Cover der Woche

Mai 12, 2015

Mcdonald - Fletch und die Witwe


TV-Tipp für den 12. Mai: Der Mann, der vom Himmel fiel

Mai 12, 2015

ZDFkultur, 22.10

Der Mann, der vom Himmel fiel (Großbritannien 1976, Regie: Nicolas Roeg)

Drehbuch: Paul Mayersberg

LV: Walter Tevis: The Man who fell to Earth, 1963 (Spion aus dem All; Der Mann, der vom Himmel fiel)

Ein Außerirdischer möchte auf der Erde eine neue Heimat für seine Familie und seine Spezies finden. Aber er verfällt dem menschlichem Lebensstil und Forscher sehen in ihm nur ein Forschungsobjekt.

„Der von Bowie verkörperte außergewöhnliche Charakter, Mayersbergs fragmenthaftes Drehbuch und Roegs mosaikhafte Regie kreieren einen extravaganten Film, dessen Handlungswindungen nur noch dazu beitragen, die verhängnisvolle Verwandlung von Bowie vom Außerirdischen in einen Menschen zu unterstreichen. (…) Ein stilsicherer Film voller hervorragender und komplexer Bilder, in dem Roeg Bowies Abstieg zum Menschen darstellt,der man sich nicht entziehen kann.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science-Fiction-Filmenzyklopädie)

Ein herrlich abgedrehter Kultfilm, der für den Hugo nominiert war und bei der damaligen deutschsprachigen Kritik nicht gut ankam: „mangelnden Tiefsinn durch Verhackstückerei von Handlungs- und Bildelementen vortäuscht“ (Ronald M. Hann/Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films), „sinnentleerte Reizüberflutung“ (Filmbeobachter), „ein Werbefilm, der wie sein eigener, überlang-marktschreierischer Trailer aussieht“ (Medium).

Noir-Krimiautor James Sallis nannte die Vorlage „among the finest science fiction novels“.

mit David Bowie, Rip Torn, Candy Clark, Buck Henry, Bernie Casey, Linda Hutton

Wiederholung: Mittwoch, 13. Mai, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Mann, der vom Himmel fiel“

Wikipedia über „Der Mann, der vom Himmel fiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Walter Tevis

Wired for Books: Interview mit Walter Tevis


Nick Louth begibt sich auf „Die Suche“

Mai 11, 2015

Louth - Die Suche - 2

Nach einem Blick in das Impressum und nach den ersten Seiten von Nick Louths Debütroman „Die Suche“ fragt man sich: Warum wird 2015 ein Seuchenthriller von 2007 veröffentlicht, der 2002 spielt?
Nun, wegen Amazon.
Denn dort kam Nick Louths Debütroman „Die Suche“ letztes Jahr auf die E-Book-Top-100-Liste und das befeuerte das Interesse an dem Roman. Außerdem spielt Louths Thriller vor dem Hintergrund einer globalen Seuche und seit einigen Jahren sind Seuchenthriller ziemlich beliebt. Auch ohne Zombies.
Dummerweise haben viele dieser Thriller auch die Tendenz dicke Flughafenlektüre zu sein. Mit 416 Seiten ist Loughs Roman zwar nicht besonders dick, aber das bewahrt ihn nicht davor, in erster Linie Kolportage und Recycling allseits bekannter Klischees zu sein. Was nicht so schlimm wäre, wenn „Die Suche“ wenigstens spannend wäre. Aber gerade in Punkto Spannung hat „Die Suche“ wenig zu bieten.
Im Mittelpunkt steht Max Carver, ein Künstler, der vorher bei der Küstenwache das Zuschlagen übte und mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Natürlich unschuldig und nur durch widrige Umstände und seinen Edelmut. Jetzt ist er in Amsterdam. Einerseits weil er in einer Galerie eine Ausstellung hat. Andererseits, weil er seine Freundin Erica Stroud-Jones begleitet. Erica ist Wissenschaftlerin, die auf einer Konferenz eine bahnbrechende Entdeckung zur Bekämpfung von Malaria vorstellen will. Die gesamte Wissenschaftlergemeinde wartet gespannt auf ihren Vortrag. Aber davor verschwindet sie, mitten in der Nacht, spurlos.
Die Bemühungen der Polizei, sie zu finden, halten sich in Grenzen. Denn Erica ist erwachsen und in Amsterdam verschwinden immer wieder Touristen. Meistens haben sie einfach zu viele Drogen genommen und tauchen kurz darauf mit einem dicken Kopf und einem leeren Geldbeutel wieder auf.
Aber Max ist überzeugt, dass ihr etwas zugestoßen ist. Er sucht sie und lernt dabei die Halb- und Unterwelt von Amsterdam kennen.
Währenddessen erkranken mehrere Menschen an Malaria. Unter anderem Jack Erskine, der skrupellose Chef des Pharmakonzerns Pharmstar.
In die aktuellen Geschnisse – Max‘ Suche nach seiner Freundin, der Überlebenskampf von Erskine, die Animositäten der Malaria-Forscher und deren Kampf gegen die Seuche – fügt Nick Louth Ausschnitte aus Ericas Tagebuch ein, das von ihren Erlebnissen in Afrika 1992 berichtet. Diese Ereignisse haben etwas mit der jetzigen Malaria-Seuche zu tun.
Diese drei Plots laufen unverbunden nebeneinander her und gerade die Entführungsgeschichte ist, vor dem Hintergrund einer globalen, potentiell todbringenden Seuche, wenig glaubwürdig. Denn letztendlich sucht Max nur seine spurlos verschwundene Freundin. Er hat dabei einige Probleme mit Gaunern und dann auch mit der Polizei, die ihn bei einigen Straftaten für den Täter hält. Das ist okayer Thrillerstoff, aber vor dem Hintergrund einer globalen Epidemie mit vielen, vielen sterbenden und potentiell sterbenden Menschen ist dieser Marsch durch die Hinterhöfe von Amsterdam nicht gerade das, was einen brennend interessiert.
Der Bösewicht taucht erst gegen Ende auf und sein Motiv ist – na ja. Er ist auch einer dieser Bösewichter, die glauben, dass die Menschheit sie ohne ein erklärendes Wort versteht. Dabei hat er eine Botschaft.
Die Initialzündung für den Roman war in den Neunzigern, so Wirtschaftsjournalist Nick Louth, das mangelnde Interesse von Pharmafirmen bei der Bekämpfung von Malaria. Auf dieses Problem wurde er bei einem Medizinerkongress, den er in Amsterdam besuchte, aufmerksam.
Seitdem änderte sich einiges. Bill Gates und die von ihm gegründete Bill & Melinda Gates Foundation gab in den vergangenen Jahren viel Geld für die Malaria-Bekämpfung aus.
Und neueste Forschungsergebnisse sagen sogar, dass es demnächst einen wirksamen Impfstoff gegen Malaria gibt.
Insofern hat sich seit der Erstveröffentlichung von „Die Suche“ vor acht Jahren einiges geändert. Aber der Roman spielt auch zu Beginn des Jahrtausends.

