Neu im Kino/Filmkritik: „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ für Tom Cruise und die Gang

Mai 21, 2025

Es war einmal eine Spionageserie. „Mission: Impossible“ hieß sie im Original. Bei uns hieß sie zuerst „Kobra, übernehmen Sie“, später „Unmöglicher Auftrag“. Von 1966 bis 1973 übernahm die ultrageheime IMF (Impossible Mission Force) im Auftrag der US-Regierung im US-Fernsehen über hundertsiebzig unmögliche Aufträge. Die Serie war natürlich von den enorm erfolgreichen James-Bond-Kinofilmen und der durch sie in den sechziger Jahren entstandenen Begeisterung für Agententhriller beeinflusst. Sie war wertig produziert, hatte viel Action, war enorm erfolgreich und hat eine von Lalo Schifrin geschriebenen, im Ohr bleibende Titelmelodie.

1989 gab es im Fernsehen eine Neuauflage. Nach zwei Staffeln wurde das Experiment „In geheimer Mission“ (so der deutsche TV-Titel) eingestellt.

1996 landete die Serie im Kino. Zuerst für einen Spielfilm. Inszeniert von Brian De Palma auf dem Höhepunkt seiner Karriere und mit Tom Cruise als Hauptdarsteller und erstmals auch als Produzent. Der Actionthriller war ein Erfolg. Weiter unmögliche Missionen folgten. Zuerst mit wechselnden Regisseuren, die jeder Mission ihren unverwechselbaren Stempel aufdrückten. Seit „Rogue Nation“ (2015) mit Christopher McQuarrie als Regisseur. In den Jahren bildete sich, nachdem im ersten „Mission: Impossible“-Film das gesamte IMF-Team bis auf Ethan Hunt (Tom Cruise) in Prag getötet wurde, ein neues Team heraus, das immer wieder neue Mitglieder aufnahm. Die von Tom Cruise durchgeführten Stunts wurden immer spektakulärer.

Jetzt startet der achte und möglicherweise letzte „Mission: Impossible“-Film im Kino. Der Abschluss des zweiteiligen Finales ist passend mit „The Final Reckoning“ (auf Deutsch „Die endgültige Abrechnung“) betitelt. Mit fast drei Stunden ist er auch der längste „Mission: Impossible“-Film.

Auf der einen Seite bietet er, wie zu erwarten war, eine Wiederbegegnung mit den bekannt-beliebten „Mission: Impossible“-Teammitglieder (wie Ving Rhames und Simon Pegg), viel Action (aber vor allem in der ersten Hälfte auch viel Gerede) und einen gewohnt hahnebüchenen Plot. Wie in dem vorherigen Film „Dead Reckoning“ kämpft das IMF-Team gegen die Künstliche Intelligenz ‚Die Entität‘ (aka The Entity). Die Entität übernimmt langsam alle Computer. Auch die hochgesicherten Computer des Militärs. Wenn sie auf alle Atomraketen zugreifen kann, wird sie die Welt mit Atomraketen vernichten; – frag nicht, warum sie nicht schon vorher einen Atomkrieg startet oder warum sie unbedingt die Welt vernichten will. Das haben wir uns bei den James-Bond-Bösewichtern auch nie gefragt. Und die „Mission: Impossible“-Filme sind im Endeffekt das US-amerikanische Pendant zu James Bond.

Hunt und sein Team können die nahende Katastrophe verhindern, wenn sie zuerst den aus zwei Teilen bestehenden Schlüssel, der sich nach den Ereignissen von „Dead Reckoning“ in ihrem Besitz befindet, zu dem 2012 irgendwo im Beringmeer gesunkenen russischen U-Boot Sevastopol bringen und dort an den sich auf einem externen Speichermedium befindenden Quellcode der Entität gelangen. Danach können sie ihren Angriff auf das KI-Programm starten. Kein Schritt davon ist einfach und nie läuft ein Plan wie geplant ab. Oh, und Gabriel (Esai Morales), der menschliche Bösewicht aus „Dead Reckoning“, ist ebenfalls wieder dabei.

So weit, so gewohnt.

Auf der anderen Seite wurde dieser Film, zusammen mit dem vorherigen „Mission: Impossible“-Film, schon im Januar 2019 von Hauptdarsteller Cruise und Regisseur McQuarrie als eine aus zwei Spielfilmen bestehende Geschichte angekündigt, die gleichzeitig auch ein Abschluss der von Ethan Hunt 1996 in „Mission: Impossible“ begonnenen Reise sei. Natürlich verstand jeder diese Ankündigung so, dass der achte „Mission: Impossible“-Film gleichzeitig der letzte „Mission: Impossible“-Film ist.

