Ein Abend mit Ken Bruen und Jason Starr – Einige Abende mit Jason Starr

September 15, 2010

Mit „Attica“ beenden Ken Bruen und Jason Starr furios die Trilogie über die beiden Genies Max Fisher und Angela Petrakos. In „Flop“ versuchte er seine Frau ermorden zu lassen, um mit seiner großbusigen Sekretärin abzuhauen. Der Plan ging schief und in „Crack“ versuchten Max und Angela allein über die Runden zu kommen. Auch in „Attica“ gehen sie die meiste Zeit getrennte Wege. Denn Max Fisher sitzt in Attica und arbeitet sich, gut präpariert mit einigen Knastfilmen und Büchern, in der Knasthierarchie nach oben. Das gelingt ihm mit seinem angeborenen Talent, jede Situation konsequent falsch einzuschätzen und sich selbst, als Nabel der Welt, konsequent zu überschätzen. Seine ehemalige Sekretärin Angela Petrakos steckt dagegen in einer ausgewachsenen Midlife-Crisis (so nach der Art: „Ich bin dreißig, habe große Titten und mein Leben versaut.“) und gerät in Griechenland in eine wirklich üble Mordgeschichte, die sie über den Umweg griechischer Knast zurück in die USA verschlägt. Denn Max soll ihr helfen. Dass er im Knast sitzt, weiß sie allerdings nicht..

„Attica“ ist die konsequente, schwarzhumorig-durchgeknallte Fortsetzung von „Flop“ und „Crack“. Wieder garnieren Ken Bruen und Jason Starr die Story mit vielen Zitaten und Anspielungen, bevorzugt natürlich auf Noirs, Krimis und Kollegen. Das macht Spaß und bringt einen höchst kurzweilig durch einen verregneten Nachmittag. Bei all dem Wahnsinn und Chaos, das die beiden Herren anrichten, ist zu hoffen, dass sie sich bald für ein weiteres Gemeinschaftswerk zusammensetzen.

Bis dahin kann man, wenn man auf schwarzhumorige Noirs steht, mit Ken Bruens grandioser Jack-Taylor-Reihe trösten.

Denn Jason Starr hat sich in seinen Solowerken inzwischen vom Noir verabschiedet. Seine letzten Bücher haben über fünfhundert Seiten und sind deutlich mainstreamiger. „Panik“ hat über 560 Seiten und im Mittelpunkt steht keine gescheiterte Existenz, sondern der geachtete, glücklich verheiratete, knapp fünfzigjährige Psychologe und Vater Adam Bloom. Eines Abends dringen zwei Einbrecher in sein gut gesichertes Vorstadthaus ein. Er erschießt in Panik den einen. Der andere kann flüchten und er will sich an Adam Bloom rächen. Er macht sich an Blooms 22-jährige Tochter Marissa heran.

Schon in seinem vorherigen Roman „Stalking“ setzte Jason Starr weniger auf hohes Erzähltempo und überraschende Plotwendungen, als auf die genaue psychologische Zeichnung seiner Charaktere. In „Panik“ experimentiert er zunehmend mit wechselnden Perspektiven, die er nicht parallel, sondern hintereinander abarbeitet. So wird der Einbruch und das anschließende Verhör zuerst aus der Sicht des Vaters erzählt. Anschließend springt Starr zurück und erzählt diese Ereignisse aus der Sicht der Tochter.

