Neu im Kin/Filmkritik: Senta Berger füllt „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Januar 30, 2026

Nein, Senta Berger ist nicht Inge Birkmann. Aber nach Simon Verhoevens neuem Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ glaubt man es. Auch, dass Senta Berger in einem „Derrick“-Krimi mitspielte. Das tat sie nie. Sie spielte als Gaststar in „Solo für O.N.C.E.L.“ und „Ihr Auftritt, Al Mundy“ mit. Inge Birkmann dagegen spielte in mehreren „Derrick“-, „Der Kommissar“- und „Der Alte“-Folgen mit. Vor allem spielte sie Theater. Von 1968 bis 1979 unterrichtete sie auch an der Otto-Falckenberg-Schule Schauspiel.

Auf diese Schule bewirbt sich Joachim Meyerhoff Ende der achtziger Jahre. Er zieht aus Norddeutschland nach München und kommt bei seinen Großeltern, der schon erwähnten Inge Birkmann und ihrem Ehemann, dem Philosphieprofessor Hermann Krings, unter. Diese führen zu dem Zeitpunkt in ihrer Villa ein gut eingespieltes Leben zwischen Außenstehende teils seltsam anmutenden Routinen und erhöhtem Alkoholkonsum, der über den ganzen Tag verteilt wird. Meyerhoff bewirbt sich an der Otto-Falckenberg-Schule. Er wird genommen und veröffentlichte 2015 seinen semiautobiographischen Roman „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, den Senta Bergers Sohn Simon Verhoeven jetzt verfilmte und dabei die Grenzen zwischen realer Biographie, Meyerhoffscher Autofiktion und eigener Erfindung weiter verwischte.

In dem fast hundervierzigminütigem Film pendelt die Filmgeschichte, ungefähr zu gleichen Teilenm, zwischen Joachims gemeinsamen Abenden mit seinen Großeltern und seiner Ausbildung zum Schauspieler, die er betont unlustig angeht. Er erscheint unvorbereitet zur Aufnahmeprüfung, verweigert später durchgehend die Mitarbeit und wird doch weiter gefördert, weil seine Lehrer in diesem jungen Mann, dem der begehrte Platz an der Schauspielschule anscheinend vollkommen egal ist, ein außerordentliches Talent erblicken. Die Schauspielausbildung verkommt zu einer anekdotischen, schnell langweilenden Abfolge von Improvisationsübungen, in denen sie eine Nudel darstellen sollen oder eine Rolle wie ein Nilpferd spielen sollen. Das mag für einen Lacher gut sein und das sind auch genau die Anekdoten, die man als Studierender seinen nicht studierenden Schulfreunden in der Provinz beim Bier in der Kneipe erzählt. Aber diese Anekdoten verraten nichts über die Ausbildung zum Schauspieler, verschiedene Auffassungen vom Schauspiel und dem Umgang mit verschiedenen Interpretationen von klassischen und modernen Stücken. Sie verraten auch nichts über die bei einem Studium vorhandenen Zweifel und dem Scheitern an Aufgaben, die man später meistert. Seine Mitstudierenden, die ungleich engagierter an die Ausbildung herangehen und die seine Konkurrenten sind, bleiben austauschbare Staffage. Da wäre in der Zeit, die wir im Film mit ihnen verbringen, mehr drin gewesen.

Gelungener sind Joachims Erlebnisse bei seinen Großeltern, die als seit Ewigkeiten gut aufeinander eingespieltes Ehepaar ihre Rituale pflegen. Dazu gehört vor allem der Konsum von Alkohol und das Ausstellen ihrer allumfassenden Bildung. Das ist vergnüglich, teils sogar lehrreich und ist auch für einige Lacher gut. Aber irgendwann erschöpft es sich in dem „Noch ein Glas. Prösterchen“-Trinkritual vor, während und nach dem gemeinsamen Fernsehabend und der Lebensberatung für ihren jugendlichen Gast.

Als rudimentäre Klammer kann „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ als eine Entwicklungsgeschichte gesehen werden. Am Filmanfang wird Joachims Bruder beerdigt. Er ist von diesem plötzlichen Tod erschüttert, zieht ans andere Ende von Deutschland und beginnt ein Studium, das möglichst weit von den Wünschen seiner Eltern entfernt ist. Am Filmende verarbeitet Joachim diesen Tod, der während des gesamten Films keine Rolle spielte, und er wird schwuppdiwupp zum Schauspieler. Das gelingt ihm, indem er vor seinen Mitstudierenden herzergreifend einen Song singt, der bis dahin in der Filmgeschichte nicht weiter wichtig war, der aber für ihn und seinen Bruder wichtig war. Er muss auch von seinen Großeltern Abschied nehmen. Kurz: er wird vom Kind zum Mann.

Diese irgendwann in den späten achtziger, frühen neunziger Jahren in einem mentalem Vor-Mauerfall-Westdeutschland spielende Entwicklungsgeschichte ist allerdings vergraben unter Kurzauftritten bekannter Schauspieler und unzähligen Anekdoten, über die man nach dem Film redet. Das ist für 137 Filmminuten einfach zu wenig.

