TV-Tipp für den 4. November: No Country for Old Men

November 3, 2020

Kabel 1, 22.35

No Country for Old Men (No Country for Old Men, USA 2007)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005 (Kein Land für alte Männer)

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Freitag, 6. November, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


Cover der Woche

November 3, 2020

political fanfiction, aber wenn es der Wahrheitsfindung dient


TV-Tipp für den 3. November: Wahlen in den USA

November 2, 2020

ARD, 22.50

ZDF, 20.15 (unterbrochen von der „Anstalt“ und „Markus Lanz“)

3sat, 22.00

RTL, 20.15

Arte, 20.15 (mit den spielfilmlangen Dokus „U$A“ [Luxemburg/Frankreich 2020] um 20.15 Uhr, „Aus der Traum – Die Amerikaner im Wahljahr“ [Deutschland 2020; genaugenommen der vierte und fünfte Teil einer fünfteiligen Dokureihe] um 21.45 Uhr und „America“ [Frankreich 2017] um 23.35 Uhr setzt Arte gewohnt souverän eigene Duftmarken zur Wahlnacht. Alle Dokus sind TV-Premieren.)

Heute wird in den USA gewählt und die TV-Sender berichten ausführlich darüber.

Auch wenn das endgültige Wahlergebnis erst in einigen Tagen feststehen wird, ist zu Hoffen, dass Joe Biden mit einem deutlichen Vorsprung gewinnt und die Demokraten die Mehrheit im Senat bekomment und im Repräsentantenhaus ihre Mehrheit halten und ausbauen können. Danach können sie beginnen, den Saustall, den Trump und die Republikaner hinterlassen haben, aufzuräumen.


Die Krimibestenliste November 2020

November 2, 2020

Sehen wir das Positive: Jetzt ist viel Zeit zum lesen guter Bücher. Eine Entscheidungshilfe bei der Wahl guter Krimis bietet die monatliche Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur. Aktuell empfiehlt sie:

1. Denise Mina – Götter und Tiere (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Englisch von Karin Gerwig, Ariadne im Argument Verlag, 352 Seiten, 21 Euro..

2. Garry Disher – Hope Hill Drive (Plazierung im Vormonat: 1)

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, 334 Seiten, 22 Euro..

3. Un-Su Kim – Heißes Blut (Plazierung im Vormonat: 9)

Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Europaverlag, 582 Seiten, 24 Euro.

4. Joachim B. Schmidt – Kalmann (Plazierung im Vormonat: 5)

Diogenes, 352 Seiten, 22 Euro.

5. Sara Sligar – Alles, was zu ihr gehört (Plazierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Ulrike Brauns. Hanserblau, 432 Seiten, 16 Euro.

6. Robert Brack – Dammbruch (Plazierung im Vormonat: /)

Ellert & Richter, 240 Seiten, 12 Euro.

7. Marcie Rendon – Stadt, Land, Raub (Plazierung im Vormonat: 8)

Aus dem Englischen von Jonas Jakob. Ariadne im Argument Verlag, 238 Seiten, 13 Euro.

8. Max Annas – Morduntersuchungskommission. Der Fall Melchior Nikoleit (Plazierung im Vormonat: 4)

Rowohlt, 336 Seiten, 20 Euro.

9. Steph Cha – Brandsätze (Plazierung im Vormonat: 2)

Aus dem Englischen von Karen Witthuhn. Ars Vivendi, 336 Seiten, 22 Euro.

10. Éric Plamondon – Taqawan (Plazierung im Vormonat: /)

Aus dem Französischen von Anne Thomas. Lenos, 208 Seiten, 22 Euro.

Und dann gibt es noch James Ellroys gut tausendseitiges Epos „Jener Sturm“ (This Storm, 2019) (Ullstein, 35 Euro), das letzten Monat ein kurzes Gastspiel auf der Liste gab.


