Neu im Kino/Filmkritik: „Paddington in Peru“ auf der Suche nach Tante Lucy

Januar 30, 2025

Als Paddington erfährt, dass seine in Peru lebende Tante Lucy verschwunden ist, kehrt er in seine alte Heimat zurück. Begleitet wird er von der Familie Brown, bei der er in London lebt.

Nach den ersten beiden „Paddington“-Filmen hält „Paddington in Peru“, trotz weitgehend gleich bleibender Besetzung, nicht das Niveau der allseits verehrten Kinderfilme von 2014 und 2017. Das liegt an der Geschichte, einem Reiseabenteuer, das all die bekannten Klischees der Schatzsuche im Amazonas-Regenwald erwartbar und ohne Inspiration aneinanderreiht. Das liegt auch an den personellen Veränderungen. Dougal Wilson übernahm die Regie. Es ist sein Spielfilmdebüt. Davor drehte er drei Kurzfilme und viele Musikvideos.

Paul King, der Regisseur und Autor der ersten beiden „Paddington“-Filme wird nur noch als eine Inspiration für die Story genannt. Das kann auch heißen, dass er mit der Filmgeschichte und dem fertigen Film nichts zu tun hat. Jedenfalls fehlt sein Touch.

Die zweite schmerzhafte Veränderung ist die Umbesetzung von Mary Brown, die Mutter im Brownschen Haushalt, die Frau, die in „Paddington“ dem orientierungslos auf dem Bahnhof stehendem Bären seinen Namen gab und ihn gegen den anfänglichen Widerstand der halben Familie adoptierte. In den ersten beiden „Paddington“-Filmen wurde sie von Sally Hawkins gespielt. Jetzt übernahm Emily Mortimer die Rolle.

Die anderen Schauspieler sind wieder dabei. Aber weil die Geschichte kaum in Paddingtons vertrauter Umgebung spielt, beschränken sich die Auftritte seiner Londoner Freunde auf reine Gastauftritte. Auch Paddingtons Gastfamilie ist eher selten im Bild, es gibt zu wenig Slapstick und nur in den ersten Minuten sich aus der Begegnung des herzensguten Bären mit den Bewohnern von London ergebender Humor.

Bei den Neuzugängen begeistert nur Olivia Colman als Mutter Oberin. In dem von ihr geleiteten Heim für Bären im Ruhestand wohnte Tante Lucy und die hysterisch-fröhlich singende und tanzende Nonne hat – das ist schon bei ihrem ersten hemmungslos übertriebenem Auftritt offensichtlich – etwas mit dem Verschwinden von Paddingtons Tante zu tun.

Paddington in Peru“ fehlt der besondere Charme der ersten beiden „Paddington“-Filme.

P. S.: Es lohnt sich, beim Abspann sitzen zu bleiben.

Paddington in Peru (Paddington in Peru, Großbritannien 2024)

Regie: Dougal Wilson

Drehbuch: Mark Burton, Jon Foster, James Lamont (nach einer Geschichte von Paul King, Simon Farnaby und Mark Burton; basierend auf der von Michael Bond erfundenen Figur)

mit Hugh Bonneville, Emily Mortimer, Julie Walters, Jim Broadbent, Madeleine Harris, Samuel Joslin, Carla Tous, Olivia Colman, Antonio Banderas, Hayley Atwell, Hugh Grant

und (im Original den Stimmen von) Ben Whishaw, Imelda Staunton

(in der deutschen Synchronisation der Stimme von) Elyas M’Barek

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Paddington in Peru“

Metacritic über „Paddington in Peru“

Rotten Tomatoes über „Paddington in Peru“

Wikipedia über „Paddington in Peru“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Heretic“ – Bitte treten Sie ein in meine bescheidene Hütte

Dezember 27, 2024

Häresie (von altgriechisch αἵρεσις haíresis, deutsch ‚Wahl‘, ‚Anschauung‘, ‚Schule‘) ist im engeren Sinn eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch zu kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen steht. Im weiteren Sinn kann eine Häresie eine vom Anerkannten abweichende Lehre, Meinung, Doktrin, Ideologie, Weltanschauung oder Philosophie sein.

Ein Häretiker ist ein Vertreter einer Häresie.

(Wikipedia)

Dass Mr. Reed (Hugh Grant) ein äußerst ungewöhnlicher Häretiker ist, wissen Schwester Barnes (Sophie Thatcher) und Schwester Paxton (Chloe East), als sie bei ihm anklopfen, nicht. Die beiden jungen mormonischen Missionarinnen sollen in Peoria, Illinois, das Wort Gottes verbreiten. Mr. Reed wurde ihnen als eine Person genannt, die an einem Gespräch über den Glauben interessiert sei. Sie gehen natürlich von einem normalen Missionsgespräch aus. Aber Mr. Reed verwickelt sie schnell in einen anspruchsvollen theologischen Diskurs über Glaube, verschiedene Formen des Glaubens und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Glaubenssystemen. Das Gespräch wird, auch wegen der seltsamen Atmosphäre in dem einsam gelegenem Haus, schnell unheimlich.

Im Gegensatz zu den Schwestern Barnes und Paxton wissen wir von dem Moment, in dem Mr. Reed die Tür öffnet und die beiden jungen Frauen in sein dunkles Haus einlädt, dass sie ein Horrorhaus betreten. Und sie die Lämmer sind, die von Mr. Reed mit diabolischem Vergnügen, zur Schlachtbank geführt werden.

