Die Agatha-Preise 2015

Mai 4, 2015

Bei der inzwischen schon 27. Malice Domestic Conference wurden die Agatha-Awards verliehen. Der Preis geht an traditionelle Kriminalromane (also ohne expliziten Sex und ohne überflüssige Gewalt; vulgo Cozys oder Werke in der Tradition von Agatha Christie), die normalerweise nicht mein Bier sind.
Ausgezeichnet wurden:
Best Contemporary
Truth Be Told, von Hank Phillippi Ryan (Forge)
nominiert
The Good, the Bad, and the Emus, von Donna Andrews (Minotaur)
A Demon Summer, von G.M. Malliet (Minotaur)
The Long Way Home, von Louise Penny (Minotaur)
Designated Daughters, von Margaret Maron (Grand Central)

Best Historical Novel
Queen of Hearts, von Rhys Bowen (Berkley)
nominiert
Hunting Shadows, von Charles Todd (Morrow)
An Unwilling Accomplice, von Charles Todd (Morrow)
Wouldn’t It Be Deadly, von D.E. Ireland (Minotaur)
Murder in Murray Hill, von Victoria Thompson (Berkley)

Best First Novel
Well Read, Then Dead, von Terrie Farley Moran (Berkley)
nominiert
Circle of Influence, von Annette Dashofy (Henery Press)
Tagged for Death, von Sherry Harris (Kensington)
Finding Sky, von Susan O’Brien (Henery Press)
Murder Strikes a Pose, von Tracy Weber (Midnight Ink)

Best Non-fiction
Writes of Passage: Adventures on the Writer’s Journey, herausgegeben von Hank Phillippi Ryan (Henery Press)
nominiert
400 Things Cops Know: Street-Smart Lessons from a Veteran Patrolman, von Adam Plantinga (Quill Driver)
Death Dealer: How Cops and Cadaver Dogs Brought a Killer to Justice, von Kate Flora (New Horizon Press)
The Art of the English Murder, von Lucy Worsley (Pegasus)
The Poisoner: The Life and Crimes of Victorian England’s Most Notorious Doctor, von Stephen Bates (Overlook)

Best Short Story
The Odds Are Against Us, von Art Taylor (Ellery Queen Mystery Magazine, November 2014)
nominiert
Premonition, von Art Taylor (aus Chesapeake Crimes: Homicidal Holidays, herausgegeben von Barb Goffman und Marcia Talley; Wildside Press)
The Shadow Knows, von Barb Goffman (aus Chesapeake Crimes: Homicidal Holidays)
Just Desserts for Johnny, von Edith Maxwell (Kings River Life Magazine, January 4, 2014)
The Blessing Witch, von Kathy Lynn Emerson (aus Best New England Crime Stories 2015: Rogue Wave, herausgegeben von Mark Ammons, Katherine Fast, Barbara Ross und Leslie Wheeler; Level Best)

Best Children’s/Young Adult
The Code Buster’s Club, Case #4, The Mummy’s Curse, von Penny Warner (Egmont USA)
nominiert
Andi Under Pressure, von Amanda Flower (ZonderKidz)
Greenglass House, von Kate Milford (Clarion)
Uncertain Glory, von Lea Wait (Islandport Press)
Found, von Harlan Coben (Putnam Juvenile)

Lifetime Achievement Award
Sara Paretsky

(via The Rap Sheet)


Die Glauser-Preisträger 2015

Mai 4, 2015

Das Syndikat, die Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur (A.I.E.P.), hat die diesjährigen Glauser-Preise verliehen:
Kriminalroman
Tom Hillenbrand: Drohnenland (KiWi)
nominiert:
Mechthild Borrmann: Die andere Hälfte der Hoffnung (Droemer)
Kai Hensel: Sonnentau (Frankfurter Verlagsanstalt)
Stephan Kaluza: 30 Keller (Frankfurter Verlagsanstalt)
Till Raether: Treibland (Rowohlt)

Kriminalroman Debüt
Sascha Arango: Die Wahrheit und andere Lügen (C. Bertelsmann)
nominiert:
Angelika Felenda: Der eiserne Sommer (Suhrkamp Nova)
Andre Georgi: Das Tribunal (Suhrkamp)
Dirk van Versendaal: Die Engel warten nicht (btb)
Charly Weller: Eulenkopf (KBV)

Kriminal-Kurzkrimi
Christiane Geldmacher: Fanpost (in: online ins jenseits, Grafit Verlag)
nominiert:
Klaus Berndl: Bad Herzenwerder (in: Heute hier, morgen Mord, S. Fischer Verlag)
Roger M. Fiedler: Killshot-App (in: online ins jenseits, Grafit Verlag)
Elke Pistor: Ziegengeschwister (in: Ebbe, Flut und Todeszeiten, KBV Verlag)
Horst Prosch: Süß klangen die Glocken nie (in: RauschGiftEngel, Ars vivendi Verlag)

Hans-Jörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkriminalroman)
Ulrike Rylance/Lisa Hänsch: Penny Pepper – Alles kein Problem (dtv Junior)
nominiert
Kaja Bergmann: Der Mephisto-Deal (Bookspot)
Lisa Dickreiter/Winfried Oelsner: Max und die wilde Sieben: Das schwarze Ass (Oetinger)
Lukas Erler: Brennendes Wasser (Arena)
Jaromir Konecny: Tote Tulpen (dtv)

Ehrenglauser
Heikedine Körting
und ihr Team in Würdigung ihres Engagements für ihr Gesamtwerk auf dem Gebiet des Kriminal-Hörspiels vor allem im Kinder- und Jugendbereich

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern – auch wenn ich, mal wieder, keinen der nominierten und ausgezeichneten Werke gelesen habe.
Dabei wollte ich den Arango wirklich lesen.


