Neu im Kino/Filmkritik: Love you Bruce „Springsteen: Deliver me from nowhere“

Oktober 23, 2025

Die Fakten…früher, wenn ein neues Buch oder eine neue Schallplatte eines bewunderten Künstlers oder Band erschien, wusste man nichts über den Entstehungsprozess. Manchmal gab es vielleicht vereinzelte Interviews. Aber das Werk war die LP. Vierzig Minuten Musik. Auf B-Seiten von Singles und Maxis wurde vielleicht noch ein weiterer Song veröffentlicht. Aber das war’s. Ein Song. Eine Version.

Heute wissen wir oft viel mehr über die Entstehung der Werke. Es gibt lange Reportagen und dicke Bücher über die Entstehung wichtiger LPs. Es gibt umfassende Werkausgaben, die aus der ursprünglichen LP und mehreren Bonus-CDs bestehen. Die Box enthält unzählige Versionen der bekannten Stücke und Stücke, die damals nicht veröffentlicht wurden. Oft gibt es auch bislang nicht veröffentlichte Konzertmitschnitte. Wie sehr es diesen Blick in den Schaffensprozess des Künstlers wirklich braucht, muss hier jetzt nicht debattiert werden. Puristen können ja immer noch auf das ursprünglich veröffentlichte Werk zurückgreifen. Komplettisten werden die neue Ausgabe in ihr Regal stellen. Vielleicht gibt es neue Fans, die dann auch die anderen Werke des Künstlers kaufen. Und das die Entstehung einer LP umgebende Mysterium wird immer weiter enthüllt.

Ausgehend von dem Sachbuch „Deliver me from nowhere: The Making of Bruce Springsteen’s ‚Nebraska’“ liefert jetzt Scott Cooper in seinem neuen Film „Springsteen: Deliver me from nowhere“ einen solchen Blick hinter die Kulissen. Es geht um die Entstehung von Bruce Springsteens 1982 erschienener Solo-LP „Nebraska“. Sie erschien nachdem er und die E Street Band sich mit mehreren LPs und Live-Auftritten bereits einen guten Ruf erarbeitet hatten. Er war ein bekannter Musiker. Viele seiner immer noch beliebten Songs gehörten bereits zum Repertoire. Seine Plattenfirma würde gerne das nächste Hit-Album produzieren. Das lieferte Springsteen 1984 mit der LP „Born in the U. S. A.“. Sie machte ihn zum immer noch Stadien füllenden Superstar.

Seitdem Warren Zanes Sachbuch 2023 erschien, veröffentlichte Bruce Springsteen fleißig weiter Material aus seinem Archiv. Neben Mitschnitten von Auftritten und weiteren Versionen der Songs, die bereits veröffentlicht wurden, hat Springsteen kürzlich auch mehrere Alben veröffentlicht, die er in den vergangenen Jahrzehnten aus verschiedenen Gründen nicht veröffentlichte.

Zuletzt und pünktlich zum Filmstart erschien mit „Nebraska ’82: Expanded Edition“ eine aus fünf CDs bestehende Box, die die von der E Street Band gespielten elektrischen Versionen der Songs enthält, die Springsteen ursprünglich im Wohnzimmer als Demos für die neue LP von ihm und seiner Band aufnahm. Bislang verstaubten die Aufnahmen im Archiv.

Mit diesem Wissen würde Scott Cooper die Filmgeschichte vielleicht anders erzählen.

Vielleicht auch nicht. Denn in der jetzigen Fassung gefällt die klare Ausrichtung auf Bruce Springsteen (Jeremy Allen White) und die LP „Nebraska“. Alles, was nicht unmittelbar zur Entstehung gehört, wird ignoriert. Die legendäre E Street Band spielt in Coopers Drama keine nennenswerte Rolle. Das ganze Rock’n’Roll-Leben findet vor und nach dem Film statt.

In „Springsteen: Deliver me from nowhere“ geht es ausschließlich um Springsteens Schaffensprozess als Dichter (was nur im stillen Kämmerlein geschehen kann), seine Selbstzweifel (die er, mehr oder weniger offen, in seinen Songs dokumentiert) und wie er sich mit seiner Depression, seinen Gefühlen und seiner Kindheit, besonders seiner Beziehung zu seinem Vater, auseinandersetzt. Er denkt nach über sich, sein bisheriges und künftiges Leben. Er schreibt Songs, die später auf „Nebraska“ und „Born in the U. S. A.“ veröffentlicht werden. Cooper zeigt die unter Springsteen-Fans allgemein bekannten Inspirationen für die Songs.

Auch die Beziehung zu seinem Manager Jon Landau, der ihn bedingungslos unterstützt, ist wichtig. Mit ihm unterhält er sich über seine Pläne. Landau lässt später die klanglich schlechten Demo-Aufnahmen soweit polieren bis sie als LP veröffentlicht werden können und er überzeugt die Plattenfirma davon, dass Springsteen nach mehreren Rockmusik-LPs ein Homerecording-Folkalbum mit düsteren Songs veröffentlicht wird, das schon auf den ersten Blick ein unverkäufliches Liebhaberprojekt ist.

Dazwischen trifft Springsteen sich mit einer Kellnerin und ihrer Tochter. Sie ist eine auf mehreren Frauen, die Springsteen damals traf, basierende erfundene Figur, die auch gut in einen Springsteen-Song passen würde.

Das ist gut inszeniert, aber auch wenig mitreisend. Die meiste Zeit sehen wir einen Mann allein in einem Zimmer sitzen, vor sich hin brüten, nachdenklich in die Landschaft starren, komponieren und Demo-Versionen unzähliger neuer Songs einspielen. „Springsteen: Deliver me from nowhere“ ist die Huldigung des Künstlers als einsames Genie.

Springsteen: Deliver me from nowhere (Springsteen: Deliver me from nowhere, USA 2025)

Regie: Scott Cooper

Drehbuch: Scott Cooper

LV: Warren Zanes: Deliver Me from Nowhere: The Making of Bruce Springsteen’s „Nebraska“, 2023

mit Jeremy Allen White, Jeremy Strong, Paul Walter Hauser, Stephen Graham, Odessa Young, Gaby Hoffman, Marc Maron, David Krumholtz, Harrison Sloan Gilbertson, Metthew Pellicano Jr.