Nach gut dreißig Jahren, sieben konstant unterhaltsamen Kinoabenteuern, sehr guten Einspielergebnissen (mit fast 800 Millionen US-Dollar war „Fallout [2018] der erfolgreichste Film des Franchises und „Mission: Impossible III [2006] hatte mit knapp 400 Millionen US-Dollar das schwächste, aber immer noch ein sehr gutes Einspielergebnis) und einem Hauptdarsteller, der am 3. Juli seinen 63. Geburtstag feiert, ist ein Ende nachvollziehbar.

Damit dieses Ende nicht nur ein weiterer unmöglicher Einsatz ist, gibt es im Film zahlreiche Flashbacks zu den früheren Filmen, eine Nebenfigur aus dem ersten Film taucht wieder auf und wir erfahren, wie Hunts Einbruch in die CIA-Zentrale sein weiteres Leben veränderte, und die Geschichte der KI wird mit früheren „Mission: Impossible“-Filmen verknüpft. Das weckt Erinnerungen an die vorherigen Filme, ist aber auch etwas überflüssig. Schließlich gab es in jedem „Mission: Impossible“-Film einen Auftrag, einen neuen Gegnger und eine die Welt bedrohende Gefahr. Mehr war für zwei spannende Kinostunden nicht nötig.

Es gibt auch den ständig wiederholten Satz „Everything you were, everything you’ve done, has come to this.“ bzw. „Jede Entscheidung hat zu diesem Punkt geführt.“ bzw. „Unser Leben ist die Summe unserer Entscheidungen.“. Nüchtern betrachtet ist das eine Binsenweisheit. Im Film wird sie aber immer wieder so pathetisch überhöht ausgesprochen, dass sie sich wie der Glaube an ein fest stehendes Schicksal, einen göttlichen Plan, der unser Leben von der Wiege bis zur Bahre vorherbestimmt, anhört. Dieser Eindruck entsteht auch durch die nachträgliche Verknüpfung vorheriger „Mission: Impossible“-Einsätze mit der aktuellen Mission. Immer wieder hatte, so wird jetzt gesagt, Hunt, ohne es zu Wissen, mit der Entität zu tun und seine Versuche, die Welt zu retten führten zu der jetzt unmittelbar bevorstehenden Katastrophe. Diese kann nicht abgewendet werden, weil die Entität jeden unserer Schritte vorhersieht.

Von der erste Minute an ist ein fatalistischer Ton vorhanden. McQuarrie bereitet uns auf mögliche Tote beliebter Teammitglieder vor. Einige sterben und auch der Tod von Ethan Hunt ist, als Abschluss seiner Reise, nicht vollkommen ausgeschlossen. Immerhin feierte Daniel Craig so seinen vermurksten Abgang als James Bond.

Und so schleicht sich schon vor dem ersten Bild ein Gefühl von Trauer über das Ende einer Ära ein. Nach dem Tod von James Bond in dem bislang letzten Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (2021), der immer noch bestehenden Unklarheit über den neuen James-Bond-Darsteller und dem im Februar 2025 erfolgten Verkauf des bislang familiengeführten Franchises an Amazon MGM Studios, verabschiedet sich mit dem angekündigten Ende von „Mission: Impossible“ das zweite große, aus den sechziger Jahren und der Zeit des Kalten Krieges kommende Action-Franchise mit globetrottenden Agenten und Superbösewichtern aus dem Kino.

Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. John Wick und Geschichten aus der Welt von John Wick, wie demnächst „Ballerina“ (Besprechung zum Kinostart am 5. Juni), liefern zwar Action, aber es geht primär um Killer, die Killer umbringen. Superheldenfilme sind etwas ganz anderes. Gleichzeitig ist inzwischen bei vielen eine Superhelden-Müdigkeit unübersehbar.

Mit fast drei Stunden ist „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ zwar länger als nötig ausgefallen, aber es ist eine gelungene und insgesamt überzeugende Abschiedsvorstellung. In den Erklärdialogen wird der Zuschauer vorbildlich an die Hand genommen. In den Actionszenen wird gelungen zwischen Nahkämpfen und spektakulären, so noch nicht gesehenen Unterwasser- und, wenn Tom Cruise in Südafrika auf den Tragflächen von zwei Stearman-Doppeldeckern herumkraxelt, noch spektakuläreren Flugzeugstunts gewechselt. Es gibt zahlreiche prägnante Auftritte bekannter Schauspieler. Teils waren sie in früheren „Mission: Impossible“-Filmen dabei. Teils sind sie erstmals. Wenn man diese Art von Filmen mag, ist auch der achte „Mission: Impossible“-Kinofilm großes Kino.