Die KrimiZeit-Bestenliste April 2015

April 1, 2015

Oookay, was sollt ihr nach Ansicht der KrimiZeit-Bestenliste über die Ostertage lesen:
1 (1) William McIlvanney: Die Suche nach Tony Veitch
2 (9) Zoë Beck: Schwarzblende
3 (-) James Ellroy: Perfidia
4 (3) Mike Nicol: Bad Cop
5 (-) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Suburra
6 (-) Adrian McKinty: Die verlorenen Schwestern
7 (2) Alan Carter: Prime Cut
8 (4) Dave Zeltserman: Killer
9 (-) Greg Iles: Natchez Burning
10 (-) James Lee Burke: Sturm über New Orleans

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Adrian McKinty (Rezi in Arbeit) und Dave Zeltserman haben mir auch gefallen. James Ellroy – da stecke ich gelangweilt im ersten Drittel des gut tausenseitigen Backsteins fest. Besser noch einmal seine älteren und besseren Werke lesen. Die sind auch kürzer geraten.
William McIlvanney empfehle ich mal blind; James Lee Burke ebenso. Es ist ein Dave-Robicheaux-Roman; wobei ich Burkes Spätwerk für deutlich schlechter als sein Frühwerk halte.


Ohne Manschetten zu Manchette – Eine Lesung, ein Gespräch und einige Filmausschnitte

März 25, 2015

Plakat Fete Manchette

Für Fans und Kenner des französischen Krimanlromans ist Jean-Patrick Manchette (19. Dezember 1942 – 3. Juni 1995) einer der stilprägenden Köpfe des Neopolar, der knapp gesagt, in den Siebzigern den US-amerikanischen Hardboiled-Krimi nach Frankreich übertrug und ihn mit dem sozial- und gesellschaftskritischem Geist der Achtundsechziger verband. In Frankreich waren seine Kriminalromane sehr erfolgreich. Er arbeitete auch als Journalist, unter anderem für „Charlie Hebdo“, und Übersetzer. Unter anderem übersetzte Romane von Donald E. Westlake, Robert Littell, Robert Bloch und Ross Thomas. Er schrieb mehrere Drehbücher und die meisten seiner Romane wurden verfilmt. Oft mit Alain Delon („Killer stellen sich nicht vor“, „Rette deine Haut, Killer“, „Der Schock“) und oft indem das politische und ästhetische Programm von Manchette ignoriert wurde zugunsten von Action, gerne von der reaktionären Sorte.
Auch die nächste Manchette-Verfilmung „The Gunman“ (von „96 Hours“-Regisseur Pierre Morel, mit Sean Penn), die auf seinem Roman „Die Position des schlafenden Killers/Position: Anschlag liegend“ (La Position du Tireur Couché, 1982) lose basiert und die am 30. April in unseren Kinos startet, scheint sich in die Reihe der vernachlässigbaren Manchette-Verfilmungen einzureihen. (Jedenfalls sind Martin Comparts Überlegungen zum von ihm noch nicht gesehenem Film und zu Jean-Patrick Manchette überaus lesenswert. Und er weiß schon, warum er nichts über die alten Manchette-Verfilmungen sagt.)
In Deutschland sind, dank der umfassenden Neuübersetzung des Distel Literaturverlags vor zehn, fünfzehn Jahren, alle seine Romane auf Deutsch erhältlich und wer sie noch nicht gelesen hat, sollte das möglichst schnell nachholen.
Mit dem Sammelband „Portrait in Noir“ legte der Alexander Verlag letztes Jahr mit einer lesenswerten Zusammenstellung von bislang auf Deutsch nicht erhältlichen kürzeren und weniger kurzen Texten nach.
Und bei Schreiber & Leser erschienen „Blutprinzessin“ und, kürzlich, „Fatale“. Beide Comics basieren auf den gleichnamigen Romanen von Manchette und sie wurden von Manchette-Sohn Doug Headline und Max Cabanes realisiert.
Diese Bücher können als Vorbereitung für die von den deutschen Manchette-Verlagen Alexander Verlag, Distel Literaturverlag, Schreiber & Leser und Edition Moderne (die auch zwei auf Romanen von Manchette basierende Comics veröffentlichte) organisierte „une fête pour manchette“ dienen.
Die Mischung aus Lesung, Gespräch mit Doug Headline und Filmausschnitten ist am Freitag, den 10. April, um 20.00 Uhr im Roten Salon (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin).

Manchette - Portrait in Noir - 2

Jean-Patrick Manchette: Portrait in Noir
(Herausgegeben von Doug Headline, mit einem Nachwort von Dominique Manotti)
(übersetzt von Leopold Federmair)
Alexander Verlag, 2014
256 Seiten
28 Euro

Cabanes - Manchette - Fatale - 2

Max Cabanes/Jean-Patrick Manchette/Doug Headline: Fatale
(übersetzt von Resel Rebiersch)
Schreiber & Leser, 2014
136 Seiten
24,80 Euro

Originalausgabe
Fatale
Dupuis, 2014

Hinweise

Wikipedia über Jean-Patrick Manchette (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über Jean-Patrick Manchette

Kaliber.38 über Jean-Patrick Manchette

Mordlust über Jean-Patrick Manchette

Informative Manchette-Seite vom Distel Literaturverlag

Französische Jean-Patrick-Manchette-Seite

Meine Besprechung von Jean-Patrick Manchette/Barth Jules Sussmans “Der Mann mit der roten Kugel” (L’homme au boulet rouge, 1972)

Meine Besprechung von Jean-Patrick Manchettes „Portrait in Noir“ (2014)

Jean-Patrick Manchette in der Kriminalakte


„Bosch“ geht in die zweite Runde

März 18, 2015

Freudig erregt verbreite ich diese Pressemitteilung ohne weiteren Kommentare weiter. Denn die Fakten (es wird eine zweite Staffel mit dem von Michael Connelly erfundenem LA-Polizisten Harry Bosch geben) und die Zitate (siehe unten) stimmen ja. Hier kann man sich die erste Folge kostenlos im Original ansehen. Die deutsche Fassung soll es im Sommer geben.

