Niederkaltenkirchen, ein Dorf in Niederbayern, mit einer verdächtig hohen Mordrate. Jetzt hat es den Steckerlfischkönig erwischt. Splitterfasernackt liegt er im Bad des örtlichen und selbstverständlich sehr noblen Golfclubs. Weil es sich eindeutig um Mord handelt und der Steckerlfischkönig Paulus (Christian Tramitz) viele Feinde hatte, muss Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel), der unbestechliche Dorfpolizist mit der hundertprozentigen Aufklärungsrate, ran. Sofort sehr verdächtig ist die Großfamilie Dottinger. Die miteinander verfeindeten Familien Dottinger und Paulus betreiben seit Ewigkeiten auf Volksfesten Fischbuden. In den vergangenen Tagen eskalierte der Konflikt zwischen den Konkurrenten auf einem Volksfest so sehr, dass Franz Eberhofer öfter zur Hilfe gerufen wurde.
Noch bevor Eberhofer einen Blick auf die Leiche werfen kann, mischt sich sein Freund Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) in die Ermittlungen ein. Weil er gerade einen Selbstversuch im konsumfreien Leben durchführt, taucht er vollkommen ungepflegt und stinkend auf. Eberhofers Frau, die Susi (Lisa Maria Potthoff), würde sich über mehr Hilfe von ihrem Gatten im Bürgermeisterwahlkampf freuen. Und ihr inzwischen schon zehnjähriger Sohn Paul (Pelle Küffner – Mensch, wachsen die Kinder schnell!), probt gerade für eine Tanzaufführung. Eberhofers Bruder und Vater leben weiter auf dem Hof. Die Oma wird kurzzeitig für eine Kur in ein Altenheim befördert und Eberhofers Kumpels haben sich als Werbemaßnahme T-Shirts drucken gelassen. Die neuen Hemden präsentieren sie auf dem Golfplatz, an ihrem Handicap arbeitend.
Ihr merkt: seit dem vorherigen Eberhofer-Film „Rehragout-Rendezvous“ hat sich in Niederkaltenkirchen viel und gleichzeitig wenig verändert. Auch hinter der Kamera ist Kontinuität angesagt. So ist das Drehbuch wieder von Stefan Betz und Ed Herzog ist wieder der Regisseur. Das ist ein eingespieltes Team, das zuverlässig im Jahresturnus (auch wenn es zuletzt eine längere Pause gab) eine neue Krimi-Komödie abliefert. Der Kriminalfall ist dabei die Beigabe für den vergnüglichen Rest, der weitgehend von den bekannten Figuren bestritten wird. Auch wenn es zu viele Witze über Birkenbergers fürchterlichen Geruch gibt, einiges zu vorhersehbar ist und einige potentielle Witze ignoriert werden.
Auch im „Steckerlfischfiasko“ markieren der Mord und die Aufklärung des Falles nur die Punkte, wann der Film beginnt und endet. Dazwischen werden einige Filmminuten für die Ermittlungen verwendet, während die Aufmerksamkeit der Macher vor allem den verschiedenen Nebengeschichten und Begegnungen mit den aus den vorherigen Filmen bekannten Figuren gilt. Die Fans bemerken die kleinen Veränderungen. Die Gaststars fügen sich spielfreudig ein.
Am Ende unterscheidet sich das „Steckerlfischfiasko“ kaum von den vorherigen neun Eberhofer-Krimis. Das erwartet auch, wie bei der neuen CD der „Rolling Stones“ (sie waren wieder im Studio), niemand. Die Fans wollen das Gleiche noch einmal, nur etwas anders. Das gut eingespielte Team Eberhofer liefert.

Steckerlfischfiasko (Deutschland 2026)
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog
LV: Rita Falk: Steckerlfischfiasko, 2023
mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Pelle Küffner, Lara Mandoki, Ruby O. Fee, Niklas Marian Müller, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Thomas Kügel, Sigi Zimmerschied, Ferdinand Hofer, Günther Michael Ostrowski, Milan Peschel, Eli Wasserscheid, Petra Berndt, Peter Mitterrutzer, Castro Dokyi Affum, Christian Tramitz
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Steckerlfischfiasko“
Moviepilot über „Steckerlfischfiasko“
Wikipedia über „Steckerlfischfiasko“
Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)
Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Leberkäsjunkie“ (Deutschland 2019)
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Kaiserschmarrndrama“ (Deutschland 2021) und der DVD
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Guglhupfgeschwader“ (Deutschland 2022)
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Rehragout-Rendezvous“ (Deutschland 2023)
Veröffentlicht von AxelB