“No Time For Goodbye” von Linwood Barclay (Bantam)
“The Watchman” von Robert Crais (Simon & Schuster)
“The Ghost” von Robert Harris (Simon & Schuster)
“The Crime Writer” von Gregg Hurwitz (Viking)
“Trouble” von Jesse Kellerman (Putnam)
Bestes Debüt
“Interred With Their Bones” von Jennifer Lee Carrell (Dutton)
“Big City, Bad Blood” von Sean Chercover (William Morrow)
“From the Depths” von Gerry Doyle (McBook Press)
“Volk’s Game” von Brent Ghelfi (Henry Holt and Co.)
“Heart-Shaped Box” von Joe Hill (William Morrow)
Bestes Taschenbuch
“The Last Nightingale” von Anthony Flacco (Ballantine)
“A Thousand Bones” von P.J. Parrish (Pocket)
“The Midnight Road” von Tom Piccirilli (Bantam)
“The Queen of Bedlam” von Robert McCammon (Pocket)
“Shattered” von Jay Bonansinga (Pinnacle)
Einen herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten.
In allen Kategorien sind bekannte, teilweise übersetzte Namen vertreten. Klare Favoriten sehe ich nicht; auch weil in den vergangenen Jahren die Auswahl und Wahl der Preisrichter immer wieder überraschend war.
Bei den beiden vorherigen Thrillerfesten wurden auch ein Thrillermaster (Clive Cussler 2006, James Patterson 2007) ernannt und ein Preis für das beste Thrillerdrehbuch vergeben. Während ich fest mit einem weiteren Thrillermaster rechne, kann ich auf den Drehbuch-Preis gut verzichten. Denn gerade bei diesem Preis war die Auswahl doch sehr seltsam („The good shepherd“ als bester Thriller 2007?).
Braves Biopic über den Multimillionär Howard Hughes und sein Leben in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Gut gespielt, liebevoll ausgestattet, straf erzählt mit einem Blick auf die dunklen Seiten des Porträtierten, aber von Scorsese erwarte ich mehr.
Denn letztendlich ist „Aviator“ Ausstattungskino.
Mit Leonardo DiCaprio, Cate Blancett, Kate Beckinsale, John C. Reilly, Alan Alda, Jude Law, Alec Baldwin, Alan Alda, Ian Holm, Danny Huston, Gwen Stefani, Willem Dafoe,
Damals waren auch innerhalb des „Tatort“-Formats solche Einzelstücke möglich. Der selten gezeigter „Tatort“ zeigt den ganz normalen Arbeitstag eines Schutzpolizisten in einer großen Stadt. Polizeihauptmeister Rolfs erfährt, dass einige Gangster die Pelzgroßhandlung, in der seine Freundin arbeitet, überfallen wollen.
Allerdings gehört der in Frankfurt spielende Krimi „So ein Tag…“ nicht zu den besten Werken von Jürgen Roland.
Mit Klaus Löwitsch, Michael Schwarzmeier, Harald Dietl, Diana Körner, Günter Ungeheuer
Der Wolf – Das vermisste Mädchen (Dän/ Nor/D 2007, R.: Ulrik Imtiaz Rolfsen)
Drehbuch: Thomas Moldestad
LV: Gunnar Staalesen: Bitre Blomster, 1991 (Bittere Blumen)
Nun hat sich in Co-Produktion die Degeto auch Gunnar Staalesens Privatschnüffler Varg Veum angenommen. In dem ersten von bislang drei TV-Krimis soll Veum den spurlos verschwundenen Geliebten einer Politikerin finden.
Den zweiten Krimi mit Varg Veum, „Dunkle Geschäfte“, zeigt das Erste am Montag, nach dem Konstanz-„Tatort“ um 21.45 Uhr.
Mit Trond Espen Seim, Kathrine Fagerland, Bjørn Floberg
Das Schweigen der Lämmer (USA 1991, R.: Jonathan Demme)
Drehbuch: Ted Tally
LV: Thomas Harris: The silence of the lambs, 1988 (Das Schweigen der Lämmer)
FBI-Agentin Starling verfolgt einen Serienkiller und verliebt sich in den inhaftierten Hannibal Lecter.