Scott Beck und Bryan Woods sind vor allem für ihre Drehbücher für „A quiet place“ und die Stephen-King-Verfilmung „The Boogeyman“ in guter Erinnerung. In ihrem neuesten Film „Heretic“, für den sie das Drehbuch schrieben und die Regie übernahmen, konzentrieren sie sich bis zum dritten Akt, der dann den erwartbaren Horrorthrillerkonventionen folgt, auf das Gespräch zwischen drei in einem Zimmer sitzenden Menschen. Und das ist äußerst spannend. Es geht um wichtige Fragen, die auf einem anspruchsvollem Niveau behandelt werden und die auch zum Nachdenken über die eigene Position zum Glauben und zu organisierten Religionen einladen.

Dieses Duell zwischen dem Häretiker und den beiden Missionarinnen ist der intellektuelle Disput, den Matt Browns „Freud – Jenseits des Glaubens“ (Freud’s Last Session, 2023) versprach. In dem letzte Woche im Kino gestartetem Drama versandete der versprochene Streit zwischen Sigmund Freud und C. S. Lewis atemberaubend schnell in belanglosen Nebenkriegsschauplätzen.

Ein weiterer Pluspunkt von „Heretic“ ist Hugh Grant. In den vergangenen Jahren demontierte er sein Image als Sonnyboy und Frauenschwarm mit zunehmend diabolischer Freude in exzentrischen Rollen und als Over-the-Top-Bösewicht. „Heretic“ reiht sich nahtlos in seine in den vergangenen Jahren äußerst gelungene Rollenwahl ein. Da verzeiht man auch das konventionelle Finale.

Heretic (Heretic, USA/Kanada 2024)

Regie: Scott Beck, Bryan Woods

Drehbuch: Scott Beck, Bryan Woods

mit Hugh Grant, Sophie Thatcher, Chloe East, Topher Grace, Elle Young

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Heretic“

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Wikipedia über „Heretic“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Beck/Bryan Woods‘ „Halloween Haunt“ (Haunt, USA 2019)


TV-Tipp für den 16. April: Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

April 15, 2024

Weil David Mitchells Roman vor zwanzig Jahren erschien. Die deutsche Übersetzung erschien zwei Jahre später.

One, 20.15

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012)

Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

„Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

Wiederholung: Mittwoch, 17. April, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Cloud Atlas“

Rotten Tomatoes über „Cloud Atlas“

Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowskis „Jupiter Ascending“ (Jupiter Ascending, USA 2015)

Meine Besprechung von Lana Wachowskis „Matrix Resurrections“ (The Matrix Resurrections, USA 2021)

Meine Besprechung von Tom Tykwers Dave-Eggers-Verfilmung „Ein Hologramm für den König“ (Deutschland/Großbritannien 2016)


TV-Tipp für den 9. Januar: Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

Januar 8, 2024

HR, 00.00

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012)

Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

„Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

Hinweise

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Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowskis „Jupiter Ascending“ (Jupiter Ascending, USA 2015)

Meine Besprechung von Lana Wachowskis „Matrix Resurrections“ (The Matrix Resurrections, USA 2021)

Meine Besprechung von Tom Tykwers Dave-Eggers-Verfilmung „Ein Hologramm für den König“ (Deutschland/Großbritannien 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Als Willy „Wonka“ keine Schokoladenfabrik hatte

Dezember 7, 2023

Willy Wonka war nicht immer der aus Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ bekannte Besitzer der titelgebenden Schokoladenfabrik. Er war auch einmal ein junger, überaus optimistischer Mann mit großen Plänen. Er reiste um die Welt, lernte alles über Schokolade und sammelte an den entlegendsten Orten die exotischten Zutaten für seine köstlichen Schokoladenkreationen.

Nach vielen Jahren auf See kehrt er in seine alte Heimat zurück. Dort will er die Menschen für seine Schokoladenkreationen begeistern.

Aber die drei das örtliche Schokoladengeschäft beherrschenden Schokoladenhersteller sind davon nicht begeistert. Sie wollen den lästigen Konkurrenten loswerden. Denn Wonka verkauft seine Schokolade zu Kampfpreisen und seine Schokoladenkreationen sind besser und fantasievoller als ihre eigenen Kreationen. Sie setzen Himmel (vulgo die Kirche) und Hölle (vulgo die Polizei) in Bewegung.

Mit dem Geld, das Wonka mit seiner Schokolade verdient, will er sich nicht nur eine eigene Firma aufbauen, sondern sich auch aus den Händen von Mrs. Scrubbit befreien. Die hat ihm in der ersten Nacht nach seiner Ankunft ein Zimmer vermietet, das ihn, wie er zu spät erfährt, ihn zu ihrem Gefangenen macht. Immerhin kann er seine Schulden in den nächsten Jahrzehnten in Scrubbits Wäscherei abarbeiten. Dort trifft er mehrere Schicksalgenossen, die zu seinen Freunden werden und ihm helfen.

Wonka“ erzählt die Vorgeschichte zu Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Paul King (Regie, Drehbuch) und Simon Farnaby (Drehbuch) erfanden diese Prequel-Geschichte. King führte bei den beiden allgemein beliebten „Paddington“-Filmen Regie. Farnaby spielte im ersten „Paddington“-Film mit und war bei „Paddington 2“ Co-Drehbuchautor.

Schon nach wenigen Minuten, wenn Willy Wonka frohgemut singend und tanzend die Hafenstadt betritt, ist die Frage, ob wir unbedingt noch ein Prequel zu einer bekannten Geschichte brauchen, hinfällig. King und Farnaby umgehen diese Prequel-Frage, indem sie einfach ihre Geschichte erzählen. Äußerst charmant, witzig, kurzweilig, sehr selbstironisch, voller gelungener Pointen und Anspielungen erzählen sie von den Schwierigkeiten, die Willy Wonka am Anfang seiner Karriere als Schokoladenhersteller überwinden musste und wie ihm das, mit einigen Freunden, gelingt. Es ist eine rundum positive Geschichte mit einem herrlich britischem Humor.

