Am Mittwoch wurde die Longlist für den diesjährige Crime Cologne Award veröffentlicht. Folgende deutschsprachigen Kriminalromane sind aus Sicht der Jury preiswürdig:
»Der schlaflose Cheng« von Heinrich Steinfest (Piper Verlag)
»Der Turm der blauen Pferde« von Bernhard Jaumann (Galiani Verlag)
»Das Jahr der Katze« von Christoph Peters (Luchterhand Literaturverlag)
»Schmerzensgeld« von Michael Opoczynski (Benevento Verlag)
»Der dunkle Bote« von Alex Beer (Limes Verlag)
»Berlin Prepper« von Johannes Groschupf (Suhrkamp Verlag)
»Liebes Kind« von Romy Hausmann (dtv Verlag)
»Versuchung« von Florian Harms (Benevento Verlag)
»Die Einsamkeit der Schuldigen – Das Verlies« von Nienke Jos (Gmeiner Verlag)
»Sojus« von Martin von Arndt (Ars Vivendi Verlag)
»Der Würfel« von Bijan Moini (Atrium Verlag)
»Im Jahr der Finsternis« von I.L. Callis (Emons Verlag)
Die Jury besteht aus Mike Altwicker (Vorsitz, Buchhändler), Petra Pluwatsch (Journalistin), Marc Raabe (Autor), Birgitt Schippers (Journalistin) und Margarete von Schwarzkopf (Kritikerin).
Die Verleihung des mit 3.000 Euro dotierten Preises ist am 22. September während der Eröffnungsgala des Krimifestivals.
Die Crime Cologne findet vom 23. bis 29. September in Köln statt. Der Vorverkauf startet am 29. Mai.
Einige bekannte Namen, einige noch nicht so bekannte Namen und „Schmerzensgeld“ (klingt nach der deutschen Version von „Leverage“) und „Berlin Prepper“ (Berlin!) liegen auf meinem Zu-Lesen-Stapel.
Morgen, am Samstag, den 11. Mai, ist es wieder soweit. Der Gratis-Comic-Tag lädt Comic-Fans (nicht nur die pickeligen Nerds, sondern auch Kinder, ihre Eltern, Großeltern, Erwachsene, Fans aller möglichen Genres und einfach nur Neugierige) ein, in einem von bundesweit vierhundertfünfzig Geschäften in den Comics zu stöbern und kostenlose Comics mitzunehmen. Dieses Jahr gibt es 34 verschiedene Gratis-Comics. Insgesamt wurden über 600.000 Hefte gedruckt. Beim ersten Gratis-Comic-Tag waren es 170.000 speziell für diesen Tag gedruckte Hefte, in denen Verlage manchmal ein ganzes Comicalbum, manchmal nur einige Seiten aus einem Comic (das ist dann nicht so spannend), manchmal eine oder mehrere Einzelgeschichten und manchmal sogar eine speziell für diesen Tag geschriebene und gezeichnete Geschichte veröffentlichen.
So präsentiert Schreiber & Leser mit „Bouncer“ und „Ghost Money“ jeweils das erste Album. „Bouncer“ ist ein düsterer Western von Alejandro Jodorowsky, der deutlich konventioneller als seine psychedelischen Kino-Meisterwerke („El Topo“, „Montana Sacra – Der heilige Berg“) ist. Es geht um Rache und die Suche nach einem riesigen Diamanten
„Ghost Money: Die Dame aus Dubai (Band 1)“ von Thierry Smolderen und Dominique Bertail ist in Frankreich bereits 2008 erschienen. Das ergibt jetzt eine interessante Meta-Ebene, weil die Geschichte 2024, also demnächst, spielt und sie sich ausdrücklich auf 9/11 bezieht. US-Geheimdienste suchen immer noch nach dem Geld von Al-Kaida und die schöne, vermögende, geheimnisvolle Chamza scheint der Schlüssel dazu zu sein. Da will man unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Andere Hefte sind vom Carlsen Verlag, Cross Cult, Egmont, Panini Comics, Reprodukt, Splitter Verlag, Kazé Manga, dani books, Kult Comics, Dantes Verlag, Plem Plem Productions, Weissblech Comics, TheNextArt und Tokyopop. Einige Verlage sind seit dem ersten deutschen Gratis-Comic-Tag dabei, andere sind später dazugestoßen.
Sieben Comichefte sind speziell für Kinder. Die restlichen 27 Hefte richten sich an ein älteres Publikum. Es gibt Geschichten mit teils seit Jahrzehnten bekannten Figuren. Zum Beispiel eine neue „Werner“-Geschichte. „Donald Duck“ (bei den Kindern), „Lucky Luke“ (das komplette „Hommage 2 – Jolly Jumper antwortet nicht“-Album), „Spider-Man“, „Conan“ und „Captain Berlin“ (Yeah, Lokalpatriotismus) sind ebenfalls alte Bekannte.
Zu den neueren Namen gehören Olivia Viewegs in Deutschland spielende, inzwischen verfilmte Zombie-Apokalypse „Endzeit“, Warren Ellis‘ pulpige Abenteuergeschichte „Simon Spector: Apparat“, Régis Hautières „Der Krieg der Knirpse 1: Das Haus der Findelkinder“ (ebenfalls der gesamte erste Band) und Greg Ruckas in der Zukunft spielende Thrillerserie „Lazarus“ (dito).