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Ken Bruen/Jason Starr: Attica

(übersetzt von Richard Betzenbichler)

Rotbuch Verlag, 2010

208 Seiten

9,95 Euro

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Originalausgabe

The MAX

Hard Case Crime, 2008

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Jason Starr: Panik

(übersetzt von Ulla Kösters)

Diogenes, 2010

560 Seiten

11,90 Euro

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Originalausgabe

Panic Attack

Minotaur Books, 2009

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Ken Bruen & Jason Starr lesen

Donnerstag, 16. September, 22.00 Uhr

Admiralspalast, Studio 101 (Friedrichstr. 101, Berlin)

LATE-NIGHT LESUNG präsentiert von Radio eins

Ken Bruen und Jason Starr »Attica«

Moderation: Knut Elstermann

Lesung deutscher Text: David Nathan (deutsche. Stimme von Johnny Depp)

Kartenreservierung unter der Telefonnummer: 47997499 und an allen bekannten VVK-Stellen

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Jason Starr liest allein

Hamburg, 15. September 2010, 20.00 Uhr

Berlin, 17. September 2010, 20.00 Uhr, Dorotheenstädtische Buchhandlung (Turmstraße 5)

Unna, 18. September 2010, 19.30 Uhr

Dortmund, 19. September 2010, 18.00 Uhr

Gütersloh, 20. September 2010, 20.00 Uhr

Stuttgart, 21. September 2010, 20.00 Uhr

(alle weiteren Infos bei Diogenes)

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Nachtrag (16. September): Da sind mir doch tatsächlich einige Termine durch die Lappen gegangen (Tja, der Horizont eines echten Berliners endet an der Mauer, äh, an der Staadtgrenze):

Freitag, 17. September:

Ken Bruen solo in Bremen bei der Kriminacht

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Samstag, 18. September

Ken Bruen und Jason Starr zusammen in Unna,

Crime Night, Eröffnungsgala des Krimifestivals „Mord am Hellweg“

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Sonntag, 19. September

Ken Bruen und Jason Starr in Dortmund als „Blutiges Doppel“

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Hinweise

Homepage von Ken Bruen

Homepage von Jason Starr

Meine Besprechung der von Ken Bruen geschriebenen Jack-Taylor-Reihe

Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)


TV-Tipp für den 15. September: Der ewige Gärtner

September 15, 2010

Sixx, 21.45

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, R.: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)


Cover der Woche

September 14, 2010


Wellenreiten mit Don Winslow in deutschen Häusern

September 14, 2010

Eigentlich wollte ich einen langen, schönen Text über Don Winslow und seine erste (?) Lesetour in Deutschland schreiben, aber mangelhafte Planung (Aufschieberitis) und wichtige Dinge (Solitär. Solitär. Und, öh, Solitär.) haben das verhindert.

Daher gibt’s jetzt nur die harten Fakten, leicht aufgehübscht:

Don Winslow, der sich in den vergangenen Jahren zum Chronisten der kalifornischen Surferszene, entwickelte,stellt in den kommenden Tagen in Deutschland sein bereits 2005 erschienenes Opus Magnum (Fremdwort für „verdammt dickes Buch“) „Tage der Toten“ (erscheint demnächst) und sein fast neuestes Buch „Pacific Paradise“ vor. In den USA ist nämlich vor wenigen Tagen sein wirklich neuester Roman „Savages“ erschienen.

In „Pacific Paradise“ soll der bereits aus „Pacific Private“ bekannte Surfer und Teilzeit-Privatdetektiv Boone Daniels für die Verteidigung das Geständnis von Corey Blasingame überprüfen. Blasingame ist angeklagt die Surferlegende Kelly Kuhio umgebracht zu haben. Selbstverständlich sind seine Surferkumpels, die Dawn Patrol, von diesem Auftrag nicht begeistert. Besonders nachdem Boone Daniels nicht mehr hundertprozentig von der Blasingames Schuld überzeugt ist, wollen sie nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Zur gleichen Zeit beauftragt ihn der vermögende Dan Nichols, ein Mitglied der Gentlemen’s Hour (aka die alten Surfer, die die meiste Zeit am Strand herumhängen), seine Frau zu überwachen. Er glaubt, dass sie ihn betrügt. Sie tut’s und kurz darauf wird ihr Liebhaber ermordet.