Also, die Pressemitteilung:

Amazon bestellt zweite Staffel von Bosch

Serie bricht in den USA Rekorde: Bosch feierte das erfolgreichste Start-Wochenende aller Amazon Originals Serien und ist in seinen ersten vier Wochen auf dem Service der meistgesehene Titel bei Prime Instant Video sowohl im Film- als auch im Serien-Bereich.

Auf Basis der internationalen Bestseller von Michael Connelly, die inzwischen rund 50 Millionen Mal verkauft wurden, kehrt Bosch mit Titus Welliver (Lost, The Good Wife), Jamie Hector (The Wire), Amy Aquino (Being Human), Lance Reddick (Fringe, The Wire) und Sarah Clarke (24) in den Hauptrollen zurück. Michael Conelly, Eric Overmyer (The Wire, Treme), Henrik Bastin von Fabrik Entertainment (The Killing, Odyssey) einem Unternehmen der Red Arrow Entertainment Group sowie Pieter Jan Brugge (Heat, The Insider) fungieren als Executive Producer.

 

München, 18. März 2015 — Einen Monat nach dem Rekordstart von Bosch in den USA bestellt Amazon eine zweite Staffel seiner ersten einstündigen Dramaserie. Auf Basis der internationalen Bestseller von Michael Connelly, die inzwischen rund 50 Millionen Mal verkauft wurden, feierte Bosch in den USA das erfolgreichste Debüt-Wochenende aller Amazon Originals Serien: Die Serie ist in den USA seit ihrem Start vor vier Wochen der meistgesehene Titel bei Prime Instant Video im Film- und Serien-Bereich. Bosch hat derzeit eine IMDb-Bewertung von 8,5 von 10 sowie eine Amazon-Kundenbewertung von 4,6 von 5 Sternen. Die zweite Staffel wird auf Connellys Bestseller-Romanen Trunk Music und The Drop aufbauen. In den neuen Episoden kehren Titus Welliver (Lost, The Good Wife, Sons of Anarchy) als Harry Bosch, Jamie Hector (The Wire) als sein Partner Jerry Edgar, Amy Aquino (Being Human) als Lieutenant Gnade Billets, Lance Reddick (Fringe, The Wire) Deputy Chief Irvin Irving und Sarah Clarke (24) als Eleanor Wish zurück. Die Serie wurde von Eric Overmyer (Treme, The Wire, Homicide: Life on the Streets) entwickelt. Overmyer, Connelly, Henrik Bastin (The Killing, Odyssey, The Comedians) und Pieter Jan Brugge (Heat, The Insider, The Clearing) fungieren als Executive Producer.

„Wir sind begeistert, wie beliebt Bosch bei Amazon-Kunden ist“, betont Roy Price, Vice President, Amazon Studios. „Fans kommen schon bald in den Genuss der Fortsetzung der Serie, die vor allem durch die außergewöhnlich gute Besetzung glänzt.“

„Ich freue mich sehr auf die zweite Staffel von Bosch”, so Michael Connelly. „Wir haben mit der ersten Staffel einen hervorragenden Start hingelegt. Unsere Pläne für die zweite Runde machen die Serie sogar noch besser und bringen den Charakter von Harry Bosch noch gelungener zur Geltung. Die Besetzung und Crew sind großartig und wir alle haben ein Jahr mehr Erfahrung im Gepäck. Ich kann es kaum erwarten.“

„Es ist eine tolle Nachricht, dass es dank des großen Erfolgs der ersten Staffel auf Amazon bald eine Fortsetzung von Bosch geben wird“, ergänzt Henrik Pabst, Managing Director Red Arrow International. „Die Reaktion der internationalen Rundfunkanstalten, Zuschauer und der Presse ist phänomenal. Wir freuen uns, dass diese neue Krimi-Reihe eine Zukunft hat und genießen den Erfolg zusammen mit Amazon. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten.“

In der zweiten Staffel von Bosch untersucht der unnachgiebige LAPD-Detective den Mord an einem Hollywood-Produzenten. Dieser soll Geld für die Mafia gewaschen haben. Außerdem verfolgt er den Serienkiller Chilton Hardy. Die Ermittlungen treiben Bosch von den Hollywood Hills in die düsteren Gassen von LA und nach Las Vegas. Dabei kommen auch seine Liebsten in Gefahr: seine Tochter im Teenageralter und seine Ex-Frau. Seit 1992 wurden 19 Romane über Harry Bosch veröffentlicht, darunter der Nummer-Eins-Bestseller The Burning Room aus dem Jahr 2014.

Mitglieder von Amazon Prime in Deutschland und Österreich können die erste Staffel von Bosch exklusiv genießen. Die zehn Folgen sind in der englischen Originalversion verfügbar, eine synchronisierte deutsche Fassung folgt im Laufe dieses Jahres. Die erste Episode ist für alle Amazon-Kunden kostenlos.

