Neu im Streaming/Filmkritik: „Prey“, nochmal Predator, aber gut

August 5, 2022

Der erste „Predator“-Film, inszeniert von John McTiernan und mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, ist heute ein SF-Horrorfilmklassiker. Die danach entstandenen Filme mit dem Monster nicht. Der absolute Tiefpunkt war 2018 mit „Predator – Upgrade“ (The Predator) erreicht. Shane Black, der in „Predator“ mitspielt, aber bekannter für seine Drehbücher zu den „Lethal Weapon“-Filmen ist, schrieb das Drehbuch und übernahm die Regie. Da konnte man, auch weil seine vorherigen Filme „Kiss Kiss, Bang Bang“, „Iron Man 3“ und „The Nice Guys“ überaus gelungen sind, einen besonderen Film erwarten. Es wurde ein atemberaubend schlechter Film.

Vor diesem Hintergrund wirkte die Ankündigung, dass es einen neuen „Predator“-Film geben wird, der die Geschichte der ersten Begegnung zwischen dem Predator und den Menschen erzählen wird, wie eine Drohung.

10 Cloverfield Lane“-Regisseur Dan Trachtenberg verlegt diese Begegnung in die Northern Great Plains in das Siedlungsgebiet der Comanchen. Die Geschichte spielt im September 1719, und damit noch vor der Gründung der USA.

Die junge Naru entdeckt im Wald die Spuren eines Tieres, das nach ihrer Ansicht kein Bär, sondern etwas anderes ist. Weil die gleichaltrigen Männer des Stammes sie zu dieser gefährlichen Jagd nicht mitnehmen wollen, macht sie sich allein auf den Weg und begegnet dem aus dem Weltall kommenden, meist unsichtbaren und anscheinend unbesiegbarem Predator.

Trachtenberg erzählt diese Geschichte gradlinig als ein gnadenloses Duell zwischen Mensch und, hm, Tier. Es gibt keine überflüssigen Nebengeschichten, keine länglichen Psychologisierungen und kein Gerede über die Predator-Mythologie. Der Predator ist hier einfach nur ein intelligentes Raubtier, das seine Beute jagt. Und Naru eine Kriegerin die dem Feind ins (unsichtbare) Auge starrt und ihn besiegen will. Danach wäre sie eine richtige Kriegerin.

Für die Fans gibt es einige wenige Zitate aus dem ersten „Predator“-Film. Mehr Fanservice gibt es nicht in diesem Western.

Neben der spannend erzählten Geschichte punktet „Prey“ mit einen Blick für die unberührte Landschaft und einem großen Respekt für die Kultur der Native Americans. In der Originalfassung wird, ohne Untertitel (was nicht weiter stört), comanche, englisch und französisch gesprochen. Französisch sprechen die fiesen Einwanderer, denen Naru begegnet und die den Tod durch den Predator verdient haben. Die Comanchen sprechen eine Mischung aus ihrer Sprache und, damit wir sie verstehen, englisch. Es gibt außerdem eine Fassung, in der die Comanchen nur ihre Sprache sprechen. Gespielt werden die Comanchen von Native Americans und First Nations. Und es gab Berater für die Lebensweise der Comanchen.

Prey“ ist der Film, auf den „Predator“-Fans schon lange nicht mehr zu hoffen wagten. Western-Fans dürfen sich über einen überaus gelungenen Western/SF-Hybrid freuen. Für alle anderen ist „Prey“ ein spannendes Western/Horror/Science-Fiction-B-Picture, das schnörkellos seine Geschichte erzählt.

Am Ende des Thrillers bleibt eigentlich nur eine Frage: Warum läuft der Film nicht im Kino?

Prey (Prey, USA 2022)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Patrick Aison (nach einer Geschichte von Patrick Aison und Dan Trachtenberg, basierend auf Figuren von Jim Thomas und John Thomas)

mit Amber Midthunder, Dakota Beavers, Stormee Kipp, Michelle Thrush, Julian Black Antelope

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Läuft auf Disney+

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Prey“

Metacritic über „Prey“

Rotten Tomatoes über „Prey“

Wikipedia über „Prey“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)

Meine Besprechung von Dan Trachtenbergs „10 Cloverfield Lane“ (10 Cloverfield Lane, USA 2016)


TV-Tipp für den 1. September: 10 Cloverfield Lane

August 31, 2019

Pro7, 22.40

10 Cloverfield Lane (10 Cloverfield Lane, USA 2016)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle

Nach einem Autounfall mitten im Nirgendwo erwacht Michelle in einem Bunker und der gewohnt grandios von John Goodman gespielt durchgeknallte (?) Hausherr erklärt ihr, dass die Erde von Außerirdischen überfallen wurde. Sie müsse daher bei ihm bleiben.