„Pacific Paradise“ bewegt sich in den vertrauten Bahnen des Privatdetektiv-Krimis. Denn dass Boone Daniels sich bei seinen Ermittlungen gewaltig in die Scheiße hineinreitet, dürfte niemand überraschen. Ebensowenig, dass seine Auftraggeber ihn für ihre Zwecke benutzen wollen, dass San Diego korrupt ist und dass die Utopie vom sauberen Surferleben brüchig ist.

Don Winslow erzählt „Pacific Paradise“ in seinem wunderschön entspannten Tonfall, der aus der bekannten, kleinen Geschichte ein kurzweiliges Vergnügen macht. .

Mit „Tage der Toten“ beendete Don Winslow 2005 seine sechsjährige Veröffentlichtlichungspause. Das siebenhundertseitige engbedruckte, für den Macavity-Preis nominierte Werk ist, ein vor dem Hintergrund der Iran-Contra-Affäre spielender Krimi über den Drogenhandel in Kalifornien und Mexiko. US-Drogenfahnder Art Keller will mit allen Mitteln die mexikanische Drogenmafia zur Strecke bringen.

James Ellroy meint zu dem Roman: „’The Power of the Dog‘ is the first great dope novel since ‚Dog Soldiers‘ thirty years ago. It’s frightening and sad, with a superbly sustained intensity. It’s a beautiful compressed vision of hell, with all its attendant moral madness.“

Und welcher Sterbliche würde schon James Ellroy widersprechen?

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Don Winslow: Pacific Paradise

(übersetzt von Conny Lösch)

Suhrkamp, 2010

400 Seiten

9,95 Euro

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Originaltitel

The Gentlemen’s Hour

William Heinemann, 2009

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Don Winslow: Tage der Toten

(übersetzt von Chris Hirte)

Suhrkamp, 2010

704 Seiten

14,95 Euro (erscheint am 20. September 2010)

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Originaltitel

The Power of the Dog

Alfred A. Knopf, 2005

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Don Winslow auf der Suhrkamp-Welle

Pacific Private, 2009 (The Dawn Patrol, 2008)

Frankie Machine, 2009 (The Winter of Frankie Machine, 2006)

Pacific Paradise, 2010 (The Gentlemen’s Hour, 2009)

Tage der Toten (The Power of the Dog, 2005 – erscheint offiziell am 20. September 2010)


Don Winslow und die „Tage der Toten“ in Deutschland

Dienstag, 14. September 2010, BUCHPREMIERE

Berlin; 20:00 Uhr; English Theatre Berlin, Fidicinstraße 40

In Kooperation mit der Krimibuchhandlung Hammett und dem English Theatre Berlin

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Mittwoch, 15. September 2010

Bremen; 20:00 Uhr; Thalia Buchhandlung, Obernstraße 44-54.

Lesung des deutschen Textes: Erik Roßbander

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Donnerstag, 16. September 2010

Rostock; 20:00 Uhr; Thalia Buchhandlung, Breite Straße 15-17.

Lesung des deutschen Textes: Oliver Mommsen

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Freitag, 17. September 2010

Köln; 20:00 Uhr; Buchhandlung Bittner, Albertusstraße 6.

Lesung des deutschen Textes: Dietmar Wunder

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Samstag, 18. September 2010

München; 21:00 Uhr; Theater Drehleier, Rosenheimer Straße 123.

Große Jubiläumsveranstaltung der Krimi-Buchhandlung Glatteis.

Lesung des deutschen Textes: Hans Jürgen Stockerl

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Hinweise

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)


TV-Tipp für den 14. September: Hühnchen in Essig

September 14, 2010

Statt „Fulltime Killer“ (auch ein guter Film) läuft

Tele 5, 00.45

Hühnchen in Essig (F 1985, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Dominique Roulet, Claude Chabrol

LV: Dominique Roulet: Un mort en trop, 1982 (Gegenmaßnahmen)

Inspektor Lavardin soll in einem kleinen Dorf einen Mord aufklären. Dabei ist er nicht besonders zimperlich.

