TV-Tipp für den 17. August: Der elektrische Reiter

August 17, 2016

https://www.youtube.com/watch?v=1Xx8MVHsfjI

3sat, 22.25

Der elektrische Reiter (USA 1979, Regie: Sydney Pollack)

Drehbuch: Robert Garland (nach einer Filmstory von Paul Gaer und Robert Garland, nach einer Story von Shelly Burton)

Ex-Rodeo-Reiter Sonny Steele arbeitet inzwischen als Showattraktion für einen Frühstücksflocken-Konzern. Als er in Las Vegas bemerkt, dass das dem Konzern gehörende 12-Millionen-Dollar-Pferd mit Drogen vollgepumpt ist, packt ihn seine Cowboy-Ehre und er reitet mit ihm von der Las-Vegas-Bühne hinaus in die Wildnis. Die Journalistin Hallie Martin verfolgt ihn. Zunächst für eine gute Story über den Aufstand eines Cowboys gegen einen Wirtschaftskonzern.

In der Gegenwart spielender Western, der ein wenig die Industrie kritisiert und in der Landschaft schwelgt – mit Robert Redford, Jane Fonda und einem Pferd.

Der Fischer Film Almanach schrieb damals, als Filme auch durch die ideologische Brille betrachtet wurden (was gar nicht so schlecht ist): „Zwar tippt Regisseur Pollack Zivilisationsflucht und Neokultur kritisch an, bleibt aber im ganzen gesehen eher dem Konservatismus verhaftet. (…) Solcherart plakative und konservative Motive verdecken teilweise die ironischen Moment des Films.“ (Fischer Film Almanach 1981)

Ein sehr optimistisches Stück Traumfabrik.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Robert Redford war zufrieden mit dem Film und freute sich über den riesigen geschäftlichen Erfolg. Es war ihm gelungen, eines seiner wichtigsten Anliegen in eine spannende und unterhaltsame Handlung zu verpacken und an den Mann und die Frau zu bringen.“ (Thomas Jeier: Robert Redford)

Die Außenaufnahmen wurden in Utah, nur wenige Meilen von Redfords Haus gedreht.

Die Musik ist von Dave Grusin und Willie Nelson ist als Sänger dabei.

Morgen, am 18. August, feiert Robert Redford seinen achtzigsten Geburtstag und am 25. August läuft sein neuer Film „Elliot, der Drache“ an. In der gelungenen Realverfilmung des 1977er Disney-Hits „Elliot, das Schmunzelmonster“ hat er eine wichtige Nebenrolle. Denn die Hauptrolle spielen natürlich der Drache und sein junger Freund.

mir Robert Redford, Jane Fonda, John Saxon, Willie Nelson, Nicolas Coster, Timothy Leroy, James B. Sikking

Wiederholung: Freitag, 19. August, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

3sat über die Robert-Redford-Reihe

Rotten Tomatoes über „Der elektrische Reiter“

Wikipedia über „Der elektrische Reiter“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. August: Jenseits von Afrika

August 14, 2016

3sat, 20.15

Jenseits von Afrika (USA 1983, Regie: Sydney Pollack)

Drehbuch: Kurt Luedtke

LV: Isak Denisen (aka Karen Blixen): Out of Afrika; Shadows on Grass; Letters from Africa; Judith Thurman: Isak Denisen – The Life of a Storyteller; Errol Trzebinski: Silence will speak

Mit sieben Oscars (u. a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch), an der Kinokasse enorm erfolgreiche, vor Ort gedrehte Edelschmonzette über Karen Blixen, die zwischen 1913 und 1931 in Kenia lebte, mit dem ehebrechendem, geschäftsunfähigen Bror von Blixen-Fineckel verheiratet war, deshalb dessen Kaffeeplantage managte und in den Großwildjäger Denys Finch Hatton verliebt war.

Der Beginn einer kleine Robert-Redford-Reihe, der am Donnerstag seinen achtzigsten Geburtstag feiert.

