TV-Tipp für den 8. Dezember: Auf dem Weg nach Oregon – Meek’s Cutoff

Dezember 8, 2014

Arte, 21.55
Auf dem Weg nach Oregon (USA 2010, Regie: Kelly Reichardt)
Drehbuch: Jonathan Raymond
In ihrem Anti-Western erzählt Kelly Reichardt von drei Siedlerfamilien, die sich 1845 auf dem Weg nach Oregon verirren. Ihr Führer Stephen Meek (Bruce Greenwood) kennt den Weg nicht mehr. Das Wasser wird knapp und ein gefangener Indianer könnte einfach nur verrückt sein.
Obwohl in „Meek’s Cutoff“ alle Ingredienzien eines Western enthalten sind (die weite, menschenleere Landschaft, Indianer, ein Treck), kommt niemals ein altmodisches Western-Gefühl auf. Das beginnt schon mit dem heute unüblichen 1.33:1-Bildformat, das fast nur aus Stummfilmwestern (und TV-Western) bekannt ist und hier immer ein Gefühl von Enge heraufbeschwört. Die statischen Bilder sind oft fahl, selten scheint die Sonne, nachts ist es dunkel und die Charaktere stolpern kopflos und schweigsam durch eine menschenleere und unwirtliche, fast schon postapokalyptische Landschaft. Nie ist in dem wundervoll fotografiertem Film etwas von dem Pioniergeist und dem Optimismus eines typischen Western zu spüren, stattdessen fühlt man sich schnell ebenso verloren wie die drei Familien und ihr Führer, die tagelang durch eine deprimierende Landschaft stolpern, ohne dass irgendetwas passiert, das bei ihnen größere Gefühle auslöst, außer dem Gefühl, dass es eine gute Entscheidung war, nicht in den Westen aufzubrechen.
Gleichzeitig wird auch die Rolle der Frauen und das Verhältnis von den zivilisierten Weißen zu den unzivilisierten Indianern, die sich nicht verstehen, angesprochen.
Das ist ziemlich grandios und erhielt, neben viel Kritikerlob, auch den Spur-Award der Western Writers of America – und die können beurteilen, ob ein Western gelungen ist.
Am 26. Januar (Verleih) und am 17. Februar 2015 (Verkauf) erscheint Kelly Reichardts neuer Film „Night Moves“, ihre Version eines Thrillers, auf DVD und Blu-ray.
mit Michelle Williams, Bruce Greenwood, Will Patton, Zoe Kazan, Paul Dano, Shirley Henderson, Neal Huff, Tommy Nelson, Rod Rondeaux
auch bekannt als „Meek’s Cutoff“ (Originaltitel und deutscher Kinotitel)
Hinweise
Metacritic über „Meek’s Cutoff“
Rotten Tomatoes über „Meek’s Cutoff“
Wikipedia über „Meek’s Cutoff“
Meine Besprechung von Kelly Reichards „Night Moves“ (Night Moves, USA 2013)


TV-Tipp für den 21. Mai: Verlockende Falle

Mai 21, 2014

Kabel 1, 20.15
Verlockende Falle (USA 1999, Regie: Jon Amiel)
Drehbuch: Ronald Bass, Michael Hertzberg
Versicherungsdetektivin Virginia ‚Gin‘ Baker (Catherine Zeta-Jones) glaubt, dass der vermögende Kunstsammler MacDougal (Sean Connery) ein Dieb ist, der zuletzt ein Rembrandt-Gemälde stahl. MacDougal nimmt die Herausforderung an und das Katz-und-Maus-Spiel kann beginnen.
Einer der letzten Leinwandauftritte von Sean Connery und ein rundum ansehbarer, altmodischer, leichtgewichtiger, eskapstischer Gangsterkrimi mit einer Prise Humor und ohne Gewalt.
mit Sean Connery, Catherine Zeta-Jones, Ving Rhames, Will Patton, Maury Chaykin, Kevin McNally
Wiederholung: Donnerstag, 22. Mai, 01.30 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Verlockende Falle“
Wikipedia über „Verlockende Falle“ (deutsch, englisch)
Sean Connery in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. April: No Way Out – Es gibt kein Zurück

April 21, 2014

Bayern, 22.00

No Way Out – Es gibt kein Zurück (USA 1987, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Robert Garland

LV: Kenneth Fearing: The big clock, 1946

Offizier Farrell hat eine Affäre mit der Geliebten des Verteidigungsministers. Als sie stirbt, soll Farrell die Spuren vertuschen und den Augenzeugen für die Tat finden: sich.