Zynisches Porträt einer Provinzstadt und ihrer honorigen Bewohner, die alle mindestens ein Geheimnis haben. Aufgrund des Erfolges drehte Chabrol einen weiteren Lavardin-Spielfilm und es entstand eine kleine Fernsehreihe, die nicht mehr den gemeinen Humor des Originals hatte.

„Inspektor Lavardin ist (…) ein sorgfältiger Beobachter bourgeoiser Dekadenz, steht den Figuren mit galligem Sarkasmus gegenüber und scheint geradezu eine Schadenfreude daran zu haben, den ehrbaren Bürger eines Verbrechens zu überführen.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

„Dass alle Personen ihre Ziele mit radikalen Mitteln verfolgen (selbst die gutmütige Hélène stiehlt ungeniert Geld aus der Portokasse), schafft eine Art moralisches Niemandsland, und wie in dieser verkehrten Welt schließlich doch das Gute heranwächst, das verleiht ‚Hühnchen in Essig’ (Poulet au vinaigre) trotz des burlesken Grundtons märchenhafte Züge, darin vergleichbar mit ‚Der Riss’ (La rupture).“ (Claude Chabrol, Hanser Reihe Film 5)

Mit Jean Poiret, Stéphane Audran, Michel Bouquet, Caroline Cellier

Hinweise

Mein Nachruf auf Claude Chabrol

Claude Chabrol in der Kriminalakte


R. i. P. Claude Chabrol

September 13, 2010

R. i. P.: Claude Chabrol (24. Juni 1930 – 12. September 2010)

Wenige Tage nach seinem achtzigsten Geburtstag starb der Kritiker der Bourgeoisie in Paris. Er drehte zwar auch einige Nicht-Krimis, aber im Genre fühlte er sich am wohlsten und mit Inspektor Lavardin (grandios verkörpert von Jean Poiret) schuf er auch einen Polizisten, gegen den Dirty Harry ein Weichei ist. In seiner über fünfzigjährigen Karriere drehte Chabrol über siebzig Filme. Nicht alle sind gut, aber viele wurden zu Klassikern (wie „Der Frauenmörder von Paris“, „Die untreue Frau“, „Das Biest muss sterben“, „Der Schlachter“, „Der Riß“, „Doktor Popaul“, „Violette Nozière“, „Die Fantome des Hutmachers“, „Masken“, „Der Schrei der Eule“, „Eine Frauensache“ undsoweiter) und seine letzten Filme, die er im Jahresturnus inszenierte, zeigen, trotz aller Fehler, ein gleichbleibend hohes Niveau. Sein letzter großartiger Film war „Geheime Staatsaffären“ (2006) mit der grandiosen Isabelle Huppert. Sein letzter Film, „Kommissar Bellamy“ (2009) mit Gerard Depardieu, ist ein durchwachsenes Werk, aber in jeder Sekunde ein typischer Chabrol.

Nachrufe gibt es bereits in Spiegel Online, Die Zeit, Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Filmspaicher (SWR), FAZ und taz.

Außerdem, wie der Blick über den heimischen Tellerrand zeigt, im Guardian, IndieWire,  The Washington Post,Chicago Sun Times (Roger Ebert) und der New York Times.

Mehr Infos über Claude Chabrol.

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Und wer jetzt ein, zwei Chabrol-Filme sehen will:

Die fünfteilige Chabrol-Reihe auf TELE 5:

Montag, 13.09., 00.05 Uhr: Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (1975)

Dienstag, 14.09., 00.45 Uhr: Hühnchen in Essig (1985)

Mittwoch, 15.09., 00.15 Uhr: Masken (1986)

Donnerstag, 16.09., 00.10 Uhr: Hölle (1994)

Freitag, 17.09., 02.10 Uhr: Das Leben ist ein Spiel (1997)

Eine feine Auswahl.

