TV-Tipp für den 14. November: Green Zone

November 14, 2015

RTL II, 22.35
Green Zone (USA 2010, Regie: Paul Greengrass)
Drehbuch: Brian Helgeland
LV: Rajiv Chandrasekaran: Imperial Life In The Emerald City, 2006
Bagdad, April 2003: Nach der Invasion suchen US-Offizier Roy Miller und sein Team die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein, die ja damals der offizielle Kriegsgrund waren.
Gelungener Mix aus Polit-Thriller und Kriegsfilm von Paul Greengrass und Matt Damon, die auch für die „Bourne“-Filme verantwortlich sind.
mit Matt Damon, Jason Isaacs, Amy Ryan, Greg Kinnear, Brendan Gleeson
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Green Zone“
Wikipedia über „Green Zone“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Greengrass’ “Captain Phillips” (Captain Phillips, USA 2013)


TV-Tipp für den 25. Oktober: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

Oktober 24, 2014

Sat.1, 22.15

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (The Taking of Pelham 123, USA 2009)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: John Godey: The Taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelham 1 Uhr 23)

In New York nehmen Gangster die Passagiere einer U-Bahn als Geisel. Sie fordern binnen einer Stunde 10 Millionen Dollar Lösegeld. Ein Fahrdienstleiter beginnt mit den Verhandlungen.

Für das Update des 1973er Thriller-Klassikers „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ von Joseph Sargent, nach einem Drehbuch von Peter Stone, mit Walter Matthau, Robert Shaw und Martin Balsam musste Brian Helgeland nicht viel tun. Denn Romanautor John Godey hat sich eine ebenso einfach, wie spektakuläre Story ausgedacht. Da musste Brian Helgeland nur der Story folgen und aus den vielen im Buch auftretenden Charakteren (die so auch ein Bild der US-amerikanischen Gesellschaft in den frühen Siebzigern entstehen lassen) die für einen Film wichtigen auswählen. Tony Scott bebilderte dann das ganze mit einer für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltenden Regie.

Aber während die 1973er-Version immer noch thrillt, bedient Scott einfach nur ziemlich glatt und damit auch vorhersehbar-langweilig die Spannungsmachinerie. Es ist nicht wirklich Falsches in „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“, aber auch nichts, was zum wiederholten Ansehen reizt.

mit Denzel Washington, John Travolta, Luis Guzmán, John Turturro, James Gandolfini

Wiederholung: Sonntag, 26. Oktober, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“

Metacritic über “Die Entführung der U-Bahn Pelham 123″

Rotten Tomatoes über “Die Entfürhung der U-Bahn Pelham 123″

Wikipedia über “Die Entführung der U-Bahn Pelham 123″ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Godeys „Abfahrt Pelham 1 Uhr 23“ (The Taking of Pelham One Two Three, 1973)

„The Taking of Pelham 123“ in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 21. November: Postman

November 21, 2013

Kabel 1, 20.15

Postman (USA 1997, R.: Kevin Costner)

Drehbuch: Eric Roth, Brian Helgeland

LV: David Brin: The Postman, 1985 (Gordons Berufung, Postman)

USA, nach der Apokalypse: nur wenige Menschen, die ohne Kommunikation in voneinander getrennten Festungen leben, haben überlebt. Ein selbsternannter Postbote verschafft ihnen, indem er Briefe (aka Nachrichten) befördert, zu neuer Hoffnung. Auch im Kampf gegen einen örtliche Warlords.

Kein Meisterwerk, aber so schlecht, wie der Film damals gemacht wurde („tagelang dauernde Stilisierungsfeier“ [Fischer Film Almanach 1999], „über die Maßen langweiliger Inszenierungsversuch von Kevin Costner“ [Zoom 2/98]), inclusive fünf gewonnener Razzies und dem Razzie als schlechtester Film des Jahrzehnts, ist der epische, an das Gute appellierende, zu lang geratene, postapokalyptische Science-Fiction-Film nicht.

Eric Roth schrieb eine frühe Drehbuchversion. Brian Helgeland die verfilmte Fassung, die sich wieder am Roma orientierte.