Mission: Impossible – The Final Reckoning (Mission: Impossible – The Final Reckoning, USA 2025)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie, Erik Jendresen

mit Tom Cruise, Hayley Atwell, Simon Pegg, Ving Rhames, Vanessa Kirby, Esai Morales, Pom Klementieff, Henry Czerny, Holt McCallany, Angela Bassett, Janet McTeer, Nick Offerman, Hannah Waddingham, Tramell Tillman, Rolf Saxon, Shea Whigham, Greg Tarzan Davis, Charles Parnell, Mark Gatiss, Lucy Tulugarjuk

Länge: 170 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

ursprünglicher Titel: Mission: Impossible – Dead Reckoning Part Two

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Mission: Impossible – The Final Reckoning“

Metacritic über „Mission: Impossible – The Final Reckoning“

Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – The Final Reckoning“

Wikipedia über „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (Mission Impossible: Rogue Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“ (Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One, USA 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“ jetzt im Kino

Juli 13, 2023

Beginnen wir gleich mit dem Wichtigsten. Wie erwartet ist „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil 1″ ein ausgezeichneter Action-Thriller, der alles das bietet, was die vorherigen „Mission: Impossible“-Filme auch boten: reichlich handgemachte, spektakuläre Action und eine doch eher nebensächliche, aber die Actionszenen gut zusammenhältende Geschichte mit einen doch eher vernachlässigbarem Bösewicht. Denn so sehr die Filme selbst in Richtung James Bond gehen, so wenig beeindruckend sind die Bösewichter. Sicher, Philip Seymour Hoffman in „Mission: Impossible III“ blieb länger im Gedächtnis, aber letztendlich haben sie nie die raumfüllende Grandezza eines echten Bond-Bösewichts, sondern sie sind eher funktional.

Dieses Mal ist der Bösewicht die gesichtslose „Entität“ und der mysteriöse Gabriel (Esai Morales). Er gehörte zur supergeheimen US-amerikanischen Impossible Missions Force (IMF) und er ist ein Kollege von Ethan Hunt (Tom Cruise). Die Entität ist eine künstliche Intelligenz, die ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat und jetzt die Menschheit vernichten könnte. Oder, je nachdem in welchen Händen sie ist, die Gegner des Besitzers vernichten könnte. Sie ist überall und nirgends. Sie kann alles vorherplanen und berechnen. Sie kennt daher jeden Plan, der gemacht wird, um sie zu vernichten und sie trifft vorher alles notwendigen Maßnahmen, um das zu verhindern. Sie ist, qua Programmierung, allwissend und unbesiegbar. Jedenfalls solange Storm fließt. Ihr menschliches Gesicht ist Gabriel.

Mit einem aus zwei Teilen bestehendem Schlüssel kann sie abgeschaltet werden. Im ersten Teil des Zweiteilers „Dead Reckoning“ müssen Ethan Hunt und seine wenigen IMF-Vertrauten die beiden Teile des Schlüssels finden, ehe er in die falschen Hände gerät. Bei dieser wilden Hatz, ist Hunt schnell überzeugt, dass der Schlüssel und die Herrschaft über die Entität nicht in die Hände eines Staates gehört.

Im zweiten Teil geht es für das MI-Team dann darum, das Schlüsselloch zu finden. Jeder andere Plot wäre eine große Überraschung. „Dead Reckoning Teil 2“ läuft nächstes Jahr im Kino.

Danach schließen Tom Cruise, der in allen „Mission: Impossible“-Filmen Ethan Hunt spielte, und Christopher McQuarrie, der Autor und Regisseur der vorherigen „Mission: Impossible“-Filme, weitere Filme der Serie nicht aus.

Trotzdem verströmt „Dead Reckoning Teil Eins“ durchgehend ein melancholisches Gefühl des Abschieds. Der Gegner ist ein Geist. Erinnerungen an frühere Einsätze wehen durch den Film. Und dass Ethan Hunt/Tom Cruise älter wird, wird direkt angesprochen, wenn Hunt erzählt, dass er vor dreißig Jahren als IMF-Agent rekrutiert wurde. Und irgendwann ist die Zeit der Fronteinsätze vorbei. Trotzdem hat er sich wieder entschlossen, den unmöglichen Auftrag anzunehmen und mit seinen Freunden und Vertrauten aus vergangenen Missionen, wie Luther Stickell (Ving Rhames, seit dem ersten „Mission: Impossible“-Film dabei), Benji Dunn (Simon Pegg) und Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) gegen einen die Welt bedrohenden Gegner zu kämpfen und dafür um den halben Globus zu reisen.

Grace (Hayley Atwell) könnte ein neues Mitglied in ihrem Team werden. Doch bis es soweit ist, verhindert die Taschendiebin, die von einer ihr nicht bekannten Person mit der Beschaffung einer Schlüsselhälfte beauftragt wurde, mehrmals, dass Hunt die Mission erfolgreich abschließen kann. Erst später realisiert sie, dass es sich dieses Mal um keinen normalen Auftrag handelt.

Sie gehört, neben der schon erwähnten Ilsa Faust, The White Widow (Vanessa Kirby) und Paris (Pom Klementieff) zu den überzeugenden Frauenfiguren des Films, die eine größere Leinwandzeit haben, und die durchaus einen Einzelfilm tragen könnten. Im Gegensatz zu der immer wieder widersprüchlich handelnden Helena Shaw (Phoebe Waller-Bridge) in „Indiana Jones und das Rad des Schícksals“ oder den niemals ihr Potential ausschöpfenden Frauen in den „Fast & Furious“-Filmen.