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Deutschland 2026)

Regie: Simon Verhoeven

Drehbuch: Simon Verhoeven

LV: Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, 2015

mit Senta Berger, Bruno Alexander, Michael Wittenborn, Laura Tonke, Devid Striesow, Katharina Stark, Tom Schilling, Johann von Bülow, Moritz Treuenfels, Victoria Trauttmansdorff, Anne Ratte-Polle, Friedrich von Thun, Karoline Herfurth

Länge: 137 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Moviepilot über „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Wikipedia über „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

Meine Besprechung von Simon Verhoevens „Unfriend“ (Deutschland 2015)

Meine Besprechung von Simon Verhoevens „Alter weißer Mann“ (Deutschland 2024)


TV-Tipp für den 30. September: Tatort: Vorstadtballade

September 29, 2025

BR, 20.15

TATORT: Vorstadtballade (Deutschland 2004)

Regie: Martin Enlen

Drehbuch: Rorbert Hültner

In einer Kneipe im Münchner Schlachthofviertel geschieht ein Mord. Die Kommissare Batic und Leitmayr mischen sich unter die Stammtischler.

Für diesen Tatort mit dem vorzüglichen Münchner Team schrieb der Glauser- und Deutschen-Krimi-Preisträger Hültner das Buch. Das Ergebnis ist ein angenehm altmodischer Tatort, der sich viel Zeit für seine intensive Milieuzeichnung nimmt. Denn das Ende ist sehr vorhersehbar.

Mit Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Michael Fitz, Franz Buchriesner, Anna Brüggemann, Ernst Stankovski, Johann von Bülow

Hinweise

Wikipedia über „Tatort: Vorstadtballade“ und Robert Hültner

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Robert Hültner

Meine Besprechung von Robert Hültners „Ende der Ermittlungen“ (2007)

Meine Besprechung von Robert Hültners „Am Ende des Tages“ (2013)


TV-Tipp für den 4. September: Nach fünf im Urwald

September 3, 2025

BR, 22.45

Nach fünf im Urwald (Deutschland 1995)

Regie: Hans-Christian Schmid

Drehbuch: Michael Gutmann, Hans-Christian Schmid

Nach einer aus dem Ruder gelaufenen Party hat die 17-jährige Anna (Franka Potente) Hausarrest. Weil sie in München an einem Casting teilnehmen will, haut sie ab. Ihre Eltern suchen sie.

Äußerst gelungene Komödie über Kinder und ihre Eltern.

mit Franka Potente, Axel Milberg, Dagmar Manzel, Farina Brock, Sibylle Canonica, Peter Ender, Thomas Schmauser, Johann von Bülow

Hinweise

Filmportal über „Nach fünf im Urwald“

Wikipedia über „Nach fünf im Urwald“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hans-Christian Schmids „Sturm“ (Deutschland/Dänemark/Niederlande 2009)

Meine Besprechung von Hans-Christian Schmids „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ (Deutschland 2022)


TV-Tipp für den 9. Februar: Der gute Bulle: Heaven can wait

Februar 8, 2024

Arte, 20.15

Der gute Bulle: Heaven can wait (Deutschland 2024)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

TV-Premiere. Vierter Einsatz des ‚guten Bullen‘: Hauptkommissar Fredo Schulz (Armin Rohde) hat Krebs und, ohne Behandlung, nur noch drei Monate zu leben. Anstatt ins Krankenhaus zu gehen, stürzt er sich in seinen nächsten Fall. Ein Sicherheitsmann wurde vor einem Wohnblock erschossen. Bei seinen Ermittlungen trifft Fredo auf alte Bekannte und wird in einen Clankrieg verwickelt.

Wahrscheinlich (ich habe den Krimi noch nicht gesehen) gewohnt gute und kurzweilige Unterhaltung von Lars Becker.

mit Armin Rohde, Sabin Tambrea, Johann von Bülow, Nele Kiper, Sabrina Amali, Husam Chadat, Yasmina Djaballah, Mo Issa, Anica Dobra

Hinweise

Arte über den Film

Wikipedia über Lars Becker

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Tár“ – euphorische Kritiken, viele Preise und bald auch einige Oscars?

März 3, 2023

Neben Steven Spielbergs „Die Fabelmans“ (der nächste Woche in Deuschland anläuft) ist Todd Fields „Tár“ der Film, der international schon seit Monaten allgemein abgefeiert und diskutiert wird. Außerdem steht das Drama, neben „Die Fabelmanns“, auf etlichen Nominierungslisten. So sind beide Filme in den Kategorien bester Film, beste Regie und bestes Drehbuch für den Oscar nominiert. Cate Blanchett ist als beste Hauptdarstellerin nominiert. Ebenso Michelle Williams für ihr Spiel in „Die Fabelmans“.

Blanchett spielt Lydia Tár, eine hochgelobte, international geachtete und bekannte Dirigentin, Pianistin, Komponistin und, mit verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Engagements, eine hoch respektierte Person der Klassikwelt und des öffentlichen Lebens. Sie ist auch die erste Chefdirigentin eines großen deutschen Orchesters.

Jetzt will sie Gustav Mahlers Fünfte Sinfonie mit ihrem Orchester, den Berliner Philharmoniker, neu interpretieren und aufnehmen. Dann hätte sie mit einem Orchester alle Mahler-Sinfonien aufgenommen. Diese Proben für das Stück bilden über einen großen Teil des fast dreistündigen Films einen roten Faden, der all die Episoden und Ereignisse aus dem Leben der Dirigentin zusammenhält. Mit der Aufführung der Mahler-Interpretation könnte der Film dann zu Ende sein. Aber nach der aus dem Ruder laufenden Premiere in Berlin folgt nicht der Abspann, sondern ein vollkommen neuer Abschnitt aus Lydia Társ Leben. Dieser Teil ist deutlich schwächer, viel zu lang geraten und letztendlich, vor allem in der Länge, überflüssig.