Außerdem ist der asiatische Raum mit mehreren Comics und Mangas, die unbekümmert die verschiedensten Genres vermischen, vertreten. Es gibt die Cyberpunk-Geschichte „Ex-Arm“ von HiRock und Shinya Komi, Tsuyoshi Takakis in Frankreich beliebten Fantasy-Horror „Black Torch“, den Westernspaß „Renjoh Desperado“ von Ahndongshik und Jimmy Liaos Bilderbuch für Erwachsene „Reiche der Fantasie“.
Neben den Gratis-Comic-Heften haben einige Comicläden noch ein Programm organisiert. Details dazu gibt es hier.
Zu überhaupt nicht frühlingshaften Temperaturen empfiehlt die Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Deutschlandfunk Kultur einige Bücher, die einen Angstschauer über den Rücken laufen lassen sollen:
Down the River Unto the Sea, von Walter Mosley (Mulholland)
nominiert
The Liar’s Girl, von Catherine Ryan Howard (Blackstone)
House Witness, von Mike Lawson (Atlantic Monthly Press)
A Gambler’s Jury, von Victor Methos (Thomas & Mercer)
Only to Sleep, von Lawrence Osborne (Hogarth)
A Treacherous Curse, von Deanna Raybourn (Berkley)
–
Best First Novel by an American Author
Bearskin, von James A. McLaughlin (Ecco)
nominiert
A Knife in the Fog, von Bradley Harper (Seventh Street)
The Captives, von Debra Jo Immergut (Ecco)
The Last Equation of Isaac Severy, von Nova Jacobs (Touchstone)
Where the Crawdads Sing, von Delia Owens (Putnam)
–
Best Paperback Original
If I Die Tonight, von Alison Gaylin (Morrow)
nominiert
Hiroshima Boy, von Naomi Hirahara (Prospect Park)
Under a Dark Sky, von Lori Rader-Day (Morrow)
The Perfect Nanny, von Leila Slimani (Penguin)
Under My Skin, von Lisa Unger (Park Row)
–
Best Fact Crime
Tinderbox: The Untold Story of the Up Stairs Lounge First and the Rise of Gay Liberation, von Robert W. Fieseler (Liveright)
nominiert
Sex Money Murder: A Story of Crack, Blood, and Betrayal, von Jonathan Green (Norton)
The Last Wild Men of Borneo: A True Story of Death and Treasure, von Carl Hoffman (Morrow)
The Feather Thief: Beauty, Obsession, and the Natural History Heist of the Century, von Kirk Wallace Johnson (Viking)
I’ll Be Gone in the Dark: One Woman’s Obsessive Search for the Golden State Killer, von Michelle McNamara (Harper)
The Good Mothers: The True Story of the Women Who Took on the World’s Most Powerful Mafia, von Alex Perry (Morrow)
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Best Critical/Biographical
Classic American Crime Fiction of the 1920s, kommentiert von Leslie S. Klinger (Pegasus Books)
nominiert
The Metaphysical Mysteries of G.K. Chesterton: A Critical Study of the Father Brown Stories and Other Detective Fiction, von Laird R. Blackwell (McFarland)
Dead Girls: Essays on Surviving an American Obsession, von Alice Bolin (Morrow)
Mark X: Who Killed Huck Finn’s Father? von Yasuhiro Takeuchi (Routledge)
Agatha Christie: A Mysterious Life, von Laura Thompson (Pegasus)
–
Best Short Story
“English 398: Fiction Workshop,” von Art Taylor (Ellery Queen Mystery Magazine, July/August 2018)
nominiert
“Rabid,“ von Paul Doiron (Minotaur e-book)
“Paranoid Enough for Two,” von John Lutz (in The Havana Game; Kensington)
“Ancient and Modern,” von Val McDermid (in Bloody Scotland, herausgegeben von James Crawford; Pegasus)
“The Sleep Tight Motel,” von Lisa Unger (Amazon e-book)
–
Best Juvenile
Otherwood, von Pete Hautman (Candlewick Press)
nominiert
Denis Ever After, von Tony Abbott (Katherine Tegen)
Zap! von Martha Freeman (Paula Wiseman)
Ra the Mighty: Cat Detective, von A.B. Greenfield (Holiday House)
Winterhouse, von Ben Guterson (Henry Holt)
Charlie & Frog, von Karen Kane (Disney Hyperion)
Zora & Me: The Cursed Ground, von T.R. Simon (Candlewick Press)
–
Best Young Adult
Sadie, von Courtney Summers (Wednesday)
nominiert
Contagion, von Erin Bowman (HarperCollins)
Blink, von Sasha Dawn (Carolrhoda Lab)
After the Fire, von Will Hill (Sourcebooks Fire)
A Room Away from the Wolves, von Nova Ren Suma (Algonquin)
–
Best Television Episode Teleplay
“The One That Holds Everything,” The Romanoffs, Drehbuch von Matthew Weiner und Donald Joh (Amazon Prime Video)
nominiert
“The Box,” Brooklyn Nine-Nine, Drehbuch von Luke Del Tredici (NBC/Universal TV)
“Season 2, Episode 1,” Jack Irish, Drehbuch von Andrew Knight (Acorn TV)
“Episode 1,” Mystery Road, Drehbuch von Michaeley O’Brien (Acorn TV)
“My Aim Is True,” Blue Bloods, Drehbuch von Kevin Wade (CBS Eye Productions)
–
Robert L. Fish Memorial Award
“How Does He Die This Time?” von Nancy Novick (Ellery Queen Mystery Magazine, September/October 2018)
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The Simon & Schuster Mary Higgins Clark Award
The Widows of Malabar Hill, von Sujata Massey (Soho Crime)
nominiert
A Death of No Importance, von Mariah Fredericks (Minotaur)
A Lady’s Guide to Etiquette and Murder, von Dianne Freeman (Kensington)
Bone on Bone, von Julia Keller (Minotaur)
A Borrowing of Bones, von Paula Munier (Minotaur)
–
The G.P. Putnam’s Sons Sue Grafton Memorial Award
Shell Game, von Sara Paretsky (Morrow)
nominiert
Perish, von Lisa Black (Kensington)
City of Secrets, von Victoria Thompson (Berkley)
A Forgotten Place, von Charles Todd (Morrow)
To Die But Once, von Jacqueline Winspear (Harper)
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Grand Master Award
Martin Cruz Smith
–
Raven Award (for outstanding achievement in the mystery field outside the realm of creative writing)
Marilyn Stasio („The New York Times“-Krimikritikerin)
–
Ellery Queen Award (for outstanding writing teams and outstanding people in the mystery-publishing industry)
Linda Landigan (Herausgeberin des Alfred Hitchcock Mystery Magazine)
–
Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner! Schön, dass einige altbekannte Namen wieder dabei sind.