Inzwischen schon ein Klassiker, der – zu Recht – etliche Oscars erhielt (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptrolle). Beim wiederholten Sehen fällt auf, wie wenig von den schockierenden Ereignissen wirklich zu sehen ist – und wie konservativ die Kameraführung ist. Achten sie auf die erste Begegnung von Jodie Foster und Anthony Hopkins. Da ist keine Bewegung überflüssig, kein Schnitt zuviel und es wird sich in jeder Sekunde auf das Drehbuch und die Schauspieler verlassen.
Hitchcock hätte der Film gefallen.
Mit Jodie Foster, Anthony Hopkins, Scott Glenn, Ted Levine
Neue Kriminalfilme gibt es diese Woche nicht. Aber dafür laufen die Verfilmung des besten Drehbuchs des Jahres (jedenfalls nach der Meinung der Oscar-Juroren) und ein Remake, für das ein bekannter Thrillerautor zur Feder griff, an.
Juno (USA 2007, R.: Jason Reitman)
Drehbuch: Diablo Cody
Heute startet die in den USA unglaublich erfolgreiche Komödie über einen schwangeren, rotzlöffeligen Teenager. Diablo Codys Drehbuch erhielt den Oscar für das beste Drehbuch.
Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons
Ein tödlicher Anruf (J/USA 2007, R.: Eric Valette)
Drehbuch: Andrew Klavan
LV: Yasushi Akimoto: Chakushin ari
Der Kritikerkonsens sagt: missglücktes Remake des eh nicht so tollen japanischen Horrorfilms „One missed Call“ (J 2003) von Takashi Miike über Teenager, die wenige Tage nach einem Handyanruf, der ihren Tod ankündigt, sterben. Bei Rotten Tomatoes erreicht der Film bei den Kritikern einen Frischegrad von „Null Prozent“. Das dürfte ein Rekord sein und veranlasste Andy Klein vom Los Angeles City Beat zu schreiben: its 0% Rotten Tomatoes rating is harsh enough to almost make me want to defend it. Almost.
Die zahlenden Zuschauer attestieren dem Werk an gleicher Stelle mit „Sechzehn Prozent Frische“ einen ähnlich verrotteten Zustand.
Für das amerikanische Remake schrieb Thrillerautor Andres Klavan das Drehbuch. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die auch verfilmten Romane „Ein wahres Verbrechen“ (True Crime, mit Clint Eastwood) und „Sag kein Wort“ (Don’t say a word, mit Michael Douglas).
Mit Edward Burns, Shannyn Sossamon, Azura Sky, Ray Wise
Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)
Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.
Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood.
Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)
„Feigling“ ist ein Comic, der nicht in die Hände von Kindern gehört. Brubaker erzählt in dem fulminanten Auftakt seiner neuen Serie „Criminal“, für die er 2007 mit dem renommierten Eisner-Award ausgezeichnet wurde, eine blutige Geschichte aus der düsteren Hardboiled-Welt der Profigangster.
Bereits der Prolog mit seinem meisterhaften Zusammenspiel von Leos illusionslosem Monolog und den dazugehörigen Bildern überzeugt. Während Leo vom Wert der Regeln erzählt, die ihm als Gangster ein Leben außerhalb des Gefängnisses ermöglichen, erzählen die Bilder von einem blutig misslingenden Überfall und der geglückten Flucht Leos.
Danach zieht Leo sich zurück. Denn während die anderen ihn wegen seinem vorsichtigen Agieren und sorgfältigen Planen der verschiedensten Varianten eines Coups und der Flucht, für einen Feigling halten, ist Leo nur vorsichtig. Lieber verschiebt er einen Überfall oder führt ihn, wenn ihm die Sache zu heiß erscheint, nicht durch, als dass er sich in einen Schusswechsel mit der Polizei verwickeln lässt. Oder mit den Worten des korrupten Cops Seymour: „Leo ist ein Feigling. Er geht dem Ärger nicht aus dem Weg, er rennt. Und so gut, wie er darin ist, Sicherheitslücken zu erkennen und Dinger zu planen, so gut ist er auch im verpissen.“
Fünf Jahre später fristet Leo ein Leben als kleiner Taschendieb. Da wird er von dem korrupten Polizisten Seymour zu einem neuen Raub erpresst. Er soll, zusammen mit anderen korrupten Cops, Diamanten im Wert von fünf Millionen Dollar aus einem Polizeitransporter stehlen. Leo macht, auch aufgrund von alten Verpflichtungen, mit. Er tüftelt einen sicheren Plan aus. Doch schon während des Überfalls versuchen die Polizisten ihn umzubringen.