Die Action ist gewohnt atemberaubend. In Rom gibt es eine lange Auto- und Motorradverfolgungsjagd, die zeigt, was in der durch die gleichen Gassen führenden Autoverfolgungsjagd in „Fast X“ fehlte: das Gefühl, dass das alles real gedreht wurde. In Abu Dhabi und Venedig gibt es ausgedehnte Verfolgungsjagden und Versteckspiele. In den Alpen gibt es das große Actionfinale, neben, in und auf einer aus einer anderen Ära stammenden Wagons und einer Dampflokomotive, die das Filmende nicht erleben. Im Finale gibt es auch einige der aus Werbung bekannten spektakulären und gefährlichen Stunts, die auf der großen Leinwand ihre volle Wirkung entfalten.

Das ist alles sehr gelungen und unterhaltsam und endet, im Gegensatz zu dem schon erwähnten „Fast X“, „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ oder „Dune“, nicht mitten in der Handlung. Es gibt, wie früher bei einem Zweiteiler einer TV-Serie, ein richtiges Ende und einen guten Hinweis auf den Inhalt des zweiten Teils. Deshalb kann McQuarries Film wie Quentin Tarantinos erster „Kill Bill“-Film problemlos als eigenständiger, in sich abgeschlossener Film besprochen werden. Im nachhinein, also wenn man beide „Kill Bill“-Filme kennt, war die Teilung in zwei Filme die richtige Entscheidung. Das dürfte bei „Mission: Impossible“ auch der Fall sein.

Mit 164 Minuten Stunden ist der siebte „Mission: Impossible“-Film allerdings auch zu lang geraten. Mehrmals, als ob wir chronisch unaufmerksam wären, wird uns in fast den gleichen Worten die Entität erklärt, und natürlich hätte hier und da einiges gestrafft und gekürzt werden können. Nicht jeder Film muss gut drei Stunden dauern. Doch das ist, zugegeben, Jammern auf hohem Niveau.

Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“ ist, wie erwartet, spannende Mainstream-Actionunterhaltung mit einem erstaunlich aktuellen Thema. Denn als McQuarrie das Drehbuch schrieb, waren Künstliche Intelligenz und die Gefahren und Chancen von KI ein Spezialistenthema. Mit ChatGPT ist es ein uns alle betreffendes Thema geworden.

Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins (Mission: Impossible – Dead Reckoning Part One, USA 2023)

Regie: Christopher McQuarrie

Drehbuch: Christopher McQuarrie (nach der Fernsehserie von Bruce Geller)

mit Tom Cruise, Hayley Atwell, Ving Rhames, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Vanessa Kirby, Esai Morales, Pom Klementieff, Mariela Garriga, Henry Czerny, Shea Whigham, Greg Tarzan Davis, Frederick Schmidt, Charles Parnell, Rob Delaney, Cary Elwes, Indira Varma, Mark Gatiss

Länge: 164 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“

Metacritic über „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“

Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“

Wikipedia über „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Jack Reacher“ (Jack Reacher, USA 2012)

Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (Mission Impossible: Rogue Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Scream VI“: neue Stadt, altes Spiel

März 9, 2023

Fünf Filme und über ein Viertel Jahrhundert lang mordete der Ghostface-Killer sich durch das Städtchen Woodsboro. Die Opfer waren im besten Teenager-Alter. Ein großes Messer die Tatwaffe. Zur Tarnung trug der Killer einen schwarzen Umhang und eine Maske, die von Edvard Munchs ikonischen „Der Schrei“-Gemälden inspiriert war. Die Maske wird dem Killer am Ende des Films abgezogen. In dem Moment wird seine Identität und auch sein Motiv enthüllt. Bis dann im nächsten Film ein neuer Ghostface-Killer munter zusticht. Zuletzt, elf Jahre nach dem vierten Film, war das so 2022 in „Scream“. Nach dem Tod von Wes Craven, der die ersten vier „Scream“-Filme inszenierte, wurde der fünfte „Scream“-Film von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett inszeniert. Sie inszenierten auch den neuesten „Scream“-Film. Das Drehbuch ist wieder von Guy Busick und James Vanderbild.

Der sechste „Scream“-Film mit dem innovativen Titel „Scream VI“ spielt nicht mehr in Woodsboro, sondern in New York. Bereits in den ersten Filmminuten bringt der maskierte Killer eine Frau um. Danach nimmt er seine Maske ab und zeigt sein Gesicht. Es ist Jason, ein Filmstudent mit einer Begeisterung für Horrorfilme. Wenige Minuten später ist er tot. Der echte Ghostface-Killer, also der für diesen Film echte Ghostface-Killer, ersticht Jason in seiner Wohnung. Denn dieser Ghostface-Killer will noch einige alte Rechnungen aus Woodsboro begleichen. Jason und sein ebenfalls toter Kumpel, den er in Jasons Kühlschrank versteckte, hätten ihn daran gehindert.

