TV-Tipp für den 29. April: Der Sträfling und die Witwe

April 28, 2024

Arte, 20.15

Der Sträfling und die Witwe (La Veuve Couderc, Frankreich/Italien 1971)

Regie: Pierre Granier-Deferre

Drehbuch: Pierre Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: La Veuve Couderc, 1940 (Die Witwe Couderc)

1934 auf einem abgelegenen Hof spielende Liebesgeschichte zwischen einem entflohenen Sträfling (Alain Delon) und einer deutlich älteren Witwe (Simone Signoret).

Krimidrama mit zwei Ikonen des französischen Kinos in den Hauptrollen.

„Trotz der guten Darsteller eine langweilige Romanverfilmung mit aufgesetzt werkenden politischen Bezügen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Anschließend einfach dranbleiben: um 21.40 Uhr zeigt Arte die Doku „Brainwashed – Sexismus in Kino“ (USA 2022) und um 23.25 Uhr, als TV-Premiere, den Stummfilmkrimi „Filibus“ (Italien 1915).

mit Alain Delon, Simone Signoret, Ottavia Piccolo, Jean Tissier, Monique Chaumette

Hinweise

AlloCiné über „Der Sträfling und die Witwe“

Rotten Tomatoes über „Der Sträfling und die Witwe“

Wikipedia über „Der Sträfling und die Witwe“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 6. März: Armee im Schatten

März 5, 2023

Arte, 20.15

Armee im Schatten (L’armée des ombres, Frankreich 1969)

Regie: Jean-Pierre Melville

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Joseph Kessel: L’armée des ombres, 1943

Starbesetztes kühles Meisterwerk (was sonst?) von Jean-Pierre Melville über den Kampf einer Résistance-Gruppe gegen die Nazi-Besatzer.

‚Armee im Schatten‘ ist vielleicht sein wichtigster Film, ein außergewöhnliches Beispiel dafür, dass ein Politkrimi nicht unbedingt sein Thema, sein Sujet verwässern und neutralisieren muss.“ (Heiko R. Blum in Meinolf Zurhorst/Lothar Just: Lino Ventura, 1984)

Melville war im Zweiten Weltkrieg Soldat und Mitglied der Résistance.

In Deutschland lief der Film erst 1978 im Kino.

Mit Lino Ventura, Paul Meurisse, Simone Signoret, Jean-Pierre Cassel, Claude Mann, Christian Barbier, Serge Reggiani, Alain Libolt, Paul Crachet

Hinweise

AlloCiné über „Armee im Schatten“

Rotten Tomatoes über „Armee im Schatten“

Wikipedia über „Armee im Schatten“ (deutsch, englisch, französisch) und Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. August: Das Fleisch der Orchidee

August 9, 2022

Arte, 00.00

Das Fleisch der Orchidee (La chair de l’orchidée, Frankreich/Italien/Deutschland 1974)

Regie: Patrice Chéreau

Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Patrice Chéreau

LV: James Hadley Chase: The Flesh of the Orchid, 1948 (Ein Grab voll roter Orchideen, Das Fleisch der Orchidee)

Eine Millionenerbin, die in einer Klinik in den Wahnsinn getrieben werden soll, bricht aus. Auf ihrer Flucht gerät sie unter anderem in ein Mordkomplott.

Patrice Chéreaus Regiedebüt ist ein selten gezeigter, ziemlich durchgeknallt-träumerischer Psychothriller nach einem Roman von James Hadley Chase (1906 – 1985), den ältere Semester noch kennen und dessen Krimis vor ungefähr dreißig Jahren in die Antiquariate verschwanden.

„Theater- und Opernregisseur Patrice Chéreau greift kräftig ins Reservoir kinematographischer Schreckenselemente, um seiner Verfilmung (…) die nötige Spannung zu verleihen. Dabei gelingt ihm über weite Partien tatsächlich die Schaffung eines Alptraums, beklemmend und wahrhaft mörderisch. Seine Inszenierung macht dabei allerdings einen bewusst artifiziellen Charakter. Chéreau bevorzugt bläuliche, kalte Farben und verkommene trostlose Handlungsorte.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, 1985/1993)

Zu seinen späteren Filmen gehören „Der verführte Mann – L’Homme blessé“ (L’homme blessé), „Die Bartholomäusnacht (La Reine Margot)“, „Wer mich liebt, nimmt den Zug (Ceux qui m’aiment prendront le train) und „Intimacy“.

mit Charlotte Rampling, Bruno Cremer, Edwige Feuillère, Simone Signoret, Hans-Christian Blech, Alida Valli

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Fleisch der Orchidee“

Wikipedia über „Das Fleisch der Orchidee“ (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über James Hadley Chase

Mordlust über James Hadley Chase

Crimetime über James Hadley Chase

Wikipedia über James Hadley Chase (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 27. September: Pesthauch des Dschungels/Der diskrete Charme der Bourgeoisie

September 26, 2021

Arte, 20.15

Pesthauch des Dschungels (La Mort en ce jardin, L Muerte en este jardin, Mexiko/Frankreich 1956)

Regie: Luis Buñuel

Drehbuch: Luis Alcoriza, Luis Buñuel, Raymond Queneau, Gabriel Arout (nach der Erzählung von José-André Lacour)

Irgendwo in Südamerika: die rechte Junta schlägt einen Aufstand von Diamantensuchern blutig nieder. Eine wild zusammengewürfelte Gruppe – ein Glücksritter, eine Prostituierten, ein Priester, ein alter Mann und seine taubstumme Tochter – flieht in den Urwald.