David Brins Roman erhielt den John W. Campbell Award und den Locus Award als bester Science-Fiction-Roman, außerdem wer er für den Hugo und Nebula Award nominiert.

Brin selbst ist mit der Verfilmung, die die Geschichte seines Romans zwar verändert, aber nicht verrät, insgesamt zufrieden.

Einige seiner Romane sind bei Heyne erhältlich.

mit Kevin Costner, Will Patton, Larenz Tate, Olivia Williams, James Russo, Tom Petty, Giovanni Ribisi, Joe Santos

Hinweise

Homepage von David Brin

Rotten Tomatoes über „Postman“

Wikipedia über „Postman“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 8. September: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

September 8, 2013

Pro7, 20.15

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (The Taking of Pelham 123, USA 2009)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: John Godey: The Taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelham 1 Uhr 23)

In New York nehmen Gangster die Passagiere einer U-Bahn als Geisel. Sie fordern binnen einer Stunde 10 Millionen Dollar Lösegeld. Ein Fahrdienstleiter beginnt mit den Verhandlungen.

Für das Update des 1973er Thriller-Klassikers „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ von Joseph Sargent, nach einem Drehbuch von Peter Stone, mit Walter Matthau, Robert Shaw und Martin Balsam musste Brian Helgeland nicht viel tun. Denn Romanautor John Godey hat sich eine ebenso einfach, wie spektakuläre Story ausgedacht. Da musste Brian Helgeland nur der Story folgen und aus den vielen im Buch auftretenden Charakteren (die so auch ein Bild der US-amerikanischen Gesellschaft in den frühen Siebzigern entstehen lassen) die für einen Film wichtigen auswählen. Tony Scott bebilderte dann das ganze mit einer für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltenden Regie.

Aber während die 1973er-Version immer noch thrillt, bedient Scott einfach nur ziemlich glatt und damit auch vorhersehbar-langweilig die Spannungsmachinerie. Es ist nicht wirklich Falsches in „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“, aber auch nichts, was zum wiederholten Ansehen reizt.

mit Denzel Washington, John Travolta, Luis Guzmán, John Turturro, James Gandolfini

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“

Metacritic über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“

Rotten Tomatoes über „Die Entfürhung der U-Bahn Pelham 123“

Wikipedia über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Godeys „Abfahrt Pelham 1 Uhr 23“ (The Taking of Pelham One Two Three, 1973)

„The Taking of Pelham 123“ in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „42“ – Brian Helgelands sehenswertes Biopic über die Baseball-Legende Jackie Robinson

August 9, 2013

 

Einerseits ist „42“ ein Sportlerbiopic, das ungefähr so kritisch wie Hofberichterstattung ist.

Andererseits ist „42“ politisches Kino, das einen ungeschönten Blick in eine rassistische Gesellschaft wirft: nämlich die Vereinigten Staaten von Amerika nach dem zweiten Weltkrieg, als Branch Rickey, der Geschäftsführer der Brooklyn Dodgers, Jackie Robinson als Spieler verpflichtete und damit gegen die Regeln der Major League Baseball verstieß. Denn Robinson war Afroamerikaner und in einer zutiefst rassistischen Gesellschaft hatten Afroamerikaner nichts in der Profiliga zu suchen. Aber Rickey, der damals Mitte Sechzig war, wollte die Brooklyn Dodgers zum Sieg führen und Robinson war dafür, aufgrund seiner Leistungen, der beste Mann.

Harrison Ford, der Branch Rickey schön grummelig spielt und unter der Maske kaum zu erkennen ist, aber so dem echten Rickey erstaunlich ähnelt, sagt über ihn: „Rickey ist ein Geschäftsmann, der begreift, dass Dollars nicht schwarz oder weiß, sondern grün sind. Aber er ist auch Moralist und Patriot, der es für unvertretbar hält, dass in den USA begabten Leuten aufgrund ihrer Hautfarbe Chancen verweigert werden. Es geht um Fairness – auch und gerade in einem Spiel, das untrennbar mit dem amerikanischen Geist verwoben ist.“

Deshalb verlangt er von Jackie Robinson (Chadwick Boseman), dass er gut spielt und den Mut und die Kraft hat, nicht auf die zahlreichen Beleidigungen, die er erleiden muss, zu reagieren. Er glaubt, dass Robinson durch sein Spiel die Fans überzeugen kann.