 


„Perfidia“ – James Ellroy beehrt Deutschland

März 13, 2015

Nächste Woche tourt James Ellroy mit seinem neuen Roman „Perfidia“ durch einige deutsche Städte:
KÖLN
Montag, 16. März, 19:30 Uhr
Lit.COLOGNE, Schauspiel Köln Depot 1 (Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln)

HAMBURG
Dienstag, 17. März, 19:30 Uhr
Literaturhaus (Schwanenwik 38, 22087 Hamburg)

HANNOVER
Mittwoch, 18. März, 20:00 Uhr
Literarischer Salon Hannover (Königsworther Platz 1, 30167 Hannover)

BERLIN
Donnerstag, 19. März, 19:00 Uhr
Dussmann – Das KulturKaufhaus (Friedrichstr.90, 10117 Berlin) (das bei seiner letzten Lesung übervoll war)

MÜNCHEN
Freitag, 29. Januar, 19:00 Uhr
Krimifestival, Amerika-Haus (Waldstraße 9, 82211 Herrsching am Ammersee

Ich bin gerade beim Lesen des Romans, der mit gut eintausend Seiten volumös geraten ist. Es dürfte, unabhängig vom Drucksatz (dafür ein Lob: er sieht sehr lesefreundlich aus), sein umfangreichster Roman sein. Also noch länger als die jeweils achthundertseitigen „Ein amerikanischer Thriller“, „Ein amerikanischer Albtraum“ und „Blut will fließen“. Die waren, weil Ellroy in seiner „Underworld USA“-Trilogie die Marotte hatte, seitenlang aus Zeitungsberichten, Aktennotizen und Protokollen zu zitieren und seine Sätze auf möglichst wenige Worte einzudampfen, fast unlesbar. Dass er gleichzeitig das Bild einer großen Verschwörung, in der alle irgendwie beteiligt sind und alles miteinander zusammenhängt, entwarf, half nicht. Stattdessen hatte ich oft den Eindruck, dass er eine Best-of populärer Agententhriller, Privatdetektiv- und Polizeiromane, versetzt mit populären Verschwörungstheorien und exzessivem Name-Dropping, schrieb, in der, weil die Handlung sich über mehrere Jahre quer über den Globus bewegte (halt überall, wo die CIA mitmischte) und keinen erzählerischen Fokus mehr hatte. Jedenfalls keinen Fokus, der auf eine nachvollziehbare Geschichte gerichtet war. Stattdessen ging es ihm eher um das Bild und das Gefühl einer allumfassenden Verschwörung.
Dagegen ist der erste Eindruck von seinem neuen Roman „Perfidia“ schon einmal positiv. James Ellroy kehrt zurück nach Los Angeles. Der Roman spielt in einer begrenzten Zeit (6. – 29. Dezember 1941) und James Ellroy schreibt, endlich wieder ganze Sätze. Ja! James ELLROY schreibt! Gaaaanze Sätze!!!
Er verzichtet auch, wie ein kurzes Blättern im Buch zeigt, auf Zeitungsberichte und Aktennotizen. Es gibt nur viele Ausschnitte aus dem Tagebuch von Kay Lake.
Auch die Geschichte beginnt gut: Eine japanische Familie wird tot aufgefunden. Anfangs ist unklar, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. Der japanischstämmige, extrem intelligente Hideo Ashida findet schon am Tatort genug Hinweise für einen Mord, um Ermittlungen zu initieren. Als die Japaner Pearl Harbor überfallen, wird aus dem banalen Mordfall ein politisch wichtiger Mordfall, der unbedingt mit der Überführung des richtigen Täters (vulgo eines Japaners) aufgeklärt werden soll.

Aber dann – ich bin jetzt auf Seite 379 und meine Leselust ist inzwischen nicht mehr besonders groß – beginnt James Ellroy ein breites, ungeheuer detailreiches Panorama von Los Angeles nach Pearl Harbor zu entwerfen. Die Mordermittlung bewegt sich nicht mehr wirklich voran. Stattdessen geht es, in einem Gestrüpp von kaum miteinander zusammenhängenden Handlungssträngen, um Korruption in der Polizei. Politische Intrigen. Den Kampf gegen die Kommunisten. Die Angst vor den Japanern. Und natürlich alle möglichen fünften Kolonnen, die als Kämpfer versuchten, möglichst unerkannt im Feindesland zu leben und Sabotage zu betreiben.
Und ungefähr jede zweite Seite werden ein, zwei Knochen gebrochen, was uns – immerhin sind die Knochenbrecher immer Polizisten – sicher einiges über Polizeibrutalität verraten soll, aber nach dem ersten Dutzend gebrochener Arme nur noch langweilt.
Das liest sich immer mehr wie eine Neuauflage von „L. A. Confidential“. Nur schlechter und länger.
Insofern ist die Ankündigung von James Ellroy, dass „Perfidia“ der Auftakt zu einem zweiten „L. A. Quartett“ werden soll, das zeitlich vor dem bekannten „L. A. Quartett“ („Die schwarze Dahlie“, „Blutschatten“, „L. A. Confidential“ und „White Jazz“) spielt und in dem viele aus diesen Romanen bekannte Charaktere wieder auftauchen, fast wie eine Drohung.
Aber vielleicht braucht Ellroy auch nur einen guten Lektor, der beherzt dicke Schneisen in das erzählerische Gestrüpp schlägt und den Roman auf fünfhundert Seiten eindampft.

Ellroy - Perfidia - 4

James Ellroy: Perfidia
(übersetzt von Stephen Tree)
Ullstein, 2015
960 Seiten
25 Euro

Originalausgabe
Perfidia
Alfred A. Knopf, 2014

Hinweise

Meine Besprechung der James-Ellroy-Verfilmung “Rampart – Cop außer Kontrolle” (Rampart, USA 2011)

Meine Besprechung von James Ellroys Underworld-USA-Trilogie (Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum, Blut will fließen)

Meine Besprechung von James Ellroys “Der Hilliker-Fluch – Meine Suche nach der Frau” (The Hilliker Curse – My Pursuit of Women, 2010)

James Ellroy in der Kriminalakte


Die KrimiZeit-Bestenliste März 2015

März 5, 2015

Die März-Empfehlungen der KrimiZeit-Bestenliste sind:
1 (-) William McIlvanney: Die Suche nach Tony Veitch
2 (-) Alan Carter: Prime Cut
3 (-) Mike Nicol: Bad Cop
4 (-) Dave Zeltserman: Killer
5 (6) Norbert Horst: Mädchenware
6 (3) Dennis Lehane: The Drop – Bargeld
7 (4) Tana French: Geheimer Ort
8 (8) Tony Parsons: Dein finsteres Herz
9 (-) Zoë Beck: Schwarzblende
10 (2) Jesper Stein: Weißglut

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Und nächsten Monat müsstem die neuen Romane von James Lee Burke und James Ellroy (gut tausend Seiten!) auf der Liste stehen.