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Springsteen: Deliver me from nowhere“

Metacritic über „Springsteen: Deliver me from nowhere“

Rotten Tomatoes über „Springsteen: Deliver me from nowhere“

Wikipedia über „Springsteen: Deliver me from nowhere“ (deutsch, englisch) und Bruce Springsteen (deutsch, englisch)

Homepage von Bruce Springsteen

AllMusic über Bruce Springsteen

Meine Besprechung von Scott Coopers „Auge um Auge“ (Out of the Furnace, USA 2013)

Meine Besprechung von Scott Coopers „Black Mass“ (Black Mass, USA 2015)

Meine Besprechung von Scott Coopers „Antlers“ (Antlers, USA 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Apprentice“ – Ein schlechter Deal

Oktober 18, 2024

Vorbemerkung (kann übersprungen werden)

Es kann sein, dass ich zu viel über Donald Trump weiß (obwohl viele Menschen noch viel mehr über ihn gelesen haben) und zu viele Trump-Parodien gesehen habe (obwohl viele Menschen noch viel mehr gesehen haben). In jedem Fall mochte ich ihn schon nicht, als ich das erste Mal bewusst seinen Namen hörte. Das war als bei einem USA-Urlaub mit meinen Eltern unsere US-amerikanischen Bekannten uns in Manhattan den Trump-Tower zeigten und sich bewundernd über den Bauherrn äußerten. Wir sahen uns konsterniert an und dachten so etwas in die Richtung von: „Was für ein hässlich-protziges Gebäude. Was muss das für ein armseliger Mensch sein, der es nötig hat, seinen Namen so groß am Gebäude anzubringen?“

Seitdem gab es keinen Moment, in dem ich über mein erstes Urteil nachdenken musste. Im Gegenteil: Je mehr ich über Trump erfuhr, desto sicherer wurde ich in meinem Urteil, dass Trump ein absolut hohler, armseliger, nur auf den äußeren Schein fixierter Dummschätzer ist. Er hat keine Ahnung von den Themen, über die er redet und er hat keine Lust hat, sich in die Materie einzuarbeiten.

Das zeigte sich auch bei dem TV-Duell zwischen ihm und seiner damaligen Mitbewerberin um das Amt des US-Präsidenten. Ich war damals kurz vor meinem geplanten Bettgang in die Übertragung von dem Duell gestolpert und wollte mir einen kurzen Eindruck von der Performance der Kandidaten verschaffen. Ich ging davon aus, dass beide ihre Pläne überzeugend präsentieren und die Pläne des Gegners ebenso überzeugend auseinander nehmen würden. Da ich nicht genug über die konkreten Pläne wusste, würde ich, wie bei unzähligen anderen TV-Duellen, nur beurteilen können, wer der bessere Verkäufer sein würde.

Entsetzt blieb ich viel länger als geplant vor dem Computer sitzen. Der Unterschied im Niveau war einfach zu groß. Während Hillary Clinton eine Frau mit einem Plan war, die argumentieren und logisch aufeinander aufbauende Sätze formulierte, brabbelte er nur planlos herum. Ungefähr wie der Mitschüler, der einen Roman zusammenfassen soll, den er nicht gelesen hat.

Später, als ich während seiner Präsidentschaft Äußerungen von ihm hörte und las, dachte ich immer, dass ich mit jeder Minute, in der ich seinen Wortsalat folgte, dümmer wurde. Seitdem wurde es nur noch schlimmer.

Ich halte ihn immer noch für absolut ungeeignet für das Amt. Und ich verstehe nicht, warum so viele Menschen dieser Hohlbirne folgen. Sie zu durchschauen erfordert keine besonderen Fähigkeiten und geht atemberaubend schnell.

 

Ende der Vorbemerkung

 

Nach dieser langen Vorrede könnt ihr vielleicht mein Urteil über Ali Abbasis „The Apprentice – The Trump Story“ besser einordnen. Außerdem wollte ich endlich einmal die Geschichte von meiner ersten Begegnung mit Donald Trump niederschreiben. Ich halte den Film für eine Zeitverschwendung. Man erfährt nichts über Trump, was man nicht schon nach der Lektüre einiger guter Zeitungsreportagen weiß. Die sind auch informativer als dieser Film, der teils 70er-Jahre-Period-Picture ist, teils Best-of-Trump ist und dabei an der Oberfläche bleibt. Das liegt daran, dass hinter der Fassade nichts ist. Außerdem wissen die Macher nicht, ob sie ein 08/15-Biopic, eine Abrechnung mit Trump oder eine Verherrlichung von Trump machen sollen. So setzten sie sich letztendlich so zwischen die Stühle, das jeder in den Film hineininterpretieren kann, was er will und der sogar Trump, wenn er ihn sich ansehen würde, gefallen könnte, weil er am Filmende die Lektionen von seinem Lehrmeister anwendet und er letztendlich als der große Macher porträtiert wird. Diese Unentschlossenheit und eine zerfaserte zweite Hälte machen „The Apprentice“, trotz gelungener Ansätze, zu einem sehr enttäuschendem, angesichts seines Potentials sogar ärgerlichem Werk.

Sicher, der in den siebziger Jahren in New York spielende Anfang, als Donald Trump (Sebastian Stan) in den Häusern seines Vaters die Miete eintreibt und er den skrupellosen Anwalt Roy Cohn (Jeremy Strong) kennen lernt und der ihn unter seine Fittiche nimmt, sind atmosphärisch gelungen. Das erinnert wohltuend an die damals auf der Straße gedrehten New-Hollywood-Dramen. Dafür wirkt Trump-Darsteller Sebastian Stan mit seiner Trump-Perücke wie der Bewerber für eine Trump-Parodie. Jeremy Strong steht so unter Strom, dass auch er nie wie ein echter Mensch, sondern wie eine Parodie auf einen skrupellosen Anwalt wirkt. Der 1927 geborene Cohn begann seine Karriere als fanatischer Kommunistenjäger. Er rühmte sich dafür, dass seine Arbeit entscheidend für das Todesurteil gegen Julius und Ethel Rosenberg wegen Spionage war. Kurz darauf war er Chefberater von Senator Joseph McCarthy. Danach wurde er Rechtsanwalt in New York City. Zu seinen Mandanten gehörten auch das Erzbistum New York und bekannte Mafiosi, wie John Gotti, Anthony Salermo und die Gambino-Familie. Er beriet Richard Nixon und Ronald Reagan. Ihm war egal, mit welchen legalen und illegalen Mitteln, wie Epressung mit illegalen Tonbandaufnahmen, er zum Ziel kam. Hauptsache Gewinnen und als starker Macher dastehen.

Beide sind Unsympathen. Moralbefreiter Abschaum in teuren Anzügen und noblen Wohnungen.

Die aus dieser Begegnung entstehende Filmgeschichte erzählt, wie ein skrupelloser Anwalt einem skrupellosen Unternehmer den nötigen Feinschliff verpasst. Der eine schwadroniert über Gott und die Welt, der andere saugt es begierig auf. Das ist die ganze Geschichte zwischen diesen beiden Männern.

Cohn hat Trump auch seine drei „Regeln zum Gewinnen“ aufgeschrieben, die ungefähr so lauten:

Regel 1: Angreifen. Angreifen. Angreifen.