In einigen Stunden wissen wir mehr über den neuen James-Bond-Film (zum Beispiel den Titel) und ich hoffe, dass die Links aus der faktenreichen und prosaarmen Ankündigung funktionieren. Wenn nicht: copy&paste und dann gerührt mit einem Wodka-Martini genießen:
DONNERSTAG, 25. APRIL um 14:10 Uhr
OFFIZIELLER BOND 25 LIVE LAUNCH AN EINER DER IKONISCHSTEN 007 LOCATIONS
SCHALTEN SIE EIN FÜR EXKLUSIVE INFORMATIONEN ZUM CAST, GEFOLGT VON EINEM Q&A
Update: Die Pressemitteilung nach der Pressekonferenz (und ich frage mich jetzt, wieviel „Lizenz zum Töten“ in „Bond 25“ ist):
JAMAIKA, 25. April 2019 GoldenEye auf Jamaika. Die James-Bond-Produzenten, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, haben heute angekündigt, dass die Dreharbeiten zum 25. offiziellen James-Bond-Film am 28. April 2019 beginnen. Produziert von Albert R. Broccolis EON Productions und Metro Goldwyn Mayer Studios und unter der Regie von Cary Joji Fukunaga kehrt Daniel Craig zum fünften Mal als Ian Flemings 007 James Bond zurück.
Metro Goldwyn Mayer wird den 25. James-Bond-Kinofilm in den USA durch United Artists Releasing am 8. April 2020 und international durch Universal Pictures International und Metro Goldwyn Mayer ab dem 3. April 2020 in die Kinos bringen. Der deutsche Kinostart ist für den 9. April 2020 geplant.
Regisseur Cary Joji Fukunaga bestätigte die Rückkehr der Schauspieler Ralph Fiennes, Naomie Harris, Rory Kinnear, Léa Seydoux, Ben Whishaw sowie Jeffrey Wright und stellte die Neuzugänge Ana de Armas, Dali Benssalah, David Dencik, Lashana Lynch, Billy Magnussen und Rami Malek vor.
Bond ist nicht mehr im aktiven Dienst und genießt ein ruhiges Leben in Jamaika. Sein Frieden ist von kurzer Dauer, als sein alter Freund Felix Leiter von der CIA auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Die Mission, einen entführten Wissenschaftler zu retten, erweist sich als weitaus tückischer als erwartet und führt Bond auf die Spur eines mysteriösen Bösewichts, der im Besitz von gefährlicher neuer Technologie ist.
Die 007-Produktion wird in den Pinewood Studios, UK und an Originalschauplätzen in London, Italien, Jamaika und Norwegen stattfinden.
Wilson und Broccoli kommentierten: Wir freuen uns sehr, mit Bond 25, Daniel Craigs fünften Film der 007er Reihe, nach Jamaika zurückzukehren, wo Ian Fleming den legendären James-Bond-Charakter erschaffen hat und wo James Bond 007 jagt Dr. No und James Bond 007 Leben und sterben lassen gefilmt wurden.
Das Drehbuch stammt von Neal Purvis & Robert Wade, Scott Z. Burns mit Cary Joji Fukunaga und Phoebe Waller-Bridge. Zum kreativen Team hinter der Kamera gehören außerdem: Linus Sandgren (Kamera), Tom Cross und Elliot Graham (Schnitt), Mark Tildesley (Produktionsdesign), Suttirat Larlarb (Kostümdesign), Olivier Schneider (Stuntkoordination), Lee Morrison (Stuntkoordination 2nd Unit) und Charlie Noble (Spezialeffekte). Wieder dabei sind außerdem Alexander Witt (Regie 2nd Unit), Chris Corbould (Spezialeffekte und Action-Fahrzeuge) und Debbie McWilliams (Casting).
James Bond 007 Spectre, der 24. James-Bond-Film, war ein weltweiter Kassenhit, der in 81 Ländern, einschließlich der USA, auf Platz eins startete und 880 Millionen US-Dollar weltweit einspielte. Der Film stellte einen neuen Rekord in Großbritannien auf, wo er in den ersten sieben Tagen 63,8 Millionen US-Dollar einspielte. James Bond 007 Skyfall, der 23. Film der Reihe, brachte weltweit 1,1 Milliarden US-Dollar ein.
Der Startschuss für den Produktionsbeginn von Bond 25 wurde live auf den offiziellen James-Bond-Kanälen übertragen: 007.com, Twitter, YouTube, Facebook. Das Video ist jetzt auf allen diesen Seiten auf Abruf verfügbar.