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Nachtrag (wenige Stunden später):


Die Hugo-Gewinner 2010

September 13, 2010

Es ist schon einige Tage her, aber aus reiner Chronistenpflicht und weil die jährlich auf der WorldCon von den amerikanischen Science-Fiction-Fans vergebenen Hugos einer der renommiertesten SF-Preise sind und weil „Die Stadt & Die Stadt“ auch ein Krimi ist (behaupte ich mal nach der intensiven Lektüre des Klappentextes), liefere ich hier vollständige Liste:

Best Novel

The City & The City (Die Stadt & Die Stadt, Bastei Lübbe), von China Miéville (Del Rey; Macmillan UK)

The Windup Girl, von Paolo Bacigalupi (Night Shade)

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Best Novella

Palimpsest, von Charles Stross (Wireless; Ace, Orbit)

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Best Novelette

The Island, von Peter Watts (The New Space Opera 2; Eos)

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Best Short Story

Bridesicle, von Will McIntosh (Asimov’s 1/09)

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Best Related Book

This is Me, Jack Vance! (Or, More Properly, This is “I”), vonJack Vance (Subterranean)

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Best Graphic Story

Girl Genius, Volume 9: Agatha Heterodyne and the Heirs of the Storm, von Kaja und Phil Foglio und Cheyenne Wright (Airship Entertainment)

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Best Dramatic Presentation, Long Form

Moon, Drehbuch: Nathan Parker (nach einer Geschichte von Duncan Jones); Regie: Duncan Jones (Liberty Films)

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Best Dramatic Presentation, Short Form

Doctor Who: “The Waters of Mars”, Drehbuch: Russell T Davies und Phil Ford; Regie: Graeme Harper (BBC Wales)

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Best Editor Long Form

Patrick Nielsen Hayden

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Best Editor Short Form

Ellen Datlow

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Best Professional Artist

Shaun Tan

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Best Semiprozine

Clarkesworld, herausgegeben von Neil Clarke, Sean Wallace und Cheryl Morgan

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Best Fan Writer

Frederik Pohl

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Best Fanzine

StarShipSofa, herausgegeben von Tony C. Smith

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Best Fan Artist

Brad W. Foster

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John W. Campbell Award for Best New Writer (presented by Dell Magazines)

Seanan McGuire

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Bei Tor gibt es auch eine Liste der nominierten Werke.


Die Gewinner des Friedrich-Glauser-Preis 2010

September 13, 2010

Die Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ hat nach der Longlist und der Shortlist jetzt den Friedrich-Glauser-Preis 2010 verliehen:

Bester Roman

ZORAN DRVENKAR: Sorry (Ullstein)

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Bestes Debüt

ANDREAS FÖHR: Der Prinzessinnenmörder (Knaur)

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Bester Kurzkrimi

ZOE BECK: Draußen (aus: München. Blutrot, Köln.-preuß. Verlagsanstalt)

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Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

MARLENE RÖDER: Zebraland (Ravensburger)

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Friedrich-Glauser-Ehrenpreis für besondere Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur

DR. RUTGER BOOSS (Verleger, grafit-Verlag)


TV-Tipp für den 13. September: Der Teufel mit der weißen Weste

September 13, 2010

Arte, 20.15

Der Teufel mit der weißen Weste (F 1962, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Pierre Lesou: Le Doulos, 1958

Regieassistenz: Volker Schlöndorff

Nach einem missglückten Einbruch wird Maurice verhaftet. Er glaubt, dass Silien ihn verraten hat und er beauftragt einen Verbrecher, Silien umzubringen. Gleichzeitig tut Silien alles, um Maurice aus dem Gefängnis zu befreien.