Nick Louth: Die Suche
(übersetzt von Peter Friedrich)
Ullstein, 2015
416 Seiten
12,99 Euro

Originalausgabe
Bite
Ludensian Books, 2007

Hinweis
Homepage von Nick Louth


TV-Tipp für den 11. Mai: Im Zeichen des Bösen

Mai 11, 2015

Arte, 20.15

Im Zeichen des Bösen (USA 1958, Regie: Orson Welles)

Drehbuch: Orson Welles

LV: Whit Masterson: Badge of Evil, 1956 (Unfehlbarkeit kann tödlich sein)

In einer schäbigen Grenzstadt versuchen ein korrupter US-Polizist und ein mexikanischer Drogenfahnder (in den Flitterwochen) einen Mord aufzuklären.

Noir-Klassiker, bei dem es seit einiger Zeit endlich auch eine würdige deutsche Blu-ray-Ausgabe gibt, die ihr hier besprochen habe.

Ach ja: Heute läuft die Kinofassung von 1958.

„Einer der schönsten und intelligentesten Polizeifilme der Kinogeschichte.“ (Seesslen: Copland)

Mit Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich, Joseph Cotten, Zsa Zsa Gabor, Dennis Weaver

Hinweise

Wikipedia über „Im Zeichen des Bösen“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Touch of Evil“

TCM: Frank Miller über “Touch of Evil”

AMC Filmsite (Tim Dirks) über “Touch of Evil”

Noir of the Week über „Touch of Evil“

Script Secrets (William C. Martell) über “Touch of Evil”

Wellesnet: Das Memo von Orson Welles zum Film

Mystery File über Whit Masterson

Wikipedia über Whit Masterson

Mordlust über Whit Masterson

Meine Besprechung von Orson Welles’ “Im Zeichen des Bösen” (Touch of Evil, USA 1958)


TV-Tipp für den 10. Mai: Die Lady von Shanghai

Mai 10, 2015

Arte, 20.15
Die Lady von Shanghai (USA 1948, Regie: Orson Welles)
Drehbuch: Orson Welles
LV: Sherwood King: If I die before I wake, 1938
Michael O’Hara heuert als Matrose und Mädchen für alles auf der Jacht der Bannisters an. Schnell erliebt er sich in Elsa Bannister und wird von ihr in ein Mordkomplott hineingezogen.
Heute zählt „Die Lady von Shanghai“ zu den zeitlosen Noir-Klassiker. Die grandiose Schlusssequenz im Spiegelkabinett gehört zu den Glanzstücken der Filmgeschichte: die Kontrahenten stehen sich gegenüber, ihr Bild wird in unzähligen Spiegeln gespiegelt und erst als bei der Schießerei die Spiegel zerschossen werden, können wir langsam erkennen, wer ein Mensch und was sein Abbild ist.
Aber während der Produktion sah es ganz anders aus: Orson Welles machte aus einem einfachen Krimi ein verschachteltes Vexierspiel, schrieb ständig Szenen um, das Studio mischte sich ein, es gab Probleme mit dem Geld und Insekten betrachteten die Filmcrew als Jagdrevier. Und, als sei das alles nicht genug, machte Welles aus dem Sexsymbol und Columbia-Star Hayworth eine kalte und berechnende Mörderin. Alle Zeichen waren für einen Flop gesetzt und das Studio schloss den Film, nachdem auch mit Umschneiden nichts mehr zu retten war, erst einmal in seinen Giftschrank.
Mit Orson Welles, Rita Hayworth, Everett Sloane
Wiederholung: Freitag, 15. Mai, 02.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über „Die Lady von Shanghai“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Die Lady von Shanghai”
Noir of the Week über „Die Lady von Shanghai“


TV-Tipp für den 9. Mai: Thief – Der Einzelgänger

Mai 9, 2015

Servus TV, 22.20

Thief – Der Einzelgänger (USA 1981, Regie: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

LV: Frank Hohimer: The home invaders: Confessions of a Cat Burglar, 1975

Musik: Tangerine Dream

Ganove Frank will mit dem letzten, großen Coup seine Verbrecherlaufbahn beenden. Dafür lässt sich Frank auch mit einem Gangstersyndikat ein. Und das hätte er nicht tun sollen.

Das Kino-Debüt des „Miami Vice“-Machers ist ein perfekt durchgestylter Gangsterthriller.

„Anstelle des Einbruchs rückt die melodramatische Komponente des Plots in den Mittelpunkt, was ‚Thief’ gemeinsam mit der von Mann kultivierten Neon-Ästhetik zu einem prägenden Vertreter des Noir der frühen 1980er Jahre macht.“ (Andreas Rauscher in „Filmgenres: Film noir“, 2008)

Mit James Caan, Tuesday Weld, Willie Nelson, James Belushi, Dennis Farina, Chuck Adamson, William Petersen

Auch bekannt als “Der Einzelgänger”

Wiederholung: Sonntag, 10. Mai, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Senses of Cinema über Michael Mann

Drehbuch “Thief” von Michael Mann (Final Draft, März 1980)

Wikipedia über „Thief – Der Einzelgänger“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der von Michael Mann erfundenen Krimiserie “Vega$ – Staffel 1″ (Vega$, USA 1978/1979)

Meine Besprechung von Michael Manns „Blackhat“ (Blackhat, USA 2014)

Michael Mann in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Martin Armstrong ist „The Forecaster“