Leo, der wie immer noch einen weiteren Fluchtplan gemacht hat, kann mit der Beute fliehen. Doch der Gangsterboss Roy-L.T., die korrupten Cops um Seymour und die gesamte Polizei sind ihm auf den Fersen. Denn in dem Laster waren keine Diamanten, sondern Roys Rauschgift.
Um selbst zu überleben und die Menschen zu beschützen, die ihm wichtig sind, muss Leo gegen „die Regeln, die einem Freiheit garantieren“ verstoßen.
Und wohin ein Verstoß gegen die Regeln führt, hat bereits der Prolog drastisch verdeutlicht. Gefängnis oder Tod im polizeilichen Kugelhagel. Leo, der Gewalt verabscheut, will weder das eine noch das andere. Aber nur mit einer Pistole in der Hand hat er eine Chance zu überleben.
Das von Ed Brubaker in „Criminal“ entworfene Universum erinnert Genrefans zuerst an die kalte Welt des von Donald E. Westlake unter dem Pseudonym Richard Stark erfundenen Profigangsters Parker. Denn alles, was über Leo gesagt wird, kann auch über Parker gesagt werden. Bis auf zwei Punkte: Parker hat absolut keine freundschaftlichen Gefühle und Parker wendet Gewalt an, wenn er so seine Ziele besser erreichen kann. Der Rest – die vollkommen korrupte Welt, der Codex der Berufsverbrecher, die fatalen Fehler der Amateure, die Dummheit vieler Verbrecher, die alltägliche Gewalt – ist aus Parkers Welt bekannt.
Auf dieser Folie entwirft Ed Brubaker eine Geschichte, die einerseits die Genrekonventionen befolgt, andererseits bereits mit kleinen Änderungen für willkommene Überraschungen sorgt. Denn Leo ist viel menschlicher als Parker. Er
pflegt seinen an Demenz erkrankten Vaterersatz. Er hilft einer Freundin. Er hat sogar ziemlich gute Kontakte zu einer Polizistin, mit der er gemeinsam die Schule besuchte. Und weil er ihnen helfen will, bricht er seine Regeln.
„Feigling“ ist nach der „Sleeper“-Serie eine weitere Zusammenarbeit von Ed Brubaker und Sean Phillips. Brubaker gewann 2007 den Eisner und Harvey Award als bester Autor. In den vergangenen Jahren schrieb er für DC/Vertigo das Sandman-Spezial „Prez“ und die „Gotham City“-Serie aus dem Batman-Kosmos. Bei Marvel übernahm er die Serien „Captain America“ und „Daredevil“.
Der britische Zeichner Sean Phillips begann seine Karriere bei dem Magazin „2000AD“ und der Serie „Judge Dredd“. In den USA zeichnete er für DC/Vertigo „Hellblazer“, für DC/WildStorm „Sleeper“ und für Marvel „Marvel Zombies“.
Der zweite Criminal-Band „Lawless“ ist in den USA bereits veröffentlicht. In Deutschland kündigt Panini Comics für Juli „Das Schaf im Wolfspelz“, den ersten Band der „Sleeper“-Serie von Ed Brubaker und Sean Phillips, an.
Einer der ganz großen der Science-Fiction-Literatur starb in der Nacht zum Mittwoch an einem Atemproblem. Sein bekanntestes Werk ist das zusammen mit Stanley Kubrick geschriebene Drehbuch zu dem Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“. Daneben schrieb er zahlreiche Sachbücher, S-F-Romane, Kurzgeschichten (einige mit Krimi-Touch) und gab etliche Anthologien heraus.
Der Drehbuchautor und Regisseur ist vor allem bekannt für seine Literaturverfilmungen: „Der englische Patient“, „Unterwegs nach Cold Mountain“ und die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“. Vor seinen Kinofilmen drehte er auch drei Folgen für die britische Krimiserie „Inspector Morse“; die in Deutschland nie gezeigte Serie mit John Thaw basiert auf den Romane von Colin Dexter. Zuletzt verfilmte er für HBO „The No. 1 Ladies Detective Agency“ (nach den Romanen von Alexander McCall Smith).
„Marnie“ ist – nach mehreren Klassikern –ein schwacher Hitchcock, der von der damaligen Kritik ziemlich verrissen wurde. Sean Connery bewies allerdings schon zu Bond-Zeiten seine Lust auf ungewöhnliche Rollen: der Geheimagent ihrer Majestät als Weichei.