Timothée Chalamet als Willy Wonka, Olivia Colman als Mrs. Scrubbit und Hught Grant als Oompa-Loompa spielen Hauptrollen. Sally Hawkins, Keegan-Michael Key und Rowan Atkinson, um nur einige bekannte Namen zu nennen, übernahmen kleinere Rollen. Alle Schauspieler chargieren immer ein wenig und versuchen sich gegenseitig die Szenen zu stehlen.

Wonka“ ist nicht nur ein Fantasy-Märchenfilm, sondern auch ein Musical. Deshalb mussten die Schauspieler, wie es heute gerne gemacht wird, auch singen und tanzen. Weil sie alle keine ausgebildeten Sänger und Tänzer sind, ist ihr Gesang und Tanz immer etwas amateurhaft, unbeholfen und schüchtern. Das trägt zum Charme des Films bei. Schnell stellt sich das Gefühl ein, so gut wie Timothée Chalamet oder Hugh Grant kann man selbst auch singen und tanzen.

Ob „Wonka“ ein Klassiker wird, ist natürlich noch unklar. Ebenso ob er in den kommenden Jahren zu einem immer wieder gern gesehenem und beliebten Weihnachtsfilm wird. Das Zeug dafür hat er auf jeden Fall. Bis dahin ist „Wonka“ in diesem Jahr der schönste Weihnachtsfilm für die ganze Familie; – ohne ein Weihnachtsfilm zu sein.

Wonka (Wonka, USA 2023)

Regie: Paul King

Drehbuch: Simon Farnaby, Paul King (nach einer Geschichte von Paul King) (basierend auf von Roald Dahl erfundenen Figuren)

mit Timothée Chalamet, Calah Lane, Olivia Colman, Hugh Grant, Sally Hawkins, Paterson Joseph, Keegan-Michael Key, Rowan Atkinson, Simon Farnaby, Mathew Baynton, Matt Lucas, Sophie Winkleman, Jim Carter, Tom Davis, Rakhee Thakrar, Natasha Rothwell, Rich Fulcher, Kobna Holdbrook-Smith

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

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Rotten Tomatoes über „Wonka“

Wikipedia über „Wonka“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pénélope Bagieus Roald-Dahl-Comic-Adaption „Hexen hexen“ (Sacrées sorcières, 2020)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs Roald-Dahl-Verfilmung „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016) (und Besprechung der Vorlage)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis Roald-Dahl-Verfilmung „Hexen hexen“ (The Witches, USA 2020) (und Besprechung der Vorlage)


Neu im Kino/Filmkritik: „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ gibt es nur im Kino

April 2, 2023

Lange, sehr lange, ungefähr seit 2013 war ein Reboot von „Dungeons & Dragons“ im Gespräch. Davor war das erfolgreiche Pen-&-Paper-Rollenspiel bereits die Vorlage für drei zwischen 2000 und 2012 entstandene und inzwischen vergessene Spielfilme. Danach wanderte das Projekt durch zahlreiche Hände, bis Jonathan Goldstein und John Francis Daley, die vorher „Vacation – Wir sind die Griswolds“ (Vacation, USA 2015) und „Game Night“ (Game Night, USA 2018) inszenierten, den Zuschlag erhielten. Gedreht wurde „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ von April bis August 2021 in Island und Nordirland. Der angekündigte Starttermin wurde mehrmals verschoben.

Entsprechend groß ist natürlich die Skepsis. Mehrmalige Startterminverschiebungen deuten oft auf Probleme hin. Und dann gibt es noch die Fans des Spiels, die sich schaudernd an die vielen misslungenen Spieleverfilmungen erinner. Auch Filmfans, die das zugrunde liegende Spiel nicht kennen, können mühelos etliche Spieleverfilmungen aufzählen, die einfach schlechte Filme sind. Wie, um ein halbwegs aktuelles Beispiel zu nennen, Justin Kurzel hochkarätig besetztes Desaster „Assassin’s Creed“ (Assassin’s Creed, USA 2016).

Glücklicherweise ist „Dungeons & Dragons“: Ehre unter Dieben“ ein ganz okayer, unterhaltsamer und sich nicht allzu ernst nehmender Film. Ob es eine gute Verfilmung des Spiels ist, kann ich nicht sagen, weil ich das Spiel nicht kenne. Aber bis jetzt gibt es noch kein Wutgeheul von den Fans des Spiels.

Die Helden des Films sind Edgin (Christ Pine), ein Barde und ehemaliges Mitglied einer Geheimorganisation von Friedenshütern, und seine Kampfgefährtin Holga (Michelle Rodriguez), eine kampferprobte und kampffreudige Barbarin. Nach einem gescheiterten Einbruch sitzen sie in einem mittelalterlichen Hochsicherheitsgefängnis – äh, „Dungeons & Dragons“ spielt in einer dieser Fantasy-Welten, in denen alles nach Mittelalter aussieht, es aber einige moderne Dinge und viel Zauberei gibt.

Ihnen gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Von ihrem alten Kumpel Forge (Hugh Grant) wollen sie nun den ihnen zustehenden Teil der Beute haben. Er will ihn ihnen nicht geben. Außerdem konnte er in den vergangenen zwei Jahren Edgins Tochter Kira (Chloe Coleman) überzeugen, dass er ein netter fürsorglicher Onkel und Edgin ein egoistischer, seine Frau und Tochter verachtender Dieb ist. Deshalb möchte Kira bei Forge bleiben. Außerdem ist der Schlawiner Forge inzwischen der Lord von Niewinter.

In wenigen Tagen will Forge ein großes Fest feiern, zu dem auch viele andere Lords kommen. Dieses High Sun Fest mit seinen Kämpfen und Attraktionen in der Arena und der Stadt wollen Edgin und seine Freunde benutzen, um Forges bestens gesichertem Safe auszuräumen. Um ihn öffnen zu können, müssen sie sich zuerst an anderen Orten einige Dinge besorgen, die schwer zu besorgen sind.