Mai 7, 2015

Ob Martin Armstrong ein Genie, ein Blender oder ein Betrüger ist, weiß man am Ende von Marcus Vetters Dokumentation „The Forecaster“ immer noch nicht. Aber in jedem Fall ist sie ein interessantes, aber auch distanzloses Porträt eines Autodidakten, der schon immer von Zahlen fasziniert war, keinen Collegeabschluss hat, freiberuflicher Anlagenberater und Chef mehrere Firmen (wie Princeton Economics International) wurde, ein ökonomisches Modell entwickelte, nach dem er, nach eigenen Angaben, mehrere Böresencrashs vorhersah (der nächste kommt, so sagt er, in wenigen Monaten) und der 1999 mit einer eher abstrusen Anklage wegen eines von ihm betriebenen Schneeballsystems inhaftiert wurde. Er soll, zusammen mit der Bank Republic New York, japanische Anleger betrogen haben. In Wirklichkeit, so Armstrong, wollte die US-Regierung den Quellcode von seinem Modell haben. Er weigerte sich, ihn herauszugeben. Nach sieben Jahren Ordnungshaft (eigentlich sind 18 Monate das Maximum) bekannte er sich, damit es zu einem Gerichtsverfahren kommen konnte, schuldig im Sinne der Anklage, die eigentlich nach einem bereits 2002 erfolgtem zivilrechtlichem Vergleich zwischen der Bank und den Anlegern hinfällig war. 2007 wurde er zu fünf Jahren Gefängnis, der Höchststrafe, verurteilt.
Außerdem behauptet er, er habe 1999 einen Plan entdeckt, mit dem eine von dem Bankier Edmond Safra, dem Republic New York gehörte, angeleitete Gruppe Russland übernehmen wollte. Im Dezember 1999 starb Safra bei einem Wohnungsbrand in Monaco. Verurteilt wurde 2002 Safras Krankenpfleger, der den Brand legte, um dann Safra zu retten. Armstrong glaubt allerdings an eine groß angelegte Verschwörung und dass er als Mitwisser still gestellt werden sollte.
Das ist natürlich faszinierender Stoff für einen Verschwörungsthriller und Marcus Vetter bedient auch diese Erwartungen, ohne die Verschwörung und das verbrecherische Tun von mächtigen Banken (die Armstrong den „Club“ nennt) und der US-Regierung überzeugend untermauern zu können. Zu vieles bleibt im Unklaren und oft fehlt auch einfach das Wissen, um Armstrongs Behauptungen beim Ansehen des Films überprüfen zu können.
Ohne diese groß angelegte Verschwörung ist Armstrong nur ein weiterer Unternehmensberater und Hedgefondsmanager, der seine Kunden in punkto Geldanlage berät und diese Beratung auf ein von ihm gefundenes, alles erklärendes Modell stützt, das auch, so Armstrong und seine Freunde, etliche treffende Vorhersagen machte.
Allerdings, und das wird im Film nicht erwähnt und deshalb blieb mir auch der wirklich neue Punkt in Armstrongs Modell verborgen (und als gelernter Sozialwissenschaftler kenne ich die Grenzen von prognostischen Modellen), sieht Armstrongs auf der Zahl Pi basierendes Economic Confidence Model (oder Pi-Zyklus-Modell) wie eine Variante der schon im Ökonomie-Erstsemester behandelten Kondtrajew-Zyklen aus.
Der sowjetische Ökonom Nikolai Kondratjew veröffentlichte 1926 in der Zeitschrift „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“ den Aufsatz „Die Langen Wellen der Konjunktur“, in dem er sein Modell der langen Konjunkturwellen vorstellte, nach dem kurze Konjunkturzyklen von längeren Zyklen, die durchschnittlich 52 Jahre dauern, überlagert werden.
Das ist dann gar nicht so weit von Armstrongs 51,6 Jahren entfernt.
Dieses Beispiel verdeutlicht das Problem von „The Forecaster“. Nur Armstrong, seine Familie, seine Freunde und Geschäftspartner, die ihm damals und heute vertrauten, und sein Anwalt werden befragt. Andere Meinungen, zum Beispiel aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Strafverfolgung oder auch von Journalisten, die sich Martin Armstrong, seinem Economic Confidence Model und der von ihm postulierten Verschwörungstheorie beschäftigten, werden nicht befragt.
So kann man am Ende entweder den Filmemachern und Armstrong glauben. Oder auch nicht.
Deshalb ist „The Forecaster“ nicht mehr als ein kurzweiliges Porträt eines von sich und seiner Weltsicht überzeugten Finanzmanager, der mit seinen griffigen Thesen (Wer hat nicht gerne die Weltformel?) Banker und Investoren begeistert. Wenn Armstrong ein Modell und seine Weltsicht dann dem Publikum vorstellt, erscheint er als bodenständige Variante von Jordan Belfort.

The Forecaster - Plakat

The Forecaster (Deutschland 2014)
Regie: Marcus Vetter, Karin Steinberger (Ko-Regie)
Drehbuch: Marcus Vetter
mit Martin Armstrong, Thomas Sjoblom, Larry Edelson, Oliver Brown, Barclay Leib, Michael Campbell, Tony Godin, Nigel Kirwan, Neill Mac Pherson
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „The Forecaster“
Film-Zeit über „The Forecaster“
Moviepilot über „The Forecaster“
Wikipedia über Marcus Vetter und Martin Armstrong
The New Yorker: Nick Paumgarten: The Secret Cycle – Is the financier Martin Armstrong a con man, a crank, or a genius? (12. Oktober 2009)
Die Zeit: Heike Buchter über Martin Armstrong (7. Mai 2015)
Homepage von Martin Armstrong


TV-Tipp für den 8. Mai: Citizen Kane

Mai 7, 2015

https://youtu.be/zyv19bg0scg

3sat, 23.15

Citizen Kane (USA 1941, Regie: Orson Welles)

Drehbuch: Herman J. Mankiewicz, Orson Welles (Mitarbeit: Joseph Cotten, John Houseman)

Ein Pressezar stirbt. Ein Journalist recherchiert für einen Artikel sein Leben. Aber die letzte Frage, was Rosebud sei, kann er nicht beantworten.

Einer der unumstrittenen Filmklassiker.

Mit Orson Welles, Joseph Cotten

Wiederholung: Sonntag, 10. Mai, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über “Citizen Kane”

RBB über “Citizen Kane”

Classic Movie Favorites über “Citizen Kane”