Regel 2: Nichts zugeben. Alles leugnen.

Regel 3: Den Sieg für sich beanspruchen und niemals eine Niederlage zugeben.

Diese Regeln wendet Trump seitdem an. Dabei war und ist ihm der äußere Schein, die Fassade, wichtiger als das, was sich dahinter verbirgt. So gibt er immer noch nicht zu, dass er 2020 die US-Präsidentenwahl verloren hat. Seine Jünger folgen dem Betrüger (den ich noch nicht einmal für einen besonders guten Betrüger halte) aus kaum bis nicht nachvollziehbaren Gründen.

Abbasis Biopic „The Apprentice“ konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Trump und Cohn von ihrer ersten Begegnung 1973 bis zu Cohns Tod am 2. August 1986. Er starb an einer HIV-Infektion. Die in den siebziger Jahren spielenden Szenen, als Trump in die Immobilienbranche mit eigenen Bauprojekten einsteigen, sind dabei die überzeugenderen. In diesen Momenten entsteht auch im Ansatz ein Gefühl für die Zeit und die Männer, die skrupellos von den Umständen profitieren wollten. Später, in den achtziger Jahren wird die Geschichte zunehmend episodischer und fahriger. Es wird von einem Ereignis zum nächsten gesprungen, mal geht es um sein Privatleben, mal um seine Beziehung zu Cohn, mal um ein neues Bauprojekt, über dessen Ablauf wir wenig bis nichts erfahren.

In diesen Momenten wird auch deutlich, wie wenig „The Apprentice“ zu erzählen hat. Das wird sogar im Film direkt angesprochen, wenn der Journalist Tony Schwartz sich mit Trump trifft. Schwartz soll Trumps Memoiren, die 1987 unter dem Titel „Trump: The Art of the Deal“ erscheinen, schreiben. Bei dem Gespräch sagt Schwartz, er sehe kein Metamotiv in Trumps Leben.

Trump entgegnet, er liebe es Deals zu machen. Deals seien der Zweck und eine Kunstform.

Das wäre ein Ansatz gewesen, um „The Apprentice“ als eine Geschichte von Deals zu erzählen. Also: wie verhandelt Trump? Was ist ein guter Deal? Was ist ein schlechter Deal? Wie gelangt er zu einem Deal? Stimmt seine Selbstwahrnehmung, dass er ein guter Dealmaker ist? Wurden seine Deals, nachdem er sich mit Cohn befreundete und Cohns Regeln folgte, besser? In jedem Fall wurde er skrupelloser.

Seine Deals als US-Präsident und seine Pleiten (wozu auch Casinos gehören) sprechen eine andere Sprache. Danach ist er ein schlechter Dealmaker, der einfach nur an irgendeinem Abschluss interessiert ist. Er will nur ständig „Deal!!!“ brüllen, aber er ist unfähig, Deals auszuhandeln. Denn das würde ein Vertiefen in die Materie, ein Abwägen verschiedener Interessen und Güter und psychologisches Feingefühl erfordern.

In „The Apprentice“ erfahren wir nur, wie Cohn Trump den nötigen Feinschliff verpasst. Er veränderte nichts in Trumps Charakter. Er gab ihm nur einige Weisheiten mit auf den Weg, die der Faulenzer und Drückeberger Trump, der sich im Zweifelsfall auf den Einfluss und das Geld seines Vaters verlassen konnte, eigentlich schon lange davor begriffen hatte.

Die Dialoge sind eine Ansammlung ikonischer Trump-Sätze, die hier immer etwas deplatziert wirken. Es wird durchgehend ein erstaunlich sauberes Englisch gesprochen, in dem es nur wenige vulgäre Beleidigungen und Schimpfworte gibt. Angesichts des damals aus anderen Filmen, Büchern und Erzählungen dokumentierten rauen Umgangston in dem Milieu, in dem der Film spielt, wirkt das immer falsch. Trotzdem erhielt „The Apprentice“ in den USA ein R-Rating wegen „sexual content, some graphic nudity, language, sexual assault, and drug use“. In Deutschland ist er „frei ab 12 Jahre“. In Begleitung der Eltern oder einer erziehungsberechtigten Person kann der Film sogar von Sechsjährigen gesehen werden. Ob das klug ist, müssen die Erziehungsberechtigten entscheiden.

Dass Trump jetzt gegen den Film, den er wahrscheinlich nicht gesehen hat, polemisiert, erkläre ich mir so: Trump ist einfach beleidigt, dass der Film sagt, dass er früher ein Lehrling war und dass er zu seinem Lehrer aufschaute. Das kratzt an seinem Ego. Dabei wird er in dem Film als großer Macher gezeigt. Geklagt hat er, soweit ich weiß, nicht gegen den Film. Auch sonst niemand.

In den USA, wo der Film seit einigen Tagen läuft, wird er vom Publikum weitgehend ignoriert.

The Apprentice – The Trump Story (The Apprentice, USA 2024)

Regie: Alli Abbasi

Drehbuch: Gabriel Sherman

mit Sebastian Stan, Jeremy Strong, Maria Bakalova, Martin Donovan, Catherine Mcnalle, Charlie Carrick, Ben Sullivan, Mark Randall

Länge: 123 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Apprentice“

Metacritic über „The Apprentice“

Rotten Tomatoes über „The Apprentice“

Wikipedia über „The Apprentice“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 26. Oktober: Molly’s Game – Alles auf eine Karte

Oktober 25, 2023

Servus TV, 20.15

Molly’s Game – Alles auf eine Karte (Molly’s Game, USA 2017)

Regie: Aaron Sorkin

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: Molly Bloom: Molly’s Game: The True Story of the 26-Year-Old Woman Behind the Most Exclusive, High-Stakes Underground Poker Game in the World, 2014 (Molly’s Game)

In seinem Regiedebüt erzählt der grandiose Drehbuchautor Aaron Sorkins („The Social Network“, „Steve Jobs“, „The West Wing“) die Geschichte von Molly Bloom. Sie organisierte illegale Pokerspiele mit und für vermögende Spieler, die mit entsprechend hohen Einsätzen spielten. Das füllt ihr Bankkonto, führt zu Kontakten mit der Mafia und Problemen mit dem FBI.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Jeremy Strong, Chris O’Dowd, Bill Camp, Brian d’Arcy James, Graham Greene

Wiederholung: Freitag, 27. Oktober, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Molly’s Game“

Metacritic über „Molly’s Game“

Rotten Tomatoes über „Molly’s Game“

Wikipedia über „Molly’s Game“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Molly’s Game“

Meine Besprechung von Aaron Sorkins „Molly’s Game – Alles auf eine Karte“ (Molly’s Game, USA 2017) (mit mehreren Gesprächen mit Aaron Sorkin, Jessica Chastain und Idris Elba über den Film)