„Marnie ist Hitchcocks Phantasie über das kleine Kind in der Frau und über den Züchtigungswahn der Männer. Auch ein Experiment damit, wie sehr das Freudsche Sozialisierungsmodell taugt für den Rahmen eines Suspense-Thrillers, in dem es anscheinend nur um die Auflösung kindlicher Traumata geht (die zu Verwirrung bei Rot/Weiß-Wahrnehmungen, zu Alpträumen bei nächtlichen Klopfgeräuschen, zu Angstzuständen bei Gewittern führen). Im Grunde aber handelt der Film von den Stadien eines permanenten Schocks auf der einen Seite, die in ständige Transfers in andere Identitäten münden, und von der systematischen Manipulation einer Abhängigen, mal mit Gewalt, mal mit sadistischer Verzögerung zelebriert.“ (Norbert Grob in Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen [Hrsg.]: Alfred Hitchcock, 1999)
Geheimauftrag Kidnapping (GB 2007, R.: Dan Edge, Stephen Grey)
Drehbuch: Dan Edge, Stephen Grey
Doku über die CIA-Praxis des illegalen Verschleppens von Terrorverdächtigen nach dem 11. September in unbekannte Foltergefängnisse irgendwo auf dem Globus. Die US-amerikanische Regierung hält das Rendition-Programm für ein notwendiges Übel um den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen. Die beiden Dokumentarfilmer glauben, dass das Rendition-Programm die Rekrutierung islamistischer Terroristen erleichtert.
Wiederholung: Dienstag, 1. April, 05.00 Uhr (Taggenau!)
Okay, not really. But what if, instead of having been founded 50 books ago, Hard Case Crime had been founded 50 years ago, by a rascal out to make a quick buck off the popularity of pulp fiction? Such a fellow might make a few enemies—especially after publishing a supposed non-fiction account of a heist at a Mob-run nightclub, actually penned by an 18-year-old showgirl. With both the cops and the crooks after them, our heroes are about to learn that reading and writing pulp novels is a lot more fun than living them…
Eine Möglichkeit andere Krimifans zu treffen bietet die diesjährige Criminale vom 16. bis zum 20. April in Wien. Inzwischen ist das Programm online.
Die Western Writers of America (WWA) hat ihre diesjährigen Spur Awards verliehen. Die meisten Autoren dürften, schließlich werden Western kaum ins Deutsche übersetzt, hier gänzlich unbekannt sein. Nur der Mann, der den Preis für sein Lebenswerk (Owen Wister Award for Lifetime Contribution)bekommen hat, ist auch bei Krimifans ein alter bekannter: Tony Hillerman. Er schreibt die Serie um die beiden Navajo-Polizisten Joe Leaphorn und Jim Chee. WWA-Präsident Cotton Smith sagt: “Tony Hillerman is truly a national treasure, bringing all of us wonderful stories of the modern West while giving us memorable glimpses of the distinctive ways of the Navajo Nation.”
die story: War made easy – Wie Amerikas Präsidenten lügen (USA 2007, Loretta Alper, Jeremy Earp)
Drehbuch: Loretta Alper, Jeremy Earp
Hochgelobte Doku über US-Präsidenten und ihr, wenn es um Krieg und Frieden geht, laxes Verhältnis zur Wahrheit. Die Filmemacher analysieren die immergleichen Methoden, mit denen die Präsidenten zuerst die willigen Journalisten und dann ihr Volk kriegsbereit machten.
Die deutsche Fassung wurde um eine halbe Stunde gekürzt.
1870: Bandit McQueen flieht vor dem Gesetz und früheren Kumpels in die Berge.
„Vogelfrei“ ist die Western-Adaption von Burnetts Gangster-Roman „High Sierra“, den Walsh bereits 1941 mit Humphrey Bogart verfilmte und für Bogart ein wichtiger Schritt in seiner Karriere hin zu einem Hauptdarsteller war.
Der Western „ist die beste Filmversion des Stoffes, und die Schlußszenen mit dem Tod des Liebespaares gehören zum Besten, was Walsh je gedreht hat.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)
Drehbuch: Ennio De Concini, Roberto Faenza, Hugh Fleetwood
LV: Hugh Fleetwood: The Order of Death, 1976
Der harte, korrupte Cop O’Connor hat in seinem illegal erworbenen Nobelapartment einen ungebetenen Gast: einen jungen Mann, der behauptet ein gesuchter Polizistenmörder zu sein.
