Neu im Kino/Filmkritik: Über Régis Roinsards „Warten auf Bojangles“

August 4, 2022

Warten auf Bojangles“ beginnt 1958 an der Riviera. Auf High-Society-Partys blendet Georges (Romain Duris) mit seinen Erzählungen die anwesenden, meist älteren Gäste. Er erfindet Berufe und Abenteuer. Er ist charmant. Für ihn ist das Leben ein einziger Urlaub. Auf einer dieser Gesellschaften, die der Hochstapler selbstverständlich ohne eine Einladung besucht, sieht er die wunderschöne Camille (Virginie Efira). Die beiden Geistesverwandten verlieben sich sofort, heiraten und haben einige Monate später einen Sohn.

Neun Jahre später leben sie in Paris in einer riesigen Altbauwohnung. Für sie ist das Leben immer noch eine einzige rauschende Party. Sorgen sind etwas für die anderen Menschen.

Aber das Leben ist nicht so.

Deshalb wird „Warten auf Bojangles“ in der zweiten Hälfte immer düsterer. Camille hat eine immer sichtbarer werdende bipolare Störung. Als ihr Mann Georges und ihr Sohn Gary (Solan Machado-Graner) das nicht mehr leugnen können, weisen sie Camille notgedrungen in eine Psychiatrie ein. Trotzdem versucht Georges den Schein zu wahren.

Régis Roinsard („Mademoiselle Populaire“) begibt sich in seinem neuen Film auf eine Gratwanderung, deren Gelingen zu einem großen Teil vom Wohlwollen des Publikums abhängt. Denn an der Inszenierung gibt es nichts auszusetzen. In der ersten Hälfte erschafft Roinsard ein poppiges Fünfziger-Jahre-Frankreich, das die in damaligen eskapistischen Unterhaltungsfilmen gezeigte Welt auf eine neue Ebene hebt. Alles ist noch bunter und lebensbejahender als wir es aus Filmen kennen. Auch in der zweiten Hälfte, wenn Georges und Camille in ihrer Pariser Wohnung mondäne Parties feiern, ist alles größer und bunter als die Realität jemals wahr. Garys Erlebnisse in der Schule sind „Der kleine Nick“-XXL. Nur dass Gary in der Schule keine Freunde hat. Ein Junge, der von täglichen rauschenden Festen mit hunderten Gästen, unzähligen niemals geöffneten Briefen und einem Kranich als Haustier redet, muss ein Lügner und Spinner sein. Und mit so einem Jungen will ein anständiger Junge nichts zu tun haben. Fortan wird Gary von seinen Eltern zu Hause unterrichtet. Dieser Unterricht macht sowieso mehr Spaß als der dröge Schulunterricht.

Wenn Camilles psychische Probleme immer offentsichtlicher werden, bleibten Georges und Roinsard bei ihrer Haltung, dass es kein Problem gibt, das nicht wegfantasiert werden kann. Diese zunächst durchaus sympathische Haltung wird immer mehr zu einem Problem. Dann irgendwann wird die Grenze von Optimismus zur irrationalen Verkennung der Realität überschritten.

Wegfantasiert wird in der zweiten Hälfte des Films auch der problematische Lebensstil und die problematische Lebenseinstellung von Camille und Georges. Sie nutzen letztendlich, sehr offensichtlich und ohne eine Spur von schlechtem Gewissen und Scham, andere Menschen aus. Sie leben, ohne irgendeine eigene Leistung, auf deren Kosten. Sie sind Parasiten. Auch wenn der Film sie immer noch rundum positiv zeigt.

In der zweiten Stunde wird mit einer atemberaubenden Konsequenz aus einem Feelgood-Film ein Feelbad-Film, der trotzdem weiterhin eine sorglose Komödie sein will und dann, etwas ziellos, zwischen Drama und Komödie pendelt. Das führt zu einer zunehmenden Distanz zu den Hauptfiguren, mit denen wir uns während des Films immer weniger identifizieren wollen.