TV-Tipp für den 11. März: Molly’s Game – Alles auf eine Karte

März 10, 2023

Servus TV, 20.15

Molly’s Game – Alles auf eine Karte (Molly’s Game, USA 2017)

Regie: Aaron Sorkin

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: Molly Bloom: Molly’s Game: The True Story of the 26-Year-Old Woman Behind the Most Exclusive, High-Stakes Underground Poker Game in the World, 2014 (Molly’s Game)

TV-Premiere. In seinem Regiedebüt erzählt der grandiose Drehbuchautor Aaron Sorkins („The Social Network“, „Steve Jobs“, „The West Wing“) die Geschichte von Molly Bloom. Sie organisierte illegale Pokerspiele mit und für vermögende Spieler, die mit entsprechend hohen Einsätzen spielten. Das füllt ihr Bankkonto, führt zu Kontakten mit der Mafia und Problemen mit dem FBI.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Jeremy Strong, Chris O’Dowd, Bill Camp, Brian d’Arcy James, Graham Greene

Wiederholung: Sonntag, 12. März, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Molly’s Game“

Metacritic über „Molly’s Game“

Rotten Tomatoes über „Molly’s Game“

Wikipedia über „Molly’s Game“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Molly’s Game“

Meine Besprechung von Aaron Sorkins „Molly’s Game – Alles auf eine Karte“ (Molly’s Game, USA 2017) (mit mehreren Gesprächen mit Aaron Sorkin, Jessica Chastain und Idris Elba über den Film)


Neu im Kino/Filmkritik: James Gray erzählt von seinen „Zeiten des Umbruchs“

November 30, 2022

Seine vorherigen Filme „Die versunkene Stadt Z“ und „Ad Astra“ spielten einmal in der Vergangenheit und einmal in der Zukunft und beide Male nicht in New York, seinem Geburtsort und Handlungsort seiner anderen Filme. Dorthin kehrt James Gray mit seinem neuesten Film zurück und er erzählt einige Wochen aus seiner Kindheit. Dabei ist „Zeiten des Umbruchs“ ein seltsamer Film. Denn obwohl vieles, sehr vieles, eigentlich fast alles auf seinem Leben basiert, wirkt der Film, als ob nichts auf seinem Leben basiere und er eine vollkommen erfundene Geschichte erzählt.

Sie beginnt im Spätsommer 1980. Nach den Sommerferien und wenige Wochen bevor Ronald Reagan zum Präsidenten der USA gewählt wird, trifft Paul Graff (Banks Repeta) in seiner Klasse auf den Schwarzen Jonathan ‚Johnny‘ Davis (Jaylin Webb). Johnny ist ein Sitzenbleiber, der wenig Interesse am Unterricht hat und bei seiner dementen, armen Großmutter lebt. Der sensible und künstlerisch begabte Paul kommt dagegen aus einer gut situierten jüdischen Familie. Sein Vater (Jeremy Strong) ist, nicht ungewöhnlich für damalige Väter, selten liebevoll, meistens streng und er will, dass sein Sohn es später besser hat als er. Seine Mutter (Anne Hathaway) ist Hauswirtschaftslehrerin und die Präsidentin des Lehrer- und Elternverbands. Im Moment kandidiert sie für einen Platz in der Kreisschulbehörde. Und sie erledigt den Haushalt. Eine gute Beziehung hat Paul zu seinem im Krieg vor den Nazis geflüchteten Großvater (Anthony Hopkins), der ihn aufbaut und fördert.

Paul und Johnny befreunden sich. Sie begehen zunächst kleinere Regelüberschreitungen, später Verbrechen, die sie in erwartbare Schwierigkeiten bringen. Für Johnny enden sie – immerhin ist er ein Schwarzer und arm – mit empfindlichen Strafen. Teils nimmt Johnny auch für Paul die Schuld auf sich, weil er weiß, wie das System funktioniert. In diesem System ist er immer der Schuldige.

Paul wird zur Forest Manor School geschickt. Das ist eine elitäre Privatschule, die von Donald Trumps Vater Fred Trump und seine Tochter Maryanne gefördert wird. Deren Denken beeinflusst, – diese Linie zieht Gray -, damals das Denken der Schüler und heute wichtige Teile der US-amerikanischen Politik.

Die Trump-Familie und zwei Schüler, mit denen Paul sich anfreundet und die sich wie Miniaturausgaben von Donald Trump verhalten, wirken wie Fremdkörper. Sie sind weniger Figuren, die Pauls moralischen Kompass auf die Probe stellen und schärfen, sondern eher Figuren, die Gray eingefügte, um in seinem historischem Film plakativ etwas über die Gegenwart sagen zu können.

Doch Paul interessiert sich, wie jedes Kind, nicht für Politik. Er reagiert höchstens intuitiv darauf. Gleichzeitig ignoriert Gray die Vergangenheit der USA und die Kontinuitäten in der US-Geschichte.

Das gesagt, ist „Zeiten des Umbruchs“ eine sensible, aber auch sehr düstere Coming-of-Age-Geschichte und das sensible Porträt einer Familie. James Gray erzählt gewohnt langsam. Das Zeitkolorit ist ebenso stimmig. „Zeiten des Umbruchs“ wirkt wie ein 1980 entstandener Film.

Doch so eine richtige Begeisterung will sich nicht einstellen. Dafür erzählt Gray zu dstanziert und der Story fehlt insgesamt der Fokus. Die einzelnen Episoden aus dem Leben der quirligen Familie Graff überzeugen, aber es bleibt unklar, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Sie endet mit der Wahl von Ronald Reagan zum Präsidenten der USA nicht aufgrund dramaturgischer Notwenigkeiten, sondern weil dann gut zwei Stunden um sind.