Bis zur Aufführung ihrer Mahler-Interpretation in Berlin erzählt Field, wie Lydia Tár arbeitet und wie sie mit anderen Menschen umgeht. Sie ist, das wird schnell klar, ein egozentrischer, andere Menschen hemmungslos manipulierender Mensch, der sich seiner Macht bewusst ist und sie jederzeit bedenkenlos bei der Arbeit und im Privatleben einsetzt und dabei auch Berufliches und Privates miteinander vermischt. So lebt sie in einer festen Beziehung mit ihrer Konzertmeisterin Sharon Goodnow (Nina Hoss) und ihrer Adoptivtochter lebt. Trotzdem hat sie keine Probleme damit, bei der Arbeit Affären zu beginnen, aus denen mehr entstehen kann. Tár ist ein Ego-Shooter und das weibliche Pendant zu einem Alpha-Mann.

Das ging über viele Jahre gut. Doch jetzt, zwischen den hohen Ansprüchen an sich selbst und dem veränderten Klima zeigen sich erste Risse. Denn die Zeit, als unter dem Label „Geniekult“ alles akzeptiert wurde, ist vorbei.

Field präsentiert dies in einer Abfolge von Szenen, die auf den ersten Blick einfach nur eine Abfolge ziemlich unverbundener Ereignisse zwischen der Ankündigung einer Mahler-Interpretation und der Aufführung dieser Interpretation sind.

Erst bei der Premiere in Berlin fügen sich die einzelnen, sich teilweise quälend lang hinziehenden Szenen zu einem Gesamtbild zusammen und es gibt rückblickend zwei beeindruckend konsequent durchgezogene Spannungsbögen. Der eine erzählt, quasi als Horrorfilm, den Zusammenbruch einer Künstlerin. Der andere erzählt von Macht, wie sie angewendet wird, welche Auswirkungen das auf die manipulierten Betroffenen hat (die teils selbst Täterinnen sind) und wie eben dieses Herrschaftssystem immer stärker gefährdet ist. Denn Tár erkennt zwischen #metoo, Cancel Culture und neuen Ansprüchen und Sensibilitäten von Minderheiten und Betroffene nicht mehr, wo und wie ihre Position gefährdet ist. Auch weil die Betroffenen, vermeintlich und echt, manchmal vielleicht auch übersensibel, sich zu Wort melden. Andere Betroffene spielen das Spiel mit. Und Regisseur Todd Field hält sich mit allzu eindeutigen Bewertungen zurück.

Dieser Teil der Charakterstudie ist, wie eine Symphonie, ein in sich geschlossenes Werk, das in einem kurzen Zeitraum (den Proben) an einem Ort (Berlin) spielt. Daran schließt sich die, nun, Zugabe an. Sie ist ein in Asien spielendes Potpourri, das man genausogut hätte weglassen oder, wenn man unbedingt einen „Was danach geschah“-Epilog möchte, auf ein, zwei Minuten hätte kürzen können.

Durch seine Machart ist „Tár“ ein sehr sperriges, oft dröges, deutlich zu lang geratenes Arthaus-Psychodrama mit vielen Berlin-Bildern, einem satirisch überspitzten Einblick in den Klassik-Betrieb, viel klassischer Musik und einer schauspielerischen Tour de Force für Cate Blanchett, die hier ein ziemliches Ekelpaket spielt.

Tár (Tár, USA 2022

Regie: Todd Field

Drehbuch: Todd Field

mit Cate Blanchett, Nina Hoss, Noémie Merland, Adam Gopnik, Julian Glover, Mark Strong, Sophie Kauer, Allan Corduner, Marie-Lou Sellem, Leonard Bernstein, Johann von Bülow

Länge: 159 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Tár“

Moviepilot über „Tár“

Metacritic über „Tár“

Rotten Tomatoes über „Tár“

Wikipedia über „Tár“ (deutsch, englisch)

In den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Q&As zum Film mit Regisseur/Autor Todd Field, Hauptdarstellerin Cate Blanchett und weiteren am Film beteiligten Personen wie Nina Hoss (die Freundin von Lydia Tár im Film) und der Komponistin Hildur Guðnadóttir. Hier die „New York Film Festival“-Pressekonferenz:


TV-Tipp für den 7. Juni: Der gute Bulle

Juni 6, 2022

3sat, 20.15

Der gute Bulle (Deutschland 2017)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Fredo Schulz, der titelgebende ‚gute Bulle‘, ist Alkoholiker und nach einem Angriff auf eine mutmaßlichen Kindermörder suspendiert. Da verschwindet ein weiteres Kind und es könnte sein, dass der Täter auch für die vorherigen Taten verantwortlich ist. Fredo will den Täter unbedingt überführen.

