TV-Tipp für den 4. April

April 4, 2008

 

RTL II, 23.00

Dawn of the Dead (USA 2004, 2004, R.: Zack Snyder)

Drehbuch: James Gunn

Vorlage: George A. Romero: Dawn of the Dead, 1978 (Drehbuch)

Über Nacht übernehmen Zombies die Welt. Krankenschwester Ana kann mit einigen Nichtinfizierten in ein Einkaufszentrum flüchten. Die Zombies belagern die Shopping-Mal.

Unterhaltsames Remake von George A. Romeros „Zombie“ mit einigen Änderungen: die Zombies sind nicht mehr so fußlahm, die Konsum- und Kapitalismuskritik nicht mehr vorhanden und alles ist mehr Hollywood-Mainstream.

Oh, und Ving Rhames spielt mit.

Mit Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber, Mekhi Phifer, Ty Burrell

Wiederholung: Samstag, 5. April 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von James Gunn

Underground Online: Interview mit James Gunn 

Fanboy Planet: Interview mit James Gunn

Drehbuch „Dawn of the Dead“ von James Gunn


Neu im Kino: Untraceable

April 3, 2008

Untraceable (USA 2007, R.: Gregory Hoblit)

Drehbuch: Robert Fyvolent, Mark R. Brinker, Allison Burnett

So wie es nach dem Drehbuch und dem Trailer aussieht, gibt es zwei Gründe für den Film: Gregory Hoblit und Diane Lane. Und es gibt, für Genrefans, einen sehr guten Grund gegen den Film: das Drehbuch. Denn es erzählt, sauber entwickelt (oder sollte ich sagen vorhersehbar nach Schema F), eine typische logikfreie Serienkillergeschichte für ein Mainstreampublikum, das sich niemals einen der derzeit modischen Torture-Porn-Streifen ansehen würde und die stereotype Medienkritik des Geschichte gedankenlos bejaht.

Die Geschichte: FBI-Agentin Jennifer Marsh stößt bei ihren Ermittlungen im Internet auf eine neue Seite, auf der zuerst eine Katze und später Menschen, vor laufender Kamera qualvoll sterben. Der Clou: je mehr Menschen die Seite anklicken, umso schneller wird das Opfer hingerichtet. Marsh versucht dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Aber die Seite ist ‚untraceable’.

Bei dem Drehbuch haben mir der schnelle Anfang, bei dem die Heldin auf wenigen Seiten vorgestellt wird; das gelungene Präsentieren von Informationen, die später wichtig werden und das ausgewogene Verhältnis von Berufsleben und etwas Privatleben mit ihrer sechsjährigen Tochter, gefallen. Überhaupt nicht gefallen hat mir dagegen die Story. Denn sie bewegt sich letztendlich spannungsfrei und ohne falsche Fährten von einem Mord zum Nächsten. Irgendwann hat die Heldin eine Idee und wir kennen sofort den richtigen Mörder und das, wie ich finde ziemlich alberne, Motiv. Sie macht einige dumme Fehler (Bei einem Fehler dachte ich nur ‚Nein, das darf nicht wahr sein’.). Ebenfalls zum festen Genreinventar gehört das Ende mit dem tödlichen Kampf zwischen der Polizistin und dem Mörder.

Insgesamt ist „Untraceable“ nach dem Drehbuch ein 08/15-Serienkillerfilm, für den man sich wirklich keine Kinokarte kaufen muss.

Mit Diane Lane, Colin Hanks, Billy Burke

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Untraceable“

Drehbuch „Untraceable“ von Robert Fyvolent, Mark R. Brinker und Allison Burnett

Interview mit Allison Burnett

Homepage von Allison Burnett


TV-Tipp für den 3. April

April 3, 2008

Das Vierte, 20.15

Der Unbeugsame (USA 1967, R.: Stuart Rosenberg)

Drehbuch: Donn Pearce, Frank Pierson

LV: Donn Pearce: Cool Hand Luke, 1965

Betrunken demoliert der brave Luke Parkuhren. Dafür wird er für zwei Jahre ins Arbeitslager geschickt und trifft dort auf eine ganz andere Gesellschaft. Luke will sich aber nicht anpassen.

Beeindruckendes Knastdrama

Mit Paul Newman, George Kennedy, J. D. Cannon, Lou Antonio, Strother Martin, Dennis Hopper, Harry Dean Stanton

Hinweise

Wikipedia über Donn Pearce

Drehbuch “Cool Hand Luke” von Donn Pearce und Frank Pierson


R. i. P. Jules Dassin

April 2, 2008

R. i. P. Jules Dassin (18. Dezember 1911 – 31. März 2008 )

Selbst wenn er nur „Rififi“ und „Topkapi“ gedreht hätte, wäre ihm ein Platz in der Filmgeschichte sicher. Aber er drehte auch „Naked City“, „Die Ratte von Soho“, „Sonntags nie“ und natürlich „Das Gespenst von Canterville“. Außerdem war er ein wirklicher Weltbürger: 1911 wurde er als Sohn russisch-jüdischer Emigranten in Middletown, Connecticut (USA), geboren. Er war einige Jahre Mitglied der Kommunistischen Partei. In der McCarthy-Ära erhielt er wie viele Hollywood-Künstler ein Berufsverbot. Dassin wanderte nach Europa aus. Er lebte lange in Frankreich und zog 1974 mit seiner Frau, der Schauspielerin und Kulturministerin Melina Mercouri nach Griechenland.