Ebenfalls in New York sind, und das ist der Grund für seine aktuelle Mordserie, Sam Carpenter (Melissa Barrera), ihre jüngere Halbschwester Tara (Jenny Ortega) und die Zwillinge Mindy (Jasmin Savoy Brown) und Chad Meeks-Martin (Mason Gooding). Sie waren alle in „Scream“ (2022) dabei. Sam ist nach den ersten Meldungen über das Auftauchen des Ghostface-Killers in New York überzeugt, dass er sie und ungefähr alle, die mit ihnen befreundet, verwandt und verschwägert sind, töten will.

Selbstverständlich ist auch die aus allen „Scream“-Filmen bekannte Reporterin Gale Weathers-Riley (Courteney Cox) dabei. Sie wittert, mal wieder, eine große Story und ein sich daran anschließendes Buch.

Der Wechsel von der Kleinstadt in die Großstadt könnte zu größeren Änderungen in der Filmserie führen. Aber letztendlich erzählen die Macher die aus fünf Filmen vertraute Geschichte noch einmal. New York und die Besonderheiten einer Millionenmetropole gegenüber einer Kleinstadt oder einer in der Provinz liegenden Studentenstadt werden nicht weiter beachtet. Die einzige nennenswerte Ausnahme bildet eine längere, spannende Szene in der U-Bahn. Sie ist brechend voll. Weil Halloween ist, tragen viele Passagiere die Masken von ikonischen Horrorfilmfiguren. Unsere Helden, die die U-Bahn benutzen, sehen sich unzähligen Menschen mit Ghostface-Killer-Masken gegenüber und mindestens einer davon könnte der echte Killer sein.

Davon abgesehen könnte der Rest des Horrorfilms, ohne dass im Drehbuch eine Zeile geändert werden müsste, in irgendeiner Universitätsstadt in der Provinz spielen.

Alle Figuren verhalten sich durchgehend, vor allem in Gefahr und höchster Not, idiotisch. So schlagen die künftigen Opfer den Killer, wenn er sie angreift, immer wieder. Einmal mit einer Bratpfanne. Er fällt nach dem Schlag um. Aber anstatt ihn dann mit mindestens einem weiteren Schlag endgültig kampfunfähig zu machen oder ihm die Maske vom Gesicht abzustreifen (was für eine spätere Identifizierung hilfreich wäre), laufen sie weg, werden von ihm verfolgt, schlagen ihn wieder zu Boden und laufen wieder weg, bis er sie mit seinem Messer tötet. Das ist mehr Slapstick als Horror.

Wenn sie den Killer nicht schlagen, fahren sie im Auto durch die halbe Stadt zu einer Person, die wahrscheinlich gerade von dem Ghostface-Killer aufgeschlitzt wird. Die Polizei, die schneller an dem Ort wäre, rufen sie nicht an. Das war schon in der Prä-Smartphone-Zeit idiotisch und ist jetzt noch idiotischer.

Oder sie fahren auf der Flucht vor dem Ghostface-Killer mit der U-Bahn durch die halbe Stadt, anstatt sich ein Taxi zu rufen oder ein Auto zu mieten.

Oder jemand versucht, andere zu warnen, dass der Ghostface-Killer in deren Wohnung ist. Er tut es so schlecht, dass der Misserfolg vorhersehbar ist. Immerhin kann er danach seine Leiter als Rettungsleiter benutzen.

Das führt dazu, dass der Ghostface-Killer mühelos viele, sehr viele Menschen töten kann. Laut Presseheft ist „Scream VI“, der blutigste und brutalste Film der Reihe.

Bekannt wurde „Scream“ durch sein offenes Thematisieren der Regeln des Slasher-Horrorfilms, die dann teils angewandt, teils lustvoll unterwandert wurden. Denn Mitte der neunziger Jahre hatten alle Teenager genug Slasher-Film gesehen, um zu wissen, was passiert und was dagegen getan werden kann. Sie wussten auch, wer von ihnen definitiv nicht das Ende des Films erleben wird.