Fulimanter Auftakt von Lars Beckers zweiter (bzw. wenn man die „Unter Feinden“-Filme ebenfalls als Krimireihe begreift dritten) Krimireihe. Im Gegensatz zu seinen erfolgreichen „Nachtschicht“-Filmen spielen die „Guter Buller“-Filme in Berlin und sind etwas ernster. Armin Rohde spielt in beiden Serien die Hauptrolle.

mit Armin Rohde, Edin Hasanovic, Nele Kiper, Axel Prahl, Melika Foroutan, Max Simonischek Gaby Dohm, Thomas Heinze, Mark Keller, Johann von Bülow

Hinweise

Wikipedia über „Der gute Bulle“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte

Wikipedia über „Der gute Bulle“


TV-Tipp für den 8. April: Elser

April 7, 2022

3sat, 20.15

Elser (Deutschland 2015)

Regie: Oliver Hirschbiegel

Drehbuch: Fred Breinersdorfer, Léonie-Claire Breinersdorfer

Packendes Drama über Georg Elser, der am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler verübte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Wenn die Anfangszeiten im TV-Programm stimmen, wird eine rabiat auf 90 Minuten gekürzte Fassung des 114-minütigen Films gezeigt. Keine Ahnung warum. Denn die Kinofassung ist perfekt.

mit Christian Friedel, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner, Johann von Bülow, Felix Eitner, David Zimmerschmied, Rüdiger Klink, Cornelia Köndgen, Martin Maria Abram, Udo Schenk

Hinweise

Filmportal über „Elser“

Moviepilot über „Elser“

Rotten Tomatoes über „Elser“

Wikipedia über „Elser“ und Georg Elser

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Five Minutes of Heaven“ (Five Minutes of Heaven, GB 2009)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Diana“ (Diana, USA/GB 2013)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Elser“ (Deutschland 2015)  (mit Interviews mit Oliver Hirschbiegel über den Film) (und der DVD)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Der gleiche Himmel“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 30. März: Lara

März 29, 2022

Arte, 20.15

Lara (Deutschland 2019)

Regie: Jan-Ole Gerster

Drehbuch: Blaž Kutin

TV-Premiere. Zweiter Spielfilm von „Oh Boy“-Regisseur Jan-Ole Gerster und wieder ein Volltreffer. Dieses Mal beobachtet er Lara (Corinna Harfouch). Die biestige und einsame Sechzigjährige streift an ihrem Geburtstag ziellos durch Berlin. Am Abend will sie das Konzert ihres Sohnes besuchen. Ihr Sohn hat sie dazu nicht eingeladen. Und wir verstehen ihn sehr schnell.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Corinna Harfouch, Tom Schilling, Volkmar Kleinert, André Jung, Gudrun Ritter, Rainer Bock, Mala Emde, Steffen Jürgens, Alexander Khuon, Birge Schade, Johann von Bülow

Wiederholung: Freitag, 1. April, 14.15 Uhr

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Lara“

Moviepilot über „Lara“

Rotten Tomatoes über „Lara“

Wikipedia über „Lara“

Meine Besprechung von Jan-Ole Gersters „Lara“ (Deutschland 2019)


TV-Tipp für den 8. Mai: Elser

Mai 7, 2021

One, 21.45

Elser (Deutschland 2015)

Regie: Oliver Hirschbiegel

Drehbuch: Fred Breinersdorfer, Léonie-Claire Breinersdorfer

Packendes Drama über Georg Elser, der am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler verübte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Wenn die Anfangszeiten im TV-Programm stimmen, wird eine rabiat auf 90 Minuten gekürzte Fassung des 114-minütigen Films gezeigt. Keine Ahnung warum. Denn die Kinofassung ist perfekt.

mit Christian Friedel, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner, Johann von Bülow, Felix Eitner, David Zimmerschmied, Rüdiger Klink, Cornelia Köndgen, Martin Maria Abram, Udo Schenk

Hinweise

Film-Zeit über „Elser“

Moviepilot über „Elser“

Rotten Tomatoes über „Elser“

Wikipedia über „Elser“ und Georg Elser

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Five Minutes of Heaven“ (Five Minutes of Heaven, GB 2009)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Diana“ (Diana, USA/GB 2013)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Elser“ (Deutschland 2015)  (mit Interviews mit Oliver Hirschbiegel über den Film) (und der DVD)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Der gleiche Himmel“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 10. März: Frantz

März 10, 2021

Arte, 20.15

Frantz (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon (frei nach „Broken Lullaby“ von Ernst Lubitsch)

Quedlinburg, 1919: Am Grab ihres im Krieg gefallenen Mannes trifft Anna auf den Franzosen Adrien. Sie findet ihn sympathisch und sie glaubt, dass er etwas über den Tod ihres Mannes weiß.

François Ozons vor allem in der ersten Hälfte verdammt gelungene und durchgehend wunderschön anzusehende Lubitsch-Interpretation.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke, Cyrielle Clair, Aliche de Lencquesaing

Wiederholung: Donnerstag, 11. März, 13.45 Uhr

Hinweise

AlloCiné über „Frantz“

Moviepilot über „Frantz“

Metacritic über „Frantz“

Rotten Tomatoes über „Frantz“

Wikipedia über „Frantz“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Francois Ozon

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Francois Ozons ”Jung & Schön” (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Francois Ozons „Eine neue Freundin“ (Une nouvelle amie, Frankreich 2014)

Meine Besprechung von François Ozons „Frantz“ (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von François Ozons „Der andere Liebhaber“ (L’Amant Double, Frankreich/Belgien 2017)

Meine Besprechung von François Ozons „Gelobt sei Gott“ (Grâce à Dieu, Frankreich 2019)


TV-Tipp für den 17. Februar: Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht

Februar 16, 2021

ZDF, 20.15

Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht (Deutschland 2020)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Dritter Einsatz für den guten Bullen Fredo Schulz. Dieses Mal sucht er den Mörder von seinem Partner Milan Filipovic. Der wollte aus dem Polizeidienst ausscheiden und wurde an seinem letzten Tag im Dienst erschossen. Fredo und Milan waren gerade dabei, eine Drogenkurierin vom Flughafen zum Präsidium zu fahren, als diese auf die Toilette wollte. Während der Pause wurden sie überfallen. Danach beginnt Fredo den Täter (den wir Zuschauer schon kennen), die Flüchtige und die Hintermänner (dito) zu suchen. Außerdem muss Fredo sich mit einem neuen Partner herumschlagen, der es mit den Regeln besonders genau nimmt. Im Gegensatz zu Fredo.