Die Ankündigung fand im GoldenEye auf Jamaika statt, einst das Anwesen von Ian Fleming. Dort erschuf er 1952 die Figur des James Bond. Ian Fleming schrieb zwölf Romane und zwei Kurzgeschichtensammlungen auf der Insel. GoldenEye gehört und wird von Island Outpost betrieben, gegründet von Chris Blackwell, dem früheren Besitzer von Island Records.
GoldenEye wird nicht als Drehort für Bond 25 verwendet.
Der erste 007 Film, James Bond 007 jagt Dr. No, produziert von Albert R. Broccoli und Harry Saltzman, basierend auf Flemings sechstem Roman, wurde 1962 mit Sean Connery auf Jamaica gedreht.
Die Produktion hat etwa 500 lokale jamaikanische Schauspieler und Crewmitglieder angestellt und wird von der Regierung von Jamaika, unter der Leitung des Kulturministeriums, des Tourismusministeriums und der Filmkommission unterstützt.
24 Filme wurden bereits produziert und der 25. steht kurz vor dem Beginn der Dreharbeiten: James Bond ist das am längsten laufende und eines der erfolgreichsten Franchiseunternehmen aller Zeiten. Michael G. Wilson und Barbara Broccoli beerbten Albert R. Cubby Broccoli und haben die letzten acht Bond Filme gemeinsam produziert, darunter die sehr erfolgreichen Skyfall und Spectre. Alle James Bond Filme wurden in Zusammenarbeit mit den Metro-Goldwyn-Mayer Studios oder United Artists, seinem Vorgänger, produziert.
1. James Sallis – Willnot (Plazierung im Vormonat: 2)
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt. Liebeskind, 224 Seiten, 20 Euro
2. Heinrich Steinfest – Der schlaflose Cheng (Plazierung im Vormonat: 4)
Piper, 288 Seiten, 16 Euro.
3. Sara Gran – Das Ende der Lügen (Plazierung im Vormonat: 7)
Aus dem Englischen von Eva Bonné. Heyne, 348 Seiten, 16 Euro.
4. Gary Victor – Im Namen des Katers (Plazierung im Vormonat: 3)
Aus dem Französischen von Peter Trier. Litradukt, 168 Seiten, 12 Euro.
5. Attica Locke – Bluebird, Bluebird (Plazierung im Vormonat: 1)
Aus dem Englischen von Susanna Mende. Polar, 330 Seiten, 20 Euro.
6. Leonardo Padura – Die Durchlässigkeit der Zeit (Plazierung im Vormonat: 8)
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein. Unionsverlag, 440 Seiten, 24 Euro.
7. Jonathan Robijn – Kongo Blues (Plazierung im Vormonat: /)
Aus dem Flämischen von Jan-Frederik Bandel. Edition Nautilus, 176 Seiten, 16,90 Euro
8. Melissa Scrivner Love – Lola (Plazierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Suhrkamp, 392 Seiten, 14,95 Euro
9. Don Winslow – Jahre des Jägers (Plazierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Conny Lösch.Droemer, 992 Seiten, 26 Euro
10. Antonio Ortuño – Die Verschwundenen (Plazierung im Vormonat: /)
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein, Kunstmann, 254 Seiten, 2o Euro
–
Das sieht doch nach einer sehr frühlingshaften Leseliste mit vielen Ideen für den Sommerurlaub aus. Jedenfalls wenn man nicht schon wieder durch Gotham City in seinen verschiedenen Inkarnationen wandeln will. Denn auch in der Provinz wird gemordet.
Ich sehe mich mit „Bluebird, Bluebird“ noch etwas in Osttexas um.
Ich glaube, die Doku „Inspektor Columbo: Kult und Kindheitserinnerugnen“ (Frankreich 2015, Regie: Jean-Philippe Amar) habe ich noch nicht gesehen, aber schlecht kann sie nicht sein, weil: Arte, Peter Falk, Columbo.
In wenigen Stunden ist es soweit: im sonnigen Hollywood werden die diesjährigen Oscars verliehen und wie jedes Jahr wurden einige Filme und Leistungen sträflich übersehen. Trotzdem gibt es in den Hauptkategorien keinen Totalausfall; – naja, „Bohemian Rhapsody“ ist zwar ein nettes Musikerbiopic, aber als besten Film sehe ich ihn definitiv nicht. Bei einigen der anderen Filme war ich etwas am Überlegen, aber am Ende würde ich „The Favourite“ viele Oscars geben.
Den hochgelobten „Roma“ lasse ich komplett außen vor, weil er als Netflix-Film nach einer Alibi-Kinoauswertung nur noch an einem Ort gesehen werden kann. Das widerspricht der Idee, dass über Kinofilme über einen längeren Zeitraum gesprochen wird und sie damit auch Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse und andere Filme nehmen. Bis jetzt gelang das noch keinem Netflix-Film. Oder erinnert sich noch jemand an „Beast of No Nation“ und „Okja“?
Selbstverständlich werden die Preisträger nachgetragen.