Nachrufe gibt es bei der Spiegel online, Welt, Süddeutsche, Tageszeitung (Schweiz), BBC News, USA Today (von AP), LA Times und die New YorkTimes.


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: Knaur, Droemer, List und Ullstein

April 2, 2008

Was bieten Droemer Hardcover, Knaur Taschenbuch, List Taschenbuch und Ullstein Taschenbuch dem hungrigen Krimifan in den kommenden Monaten? Das:

 

Knaur Taschenbuch

April

Ariana Franklin: Die Totenleserin (Eine Pathologin ermittelt im Mittelalter in Cambridge)

Thomas Thiemeyer: Magma (ein Wissenschaftsthriller mit etwas Mystik)

 

Mai

Beverly Barton: Killing time (erhielt 2006 den Romance Writers of America Award)

Stefanie Baumm: Unsterblich wie der Tod (oder ein Serienmörder mordet sich durch die norddeutsche Population junger Mädchen)

Walt Becker: Missing Link (Heftige Kloppereien um einen archäologischen Fund, der das Geheimnis um die Entstehung der Menschheit verraten kann.)

Luc Deflo: Totenspur (Zweiter Krimi des belgischen Bestsellerautors)

Elizabeth Eyre: Das Geständnis des Dogen (Historischer Krimi: im 15. Jahrhundert wird in Venedig ein reicher Edelmann ermordet und der Sohn des Dogen gesteht die Tat. Aber ist er auch der Mörder?)

Bernd Harder: Der Bond-Appeal (und noch ein Buch über James Bond. Aktueller Anlass ist der hundertste Geburtstag von Ian Fleming am 28. Mai.)

Patrícia Melo: Schwarzer Walzer (Psychothriller: ein krankhaft eifersüchtiger Dirigent verliebt sich in eine junge Violinistin.)

Craig Smith: Das Jesusporträt (Mysterythriller)

 

Juni

Michael Marschall: Engel des Todes (oder Die Jagd nach dem „zweiten Schöpfer“ geht weiter)

Iain Pears: Das Porträt (Ein berühmter Maler und ein scharfzüngiger Kunstkritiker haben ein dunkles Geheimnis.)

Markus Stromiedel: Zwillingsspiel (Stromiedel schrieb einige gute Krimidrehbücher. Sein Debütroman klingt allerdings sehr nach der Vorlage für den „TV-Film der Woche“, gekreuzt mit den depressiven, skandinavischen Bestsellern. In diesem Fall bin ich trotzdem gespannt.)

Außerdem: „Tödliches Vergnügen“ (9 Krimis mit neuem Umschlag für jeweils 6 Euro):

Michael Böckler: Vino Criminale

Simon Brett: Mord im Museum

Peter James: Ein guter Sohn

P. D. James: Im Saal der Mörder

Sabine Kornbichler: Nur ein Gerücht

Alexandra Kui: Tod an der Schleuse

Val McDermid: Ein Ort für die Ewigkeit

Zane Radcliffe: Todesgruß

Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns

 

Juli

Friedrich Ani: Süden und das Geheimnis der Königin

Friedrich Ani: Süden und der Luftgitarrist (pünktlich zur geplanten Ausstrahlung der Süden-Krimis als ZDF-Samstagkrimi werden zwei der Süden-Krimis wieder aufgelegt)

Kate Atkinson: Liebesdienste (Privatdetektiv Jackson Brodie sucht den Mörder einer während des Edinburgher Theaterfestivals ermordeten Frau.)

Beverly Connor: Das Gesetz der Knochen (Dritter Fall der Pathologin Diane Fallon, die dieses Mal eine Leiche in einer teilweise unerforschten Höhle entdeckt.)

John Katzenbach: Das Opfer (Für sie ist es ein One-Night-Stand. Für ihn die große Liebe. Er beginnt sie und ihre Familie zu verfolgen.)

Michael Prescott: Mörderisches Spiel (Tess McCallum und Abby Sinclair, zwei aus früheren Prescott-Romanen bekannte Charaktere, jagen einen Mörder, der Frauen entführt und in der Kanalisation von Los Angeles angekettet ertrinken lässt.)

Joel Ross: Der Überläufer (Während des zweiten Weltkriegs spielender Spionagethriller)

Martyn Waites. Der Gnadenthron (der Auftakt der Joe-Donovan-Serie war für den Gold Dagger nominiert)

 

August

Glenn Chandler: Die Todeskarte (in England ist Chandler als Erfinder und Autor der langlebigen, nie in Deutschland ausgestrahlten Taggard-Polizeiserie bekannt. Dies ist sein erster von bislang zwei Krimis mit DI Steve Madden.)