Düsterer Gangsterfilmklassiker, mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Serge Reggiani

Hans Gerhold in „Jean-Pierre Melville“ (Hanser Verlag, Reihe Film 27): „Aus einem durchschnittlichen Série Noire-Stoff wurde ein „Melville“. Tatsächlich macht die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit unvorhersehbaren Volten und Rückblenden (in den Erzählungen der Personen und in visuellen flash-backs) LE DOULOS zu dem spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles. Denn LE DOULOS ist eine Anti-Tragödie und auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut, die jede Äußerung und jedes Bild sofort wieder relativiert.“

Wiederholung: Dienstag, 21. September, 14.45 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


Der Kommissar: Todesboten

September 12, 2010

Ein Film aus der auf dem Symposium „Verbotene Filme“ gezeigten Mashup-Rolle:

Herbert Reinecker gab später, als „Todesboten“ im TV ausgestrahlt werden sollte, sein Einverständnis für diese Bearbeitung der von ihm erfundenen TV-Serie.


TV-Tipp für den 12. September: Casablanca

September 12, 2010

Arte, 20.15

Casablanca (USA 1942, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch

LV: Murray Burnett, Joan Alison: Everybody comes to Rick’s (Theaterstück)

Gerade hat sich Rick in Casablanca eingerichtet, als seine alte Liebe auf der Flucht vor den Nazis bei ihm auftaucht.

Casablanca ist das Kernstück des Bogart-Kults und ein Pflichttermin für Cineasten.

Mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Reins, Conradt Veidt, Sydney Greenstreet, Peter Lorre, Curt Bois

Hinweise

Wikipedia über „Casablanca“ (deutsch, englisch)


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

September 11, 2010

Ich bin noch erschöpft vom Symposium „Verbotene Filme“ (dazu später mehr). Deshalb gibt es ohne große Worte den Hinweis auf meine bei den Alligatorpapieren erschienenen TV-Krimi-Buch-Tipps (Der Dank für die Bilder geht an den gierigen Alligator Alfred):

In den kommenden beiden Wochen gibt es auch einige lange nicht mehr gezeigte, sehenswerte Morde. Das Einschalten des Fernsehers (oder Programmieren des Rekorders) lohnt sich bei Lars Beckers „Tatort: Dschungelbrüder“, Michael Crichtons Robin-Cook-Verfilmung „Coma“ (Gute Besserung, Michael Douglas.), Claude Pinoteaus Francis-Ryck-Verfilmung „Ich – Die Nummer eins“, Constantin Costa-Gavras Donald-E.-Westlake-Verfilmung „Die Axt“, Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“, Jean-Luc Godards Dolores-Hitchens-Verfilmung „Die Außenseiterbande“, Claude Sautets Claude-Néron-Verfilmung „Das Mädchen und der Kommissar“ (Uff, das war’s mit den Franzosen.), Fernando Meirelles‘ erstaunlich lange nicht mehr gezeigte John-le-Carré-Verfilmung „Der ewige Gärtner“, Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmung „Jesse Stone – Eiskalt“, David Cronenbergs John-Wagner/Vince-Locke-Verfilmung „A History of Violence“, Martin Enlens Friedrich-Ani-Verfilmung „Tatort: A gmahde Wiesn“, Robert Aldrichs Mickey-Spillane-Verfilmung „Rattennest“, Stuart Rosenbergs Donn-Pearce-Verfilmung „Der Unbeugsame“, Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“, Matthew Vaughns J.-J.-Connolly-Verfilmung „Layer Cake“, Michael Ciminos Robert-Daley-Verfilmung „Im Jahr des Drachen“ und Alfred Hitchcocks Robert-Bloch-Verfilmung „Psycho“.


TV-Tipp für den 11. September: Tatort: Dschungelbrüder

September 11, 2010

RBB, 20.15

TATORT: Dschungelbrüder (D 2003, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Ritter und Stark müssen den Mord an einem illegal eingereisten Nigerianer aufklären.