Und los geht die Reise durch Fantasy-Land. Edgin und Holga erleben viele Abenteuer beim Zusammensuchen der für ihren Diebstahl wichtigen Utensilien, sie treffen alte Bekannte und lernen neue Kampfgefährten kennen. Dazu gehören Doric (Sophia Lillis), eine Druidin, die mühelos ihre Gestalt verändern kann und auch als Eulenbär kämpft (frag nicht, akzeptier einfach, dass es riesige Mischwesen aus Eule und Bär gibt), der halbtalentierte Magier Simon (Justice Smith) und der erheblich talentiertere Paladin Xenk (Regé-Jean Page).

Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ erzählt eine sattsam bekannte Abenteuergeschichte durchaus vergnüglich und selbstironisch, aber auch ziemlich holprig. Jede Figur und jeder Charakterzug ist bekannt. Dass Michelle Rodriguez eine kampfstarke Barbarin spielt, ist nur auf den ersten Blick eine Neuerung. Letztendlich spielt sie den treuen, gutgelaunten, für die Witze zuständigen, bulligen Freund des Helden, der sich ohne mit der Wimper zu zucken, in die nächste Schlacht wirft und für den eine zünftige Kneipenschlägerei immer eine willkommene Abwechslung vom Saufen und Fressen ist. Ob Mann, ob Frau ist egal.

Das gleich gilt aüf die anderen Figuren.

Die Story folgt ebenfalls den vertrauten Pfaden, in denen an verschiedenen Orten verschiedene Dinge besorgt werden müssen und die Figuren auf ihrer Reise viele Abenteuer erleben. Sie folgt auch der Dramaturgie eines Spiels, bei dem hinter jeder Karte eine neue Überraschung wartet.

Die in „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ erzählte Geschichte selbst ist dann schlechte Fantasy. Regeln werden immer so benutzt, wie sie gerade passen. Da ist ein Portal zur Hand, wenn es gerade benötigt wird. Da hilft mal ein Zauberspruch, mal hilft er nicht. Und wenn alle Stricke reißen, fällt einer Figur spontan ein neuer Zauberspruch ein. Figuren können sich immer dann unsichtbar machen, wenn der Drehbuchautor es so will. Gesetze und Regeln werden bei Bedarf einfach ignoriert.

Es gibt, natürlich, viel CGI. Vor allem das Finale ist eine einzige CGI-Schlacht. Auch davor gibt es überreichlich im Computer hergestellte Effekte.

Immerhin wurden Teile vor Ort gedreht. Diese Landschaftsaufnahmen verpassen dem Film eine nötige Portion Realismus. Auch dass die spielfreudigen Schauspieler öfter gemeinsam im Bild sind, führt zu Interaktionen, die in Superheldenfilmen, in denen jeder Schauspieler seinen Text ohne die anderen Schauspieler aufsagt, fehlen.

Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben (Dungeons & Dragons: Honor Among Thieves, USA 2023)

Regie: Jonathan Goldstein, John Francis Daley

Drehbuch: Jonathan Goldstein, John Francis Daley, Michael Gilio (nach einer Geschichte von Chris McKay und Michael Gilio, basierend auf Hasbros Dungeons & Dragons)

mit Chris Pine, Michelle Rodriguez, Regé-Jean Page, Justice Smith, Sophia Lillis, Chloe Coleman, Daisy Head, Hugh Grant

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“

Metacritic über „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“

Rotten Tomatoes über „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“

Wikipedia über „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jonathan Goldstein/John Francis Daleys „Vacation – Wir sind die Griswolds“ (Vacation, USA 2015)

Meine Besprechung von Jonathan Goldstein/John Francis Daleys „Game Night“ (Game Night, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Guy Ritchies „Operation Fortune“

Januar 5, 2023

Orson Fortune (Jason Statham) ist der beste Geheimagent seiner Majestät, wobei er genaugenommen freiberuflich tätig ist. Seine Einsätze sind aus verschiedenen Gründen – einer ist sein exzessiver Konsum hochpreisiger Weine – sehr kostspielig. Außerdem hat er, im Gegensatz zu James Bond, mit einigen Phobien zu kämpfen. Flugangst ist eine.

Als aus einer geheimen, hoch gesicherten Versuchsanlage mit brutaler Gewalt eine unbekannte Gruppe eine sehr wertvolle „Waffe“ klaut, die im Film nur den Codenamen „Handle“ hat und früher MacGuffin hieß, beauftragt Fortunes Chef den besten Agenten, den es gibt, mit der Suche nach der Waffe.

Fortune stellt ein Team von Spezialisten zusammen und er hat einen Plan. Über den reichen, skrupellosen und gut vernetzten Waffenhändler Greg Simmonds (Hugh Grant) wollen sie an die gestohlenen Gegenstände kommen und gleichzeitig herausfinden, wer sie gestohlen hat. Denn Simmonds, so haben sie erfahren, will das Handle kaufen.

Um an den Waffenhändler heranzukommen, erpressen sie den Hollywood-Stars Danny Francesco (Josh Hartnett). Denn Simmonds ist ein großer Fan des Schauspielers.

Die erste Kontaktaufnahme soll während einer Party auf Simmonds‘ riesiger Yacht stattfinden.