Drehbücher von „American Sniper“ und „Inherent Vice“ sind online

Februar 23, 2015

Vor der Oscar-Verleihung sind jetzt auch die Drehbücher für

„American Sniper“ (von Jason Hall; der Kriegsfilm startet bei uns am Donnerstag und wird dann auch besprochen) und

„Inherent Vice“ (von Paul Thomas Anderson; Besprechung hier)

online. Beide Bücher sind in der Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“ nominiert.

Die anderen nominierten Drehbücher habe ich ja schon verlinkt.

(via Simply Scirpts)


Neue ausgezeichnete und nominierte Drehbücher online

Februar 9, 2015

Seit einigen Jahren veröffentlichen die Produktionsfirmen die für die wichtigen Filmpreise nominierten Drehbücher (Oscar undsoweiter) und Simply Scripts sammelt sie auf einer schönen Seite (dort gibt es auch Zusammenstellungen für die vorherigen Jahre und viele weitere Drehbücher), die ich mal wieder hemmungslos ausbeute.

Also, die guten Drehbücher:

Misan Sagay: Belle (meine Besprechung von „Dido Elizabeth Belle“)

Scott Alexander, Larry Karaszewski: Big Eyes

Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris Jr., Armando Bo: Birdman (meine Filmkritik)

Irena Brignull, Adam Pava: The Boxtrolls

Richard Linklater: Boyhood

John Michael McDonagh: Calvary (meine Besprechung von „Am Sonntag bist du tot“)

Justin Simien: Dear white People (deutscher Starttermin unbekannt)

Scott Neustadter & Michael H. Weber: The Fault in our Stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter)

E. Max Frye, Dan Futterman: Foxcatcher (meine Filmbesprechung)

William Monahan: The Gambler (meine Besprechung)

Jez Butterworth, John-Henry Butterworth: Get on up (meine Besprechung)

Gillian Flynn: Gone Girl (meine Besprechung)

Wes Anderson: The Grand Budapest Hotel (meine Jubelarie)

Dean DeBlois: How to train your Dragon 2 (Drachenzähmen leicht gemacht 2)

Graham Moore: The Imitation Game (meine Besprechung)

James Lapine: Into the Woods

Peter Landesman: Kill the Messenger (deutscher Kinostart: 6. August 2015)

Oleg Negin, Andrey Zvyagintsev: Leviathan

Steven Knight: Locke (deutscher Titel: „No turning back“ – Kein Kommentar.)

Ira Sachs, Mauricio Zacharias: Love is strange

J. C. Chandor: A most violent year (toller Film, Kinostart ist am 19. März)

Mike Leigh: Mr. Turner (meine Besprechung – DVD erscheint am 28. April)

Dan Gilroy: Nightcrawler (meine Besprechung)

Theodore Melfi: St. Vincent (meine Besprechung)

Richard Glatzer, Wash Westmoreland: Still Alice (deutscher Kinostart: 5. März)

Anthony McCarten: The Theory of Everything (Die Entdeckung der Unendlichkeit – der Stephen-Hawking-Film)

Joel Coen & Ethan Coen, Richard LaGravenese, William Nicholson: Unbroken

Damien Chazelle: Whiplash (deutscher Kinostart 19. Februar)

Nick Hornby: Wild (Der große Trip – Wild; meine Besprechung)

Damián Szifrón: Wild Tales ( – Jeder dreht mal durch!, meine Besprechung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die KrimiZeit-Bestenliste Februar 2015

Februar 5, 2015

Diese Druckwerke empfehlen die Damen und Herren der KrimiZeit in ihrer aktuellen Bestenliste:
1 (2) Denise Mina: Das Vergessen
2 (-) Jesper Stein: Weißglut
3 (-) Dennis Lehane: The Drop – Bargeld
4 (-) Tana French: Geheimer Ort
5 (8) Oliver Harris: London Underground
6 (-) Norbert Horst: Mädchenware
7 (7) Andrew Brown: Trost
8 (-) Tony Parsons: Dein finsteres Herz
9 (9) Jo Nesbø: Der Sohn
10 (10) Nathan Larson: Boogie Man

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


„Das ewige Leben“ – der Brenner, der Haas, der Trailer

Januar 28, 2015

Jetzt ist schon wieder was passiert. Und ob du es glaubst oder nicht. Zur Abwechslung einmal etwas Gutes. Weil „Das ewige Leben“ jetzt einen Trailer hat

Aber so ein Trailer, der kann natürlich nicht den ganzen Brenner zeigen. Die Lakonie fehlt. Die Action auch. Der Sex. Die Katze.

Das alles und noch viel mehr gibt es ab dem 19. März und der Film schließt nahtlos an die vorherigen Brenner-Verfilmungen an. Kein Wunder. Ist ja auch das bewährte Team.

Plakat gibt’s auch

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Verfassungsschutz – Reformieren, abschaffen oder weiter wie bisher? – Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Bundestages

Januar 27, 2015

Als Mitorganisator bin ich natürlich hemmungslos begeistert von dieser Podiumsdiskussion (und vielleicht sagt bis dahin sogar ein CDU-MdB zu):

Versagen mit System“ – Verfassungsschutz – Reformieren, abschaffen oder weiter wie bisher?