Aber Robinson muss auch seine Mannschaftskameraden überzeugen.

Brian Helgeland („L. A. Confidential“, „Payback – Zahltag“, „Blood Work“, „Mystic River“, „Green Zone“) konzentrierte sich in seinem sehr faktentreuem Biopic auf zwei Jahre in Robinsons Leben, nämlich die Jahre von 1945 bis 1947, die für die Geschichte des Baseball entscheidend waren und die Robinson an dem Punkt zeigen, an dem sich sein weiteres Leben entschied. Später war er auch einer der Unterstützer der Bürgerrechtsbewegung.

Heute hat Jackie Robinson in Baseball-Kreisen eine für uns kaum vorstellbare Bedeutung. Denn seine Nummer, die 42, wird seit 1997 als einzige Spielernummer nicht mehr vergeben. Nur am 15. April, dem Jackie Robinson Day, wird sie seit 2005 von allen Baseballspielern getragen. Am 15. April 1947 hatte Robinson sein erstes Spiel als Brooklyn Dodger.

Drehbuchautor und Regisseur Helgeland sagt zur Botschaft des Films: „Ich glaube fest an die grundsätzliche Gesinnung in unserem Land, die die herrschenden Zustände ständig verbessern möchte. Und Jackie Robinsons Aufnahme ins Team der Dodgers war 1947 eine Art Brückenkopf in diesem Kampf und in der Bürgerrechtsbewegung. Die Tatsache, dass er die Rassentrennung im Baseball aufhob, heißt ja nicht, dass das Problem damit gelöst war. Aber dieser Moment war ein Fundament, von dem aus die Schlacht siegreich entschieden werden kann. Dank Jackie und jenen, die nach ihm kamen, sind wir gewaltige Schritte vorangekommen. Aber gewonnen ist diese Schlacht noch nicht.“

42“ erzählt, ohne modernen Schnickschnack, im Stil klassischer Hollywoodfilme eine Heldengeschichte, in dem ein Mann die Welt verändern kann. Er hatte aber auch Hilfe von seiner Frau Rachel (Nicole Beharie), die ihm immer zur Seite stand, nach seinem Tod die Jackie Robinson Foundation gründete und die Filmemacher beriet, den schon erwähnten Branch Rickey und Wendell Smith (Andre Holland), dem ersten afroamerikanischem Reporter der in die Baseball Writers Association aufgenommen wurde (wobei dieser Punkt derzeit auf Wikipedia, aber ohne Nachweis, bestritten wird und ich ihn jetzt, auf die Schnelle nicht klären kann). In dem Film sitzt Smith mit seiner klobigen Schreibmaschine auf der Zuschauertribüne, weil er nicht in den Pressebereich darf.

Pee Wee Reese, der Shortstop der Dodgers, sagte: „Es gibt viele Gründe, einen Menschen zu hassen. Aber die Hautfarbe gehört nicht dazu.“

42“ unterstreicht das – und deshalb ist das erzählerisch konservative, oft kitschige, aber immer kraftvolle Biopic auch bei uns sehenswert. Auch wenn wir von Baseball nicht mehr verstehen, als dass erwachsene Männer auf irgendwelche Bälle schlagen und herumlaufen.

Ach ja: Clint Eastwood erzählte in „Invictus“ eine ähnliche Geschichte, die Jahrzehnte später, nach dem Ende der Apartheid, in Südafrika spielt. Aber er erzählte sie aus der Perspektive eines Weißen.

Helgeland erzählt sie aus der Perspektive eines Afroamerikaners und das macht einen entscheidenden Unterschied.