Wieder im Chiemgau, dem „Land der bösen Dinge“

November 2, 2020

Mitten in einer kalten und nebligen Herbstnacht wird auf der Landstraße vor dem einsam gelegenem Haus von Tobias Kern, einem LKW-Fahrer mit bunter Vergangenheit, Sami Haddad erschossen. Für die Polizei ist es ein merkwürdiger Mord. Der 34-jährige Kleingangster Haddad wurde nämlich mit seiner eigenen Pistole erschossen. Alles sieht nach einer geplanten Tat aus oder dass er wenigstens den Täter kannte. Aber die Umstände sprechen dagegen. Und warum fuhr der in München lebende Haddad in der Nacht durch die Provinz?

Was die Polizei nicht weiß, ist, dass Haddad fast eine halbe Million Euro in seinem Auto hatte. Als die Polizei am Tatort eintrifft, ist das Geld weg.

Dieses spurlos verschwundene Geld wollen jetzt seine Kumpels aus München, vor denen er floh, und einige andere mehr oder weniger skrupellose Menschen mit einer mehr oder weniger langen Strafakte haben.

Vier Jahre nach seinem letzten in Traunstein und im Landkreis Altötting spielendem Krimi „Ein Dorf in Angst“ hat Wolfgang Schweiger einen neuen Altötting-Krimi geschrieben, der nur deshalb als „Heimatkrimi“ gelabelt wird, weil das ein verkaufsförderndes Label ist. Denn Schweigers Romane haben, außer dem Handlungsort, nichts mit den handelsüblichen, bei Kritikern normalerweise verhassten Regio-/Provinz-/Heimatkrimis zu tun. Es sind an US-amerikanischen Hardboiled-Vorbildern geschulte Kriminalromane, die diese Themen und Motive gelungen nach Deutschland übertragen. Es sind Romane, wie sie früher Elmore Leonard schrieb oder wie sie heute im Polar Verlag veröffentlicht werden und die hundertprozentig nicht der etablierten Krimiformel von Mord, Sozialkritik und anschließender Aufklärung durch die mit privaten Problemen belasteten Ermittler folgen.

Im „Land der bösen Dinge“ bewegt die Story sich sogar stark in Richtung Western. Die Geschichte spielt fast ausschließlich auf einsam gelegenen Bauernhöfen. Konflikte werden ohne die Polizei gelöst und zitiert immer wieder bekannte Western-Topoi. Auch wenn Kerns Lieblingswaffe eine Machete ist.

In dieser Welt hat die Polizei nur eine Nebenrolle. Da fällt es kaum auf, dass Schweiger mit Simone Gerber eine neue Kommissarin ermitteln lässt und das aus seinen vorherigen Romanen bekannte Ermittlerduo Gruber/Bischoff nicht auftaucht.

Wolfgang Schweiger: Land der bösen Dinge

BoD – Books on Demand, 2020

222 Seiten

9,99 Euro

Hinweise

Homepage von Wolfgang Schweiger

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Wolfgang Schweiger

Meine Besprechung von Wolfgang Schweigers „Der höchste Preis” (2008)

Meine Besprechung von Wolfgang Schweigers „Tödlicher Grenzverkehr“ (2010)

Meine Besprechung von Wolfgang Schweigers „Duell am Chiemsee“ (2014)

Meine Besprechung von Wolfgang Schweigers „Ein Dorf in Angst“ (2016)

Mein Interview mit Wolfgang Schweiger (2014)

 


TV-Tipp für den 2. November: Anatomie eines Mordes

November 1, 2020

Arte, 20.15

Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder, USA 1959)

Regie: Otto Preminger

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)

Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.

Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem dicken Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der in dem Justizkrimi einen seiner Fälle fiktionalisiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.

Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington

Wiederholung: Mittwoch, 4. November, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Anatomie eines Mordes“

Wikipedia über „Anatomie eines Mordes“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Otto Premingers „Unternehmen Rosebud“ (Rosebud, USA 1975)


Scott Snyder, Greg Capullo, Batman, „Der letzte Ritter auf Erden“ und „Der Tod der Familie“

November 1, 2020

Schon die Labelnamen geben die Richtung bei den von Scott Snyder geschriebenen und Greg Capullo gezeichneten Batman-Abenteuern „Der Tod der Familie“ und „Der letzte Ritter auf Erden“ an. „Der Tod der Familie“ erschien jetzt in einer Neuauflage in der „Batman Noir“-Reihe; „Der letzte Ritter auf Erden“ im neuen „DC Black Label“. Düster, sogar ziemlich wahnsinnig und verrückt sind beide Geschichten. Nicht nur, aber auch wegen dem Joker, der in beiden Geschichten der Bösewicht ist.