Drehbuch “Citizen Kane” von Herman J. Mankiewicz und Orson Welles

Senses of Cinema über Orson Welles


Neu im Kino/Filmkritik: „Der Babadook“ lässt dich nicht los

Mai 7, 2015

Immer wieder wird nach Innovationen gerufen. Und dann sieht man einen Film wie „Der Babadook“, der einfach nur, mit kleinen Variationen, eine bekannte Geschichte erzählt und man freut sich über einen herrlich altmodischen Horrorfilm.
Seit dem Unfalltod ihres Mannes vor fast sieben Jahren erzieht die introvertierte Krankenschwester Amelia (Essie Davis) ihren, höflich formuliert, schwer erziehbaren Sohn Samuel (Noah Wiseman). Eines Tages entdeckt Samuel in seinem Zimmer das aus dem Nichts aufgetauchte Kinderbuch „Mister Babadook“. Er glaubt, dass der Babadook das Monster aus seinen Träumen ist. Amelia hält das für Quatsch, aber, wie es in dem Buch steht: wenn man den Babadook gerufen hat, kommt er und raubt einem zuerst den Schlaf.
Dass Amelia jetzt das Buch und den Babadook, der sich immer mehr in ihr Leben einmischt, nicht los wird, dürfte niemand überraschen.
Aber wie Jennifer Kent in ihrem Debütfilm diese Geschichte erzählt, schon. Auf der einen Seite folgt sie sehr traditions- und stilbewusst den Genreregeln. Der Babadook scheint direkt aus einem expressionistischem deutschen Stummfilmhorrorfilm entsprungen zu sein. Die sich auf die dunklen Töne fokussierende Farbpalette erinnert an die alten SW-Horrorfilme. Die Ausstattung ist artifiziell, zeitlos und hat immer die Patina von vergangenen, besseren Zeiten. Allein das verschafft dem Film von Genrefans schon lobende Worte. Immerhin ist die Zahl der guten Horrorfilme überschaubar, während schlechte Horrorfilme, vor allem im Found-Footage- oder Torture-Porn-Subgenre, sich wie Schmeißfliegen vermehren.
Gleichzeitig erzählt Kent im Gewand eines Horrorfilms von einem problematischen Abhängigkeitsverhältnis. Amelia und Samuel brauchen sich gegenseitig. Samuel kann ein lieber Junge sein, der sich liebevoll um seine Mutter kümmert, die den Tod ihres Mannes immer noch nicht verarbeitet hat. Ihr Mann starb bei einem Autounfall auf dem Weg zum Krankenhaus. Die schwangere Amelia und ihr Kind Samuel überlebten. Bis heute hat sie diesen Verlust nicht überwunden und Samuel weiß, dass bei seiner Geburt sein Vater starb. Eine traumatischere Mutter-Sohn-Beziehung kann es wohl kaum geben.
Kent erzählt auch von den Folgen des Verdrängen. Denn selbstverständlich symbolisiert der Babadook auch Amelias erfolglosen Bemühungen, den Tod ihres Mannes zu verdrängen. Aber das Verdrängte kommt irgendwann zurück. Eben diese emotionale Reise von Amelia verleiht dem Film eine zuletzt im Horrorfilm selten gesehene Tiefe.
Dabei erzählen Horrorfilme und Horrorgeschichten immer von unseren Ängsten und dem was wir und die Gesellschaft unterdrücken oder verdrängen.
Laut IMDB erhielt der Film bis jetzt 37 Preise und 51 Nominierungen, was für einen kleinen Independent-Film aus Australien enorm ist und eigentlich alles über seine Qualitäten sagt. Essie Davis (derzeit die 20-Jahre-Krimiserie „Miss Fisher’s Murder Mysteries“ [Miss Fishers mysteriöse Mordfälle]) erhielt für ihre überragende Interpretation der psychisch kranken und überforderten Mutter etliche Preise.
Stephen King, der ja gerne Bücher und Filme von Kollegen lobt, und William Friedkin, der das seltener tut, waren ebenfalls begeistert von „Der Babadook“ und für BBC-Filmkritiker Mark Kermode ist „Der Babadook“ der beste Film des letzten Jahres.
Hm, bei so viel Lob, sollte ich vielleicht jetzt, in bester Alfred-Hitchcock-Tradition sagen: „Es ist nur ein Film.“
Aber ein verdammt guter, äußerst stilbewusster, gut gespielter Horrorfilm, der Schocks mit einer emotionalen Geschichte verbindet. Ja, „you can’t get rid of The Babadook“.

Der Babadook - Plakat

Der Babadook (The Babadook, Australien 2014)
Regie: Jennifer Kent
Drehbuch: Jennifer Kent
mit Essie Davis, Noah Wiseman, Daniel Henshall, Hayley McElhinney, Barbara West, Ben Winspear
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Babadook“
Moviepilot über „Der Babadook“
Metacritic über „Der Babadook“
Rotten Tomatoes über „Der Babadook“ (Frischegrad: 98 Prozent)
Wikipedia über „Der Babadook“ 

Ein Interview mit Jennifer Kent über den Film

und eines mit Jennifer Kent und Essie Davie


Neu im Kino/Filmkritik: „Hedi Schneider steckt fest“ und nimmt es mit Humor

Mai 7, 2015

Auf der diesjährigen Berlinale kam „Hedi Schneider steckt fest“ gut an. Immerhin war es nach zahlreichen sehr ernsten Filmen, in denen das Elend der Welt behandelt wird, und „Fifty Shades of Grey“ eine kurze und kurzweilige Komödie über ein ernstes Thema. Regisseurin Sonja Heiss behandelt es nämlich erfrischend undeutsch. Denn immer wenn sie vor der Frage steht, ob sie den dramatischen oder den komischen Weg wählen soll, wählt sie den komödiantischen Weg, was dann, immerhin geht es um eine Angststörung, die bei Hedi Schneider (Laura Tonke) ausbricht, als sie im Fahrstuhl stecken bleibt. Diese Störung wirft sie aus der Bahn. Sie verliert ihre Arbeit. Ihr Mann Uli (Hans Löw) muss sich um sie und ihren Sohn Finn (Leander Nitsche) kümmern. Der geplante Afrika-Trip entfällt und auch Uli wird, weil er wegen seiner beruflichen Umorientierung nach Afrika kündigte, arbeitslos.
Es ist Sonja Heiss („Hotel Very Welcome“) hoch anzurechnen, dass sie aus dieser Konstellation kein typisch deutsches Sozialdrama drehte, sondern immer wieder die absurden Momente betont, die durch die Krankheit (und den damit verbundenen Stimmungsschwankungen) entstehen.
Aber mit der Zeit wirkt das auch wie eine Strategie, um sich nicht wirklich mit der Krankheit zu beschäftigen. Sie erscheint dann wie ein lästiger Schnupfen. Das Herumlungern im Bett, das Einwerfen der bunten Pillen, der Kauf eines Haustieres und die absurden Gespräche werden alle zu hübschen Anekdoten.
Wirklich ärgerlich ist aber der dritte Akt, in dem wir Hedi Schneider und die Filmcrew bei einem Trip nach Norwegen begleiten dürfen. Denn eigentlich ist Hedi, wenn sie am Ende des zweiten Akts, nachdem Uli eine Nacht bei einer anderen Frau verbrachte (was später nicht mehr angesprochen wird), mit ihrem Sohn Finn spielt, von ihrer Krankheit geheilt. Mit diesem Bild des familiären Glücks könnte „Hedi Schneider steckt fest“ enden. Aber dann bricht die Kleinfamilie zum Norwegen-Urlaub auf, der dem vorher erzählten nichts Neues hinzufügt und – vor allem wenn man sich den Trailer angesehen hat und sich ausmalt, was für dramatische Verwicklungen es in Norwegen hätte geben können – in jeder Beziehung vollkommen verschenkt ist. In dem Moment zeigt sich wieder das gesamte Elend des deutschen Films: wir haben die Schauspieler, wir haben die Techniker, aber wir haben nicht die Macher, die wissen, was sie erzählen wollen und die daher nicht wissen, wann ihre Geschichte zu Ende ist.