Regina King (If Beale Street Could Talk) (MEIN TIPP – auch weil „If Beale Street could talk“ bei den Nominierungen sträflich vernachlässigt wurde, läuft bei uns am 7. März an) (GEWINNER)
Emma Stone (The Favourite)
Rachel Weisz (The Favourite)
–
Best Supporting Actor
Mahershala Ali (Green Book) (MEIN TIPP – obwohl Richard E Grant auch eine gute Wahl gewesen wäre) (GEWINNER)
Adam Driver (BlacKkKlansman)
Sam Elliott (A Star Is Born)
Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
Sam Rockwell (Vice)
–
Best Original Screenplay
The Favourite (Deborah Davis and Tony McNamara) (MEIN TIPP)
First Reformed (Paul Schrader) (noch nicht gesehen und hier wohl nur als VoD ansehbar)
Green Book (Brian Hayes Currie, Peter Farrelly and Nick Vallelonga) (GEWINNER)
Roma (Alfonso Cuaron)
Vice (Adam McKay)
–
Best Adapted Screenplay
A Star Is Born (Bradley Cooper, Will Fetters and Eric Roth)
The Ballad of Buster Scruggs (Joel Coen and Ethan Coen)
BlacKkKlansman (Spike Lee, David Rabinowitz, Charlie Wachtel and Kevin Willmott) (GEWINNER)
If Beale Street Could Talk (Barry Jenkins) (MEIN TIPP)
Can You Ever Forgive Me? (Nicole Holofcener and Jeff Whitty)
Best Original Song (da hab ich keinen im Ohr. Aber „Shallow“ soll gut sein)
„All the Stars“ (Black Panther, written by Kendrick Lamar, Al Shux, Sounwave, SZA and Anthony Tiffith) Performed by Kendrick Lamar and SZA
„I’ll Fight“ (R.B.G., written by Diane Warren) Performed by Jennifer Hudson
„The Place Where Lost Things Go“ (Mary Poppins Returns, written by Marc Shaiman and Scott Wittman) Performed by Emily Blunt
„Shallow“ (A Star Is Born, written by Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando and Andrew Wyatt) Performed by Bradley Cooper and Lady Gaga (GEWINNER)
„When a Cowboy Trades His Spurs for Wings“ (The Ballad of Buster Scruggs, written by Dave Rawlings and Gillian Welch) Performed by Tim Blake Nelson and Willie Watson
–
Best Original Score (kein Tipp, weil ich keinen Soundtrack mehr im Ohr habe. Wobei in „BlacKkKlansman“, „If Beale Street could talk“ und „Isle of Dogs“ die Musik nicht negativ auffiel. Wahrscheinlich macht das Musical „Mary Poppins Returns“ das Rennen, weil es ein Musical ist)
Am Mittwoch, 13. Februar 2019, ab 20:00 Uhr (Einlass ab 19:30 Uhr) liest D. B. Blettenberg in der Buchhandlung Otherland (zwei Türen neben der Krimibuchhandlung Hammett, Ecke Friesenstraße/Bergmannstraße, Kreuzberg, Berlin) aus seinem neuen Roman „Falken jagen“, in dem Farang einen Killer von Thailand nach Griechenland verfolgt.
Den Thriller habe ich ja schon abgefeiert und D. B. Blettenberg ist ein äußerst angenehmer Gesprächspartner, der dann auch einiges über die historischen Hintergründe des Thrillers verraten kann.
Der Eintritt beträgt 5 Euro, Getränke gibt es für einen Euro und Knabberzeug für umsonst.
Die Oscar-Verleihung ist am Sonntag, den 24. Februar, im Dolby Theatre.
Insgesamt eine schöne Liste empfehlenswerter Filme; – und jetzt muss ich schnell überlegen, welche Filme wirklich übersehen wurden. Ad hoc fällt mir nur Debra Graniks „Leave no trace“ ein.
Ein, zwei der nominierten Filme habe ich noch nicht gesehen. Deshalb gibt es jetzt noch keine Oscar-Gewinner-Tipps. In der Kategorie „Bester Film des Jahres“ schwanke ich zwischen „The Favourite“ (mit einem überragendem Ensemble), „BlacKkKlansman“ (sehr witzig und sehr wütend) und „Green Book“ (der als kleiner Film eine kleine Geschichte erzählt). In dieser Kategorie fehlt vielleicht Barry Jenkins‘ „If Beale Street could talk“. „Vice – Der zweite Mann“ sehe ich nicht als Gewinner in dieser Kategorie, aber Christian Bale als Dick Cheney überzeugt und ist unter Maske fast nicht zu erkennen. Beste Schauspielerin sollte „The Favourite“ Olivia Colman werden. Die Trophäe für die beste Regie sollte ebenfalls an „The Favourite“ gehen. Also an Yorgos Lanthimos. Sowieso hat der Film, der am Donnerstag in unseren Kinos anläuft, jeden Preis verdient.
Ein Wort zu Netflix: mit „Roma“ und „ The Ballad of Buster Scruggs“ sind zwei Netflix-Spielfilme nominiert. Während über „Roma“, auch weil er zahlreiche Nominierungen erhält, noch gesprochen wird, ist „The Ballad of Buster Scruggs“ vollständig aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Eigentlich gab es nach dem Netflix-Start nur einige Kritiken, ehe der neue Film der Coen-Brüder in der Versenkung verschwand.
Und das ist das Problem von Netflix-Filmen: es findet kein öffentlicher Diskurs über sie statt. Sie existieren praktisch nicht. Einerseits weil nicht jeder Netflix hat, andererseits weil die öffentlichen Foren und die kuratierte Auswahl eines Kinos mit der anschließenden (in der Realität kaum genutzten) Möglichkeit zum Gespräch über den Film fehlen. Es gibt keine besonderen Veranstaltungen, keine Sommerkino-Aufführungen, keine Wiederaufführungen, keine Happenings. Sie begegnen einem auch später nicht im Handel oder im Fernsehen. Sie sind wie ein Buch, das in einer Bibliothek verstaubt.