Podiumsdiskussion mit

Petra Pau, Die Linke (Mitglied im Innenausschuss, Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages)

Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen (Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium [PKGr] und im NSA-Untersuchungsausschuss)

Eva Högl, SPD (Mitglied im Innenausschuss, Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages)

N. N., CDU-Bundestagsfraktion (angefragt)

am Montag, den 2. Februar, um 19.00 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte (Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, Nähe Alexanderplatz)

Nach dem Komplettversagen der Sicherheitsbehörden bei der NSU-Terrorgruppe, die sie nicht entdeckte und deren Taten sie nicht verhinderte, wurde zunächst die gesamte Sicherheitsarchitektur auf den Prüfstand gestellt. Die Forderung nach einer Abschaffung des Verfassungsschutzes erlebte eine Renaissance.

Mehrere parlamentarische Untersuchungsausschüsse beschäftigten sich damit. Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages formulierte in seinem einstimmig beschlossenem Abschlussbericht zahlreiche Empfehlungen für die Dienste.

An dem Abend wollen wir darüber diskutieren, welche Empfehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses inzwischen umgesetzt wurden, ob es noch weiteren Reformbedarf gibt oder ob eine Reform des Verfassungsschutzes unmöglich ist.

Die Diskussion gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Versagen mit System“ über die segensreiche Wirkung des Verfassungsschutzes als Frühwarnsystem für die deutsche Demokratie, erzählt anhand seiner erfolgreichen Skandale und Pannen.

Es gibt sogar eine Facebook-Seite zum liken.

Und hier gibt es schon einige Bilder von der Eröffnung.

Veranstalter

Bundesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus der Linken

Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF)

Humanistische Union – Landesverband Berlin Brandenburg

Die Linke – Landesveband Berlin

Stiftung und Hausverein Haus der Demokratie und Menschenrechte


Der Deutsche Krimi Preis 2015 – und meine Bücherjahresbestenliste

Januar 21, 2015

Der Deutsche Krimi Preis 2015 (kurz DKP) wurde an folgende Kriminalromane verliehen:
National
1. Platz: Franz Dobler: Ein Bulle im Zug (Tropen)
2. Platz: Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht (Dumont)
3. Platz: Max Annas: Die Farm (Diaphanes)

International
1. Platz: James Lee Burke: Regengötter (Rain Gods) (Deutsch von Daniel Müller) (Heyne Hardcore)
2. Platz: Liza Cody: Lady Bag (Lady Bag) (Deutsch von Laudan & Szelinski) (Argument)
3. Platz: Oliver Harris: London Underground (Deep Shelter) (Deutsch von Gunnar Kwisinski) (Blessing)

Die Begründungen und die Namen der Jurymitglieder gibt es hier – und ich nutze jetzt die Gelegenheit, einen Teil meiner weitgehend im „man müsste doch“-Stadium verharrenden Jahresbestenliste zu veröffentlichen.Meine Top-Krimis 2014 sind:
National (ich lasse mal ältere Werke, wie Thomas Willmanns „Das finstere Tal“, weg und hab dann eine erschreckend kurze Liste von satisfaktionsfähigen Werken)
Jörg Juretzka: TaxiBar
Wolfgang Schweiger: Duell am Chiemsee
Wolf Haas: Brennerova (Hinweis: die vierte Brenner-Verfilmung „Das ewige Leben“ startet am 19. März. Wieder mit dem bewährten Team. Wieder grandios.)
International (da wird die Liste der guten Werke deutlich länger und auch das Rauswerfen älterer oder wieder veröffentlichter Werke, wie George V. Higgins‘ „Die Freunde von Eddie Coyle“, hilft kaum. Also werfe ich sogar nicht übersetzten Werke, wie Lawrence Blocks „Hit Me“ und Lee Goldbergs „Monk“-Romane, heraus und dann hätten wir diese Liste)
Dennis Lehane: In der Nacht/The Drop
Joe R. Lansdale: Machos und Macheten/Das Dickicht
Jim Nisbet: Der Krake auf meinem Kopf
Adrian McKinty: Die Sirenen von Belfast
Garry Disher: Dirty Old Town
und zwei Debüts
Bracken MacLeod: Mountain Home
Nathan Larson: 2/14 (den zweiten Dewey-Decimal-Roman „Boogie Man“ habe ich noch nicht gelesen)


Diskussion über die Abschaffung des Verfassungsschutzes

Januar 19, 2015

Das hatte ich noch nicht angekündigt, aber als Mitveranstalter bin ich natürlich hemmungslos begeistert:

Diskussion des Memorandums „Brauchen wir den Verfassungsschutz? Nein!“

mit Dr. Till Müller-Heidelberg (RA Bingen) und Prof. Dr. Martin Kutscha (HWR Berlin)

Mittwoch, 21. Januar 2015 um 19.30 Uhr

Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

 –

Diskussion mit

Dr. Till Müller-Heidelberg

und

Prof. Dr. Martin Kutscha (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

von der Humanistischen Union zum Memorandum „Brauchen wir den Verfassungsschutz? Nein!“, in dem Bürgerrechtler und Bürgerrechtsorganisationen die Argumente für ein Ende des Inlandsgeheimdienstes nennen.

Über das Memorandum:

Als Ende 2011 eher zufällig die NSU-Mordserie aufflog, war die Empörung groß: Warum hatte der „Verfassungsschutz“ trotz intensiver Überwachung der „rechtsextremen Szene“, trotz zahlreicher V-Leute im unmittelbaren NSU-Umfeld angeblich weder etwas von der rassistisch motivierten Gewaltbereitschaft, noch den mörderischen Zusammenhängen geahnt? Für viele Beobachter hatte sich die Behörde als untauglich, ja überflüssig erwiesen. Wegen ihrer heillosen Verstrickung in die gewalttätige Neonazi-Szene wird sie zunehmend als gefährlich angesehen.