Hedi Schneider steckt fest - Plakat

Hedi Schneider steckt fest (Deutschland/Norwegen 2014)
Regie: Sonja Heiss
Drehbuch: Sonja Heiss
mit Laura Tonke, Hans Löw, Leander Nitsche, Melanie Straub, Simon Schwarz, Margarita Broich
Länge: 92 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Filmportal über „Hedi Schneider steckt fest“
Film-Zeit über „Hedi Schneider steckt fest“
Moviepilot über „Hedi Schneider steckt fest“
Wikipedia über Sonja Heiss


Neu im Kino/Filmkritik: „Der Knastcoach“ ist kein guter Trainer

Mai 7, 2015

„Der Knastcoach“ hat eine Idee – ein ehrlicher Afroamerikaner ohne jede Gefängniserfahrung bereitet einen Millionär auf das Gefängnis vor – aber keine Ahnung, was er mit dieser Idee anfangen soll und keine Pointe. Und, auch wenn die Macher das Gegenteil behaupten, der Film ist keine Sozialsatire. Es ist auch keine Satire (oder höchstens eine fehlgeleitete) und keine Komödie. Jedenfalls wenn man von einer Komödie mehr als etwas Klamauk und das Abspulen der offensichtlichsten Gags erwartet, die sich einfach aus dem Abspulen bekannter Klischees über Schwarze und Schwule ergeben.
Hedge-Fonds-Manager James King (Will Ferrell), ein aufgeblasener Trottel mit der sozialen Kompetenz eines Backsteins und der Intelligenz eines Hohlkörpers, wird als Finanzbetrüger angeklagt und, obwohl unschuldig, zu einer zehnjährigen Haftstrafe in San Quentin unter den ganz bösen Buben verurteilt. Dieser King hat natürlich Angst vor dem Gefängnis. Während sein künftiger Stiefvater Martin (Craig T. Nelson) ihm versichert, dass er herausfinden werde, wer ihn hereingelegt habe, beginnt der vollkommen unschuldige und zu Unrecht verurteilte King sich auf das Gefängnis vorzubereiten. Er bittet den ersten Afroamerikaner, der ihm über den Weg läuft, ihn auf das Gefängnis vorzubereiten. Denn statistisch gesehen war jeder Schwarze schon einmal im Gefängnis. Dummerweise hat James Darnell Lewis (Kevin Hart), Chef einer kleinen Autopflegefirma, glücklich verheiratet mit einer Tochter, die er auf eine bessere Schule schicken möchte, noch nie etwas Unrechtes getan. Aber er braucht das Schulgeld für seine Tochter und King könnte es bezahlen. Also willigt Lewis für diesen Geldbetrag ein, James King auf das Gefängnis vorzubereiten. Er bedient sich dabei der auch ihm bekannten Knastklischees.
Weil so ein kleines Bootcamp, das sich weitgehend in verbalen Blödeleien erschöpft, nicht abendfüllend ist, gibt es auch noch eine „Geschichte“. Denn irgendwann glaubt Lewis, dass King unschuldig ist und er will ihn vor dem Gefängnis bewahren.

Der Knastcoach - Plakat

Der Knastcoach (Get Hard, USA 2015)
Regie: Etan Cohen
Drehbuch: Jay Martel, Ian Roberts, Etan Cohen (nach einer Geschichte von Adam McKay, Jay Martel und Ian Roberts)
mit Will Ferrell, Kevin Hart, Craig T. Nelson, Alison Brie, Edwina Findley Dickerson, Ariana Neal, Erick Chavarria, T.I., Paul Ben-Victor, John Mayer
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Knastcoach“
Moviepilot über „Der Knastcoach“
Metacritic über „Der Knastcoach“
Rotten Tomatoes über „Der Knastcoach“
Wikipedia über „Der Knastcoach“


Die KrimiZeit-Bestenliste Mai 2015

Mai 7, 2015

Auf der Krimizeit-Bestenliste für den Wonnemonat Mai stehen:
1 (10) James Lee Burke: Sturm über New Orleans
2 (2) Zoë Beck: Schwarzblende
3 (3) James Ellroy: Perfidia
4 (4) Mike Nicol: Bad Cop
5 (1) William McIlvanney: Die Suche nach Tony Veitch
6 (5) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Suburra
7 (6) Adrian McKinty: Die verlorenen Schwestern
8 (7) Alan Carter: Prime Cut
9 (-) Benjamin Black : Die Blonde mit den schwarzen Augen
10 (-) Dominique Manotti: Abpfiff

In ( ) steht die Platzierung vom Vormonat.


TV-Tipp für den 7. Mai: Pulp Fiction

Mai 6, 2015

Vox, 22.00

Pulp Fiction (USA 1994, Regie: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Wiederholung: Freitag, 8. Mai, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Pulp Fiction”

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz, Comic)


Kurzkritik: Ray Banks: Dead Money

Mai 6, 2015

Eigentlich ist „Dead Money“ von Ray Banks ein Buch für mich. Immerhin ist es ein waschechter Noir, in dem der Erzähler sich immer mehr in die Scheiße reitet. Dabei hat Alan Slater einen halbwegs guten Job. Er ist Vertreter. Er ist auch ziemlich glücklich verheiratet, hat einen Hund und eine Freundin. Aber er ist auch ein Trinker, ein Spieler und befreundet mit Les Beale, einem Arbeitskollegen, der als echter Stinkstiefel nur auf Ärger aus ist und der schon sein ganzes Vermögen verzockt hat.
Eines Nachts, nach einigen unglücklich verlaufenen Spielen, ruft er Slater an. Er müsse ihm beim Entsorgen einer Leiche helfen. Slater tut es. Denn: „Wie geht dieser alte Witz? Ein Freund hilft dir beim Möbeltragen, aber ein guter Freund hilft dir beim Leichentragen? Naja, war dann doch nicht so lustig, wenn’s drauf ankam.“ Denn selbstverständlich verschwindet eine Leiche nicht einfach so.
Das gleiche gilt für Spielschulden, die Beale hat und die zu Slaters Problem werden, weil er ihn, ohne dessen Wissen, als Bürgen nannte. Jetzt hätte der Kreditgeber, ein Kredithai, gerne sein Geld mit Zinsen zurück.
Gut, die Story ist Standard-Noir. Auch die Charaktere, ihre Jobs (Vertreter!) und Probleme (Alkoholismus, Spielsucht, allgemeine und spezielle Unzufriedenheit mit dem Leben, Ehebruch und Sex mit der falschen Frau) gehören zum festen Noir-Inventar und Ray Banks benutzt es in seinem Debütroman „The Big Blind“ (den er in einer überarbeiteten Form als „Dead Money“ wieder veröffentlichte) auch mit dem Wissen eines Kenners, das ihm auch gleich das Lob von Kritikern und Kollegen, wie Ken Bruen, Simon Kernick und Allan Guthrie, einbrachte.
Aber trotzdem wurde ich nicht wirklich warm mit dem Buch. Es gefiel mir nicht so gut, wie es mir eigentlich hätte gefallen müssen und ich glaube, dass es an der Sprache (also der Übersetzung) liegt, mit der ich nicht warm wurde.
Banks - Dead Money
Ray Banks: Dead Money
(übersetzt von Antje Maria Greisiger)
Polar Verlag, 2015
208 Seiten
12,90 Euro