Lars Becker (Nachtschicht) befindet sich auch in Berlin auf vertrautem Terrain: das Leben von Ausländern und Flüchtlingen in deutschen Großstädten. Den beiden Berliner Kommissaren konnte nach ihrem grottenschlechten vorherigen Fall „Rosenholz“ nichts Besseres passieren.

Mit Dominic Raacke, Boris Alijonic, Armin Rohde

Hinweise

Tatort-Fundus über das Team Ritter/Stark

Wikipedia über Lars Becker

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Lars Becker



„Freiheit statt Angst“ am Samstag

September 10, 2010

Samstag ist Demotag. Dieses Mal:

Alle weiteren sachdienlichen Informationen hier.


TV-Tipp für den 10. September: Castle – Tödliche Schulden

September 10, 2010

Kabel 1, 20.15

Castle: Tödliche Schulden (USA 2009, R.: Rob Bowman)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Erfinder: Andrew W. Marlowe

Nach der Sommerpause geht’s mit zweiten Staffel der witzigen Krimiserie „Castle“ auf einem neuen Sendeplatz und mit einer Wiederholung des natürlich äußerst gelungenem und für Krimifans sehr prominent besetztem Staffelauftakt weiter.

Alle weiteren Informationen hier oder hier.

mit Nathan Fillion (Richard Castle), Stana Katic (Kate Beckett), Susan Sullivan (Martha Rodgers), Molly C. Quinn (Alexis Castle), Jon Huertas (Javier Esposito), Seamus Dever (Kevin Ryan), Ruben Santiago-Hudson (Captain Roy Montgomery), Tamala Jones (Lanie Parish)

Wiederholung: Samstag, 11. September, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

ABC-Seite über „Castle“

Kabel-1-Seite über “Castle”

Wikipedia über „Castle“ (deutsch, englisch)

The Futon Critic interviewt Andrew W. Marlowe (21. November 2009)

„Castle“-Fanseite

Kriminalakte über „Castle“


TV-Tipp für den 9. September: Jesse Stone – Knallhart

September 9, 2010

ZDF, 00.35

Jesse Stone – Knallhart (USA 2006, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: Tom Epperson

LV: Robert B. Parker: Night Passage, 1997 (Das dunkle Paradies)

Der zweite Jesse-Stone-Film erzählt die Vorgeschichte: in ihr tritt Jesse Stone seinen Job in Paradise an und muss zuerst den Kleinstadtsumpf ausmisten. Denn – Überraschung! – Stone hat den Job nur wegen seines Lebenslaufs (und dem Fazit: kaputter Verlierer) bekommen.

Im Buch endet die Ankunft von Jesse Stone in Paradise in einem Western-Showdown. Im Film ist es etwas weniger dramatisch. Aber auch der zweite Jesse-Stone-Film ist gute altmodische Unterhaltung, bei der die Charaktere im Mittelpunkt stehen.

„No fools over at CBS, the net quickly followed one of last year’s best TV movies, „Stone Cold,“ with this equally first-rate prequel.” (Variety)

Mit Tom Selleck, Stephanie March, Stephen Baldwin, Saul Rubinek, Viola Davis, Kohl Sudduth

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


Madame Pelletier besucht die „Suite Noire“

September 8, 2010

Für Noir-Fans ist offensichtlich, dass Chantal Pelletiers „Schießen Sie auf den Weinhändler“ eine Hommage an David Goodis‘ „Schießen Sie auf den Pianisten“ („Tirez sur la pianiste“; der Originaltitel „Down there“ zählt im Moment nicht.) ist. Dabei hat Pelletiers Geschichte, wir ahnen es, nichts mit Goodis‘ Werk zu tun. Denn zwischen einem in einer Vorstadtkneipe vegetierendem Klavierspieler und geachteten, in der Provinz lebendem Weinhändlern gibt es nicht so viele Gemeinsamkeiten.