Zeiten des Umbruchs (Armageddon Time, USA 2022)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

mit Banks Repeta, Anne Hathaway, Jeremy Strong, Jaylin Webb, Anthony Hopkins, Ryan Sell, Tovah Feldshuh, John Diehl, Andrew Polk, Jessica Chastain

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Zeiten des Umbruchs“

Metacritic über „Zeiten des Umbruchs“

Rotten Tomatoes über „Zeiten des Umbruchs“

Wikipedia über „Zeiten des Umbruchs“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)

Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Guy Ritchies „The Gentlemen“ sind keine Gentlemen

Februar 27, 2020

Es beginnt mit einem nächtlichen Besuch. Fletcher (Hugh Grant) hat sich in die Wohnung von Ray (Charlie Hunnam) eingeschlichen. Er will ihn allerdings nicht umbringen oder zusammenschlagen (was in einem Guy-Ritchie-Film ernstzunehmende Handlungsmöglichkeiten sind), sondern ihm eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, für die er gerne viel Geld von Rays Boss erhalten würde, damit er sie nicht meistbietend weitererzählt. Denn Ray ist die rechte Hand von Michael ‚Mickey‘ Pearson (Matthew McConaughey). Einem Drogenhändler. Deshalb ist Fletchers in Rückblenden erzählte Geschichte eine Gangstergeschichte. Es geht um einen als Verkaufsverhandlungen getarnten Revierkampf zwischen Pearson, einem glücklich verheirateten Exil-Amerikaner, der in London ein riesiges und sehr illegales Marihuana-Imperium aufgebaut hat, und etlichen Gangstern, die jetzt Pearsons Geschäft übernehmen wollen. Selbstverständlich ohne dafür die Summe auszugeben, für die Pearson es verkaufen möchte. Und weil sich alle beteiligten Verbrecher gegenseitig übers Ohr hauen und umbringen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) wird die von Fletcher erzählte Geschichte sehr schnell sehr komplex, vulgo verwirrend. Und, das muss auch gesagt werden, der ölige Privatdetektiv Fletcher ist ein höchst unzuverlässiger Erzähler.

Für Guy Ritchie ist „The Gentlemen“ eine Rückkehr zu seinen Anfängen. Zuletzt inszenierte er „Aladdin“ und „King Arthur: Legend of the Sword“. „Aladdin“ ist ein kinderfreundlicher Disney-Film, den Millionen im Kino sahen. „King Arthur“ ein missglücktes Mittelalterdrama, das keiner sehen wollte. In beiden Filmen ist sein bekannter Stil und Humor nur in homöopathischen Spuren vorhanden. Über „The Gentlemen“ kann das nicht gesagt werden. Wie in seinen ersten beiden Filmen „Bube, Dame, König, grAS“ und „Snatch – Schweine und Diamanten“ treffen ein Haufen meist minderbemittelter Gangster und Dummköpfe aufeinander, es gibt coole Sprüche (nicht immer politisch korrekt) und viel sinnlose Gewalt, die schnell immer weiter eskaliert, weil der eine Trottel die Absichten des anderen Trottels vollkommen falsch interpretiert und der dritte Trottel die Situation vollkommen falsch einschätzt.

Ich fand beide Filme grandios. Daher sollte „The Gentlemen“ einer der Filme sein, die mich zwei Stunden durchlachen und danach, alle Bedenken und auch berechtige Kritik lässig ignorierend, euphorisch weiterempfehlen lässt. Etlichen Kollegen ging es auch so. Aber ich fand diese Gangsterfilmkomödie, trotz einiger witziger Momente, todsterbenslangweilig.

Der Grund dafür ist ziemlich einfach: keine der Figuren interessierte mich. Sie sind alle von sich selbst restlos überzeugte Arschlöcher, die sich wie Arschlöcher benehmen. Auch Fletcher ist letztendlich nur ein geldgieriges Arschloch, dem man jede Strafe gönnt. Wie allen anderen Figuren.

In Ritchies Debüt war das anders. Da wurde der Kleingangster Eddy bei einem Pokerspiel übel über den Tisch gezogen und er musste, um lebendig aus der Sache rauszukommen, ganz schnell ganz viel Geld besorgen. Es war eine David-gegen-Goliath-Geschichte.

The Gentlemen (The Gentlemen, Großbritannien/USA 2019)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Guy Ritchie

mit Matthew McConaughey, Hugh Grant, Charlie Hunnam, Michelle Dockery, Henry Golding, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Gentlemen“

Metacritic über „The Gentlemen“

Rotten Tomatoes über „The Gentlemen“

Wikipedia über „The Gentlemen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „King Arthur: Legend of the Sword“ (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Aladdin“ (Aladdin, USA 2019)

Ein Q&A mit Guy Ritchie und den Schauspielern zum Film


Neu im Kino/Filmkritik: „Im Netz der Versuchung“ ist nichts

Mai 2, 2019

Das Problem von „Im Netz der Versuchung“ ist nicht die ach so clevere Pointe.

Das Problem ist die Inszenierung und dass der Film bei weitem nicht so clever ist, wie er glaubt.

Außerdem erwartet man bei dieser Besetzung einfach einen besseren Film. Steven Knight, der hier eines seiner Bücher inszenierte, schrieb auch die Bücher für „Kleine schmutzige Tricks“ (dafür gab es eine Oscar-Nominierung), „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“, „No turning back“ und die von ihm erfundene TV-Serie „Peaky Blinders“. „Beach Bum“ Matthew McConaughey übernahm die Hauptrolle. Seine Rollenwahl war in den letzten Jahren immer interessant und erfreulich kompromisslos. Anne Hathaway, Jason Clarke und Diane Lane haben auch eine eher glückliche Hand bei ihrer Rollenwahl.

Hier lungern sie in einem Neo-Noir-Erotik-Thriller herum, der äußerst absehbar auf einen überraschenden Twist hinausläuft. Ein überraschender Twist kann, siehe „Die üblichen Verdächtigen“, „The sixth Sense“ oder, um auch einen etwas unbekannteren Film zu nennen, „Identity“, fantastisch funktionieren. Im Fall von „Im Netz der Versuchung“ geht das gründlich schief. Der Twist überrascht nicht und er lädt auch nicht zu einer Neubetrachtung der Geschichte ein. Dafür ist er viel zu offensichtlich. Nur Steven Knight glaubt immer noch, dass niemand etwas davon mitbekommen hat.

Der restliche Film kommt nie über das Niveua eines hoffnungslos vermurksten Erotik-Thrillers hinaus. Dieses Subgenre diente im Nachgang von „Basic Instinct“ nur als Entschuldigung, um Schauspieler nackt vor der Kamera zu zeigen. Spätestens 2006 wurde es mit „Basic Instinct 2“ endgültig begraben. Nackte Haut kann halt nicht ewig eine gute Story ersetzen.

Schon die ersten Minuten von „Im Netz der Versuchung“, wenn Bootsbesitzer Baker Dill (Matthew McConaughey) bei einer Angeltour seine zahlenden Gästen links liegen lässt und unbedingt einen Fisch – seinen Moby Dick – fangen will, funktionieren nicht. Schließlich soll Dill der Protagonist sein. Wir sollen mit ihm mitfühlen und auf seiner Seite stehen. In diesen Minuten ist er allerdings nur ein cholerischer Unsympath, den man am liebsten sofort einsperren würde. Seine Kunden, nervige Touristen, die für die von ihnen bezahlte Angeltour auch einen großen Fisch erwarten, erscheinen hier als höchst sympathische Menschen, die in der Hand eines Psychopathen sind.