Originalausgabe
Dead Money
Blasted Heath, 2011

Vom Autor überarbeitete Ausgabe von „The Big Blind“ (PointBlank Press, 2004)

Hinweise
Homepage von Ray Banks
Krimi-Couch über Ray Banks
Shotsmag interviewt Ray Banks (schon etwas älter, zu seinem ersten Cal-Innes-Roman „Saturday’s Child“)


DVD-Kritik: „The Twilight Zone – Staffel 4“, weniger Geschichten, dafür länger

Mai 5, 2015

Für die vierte Staffel der grandiosen und einflussreichen Anthologieserie „The Twilight Zone“ wurde die Episodenlänge von 25 Minuten auf 50 Minuten geändert, was nicht unbedingt ein Vorteil war. Denn bislang lag der Reiz der schwarzhumorigen ‚unwahrscheinlichen Geschichten“ in der Kürze, die ohne Umwege vom Set-Up zur meist schwarzhumorigen Pointe führt.
Bei der doppelten Länge hatten die Macher dann mehr Zeit, um ihre Charaktere zu charakterisieren und dabei immer noch deutlich unter der Länge eines Spielfilms zu bleiben. Das führt dazu, dass die achtzehn Geschichten der vierten Staffel nicht die Durchschlagkraft der kürzeren Geschichten haben, sondern oft wie eine gestreckte Kurzgeschichte (und mehr sind die klassischen „The Twilight Zone“-Geschichten nicht) mit einer dann absehbaren Pointe wirkt.
Das heißt jetzt nicht, dass die Geschichten schlecht sind. So lässt sich die Auftaktepisode „Wie ein Spiegelbild“ (In his Image) viel Zeit, um die Verunsicherung bei Alan Talbot zu zeigen, dessen Leben auseinanderfällt. Er ist ohne eine Erklärung zu spät bei seiner Freundin, die er in einigen Tagen heiraten will. Als sie in seinen Heimatort fahren, ist dort vieles anders, als er es in Erinnerung hat. Innerhalb einer Woche hat sich mehr verändert als in den letzten zwanzig Jahren und niemand erkennt ihn. Auch er kennt niemanden und das Labor, in dem er arbeitet, existiert nicht. Dann bemerkt er durch eine Verletzung, dass er ein Roboter ist. Das könnte jetzt das Ende der Episode sein, aber es gibt noch eine Drehung. Talbot findet seinen Erbauer und dieser erklärt ihm sehr ausführlich, warum er ihn geschaffen hat. Und es gibt darauf aufbauend eine hübsche Schlusspointe. Jedenfalls für Talbots Erbauer.
„Er ist zurück“ (He’s alive) ist ein Showcase für Dennis Hopper, der einen jungen Nazi spielt. Die Geschichte schildert seine Anfänge in der US-Provinz und wie er, inspiriert von einem zunächst unbekanntem Ratgeber, der sich später als ‚Geist‘ von Adolf Hitler zu erkennen gibt, eine Gefolgschaft um sich scharrt. Rod Serlings Geschichte ist eine psychologisch glaubwürdige Fallstudie zum Faschismus, wie er weiterlebt und auch was gegen Hassprediger jeder Couleur getan werden kann. Im Gegensatz zu den anderen „The Twilight Zone“-Geschichten ist hier der pädagogische Zeigefinger und die Botschaft überdeutlich zu sehen, weshalb „Er ist zurück“ als „The Twilight Zone“-Geschichte eher enttäuscht (denn unwahrscheinlich ist hier nichts, nur,, auch ohne Pegida, unheimlich in ihrer Alltäglichkeit), aber als zeitlose Warnung vor dem Faschismus, wie menschenfeindliches Denken sich ausbreitet und wer ihre Propagandisten sind, ist es eine gelungene Episode, die auch zeigt, wozu Fernsehen in der Lage ist. Außerdem vertrat Serling hier so offen wie selten seine politischen und philosophischen Überzeugungen.
Mehr Geschichten will ich jetzt nicht spoilern. Denn auch bei der doppelten Länge sind sie gut und unterhaltsam. Es gibt auch wieder einige noch heute bekannte Gesichter zu entdecken. „Hulk“ Bill Bixby, den schon erwähnten Dennis Hopper, Paul Mazursky (der heute als Regisseur bekannter ist), Jack Klugman, Robert Duvall, Burgess Meredith, Steve Forrest, Martin Balsam, Pat Hingle, James Whitmore, James Broderick und Burt Reynolds sind dabei. Teilweise noch am Anfang ihrer Karriere.
Einige Episoden wurden von Stuart Rosenberg, Don Medford, Buzz Kulik, David Lowell Rich, Lamont Johnson, die neben ihrer Serienarbeit, auch für frühere „The Twilight Zone“-Staffeln, auch einige erfolgreiche Spielfilme inszenierten.
Geschrieben wurden die Geschichten hauptsächlich von Rod Serling (sechs Geschichten, was deutlich weniger als in den früheren Staffeln ist) und Charles Beaumont (ebenfalls sechs Geschichten). Zwei Geschichten sind von Richard Matheson. Eine von Reginald Rose („Die zwölf Geschworenen“, „Die Wildgänse kommen“).
Die vierte „The Twilight Zone“-Staffel lag also weiterhin in den bewährten Händen. Dennoch wurde In der darauffolgenden fünften und letzten Staffel (bevor die Reihe später zweimal wiederbelebt wurde) wurde wieder auf das halbstündige Format, das besser zu den Horror- und Science-Fiction-Geschichten aus der Twilight Zone passt, zurückgegangen.
Das Bonusmaterial ist gewohnt überzeugend und umfangreich ausgefallen. Das Kernstück sind dabei die neunzehn Audiokommentare zu den achtzehn Episoden.
Weil die vierte Staffel nicht synchronisiert wurde und auch nicht im TV lief, gibt es die Geschichten nur im englischen Original mit ausblendbaren Untertiteln.