Nachdem Guy Ritchies vorheriger Film „Cash Truck“ (Wrath of Man, 2021) ein eiskalter, absolut humorfreier Noir-Gangsterfilm war, ist „Operation Fortune“ wieder in Ritchies bekannter Wohlfühlzone, in der er Action mit eher rüdem Humor mixt. Dieses Mal, wie bei seinem vorherigem Agentenfilm „Codename U. N. C. L. E.“ (The Man from U.N.C.L.E., 2015), der ein durchaus charmantes Retro-Fest für die gleichnamige Sechziger-Jahre-Agentenserie und den damaligen Agentenfilm (ich sage nur James Bond) ist, ist „Operation Fortune“ so etwas wie ein in die Gegenwart verlegtes Update des Sechziger-Jahre-Agentenfilms. Denn natürlich ist der globetrottende Orson Fortune ein geistiger Bruder von James Bond. Nur dass Fortune einige Phobien hat und im Team arbeitet.

Allerdings ist „Operation Fortune“ kein gelungenes Update. Zu viel ist bereits aus anderen Filmen bekannt. In der Melissa-McCarthy-Komödie „Spy – Susan Cooper Undercover“ (Spy, 2015) spielte Jason Statham bereits – gelungener – eine ähnlich Figur wie Orson Fortune. Die Idee, dass die Gesetzeshüter mit der Hilfe eines Hollywood-Stars einen Waffenhändler überführen wollen, wurde vor wenigen Monaten mit Nicolas Cage als Nicolas Cage in „Massive Talent“ (The Unbearable Weight of Massive Talent, 2022) durchgespielt. Ebenfalls besser. Und die James-Bond-Filme, vor allem die aus der Prä-Daniel-Craig-Ära, parodieren sich mehr oder weniger selbst. Deshalb ist es so schwer, eine gelungene Parodie auf James Bond zu inszenieren.

Aber dieses Mal findet Guy Ritchie niemals den richtigen Ton und Rhythmus. Stattdessen setzt die in einem monotonem Stakkato geschnittene Agentenfilmparodie sich unglücklich zwischen die Stühle. Für eine Komödie ist „Operation Fortune“ nicht witzig genug. Für einen Actionfilm gibt es zu wenig Action. Vor allem zu wenig gut gemachte und interessante Action. Für einen Agentenfilm ist die mit den sattsam bekannten Klischees erzählte Stoy zu banal. Auch für einen pulpigen, sich in James-Bond-Gefilden bewegenden Agentenfilm. Es vergeht nämlich viel Zeit, bis das Team sich zusammengefunden hat, bis der Hollywood-Star überzeugt ist und alle Spieler sich erstmals auf dem Schiff des Bösewichts treffen. Dort geht es dann eher überraschungsfrei mit vielen Faustkämpfen weiter.

Für die gesamte Familie ist der Film deswegen zu brutal. Für einen Guy-Ritchie-Film ist er allerdings zu brav geraten.

Am Ende des Spionageabenteuers ist immer noch unklar, ob Fortune eine Parodie auf globetrottende, eskapistischen Agentenfilme mit mühelos die Welt rettenden Geheimagenten oder ein ernst gemeintes Update dieser Agententhriller für die Gegenwart sein soll.

Operation Fortune (Operation Fortune: Ruse de guerre, USA 2022)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Ivan Atkinson, Marn Davies, Guy Ritchie

mit Jason Statham, Aubrey Plaza, Cary Elwes, Hugh Grant, Josh Hartnett, Bugzy Malone, Eddie Marsan

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Opertation Fortune“

Metacritic über „Operation Fortune“

Rotten Tomatoes über „Operation Fortune“

Wikipedia über „Operation Fortune“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „King Arthur: Legend of the Sword“ (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Aladdin“ (Aladdin, USA 2019)

Meine Bepsrechung von Guy Ritchies „The Gentlemen“ (The Gentlemen, Großbritannien/USA 2019)

Meine Kurzbesprechung von Guy Ritchies „Cash Truck“ (Wrath of Man, USA 2021)

Meine ausführliche Besprechung von Guy Ritchies „Cash Truck“ (Wrath of Man, USA 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: Guy Ritchies „The Gentlemen“ sind keine Gentlemen

Februar 27, 2020

Es beginnt mit einem nächtlichen Besuch. Fletcher (Hugh Grant) hat sich in die Wohnung von Ray (Charlie Hunnam) eingeschlichen. Er will ihn allerdings nicht umbringen oder zusammenschlagen (was in einem Guy-Ritchie-Film ernstzunehmende Handlungsmöglichkeiten sind), sondern ihm eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, für die er gerne viel Geld von Rays Boss erhalten würde, damit er sie nicht meistbietend weitererzählt. Denn Ray ist die rechte Hand von Michael ‚Mickey‘ Pearson (Matthew McConaughey). Einem Drogenhändler. Deshalb ist Fletchers in Rückblenden erzählte Geschichte eine Gangstergeschichte. Es geht um einen als Verkaufsverhandlungen getarnten Revierkampf zwischen Pearson, einem glücklich verheirateten Exil-Amerikaner, der in London ein riesiges und sehr illegales Marihuana-Imperium aufgebaut hat, und etlichen Gangstern, die jetzt Pearsons Geschäft übernehmen wollen. Selbstverständlich ohne dafür die Summe auszugeben, für die Pearson es verkaufen möchte. Und weil sich alle beteiligten Verbrecher gegenseitig übers Ohr hauen und umbringen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) wird die von Fletcher erzählte Geschichte sehr schnell sehr komplex, vulgo verwirrend. Und, das muss auch gesagt werden, der ölige Privatdetektiv Fletcher ist ein höchst unzuverlässiger Erzähler.