Jonathan Hayes: Martyrium (Tja: ein Pathologe, ein Serienkiller, gekreuzigte Frauen, ein religiöser Spleen, die Freundin des Pathologen als nächstes Opfer des Killers. Das klingt alles nach Standard-Thriller. Oh, halt, der Held hat – das gab’s vor zehn Jahren noch nicht – ein 9/11-Trauma.)

Reginald Hill: Ins Leben zurückgerufen (DSI Andrew Dalziel auf Mörderjagd.)

Brenda Joyce: Fallen der Liebe (ein 1902 in New York spielender Ladythriller)

Kate Morgenroth: Töte mich zuerst (Neuauflage: ein Terrorist bringt in einem Sanatorium die Patienten vor laufender Kamera um. Eine Patientin wird seine Komplizin.)

Mary Stanley: Vermisst (Dublin in den 70er Jahren: ein Mädchen verschwindet. Ihre jüngere Schwester sucht sie.)

 

September

Pamela Clare: Kalt wie der Tod (ein Ladythriller)

Donn Cortez: Closer (Cortez schrieb auch einige „CSI Miami“-Romane. In „Closer“ bringt der Held Mörder um. Eines Tages stößt er auf eine Serienmörder-Community im Internet und den Mörder seiner Familie.)

Nicole Drawer: Das Messer in der Hand (Polizeipsychologin Johanna Jensen glaubt nicht, dass die blutüberströmte Frau mit dem Messer in der Hand ihren Mann umgebracht hat.)

Susan Hill: Des Abends eisige Stille (Ein Junge verschwindet in dem beschaulichen Lafferton. DCI Simon Serrailler sucht ihn.)

Lisa Jackson: Shiver – Meine Rache wird euch treffen (jetzt im Taschenbuch)

David Lawrence: Tödliches Dunkel (Detective Stella Mooney jagt einen Frauenmörder, der auf den Leichen geheimnisvolle Botschaften hinterlässt.)

Matthew Pearl: Die Stunde des Raben (oder Wie war das noch mal mit dem Tod von Edgar Allan Poe?)

David Skibbins: Der Tod ist eine Frau („Ein charmantes Schlitzohr, ein verzwickter Fall und ein ungewöhnliches Geheimnis“ dichtet der Verlag.)

 

Oktober

Christian von Ditfurth: Das Luxemburg-Komplott (Historischer Thriller über einen Mordanschlag auf Rosa Luxemburg.)

Sebastian Fitzek: Der Seelenbrecher (In seinem vierten Thriller treibt ein Psychopath unerkannt in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Luxuspsychiatrie sein Unwesen.)

Colin Harrison: Afterburn – Tödliche Verstrickung (Ein Millionär verknallt sich in eine junge Schönheit, die gerade der Mafia fünf Millionen Dollar stibitzt hat. Selbstverständlich will die Mafia ihr Geld zurückhaben.)

Shaun Hutson: Scharfe Klauen („Spannend wie ein Thriller, blutig wie ein Steak“ textet der Verlag über diesen Horrorthriller, in dem ein geheimnisvoller Mörder am liebsten Literaturkritiker und Verlagsmitarbeiter zerfetzt. Der knallharte Inspector Birch zieht seinen Trenchcoat an. Könnte ein unterhaltsamer Schmöker sein.)

Chris Kuzneski: Arcanum – Im Zeichen des Kreuzes (finden Kuzneskis Helden die Spuren von Dan Brown. Allerdings scheint die Angelegenheit, immerhin geht es um das größte Geheimnis des Christentums, hier etwas weniger jugendfrei zu sein.)

Julia Spencer-Fleming: Das dunkle Netz der Rache (Vierter Krimi mit Pastorin Clare Fergusson und Sheriff Russ Van Alstyne. Dieses Mal wird die Erbin eines Großgrundbesitzers entführt.)

Marcos M. Villatoro: Mania (FBI-Agentin Romilia Chacón jagt die Mörder eines Kollegen. Die Spur führt zu einem südamerikanischen Drogenkartell.)

 

 

Droemer – Hardcover

12. April

Simone Buchholz: Revolverherz (Staatsanwältin Chastity Riley jagt den Mörder der St.-Pauli-Tänzerinnen. – Irgendwie klingt die ganze Beschreibung nach einem dieser superhippen, superwitzigen Bücher, die absolut nicht mein Geschmack sind.)

14. Juni

Douglas Preston: Credo – Das letzte Geheimnis (Blasphemy, 2008 – In einem abgelegenen Labor erforschen Wissenschaftler eine neue Energiequelle. Da behauptet eine Stimme, sie sei der Schöpfer des Universums. Ihre Forderung: die Naturwissenschaften als einzige Religion anerkennen. – Puh.)

8. August

Kate Atkinson: Lebenslügen (When will there be good news, 2008 – Privatdetektiv Jackson Brodie versucht einen lange zurückliegenden Mord aufzuklären.)