Gewohnt unterhaltsame Krimi-Kost von „Nachtschicht“-Macher Lars Becker. Mehr muss wirklich nicht über diesen in Berlin spielenden Multikulti-Krimi gesagt werden.

Deshalb kann ich sofort zu den Neuigkeiten kommen: Am Montag, den 29. März 2021, zeigt das ZDF um 20.15 Uhr den neuen „Nachtschicht“-Krimi „Blut und Eisen“.

Lars Becker hat gerade mit den Dreharbeiten für „Alles auf Rot“ (Arbeitstitel) begonnen. In dem Krimi erzählt er ein neues Abenteuer der korrupten Polizisten Diller und Kessel. Der Sendetermin steht noch nicht fest.

mit Armin Rohde, Edin Hasanovic, Sabin Tambrea, Johann von Bülow, Nele Kiper, Lo Rivera, Timo Jacobs, Anica Dobra, Carlo Ljubek, Andreas Anke

Hinweise

ZDF über den Film

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. September: Im Labyrinth des Schweigens

September 27, 2020

Arte, 20.15

Im Labyrinth des Schweigens (Deutschland 2014)

Regie: Giulio Ricciarelli

Drehbuch: Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli

Die spannend wie ein Polit-Thriller erzählte Vorgeschichte zum Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1967 unter großer öffentlicher Anteilnahme in Frankfurt am Main vor Gericht verhandelt wurde.

In dem Film versucht ein junger Staatsanwalt, unter der Aufsicht von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, in jahrelanger mühseliger Kleinarbeit die nötigen Beweise für eine Anklage gegen die Täter in dem Konzentrationslager Auschwitz zu bekommen, während in Deutschland gerade das Wirtschaftswunder und das kollektive Vergessen gefeiert wurden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht, Gert Voss, Johannes Krisch, Hansi Jochmann, Johann von Bülow, Robert Hunger-Bühler, Lukas Miko, Lisa Martinek

Wiederholung: Dienstag, 29. September, 13.45 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Im Labyrinth des Schweigens“

Moviepilot über „Im Labyrinth des Schweigens“

Metacritic über „Im Labyrinth des Schweigens“

Rotten Tomatoes über „Im Labyrinth des Schweigens“

Wikipedia über „Im Labyrinth des Schweigens“ (deutsch, englisch)

taz: Interview mit Ex-Staatsanwalt Gerhard Wiese (einer der Ankläger im Auschwitz-Prozess und eines der Vorbilder für Johann Radmann) über die historischen Hintergründe (6. November 2014)

Meine Besprechung von Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“ (Deutschland 2014)


TV-Tipp für den 17. November: Frantz

November 16, 2019

ZDF, 01.00

Frantz (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon (frei nach „Broken Lullaby“ von Ernst Lubitsch)

Quedlinburg, 1919: Am Grab ihres im Krieg gefallenen Mannes trifft Anna auf den Franzosen Adrien. Sie findet ihn sympathisch und sie glaubt, dass er etwas über den Tod ihres Mannes weiß.

TV-Premiere zu einer unverschämten Sendezeit. Denn Ozons Lubitsch-Interpretation ist verdammt gelungen (vor allem die erste Hälfte) und selbstverständlich einen Blick wert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke, Cyrielle Clair, Aliche de Lencquesaing

Hinweise

AlloCiné über „Frantz“

Moviepilot über „Frantz“

Metacritic über „Frantz“

Rotten Tomatoes über „Frantz“

Wikipedia über „Frantz“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Francois Ozon

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Francois Ozons ”Jung & Schön” (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Francois Ozons „Eine neue Freundin“ (Une nouvelle amie, Frankreich 2014)

Meine Besprechung von François Ozons „Frantz“ (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von François Ozons „Der andere Liebhaber“ (L’Amant Double, Frankreich/Belgien 2017)

Meine Besprechung von François Ozons „Gelobt sei Gott“ (Grâce à Dieu, Frankreich 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Oh Boy! Corinna Harfouch ist „Lara“

November 7, 2019

Endlich hat Corinna Harfouch wieder eine Hauptrolle übernommen. „Giulias Verschwinden“, „Blond: Eva Blond!“ und „Vera Brühne“ liegen ja schon einige Jahre zurück.

Endlich hat Jan-Ole Gerster wieder Regie geführt. Sein Debüt „Oh Boy“ war ein Überraschungserfolg und ist einer der allseits beliebten Berlin-Filme. Seitdem sind sieben Jahre vergangen.

Mit seinem zweiten Spielfilm „Lara“ hat er auf den ersten Blick noch einmal „Oh Boy“ inszeniert. Nur dass dieses Mal nicht Tom Schilling, sondern Corinna Harfouch einen Tag lang ziellos durch Berlin streift.