Anschließend, um 22.50 Uhr, läuft „Barfuß im Park“, eine Ehekomödie mit Redford und Jane Fonda, und um 00.30 Uhr „Milagro – Der Krieg im Bohnenfeld“, einem von Robert Redford inszeniertes märchenhaftes Polit-Drama.

mit Meryl Streep, Robert Redford, Klaus Maria Brandauer, Michael Kitchen, Malick Bowens

Wiederholung: Montag, 15. August, 15.55 Uhr

Hinweise

3sat über die Robert-Redford-Reihe

Rotten Tomatoes über „Jenseits von Afrika“

Wikipedia über „Jenseits von Afrika“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 31. Juli: Lolita/Eyes Wide Shut

Juli 30, 2016

Zwei Liebesfilme von Stanley Kubrick

Arte, 20.15

Lolita (Großbritannien/USA 1962, Regie: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Vladimir Nabokov

LV: Vladimir Nabokov: Lolita (1955/1958, Lolita)

Professor Humbert Humbert verliebt sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin Charlotte Haze.

Film und Buch gehören heute zu den Klassikern in ihrem Genre.

Nabokovs Roman wurde 1955 zuerst auf Englisch in Frankreich veröffentlicht. Die US-amerikanische Erstausgabe erschien 1958 und wurde sofort ein Bestseller.

Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters

Wiederholung: Donnerstag, 4. August, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lolita“

Wikipedia über “Lolita” (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte

Arte, 22.45

Eyes Wide Shut (USA 1999, Regie: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael

LV: Arthur Schnitzler: Traumnovelle, 1926 (Buchausgabe, davor 1925/1926 als Fortsetzungsroman in „Die Dame“ erschienen)

Nachdem seine Frau ihm eine Jahre zurückliegende außereheliche Sexfantasie beichtet, tickt William aus. Verstört irrt der Doktor durch das nächtliche New Yorker zwischen Prostituierten und Swingerclubs.

Kubricks letzter Film ist nicht sein bester. Dafür ist er zu lang (auf mich wirkt er wie der Rohschnitt) und durch den Wechsel der Handlungszeit vom Wien der späten Kaiserjahre in das heutige New York wird die Geschichte ihres moralischen Kontextes beraubt. Denn in einer heute, unter normalen Menschen, spielenden Geschichte ist es einfach unglaubwürdig, dass ein Mann so von einer außerehelichen Sexualfantasie irritiert ist.

Zum Glück spielen weite Teile in pompös-altmodischen Innenräumen und die Dialoge wurden auch von Schnitzler übernommen. So kann man meistens ausblenden, dass „Eyes Wide Shut“ zur falschen Zeit spielt.

Mit Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Sky Dumont

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Eyes Wide Shut“

Wikipedia über “Eyes Wide Shut” (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 4. Juni: Die Dolmetscherin

Juni 3, 2016

ZDFneo, 20.15
Die Dolmetscherin (Großbritannien/Frankreich/USA 2005, Regie: Sydney Pollack)
Drehbuch: Charles Randolph, Scott Frank, Steven Zaillian (nach einer Geschichte von Martin Stellman und Brian Ward)
UN-Dolmetscherin Silvia Broome behauptet, dass sie ein Gespräch belauschte, in dem im Landesdialekt über ein Mordkomplott gegen den verhassten Diktator ihres Heimatlandes, der in New York ermordet werden soll, gesprochen wurde. Agent Tobin Keller soll die wichtige Zeugin beschützen. Gleichzeitig fragt er sich, ob die schöne Frau mit rätselhafter Vergangenheit, die Wahrheit sagt.
Der spannende Polit-Thriller war der letzte Spielfilm von Sydney Pollack, der auch “Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß” (They shoot horses, don’t they?), “Jeremiah Johnson”, “Yakuza” (The Yakuza), “Die drei Tage des Condors” (Three days of the Condor), “Tootsie”, “Jenseits von Afrika” (Out of Africa) und “Die Firma” (The Firm) inszenierte.
mit Nicole Kidman, Sean Penn, Catherine Keener, Jesper Christensen, Yvan Attal
Hinweise
Film-Zeit über „Die Dolmetscherin“
Moviepilot über „Die Dolmetscherin“
Metacritic über „Die Dolmetscherin“
Rotten Tomatoes über „Die Dolmetscherin“
Wikipedia über „Die Dolmetscherin“ (deutsch, englisch)
Mein Nachruf auf Sydney Pollack


TV-Tipp für den 26. April: Jeremiah Johnson

April 26, 2015

Arte, 20.15

Jeremiah Johnson (USA 1972, Regie: Sydney Pollack)

Drehbuch: John Milius, Edward Anhalt

LV: Vardis Fisher: Mountain Man (1965), Raymond W. Thorp, Robert Bunker: Crow Killer: The Saga of Liver-Eating Johnson (1958, 1969)

Um 1850 zieht Exsoldat Jeremiah Johnson sich aus der Zivilisation in die Berge zurück. Doch auch dort findet er nicht seinen Seelenfrieden.