Wer das akzeptiert und akzeptiert, dass die Filmgeschichte von einem zuckersüßem Anfang auf ein deprimierendes Ende zusteuert, kann sich an den Schauspielern – Virginie Efira und Romain Duris sind gewohnt überzeugend und sympathisch – und der gelungenen Inszenierung erfreuen. Sie spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und bietet einen Blick in eine Fantasiewelt, die schon in der ersten Filmminute eindeutig eine Traumwelt ist, die nicht ewig existieren kann.

Warten auf Bojangles (En attendant Bojangles, Frankreich 2021)

Regie: Régis Roinsard

Drehbuch: Romain Compingt, Régis Roinsard

LV: Olivier Bourdeaut: En attendant Bojangles, 2016 (Warten auf Bojangles)

mit Virginie Efira, Romain Duris, Gregory Gadebois, Solan Machado-Graner

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Warten auf Bojangles“

AlloCiné über „Warten auf Bojangles“

Rotten Tomatoes über „Warten auf Bojangles“

Wikipedia über „Warten auf Bojangles“ 


Neu im Kino/Filmkritik: „Der kleine Nick auf Schatzsuche“ in der Nachbarschaft

Juni 3, 2022

Die bisherigen beiden Spielfilme mit dem kleinen Nick gefielen mir sehr gut. Deshalb und wegen des Regisseurs Julien Rappeneau, von dem die Drehbücher für die beidenLargo Winch“-Actionfilme und den Polit-Thriller „Zulu“ sind, die mir ebenfalls gefielen, interessierte mich der neueste „Der kleine Nick“-Film. Für diesen Kinderfilm waren ein anderer Regisseur und Drehbuchautor verantwortlich. Eben der schon erwähnte Julien Rappeneau. Und Nick wird selbstverständlich von einem anderen Jungen gespielt. Immerhin sind seit dem letzten Film acht Jahre vergangen und in der Zeit wird aus einem ungefähr neunjährigem Kind ein Mann. Auch Nicks Eltern werden von anderen Schauspielern gespielt. Spielen tut die Geschichte wieder in einem zeitlosen, schrulligen Früh-Sechziger-Jahre-Paris, das auch aus einem Jacques-Tati-Film stammen könnte.

Dieses Mal erfährt der kleine Nick, dass sein Vater in Südfrankreich in dem Ort Aubagne Geschäftsführer werden soll. Während sein Vater begeistert über die Beförderung ist und seine Mutter den Umzug plant, will der neunjährige Nick nur bei seinen Freunden bleiben. Also muss ein Plan her, wie er seine Eltern von dem Ortswechsel abhalten kann. Bei einem Museumsbesuch erfahren er und seine Schulkameraden von Schätzen, die es in ihrem Viertel geben soll.

Nick kommt so auf die Idee, dass er und seine Freunde den legendären Schatz des Wikingers Ole Einauge finden. Dann hätte er genug Geld hat, um seinen Vater zu überzeugen, die neue Stelle nicht anzunehmen und er könnte weiter mit seinen Freunden durch die Gegend stromern, Fußball spielen und die Lehrer ärgern.

Diese titelgebende Schatzsuche ist allerdings nur ein Plot in der Komödie „Der kleine Nick auf Schatzsuche“. Es geht auch um andere Versuche von ihm, den Umzug zu verhindern. Ein Comicheft spielt dabei eine wichtige Rolle. Und es geht um die Abenteuer, die er zusammen mit seinen Freunden erlebt. Und wir sehen, was Nicks Eltern tun. Seine Mutter im Haushalt; sein Vater bei der Arbeit im Pariser Minigroßraumbüro und bei der Besichtigung der Firma in Aubagne.

Diesen Wust von Subplots und Anekdoten erzählt Julien Rappeneau durchaus nett mit viel Sympathie für seine Figuren und die von den „Der kleine Nick“-Erfindern René Goscinny und Jean-Jacques Sempé erschaffene Welt. Der Epilog von „Der kleine Nick auf Schatzsuche“ ist vielleicht gut gemeint, aber vollkommen unpassend. Und er sagt auch nur das, was der vorherige Film schon besser gesagt hat.