Für Guy Ritchie ist „The Gentlemen“ eine Rückkehr zu seinen Anfängen. Zuletzt inszenierte er „Aladdin“ und „King Arthur: Legend of the Sword“. „Aladdin“ ist ein kinderfreundlicher Disney-Film, den Millionen im Kino sahen. „King Arthur“ ein missglücktes Mittelalterdrama, das keiner sehen wollte. In beiden Filmen ist sein bekannter Stil und Humor nur in homöopathischen Spuren vorhanden. Über „The Gentlemen“ kann das nicht gesagt werden. Wie in seinen ersten beiden Filmen „Bube, Dame, König, grAS“ und „Snatch – Schweine und Diamanten“ treffen ein Haufen meist minderbemittelter Gangster und Dummköpfe aufeinander, es gibt coole Sprüche (nicht immer politisch korrekt) und viel sinnlose Gewalt, die schnell immer weiter eskaliert, weil der eine Trottel die Absichten des anderen Trottels vollkommen falsch interpretiert und der dritte Trottel die Situation vollkommen falsch einschätzt.

Ich fand beide Filme grandios. Daher sollte „The Gentlemen“ einer der Filme sein, die mich zwei Stunden durchlachen und danach, alle Bedenken und auch berechtige Kritik lässig ignorierend, euphorisch weiterempfehlen lässt. Etlichen Kollegen ging es auch so. Aber ich fand diese Gangsterfilmkomödie, trotz einiger witziger Momente, todsterbenslangweilig.

Der Grund dafür ist ziemlich einfach: keine der Figuren interessierte mich. Sie sind alle von sich selbst restlos überzeugte Arschlöcher, die sich wie Arschlöcher benehmen. Auch Fletcher ist letztendlich nur ein geldgieriges Arschloch, dem man jede Strafe gönnt. Wie allen anderen Figuren.

In Ritchies Debüt war das anders. Da wurde der Kleingangster Eddy bei einem Pokerspiel übel über den Tisch gezogen und er musste, um lebendig aus der Sache rauszukommen, ganz schnell ganz viel Geld besorgen. Es war eine David-gegen-Goliath-Geschichte.

The Gentlemen (The Gentlemen, Großbritannien/USA 2019)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Guy Ritchie

mit Matthew McConaughey, Hugh Grant, Charlie Hunnam, Michelle Dockery, Henry Golding, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „The Gentlemen“

Metacritic über „The Gentlemen“

Rotten Tomatoes über „The Gentlemen“

Wikipedia über „The Gentlemen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „King Arthur: Legend of the Sword“ (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Aladdin“ (Aladdin, USA 2019)

Ein Q&A mit Guy Ritchie und den Schauspielern zum Film


TV-Tipp für den 1. März: Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

März 1, 2017

BR, 23.30

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012, Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer)

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

„Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

Hinweise

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Film-Zeit über „Cloud Atlas“

Metacritic über „Cloud Atlas“

Rotten Tomatoes über „Cloud Atlas“

Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowskis „Jupiter Ascending“ (Jupiter Ascending, USA 2015)

Meine Besprechung von Tom Tykwers Dave-Eggers-Verfilmung „Ein Hologramm für den König“ (Deutschland/Großbritannien 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Meryl Streep ist „Florence Foster Jenkins“

November 26, 2016

Florence Foster Jenkins ist eine begeisterte Sängerin, die glaubt eine große Sängerin zu sein. Heute würde man sie vielleicht zu „Deutschland sucht den Superstar“ schicken und nach zwei Minuten, nachdem die Jury etwas über ihr mangelndes Gesangstalent ätzte, wäre der Traum der Sangeskarriere wie eine Seifenblase zerplatzt.

Vielleicht würde man ihr auch raten, eine Punk-Band zu gründen. Die müssen ja nicht unbedingt singen können.

Aber Florence Foster Jenkins lebte in der ersten Hälfte des letzten Jahrhundert an der Ostküste der USA und eine Karriere als Sängerin bedeutete, dass sie Opernarien singt und in der Carnegie Hall auftreten will. Weil sie reich ist und ihr Mann St. Clair Bayfield, ein englischer Schauspieler von Adel (aber ohne Geld), sie (oder ihr Geld) abgöttisch liebt, sorgt er dafür, dass sie in ihrer Scheinwelt leben kann. Vor allem im exquisiten, von ihr gegründeten Verdi Club, in dem sich die New Yorker High Society trifft und St. Clair Bayfield als Schauspieler und leicht öliger Ansager brillieren kann, während er seine Frau bei ihren Auftritten unterstützt und anpreist. Wenn sie in der Öffentlichkeit auftritt, besorgt er auch das richtige Publikum aus wahren „Musikliebhabern“, die dann brav applaudieren. Denn Florence kann überhaupt nicht singen – und Meryl Streep, die letztes Jahr in „Ricki – Wie Familie so ist“ als Rockröhre eine gute Figur machte (sie sang auch), trifft hier zielsicher bei den während des Drehs live aufgenommenen Musikstücken keinen einzigen Ton. Was ihren neuen Pianisten Cosmé McMoon (Simon Helberg), nachdem ihm von St. Clair wahre Elogen über ihr Talent erzählt wurden, erst einmal fassungslos zurücklässt. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen Welten. Angesichts der fürstlichen Bezahlung beteiligt er sich an der Charade.

Dummerweise will Florence in der Carnegie Hall vor tausend Weltkrieg-II-Kriegsveteranen, die dafür Freikarten bekommen, singen. Das öffentliche Konzert soll ihr Beitrag zum zur Landesverteidigung sein.

St. Clair fragt sich, wie er die absehbare Katastrophe für seine geliebte und verletzliche Frau verhindern kann. Cosmé fragt sich, ob er als ernsthafter Pianist auf das Engagement verzichten soll oder ob er mit ihr auftreten soll. Denn wann wird er jemals wieder in der Carnegie Hall spielen können?

Florence Foster Jenkins gab es wirklich und ihr Konzert in der Carnegie Hall ist eine der gefragtesten Darbietungen aus dem Archiv des Konzertsaals. Ihre Aufnahmen für Melotone, die sie vor dem Konzert einspielte, waren der größte Verkaufshit der Firma; und dabei bekommen wir immer erzählt, dass erst mit Punk der Dilettantismus in die Musik einzog.