Diese Szene und Dills anschließende tägliche Routine aus Trinken und Sex sind so unglaubwürdig, künstlich überhöht inszeniert, dass man nicht das Noir-Gefühl von ’nichts ist so, wie es scheint‘ hat, sondern glaubt, dass eine Gruppe überambitionierter Filmstudenten einen obercoolen Erotic-Thriller inszenieren will. Zur Vorbereitung gab es einen Abend mit Noir-Klassikern aus den Vierzigern, Humphrey Bogart und etwas Ernest Hemingway.

Als Story nahmen sie dann die älteste Noir-Story, die es gibt: ein Mann, der von einer Frau zu einem Mord angestiftet wird. Dafür taucht Dills frühere Geliebte Karen (Anne Hathaway) auf der Insel auf. Die Femme Fatale möchte, dass Dill ihren Mann Frank Zariakas (Jason Clarke) ermordet. Er ist, so erzählt uns die holde Schöne, ein gewalttätiger Primitivling, der auch Kinder schlägt.

Für Noir-Fans folgt jetzt ein Malen nach Zahlen, bei dem er einen bekannten Film nach dem nächsten nennen kann und Standard-Noir-Situation auf Standard-Noir-Situation folgt. Alle Figuren verhalten sich seltsam. Sie agieren nicht wie normale Menschen, die in einem Netz der Versuchung, Leidenschaft, Begierde und widerstreitender Gefühle gefangen sind, sondern wie Figuren auf einem Schachbrett, die tun, was ein Spielleiter will. Entsprechend distanziert beobachtet man ihr abstruses Verhalten zwischen Kapitalverbrechen, Fischjagd und Geschlechtsverkehr.

Im Netz der Versuchung“ ist ein von einem Zwölfjährigen geschriebener Erotik-Thriller, der unter der Bettdecke gerade seinen ersten Pulp-Roman gelesen hat und Oberflächenreize mit Inhalt verwechselt. Das ist noch das Beste, was über dieses hoffnungslos missglückte Gedankenexperiment gesagt werden kann.

Im Netz der Versuchung (Serenity, USA 2019)

Regie: Steven Knight

Drehbuch: Steven Knight

mit Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jason Clarke, Diane Lane, Djimon Hounsou, Jeremy Strong

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Im Netz der Versuchung“

Metacritic über „Im Netz der Versuchung“

Rotten Tomatoes über „Im Netz der Versuchung“

Wikipedia über „Im Netz der Versuchung


Neu im Kino/Filmkritik: „Molly’s Game – Alles auf eine Karte“ setzen und Ärger bekommen

März 10, 2018

Sie organisierte Pokerspiele.

Sie wurde dafür vom FBI verhaftet.

Sie sah einer absurd hohen Haftstrafe entgegen, weil sie illegale Glücksspiele organisiert hatte. In mehreren Bundesstaaten. Mit Verbindungen zu russischen Mafiosi.

Ihr Fall ging auch durch die deutsche Presse und ihre Biographie „Molly’s Game“ wurde auch ins Deutsche übersetzt. Nicht, weil wir Deutschen uns so wahnsinnig für illegales Glücksspiel interessieren, sondern weil Molly Bloom ihren persönlichen Glamour-Faktor als junge, gutaussehende Frau und, bis zu einem unglücklichen Unfall während eines Qualifizierungswettbewerbs für die 2002er Winter-Olympiade, US-Olympiahoffnung im Skispringen, mühelos mit den Teilnehmern der von ihr organisierten Pokerrunden toppen konnte. Hollywood-Stars, wie Tobey Maguire (das nicht ausdrücklich bestätigte Vorbild für Spieler X im Film), Leonardo DiCaprio und Ben Affleck, und die üblichen Verdächtigen, wohlhabende Geschäftsleute, Sportler, und Mafiosi, gehörten zu den Teilnehmern der von hr organisierten Pokerspiele. Die Spieleinsätze gingen in die Millionen. Der höchste Verlust, den Bloom sah, waren einhundert Millionen Dollar, die der Spieler am nächsten Tag bezahlte.

2014 erschien die Biographie der am 21. April 1978 in Colorado geborenen Molly Bloom, in dem sie erzählt, wie es dazu kam, dass eine gescheiterte Sportlerin im großen Stil illegale Glücksspiele organiserte. Das Buch endet mit ihrer Verhaftung durch das FBI.

Schon vor dem Erscheinen des Buches wurde sie zu einer deutlich geringeren Haftstrafe verurteilt.

Aaron Sorkin verfilmte jetzt diese Geschichte. Sein Regiedebüt basiert, wenig verwunderlich, auf einem von ihm geschriebenem Drehbuch, das sich einige Freiheiten nimmt. Vor allem bei den Pokerspielern, bei Blooms Anwalt und im Film ist ihr Buch aus dramaturgischen Gründen vor der Urteilsverkündung erschienen.

Sorkin erzählt in seinem Film Blooms Geschichte auf zwei Ebenen: in der Gegenwart versucht sie (Jessica Chastain) ihren Anwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) zu überzeugen, sie zu verteidigen und, nachdem sie ihn überzeugt hat, erzählt sie ihm, wie aus einer streng erzogenen Hochleistungssportlerin, die 2003 nach Los Angeles zog, um nach einer kurzen Pause Jura zu studieren, die sehr erfolgreiche Organisatorin von illegalen Pokerspielen wurde. Dies wird in Rückblenden gezeigt. Jaffey möchte auch wissen, warum sie keinen Deal mit dem FBI abschließen möchte. Dafür müsste sie nur kooperieren und die Namen der Pokerspieler verraten.

Sorkin ist einer der bekanntesten Hollywood-Autoren. Die TV-Serie „The West Wing“ und Filme wie „Der Krieg des Charlie Wilson“, „The Social Network“ und „Steve Jobs“ gehen auf sein Konto. Er ist ein Meister des Dialogs und der unglaublichen Verdichtungen. Auch sein Regiedebüt „Molly’s Game“ erzählt in hundertvierzig Minuten mehr, als andere Regisseure in einer zehnstündigen Miniserie. Schon die ersten Minuten, in denen Molly Bloom ihr bisheriges Leben bis zu dem tragischen Skiunfall zusammenfasst und den Unfall erklärt, während die Bilder das Erzählte illustrieren, erklären und vertiefen, sind furios. Sie sind so furios, dass die Frage, wie Sorkin dieses Erzähltempo bis zum Filmende durchhalten will, berechtigt ist. Es gelingt ihm mühelos. Es gelingt ihm sogar, dass man die Spielstrategien beim Pokern nachvollziehen kann, ohne irgendeine Ahnung vom Spiel zu haben.