Rappeneaus Kinderfilm ist letztendlich nie so charmant und anspielungsreich wie Laurent Tirards Filme „Der kleine Nick“ (2009) und „Der kleine Nick macht Ferien“ (2014).

Der kleine Nick auf Schatzsuche (Le Trésor du Petit Nicolas, Frankreich 2021)

Regie: Julien Rappeneau

Drehbuch: Julien Rappeneau, Mathias Gavarry (basierend auf der Figur „Der kleine Nick“ von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé)

mit Ilan Debrabant, Jean-Paul Rouve, Audrey Lamy, Anton Alluin, Oscar Boissière, Léandre Castellano-Lemoine, Malo Chanson-Demange, Simon Faliu, Malick Laugier, Pierre Arditi, Grégory Gadebois, Jean-Pierre Darroussin, Adeline d’Hermy, Noémie Lvovsky

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

AlloCiné über „Der kleine Nick auf Schatzsuche“

Moviepilot über „Der kleine Nick auf Schatzsuche“

Wikipedia über „Der kleine Nick auf Schatzsuche“

Meine Besprechung von Laurent Tirards „Der kleine Nick macht Ferien“ (Les Vacances du petit Nicolas, Frankreich 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Alles ist gutgegangen“ in François Ozons 20. Spielfilm

April 15, 2022

Um das selbstbestimmte Sterben geht es in François Ozons neuem Film „Alles ist gutgegangen“, der auf einer wahren Geschichte von Emmanuèle Bernheim basiert. Die früh verstorbene Pariserin Emmanuèle Bernheim (30. November 1955 – 10. Mai 2017) war Roman- und Drehbuchautorin. So arbeitete sie mit Ozon bei „Unter dem Sand“ (Sous le Sable, 2000), „Swimming Pool“ (2003) und „5×2 – Fünf mal zwei“ (5×2, 2004) zusammen. Ihre Bücher, zu denen „Das Klappmesser“, „Ein Liebespaar“, „Die Andere“ und „Der rote Rock“ (verfilmt von Claire Denis) gehören, erschienen bei Klett-Cotta und Hanser.

Als der immer noch sehr fidele 84-jährige Kunstsammler und Fabrikant André Bernheim (André Dussollier) einen Schlaganfall hat, bittet er seine Tochter Emmanuèle (Sophie Marceau) ihm beim Sterben zu helfen. Seine andere Tochter Pascale (Géraldine Pailhas), die als Kind ebenfalls unter dem dominantem Vater gelitten hat, ist etwas verkrätzt, weil sie nicht gefragt wurde. Trotzdem raufen sich die beiden Schwestern zusammen.

Emmanuèle Bernheim schrieb anschließend das mit dem „Grand prix des lectrices de Elle“ ausgezeichnete Buch „Alles ist gutgegangen“ (Tout s’est bien passé, 2013) über den Tod ihres Vaters. Schon vor dem Erscheinen des Buches fragte sie François Ozon, ob er es verfilmen möchte. Aber er wusste zunächst nicht, wie er ihre Geschichte zu seiner Geschichte machen könnte. Auch andere Regisseure interessierten sich für die Geschichte. Nach ihrem Tod bemühte er sich wieder um die Geschichte und er fand den für ihn richtigen Zugang.

Chronologisch erzählt er, wie die Schwestern Emmanuèle und Pascale mit dem Wunsch ihres Vaters hadern, ihn vom Gegenteil überzeugen wollen und ihn ihm letztendlich doch erfüllen. Es geht dabei auch um die Beziehungen innerhalb einer wohlhabenden, kunstaffinen französischen Familie, in der der Vater ein Kunstsammler, die Mutter Claude de Soria eine bedeutende Bildhauerin, eine Tochter Organisatorin von Klassik-Festivals und die andere eine bekannte Autorin (und verheiratet mit dem Direktor der Cinémathèque française) ist. Das ist natürlich ein Blick in eine sonst von der Öffentlichkeit abgeschirmte Welt und hat etwas von einer Familienaufstellung. Dabei entfaltet sich das problematische Beziehungsgeflecht innerhalb der Familie Bernheim entlang der Frage, ob der Wunsch des nach dem Schlaganfall gelähmten und von fremder Hilfe abhängigem Patriarchen nach einem selbstbestimmten Tod erfüllt werden soll.