 

 

List Taschenbücher

April

William Brodrick: Die Gärten der Toten (Pater Anselm will den Mord an einer früheren Strafverteidiger-Kollegin aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem alten Prostitutionsfall.)

Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht/In alle Ewigkeit (Zwei Erik-Winter-Krimis für zehn Euro)

Mai

Leif Davidsen: Der Augenblick der Wahrheit (Fotograf Peter Lime verliert bei einem Anschlag seine Familie. Blind vor Hass beginnt er die Täter zu jagen. – Neuauflage)

Juni

Ronnith Neuman: Tod auf Korfu (Ein Polizist versucht auf Korfu eine Mordserie aufzuklären. Seine Ermittlungen führen ihn zu einer lange zurückliegenden deutsch-griechischen Tragödie.)

Barbar Pope: Im hellen Licht des Todes (Aix-en-Provence, 1885: Ein Richter fragt sich, ob Paul Cézanne eine Frau ermordet hat.)

Juli

Mila Lippke: Der Puppensammler (Mörderjagd im Berlin der Jahrhundertwende)

Dominique Sylvain: Letzte Show (Das Stardouble von Britney Spears stürzt aus dem 34. Stock. Eine Ex-Kommissarin und eine Stripperin beginnen mit der Mördersuche. – Das könnte mir gefallen.)

August

Marcello Fois: Sardische Vendetta (die Gesichte des sardischen Banditen Samuele Stocchino erhielt den Premio Grinzane Cavour)

September

Marianne Macdonald: Tod zwischen den Zeilen (Buchhändlerin Dido Hoare freut sich über ein billig erstandenes Pergament. Da wird der Verkäufer ermordet und Dido fragt sich, ob das Pergament der Grund für den Mord war.)

Jo Nesbo: Rotkehlchen (Neuausgabe zum Sonderpreis)

Michael Theurillat: Eistod (der zweite Fall für Kommissar Eschenbach jetzt als Taschenbuch)

 

 

Ullstein – Taschenbuch

April

Lori Andrews: Bis auf die Knochen (Haben ein lange zurückliegendes Massaker und der Mord eines Händlers etwas miteinander zu tun? Molekularbiologin Blake fliegt nach Saigon.)

Peter Brendt: Deep Hunters (ein U-Boot-Thriller)

John Connolly: Die weiße Straße (Privatdetektiv Charlie Parker will die Unschuld eines Afroamerikaners, der für den Mord an der Tochter eines Millionärs in der Todeszelle sitzt, beweisen.)

Oliver Pötzsch: Die Tochter des Henkers (sucht kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg einen Mörder)

 

Mai

Bernard Cornwell: Schnee in der Karibik (Ein Skipper gerät in einen Drogenkrieg.)

Esteban Martin/Andreu Carranza: Die dritte Pforte (Ein in Spanien spielender Mystery-Thriller über eine angeblich auserwählte junge Frau, verschlüsselte Hinweise in alten Bauwerken und einer satanischen Sekte.)

Matthew Reilly: Auf Crashkurs („Es scheppert herrlich“, meint BamS [nicht Bumms] über diesen Action-Thriller über lebensgefährliche Hovercar-Rennen in der nahen Zukunft.)

Inger Wolf: Spätsommermord (2007 als bestes dänisches Krimidebüt ausgezeichnet)

 

Juni

Marc Van Allen: Arcanum (Der Ordo Invisibilium will die totale Kontrolle über die Menschheit erlangen. Aber einige Menschen wehren sich.)

Rita Mae Brown: Die Sandburg (eine Sommergeschichte, kein Krimi)

Julie Garwood: Mord nach Liste (Die als therapeutische Übung aufgeschriebene Todesliste einer Hotelerbin gerät in die Hände eines Killers, der sie abarbeitet.)

 

Juli

Blake Crouch: Bruderherz (Neuauflage: Ein Krimiautor wird in ein mörderisches Spiel verwickelt)

Christian Moerk: Eminenza (Ein Wissenschaftler findet einen Weg, den Hunger in der Welt zu beenden. Damit gerät er in das Visier einer alten venezianischen Loge.)

Peter Robinson: Eine respektable Leiche (der zweite Inspector-Banks-Krimi)

 

August

Carol Higgins Clark: Nacht in Las Vegas (Siebter Einsatz für Privatdetektivn Regan Reilly: Sie soll herausfinden, wer die Dreharbeiten für eine Show sabotiert.)

John S. Marr/John Baldwin: Die elfte Plage (Ein Psychopath erfreut die Amerikaner mit an die zehn biblischen Plagen angelehnten Viruserkrankungen. Ein Virologe jagt ihn.)

Franck Thilliez: Im Zeichen des Blutes (Und wieder wird ein Serienmörder gejagt)

 

September

Rita Mae Brown/Sneaky Pie Brown: Die kluge Katze baut vor (Miau. Ein Fall für Mrs. Murphy.)

Iris Johansen: Gnadenlose Jagd (Jemand will die Talente einer ehemaligen CIA-Agentin für seine Zwecke nutzen. Er entführt ihre Tochter.)