„All the Stars“ (Black Panther, written by Kendrick Lamar, Al Shux, Sounwave, SZA and Anthony Tiffith) Performed by Kendrick Lamar and SZA
„I’ll Fight“ (R.B.G., written by Diane Warren) Performed by Jennifer Hudson
„The Place Where Lost Things Go“ (Mary Poppins Returns, written by Marc Shaiman and Scott Wittman) Performed by Emily Blunt
„Shallow“ (A Star Is Born, written by Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando and Andrew Wyatt) Performed by Bradley Cooper and Lady Gaga
„When a Cowboy Trades His Spurs for Wings“ (The Ballad of Buster Scruggs, written by Dave Rawlings and Gillian Welch) Performed by Tim Blake Nelson and Willie Watson
1. Sara Paretsky – Kritische Masse (Platzierung im Vormonat: 1)
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski. Ariadne im Argument-Verlag, 540 Seiten, 24 Euro.
2. Un-Su Kim – Die Plotter (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Europa, 360 Seiten, 24 Euro.
3. Patrícia Melo – Der Nachbar (Platzierung im Vormonat: 5)
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita. Tropen, 160 Seiten, 18 Euro.
4. Fred Vargas – Der Zorn der Einsiedlerin (Platzierung im Vormonat: 3)
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze. Limes, 512 Seiten, 23 Euro.
5. Louise Penny – Hinter den drei Kiefern (Platzierung im Vormonat: 2)
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. Kampa, 496 Seiten, 16,90 Euro.
6. Tana French – Der dunkle Garten (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Scherz, 656 Seiten, 16,99 Euro.
7. Christoph Peters – Das Jahr der Katze (Platzierung im Vormonat: 9)
Luchterhand, 352 Seiten, 22 Euro.
8. Anne Goldmann – Das größere Verbrechen (Platzierung im Vormonat: 6)
Ariadne im Argument-Verlag, 240 Seiten, 13 Euro.
9. Cloé Mehdi – Nichts ist verloren (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Polar, 312 Seiten, 18 Euro.
10. James Anderson – Desert Moon (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Harriet Fricke. Polar, 344 Seiten, 18 Euro
–
Von mir kommen die Tage einige Worte zu den bei uns neuen (im Original teils schon vor Jahren erschienenen) Werken von Joe R. Lansdale, James Lee Burke, George Pelecanos, Friedrich Ani und Sara Paretsky. Damit dürfte dann meine kritische Masse erreicht sein.
1. Sara Paretsky – Kritische Masse (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Laudan & Szelinski. Ariadne im Argument-Verlag, 540 Seiten, 24 Euro
2. Louise Penny – Hinter den drei Kiefern (Platzierung im Vormonat: 3)
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. Kampa, 496 Seiten, 16,90 Euro
3. Fred Vargas – Der Zorn der Einsiedlerin (Platzierung im Vormonat: 2)
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze. Limes, 512 Seiten, 23 Euro
4. Mick Herron – Slow Horses. Ein Fall für Jackson Lamb (Platzierung im Vormonat: 1)
Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer. Diogenes, 480 Seiten, 24 Euro
5. Patrícia Melo – Der Nachbar (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita. Tropen, 160 Seiten, 18 Euro
6. Anne Goldmann – Das größere Verbrechen (Platzierung im Vormonat: /)
Ariadne im Argument-Verlag, 240 Seiten, 13 Euro
7. Simone Buchholz – Mexikoring (Platzierung im Vormonat: 4)
Suhrkamp, 248 Seiten, 14,95 Euro
8. Carol O’Connell – Blind Sight (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Judith Schwaab. btb, 512 Seiten, 10 Euro
9. Christoph Peters – Das Jahr der Katze (Platzierung im Vormonat: 9)
Luchterhand, 352 Seiten, 22 Euro
10. Mechtild Borrmann – Grenzgänger (Platzierung im Vormonat: /)
Droemer, 286 Seiten, 20 Euro
–
Mit 8 Frauen dürfte das die frauenlastigste Krimibestenliste aller Zeiten sein.
Da muss sich Friedrich Ani mit seinem neuen Süden-Roman „Der Narr und seine Maschine“ (Suhrkamp, 144 Seiten, 18 Euro) wohl noch einen Monat gedulden.
Und Joe R. Lansdale sollte mit seinem neuen Krimi „Bissige Biester“ (Golkonda, 272 Seiten, 16,90 Euro), wieder mit dem Duo Hap Collins und Leonard Pine, ebenfalls kommenden Monat eine lobende Erwähnung erhalten.
Damit wären wir, für den Moment, beim Dreckigen Dutzend.
BBC Culture fragte für ihre neueste Bestenliste über zweihundert Filmkritiker und Experten aus über vierzig Längern nach den hundert besten nicht englischsprachigen Filmen. Die Liste ist natürlich ein Angebot zur Diskussion (Ich meine, wie konnten sie ausgerechnet diese Perle der Filmkunst vergessen?) und zum Ansehen von Spielfilmen, die allein schon aufgrund des Expertenvotums, wichtige, sehenswerte und oft auch einflussreiche Filme sind.
Insgesamt ist es eine gute Liste, die viele Klassiker und einige in Deutschland ziemlich unbekannte Filme enthält. Ad hoc fällt mir auf, dass „Der letzte Tango in Paris“ fehlt. Und einige deutsche Stummfilme wie „Nosferatu“ und „Der letzte Mann“ (beide von Friedrich Wilhelm Murnau). Aber dafür sind „M“ und „Metropolis“ (beide von Fritz Lang) dabei.
Und jetzt bin ich schon beim herummaulen, anstatt die noch nicht gesehenen Filme der Liste nachzuholen.