Das vorliegende Memorandum erinnert an die vergessenen Skandale und Bürgerrechtsverletzungen der Verfassungsschutzbehörden. Dabei wird deutlich: Die Geschichte dieses Geheimdienstes ist eine Geschichte der Rechtsbrüche, des Machtmissbrauchs und der demokratischen Zumutungen. Sein Fortbestehen verdankt er vor allem dem schnellen Vergessen der Öffentlichkeit. Die strukturelle Blindheit gegenüber echten Gefährdungen, die permanente Übertretung gesetzlicher Befugnisse und die Grenzverwischung zwischen vermeintlichen Beschützern und Gefährdern der Demokratie begleiten den Verfassungsschutz von Beginn an.

Das Memorandum hinterfragt, ob ein demokratisches Gemeinwesen überhaupt durch einen Geheimdienst zu schützen sei, der sich Deutungshoheit in den politischen Auseinandersetzungen anmaßt, die Meinungsfreiheit bedroht und mit seiner demokratisch nicht zu kontrollierenden Arbeit im Verborgenen selbst zum rechtsstaatlichen Problemfall wird.

Die Autoren zeigen, wie überflüssig der „Verfassungsschutz“ ist: Sie analysieren seine gesetzlichen Aufgaben und heimlichen Befugnisse. Für zahlreiche Aufgaben sind bereits andere Stellen und Behörden zuständig; bei Gewalt- und Straftaten werden Polizei und Staatsanwaltschaft tätig. Durch einen Wegfall des „Verfassungsschutzes“ entstünden also keine Sicherheitslücken. Seine eigentliche, zentrale Aufgabe eines „demokratieschützenden Frühwarnsystems“ schließlich kann der „Verfassungsschutz“ mit seinen fragwürdigen Mitteln und Methoden gar nicht erfüllen. Dafür erweisen sich jedoch zivilgesellschaftliche Initiativen, Medien und Wissenschaft als weitaus wirksamer.

Das Fazit des Memorandums ist deshalb eindeutig: Wir brauchen keine überflüssigen, teuren und unkontrollierbaren Verfassungsschutzbehörden – die selbst immer wieder zur Gefahr für unsere Grundrechte, für die Verfassung und den demokratischen Rechtsstaat werden. Der „Verfassungsschutz“ ist ersatzlos abzuschaffen.

Veranstalter:

Bundesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus der Linken

Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF)

Humanistische Union – Landesverband Berlin Brandenburg

Die Linke – Landesveband Berlin

Stiftung und Hausverein Haus der Demokratie und Menschenrechte


Tak4en – jetzt geht es um den Hund

Januar 19, 2015

Das kommt nicht wirklich überraschend:

(via Collider)


Die KrimiZeit-Bestenliste Januar 2015

Januar 8, 2015

Neues Jahr, neuer Monat, neue KrimiZeit-Bestenliste:
1 (1) James Lee Burke: Regengötter
2 (-) Denise Mina: Das Vergessen
3 (3) Kim Zupan: Die rechte Hand des Teufels
4 (2) Max Annas: Die Farm
5 (8) Volker Kutscher: Märzgefallene
6 (4) Franz Dobler: Ein Bulle im Zug
7 (10) Andrew Brown: Trost
8 (7) Oliver Harris: London Underground
9 (6) Jo Nesbø: Der Sohn
10 (-) Nathan Larson: Boogie Man

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


Die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2014

Dezember 18, 2014

Also dann, die Jahresbestenliste der KrimiZeit, für die nur Bücher genannt werden konnten, die bereits auf einer der monatlichen Bestenlisten waren:
1 James Lee Burke: Regengötter
2 Liza Cody: Lady Bag
3 Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht
4 Mike Nicol: Black Heart
5 Franz Dobler: Ein Bulle im Zug
6 Tom Hillenbrand: Drohnenland
7 Orkun Ertener: Lebt
8 David Peace: GB84
9 Sascha Arango: Die Wahrheit und andere Lügen
10 Karim Miské: Entfliehen kannst Du nie

Sollte mich auch an meine Bestenlisten setzen…

P. S.: Im März erscheint bei Pendragon „Sturm über New Orleans – Ein Dave-Robicheaux-Krimi“ (The Tin Roof Blowdown) von James Lee Burke, der nach dem Hurrikan Katrina spielt.

Sowieso liest sich das Frühlingsprogramm von Pendragon sehr vielversprechend, unter anderem mit zwei Jesse-Stone-Krimis von Robert B. Parker und einem Roman von Horst Vocks, dem Autor von „Duisburg-Ruhrort“ (Schimanski!).


Europäischer Filmpreis 2014: Die Gewinner

Dezember 14, 2014

Frisch aus dem Postfach: die Preisträger des 27. Europäischen Filmpreises.

Der Preis wurde vor wenigen Stunden verliehen. Arte zeigt am Sonntag, den 14. Dezember, um 23.55 Uhr (also nach gut vier Stunden Marlon Brando) neunzig Minuten lang Ausschnitte aus der Preisverleihung.