Und gerade weil „Molly’s Game“ durchgehend auf einem so hohen Niveau erzählt ist, fallen zwei wichtige Szenen, die in jedem anderen Film nicht negativ auffallen würden, hier negativ auf. Beide Szenen sind am Ende des Films. Einmal ist es ein eruptiver Ausbruch von Mollys Anwalt Jaffey, der in einem Plädoyer mündet. Einmal ist es ein Gespräch zwischen Molly und ihrem Vater (Kevin Costner) auf einer Parkbank in New York, in dem der klinische Psychologe eine Fünf-Minuten-Schnelltherapie durchführt.

Natürlich ist „Molly’s Game“ ein textlastiger Film, der vor allem in anonymen Hinter- und Hotelzimmern, in denen die Spiele stattfanden, spielt. Aber Sorkins Monologe und Dialoge sind fantastisch. Die Schauspieler ebenso. Visuell und optisch wird auch so viel herausgeholt, dass es niemals langweilig wird. Die 140 Minuten vergehen wie im Flug, den man anschließend gerne wieder bucht, um dann all die Details mitzubekommen, die man beim ersten Mal kaum erfassen konnte.

Molly’s Game – Alles auf eine Karte (Molly’s Game, USA 2017)

Regie: Aaron Sorkin

Drehbuch: Aaron Sorkin

LV: Molly Bloom: Molly’s Game: The True Story of the 26-Year-Old Woman Behind the Most Exclusive, High-Stakes Underground Poker Game in the World, 2014 (Molly’s Game)

mit Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Jeremy Strong, Chris O’Dowd, Bill Camp, Brian d’Arcy James, Graham Greene

Länge: 140 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Molly’s Game“

Metacritic über „Molly’s Game“

Rotten Tomatoes über „Molly’s Game“

Wikipedia über „Molly’s Game“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Molly’s Game“

DP/30 redet mit Aaron Sorkin über den Film

DP/30 redet mit Jessica Chastain über den Film

DP/30 redet mit Idris Elba über den Film

Bei der TIFF-Pressekonferenz  beantworteten Aaron Sorkin und Jessica Chastain Fragen

Bei der UK-Pressekonferenz war Idris Elba dabei

 


TV-Tipp für den 24. Juli: Der Richter – Sein wichtigster Fall

Juli 24, 2017

ARD, 20.15

Der Richter – Recht oder Ehre (The Judge, USA 2014)

Regie: David Dobkin

Drehbuch: Nick Schenk, Bill Dubuque

Staranwalt Hank Palmer fliegt zur Beerdigung seiner Mutter, nach Jahren, zurück ins ländliche Indiana. Der Rückflug verzögert sich, weil sein Vater, ein Richter, verdächtigt wird, einen Mann überfahren zu haben. Hank soll ihn, gegen seinen Willen, verteidigen. Und dann gibt es noch einige weitere Probleme.

TV-Premiere von „Der Richter – Recht oder Ehre“, der im TV „Der Richter – Sein wichtigster Fall“ heißt. Warum auch immer.

Sehenswertes, dank etlicher Subplots etwas lang geratenes, weitgehend vorhersehbares, gut gespieltes Drama, das in der aktuellen Superheldenfilmographie von Robert Downey Jr. eine rare Ausnahme ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Farmiga, Vincent D’Onofrio, Jeremy Strong, Dax Shepard, Billy Bob Thornton, Leighton Meester, Emma Tremblay, Ken Howard, David Krumholtz, Balthazar Getty

Wiederholung: Dienstag, 25. Juli, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Richter“
Moviepilot über „Der Richter“
Metacritic über „Der Richter“
Rotten Tomatoes über „Der Richter“
Wikipedia über „Der Richter“

Meine Besprechung von David Dobkins „Der Richter – Recht oder Ehre“ (The Judge, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Der grandiose Wirtschaftsthriller „The Big Short“

Januar 19, 2016

Bei den Golden Globes verlor „The Big Short“ in der Kategorie „Beste Komödie oder Musical“ gegen „Der Marsianer“. Aber jetzt ist er für den Oscar als bester Spielfilm nominiert. Und Adam McKay, dessen vorherigen Regiearbeiten leichtgewichtige Komödien, wie „Die etwas anderen Cops“ und die beiden „Anchorman“-Filme waren, die nicht gerade durch erzählerische Stringenz und eine treffsichere Analyse überzeugten. Doch genau das gelingt „The Big Short“, McKays grandioser Aufarbeitung der 2007 in den USA geplatzten Immobilienblase, die die Weltwirtschaft nachhaltig schädigte und die zahllose Kleinanleger ruinierte. Für sie sind die Folgen des unglaublichen Leichtsinns der Spekulanten noch heute spürbar.
Dabei gab es warnende Stimmen, denen jetzt – ausgehend von Michael Lewis‘ Sachbuch „The Big Short“ – in dem Film ein durchaus unpathetisches Denkmal gesetzt wird. Denn zum Helden, vor allem zum strahlenden Hollywood-Helden, taugt keiner von ihnen. Der eine ist Dr. Michael Burry (Christian Bale), ein ehemalige Neurologe, der zum Hedgefond-Manager mit Narrenfreiheit (solange die Zahlen stimmen) wurde, ein Glasauge und seltsame Angewohnheiten hat. Mit anderen Menschen kann er nicht so gut umgehen, aber er vertieft sich in die Zahlen und entdeckt, dass die Fundamente des Immobilienmarktes mehr als brüchig sind. Für ihn ist offensichtlich, dass der Markt demnächst zusammenbrechen wird.
Der andere ist der egozentrische Hedgefonds-Manager Mark Baum (Steve Carell), der fleischgewordene Alptraum jedes Cholerikers, der zwar einen moralischen Kompass, aber keine Manieren hat. Der „Deutsche Bank“-Makler Jared Vennett (Ryan Gosling) weist ihn, durchaus eigennützig, auf die faulen Kredite hin, die durch einige Buchungstricks zu guten Krediten umgewidmet werden. Gemeinsam wollen sie von dem erwartbaren Zusammenbruch des Marktes profitieren.
Doch bevor sie gemeinsame Sache machen, zieht Baum, der Vennett nicht glaubt, in Florida Erkundigungen über einige dieser Hauskredite ein und er ist schockiert.
Und dann gibt es noch die beiden jungen Geldmanager Jamie Shipley (Finn Wittrock) und Charlie Geller (John Magaro), die ebenfalls durch Zufall auf die Zahlen stoßen und sie mit dem Ex-Banker Ben Rickert (Brad Pitt), der mit seiner Vergangenheit nichts mehr zu tun haben will, vergolden wollen.
Sie erkannten als Wall-Street-Außenseiter, was die Experten nicht erkannten oder nicht erkennen wollten in der Hoffnung, dass es immer so weitergeht.
McKay inszenierte seinen Spielfilm „The Big Short“ wie einen Dokumentarfilm, der zufällig dabei war, als die handelnden Personen ihre Entdeckungen machten. Sie und einige prominente Gäste, wie Margot Robbie, Anthony Bourdain, Selena Gomez und Dr. Richard Thaler (ein Verhaltensökonom), erklären die komplizierten ökonomischen Vorgänge in einer so atemberaubenden Geschwindigkeit, dass man beim ersten Ansehen gar nicht alle Feinheiten mitbekommen kann. Humor und satirische Zuspitzungen helfen, auch wenn einem mehr als einmal das Lachen im Hals stecken bleibt. Vor allem natürlich über die Arroganz der Banker, die ihren schlechten und spekulativen Produkte als sichere Geldanlagen verkaufen. Die Geschichte entwickelt sich flott zwischen den verschiedenen Handlungssträngen wechselnd (weshalb die Stars auch nie bis fast nie zusammen auftreten) auf die bekannte Katastrophe, das Platzen der Immobilienblase im Sommer 2007, zu.
„The Big Short“ ist ein scharfsinniger, aufklärerischer, in jeder Sekunde konzentrierter und an die Intelligenz seines Publikums glaubender Film, den so niemand von Adam McKay erwartet hätte. Oder wie Steve Carell sagt: „Wenn mich jemand auf einer Cocktailparty fragen würde, worum es in dem Film geht, würde ich antworten: ,Erinnern Sie sich, als die Subprime-Hypotheken über die Wupper gingen und all die Firmen ihre Türen schließen mussten und niemand dafür ins Gefängnis wandern musste? Erinnern Sie sich daran? Erinnern Sie sich, wie alles einfach explodierte? Und dann die Regierung kam und alle rausboxte und alles wieder okay erschien? Darum geht es in diesem Film. Es ist ein Horrorfilm, der viel schrecklicher ist, als ich es gerade beschrieben habe.‘“