The Twilight Zone - Staffel 4 - DVD-Cover

The Twilight Zone – Staffel 4 (The Twilight Zone – Season 4, USA 1963)
Erfinder: Rod Serling

DVD
Koch Media
Bild: 1,33:1 (4:3, SW)
Ton: Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: 19 Audiokommentare, Isolierte Filmmusik zu allen 18 Episoden, Hörspielfassungen, Audio- und Videointerviews mit Cast & Crew, Sketch aus ‚Saturday Night Live‘, Outtakes, Clips, Promos
Länge: 904 Minuten (6 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Wikipedia über „The Twilight Zone“ (deutsch, englisch)

The Rod Serling Memorial Foundation

PBS: American Masters: Rod Serling

The Guardian: Phelim O’Neill: Why The Twilight Zone puts today’ TV sci-fi to sham (7. Mai 2011)

Meine Besprechung von “The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 1″ (USA 1959/1960)

Meine Besprechung von „The Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten: Staffel 3“ (USA 1961/1962)


TV-Tipp für den 6. Mai: Kirmes

Mai 5, 2015

RBB, 22.45
Kirmes (Deutschland 1960, Regie: Wolfgang Staudte)
Drehbuch: Wolfgang Staudte, Claus Hubalek
1944: ein junger Deserteur flüchtet in seinen Heimatort in der Eifel. Er hofft auf Hilfe.
Bitteres, selten gezeigtes Kriegsdrama
„Das ist seit Wickis ‚Brücke‘ immerhin der wichtigste, anständigste deutsche Zeitfilm, der sich offen der Vergangenheit stellt. Vielleicht hat er mich deshalb noch stärker beeindruckt, weil er nicht mit dem Zusammenbruch endet. (…) Staudtes Antwort ist genau, aber bitter.“ (Hans-Dieter Ross, Süddeutsche Zeitung, 1960)
mit Götz George, Juliette Mayniel, Hans Mahnke, Wolfgang Reichmann, Benno Hoffmann
Hinweise
Filmportal über „Kirmes“
Wikipedia über „Kirmes“


Cover der Woche

Mai 5, 2015

Willeford - Sideswipe


Die Edgars 2015

Mai 5, 2015

In New York City (die Stadt, nie niemals aufsteht, weil sie niemals schläft. Oder so.) verliehen die Mystery Writers of America die diesjährigen Edgar-Allan-Poe-Preise:
Best Novel
Mr. Mercedes (Mr. Mercedes), von Stephen King (Scribner)
nominiert
This Dark Road to Mercy, von Wiley Cash (Morrow)
Wolf, von Mo Hayder (Atlantic Monthly Press)
The Final Silence, von Stuart Neville (Soho Press)
Saints of the Shadow Bible (Schlafende Hunde), by Ian Rankin (Little, Brown)
Coptown, von Karin Slaughter (Ballantine)

Best First Novel by an American Author
Dry Bones in the Valley, von Tom Bouman (Norton)
nominiert
Invisible City, von Julia Dahl (Minotaur)
The Life We Bury, von Allen Eskens (Seventh Street)
Bad Country, von C.B. McKenzie (Minotaur/Thomas Dunne)
Shovel Ready, von Adam Sternbergh (Crown)
Murder at the Brightwell, von Ashley Weaver (Minotaur/Thomas Dunne)

Best Paperback Original
The Secret History of Las Vegas, von Chris Albani (Penguin)
nominiert
Stay With Me, von Alison Gaylin (Morrow)
The Barkeep, von William Lashner (Thomas & Mercer)
The Day She Died, von Catriona McPherson (Midnight Ink)
The Gone Dead Train, von Lisa Turner (Morrow)
World of Trouble, von Ben H. Winters (Quirk)

Best Fact Crime
Tinseltown: Murder, Morphine, and Madness at the Dawn of Hollywood, von William Mann (Harper)
nominiert
Kitty Genovese: The Murder, the Bystanders, the Crime that Changed America, von Kevin Cook (Norton)
The Savage Harvest: A Tale of Cannibals, Colonialism, and Michael Rockefeller’s Tragic Quest for Primitive Art, von Carl Hoffman (Morrow)
The Other Side, von Lacy M. Johnson (Tin House)
The Mad Sculptor: The Maniac, the Model, and the Murder that Shook the Nation, von Harold Schechter (New Harvest)

Best Critical/Biographical
Poe-Land: The Hallowed Haunts of Edgar Allan Poe, von J.W. Ocker (Countryman Press)
nominiert
The Figure of the Detective: A Literary History and Analysis, von Charles Brownson (McFarland & Company)
James Ellroy: A Companion to the Mystery Fiction, von Jim Mancall (McFarland & Company)
Kiss the Blood Off My Hands: Classic Film Noir, von Robert Miklitsch (University of Illinois Press)
Judges & Justice & Lawyers & Law: Exploring the Legal Dimensions of Fiction and Film, von Francis M. Nevins (Perfect Crime)

Best Short Story
What Do You Do?, von Gillian Flynn (aus Rogues, herausgegeben von George R.R. Martin und Gardner Dozois; Ballantine)
nominiert
The Snow Angel, von Doug Allyn (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], January 2014)
200 Feet, von John Floyd (The Strand Magazine, February-May 2014)
Red Eye, von Dennis Lehane vs. Michael Connelly (aus FaceOff [FaceOff – Doppeltes Spiel], herausgegeben von David Baldacci; Simon & Schuster)
Teddy, von Brian Tobin (EQMM, May 2014)

Best Juvenile
Greenglass House, von Kate Milford (Houghton Mifflin Harcourt Books for Young Readers)
nominiert
Absolutely Truly, von Heather Vogel Frederick (Simon & Schuster Books for Young Readers)
Space Case, von Stuart Gibbs (Simon & Schuster Books for Young Readers)
Nick and Tesla’s Super-Cyborg Gadget Glove, von “Science Bob” Pflugfelder and Steve Hockensmith Quirk)
Saving Kabul Corner, von N.H. Senzai (Paula Wiseman)
Eddie Red, Undercover: Mystery on Museum Mile, von Marcia Wells (Houghton Mifflin Harcourt Books for Young Readers)

Best Young Adult
The Art of Secrets, von James Klise (Algonquin Young Readers)
nominiert
The Doubt Factory, von Paolo Bacigalupi (Little, Brown Books for Young Readers)
Nearly Gone, von Elle Cosimano (Penguin Young Readers Group/Kathy Dawson)
Fake ID, von Lamar Giles (HarperCollins Children’s Books/Amistad)
The Prince of Venice Beach, von Blake Nelson (Little, Brown Books for Young Readers)