Auf den zweiten Blick ist „Lara“ erzählerisch dann mindestens ein großer Schritt nach vorne in erzählerisch anspruchsvollere Gefilde. In „Oh Boy“ stolpert der Endzwanziger Niko ziellos durch die Stadt, hat einige erfreuliche, einige weniger erfreuliche Begegnungen und er sucht dabei nur eine gute Tasse Kaffee. Die bekommt er am Ende des Films. „Oh Boy“ ist ein wunderschöner SW-Nouvelle-Vague-Film, der genauso ziellos wie sein Protagonist ist. Gerster könnte da mühelos Episoden austauschen oder weglassen und nichts würde sich verändern.

Lara“ ist dagegen ein deutlich komplexerer Film, der Gegenwart und Vergangenheit zu einem Psychogramm einer sehr problematischen Frau verwebt. Lara ist, pünktlich zu ihrem sechzigsten Geburtstag, in Rente geschickt worden. Die Beamtin war eine strenge, fordernde und vollkommen humor- und empathielose Abteilungsleiterin. Freunde hat sie keine. Sie ist auch nicht zum Konzert ihres Sohnes eingeladen.

Viktor ist ein gefeierter klassischer Pianist, der heute Abend ein von ihm komponiertes Stück aufführen will. In der Vergangenheit litt er immer wieder unter ihren Ansprüchen. Sie spornte ihn gleichzeitig zu Höchstleistungen an und sagte ihm, dass er nicht gut genug sei. Und Viktor gelang es nie, sich von ihrem prägenden Einfluss zu lösen. Weil sie durch ihre Anwesenheit Viktors großen Abend sabotieren könnte, will ihr Ex-Mann verhindern, dass Lara ihn vor dem Konzert trifft.

Lara, die an ihrem runden Geburtstag nichts vor hat, streift ziellos durch das alte Westberlin. Sie trifft immer wieder Menschen, die sie zwingen, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen. Lara wollte früher selbst Pianistin werden. Sie stellte höchste Ansprüche an sich selbst. Sie war auf dem besten Weg, eine Konzertpianistin zu werden, wenn nicht ein von ihr bewunderter Musiker an ihrem Talent gezweifelt hätte. Danach wurde sie die keine Fehler verzeihende, unverschämt hohe Ansprüche stellende Klavierlehrerin ihres Sohnes, der als erwachsener Mann immer noch versucht sich von ihr zu lösen und gleichzeitig, wie ein kleines Kind, von ihrem Urteil abhängig ist.

Schon in den ersten Minuten liefert Gerster die wichtigsten Informationen über Lara. In den nächsten gut hundert Minuten fügt er diesem Bild so viele neue Facetten bei, dass es immer spannend bleibt. Und in den letzten Minuten mit deprimierender Klarheit deutlich wird, wie sehr Lara unwissentlich Erfahrungen weitergab, die sie, ebenfalls unwissentlich, übernahm. Es ist ein Teufelskreislauf, aus dem sie sich nie befreite, weil sie nicht wusste, dass sie in diesem Kreislauf steckte. Falls sie es überhaupt wissen wollte.

Lara“ ist eine glänzend gespielte, präzise inszenierte und gespielte Charakterstudie, die bei aller Tristesse unglaublich unterhaltsam ist. Und ein Berlin-Film.

Jetzt ist nur zu hoffen, dass nicht wieder sieben Jahre bis zu Gersters nächstem Film vergehen.

Lara (Deutschland 2019)

Regie: Jan-Ole Gerster

Drehbuch: Blaž Kutin

mit Corinna Harfouch, Tom Schilling, Volkmar Kleinert, André Jung, Gudrun Ritter, Rainer Bock, Mala Emde, Steffen Jürgens, Alexander Khuon, Birge Schade, Johann von Bülow

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

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Filmportal über „Lara“

Moviepilot über „Lara“

Rotten Tomatoes über „Lara“

Wikipedia über „Lara“

Gespräch mit Jan-Ole Gerster und Produzent Marcos Kantis nach der Premiere auf dem Filmfest München


TV-Tipp für den 23. Januar: Im Labyrinth des Schweigens

Januar 22, 2019

3sat, 21.45

Im Labyrinth des Schweigens (Deutschland 2014)

Regie: Giulio Ricciarelli

Drehbuch: Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli

Die spannend wie ein Polit-Thriller erzählte Vorgeschichte zum Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1967 unter großer öffentlicher Anteilnahme in Frankfurt am Main vor Gericht verhandelt wurde.

In dem Film versucht ein junger Staatsanwalt, unter der Aufsicht von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, in jahrelanger mühseliger Kleinarbeit die nötigen Beweise für eine Anklage gegen die Täter in dem Konzentrationslager Auschwitz zu bekommen, während in Deutschland gerade das Wirtschaftswunder und das kollektive Vergessen gefeiert wurden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung der heutigen TV-Premiere.

mit Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht, Gert Voss, Johannes Krisch, Hansi Jochmann, Johann von Bülow, Robert Hunger-Bühler, Lukas Miko, Lisa Martinek

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Im Labyrinth des Schweigens“
Film-Zeit über „Im Labyrinth des Schweigens“
Moviepilot über „Im Labyrinth des Schweigens“
Wikipedia über „Im Labyrinth des Schweigens“ (deutsch, englisch)
taz: Interview mit Ex-Staatsanwalt Gerhard Wiese (einer der Ankläger im Auschwitz-Prozess und eines der Vorbilder für Johann Radmann) über die historischen Hintergründe (6. November 2014)