Ein Meisterwerk aus Buñuel sogenannter kommerzieller Phase, das damals in deutschen Kinos in einer gekürzten Fassung lief. Arte zeigt die Originalfassung.

gehört zu Luis Buñuels schönsten Arbeiten seiner mexikanischen Schaffensperiode“ (TV-Spielfilm: Das große Filmlexikon)

mit Simone Signoret, Charles Vanel, Georges Marchal, Michel Piccoli, Michèle Girardon, Tito Junco

Wiederholung: Donnerstag, 30. September, 13.50 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Pesthauch des Dschungels“

Wikipedia über „Pesthauch des Dschungels“ (deutsch, englisch) und Luis Buñuel (deutsch, englisch)

Arte, 21.55

Der diskrete Charme der Bourgeoisie (Le charme discret de la bourgeoisie, Frankreich 1972)

Regie: Luis Buñuel

Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière

Sechs miteinander befreundete Mitglieder der Bourgeoisie wollen sich zum gemeinsamen Abendessen treffen. Aber aufgrund seltsamer und absurder Zufälle scheitert das gemeinsame Essen immer wieder.

Ein Buñuel-Klassiker. Eine surrealistische Satire auf das Großbürgertum und eine Absage an die herkömmliche Spielfilmdramaturgie.

mit Fernando Rey, Delphine Seyrig, Stéphane Audran, Jean-Pierre Cassel, Paul Frankeur, Bulle Ogier, Julien Bertheau, Michel Piccoli

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“

Wiipedia über „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. April: Der Sträfling und die Witwe

April 4, 2020

Arte, 20.15

Der Sträfling und die Witwe (La Veuve Couderc, Frankreich/Italien 1971)

Regie: Pierre Granier-Deferre

Drehbuch: Pierre Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: La Veuve Couderc, 1940 (Die Witwe Couderc)

1934 auf einem abgelegenen Hof spielende Liebesgeschichte zwischen einem entflohenen Sträfling (Alain Delon) und einer deutlich älteren Witwe (Simone Signoret).

Krimidramamit zwei Ikonen des französischen Kinos in den Hauptrollen.

Trotz der guten Darsteller eine langweilige Romanverfilmung mit aufgesetzt werkenden politischen Bezügen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Anschließend, um 21.40 Uhr, zeigt Arte die einstündige Doku „Filmstar mit Charakter – Simone Signoret“ (Frankreich 2019).

mit Alain Delon, Simone Signoret, Ottavia Piccolo, Jean Tissier, Monique Chaumette

Hinweise

AlloCiné über „Der Sträfling und die Witwe“

Rotten Tomatoes über „Der Sträfling und die Witwe“

Wikipedia über „Der Sträfling und die Witwe“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 15. März: Mord im Fahrpreis inbegriffen

März 15, 2017

Arte, 20.15

Mord im Fahrpreis inbegriffen (Frankreich 1965, Regie: Constantin Costa-Gavras)

Drehbuch: Constantin Costa-Gavras

LV: Sébastien Japrisot: Compartiment tueurs, 1962 (Mord im Fahrpreis inbegriffen)

In einem Schlafwagen wird eine junge Frau ermordet. Inspektor Grazziani sucht den Täter, während dieser munter die Verdächtigen ermordet.

Das heute fast unbekannte Spielfilmdebüt von Costa-Gavras, der danach mit seinen Polit-Thrillern das Publikum begeisterte. Hier wandelt er noch auf den Pfaden des Rätselkrimis.