Diese Meta-Ebene gibt es im neuesten Film des Franchises eigentlich nur bei einem besserwisserischen Vortrag von Mindy, die die Regeln von Sequels, Prequels, Requels und Franchises erklärt, wer wieder auftauchen könnte aus früheren Filmen (wie die am Ende von „Scream 4“ ziemlich tote Kirby Reed [Hayden Panettiere], die damals die Messerstiche doch überlebte und jetzt als mopsfidele FBI-Agentin mitspielt), wer sterben könnte (jeder), wer der Täter sein könnte (ebenfalls jeder; unerheblich ob lebendig oder tot) und welche Regeln gelten (die bekannten; oder auch nicht). – Das war 1996 bei dem ersten „Scream“-Film, inszeniert von Wes Craven, der große Witz: die von dem Killer bedrohten Teenager räsonierten über die Regeln des Slasher-Horrorfilms und wussten daher, wer sterben wird, wer der Täter sein könnte und wie sie sich verhalten müssen. Der Witz wurde in den nächsten „Scream“-Filmen immer etwas variiert. So gibt es in den „Scream“-Filmen die auf den Taten des Ghostface-Killers basierenden „Stab“-Filme und aktuelle Entwicklungen im Genre und Diskurse darüber werden selbstironisch aufgegriffen. Aber letztendlich bleibt es der gleiche, sich in der Wiederholung abnutzende Film-im-Film-Witz.

Scream VI“ erzählt nun ziemlich lustlos und jederzeit vorhersehbar die bekannte Geschichte noch einmal. Denn auch in der Großstadt gelten die Regeln der Kleinstadt. Die Dialoge sind oft erschreckend banal und nichts, aber auch absolut nichts überrascht. Das gilt sogar für die Enthüllung der Identität des Killers und seines Motivs. Der gesamte Horrorfilm wirkt wie das lieblose Recycling von bereits mehrmals recyceltem Material, das vor allem aus kommerziellen Erwägungen betrieben wird. Deshalb wird es selbstverständlich einen siebten „Scream“-Film geben.

Scream VI (Scream VI, USA 2023)

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Drehbuch: James Vanderbilt, Guy Busick (basierend auf von Kevin Williamson erfundenen Figuren)

mit Melissa Barrera, Jenna Ortega, Mason Gooding, Jasmin Savoy Brown, Hayden Panettiere, Courteney Cox, Jack Champion, Henry Czerny, Liana Liberato, Dermot Mulroney, Devyn Nekoda, Tony Revolori, Josh Segarra, Samara Weaving

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Scream VI“

Metacritic über „Scream VI“

Rotten Tomatoes über „Scream VI“

Wikipedia über „Scream VI“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Devil’s Due -Teufelsbrut“ (Devil’s Due, USA 2014)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot“ (Ready or Not, USA 2019)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Scream“ (Scream, USA 2022)


TV-Tipp für den 26. Mai: Mission: Impossible

Mai 25, 2022

Nach „Top Gun“ (Kabel Eins, 18.00 Uhr) umschalten zu

ZDFneo, 20.15

Mission: Impossible (Mission: Impossible, USA 1996)

Regie: Brian de Palma

Drehbuch: David Koepp, Robert Towne (basierend auf der TV-Serie von Bruce Geller)

Nach einer unglücklich verlaufenenen Aktion in Prag, bei der das MI-Team in eine tödliche Falle gelockt wurde, soll Hunt als Verräter gehenkt werden. Hunt beginnt die Verräter in den eigenen Reihen zu suchen.

Erster Einsatz von Tom Cruise als Ethan Hunt. Damals bildetete der Thriller den fulminanten Start von Tom Cruises Karriere als Produzent. Damals wurde auch darüber gemeckert, dass aus dem MI-Team der TV-Serie eine Tom-Cruise-Soloshow mit viel Action wurde. Heute sind wir einige Einsätze von Ethan Hunt weiter und einige halten Ethan Hunt inzwischen für den besseren James Bond.

„Cruise bietet knapp zwei Stunden spannende Unterhaltung.“ (Fischer Film Almanach 1997)

Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt ZDFneo „Mission: Impossible 2“ (USA 2000) und um 23.55 Uhr „Mission: Impossible 3“ (USA 2006).

mit Tom Cruise, Emmanuelle Béart, Jon Voight, Henry Czerny, Jean Reno, Emilio Estevez, Ving Rhames, Kristin Scott-Thomas, Vanessa Redgrave

Wiederholung: Samstag, 28. Mai, 22.00 Uhr (danach geht es mit der zweiten und dritten unmöglichen Mission weiter)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible“

Wikipedia über „Mission: Impossible“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Ghost Protocoll, USA 2011)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Fallout“ (Mission: Impossible – Fallout, USA 2018)

P. S.: In ungefähr einem Jahr gibt es die nächste Mission für Ethan Hunt und seine Freunde. Der gerade veröffentlichte Trailer sieht vielversprechend aus:


TV-Tipp für den 8. August: Ready or Not

August 7, 2021

Pro7, 22.50

Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot (Ready or Not, USA 2019)

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Drehbuch: Guy Busick, R. Christopher Murphy

Bevor Grace ein vollwertiges Mitglied der Familie Le Domas wird, muss sie in der Hochzeitsnacht ein harmloses Aufnahmeritual überstehen. Das behauptet jedenfalls ihr Gatte, bevor in dem riesigen Familienanwesen die Jagd auf die Braut eröffnet wird.