Inge Löhning: Der Sünde Sold (In einem bayerischen Dorf wütet ein sadistischer Mörder. Kommissar Konstantin Dühnfort jagt ihn.)

Aline Templeton: Wenn es ans Sterben geht (Wer ermordete drei ehrenamtliche Helfer? Die Polizeichefin von Galloway ermittelt.)

 

Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue. Neuausgaben und Taschenbuchausgaben natürlich ausgenommen.

 

Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Heyne Taschenbuch

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


TV-Tipp für den 2. April

April 2, 2008

ARD, 23.30

Deutschland im Visier (D 2008, R.: Christian Gramstadt, Markus Rosch)

Drehbuch: Christian Gramstadt, Markus Rosch

Dieses Mal geht es nicht um den islamistischen Terrorismus, sondern um „Das verborgene Netz der kalabrischen Mafia“ (Untertitel). Zu den Interviewpartnern der beiden Filmemacher gehört auch das „Engelsgesicht“ Giorgio Basile.

Wiederholungen

ARD, Donnerstag, 3. April, 03.15 Uhr (Taggenau!)

BR, Montag, 28. April, 23.40 Uhr

Das Erste zur Doku


Cover der Woche

März 31, 2008

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TV-Tipp für den 1. April

März 31, 2008

ZDF, 22.15

Neues aus der Anstalt

Nicht „April. April.“, sondern gutes Kabarett bieten Urban Priol, Georg Schramm, Hagen Rether, Olaf Schubert und Josef Hader.

Wiederholung: Mittwoch, 2. April, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

ZDF über „Neues aus der Anstalt“ (mit Informationen zu den Gästen und der Möglichkeit die Sendungen online anzusehen)


TV-Tipp für den 31. März

März 31, 2008

ZDF, 22.15

Catwoman (USA 2004, R.: Pitof)

Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris, John Rogers

LV: Charaktere von Bob Kane

Patience entdeckt eine Verschwörung, wird ermordet, erwacht als mit Superkräften ausgestattete Catwoman und rächt sich.

Der Film ist Müll der nicht unterhaltsamen Sorte. Aber Halle Berrys Auftritt bei den Razzies hat Größe. Denn sie gehört (siehe das YouTube-Video) zu den wenigen Gewinnern, die den ehrlich verdienten Preis für außergewöhnlich schlechte Leistungen persönlich abholte.

Mit Halle Berry, Benjamin Pratt, Sharon Stone, Lambert Wilson, Frances Conroy, Michael Massee

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film 

Film-Zeit über “Catwoman”


KrimiWelt-Bestenliste April 2008

März 30, 2008

Die KrimiWelt-Bestenliste für den April sieht so aus:

1          (2)       Robert Littell: Die Söhne Abrahams

2          (3)       Peter Temple: Shooting Star

3          (9)       Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

4          (-)        David Peace: 1983

5          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist

6          (-)        Andrew McGahan: Last Drinks

7          (-)        Lee Child: Sniper

8          (-)        Lawrence Block: Verluste

9          (-)        Michael Collins: Der Bestseller-Mord

10       (-)        Allan Guthrie: Abschied ohne Küsse

 

Die vielen Neueinsteiger wirbeln die Liste so richtig auf. Trotzdem kenne ich, bis auf drei, alle empfohlenen Krimis.

Robert Littells „Die Söhne Abrahams“ ist ein gutes Buch über den Israel-Palästina-Konflikt, das aber nicht die Qualität von „Die kalte Legende“ erreicht. Dafür ist die Geschichte dann doch zu bekannt und die beiden religiösen Fanatiker hauen sich ihre Thesen und Interpretationen der heiligen Schriften zu spannungslos um die Ohren. Peter Temples „Shooting Star“ ist ein traditioneller Privatdetektivroman, bei dem das Porträt der verkommenen Familie schwärzer als gewohnt ausfällt. David Peace schließt mit „1983“ sein Red-Riding-Quartett mit einem vielstimmigen Chor ab. „Stalins Geist“ von Martin Cruz Smith ist der neueste Renko-Roman und ein Porträt des heutigen Russland. Lee Child setzt mit „Sniper“ seine Jack-Reacher-Serie überaus spannend fort. Ein guter Thriller für eine schlaflose Nacht. Allan Guthries „Abschied ohne Küsse“ ist eines von drei auf Deutsch erschienenen Hard-Case-Crime-Büchern, bei denen Rotbuch zum Glück auch die Covergestaltung der Originale übernommen hat. Guthrie erzählt eine grimmige, schwarzhumorige Gangstergeschichte, in der ein des Mordes verdächtiger Geldeintreiber den Mörder seiner Tochter sucht (Noch witziger ist das Hard-Case-Crime-Buch „Flop“ von Ken Bruen und Jason Starr.). Lawrence Block erlebt derzeit in Deutschland eine gelungene Rückkehr mit dem Frühwerk „Abzocker“ (ebenfalls in der Hard-Case-Crime-Reihe) und dem blutigen Matthew-Scudder-Roman „Verluste“. In „Verluste“ hilft Scudder seinem Freund Mick Ballou und das geht nicht ohne ein gehöriges Maß an Gewalt und Toten ab.