Meine Besprechung von Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“ (Deutschland 2014)


TV-Tipp für den 27. November: Amokspiel

November 27, 2018

Sat.1, 20.15

Amokspiel (Deutschland 2018)

Regie: Oliver Schmitz

Drehbuch: Christian Busche

LV: Sebastian Fitzek: Amokspiel, 2007

Berlin: ein Geiselnehmer kapert die Radiomitmachshow „Cash Call“. Seine Forderung: er will mit seiner Verlobten sprechen. Dummerweise starb sie bei einem Autounfall. Kriminalpsychologin Ira Samin fragt sich, was für ein Spiel der Geiselnehmer treibt, während dieser fröhlich Menschen anruft und, wenn die Angerufenen die Parole nicht kennen, Geisel tötet.

Vor Jahren beschwerte Sebastian Fitzek sich, dass seine Thriller zwar Bestseller seien, aber niemand sie verfilmen wolle. Inzwischen hat sich das geändert. „Abgeschnitten“ läuft noch im Kino und jetzt läuft „Amokspiel“, mit Werbepausen, im Puschenkino. Mal sehen, ob’s ein spannender Thriller oder ein Desaster wird.

Tittelbach.tv ist jedenfalls zufrieden: „Als Spannungsspektakel funktioniert der weitgehend als Kammerspiel inszenierte Film…gut.“

P. S.: die Buchvorstellung in einem Radiosender in Berlin war jedenfalls ziemlich denkwürdig mit allem, was zu einem SEK-Einsatz gehört.

mit Franziska Weisz, Kai Schumann, Eko Fresh, Manuel Mairhofer, Christian Tramitz, Johann von Bülow

Wiederholung: Sonntag, 2. Dezember, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Sebastian Fitzek: Amokspiel

Knaur, 2007

448 Seiten

9,99 Euro

Hinweise

Sat.1 über den Film

Homepage von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Kind“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Splitter“ (2009)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augensammler” (2010)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augenjäger” (2011)

Meine Besprechung der Sebastian-Fitzek-Verfilmung “Das Kind” (Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzek/Michael Tsokos‘ „Abgeschnitten“ (2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Nachtwandler“ (2013)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Joshua-Profil“ (2015)

Meine Besprechung von Max Rhodes (Pseudonym von Sebastian Fitzek) „Die Blutschule“ (2015)

Meine Besprechung von Christian Alvarts Sebastian-Fitzek-Michael-Tsokos-Verfilmung „Abgeschnitten“ (Deutschland 2018)


TV-Tipp für den 30. März: Im Labyrinth des Schweigens

März 30, 2018

ZDF, 22.50

Im Labyrinth des Schweigens (Deutschland 2014)

Regie: Giulio Ricciarelli

Drehbuch: Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli

Die spannend wie ein Polit-Thriller erzählte Vorgeschichte zum Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1967 unter großer öffentlicher Anteilnahme in Frankfurt am Main vor Gericht verhandelt wurde.

In dem Film versucht ein junger Staatsanwalt, unter der Aufsicht von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, in jahrelanger mühseliger Kleinarbeit die nötigen Beweise für eine Anklage gegen die Täter in dem Konzentrationslager Auschwitz zu bekommen, während in Deutschland gerade das Wirtschaftswunder und das kollektive Vergessen gefeiert wurden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung der heutigen TV-Premiere.

mit Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht, Gert Voss, Johannes Krisch, Hansi Jochmann, Johann von Bülow, Robert Hunger-Bühler, Lukas Miko, Lisa Martinek

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Im Labyrinth des Schweigens“
Film-Zeit über „Im Labyrinth des Schweigens“
Moviepilot über „Im Labyrinth des Schweigens“
Wikipedia über „Im Labyrinth des Schweigens“ (deutsch, englisch)
taz: Interview mit Ex-Staatsanwalt Gerhard Wiese (einer der Ankläger im Auschwitz-Prozess und eines der Vorbilder für Johann Radmann) über die historischen Hintergründe (6. November 2014)

Meine Besprechung von Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“ (Deutschland 2014)


TV-Tipp für den 26. Februar: Elser – Er hätte die Welt verändert

Februar 26, 2018

Arte, 20.15

Elser (Deutschland 2015)

Regie: Oliver Hirschbiegel

Drehbuch: Fred Breinersdorfer, Léonie-Claire Breinersdorfer

Packendes Drama über Georg Elser, der am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler verübte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Wenn die Anfangszeiten im TV-Programm stimmen, zeigt Arte als TV-Premiere eine rabiat auf 90 Minuten gekürzte Fassung des 114-minütigen Films.

mit Christian Friedel, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner, Johann von Bülow, Felix Eitner, David Zimmerschmied, Rüdiger Klink, Cornelia Köndgen, Martin Maria Abram, Udo Schenk

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Elser“
Film-Zeit über „Elser“
Moviepilot über „Elser“
Rotten Tomatoes über „Elser“
Wikipedia über „Elser“ und Georg Elser

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Five Minutes of Heaven“ (Five Minutes of Heaven, GB 2009)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Diana“ (Diana, USA/GB 2013)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Elser“ (Deutschland 2015)  (mit Interviews mit Oliver Hirschbiegel über den Film) (und der DVD)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Der gleiche Himmel“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 15. Dezember: Ein Kind wird gesucht

Dezember 15, 2017

Arte, 20.15

Ein Kind wird gesucht (Deutschland 2017)

Regie: Urs Egger

Drehbuch: Katja Röder, Fred Breinersdorfer

3. September 2010: in der Nähe von Grefrath (Nordrhein-Westfalen) verschwindet der zehnjährige Mirco spurlos. Die Polizei beginnt mit der Suche, die nicht Tage oder Wochen, sondern Monate dauert.