Ein unterschätztes Psychoduell zwischen Harvey Keitel, der für diese Rolle unter anderem zwei Monate bei der New Yorker Polizei verbrachte und die als Vorstudie für „Bad Lieutenant“ gesehen werden kann, und dem Straßenpunk John Lydon. Er ist bekannter als Johnny Rotten von den Sex Pistols und spielte hier seine einzige Hauptrolle.
Copkiller „erscheint wie eine böse funkelnde Parabel auf den Niederang des ‚neuen’ Kleinbürgertums mit seinen ebenso rasch erworbenen wie wieder verlorenen Ansprüchen, auch wenn das Geschehen in ein eher abstrakt gezeichnetes Amerika verlegt wurde.“ (Georg Seesslen: Copland)
Die Musik ist von Ennio Morricone.
Mit Harvey Keitel, John Lydon, Nicole Garcia, Leonard Mann
Bei den Alligatoren sind meine TV-Krimi-Buch-Tipps für die Ostertage online. Alfred hat den Text gnadenlos zugebildert (Danke!) und so bleibt mir nur noch der Hinweis auf diese Seite. Denn in der Kriminalakte gibt es nur den groben Überblick:
Über die Osterfeiertage lassen sich die Sender nicht lumpen und sie erfreuen den Krimifan mit zahlreichen Wiederholungen bekannter Ermittler.
Neben den üblichen Verdächtigen gibt es auch den Auftritt eines neuen Ermittlers. Gunnar Staalesens Varg Veum ermittelt jetzt im Fernsehen als „Der Wolf“. „Das vermisste Mädchen“ und „Dunkle Geschäfte“ heißen die ersten beiden Fälle. Und Peter Jacksons „King Kong“-Remake läuft im Fernsehen. Edgar Wallace schrieb für diesen Tierfilm ein Treatment.
Michael Caines fünfundsiebzigster Geburtstag am 14. März wird von einigen Sendern zum Anlass genommen, einige seiner Filme wieder zu zeigen. Die Auswahl aus seinen über hundert Filmen beschränkt sich auf die allseits bekannten, oft wiederholten Werke. Aber „Ipcress – Streng geheim“, „Genie und Schnauze“ und „Der stille Amerikaner“ sind auch einen zweiten Blick wert.
Ebenfalls einen zweiten Blick wert sind Gary Fleders John-Grisham-Verfilmung „Das Urteil – Jeder ist käuflich“, Roberto Faenzas selten gezeigte Hugh-Fleetwood-Verfilmung „Copkiller“ (mit Harvey Keitel und Johnny Rotten), Rainer Werner Fassbinders Cornell-Woolrich-Verfilmung „Martha“, Raoul Walshs W.-R.-Burnett-Verfilmung „Vogelfrei“ (er verlegte den Krimi „High Sierra“ in den Wilden Westen), Martin Scorseses Paul-Schrader-Verfilmung „Taxi Driver“ (okay, das ist nur ein Drehbuch), John McTiernans Roderick-Thorp-Verfilmung „Stirb langsam“ (die ersten beiden Fortsetzungen werden auch gezeigt), Stephen Frears Jim-Thompson-Verfilmung „The Grifters“ (nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake), Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung „Der Saustall“ und Jonathan Demmes Thomas-Harris-Verfilmung „Das Schweigen der Lämmer“.
Wer die vergangenen Wochen die Hitchcock-Filme und „Am Rande der Nacht“ verpasste, hat jetzt eine zweite Chance.
Die Macher der Krimiwelt präsentieren nicht nur jeden Monat eine Bestenliste mit zehn empfehlenswerten Krimis, sondern auch jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse eine Liste mit den zehn besten, im deutschsprachigen Raum veröffentlichten Kriminalromanen. Diese sind:
Bei der Präsentation in der sonnendurchfluteten Glashalle war ich nur vom ersten und letzten Platz überrascht. Dass James Sallis mit „Driver“ auf den ersten Platz kommt, hätte ich nicht erwartet. Dass Andrea Maria Schenkel nach dem allgemeinen Lob und einer zweimaligen Platzierung auf dem ersten Platz der Monatsliste nur auf den letzten Platz kommt, hatte ich ebenfalls nicht erwartet. Ich hätte sie, weil die Jahresbestenliste eine Auswahl der Monatsbestenliste ist, auf einem der vorderen Plätze erwartet. Doch sie ist das im Rückblick: einige hochgelobte Bücher sind doch nicht so gut, einige weniger gelobte sind besser.