Enorm spannender Krimi mit Top-Besetzung und überraschenden Story-Twists bis zur letzten Sekunde.

Mit Kevin Costner, Gene Hackman, Sean Young, Will Patton

Hinweise

Rotten Tomatoes über “No Way Out”

Wikipedia über „No Way Out“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der früheren Verfilmung “Spiel mit dem Tode” (The Big Clock, USA 1947)


TV-Tipp für den 5. April: Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest

April 4, 2014

MDR, 00.00

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (USA 2009, Regie: Antoine Fuqua)

Drehbuch: Michael C. Martin

Hochkarätig besetzter Ensemblefilm über drei Polizisten, die versuchen in Brooklyn ihren Weg zu gehen: der eine wartet nur noch auf seine Pensionierung, der andere will einen Undercover-Einsatz beenden und muss dafür einen Freund verraten, der dritte will Geld für seine Familie besorgen und geht dafür über Leichen.

Die Geschichten mögen etwas zu sehr die bekannten Cop-Film-Klischees bedienen, aber insgesamt ist „Brooklyn’s Finest“ ein sehenswerter, vor Ort gedrehter Cop-Film und damit auch eine Bestandsaufnahme der Gesellschaft.

mit Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D’Onofrio, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Brían F. O’Byrne, Michael K. Williams, Lili Taylor

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gesetz der Straße“

Rotten Tomatoes über „Gesetz der Straße“

Metacritic über „Gesetz der Straße“

Wikipedia über „Gesetz der Straße“ (deutsch, englisch)

The Root: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Go into the Story: Interview mit Michael C. Martin über „Brooklyn’s Finest“

Variety über Michael C. Martin (10. Juni 2008)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)


TV-Tipp für den 21. November: Postman

November 21, 2013

Kabel 1, 20.15

Postman (USA 1997, R.: Kevin Costner)

Drehbuch: Eric Roth, Brian Helgeland

LV: David Brin: The Postman, 1985 (Gordons Berufung, Postman)

USA, nach der Apokalypse: nur wenige Menschen, die ohne Kommunikation in voneinander getrennten Festungen leben, haben überlebt. Ein selbsternannter Postbote verschafft ihnen, indem er Briefe (aka Nachrichten) befördert, zu neuer Hoffnung. Auch im Kampf gegen einen örtliche Warlords.

Kein Meisterwerk, aber so schlecht, wie der Film damals gemacht wurde („tagelang dauernde Stilisierungsfeier“ [Fischer Film Almanach 1999], „über die Maßen langweiliger Inszenierungsversuch von Kevin Costner“ [Zoom 2/98]), inclusive fünf gewonnener Razzies und dem Razzie als schlechtester Film des Jahrzehnts, ist der epische, an das Gute appellierende, zu lang geratene, postapokalyptische Science-Fiction-Film nicht.

Eric Roth schrieb eine frühe Drehbuchversion. Brian Helgeland die verfilmte Fassung, die sich wieder am Roma orientierte.

David Brins Roman erhielt den John W. Campbell Award und den Locus Award als bester Science-Fiction-Roman, außerdem wer er für den Hugo und Nebula Award nominiert.

Brin selbst ist mit der Verfilmung, die die Geschichte seines Romans zwar verändert, aber nicht verrät, insgesamt zufrieden.

Einige seiner Romane sind bei Heyne erhältlich.

mit Kevin Costner, Will Patton, Larenz Tate, Olivia Williams, James Russo, Tom Petty, Giovanni Ribisi, Joe Santos

Hinweise

Homepage von David Brin

Rotten Tomatoes über „Postman“

Wikipedia über „Postman“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 25. Februar: No Way Out – Es gibt kein Zurück

Februar 25, 2013

Arte, 20.15

No Way Out – Es gibt kein Zurück (USA 1987, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Robert Garland

LV: Kenneth Fearing: The big clock, 1946

Offizier Farrell hat eine Affäre mit der Geliebten des Verteidigungsministers. Als sie stirbt, soll Farrell die Spuren vertuschen und den Augenzeugen für die Tat finden: sich.

Enorm spannender Krimi mit Top-Besetzung und überraschenden Story-Twists bis zur letzten Sekunde.

Mit Kevin Costner, Gene Hackman, Sean Young, Will Patton

Wiederholung: Donnerstag, 28. Februar, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „No Way Out“

Wikipedia über „No Way Out“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung der früheren Verfilmung „Spiel mit dem Tode“ (The Big Clock, USA 1947)