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The Big Short (The Big Short, USA 2015)
Regie: Adam McKay
Drehbuch: Adam McKay, Charles Randolph
LV: Michael Lewis: The Big Short: Inside the Doomsday Machine, 2010 (The Big Short: Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte)
mit Christian Bale, Ryan Gosling, Steve Carell, John Magaro, Finn Wittrock, Marisa Tomei, Melissa Leo, Hamish Linklater, Rafe Spall, Jeremy Strong, Anthony Bourdain, Margot Robbie, Selena Gomez
Länge: 131 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
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Moviepilot über „The Big Short“
Metacritic über „The Big Short“
Rotten Tomatoes über „The Big Short“
Wikipedia über „The Big Short“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „The Big Short“
Meine Besprechung von Adam McKays „Anchorman – Die Legende kehrt zurück“ (Anchorman 2: The Legend continues, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Der Richter – Recht oder Ehre“ ist seinem Sohn egal

Oktober 16, 2014

Die letzten Jahre war Robert Downey Jr. vor allem als Iron Man (aka Tony Stark) im Marvel-Universum unterwegs. Da konnte man fast vergessen, dass er seine Karriere als Charakterdarsteller begann und für seine Darstellung von Charlie Chaplin in „Chaplin“ eine Oscar- und Golden-Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt.
Sein neuer, von ihm mitproduzierter Film „Der Richter – Recht oder Ehre“, inszeniert von David Dobkin (Die Hochzeits-Crasher), nach einem Drehbuch von Nick Schenk (Gran Torino) und Bill Dubuque, ist eine Rückkehr zum Drama, das von den Schauspielern getragen wird. Obwohl Robert Downeys Charakter auf den ersten Blick Tony Stark ohne Rüstung ist. Denn Großstadtanwalt Hank Palmer ist ein arrogantes Arschloch, das bedenkenlos auf den Gefühlen seiner Mitmenschen herumtrampelt, solange er damit für seine normalerweise schuldigen, immer vermögenden Mandanten ein gutes Gerichtsurteil erreichen kann. Er kommt zwar aus einer Kleinstadt, aber er will unter keinen Umständen zurück. Seine Familie besuchte er schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Mit seinem Vater, einem Kleinstadtrichter seit 42 Jahren, ist er zerstritten.
Als seine Mutter stirbt, muss er für einige Stunden zurück nach Carlinville, Indiana. Er will nach der Beerdigung das Dorf so schnell wie möglich verlassen. Als er seinen Rückflug antreten will, erfährt er, dass sein mit Gedächtnislücken kämpfender, prinzipientreuer Vater angeklagt ist, einen Mann überfahren zu haben. Die Anklage plädiert auf kaltblütigen Mord. Palmer entschließt sich, zu bleiben und seinem Vater zu helfen. Der lehnt diese Hilfe vor Gericht allerdings zunächst ab.
„Der Richter“ verknüpft Gerichtsdrama (Ist Joseph Palmer schuldig? Kann Hank einen Freispruch erwirken?) mit Familiendrama (Können Vater und Sohn ihre Differenzen überwinden?) mit Liebesdrama (Wird Hank bei seiner Jugendliebe Samantha bleiben?) auf dem Niveau eines guten TV-Zweiteilers: die einzelnen Plots sind lehrbuchhaft austariert, die Geschichten bewegen sich zügig voran, die Schauspieler sind gut, die Optik ist gediegen. Aber jeder Plot bewegt sich absolut vorhersehbar auf sein Ende zu.
Einige Subplots, vor allem die Liebesgeschichte zwischen Hank und Samantha (Vera Farmiga) hätte man problemlos streichen können. Und das sage ich als Vera-Farmiga-Fan, der ich jede Minute Screentime gönne. In dem Vater-Sohn-Drama ist sie allerdings vollkommen verschenkt als Jugendliebe, die über zwei Jahrzehnte auf die Rückkehr ihrer High-School-Romanze wartet.
Mit 141 Minuten ist „Der Richter“ für einen Spielfilm auch extrem lang geraten, was auch daran liegt, dass als weiterer Subplot noch Hanks Beziehung zu seiner siebenjährigen Tochter, die ihn in Carlinville besucht, angesprochen wird. Auch hier hätte man Hanks Tochter durch irgendein Nachbarkind ersetzen können. Denn eigentlich wollen die Macher nur zeigen, dass Hanks biestiger Vater ein liebevoller Großvater ist. Immerhin wird Hanks gerade laufende Scheidung nicht weiter thematisiert. Das ist dann Stoff für den Extended-DVD-Cut, der dann wirklich alles aus dem Kleinstadtleben der Familie Palmer erzählt.

Der Richter - Plakat

Der Richter – Recht oder Ehre (The Judge, USA 2014)
Regie: David Dobkin
Drehbuch: Nick Schenk, Bill Dubuque
mit Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Farmiga, Vincent D’Onofrio, Jeremy Strong, Dax Shepard, Billy Bob Thornton, Leighton Meester, Emma Tremblay, Ken Howard, David Krumholtz, Balthazar Getty
Länge: 141 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

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