 

In den Klammern ist die Platzierung vom Vormonat.


TV-Tipp für den 30. März

März 30, 2008

Arte, 22.35

Verbrechen in Florenz (D 2000, R.: Peter Goedel)

Drehbuch: Peter Goedel

Preisgekrönte Doku über die 2007 verstorbene Krimiautorin Magdalen Nabb.

Wiederholung: Freitag, 11. April, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku

Homepage von Magdalen Nabb

Krimiblog: Interview mit Magdalen Nabb

Krimi-Couch über Magdalen Nabb


TV-Tipp für den 29. März

März 28, 2008

3sat, 22.35

3sat extra: Tod

Zum Abschluss des Shakespeare-Programmschwerpunktes präsentiert 3sat eine etwas ziellose vierzigminütige Diskussion zwischen Krimiautorin Andrea Maria Schenkel, Schauspielerin Ulrike Folkerts, Intendant Claus Peyman und Ex-Soldat Steven E. Kuhn über den Tod bei Shakespeare und in der Gegenwart.

Die Diskussion kann bei 3sat online gesehen werden.


TV-Krimi-Buch-Tipps online

März 28, 2008

Mein aktueller Überblick über die in den kommenden vierzehn Tagen im TV laufenden Verfilmungen von Kriminalromanen ist online bei den Alligatorpapieren. Die schönen Bilder hat Alfred sich in den Tiefen des Internets geschnappt. In der Kriminalakte gibt’s die ersten Zeilen klickfrei:

Am 9. April feiert Jean-Paul Belmondo (seit zwanzig Jahren im Ruhestand) seinen 75. Geburtstag. Für die TV-Sender ist das ein Anlass, zahlreiche seiner Filme wieder einmal zu zeigen. „100.000 Dollar in der Sonne“, „Außer Atem“, „Elf Uhr nachts“ und die launige Actionkomödie „Der Boß“ gehören zu seinen guten Filmen. Außerdem empfehle ich Jean Beckers Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Ein mörderischer Sommer“ (mit Isabelle Adjani), Sam Peckinpahs Jim-Thompson-Verfilmung „Getaway“ (mit Steve McQueen), Don Siegels Walter-Wager-Verfilmung „Telefon“ (mit Charles Bronson), Carol Reeds schon länger nicht mehr gezeigte Graham-Greene-Verfilmung „Der dritte Mann“, Jean-Pierre Melvilles Joan-McLead-Verfilmung „Der eiskalte Engel“ (Kennt irgendjemand das Buch?), Joseph Sargent John-Godey-Verfilmung „Die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (Tony Scott dreht im Moment ein Remake) und selbstverständlich die beiden Elmore-Leonard-Verfilmungen „Schnappt Shorty“ und „Jackie Brown“.


Die Crimespree-Preisträger 2008

März 28, 2008

Das Crimespree Magazine hat die diesjährigen Preisträger des Crimespree Preises bekannt gegeben:

Favorite book of 2007

The Unquiet – John Connolly

Nominiert:

What The Dead Know – Laura Lippman

The Watchman – Robert Crais

Priest – Ken Bruen

Thunder Bay – William Kent Krueger

 

 

Best On-Going Series

Peter Robinson’s Inspector Banks

Nominiert:

Lee Child’s Jack Reacher

Ken Bruen’s Jack Taylor

John Connolly’s Charlie „Bird“ Parker

Barry Eisler’s John Rain

 

 

Favorite Anthology of 2007

Expletive Deleted – Jen Jordan, Editor

Nominiert:

A Hell of a Woman – Megan Abbott, Editor

Chicago Blues – Libby Hellman, Editor

 

 

Favorite Comics Writer of 2007

Brian Azzarello

Nominiert:

Ed Brubaker

Jason Aaron

Greg Rucka

Garth Ennis

 

 

Best first book of 2007

Sean Chercover-Big City Bad Blood

Nominiert:

Marcus Sakey – The Blade Itself (Der Blutzeuge)

Craig McDonald – Head Games

Stealing The Dragon – Tim Maleeny

Tom Schreck – On The Ropes

 

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!


Kurzmeldungen: Kuppler-Interview; Zwei geplante Verfilmungen

März 28, 2008

Herausgeberin Lisa Kuppler beantwortet im Krimiblog einige Fragen von Ludger Menke  zu den deutschen Hard-Case-Crime-Romanen (die sich im Layout zum Glück an die Originale halten und alle sehr empfehlenswert sind).

Es gibt Neuigkeiten zur geplanten Verfilmung von James Sallis Noir „Driver“: Neil Marshall ist als Regisseur dabei.

Ebenso zur geplanten Verfilmung von Barry Eislers John-Rain-Roman „Rain Fall“: Gary Oldman scheint mitzuspielen. Wahrscheinlich als einer der Gegner von Rain.