Und damit geht es auch um die Frage der Sterbehilfe. Hier spielt die von Hanna Schygulla gespielte Sterbehelferin eine entscheidende Rolle. Sie erklärt die Gesetze dazu in Frankreich (verboten) und in der Schweiz (erlaubt, wenn auf bestimmte Dinge geachtet wird) und als Vertreterin eines Sterbehilfevereins hat sie eine eindeutige Position dazu.

Im Rahmen der Filmgeschichte sind die unterschiedlichen Regeln in Frankreich und der Schweiz nicht der Auftakt zu einer Diskussion über diese Regeln. Sie dienen am Filmende als spannungssteigerndes Element.

Im Mittelpunkt von Ozons selbstverständlich sehenswertem Abschiedsdrama „Alles ist gutgegangen“ steht die Beziehung der beiden Schwestern Emmanuèle und Pascale zueinander und zu ihrem Vater und wie sie sich von seinem Schlaganfall bis zu seinem Tod entwickelt.

Alles ist gutgegangen (Tout s’est bien passé, Frankreich 2021)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon, Philippe Piazzo (Mitarbeit)

LV: Emmanuèle Bernheim: Tout s’est bien passé, 2013 (Alles ist gutgegangen)

mit Sophie Marceau, André Dussollier, Géraldine Pailhas, Charlotte Rampling, Éric Caravaca, Hanna Schygulla, Grégory Gadebois

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

AlloCiné über „Alles ist gutgegangen“

Moviepilot über „Alles ist gutgegangen“

Metacritic Über „Alles ist gutgegangen“

Rotten Tomatoes über „Alles ist gutgegangen“

Wikipedia über „Alles ist gutgegangen“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

Meine Besprechung von Francois Ozons ”Jung & Schön” (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Francois Ozons „Eine neue Freundin“ (Une nouvelle amie, Frankreich 2014)

Meine Besprechung von François Ozons „Frantz“ (Frantz, Deutschland/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von François Ozons „Der andere Liebhaber“ (L’Amant Double, Frankreich/Belgien 2017)

Meine Besprechung von François Ozons „Gelobt sei Gott“ (Grâce à Dieu, Frankreich 2019)

 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Intrige“ gegen Dreyfus, aufgearbeitet von Roman Polanski und Robert Harris

Februar 6, 2020

Auch wer nichts über den Fall Dreyfus weiß, weiß, dass es sich um den wahrscheinlich größten Justizskandal in der Geschichte Frankreichs handelt. 1894 wird der junge jüdische Offizier Alfred Dreyfus als Spion verurteilt. Der Landesverräter soll sein restliches Leben am anderen Ende der Welt auf der Teufelsinsel verbringen. Einige Jahre später, nachdem Émile Zola seinen legendären Brief „J’accuse“ (Ich klage an) in der Zeitung „L’Aurore“ veröffentlichte und es zahlreiche weitere Aufrufe, Proteste und Gerichtsverhandlungen gegeben hatte, wird Dreyfus freigesprochen. Die Beweise gegen ihn waren fabriziert worden, weil er ein Jude war.