„Pollack setzt in seinem Film auf ruhige, meditative Bilder und arbeitet mit langsamen Panoramaschwenks und Überblendungen. Im Mittelpunkt steht die Schilderung der einsamen Bergwelt von Utah, deren überwältigende Schönheit zugleich auch als bedrohlich und lebensfeindlich gezeigt wird. Es ist eine archaische Welt des Auge-um-Auge, in die Jeremiah geht. Die Winter scheinen in diesen Bergen nie zu vergehen, und diese ewigen Winter betonen die selbstgewählte Isoliertheit der Protagonisten.“ (Peter Ruckriegel, in Bernd Kiefer/Norbert Grob [Hrsg.]: Filmgenres Western)

Mit Robert Redford, Will Geer, Stefan Gierasch

Wiederholung: Freitag, 1. Mai, 13.40 Uhr

Hinweise

Wikipedia über “Jeremiah Johnson” (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Jeremiah Johnson”

Turner Classic Movies über “Jeremiah Johnson”

Meine Besprechung des Westerns “Butch Cassidy & Sundance Kid” (mit Robert Redford)

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Sidney Pollack


TV-Tipp für den 21. Februar: Eyes Wide Shut

Februar 21, 2014

RTL II, 22.00

Eyes Wide Shut (USA 1999, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael

LV: Arthur Schnitzler: Traumnovelle, 1926 (Buchausgabe, davor 1925/1926 als Fortsetzungsroman in „Die Dame“ erschienen)

Nachdem seine Frau ihm eine Jahre zurückliegende außereheliche Sexfantasie beichtet, tickt William aus. Verstört irrt der Doktor durch das nächtliche New Yorker zwischen Prostituierten und Swingerclubs.

Kubricks letzter Film ist nicht sein bester. Dafür ist er zu lang (auf mich wirkt er wie der Rohschnitt) und durch den Wechsel der Handlungszeit vom Wien der späten Kaiserjahre in das heutige New York wird die Geschichte ihres moralischen Kontextes beraubt. Denn in einer heute, unter normalen Menschen, spielenden Geschichte ist es einfach unglaubwürdig, dass ein Mann so von einer außerehelichen Sexualfantasie irritiert ist.

Zum Glück spielen weite Teile in pompös-altmodischen Innenräumen und die Dialoge wurden auch von Schnitzler übernommen. So kann man meistens ausblenden, dass „Eyes Wide Shut“ zur falschen Zeit spielt.

Mit Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Sky Dumont

Hinweise

Wikipedia über “Eyes Wide Shut” (deutsch, englisch)

Stanley Kubrik in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Februar: Michael Clayton

Februar 8, 2014

ARD, 23.05

Michael Clayton (USA 2007, R.: Tony Gilroy)

Drehbuch: Tony Gilroy

Michael Clayton ist der Troubleshooter für eine große New Yorker Kanzlei. Als einer ihrer Anwälte ausrastet und damit den Prozess gegen das multinationale Chemieunternehmen U/North gefährdet, ist Clayton gefordert. Doch dieser steckt gerade selbst in einer Midlife-Crises.

Tony Gilroy, der als Autor der actionhaltigen Jason-Bourne-Trilogie bekannt wurde, hat mit seinem Regiedebüt einen Paranoia-Thriller inszeniert, bei dem die Bedrohung nicht mehr vom Staat sondern von der Wirtschaft ausgeht. Trotzdem haben Action-Fans bei „Michael Clayton“ schlechte Karten. Fans des guten, im positiven Sinn altmodischen Schauspielerkinos haben dagegen gute Karten.

Tony Gilroy war als bester Autor und Regisseur für einen Oscar nominiert, George Clooney als bester Darsteller, Tom Wilkinson als bester Nebendarsteller und Tilda Swinton erhielt einen Oscar einen BAFTA-Awards als beste Nebendarstellerin.

Gilroys Buch erhielt auch den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Sydney Pollack, Michael O’Keefe

Wiederholung: Montag, 10. Februar, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Drehbuch „Michael Clayton“ von Tony Gilroy

Film-Zeit über „Michael Clayton“

Rotten Tomatoes über „Michael Clayton“

Coming Soon unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“

Greencine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“ 

Filmmaker Magazine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“ (und die Bourne-Filme und Armageddon) 

Meine Besprechung von Tony Gilroys “Das Bourne-Vermächtnis” (The Bourne Legacy, USA 2012)