TV-Tipp für den 28. März

März 28, 2008

RBB, 00.00

Mein großer Freund Shane (USA 1953, R.: George Stevens)

Drehbuch: A. B. Guthrie jr., Jack Sher

LV: Jack Schaefer: Shane, 1949 (Mein großer Freund Shane)

Revolverheld Shane hilft einigen Siedlern gegen einen bösen Viehzüchter.

Ein Westernklassiker mit einem mythologischen Helden. Sowohl Roman als auch Film eroberten Publikum und Kritik im Sturm.

Mit Alan Ladd, Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde, Jack Palance, Ben Johnson, Elisha Cook jr.

Hinweis

Western-Autor Richard S. Wheeler über „Shane“ von Jack Schaefer

Wikipedia über „Mein großer Freund Shane“

Google-Books: „Shane. The Critical Edition“ (Herausgegeben von James C. Work, 1984)

Kirjasto über Jack Schaefer 

New York Times: Nachruf auf Jack Schaefer 


Verschiedens: Widmark gestorben, Hinweise auf Interviews, verschiedene Überlegungen zum Schreiben

März 27, 2008

R. i. P. Richard Widmark (26. Dezember 1914 – 24. März 2008 )

Gleich für sein Filmdebüt als durchgeknallter Gangster in „Der Todeskuss“ erhielt er eine Oscar-Nominierung. In den folgenden Jahrzehnten trat er in über siebzig Filmen auf. Seine bekanntesten sind „Die gebrochene Lanze“, „Der Garten des Bösen“, „Polizei greift ein“ (Pickup on South Street), „Der letzte Wagen“, „Der Schatz der Gehenkten“ (Sonntag, 30. März, SWR, 14.00 Uhr; Freitag, 11. April, HR, 00.00 Uhr [Taggenau]), „Alamo“, „Zwei ritten zusammen“, „Das Urteil von Nürnberg“, „Nur noch 72 Stunden“, „Mord im Orient-Express“, „Das Ultimatum“ und „Ein Aufstand alter Männer“.

Heute Abend zeigt Das Vierte um 20.15 die Alistair-MacLean-Verfilmung „Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis“ mit Widmark und weiteren bekannten Schauspielern.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online (kurz), ARD/Tagesschau (ausführlicher), FAZ (ausführlicher), Die Welt (von Gerhard Midding), und selbstverständlich der New York Times (von Aljean Harmetz).

Frank Göhre beantwortet im Krimiblog viele Fragen von Ludger Menke.

Wolfgang Rademann, der „Meister des Leichten“ (so der Titel des ausführlichen Interviews mit dem Macher der „Schwarzwaldklinik“ und des „Traumschiffs“), redet mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Woody Haut hat einen längeren Text über die vielen Elmore-Leonard-Verfilmungen geschrieben und warum die meisten nicht gut und nur wenige gut sind.

Der Verband der Drehbuchautoren hat den Podcast „Stichwort Drehbuch“ gestartet. Oliver Schütte und Frank Zeller wollen jeden Monat mit einem Drehbuchautor sprechen. Eine gute Idee. Auch die Homepage sieht gut aus. Aber die Ausführung bei dem ersten Teil – ein Gespräch mit Rainer Berg, dem Autor des Zweiteilers „Die Gustloff“ – erreicht auch mit viel Wohlwollen nicht einmal Amateurniveau. Denn einen so schlechten Ton habe ich seit ich seit ich weiß nicht wann nicht mehr gehört.

(Hm, und warum nur Töne und keine Bilder? Ich denke da zum Beispiel an diese schöne Seite/Sendung aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.)

Ken Levine gräbt einen alten Post „When to STOP writing“ aus (und erhält viele lesenswerte Kommentare).

John August denkt über die Motivationen seiner Charaktere nach (und erhält viele lesenswerte Kommentare).

David J. Montgomery gibt im Crime Fiction Dossier den noch nicht publizierten Autoren einige bedenkenswerte Ratschläge (und zahlreiche lesenswerte Kommentare bestätigen ihn).


TV-Tipp für den 27. März

März 27, 2008

Arte, 23.15

Die Pornografinnen (DK 2005, R.: Marita Neher)

Drehbuch: Marita Neher

Doku über Frauen, die mit ihren erotischen Fantasien den Porno-Markt aufbrechen. Neher porträtiert Pornodarstellerin und -produzentin Ovidie, Fotografin Natascha Merritt, Verlegerin Claudia Gehrke, Pornoregisseurin Petra Joy und die Herausgeberinnen eines Pornoheftes für Mädchen, Elke Kuhlen und Nicole Rüdiger, Herausgeberinnen von „Glück“.

Wiederholungen

Montag, 31. März, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 6. April, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Arte zur Doku


Ein Geschenk für „24“-Fans

März 26, 2008

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„24: Staffel 1 – 6 – Wettlauf gegen die Zeit“ von Michael Goldman richtet sich vor allem an Fans der bahnbrechenden TV-Serie mit Kiefer Sutherland als Jack Bauer. In jeder der bislang sechs Staffeln hat er 24 Stunden Zeit eine terroristische Bedrohung abzuwenden.