Die Geschichte von diesem in Frankreich immer noch bekanntem Skandal erzählen jetzt Roman Polanski und Robert Harris in „Intrige“. Die Idee, die Geschichte noch einmal zu erzählen, äußerte Polanski gegenüber Harris Anfang 2012 in Paris bei einem Mittagessen. Davor hatte Polanski mit dem Bestsellerautor, nach seinem gleichnamigem Roman, das Drehbuch für den Polit-Thriller „Der Ghostwriter“ geschrieben. Nach diesem Mittagessen begann Harris mit den Recherchen. 2013 veröffentlichte er seinen Roman „Intrige“, in dem er aus der Sicht von Oberstleutnant Marie-Georges Picquart die Geschichte des Dreyfus-Skandals nacherzählt. Picquart ist der Mann, der nach der Verurteilung und öffentlichen Degradierung von Dreyfus zum Chef der Statistik-Abteilung (vulgo dem Geheimdienst) befördert wird und bei seiner Arbeit auf Merkwürdigkeiten im Fall Dreyfus stößt. Die Beweise die gegen Dreyfus in nicht öffentlichen Verhandlungen präsentiert wurden, sind dünn. Teilweise sind es auch keine Beweise für seine Schuld und teilweise sind sie fabriziert. Picquart zweifelt immer mehr an der Schuld von Dreyfus. Dazu trägt auch bei, dass er Hinweise auf einen weiteren deutschen Spion stößt, der wahrscheinlich die Taten, die Dreyfus vorgeworfen werden, verübte. Nur: kann er das beweisen und werden seine Vorgesetzten und die Regierung auf ihn hören?

Der mit über sechshundert Seiten etwas zu umfangreich gewordene Roman erzählt die Geschichte nah, sehr nah, an den tatsächlichen Ereignissen entlang.

Schon während des Mittagessens planten Polanski und Harris eine Verfilmung. Der jetzt nach einem Drehbuch von Harris und Polanski entstandene Film folgt dem Roman und, mit einigen Straffungen und einer Konzentration auf Picquart, den historisch verbürgten Ereignissen.

Polanski erzählt Picquarts Geschichte arg gediegen. Sehr ruhig breitet er den sich für Picquart in seiner ganzen Dimension erst langsam erschließenden Skandal aus. Dabei dauert es einige Zeit, bis Picquart sich in seiner neuen Arbeit eingelebt hat und auf die ersten Spuren stößt, die ihn veranlassen, den eigentlich schon abgeschlossenen Fall Dreyfus wieder aufzurollen.

Am Ende wirkt Polanskis Polit-Thriller wie ein bebilderter Wikipedia-Artikel. Die Fakten stimmen. Die Empörung über die Verurteilung von Dreyfus und die anschließende Vertuschung durch die Regierung stellt sich dagegen im Film nicht so sehr ein wie im Roman, wo der damals allgegenwärtige Judenhass auf jeder Seite spürbar ist. Es ist ein Hass, der den gesamten Staatsapparat beherrscht. Für die Militärs, Geheimdienstler und Politiker ist Dreyfus aufgrund seiner Herkunft der ideale Täter. Er ist so ideal, dass sie später skrupellos den wahren Spion beschützen.

Damit ist „Intrige“ nicht nur eine historische Lehrstunde, sondern ein zeitlos aktueller Aufruf zur Zivilcourage und eine Anklage gegen den wieder zu alltäglich werdenden Antisemitismus.

Intrige (J’accuse, Frankreich/Italien 2019)

Regie: Roman Polanski

Drehbuch: Robert Harris, Roman Polanski

LV: Robert Harris: An Officer and a Spy, 2013 (Intrige)

mit Jean Dujardin, Louis Garrel, Emmanuelle Seigner, Grégory Gadebois, Hervé Pierre, Wladimir Yordanoff, Didier Sandre, Melvil Poupaud, Eric Ruf, Mathieu Amalric, Laurent Stocker, Vincent Perez, Michel Vuillermoz

Länge: 132 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Robert Harris: Intrige

(übersetzt von Wolfgang Mülller)

Heyne, 2020 (Filmcover)

624 Seiten

10,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2013

Originalausgabe

An Officer and a Spy

Hutchinson, London, 2013

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Intrige“

AlloCiné über „Intrige“

Metacritic über „Intrige“

Rotten Tomatoes über „Intrige“

Wikipedia über „Intrige“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Robert Harris

Perlentaucher über „Intrige“

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Der Ghostwriter“ (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Venus im Pelz” (La Vénus á la Forrure, Frankreich/Polen 2013)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ (D’après une histoire vraie, Frankreich 2017)


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