandlung um sizilianische Gangsterehre“ (Der Spiegel)
mit Jean Gabin, Alain Delon, Lino Ventura, Irina Demick, Amedeo Nazzari, Sidney Chaplin, Elisa Cegani
Drehbuch: Robert Enrico, José Giovanni, Pierre Pelegri
LV: José Giovanni: Les Aventuriers, 1960
Roland (Lino Ventura) und Manu (Alain Delon) wollen zusammen mit ihrer Freundin Laetitia (Joanna Shimkus) vor der afrikanischen Küste einen Goldschatz heben. Aber sie sind nicht die einzigen Glücksjäger.
Kommissar Verjeat ermittelt, mitten im tobenden Provinzwahlkampf, gegen einen einflussreichen Politiker, der wahrscheinlich auch ein Mörder ist.
Der „perfekte Actionfilm“ (Lexikon des internationalen Films) bot Lino Ventura, nach einigen untypischen Rollen, wieder eine Glanzrolle. „Fast alle Ingredienzien der von Regisseuren wie Becker, Melville, Sautet und Enrico geprägten Gattung kommen vor, auch jene spröde Männerfreundschaft, die den französischen Unterweltfilm schon immer als europäisches Gegenstück zum Western auswies.“ (Hans Christoph Blumenberg, Kölner Stadt-Anzeiger) Für die Verfilmung wurde die Story kräftig geändert. Daher lohnt sich die Lektüre von Vallets Roman durchaus. Wenn man in einem Antiquariat ein Exemplar auftreibt.
Mit Lino Ventura, Patrick Dewaere, Victor Lanoux, Julien Guiomar, Francoise Brion, Claude Rich
Der Kommissar und sein Lockvogel (Dernier domicile connu, Frankreich/Italien 1969
Regie: José Giovanni
Drehbuch: José Giovanni
LV: Joseph Harrington: The last known Address, 1965
Kommissar Leonetti soll in wenigen Tagen einen seit fünf Jahren verschwundenen Zeugen finden.
Ein eher selten gezeigter Klassiker des Polizeifilms. Giovanni zeigt ohne gefällige Lösungen die zermürbende Arbeit eines Polizisten. Besonders das Ende ist in seiner bitteren Konsequenz grandios.
„Mich reizte die Idee, einen Bullen zu zeigen, der zu Fuß durch die Stadt marschiert, der weder einen schnellen Schlitten fährt, noch dieses ganze Theater wahrnimmt, das man im Kino immer sieht. Aus diesem Grund habe ich diesen Film gemacht, als Gegensatz zu allem, was existiert. Das war übrigens auch schon im Buch von Harrington, der früher selbst Polizist war.“ (José Giovanni)
Mit Lino Ventura, Marlène Jobert, Michel Constantin
Auch bekannt als „Tödliche Frist“ und „Letzter bekannter Wohnsitz“ (unter dem Titel war der Film im Kino angekündigt)