Gleich auf der ersten Seite erschießt dieser Weinhändler seine Frau, weil sie mal wieder die Sellerie-Remoulade falsch zubereitet hat. Danach bessert sich sein Leben. Jedenfalls in kulinarischer Hinsicht. Er trifft sogar auf eine junge Frau, die er als seine Köchin engagiert. Aber nach kurzem ist er auch mit ihren Leistungen in der Küche unzufrieden.

In der Mitte von „Schießen Sie auf den Weinhändler“ ändert Chantal Pelletier dann plötzlich die Perspektive und erzählt aus der Perspektive einer jüngeren Person, die sich mit einer älteren Frau als Verbrecherpaar durchs Leben schlägt. Erst viel später wird deutlich, dass diese Person die junge Köchin des Weinhändlers wird.

Weil nach diesem Perspektivenwechsel lange unklar ist, wie und ob die die zweite Geschichte mit der ersten zusammenhängt, ist man viel zu lange mit eben dieser formalen Frage beschäftigt und man distanziert sich von der großen Geschichte.

Deshalb ist „Schießen Sie auf den Weinhändler“ der schwächste Noir der ersten, aus vier Kurzromanen bestehenden „Suite Noire“-Lieferung.

Demnächst erscheint im Distel Literturverlag mit Didier Daeninckxs „Nur DJs gibt man den Gnadenschuss“, Marc Villards „Die Stadt beißt“, Laurent Martins „Die Königin der Pfeifen“ und Romain Slocombes „Das Tamtam der Angst“ die zweite „Suite Noire“-Lieferung. Auch diese Bücher wurden verfilmt.

Die DVD-Box mit den Verfilmungen dieser „Suite Noire“-Geschichten erschient im Herbst bei Edel.

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Chantal Pelletier: Schießen Sie auf den Weinhändler

(übersetzt von Katarina Grän)

Distel Literaturverlag, 2010

96 Seiten

10 Euro

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Originalausgabe

Tirez sur la caviste

Éditions La Branche, 2007

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Verfilmung

Tirez sur le caviste (Frankreich 2009)

Regie: Emmanuelle Bercot

Drehbuch: Emmanuelle Bercot

mit Julie-Marie Parmentier, Niels Arestrup, Christine Citti, Pierre-Félix Gravière

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Hinweise

Homepage der „Suite Noire“ (englische Version)

Seite der Éditions La Branche über die „Suite Noire“

Homepage von Chantal Pelletier

Krimi-Couch über Chantal Pelletier

Meine Besprechung von Patrick Raynals „Suite Noire“-Buch „Landungsbrücke für Engel“ (Le débarcadère des anges, 2007)

Meine Besprechung von Colin Thiberts „Nächste Ausfahrt Mord“ (Vitrage à la corde, 2007)

Meine Besprechung von José-Louis Bocquets „Papas Musik“ (La musique de papa, 2007)


TV-Tipp für den 8. September: Reservoir Dogs – Wilde Hunde

September 8, 2010

Arte, 23.00 (VPS 22.50)

Reservoir Dogs (USA 1992, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Wirklich erstaunlich bei dem Klassiker ist nur, dass er erst 2009 seine TV-Premiere hatte. Wer also in den vergangenen Jahren wirklich jede Kinoaufführung verpasste, keine der zahlreichen DVD-Ausgaben kaufte und die Erstausstrahlung versäumte, kann jetzt das Werk sehen.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Wiederholung: Montag, 20. September, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

The Quentin Tarantino Archives

Deutsche Quentin-Tarantino-Fanseite

Wikipedia über „Reservoir Dogs“

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Cover der Woche

September 7, 2010


Happy Birthday, Sonny Rollins!

September 7, 2010

Unglaublich, aber wahr: Tenorsaxophonist Sonny Rollins wird Achtzig. Seit über sechzig Jahren ist er aktiv und während er früher älter wirkte, als er war, wirkt er seit Jahren jünger als er ist.