TV-Premiere. Kurzweilige Splatter-Komödie und eine eindrückliche Warnung vor dem Einheiraten in stinkreiche Familien.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Samara Weaving, Adam Brody, Mark O’Brien, Henry Czerny, Andie MacDowell, Melanie Scrofano, Kristian Bruun, Nicky Guadagni, Elyse Levesque, John Ralston

Wiederholung: Montag, 9. August, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Ready or Not“

Metacritic über „Ready or Not“

Rotten Tomatoes über „Ready or Not“

Wikipedia über „Ready or Not“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Devil’s Due -Teufelsbrut“ (Devil’s Due, USA 2014)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot“ (Ready or Not, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Ready or Not“, das tödliche Spiel beginnt

September 26, 2019

Jede Familie hat so ihre Macken. Das bemerkt Grace in der Hochzeitsnacht auf dem noblen Anwesen der Familie Le Domas. Hier sieht noch alles wie zur Jahrhundertwende aus, als die Familie ein Vermögen mit Brettspielen machte. Und ein Spiel möchte die Familie ihres Bräutigams Alex Le Domas um Mitternacht mit ihr spielen. Es sei, so sagt ihr Alex, eine lächerliche Aufnahmezeremonie, die jedes neue Mitglied der Familie machen müsse.

Aus dem Kartenstapel mit den Spielvorschlägen zieht sie die Karte für das Spiel „Verstecken“. Diese eng mit einem Familiengeheimnis verbundene Karte wird nur sehr selten gezogen und sie ist der Auftakt für eine Menschenjagd auf Grace, die in dem Moment noch nicht ahnt, in welcher Gefahr sie schwebt.

Sie versteckt sich in dem riesigen Anwesen, während die Le Domas‘ sich, entsprechend den Spielbedingungen mit historischen Waffen ausrüsten. Danach jagen sie Grace durch das riesige, einsam gelegene Haus, das sie nicht verlassen darf.

Als zusätzlichen Motivationsschub für die Le-Domas-Sippe heißt es, dass sie das Opfer vor Sonnenaufgang töten müssen. Sonst sterben sie. Falls Grace das nicht schon vorher erledigt hat.

Die Grundidee für „Ready or Not“ ist natürlich schamlos von Richard Connells mehrmals verfilmter Kurzgeschichte „The most dangerous Game“, die auch zahlreiche weitere Bücher und Filme über eine Jagd auf Menschen inspirierte, geklaut. Wobei in dem von Matt Bettinelli Olpin und Tyler Gillett inszeniertem Film die Jagd in einem Haus stattfindet, das auch als Spukschloss taugen würde und in dem die Zeit stehen geblieben ist.

Mit einem prächtig aufgelegten Ensemble und nicht immer jugendfreien Gags und Tötungen entstand eine blutige Horrorkomödie, in der sich Splatter und Spaß abwechseln. Jedenfalls meistens. Dank des Handlungsortes und der Spielbedingung, dass nur die Waffen benutzt werden dürfen, die es gab, als das Spiel zum ersten Mal gespielt wurde, könnte der Film auch vor fünfzig, hundert oder sogar hundertfünfzig Jahren spielen. Dann hätte man auf die wenigen Gags mit der modernen Technik verzichten müssen. Und die Mitglieder der Le-Domas-Familie wären nicht so tollpatschig im Umgang mit den alten Tötungsgerätschaften.

Mit etwas über neunzig Minuten ist die überzeugende Warnung vor dem Einheiraten in traditionsbewusste Familien auch angenehm kurz geraten.

Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot (Ready or Not, USA 2019)

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Drehbuch: Guy Busick, R. Christopher Murphy

mit Samara Weaving, Adam Brody, Mark O’Brien, Henry Czerny, Andie MacDowell, Melanie Scrofano, Kristian Bruun, Nicky Guadagni, Elyse Levesque, John Ralston

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepoage zum Film

Moviepilot über „Ready or Not“

Metacritic über „Ready or Not“

Rotten Tomatoes über „Ready or Not“

Wikipedia über „Ready or Not“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Devil’s Due -Teufelsbrut“ (Devil’s Due, USA 2014)


TV-Tipp für den 30. Juli: Mission: Impossible

Juli 30, 2018

Kabel 1, 20.15

Mission: Impossible (Mission: Impossible, USA 1996)

Regie: Brian de Palma

Drehbuch: David Koepp, Robert Towne (basierend auf der TV-Serie von Bruce Geller)

Wenige Tage vor dem Kinostart von „Mission: Impossible – Fallout“ am Donnerstag (dann gibt’s die Jubelarie) können wir uns noch einmal den ersten Einsatz von Tom Cruise als Ethan Hunt ansehen. Damals bildetete der Thriller den fulminanten Start von Tom Cruises Karriere als Produzent. Damals wurde auch darüber gemeckert, dass aus dem MI-Team der TV-Serie eine Tom-Cruise-Soloshow mit viel Action wurde.