In dem zehnten Roman mit den beiden nie um einen flotten Spruch und eine Schlägerei verlegenen Kumpels Hap Collins und Leonard Pine schlagen sie sich in ihrer Heimat Texas mit Polizisten, die einem jungen schwarzen Mann ermordeten, einem geheimen Zirkel von Nachwuchsboxern, rostfarben überzogenen Kampfhundekadavern und dem Diebstahl von Leonards Vanillekeksen herum.
Bei Golkonda sind auch Lansdales ältere, durchgehend empfehlenswerten, schwarzhumorige Romane mit Hap Collins (weiß, hetero, Kriegsdienstverweigerer) und Leonard Pine (schwarz, schwul, Republikaner) erhältlich
Da soll noch jemand sagen, Krimifans seien unsportlich. Am 5. November beginnt der „9. Krimimarathon Berlin-Brandenburg“ und der Lauf endet am 18. November.
Krimifans sind allerdings auch gewitzt. Denn die meiste Zeit verbringen sie den Marathon nicht schwitzend auf asphaltierten Straßen, sondern sitzend in klimatisierten Räumen und lauschen unter anderem Sebastian Fitzek, Michael Tsokos (von denen läuft noch „Abgeschnitten“ in den Kinos), Elisabeth Herrmann, Arne Dahl, Klaus-Peter Wolf, Bernhard Aichner, Max Bentow, Andreas Pflüger, Max Annas, Axel Petermann, Marc Raabe. Mario Giordano, D. B. Blettenburg, Rainer Wittkamp, Matthias Wittekindt und Die mörderischen Schwestern sind auch dabei.
Die Lesungen sind in Berlin, Potsdam und um die beiden Hauptstädte herum.
Alle sachdienlichen Hinweise und das Programm gibt es hier (oder gleich zum Programm). Einige Lesungen sind bereits ausverkauft (Fitzek), einige sind kostenlos und einige richtig teuer. Dafür gibt es dann auch etwas zu essen.
1. Mick Herron – Slow Horses. Ein Fall für Jackson Lamb (Platzierung im Vormonat: 2)
Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer. Diogenes, 480 Seiten, 24 Euro
2. Fred Vargas – Der Zorn der Einsiedlerin (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze. Limes, 512 Seiten, 23 Euro
3. Louise Penny – Hinter den drei Kiefern (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. Kampa, 496 Seiten, 16,90 Euro
4. Simone Buchholz – Mexikoring (Platzierung im Vormonat: 5)
Suhrkamp, 248 Seiten, 14,95 Euro
5. Tom Franklin – Krumme Type, krumme Type (Platzierung im Vormonat: 1)
Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Pulp Master, 416 Seiten, 15,80 Euro
6. Jérôme Leroy – Die Verdunkelten (Platzierung im Vormonat: 7)
Aus dem Französischen von Cornelia Wend.Edition Nautilus, 224 Seiten, 18 Euro
7. Bill Beverley – Dodgers (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Hans M. Herzog. Diogenes, 400 Seiten, 24 Euro
8. Ryan Gattis – Safe (Platzierung im Vormonat: 8)
Aus dem Englischen von Ingo Herzke und Michael Kellner. Rowohlt, 412 Seiten, 20 Euro
9. Christoph Peters – Das Jahr der Katze (Platzierung im Vormonat: /)
Luchterhand, 352 Seiten, 22 Euro
10. Susanne Saygin – Feinde (Platzierung im Vormonat: /)
Heyne, 352 Seiten, 12,99 Euro
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Mächtig viel Lesestoff. Auch weil anscheinend die Zeiten von Zweihundert-Seiten-Büchern endgültig vorbei sind. Nur Simone Buchholz und Jérôme Leroy erzählen ihre Geschichten in unter Zweihunderfünfzig Seiten. Fred Vargas braucht über fünfhundert Seiten.
Zuerst erhielt er in China viele Preise. Vor allem für den Galaxy Award, den chinesischen Science-Fiction-Preis, scheint er ein Dauerabo zu haben. Und die Leser lieben seine Geschichten.
Dann wurde sein mit dem Galaxy-Award ausgezeichneter SF-Roman „Die drei Sonnen“ ins Englische übersetzt. Das Buch, der Auftakt der Trisolaris-Trilogie, wurde abgefeiert. Als erster chinesischer (und asiatischer) Roman überhaupt erhielt er den Hugo Award. Für den Nebula Award, den Locus Award, den Prometheus Award und den John W. Campbell Memorial Award war das Werk nominiert. Und allein schon diese Nominierungen verraten SF-Fans einiges über die Qualität des Romans.
Danach wurde „Die drei Sonnen“ ins Deutsche übersetzt und auch hier wurde das Buch abgefeiert, gekauft und mit dem Kurt-Laßwitz-Preis ausgezeichnet.
Inzwischen ist „Der dunkle Wald“, der zweite Band der Trilogie auf Deutsch erschienen. Der Abschluss „Jenseits der Zeit“ ist für den April 2019 angekündigt.
In der Trisolaris-Trilogie geht es um die Begegnung der Menschheit mit einer außerirdischen Rasse.