Florence Foster Jenkins wurde 1868 in Pennsylvania als Tochter eines vermögenden Anwalts und Bankiers geboren. Als Kind trat sie als Pianistin auf. Das von ihr gewünschte Gesangsstudium finanzierte ihr ihr Vater nicht. Als er 1909 starb vererbte er ihr ein beträchtliches Vermögen, das es ihr ermöglichte, ihre künstlerischen Ambitionen in jeder Beziehung zu frönen. 1909 lernte sie auch St. Clair Bayfield, den unehelichen Enkel eines englischen Grafen und erfolglosen Schauspieler, kennen. Sie blieben bis zu ihrem Tod am 26. November 1944 zusammen.

Stephen Frears „Florence Foster Jenkins“ ist der vorläufige (?) Höhepunkt einer kleine Wiederentdeckung der schlechtesten Opernsängerin der Welt. Letztes Jahr war sie die Inspiration für Xavier Giannolis Spielfilm „Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“. Er verlegte die Geschichte in das Paris der 1920er Jahre. Vor zwei Wochen lief Ralf Pflegers „Die Florence Foster Jenkins Story“ an. In einer Mischung aus Spielszenen und Experteninterviews nähert er sich der Sängerin.

Frears verfilmte die Geschichte als herrlich altmodisches Schauspielerkino, in dem allen Charakteren bis zum Ende eine gewisse Doppelbödigkeit bewahren. So ist nie ganz klar, ob St. Clair Bayfield seine Frau oder ihr Geld abgöttisch liebt. Hugh Grant hatte jedenfalls schon lange nicht mehr so viel Spaß an einer Rolle. Bei Florence Foster Jenkins ist unklar, wie sehr sie sich selbst täuscht. Also wie sehr sie ihr Talent grotesk falsch einschätzt, oder aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation, wie ein kleines Kind, ihren Traum bewahren will. Sie hat auch das Geld, um komfortabel in ihrer Seifenblase zu leben. Jedenfalls geht sie für ihren Traum auf die Bühne und sie, eine durch und durch gutherzige Person, will den Menschen etwas geben. Und ob sie die Affäre ihres Mannes, auch als sie – einer der vielen komödiantischen Höhepunkte des Films – in St. Clairs Junggesellenbude vor ihr steht, ignoriert oder überhaupt nicht wahrnimmt, weil sie in ihrer eigenen Welt lebt, bleibt dem Urteil des Zuschauers überlassen.

Der witzige Feelgood-Film „Florene Foster Jenkins““ überzeugt, wie Peter Bergs „Deepwater Horizon“ und, ab nächstem Donnerstag, Clint Eastwoods „Sully“ (über Chesley B. Sullenberger und seine Notlandung einer Passagiermaschine auf dem Hudson River), bei allen Unterschieden zwischen den drei Filmen, trotz bekannter Geschichte und bekanntem Ende, weil wir neue Hintergründe erfahren, die Drehbücher gut geschrieben sind und Schauspieler und Regie engagiert bei der Sache sind. Bei „Florence Foster Jenkins“, diesem nostalgischen Rückblick in eine andere Zeit, kann auch öfter herzlich gelacht werden.

florence-foster-jenkins-plakat

Florence Foster Jenkins (Florence Foster Jenkins, Großbritannien 2016)

Regie: Stephen Frears

Drehbuch: Nicholas Martin

mit Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Rebecca Ferguson, Nina Arianda

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Florence Foster Jenkins“

Metacritc über „Florence Foster Jenkins“

Rotten Tomatoes über „Florence Foster Jenkins“

Wikipedia über „Florence Foster Jenkins“ (deutsch, englisch) und Florence Foster Jenkins (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Florence Foster Jenkins“

Meine Besprechung von Stephen Frears „Lady Vegas“ (Lay the Favorite, USA/GB 2012)

Meine Besprechung von Stephen Frears “Philomena” (Philomena, GB 2013)

Meine Besprechung von Stephen Frears „The Program – Um jeden Preis“ (The Program, Großbritannien 2015)


TV-Tipp für den 24. Dezember: Cloud Atlas

Dezember 23, 2015

Nach der Bescherung, auf der Sinnsuche

Eins Festival, 21.40

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012, Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer)

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

„Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

Wiederholung: Sonntag, 27. Dezember, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cloud Atlas“

Metacritic über „Cloud Atlas“

Rotten Tomatoes über „Cloud Atlas“

Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowskis „Jupiter Ascending“ (Jupiter Ascending, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: Hugh Grant fragt „Wie schreibt man Liebe?“