Nach einer unglücklich verlaufenenen Aktion in Prag, bei der das MI-Team in eine tödliche Falle gelockt wurde, soll Hunt als Verräter gehenkt werden. Hunt beginnt die Verräter in den eigenen Reihen zu suchen.

Cruise bietet knapp zwei Stunden spannende Unterhaltung.“ (Fischer Film Almanach 1997)

Anschließend, um 22.35 Uhr, zeigt Kabel 1 „Mission: Impossible 2“ (USA 2000)

mit Tom Cruise, Emmanuelle Béart, Jon Voight, Henry Czerny, Jean Reno, Emilio Estevez, Ving Rhames, Kristin Scott-Thomas, Vanessa Redgrave

Wiederholung: Mittwoch, 1. August, 22.50 Uhr (davor, um 20.15 Uhr, „Mission: Impossible 3“, danach, um 01.00 Uhr „Mission: Impossible 2“)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mission: Impossible“

Wikipedia über „Mission: Impossible“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brad Birds „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Mission: Impossible – Phantom Protocoll, USA 2011)

Meine Besprechung von Christopher McQuarries „Mission: Impossible – Rouge Nation“ (Mission Impossible: Rouge Nation, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Atom Egoyans „Remember – Vergiss nicht, dich zu erinnern“

Januar 2, 2016

Seine letzten beiden Filme „Devil’s Knot“ und „The Captive“ erhielten bei uns, trotz gewohnt hochkarätiger Besetzung, nur einen DVD-Start. Mit „Remember – Vergiss nicht, dich zu erinnern“ kehrt Kritikerliebling Atom Egoyan wieder zurück in die Kinos mit einer ziemlichen Kolportage-Geschichte.
Nach dem Tod seiner Frau macht sich Zev Guttman (Christopher Plummer), ein an Demenz erkrankter KZ-Überlebender, auf den Weg. Sein im Rollstuhl sitzender Altersheim-Freund Max Zucker (Martin Landau), der ebenfalls mit ihm im KZ war, hat einen Hinweis auf den als Rudy Kurlander unerkannt in Nordamerika lebenden KZ-Aufseher gefunden, der Zev Guttmans Familie ermordete.
Max schickt Zev, dessen wichtigstes Gepäckstück ein Zettel ist, auf dem die vier Adressen, an denen die verschiedenen Kurlanders leben, und Verhaltensanweisungen für ihn stehen. Ohne den Zettel und die Telefonate mit Max wüsste Zev nicht, was er tun soll.
Aus dieser Prämisse macht Atom Egoyan erschreckend wenig. Denn Egoyan wurde bekannt durch kluge und zum Nachdenken anregende Reflexionen über die Gesellschaft und kunstvoll verschachtelte Filme, die dennoch auch für ein Mainstream-Publikum immer gut ansehbar blieben. Die von Benjamin August geschriebene Geschichte folgt dagegen einer altbekannten Dramaturgie: bei jedem seiner Besuche erlebt Zev, der seinem Auftrag wie ein Terminator mit Anwandlungen von Menschlichkeit folgt, eine Überraschung, die eine neue Facette des Themas zeigt. So ist ein Rudy Kurlander ein unter falschem Namen lebender KZ-Überlebender, ein anderer schon verstorben und sein Sohn, wie sein Vater, ein glühender Nazi, der Zev gleich etliche Nazi-Erinnerungsstücke zum Kauf anbietet. Erst als er den vierten Rudy trifft, ist er am Ziel seiner Reise. Es gibt dann noch eine Überraschung, die man aber schon spätestens nachdem Zev das Altersheim verlässt, ahnt.
Das ist dann nicht mehr als der gut gemachte Fernsehfilm der Woche, mit deutlicher Botschaft und guten Schauspielern. Neben den Einzelauftritten von Bruno Ganz, Heinz Lieven, Jürgen Prochnow und Dean Norris in ihrer Rudy-Kurlander-Szene trägt Christopher Plummer als vergesslicher, von Hass getriebener alter Mann den Film, der als altmodisches Rachedrama okay ist.
Für einen Atom-Egoyan-Film, der „Der Schätzer“, „Exotica“, „Das süße Jenseits“, „Felicia, mein Engel“ und „Wahre Lügen“ inszenierte, ist „Remember“ allerdings eine Enttäuschung, die immer wie eine Auftragsproduktion wirkt.

Remember - Plakat

Remember – Vergiss nicht, dich zu erinnern (Remember, Kanada/Deutschland 2015)
Regie: Atom Egoyan
Drehbuch: Benjamin August
mit Christopher Plummer, Martin Landau, Dean Norris, Bruno Ganz, Jürgen Prochnow, Heinz Lieven, Henry Czerny
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Moviepilot über „Remember“
Metacritic über „Remember“
Rotten Tomatoes über „Remember“
Wikipedia über „Remember“