Und jetzt, ohne weitere Kommentare: die glücklichen Gewinner:

EUROPÄISCHER FILM 2014

IDA
Polen/Dänemark
REGIE: Pawel Pawlikowski
DREHBUCH: Paweł Pawlikowski & Rebecca Lenkiewicz
PRODUKTION: Eric Abraham, Piotr Dzięcioł, Ewa Puszczyńska & Christian Husum

 

EUROPÄISCHE KOMÖDIE 2014

THE MAFIA ONLY KILLS IN THE SUMMER

LA MAFIA UCCIDE SOLO D’ESTATE

Italien

REGIE: Pierfrancesco Diliberto

DREHBUCH: Michele Astori, Pierfrancesco Diliberto & Marco Martani

PRODUKTION: Mario Gianani & Lorenzo Mieli

 

EUROPÄISCHER REGISSEUR 2014

Paweł Pawlikowski für IDA

 

EUROPÄISCHE SCHAUSPIELERIN 2014

Marion Cotillard in ZWEI TAGE, EINE NACHT (DEUX JOURS, UNE NUIT)

EUROPÄISCHER SCHAUSPIELER 2014

Timothy Spall in MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS (MR. TURNER)

 

EUROPÄISCHES DREHBUCH 2014

Paweł Pawlikowski & Rebecca Lenkiewicz für IDA

 

EUROPÄISCHER DOKUMENTARFILM 2014

MASTER OF THE UNIVERSE

Deutschland/Österreich

REGIE: Marc Bauder

PRODUKTION: Marc Bauder & Markus Glaser

 

EUROPÄISCHE ENTDECKUNG 2014 – Prix FIPRESCI

THE TRIBE
PLEMYA 

Ukraine
DREHBUCH & REGIE: Myroslav Slaboshpytskiy 
PRODUKTION: Valentyn Vasyanovych & Iya Myslytska

 

EUROPÄISCHER ANIMATIONSFILM 2014

THE ART OF HAPPINESS

L’ARTE DELLA FELICITÁ

Italien

REGIE: Alessandro Rak

DREHBUCH: Alessandro Rak & Luciano Stella

 

EUROPEAN FILM ACADEMY KURZFILM 2014

THE CHICKEN
Deutschland/Kroatien 2014, 15 Min., Fiktion

Regie: Una Gunjak

KOPRODUKTIONSPREIS PRIX EURIMAGES 2014

Ed Guiney

 

EUROPÄISCHER BEITRAG ZUM WELTKINO 2014

Steve McQueen

 

PREIS FÜR EIN LEBENSWERK 2014

Agnès Varda

 

PUBLIKUMSPREIS – BESTER EUROPÄISCHER FILM 2014

IDA

Regie: Pawel Pawlikowski

Drehbuch: Pawel Pawlikowski & Rebecca Linkiewicz

 

EFA JURY AWARDS 2014

Die Gewinner in den Kategorien Kamera, Schnitt, Szenen- und Kostümbild, Filmmusik sowie Sounddesign wurden von einer speziellen, siebenköpfigen Jury auf Grundlage der EFA-Auswahl gekürt:

 

Europäischer Kamerapreis – Prix CARLO DI PALMA 2014

Łukasz Żal & Ryszard Lenczewski für IDA

 

Europäischer Schnitt 2014
Justine Wright
für NO TURNING BACK (LOCKE)

 

Europäisches Szenenbild 2014

Claus-Rudolf Amler für DAS FINSTERE TAL

 

Europäisches Kostümbild 2014

Natascha Curtius-Noss für DAS FINSTERE TAL

 

Europäische Filmmusik 2014

Mica Levi für UNDER THE SKIN

 

Europäisches Sounddesign 2014

Joakim Sundström für STARRED UP

 

 


Kleinkram

Dezember 12, 2014

Ein kleiner Blick in meinen Briefkasten:

Ab heute, nein, HEUTE könnt ihr Karten für „das Kinohighlight 2015“ kaufen, das am 12. Februar 2015 in unseren Kinos anläuft.

Und das wäre „Fifty Shades of Grey“, was kein Film über moderne Malerei oder ein SW-Film über die Graustufen zwischen S und W ist, sondern das:

Sieht für mich wie die jugendfreie Hochglanzversion von „9 1/2 Wochen“ (auch eine Romanverfilmung) aus:

Ein neuer Trailer für den neuen Michael-Mann-Film „Blackhat“ ist draußen:

Darum geht es, laut Verleih: In einer Welt voller globaler Cyberkriminalität jagt in BLACKHAT ein Verurteilter auf Freigang zusammen mit amerikanischen und chinesischen Spezialisten ein hochgefährliches Hackernetzwerk quer über die Welt: Von Chicago über Los Angeles nach Hong Kong und Jakarta.

Und so richtig begeistert bin ich immer noch nicht. Aber, hey, es ist Michael Mann!

Der deutsche Kinostart ist am 5. Februar 2015.

Das nenne ich früh: der erste Trailer für die Antoine-de-Saint-Exupéry-Verfilmung „Der kleine Prinz“ ist draußen:

Der Film startet am 15. Oktober 2015.

Der Grafit-Verlag freut sich:

Schauspieler Francis Fulton-Smith hat sich die Filmrechte an Jan Zweyers historischem Kriminalroman „Eine brillante Masche – Die fast wahre Geschichte eines Lügners“ gesichert.

Damit wäre die erste Hürde für eine Verfilmung genommen.

Am 29. und 30. Dezember läuft um 20.15 Uhr im Ersten die TV-Fassung der überraschend gelungenen Noah-Gordon-Verfilmung „Der Medicus“. Sie soll insgesamt dreißig Minuten länger als die Kinofassung sein, wobei man für Vor- und Abspann sicher wieder einiges abziehen kann. Naja, Schnittberichte wird uns danach über die Unterschiede zwischen TV- und Kinofassung aufklären.

Im Kino sahen sich 3,6 Millionen Menschen den Film an.

Ach ja: die Golden-Globe-Nominierungen.

 


Teaser für die Wolf-Haas-Verfilmung „Das ewige Leben“ ist online

Dezember 10, 2014

Am 19. März 2015 ist es soweit. Die vierte Brenner-Verfilmung „Das ewige Leben“, wieder nach einem Roman von Wolf Haas, mit Josef Hader als Brenner, inszeniert von Wolfgang Murnberger, kommt in unsere Kinos. Und weil das bewährte Team wieder zusammen ist, geht es, wie der Teaser zeigt, im gewohnten Stil von „Komm, süßer Tod“, „Silentium“ und „Der Knochenmann“ weiter.

Ich freu mich drauf.