Etwas überrascht hat mich das Fehlen von Martin Cruz Smith und seinem neuesten Roman „Stalins Geist“. Denn von dem im Dezember erschienenen Roman scheinen die Krimiwelt-Kritiker stockbesoffen vor Begeisterung zu sein. Damit gehört er doch eigentlich, wie der wenige Wochen früher erschienene Rebus-Roman „Im Namen der Toten“ von Ian Rankin in das vergangene Jahr und nicht in dieses Jahr.
Das ist ein ausgezeichnet Beispiel für mein Bevorzugen von US-amerikanischer und englischer Krimiware gegenüber deutscher:
STARK
Sie standen Wilson nahe?
ZINGER (Investmentberater)
Was heißt nah? Wir hatten beruflich miteinander zu tun. Als er nach Berlin kam haben wir uns kennen gelernt – und angefreundet. Ja.
RITTER
Was heißt beruflich?
ZINGER
Ted ist die Nr. 1 einer internationalen Kapitalanlagegesellschaft, Blue Mountain Invest, die auch hier in Berlin aktiv ist.
RITTER
Und was treibt Blue Mountain Invest so in Berlin?
ZINGER
Wir bereiten eine Übernahme vor.
STARK
Was heißt „wir“? Arbeiten Sie denn auch für diese Gesellschaft?
ZINGER
Nicht direkt. Ich bin Scout.
RITTER
Das müssen Sie mir mal erklären.
ZINGER
Also, ein Scout nimmt Firmen unter die Lupe. Analysiert deren wirtschaftliche Situation. Und wenn er eine Firma findet, die reif für eine Übernahme ist, dann bietet er sie einem Investmentfonds an. Hedge-Fonds oder Private Equity, wenn Sie davon schon mal gehört haben.
Ich würde jeden Satz dieses Auszuges aus dem Drehbuch von Hartmann Schmige für den neuen RBB-Tatort „Tod einer Heuschrecke“ mit den Kommissaren Till Ritter und Felix Stark ändern. Wenn ich allerdings während des Sehens mit dem Redigieren beschäftigt bin, kann ich nicht in den Film eintauchen.
Bevor Dominic Purcell den „Prison Break“ machte, stand er am „3-Way“
Pro 7, 01.00
3-Way(USA 2004, R.: Scott Ziehl)
Drehbuch: Russell P. Marleau
LV: Gil Brewer: Wild To Possess, 1959 (Mord ohne Mörder)
Bevor die Polizei Lew wegen des Todes seiner Frau verhören kann, flüchtet er in eine Kleinstadt. Dort belauscht er ein Paar bei der Planung einer Entführung. Lew denkt, er könne seinen Schnitt machen.
Bestenfalls solider Noir.
Mit Dominic Purcell, Ali Larter, Dwight Yoakam, Gina Gershon
13 Tzameti (Frankreich/Georgien 2005, R.: Géla Babluani)
Drehbuch: Géla Babluani
In die Hände des jungen georgischen Emigranten Sébastien gerät ein geheimnisvoller Brief, der alle seine finanziellen Probleme beseitigen kann. Er folgt den im Brief stehenden Anweisungen.
Ein in stilvollem Schwarzweiß gedrehtes Noir-Debüt, das auf verschiedenen Festivals Preise erhielt, aber beim Fantasy Filmfest nicht so gut ankam. Jörg Buttgereit ist jedenfalls nicht begeistert: „Der Film wirkt wie eine überambitionierte Arthouse-Version von Eli Roths Schlachteplatte ‚Hostel’. Ein aufwendiges Hollywood-Remake mit Starbesetzung ist bereits angekündigt. Vielleicht ausnahmsweise mal eine gute Idee.“ (tip 6/2008) Etliche andere Kritiker finden die Story zwar auch nicht so toll, aber die Bilder und den Film insgesamt schon sehenswert
Die Berliner können heute in der Kulturbrauerei um 20.30 Uhr die Deutschlandpremiere mit den Hauptdarstellern genießen.