Spannender Psychothriller

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher Jr.

Wiederholung: Montag, 2. September, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „10 Cloverfield Lane“

Metacritic über „10 Cloverfield Lane“

Rotten Tomatoes über „10 Cloverfield Lane“

Wikipedia über „10 Cloverfield Lane“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Dan Trachtenbergs „10 Cloverfield Lane“ (10 Cloverfield Lane, USA 2016)


TV-Tipp für den 3. Juni: 10 Cloverfield Lane

Juni 3, 2018

Pro7, 22.40

10 Cloverfield Lane (10 Cloverfield Lane, USA 2016)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle

Nach einem Autounfall mitten im Nirgendwo erwacht Michelle in einem Bunker und der gewohnt grandios von John Goodman gespielt durchgeknallte (?) Hausherr erklärt ihr, dass die Erde von Außerirdischen überfallen wurde. Sie müsse daher bei ihm bleiben.

Spannender Psychothriller

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher Jr.

Wiederholung: Montag, 4. Juni, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „10 Cloverfield Lane“

Metacritic über „10 Cloverfield Lane“

Rotten Tomatoes über „10 Cloverfield Lane“

Wikipedia über „10 Cloverfield Lane“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Dan Trachtenbergs „10 Cloverfield Lane“ (10 Cloverfield Lane, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „10 Cloverfield Lane“ – eine Adresse, ein paranoider Gastgeber und eine spoilerfreie Besprechung

März 31, 2016

10 Cloverfield Lane ist zuerst einmal nur eine Anschrift. Eine Adresse mitten im ländlichen Amerika. Es ist auch der Ort, an dem Michelle (Mary Elizabeth Winstead) von Howard (John Goodman) nach einem Autounfall gefangen gehalten wird. Er versorgt sie in seinem Bunker, verlangt etwas Dankbarkeit und erzählt ihr etwas von einer Außerirdischen, die die Erde mit Giftgas unbewohnbar gemacht haben. Natürlich hält seine Gefangene das für ein Hirngespinst.

Auch dass Emmett (John Gallagher Jr.), der ebenfalls, allerdings freiwillig, in dem Bunker lebt, das Gerede von Howard bestätigt, überzeugt sie nicht. Denn Alien-Invasionen gibt es nicht in der Realität. Oder doch?

10 Cloverfield Lane“ ist das Spielfilmdebüt von Dan Trachtenberg, produziert von J. J. Abrams und seiner Firma Bad Robot, die auch „Cloverfield“ produzierte und, wer „Cloverfield“ gesehen hat, fragt sich natürlich, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Filmen gibt.

Doch auch abgesehen von dieser Frage zieht das Drei-Personen-Stück, dank seines klugen Drehbuchs und der guten Schauspieler, eine beträchtliche Spannung aus der Frage, ob Howard jetzt der durchgeknallte Paranoiker von Nebenan ist oder ob seine Geschichte (siehe „Cloverfield“) wahr ist. John Goodman spielt ihn mit dieser beunruhigenden Ruhe und Selbstgewissheit, die diesen Menschen inne wohnt. Denn sie zweifeln überhaupt nicht an ihrer Weltsicht. Schließlich kennen sie die Wahrheit und irgendwann werden auch die anderen sie erkennen. Dass es keinen Beweis für seine Behauptung gibt, stört ihn nicht. Auch in „10 Cloverfield Lane“ müssen wir einfach nur darauf vertrauen, dass er die Wahrheit sagt und dass er Michelle helfen will. Nur: kann man jemand vertrauen, der einen mit einer fadenscheinigen Begründung gefangen hält und der sich einen bestens ausgestatteten Bunker mit Lebensmitteln für mehrere Jahre baute? Michelle jedenfalls plant schon einmal ihre Flucht aus dem hermetisch abgeriegeltem Bunker.

Das in jeder Beziehung äußerst gelungene Debüt macht wirklich neugierig auf die nächsten Filme von Dan Trachtenberg. Wobei allein schon John Goodman, endlich mal wieder in einer Hauptrolle, das Dreipersonenstück sehenswert macht.

10 Cloverfield Lane - Plakat

10 Cloverfield Lane (10 Cloverfield Lane, USA 2016)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle

mit Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher Jr.

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „10 Cloverfield Lane“

Metacritic über „10 Cloverfield Lane“

Rotten Tomatoes über „10 Cloverfield Lane“

Wikipedia über „10 Cloverfield Lane“ (deutsch, englisch)

Ein Interview mit Dan Trachtenberg über seinen Film

Und eines mit Dan Trachtenberg und den Schauspielern

 


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