Neu im Kino/Filmkritik: Über den Trickfilm „DC League of Super-Pets“ und Justice League

Juli 29, 2022

Die schwerste Aufgabe für den Superhund Krypto ist, morgens sein Herrchen Superman aufzuwecken und zum Gassi gehen/fliegen durch Metropolis zu überreden. Das ist die Stadt, in der Superman, wie wir aus unzähligen Comics und Filmen wissen, lebt und die dort lebenden Menschen vor Bösewichtern wie Lex Luthor beschützt.

Dieser Lex Luthor plant jetzt wieder eine Schandtat, die Superman mit seinen Freunden von der Justice League verhindern wollen. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände landet etwas von dem besonderem Kryptonit, das Lex Luthor erfunden hat und das Superman kampfunfähig machen soll, in einem Tierheim.

Das dort in einem Käfig eingesperrte Meerschweinchen Lulu kostet von diesem Kryptonit, bekommt Superkräfte und als angehende Superbösewichtin plant sie sofort viele böse Taten.

Das will Krypto verhindern. Helfen sollen ihm dabei die anderen Tiere aus dem Tierheim, nämlich der Hund Ace, das Hängebauchschwein PB, die Schildkröte Merton und das Eichhörnchen Chip, die alle gerne neue menschliche Freunde hätten.

DC League of Super Pets“ ist ein Trickfilm für Kinder. Nach einem charmantem Anfang wird schnell deutlich, dass die Regiseure Jared Stern (u. a. Co-Autor „The Lego Batman Movie“) und Sam J. Levine sich im wesentlichen damit zufrieden geben, eine altbekannte Story noch einmal zu erzählen. Nur dass jetzt Tiere weitgehend die Rollen der Superhelden und des Superbösewichts übernehmen. Es gibt einige Witze, etwas Action und für Erwachsene ziemlich viel Langeweile aufgrund geistiger Unterforderung.

Die Film-“League of Super Pets“ basiert teilweise auf Comic-Figuren, die als League of Super Pets ihren ersten Auftritt 1962 hatten. Davor traten sie bereits in Einzelcomics auf.

DC League of Super-Pets (DC League of Super-Pets, USA 2022)

Regie: Jared Stern, Sam J. Levine (Ko-Regie)

Drehbuch: Jared Stern, John Whittington

mit (im Original den Stimmen von) Dwayne Johnson, Kevin Hart, Kate McKinnon, John Krasinski, Vanessa Bayer, Natasha Lyonne, Diego Luna, Marc Maron, Keanu Reeves, Thomas Middleditch, Ben Schwartz, Olivia Wilde, Alfred Molina, Lena Headey

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Emilia Schüle, Tahnee, Enissa Amani, Torsten Sträter

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „DC League of Super-Pets“

Metacritic über „DC League of Super-Pets“

Rotten Tomatoes über „DC League of Super-Pets“

Wikipedia über „DC League of Super-Pets“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Aretha Franklin fordert „Respect“

November 25, 2021

Zwei Wochen nach der sehenswerten Doku „Billie – Legende des Jazz“ über die Jazzsängerin Billie Holiday kommt jetzt Liesl Tommys sehenswertes Biopic „Respect“ über die Soulsängerin Aretha Franklin in die Kinos. Tommy konzentriert sich auf die frühen Jahre der 1942 geborenen Sängerin. Nach einem 1952 in Detroit spielendem Prolog, in dem die zehnjährige Aretha Franklin mit ihrem Gesang die Abendgesellschaft ihres Vaters, des Predigers Reverend CL Franklin, erfreut, geht es weiter in das Jahr 1959 und damit zu den Anfängen von Franklins Profikarriere. Sie – ab diesem Moment wird sie von Aretha Franklins Wunschbesetzung Jennifer Hudson überzeugend gespielt – hatte schnell Erfolg. Vor allem nach ihrem Wechsel zu Atlantic folgte Hit auf Hit. Ihr Engagement für die Bürgerrechtsbewegung wird im Film eher stiefmütterlich behandelt. Das gleiche gilt für bestimmte Aspekte ihres Privatlebens, wie, dass Franklin ihr erstes Kind als Zwölfjährige, das zweite als Vierzehnjährige bekam.

Tommy erzählt Franklins Leben in den Sechzigern chronologisch bis zu ihrem Gospelkonzert 1972 in der Missionary Baptist Church in Watts, Los Angeles, das für die Doppel-LP „Amazing Grace“ aufgenommen wurde. Es ist das erfolgreichste Live-Gospel-Album aller Zeiten und Franklins größter kommerzieller Erfolg.

Mit diesem Triumph endet „Respect“. Ihr weiteres Leben wird – und das ist eine kluge Entscheidung – im Abspann mit Bildern der echten Aretha Franklin abgehandelt.

Respect“ ist in seiner konventionellen Machart nie schlecht, aber auch nie hundertprozentig überzeugend. Im Film wechseln sich Szenen aus Franklins Leben mit von ihr an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Gelegenheiten gesungenen Liedern ab. Das gibt einen guten Überblick über ihre verschiedenen biographischen Stationen und Hits. Gleichzeitig wirkt ihr Leben wie eine Abfolge mühelos erreichter Erfolge. Nie muss sie Proben. Nie gibt es Konflikte mit ihrer Band. Im Gegenteil: sogar als sie in Alabama zum ersten Mal mit einer ausschließlich aus weißen Männern bestehenden Band zusammen spielen muss, gelingt dieses Zusammenspiel sofort perfekt und die Männer folgen willig ihren Anweisungen.

In ihrem Privatleben gab es zwar Konflikte – ihre Schwangerschaften, ihre Beziehung zu ihrem Vater, ihre Beziehung zu ihrem Ehemann -, aber sie werden nie vertieft, sondern nur pflichtschuldig erwähnt. Daher bleibt auch unklar, was Aretha Franklin als Künstlerin und Mensch antreibt. Sie sagt nur einige Male, dass sie Hits will. Hits sind allerdings eine rein kommerzielle und keine künstlerische Messlatte. Immerhin endet „Respect“ mit dem Konzert in der Missionary Baptist Church, bei dem die Sängerin mit Gospelsongs zu ihren musikalischen Wurzeln zurückkehren wollte.

Respect“ ist ein überaus respektvoll verfilmter Wikipedia-Artikel mit viel Musik.

Respect (Respect, USA 2021)

Regie: Liesl Tommy

Drehbuch: Tracey Scott Wilson

mit Jennifer Hudson, Forest Whitaker, Marlon Wayans, Marc Maron, Skye Dakota Turner, Saycon Sengbloh, Hailey Kilgore, Albert Jones, Kimberly Scott, Tituss Burgess, Myk Watford, Audra McDonald, Mary J. Blige, Gilberg Glenn Brown

Länge: 146 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Respect“

Metacritic über „Respect“

Rotten Tomatoes über „Respect“

Wikipedia über „Respect“ (deutsch, englisch) und Aretha Franklin (deutsch, englisch)

AllMusic über Aretha Franklin

History vs. Hollywood über „Respect“

Meine Besprechung von Alan Elliottt/Sydney Pollacks „Aretha Franklin: Amazing Grace“ (Amazing Grace, USA 2018)


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