Best Television Episode Teleplay
Episode 1, Happy Valley, Drehbuch von Sally Wainwright (Netflix)
nominiert
The Empty Hearse (Der leere Sarg), Sherlock, Drehbuch von Mark Gatiss (Hartswood Films/Masterpiece)
Unfinished Business, Blue Bloods, Drehbuch von Siobhan Byrne O’Connor (CBS)
Dream Baby Dream, The Killing, Drehbuch von Sean Whitesell (Netflix)
Episode 6, The Game, Drehbuch von Toby Whithouse (BBC America)

The Simon & Schuster/Mary Higgins Clark Award
The Stranger You Know, von Jane Casey (Minotaur)
nominiert
A Dark and Twisted Tide, von Sharon Bolton (Minotaur)
Invisible City, von Julia Dahl (Minotaur)
Summer of the Dead, von Julia Keller (Minotaur)
The Black Hour, von Lori Rader-Day (Seventh Street)

Robert L. Fish Memorial Award
Getaway Girl, von Zoë Z. Dean (EQMM)

Grand Master
Lois Duncan
James Ellroy

Raven Awards
Ruth und Jon Jordan, Crimespree Magazine
Kathryn Kennison, Magna Cum Murder

Ellery Queen Award
Charles Ardai, Herausgeber und Gründer von Hard Case Crime

Herzliche Glückwunsch an alle nominierten und ausgezeichneten Autoren.
(via The Rap Sheet)


Erste Runde für Old Peculier Crime Novel of the Year Award 2015

Mai 4, 2015

Die Longlist für den diesjährigen „Old Peculier Crime Novel of the Year Award“ ist draußen. Es konnten Krimis nominiert werden, die zwischen dem 1. Mai 2014 und dem 30. April 2015 auf der Insel erschienen sind und die britische und irische Krimiautoren und ihre Werke auszeichnet. Die Liste empfehlenswerter Kriminalromane (jaja, eine Vermutung. Aber eine auf Erfahrung gestützte Vermutung) besteht aus:
• Eeny Meeny, von M.J. Arlidge (Michael Joseph)
• The Facts of Life and Death (Mädchenbeute), von Belinda Bauer (Black Swan)
• The Ghost Runner, von Parker Bilal (Bloomsbury)
• The Strangler Vine, von M.J. Carter (Fig Tree)
• The Axeman’s Jazz, von Ray Celestin (Mantle)
• Personal, von Lee Child (Bantam)
• The Killing Season (Der Rushhour-Killer), von Mason Cross (Orion)
• Bryant & May: The Bleeding Heart, von Christopher Fowler (Bantam)
• The Outcast Dead, von Elly Griffiths (Quercus)
• The Telling Error, von Sophie Hannah (Hodder & Stoughton)
• Darkness, Darkness, von John Harvey (Arrow)
• Someone Else’s Skin, von Sarah Hilary (Headline)
• The Devil in the Marshalsea, von Antonia Hodgson (Hodder & Stoughton)
• Entry Island, von Peter May (Quercus)
• Disappeared, von Anthony Quinn (Head of Zeus)
• Saints of the Shadow Bible (Schlafende Hunde), von Ian Rankin (Orion)
• The Farm (Ohne jeden Zweifel), von Tom Rob Smith (Simon & Schuster)
• A Lovely Way to Burn, von Louise Welsh (John Murray)

Am 15. Juni wird dann eine Shortlist mit sechs Romanen veröffentlicht und am 16. Juli wird der Gewinner auf dem Theakstons Old Peculier Crime Writing Festival in Harrogate bekannt gegeben.
Wer mitmachen will, sollte hier klicken.
(via The Rap Sheet)


Die Agatha-Preise 2015

Mai 4, 2015

Bei der inzwischen schon 27. Malice Domestic Conference wurden die Agatha-Awards verliehen. Der Preis geht an traditionelle Kriminalromane (also ohne expliziten Sex und ohne überflüssige Gewalt; vulgo Cozys oder Werke in der Tradition von Agatha Christie), die normalerweise nicht mein Bier sind.
Ausgezeichnet wurden:
Best Contemporary
Truth Be Told, von Hank Phillippi Ryan (Forge)
nominiert
The Good, the Bad, and the Emus, von Donna Andrews (Minotaur)
A Demon Summer, von G.M. Malliet (Minotaur)
The Long Way Home, von Louise Penny (Minotaur)
Designated Daughters, von Margaret Maron (Grand Central)

Best Historical Novel
Queen of Hearts, von Rhys Bowen (Berkley)
nominiert
Hunting Shadows, von Charles Todd (Morrow)
An Unwilling Accomplice, von Charles Todd (Morrow)
Wouldn’t It Be Deadly, von D.E. Ireland (Minotaur)
Murder in Murray Hill, von Victoria Thompson (Berkley)

Best First Novel
Well Read, Then Dead, von Terrie Farley Moran (Berkley)
nominiert
Circle of Influence, von Annette Dashofy (Henery Press)
Tagged for Death, von Sherry Harris (Kensington)
Finding Sky, von Susan O’Brien (Henery Press)
Murder Strikes a Pose, von Tracy Weber (Midnight Ink)

Best Non-fiction
Writes of Passage: Adventures on the Writer’s Journey, herausgegeben von Hank Phillippi Ryan (Henery Press)
nominiert
400 Things Cops Know: Street-Smart Lessons from a Veteran Patrolman, von Adam Plantinga (Quill Driver)
Death Dealer: How Cops and Cadaver Dogs Brought a Killer to Justice, von Kate Flora (New Horizon Press)
The Art of the English Murder, von Lucy Worsley (Pegasus)
The Poisoner: The Life and Crimes of Victorian England’s Most Notorious Doctor, von Stephen Bates (Overlook)

Best Short Story
The Odds Are Against Us, von Art Taylor (Ellery Queen Mystery Magazine, November 2014)
nominiert
Premonition, von Art Taylor (aus Chesapeake Crimes: Homicidal Holidays, herausgegeben von Barb Goffman und Marcia Talley; Wildside Press)
The Shadow Knows, von Barb Goffman (aus Chesapeake Crimes: Homicidal Holidays)
Just Desserts for Johnny, von Edith Maxwell (Kings River Life Magazine, January 4, 2014)
The Blessing Witch, von Kathy Lynn Emerson (aus Best New England Crime Stories 2015: Rogue Wave, herausgegeben von Mark Ammons, Katherine Fast, Barbara Ross und Leslie Wheeler; Level Best)

Best Children’s/Young Adult
The Code Buster’s Club, Case #4, The Mummy’s Curse, von Penny Warner (Egmont USA)
nominiert
Andi Under Pressure, von Amanda Flower (ZonderKidz)
Greenglass House, von Kate Milford (Clarion)
Uncertain Glory, von Lea Wait (Islandport Press)
Found, von Harlan Coben (Putnam Juvenile)

Lifetime Achievement Award
Sara Paretsky

(via The Rap Sheet)