Der Krimi basiert auf einem wahren Fall. Das Drehbuch ist von Katja Röder und Fred Breinersdorfer, der schon öfter wahre Kriminalfälle zu packenden Krimis verarbeitete. Und das steigert die Erwartungen.

Mit Heino Ferch, Silke Bodenbender, Johann von Bülow, Felix Kramer

Hinweise

Arte über „Ein Kind wird gesucht“

Wikipedia über „Ein Kind wird gesucht“

Homepage von Fred Breinersdorfer


Neu im Kino/Filmkritik: Über François Ozons „Frantz“

Oktober 1, 2016

Wenige Monate nach dem Ende des ersten Weltkriegs taucht in einer deutschen Kleinstadt ein junger Franzose auf, der ein merkwürdiges Interesse an dem Grab von Frantz hat. Anna ist neugierig. Sie war mit Frantz verheiratet, lebt bei dessen Eltern und trauert immer noch. Sie will wissen, warum der Franzose, der sich Adrien nennt, in das Land des Feindes gekommen ist und trauert. Denn nach dem Krieg pflegen die Deutschen ihren Hass auf die Franzosen, die den Krieg gewonnen haben. Und die Eltern von Frantz Hoffmeister, vor allem sein Vater, sehen Adrien zunächst als Feind, als einen der Franzosen, die ihren Sohn umgebracht haben.

Das ist die Ausgangslage von François Ozons neuem Film „Frantz“. Im Presseheft erklärt Ozon die falsche Schreibweise des Namens so: „Das ist ein typischer französischer Fehler, der den Deutschen gefiel. Deshalb habe ich ihn nicht korrigiert. Ich stellte mir vor, dass Frantz aus Liebe zu Frankreich das ‚t‘ hinzugefügt hatte.“

In dem Presseheft bittet er auch darum, Adriens Geheimnis nicht zu verraten.

Wer allerdings Ernst Lubitschs unbekannten Film „Broken Lullaby“, auf dem Ozons Film basiert, oder Maurice Rostards Theaterstück kennt, das die Vorlage für Lubitschs Film war, oder auch nur den Originaltitel des Stückes oder den Alternativtitel des Films oder den deutschen Titel kennt, dürfte eine gute Ahnung von Adriens Geheimnis haben. Weil Rostard und Lubitsch die Geschichte aus der Perspektive von Adrien erzählen, hat er auch kein Geheimnis. Ozon erzählt die Geschichte dagegen aus der Perspektive von Anna und damit verändert die Geschichte sich in vielen Punkten mehr oder weniger entscheidend. So als ob man einmal die Geschichte aus der Perspektive des Mörders und einmal aus der des Ermittlers erzählt.

Jedenfalls: Wer Lubitschs Film nicht kennt, wird mehr als nötig über Adriens Geheimnis rätseln und, auch ausgehend von Ozons früheren Filmen, wilde Vermutungen anstellen, anstelle sich einfach auf die Geschichte und die Gefühle der Charaktere einzulassen.

In dem Film wird das Geheimnis in der Filmmitte gelöst.

In der zweiten, deutlich schwächeren, um nicht zu sagen in der Länge missratenen Hälfte verlagert sich die Handlung dann nach Frankreich und während einer guten Stunde Laufzeit passiert letztendlich nichts. Dieser Teil, in dem Anna den spurlos verschwundenen Adrien sucht und bei seiner Familie findet, basiert nicht mehr Lubitschs Film und auch nicht auf dem Theaterstück. Beide enden mit der Reaktion der Witwe auf die Enthüllung des Grundes, warum der Franzose nach Deutschland gekommen ist.

Dabei ist gerade die erste Hälfte überaus gelungen und wunderschön in SW, mit einigen klug eingesetzten Farbtupfern, erzählt. In dieser Stunde erzählt Ozon von der Annäherung zwischen Anna und Adrien, von der möglichen Versöhnung zwischen den Kriegsgegnern, von dem gesellschaftlichen Klima in einer deutschen Kleinstadt in der Provinz, von großen und kleinen Lügen und Hoffnungen auf ein neues Leben.

Es war auch eine kluge Entscheidung von Ozon, den Film in der Originalfassung zweisprachig zu drehen. Deshalb wird in der ersten Hälfte fast nur deutsch, in der zweiten französisch gesprochen und die gesamte Geschichte wirkt authentischer.

frantz-plakat

Frantz (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon (frei nach „Broken Lullaby“ von Ernst Lubitsch)

mit Paula Beer, Pierre Niney, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke, Cyrielle Clair, Aliche de Lencquesaing

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Frantz“

AlloCiné über „Frantz“

Moviepilot über „Frantz“

Metacritic über „Frantz“

Rotten Tomatoes über „Frantz“

Wikipedia über „Frantz“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Francois Ozon

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Francois Ozons ”Jung & Schön” (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Francois Ozons „Eine neue Freundin“ (Une nouvelle amie, Frankreich 2014)