Aber: „Bereits dieser erste Film deutete Interesse an gesellschaftlichen Zusammenhängen an.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von „Che“ bis „Z“ – Polit-Thriller im Kino, 1991) Das zeigt sich auch an dem Täter (wird nicht verraten) und den damit verbundenen Problemen bei den Dreherlaubnissen für bestimmte Orte durch die Polizei.

mit Yves Montand, Simone Signoret, Michel Piccoli, Pierre Mondy, Charles Denner, Jean-Louis Trintignant, Bernadette Lafont

Wiederholungen

Freitag, 17. März, 13.35 Uhr

Dienstag, 21. März, 13.35 Uhr

Dienstag, 28. März, 13.40 Uhr

Hinweise

Arte über den Film

Rotten Tomatoes über „Mord im Fahrpreis inbegriffen“

Wikipedia über „Mord im Fahrpreis inbegriffen“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 15. Mai: Police Python 357

Mai 14, 2016

Arte, 20.15

Police Python 357 (Frankreich/Deutschland 1976, Regie: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand

Wiederholung: Mittwoch, 18. Mai, 13.45 Uhr

Hinweise

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Wahl der Waffen“ (Le choix des armes, Frankreich 1981)

Meine Besprechung von Alain Corneaus „Love Crime (Crime d’amour, Frankreich 2010)

Mein Nachruf auf Alain Corneau

Alain Corneau in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 10. Februar: Das Geständnis

Februar 10, 2016

https://www.youtube.com/watch?v=4sHo4OYiKj0

Arte, 20.15
Das Geständnis (Frankreich/Italien 1969, Regie: Constantin Costa-Gavras)
Drehbuch: Jorge Semprún
LV: Artur London, Lise London: L’Aveu (Ich gestehe – Der Prozess um Rudolf Slansky)
CSSR, fünfziger Jahre: der stellvertretende Außenminister Anton Ludvik wird vom Geheimdienst verhaftet. Obwohl er unschuldig ist, soll er Verbrechen gegen den kommunistischen Staat gestehen.
„Man dient der Sache des Sozialismus nicht, indem man die Prozesse, Intrigen und Irrtümer, die ihn degradieren und entstellen, unter den Tisch fallen lässt. Ich weiß, dass ‚L’Aveu‘ die Gemüter erregen wird. Aber darf man, im Namen der Disziplin und Loyalität einer Partei gegenüber zulassen, dass dem Menschen seine Würde genommen wird?“ (Constantin Costa-Gavras zum Fillmstart)
Grandioser Polit-Thriller von Costa-Gavras, der abseits von seinen realen historischen Bezügen (das Vorbild für Ludvik war Artur London), immer noch aktuell ist.
„Die internationale Filmkritik bezeichnete ‚Das Geständnis‘ als eine allgemein gültige und fast dokumentarisch wirkende Darstellung politischen Terrors und totalitärer Willkür.“ (Horst Schäfer/Wolfgang Schwarzer: Von ‚Che‘ bis ‚Z‘ – Polit-Thriller im Kino, 1991)
mit Yves Montand, Simone Signoret, Gabrielle Ferzetti
Wiederholung: Freitag, 19. Februar, 13.35 Uhr
Hinweise
Arte über die Costa-Gavras-Filmreihe
Rotten Tomatoes über „Das Geständnis“
Wikipedia über „Das Geständnis“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 13. September: Die Teuflischen

September 12, 2015

Arte, 20.15

Die Teuflischen (Frankreich 1955, Regie: Henri-Georges Clouzot)

Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Geronimi, René Masson (Mitarbeit), Frédéric Grendel (Mitarbeit)

LV: Pierre Boileau/Thomas Narcejac: Les diaboliques: Celle qui n´etait pas, 1952 (Die Teuflischen; Tote sollen schweigen)

Privatschullehrer Delasse quält mit sadistischer Freude seine herzkranke Frau und seine Geliebte. Da beschließen die beiden Frauen, das Ekelpaket umzubringen.

Eher selten gezeigter Klassiker, der einem auch heute noch den Atem raubt.

Das Drehbuch gewann einen Special Edgar.

Anschließend, um 22.05 Uhr, läuft Chris Markers einstündige Doku „Erinnerungen an Simone – Eine Hommage an Simone Signoret“ von 1986.

mit Simone Signoret, Véra Clouzot, Paul Meurisse, Charles Vanel, Michel Serrault

Wiederholung: Montag, 14. September, 14.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Teuflischen“

Arte über die Henri-Georges-Clouzot-Reihe und die heutige Hommage an Simone Signoret

Wikipedia über Henri-Georges Clouzot (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 14. Oktober: Die Katze

Oktober 14, 2013

 

Arte, 20.15

Die Katze (F/I 1971, R.: Pierre Granier-Deferre)

Drehbuch: Pierre Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: Le chat, 1966 (Der Kater; Die Katze)

Clémence Bouin will ihren gleichgültigen Mann Julien an sich binden. Der Versuch endet in einer Tragödie.

Schonungslose, Mitleid erweckende Eheträgodie; ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären.

Im Anschluss läuft „Erinnerungen an Simone“ (Frankreich 1986) von Chris Marker.

Mit Jean Gabin, Simone Signoret

Wiederholungen

Montag, 21. Oktober, 13.55 Uhr

Dienstag, 5. November, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Die Katze“

Wikipedia über „Die Katze“ (deutsch, englisch, französisch)

Deutsche Georges-Simenon-Fanseite

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“ (L’horloger de Saint-Paul, Frankreich 1974)