Das Innovative der von Joel Surnow und Robert Cochran erfundenen Serie bezieht sich auf zwei wichtige Elemente. Jede Folge dauert im US-amerikanischen Fernsehen mit Werbung genau eine Stunde. Jede Staffel hat 24 Folgen. Damit geschehen die Ereignisse in der Serie (mit gewissen Zugeständnissen) in Echtzeit. Besonders in der ersten Staffel verwandten die Macher viel Zeit darauf, die Fahrtzeiten möglichst genau zu berechnen – und Gespräche wurden deshalb bevorzugt über Handys geführt. Später wurde mit dieser Prämisse laxer umgegangen. Aber sie bleibt immer noch eine Herausforderung für das Schreiben der einzelnen Geschichten.

Während sich die Macher mit dieser Prämisse im Gegensatz zu anderen Serien sehr enge Fesseln anlegten, befreiten sie sich auf einer anderen Ebene von den traditionellen Fesseln. Denn in „24“ ist kein Charakter vor Schicksalsschlägen und dem Tod gefeit. So wissen die Zuschauer niemals, ob nicht ein sympathischer Charakter doch ein Bösewicht ist, und ob er die Folge überlebt. Im Gegenteil: die Macher scheinen nach dem Prinzip ‚Weil sie glauben, wir können das nicht tun, tun wir es’ vorzugehen.

So versucht Jack Bauer (die einzige Ausnahme von diesem Prinzip) in der ersten Staffel alles, um seine Familie zu retten. In den letzten Minuten des ersten Tages bringt Bauers Ex-Geliebte, Arbeitskollegin und Landesverräterin Nina Myers Bauers Frau Teri kaltblütig um. In den folgenden Staffeln – und Goldmans Buch zeigt dies eindrucksvoll – pflastern Leichen den Weg von Jack Bauer. In einer späteren Staffel brachten die „24“-Macher in den ersten Minuten der Auftaktfolge fast alle aus den vorherigen Tagen beliebten Charaktere um. Deshalb lesen sich die Charakterskizzen der CTU- und Regierungsmitglieder wie eine Ansammlung von Nachrufen, die viele der großen „24“-Momente wieder aufleben lassen: Tony Almeidas Liebe zu Michelle Dessler mit all ihren Höhen und Tiefen, seine fast tödliche Schussverletzung am dritten Tag, seine Geiselnahme am vierten Tag und Michelle Desslers Tod am fünften Tag; David Palmers Aufstieg zum Präsidenten der USA und sein anschließender Rückzug nach einer Wahlperiode; und sein wesentlich glückloserer Nachfolger Charles Logan, der noch während seiner Präsidentschaft als Verbrecher angeklagt wurde.

Auf mehrere Seiten werden in Goldmans Buch die CTU-Zentrale in Los Angeles, die CTU-Ausrüstung, die verschiedenen Aufenthaltsorte der Präsidenten und ihre Autos und Flugzeuge vorgestellt.

Fast die Hälfte des großzügig gelayouteten Buches wird für die kurze Vorstellung der bisherigen Staffeln verwendet. Jeder Tag wird auf jeweils zehn Seiten abgehandelt. Die zahlreichen Bilder aus der Serie wecken dabei Erinnerungen an die einzelnen Episoden.

Michael Goldmans reichhaltig illustriertes Werk ist mit den kurzen, prägnanten Texten eine wahre Fundgrube für „24“-Fans. Bis Pro Sieben im Frühsommer endlich den sechsten „24“-Tag zeigt, können „24“-Fans mit diesem Buch in Erinnerungen schwelgen und ihr möglichstes tun, nicht die Texte über den sechsten Tag zu lesen.  Wer dagegen die Serie noch nicht kennt, dürfte mit „24: Staffel 1 – 6 – Wettlauf gegen die Zeit“ ein großes Problem haben: das Buch enthält zahlreiche Spoiler – und ein großer Teil des Vergnügens beim ersten Sehen von „24“ ist, dass man nicht erahnt, was in den nächsten Minuten, geschweige denn Stunden, geschieht. Oder hätte irgendjemand geahnt, wie der erste Tag endet?

 

 

Michael Goldman: 24: Staffel 1 – 6 – Wettlauf gegen die Zeit

(übersetzt von Sebastian Pirling)

Panini Books, 2008

144 Seiten

29,95 Euro

 

Originalausgabe

24 – The ultimative guide

DK Publishing, 2007

 

Hinweise

DK Publishing über “24 – The ultimative guide” (mit einem Blick in das Buch)

Fox über „24“

Fox TV über „24“ (deutsche Seite, ziemlich umfangreich) 

„24“-Wiki (englisch) 

Fernsehserien über „24“

Deutsche „24“-Fanpage


TV-Tipp für den 26. März

März 26, 2008

SWR, 23.00

Der Saustall (F 1981, R.: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand

Hinweise

Mordlust über Jim Thompson

Kirjasto über Jim Thompson 

Crime Time über Jim Thompson