P. S.: Der Trailer die Stimmung des Films ziemlich falsch wieder und wirkt eher als Anti-Werbung.

42 - Plakat

42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende (42, USA 2013)

Regie: Brian Helgeland

Drehbuch: Brian Helgeland

mit Chadwick Boseman, Harrison Ford, Nicole Beharie, Andre Holland, Lucas Black, Hamisch Linklater, Ryan Merriman, Christopher Meloni, John C. McGinley

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „42“

Metacritic über „42“

Rotten Tomatoes über „42“

Wikipedia über „42“ (deutsch, englisch) und Jackie Robinson

Chasing the Frog vergleicht die Fakten mit dem Film

 

 


TV-Tipp für den 31. Mai: Payback – Zahltag

Mai 31, 2013

RTL II, 22.40

 

Payback – Zahltag (USA 1999, R.: Brian Helgeland)

 

Drehbuch: Brian Helgeland, Terry Hayes

 

LV: Richard Stark: The hunter, 1962 (später wurde das Buch wegen der Verfilmungen unter den Titeln „Point Blank“ und „Payback“, in Deutschland unter „Jetzt sind wir quitt“ und „Payback“, verlegt)

 

Porter will seine 70 Riesen zurückhaben. Nur sein Kumpel Val, der ihn einige Kugeln in den Rücken verpasste und mit Porters Frau verschwand, und die Mafia haben etwas dagegen.

 

Ziemlich missratene, zwischen allen Stühlen sitzende, brutale Neuverfilmung von Richard Starks (ein Pseudonym von Donald Westlake) erstem Parker-Roman, die nie auch nur annähernd die Qualität von John Boormans „Point Blank“ (mit Lee Marvin) erreicht. Die Gründe sind u. a. verschiedene Auffassungen über die Hauptrolle zwischen Helgeland und Gibson (der deshalb Teile neu drehen lies), die Scherze sind nicht witzig und der Action-Overkill ist für einen einen kleinen, düsteren Gangsterfilm zu viel, aber für einen Action-Film zu wenig.

 

Jahre später gab es den “Director’s Cut”, der sich sehr vom Kinofilm unterscheidet.

 

Mit Mel Gibson, Gregg Henry, Lucy Liu, Kris Kristofferson, William Devane, Deborah Kara Unger

 

Wiederholung: Samstag, 1. Juni, 00.30 Uhr (Taggenau!)

 

Hinweise

 

Homepage von Donald E. Westlake

 

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

 

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

 

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

 

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

 

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

 

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

 

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

 

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

 

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

 

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

 

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake

 

Meine Besprechung von Lax/Donald Westlakes „Hot Rock“ (Pierre qui roule, 2008, Comic)

Meine Besprechung von Taylor Hackfords Richard-Stark-Verfilmung „Parker“ (Parker, USA 2013)


TV-Tipp für den 1. Mai: Mann unter Feuer

Mai 1, 2013

Sat.1, 22.20

Mann unter Feuer (USA 2004, R.: Tony Scott)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: A. J. Quinnell: Man on Fire, 1980 (Der Söldner, Mann unter Feuer)

Ex-CIA-Agent John Creasy ist in Mexiko City der Leibwächter einer siebenjährigen Millionärstochter. Als sie von Gangstern entführt wird, startet er einen blutigen Rachefeldzug.

Scotts formale Brillanz bei der Bild- und Tongestaltung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Mann unter Feuer“ ein viel zu lang geratenes, eindimensionales Rachedrama ist.

Mit Denzel Washington, Dakota Fanning, Christopher Walken, Giancarlo Giannini, Mickey Rourke

Wiederholung: Donnerstag, 2. Mai, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Mann unter Feuer“

Metacritic über “Mann unter Feuer”

Rotten Tomatoes über “Mann unter Feuer”

Wikipedia über “Mann unter Feuer” (deutsch, englisch)

UGO: Interview mit Tony Scott über “Man on Fire”

Drehbuch “Man on Fire” von Brian Helgeland (Fassung vom 10. Februar 2003)

A.-J.-Quinnell-Fanseite

Mein Nachruf auf Tony Scott