November 13, 2014

Es ist schon erstaunlich, wie gut es „Wie schreibt man Liebe?“ gelingt, all die erzählerischen Trüffel, die Autor-Regisseur Marc Lawrence auf dem Silbertablett präsentiert werden, zu ignorieren und sich allein auf die Präsenz des immer liebenswerten Hugh Grant zu verlassen.
Grant spielt Keith Michaels, einen geschiedenen Hollywood-Drehbuchautor, der vor fünfzehn Jahren einen Drehbuchoscar für „Paradise Misplaced“ bekam. Seine späteren Filme waren nicht so gut und jetzt braucht er, weil er keine Bücher verkauft, Geld. Ein Lehrerjob in Binghampton, ein Uni-Kaff bei New York, bringt ihm das benötigte Geld. Dass er glaubt, dass man Schreiben nicht lehren kann, ist nur ein kleines Hindernis. Er will die finanziell einträgliche Lehrer-Charade einfach hinter sich bringen, weshalb er die Teilnehmer für den Drehbuchkurs auch nach ihrem Aussehen auswählt. Trotzdem verirren sich zwei Nerds in seinen Kurs, der sonst nur aus Uni-Schönheiten besteht. Und eine Mittvierzigerin ist auch dabei. Holly Carpenter macht noch ein Bachelor-Studium, hat zwei Kinder (die wir eigentlich nie sehen und die für die Geschichte egal sind), immer einen patenten Ratschlag für den sympatisch verwuschelten Kursleiter und nebenher jobbt sie. Passenderweise in dem Uni-Buchladen und einem Nobelrestaurant.
Weil Holly Carpenter von Marisa Tomei gespielt wird, wissen wir auch, wer am Filmende nach der bewährten RomCom-Formel zusammenfindet, obwohl sie nur den Schein haben will und er nicht die Frau fürs Leben sucht. Eine gut aussehende Studentin, mit der er gleich am ersten Abend ins Bett hüpft, tut es auch. Jedenfalls für den Moment. Dass das ein an der kleinen Universität nicht akzeptiertes Verhalten ist, erfährt er kurz darauf und nachdem er am Begrüßungsabend gleich eine Brandrede gegen starke Frauen und Jane Austen hält, hat er es sich mit Professor Mary Weldon (Allison Janney) verscherzt. Denn sie ist die anerkannte Jane-Austen-Expertin, die humorlose und stocksteife Dekanin der Universität und sie hält absolut nichts von Hollywood-Drehbuchautoren, die keine Ahnung von Literatur haben. Sie ist die Person, die den literarisch vollkommen unbefleckten Keith Michaels jederzeit feuern kann.
„Wie schreibt man Liebe?“, das im Original „The Rewrite“ heißt, hätte so einfach ein Film über zweite Chancen und die Wechselwirkungen von Literatur und Leben, von Drehbuchdramaturgie und Leben, von den Genreerfordernissen einer romantischen Komödie und dem Leben, werden können. Es hätte ein wundervoller, auf mehreren Ebenen funktionierender Film werden können, wie zuletzt zum Beispiel Lasse Hallströms „Madame Mallory und der Duft von Curry“, wo es um das richtige Zubereiten von Mahlzeiten, unterschiedliche Kulturen und Lebensphilosophien geht, oder Fred Schepisis „Words and Pictures“, wo Clive Owen und Juliette Binoche ein Feuerwerk von Weisheiten und Zitaten abbrennen, um vor ihren Schülern einen Kampf um die höhere Kunst zu entfachen, der natürlich kaum verdeckt, dass sie ineinander verliebt sind.
Oder, ein ganz anderes Genre, der selbstreferentielle Slasher-Film „Scream“. Schon vor fast zwanzig Jahren spielten Regisseur Wes Craven und Drehbuchautor
Kevin Williamson gelungen mit den Genreklischees, wenn die Studierenden sich über die Klischees in Horrorfilmen unterhalten und so den Killer finden wollen, während gerade die halbe Universität von einem maskierten Slasher gemeuchelt wird.
Gerade im direkten Vergleich mit „Words and Pictures“, der ja ein ähnliches Thema in einem ähnlichen Milieu behandelt, wird deutlich, wie lieblos „Wie schreibt man Liebe?“ zusammengeschustert ist. Marc Lawrences Film hätte dringend mindestens ein Rewrite gebraucht. Aber anscheinend wurde die erste Fassung verfilmt.

Wie schreibt man Liebe - Plakat

Wie schreibt man Liebe? (The Rewrite, USA 2014)
Regie: Marc Lawrence
Drehbuch: Marc Lawrence
mit Hugh Grant, Marisa Tomei, Bella Heathcote, J. K. Simmons, Chris Elliot, Allison Janney, Veanne Cox, Lily Wan, Olivia Luccardi, Emily Morden, Andrew Keenan-Bolger, Steven Kaplan
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Moviepilot über „Wie schreibt man Liebe?“
Metacritic über „Wie schreibt man Liebe?“
Rotten Tomatoes über „Wie schreibt man Liebe?“
Wikipedia über „Wie schreibt man Liebe?“


TV-Tipp für den 4. Oktober: Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

Oktober 4, 2014

RBB, 23.05

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012, Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer)

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

„Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

 

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cloud Atlas“

Metacritic über „Cloud Atlas“

Rotten Tomatoes über „Cloud Atlas“

Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)


TV-Tipp für den 6. August: Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

August 6, 2014

ARD, 22.45

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas (USA/Deutschland 2012, Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer)

Drehbuch: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer

LV: David Mitchell: Cloud Atlas, 2004 (Der Wolkenatlas)

Cloud Atlas“ ist ein dreistündiger, auf sechs Zeitebenen zwischen 1849 und 2346 spielender Trip, bei dem sechs miteinander verwobene Geschichten, die auch alle unterschiedliche Genres bedienen, zu einer Vision verbunden werden, die auch den Eindruck von viel Lärm um Nichts hinterlässt. Aber die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer liefern einen kurzweiligen, immer interessanten und sehenswerten Film ab, bei dem die Stars, teils kaum erkennbar, in verschiedenen Rollen auftreten.

In meiner Besprechung gehe ich ausführlicher auf die Probleme ein, die ich mit dem Film habe. Dort gibt es auch etliche Clips mit Hintergrundinformationen.

mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy, Zhou Xun, Keith David, Susan Sarandon, Hugh Grant, David Gyasi, Martin Wuttke, Götz Otto, David Mitchell (Cameo als Spion)

Wiederholungen

Eins Festival, Montag, 11. August, 20.15 Uhr (das ist doch eine vernünftige Uhrzeit!)

Eins Festival, Dienstag, 12. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Cloud Atlas“

Metacritic über „Cloud Atlas“

Rotten Tomatoes über „Cloud Atlas“

Wikipedia über „Cloud Atlas“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)