In „Die drei Sonnen“ läuft alles auf die erste Begegnung hinaus. Cixin Liu erzählt das leicht verschachtelt mit Rückblenden und der Teilnahme des Nanowissenschaftlers Wang Miao an einem Computerspiel. Wang Miao sieht plötzlich auf von ihm gemachten Fotos und vor seinen Augen einen Countdown, er lernt die geheimnisvolle Wissenschaftlervereinigung Frontiers of Science (deren Mitglieder gerade reihenweise Suizid begehen) kennen und er spielt zunehmend begeistert das Computerspiel „Three Body“. In dem Spiel, das doch kein Spiel ist, versucht, wie man langsam begreift, die trisolare Zivilisation das Dreikörperproblem, also wie drei gleichartige Körper (zum Beispiel Sonnen) sich untereinander bewegen und beeinflussen, zu lösen.
In den Rückblenden erzählt die Astrophysikerin Ye Wenji, wie sie auf einer einsam gelegenen Militärbasis Rotes Ufer an einem Projekt arbeitet, bei dem nach außerirdischem Leben gesucht wird und wie sie Kontakt zu den Trisolariern aufnahm. Jetzt ist sie die Chefin der Erde-Trisolaris-Organisation.
In „Der dunkle Wald“ versucht die Menschheit die Invasion der Trisolarier in vierhundert Jahren zu verhindern. Vier Menschen, drei bekannte Wissenschaftler und Politiker und ein Nobody, sollen im Rahmen des Abwehrprogramms „Wandschauer“ das Schlimmste verhindern.
Der Hunger nach weiteren Werken von Cixin Liu ist bei seinen deutschen Fans so groß, dass der Heyne Verlag seine Kurzgeschichten und Novellen ebenfalls auf Deutsch veröffentlicht. Allerdings nicht in einem Sammelband, sondern einzeln. Und weil so eine SF-Kurzgeschichte oder Novelle nicht besonders lang ist, wird der Text in einem großzügigem Layout präsentiert und es gibt Bonusmaterial. Wobei das Bonusmaterial in den bislang erschienenen Novellen „Spiegel“ (knapp hundert Seiten) und „Weltenzerstörer“ (etwas über sechzig Seiten) vor allem aus Auszügen aus den Cixin Lius Romanen besteht. Das ist Geldmacherei, aber auch die Möglichkeit, den Autor schnell kennen zu lernen. Denn nicht jeder will gleich mit einem über fünfhundertseitigem Wälzer beginnen, der seine Geschichte sehr langsam entfaltet.
In der mit dem Galaxy Award als beste Erzählung des Jahres ausgezeichneten Geschichte „Spiegel“ geht es um einen Mann, der einen Supercomputer besitzt, mit dem er alles weiß, was jemals geschah und damit auch, was geschehen wird. Es ist eine Welt ohne Geheimnisse. Aber was für eine Welt wäre das? Und was würde ein solcher Computer für seinen Besitzer und die Menschheit bedeuten?
In „Weltenzerstörer“ taucht ein Kristall aus dem Weltraum auf, der die Menschheit vor dem Weltenzerstörer warnt. Vor seiner Ankunft in einhundert Jahren hat die Menschheit Zeit, sich auf den Kampf vorzubereiten oder den Botschafter des Weltenzerstörers zu überzeugen, die Menschheit doch nicht zu vernichten.
In beiden Novellen fällt auf, wie viele philosophische Fragen und Probleme (verstanden in der breitest möglichen Auffassung) Cixin Liu anspricht. Damit bieten diese Geschichten viel Futter zum Nachdenken.
Das ist immer Hard-Science-Fiction, der zum Nachdenken anregt und seinen besonderen Reiz durch den Hintergrund der chinesischen Kultur und des aktuellen Lebens in China entfaltet. Denn gute Science-Fiction erzählt auch immer von der Gegenwart und der Welt, in der der Autor lebt.
Auffallend ist dabei, egal wie die Geschichten bei Cixin Liu enden, die optimistische Grundhaltung. Es sind keine Dystopien, in denen Menschen durch eine postapokalyptische Welt wandern und Zombies erschießen, oder Cypberpunk-Romane, in denen in einer Noir-Welt multinationale Konzerne die Welt beherrschen und der Cyperspace ein Alptraum ist.
Im Dezember erscheint von Cixin Liu der Sammelband „Die wandernde Erde“. In dem Buch sind zehn seiner Erzählungen, unter anderem „Weltenzerstörer“, enthalten.
Cixin Liu: Die drei Sonnen
(übersetzt von Marina Haase)
Heyne, 2017
592 Seiten
14,99 Euro
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Originalausgabe
San Ti
Chongquing Publishing Group, 2008
(Erstausgabe 2006 in Fortsetzungen in der Zeitschrift „Science Fiction World“)
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Cixin Liu: Der dunkle Wald
(übersetzt von Karin Betz)
Heyne, 2018
816 Seiten
16,99 Euro
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Originalausgabe
Heian Senlin
Chongqing Publishing Group, 2008
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Cixin Liu: Spiegel
(übersetzt von Marc Hermann)
Heyne, 2017
192 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
Jingzi
2004
(enthalten in dem Sammelband „Shíjian yimin“)
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Cixin Liu: Weltenzerstörer
(übersetzt von Marc Hermann)
Heyne, 2018
128 Seiten
8,99 Euro
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Originalausgabe
Ren he tunshizhe
2012
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Die Lesetour
Samstag, 13. Oktober 2018
Frankfurt am Main, Frankfurter Buchmesse
15.00 Uhr: Weltempfang, Halle 4.1
Diskussion mit Dietmar Dath
Moderation: Michael Kahn-Ackermann
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17.00 Uhr: Pavilion, Agora
Moderation: Denis Scheck
Übersetzung: Karin Betz
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Sonntag, 14. Oktober 2018
Essen, lit.RUHR
17.00 Uhr: Zeche Zollverein, Salzlager, Areal C (Kokerei)