In „Der letzte Ritter auf Erden“ fragt Bruce Wayne sich, ob er verrückt wurde oder nur einen Alptraum hat. Oder gleich mehrere.

Jedenfalls erwacht er gefesselt in einem Krankenbett im Arkham Asylum. Sein Arzt, Doktor Redmund Hudd aka der Joker, behauptet, dass Wayne seit fast zwanzig Jahren von ihm behandelt werde. Sein Diener Alfred Pennyworth behauptet, er habe seine Eltern ermordet. Beide versuchen ihn zu überzeugen, dass seine Existenz als Verbrechensbekämpfer Batman ein Wahngebilde ist. Kein Wunder, dass Wayne aus der Irrenanstalt ausbrechen möchte.

Kurz darauf ist er in einer postapokalyptischen Wüste. Mit dem munter vor sich hin plapperndem Kopf des Jokers in einer Laterne. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.

Der letzte Ritter auf Erden“ ist sicher eine der ungewöhnlichsten Batman-Geschichten.

Der Tod in der Familie“ fällt dagegen wesentlich konventioneller aus. Nach einem Jahr kehrt der Joker nach Gotham zurück. Als erstes besucht der „Clownprinz des Verbrechens“ (Christian Endres im Vorwort) ein Polizeirevier, das danach etwas anders aussieht. Danach kündigt er im Fernsehen den Tod des Bürgermeisters an. Batman erinnert das an die ersten Verbrechen des Jokers in Gotham. Nur: warum spielt der Joker sie jetzt wieder nach?

Diese Geschichte erschien bereits vor sieben Jahren, auch in einer deutschen Übersetzung, und sie war damals natürlich koloriert. In der „Batman Noir“-Reihe hat man jetzt die Farben weggelassen. So soll ein neuer Blick auf das Werk ermöglicht werden. Für mich war beim Lesen bemerkenswert, wie sehr ich die Farben vermisste.

Scott Snyder/Greg Capullo: Batman: Der letzte Ritter auf Erden

(übersetzt von Ralph Kruhm)

Panini, 2020

188 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Batman: Last Knight on Earth # 1 – 3

DC Black Label, Juli 2019 – Februar 2020

Scott Snyder/Greg Capullo: Batman: Der Tod der Familie

(übersetzt von Steve Kups)

Panini, 2020

148 Seiten

26 Euro

Originalausgabe

Batman: Death of the Family (Batman 13 – 17)

DC Comis, Dezember 2012 – April 2013

Hinweise

Wikipedia über Scott Snyder (deutsch, englisch) und Batman (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Stephen King/Rafael Albuquerques (Zeichner) „American Vampire – Band 1“ (American Vampire, Vol. 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Mateus Santoloucos “American Vampire – Band 2″ (American Vampire, Vol. 6 – 11, 2010/2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Rafael Albuquerque/Danijel Zezeljs “American Vampire – Band 3″ (American Vampire, Vol. 12 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Sean Murphys “American Vampire – Das Überleben des Stärkeren, Band 4″ (American Vampire: The Survival of the Fittest, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Greg Capullos „Batman: Jahr Null – Die geheime Stadt (Band 4)“ (Zero Year – Secret City: Part 1 – 3; Zero Year – Dark City: Part 1 (Batman # 21 – 24), August – Dezember 2013)

Meine Besprechung von Scott Snyder/JamesTynion IV/Greg Capllo/Andy Clarkes „Batman: Jahr Null – Die dunkle Stadt (Band 5)“ (Batman # 25 – # 33, 2014)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Jock/Francesco Francavillas „Batman: Der schwarze Spiegel“ (Detective Comics # 871 – 881, 2011)

Meine Besprechung von Scott Snyder/Kyle Higgins/Trevor McCarthys „Batman: Die Pforten von Gotham“ (Batman: Gates of Gotham # 1 – 5, 2011)