LV: Dennis Lehane: Animal Rescue, 2009 (erschienen in Dennis Lehane, Hrsg.: Boston Noir, Kurzgeschichte)
Bob ist etwas langsam und arbeitet als allseits beliebter Barkeeper in der Bar von seinem Vetter Marv, die von der Mafia auch als Ablageort für Bargeld benutzt wird. Als einige Gangster die Bar überfallen und das Geld stehlen, beginnen die Mafia und die Polizei die Diebe zu suchen. Zur gleichen Zeit lernt Bob Nadia kennen.
Langsam erzählter, in Brooklyn spielender Gangsterfilm, der sich mit seiner hochkarätigen Besetzung förmlich in der Atmosphäre suhlt.
mit James Gandolfini, Tom Hardy, Noomi Rapace, Matthias Schoenaerts, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Michael Aronov, Morgan Spector, Michael Esper, Ross Bickell, James Frecheville, Tobias Segal, Patricia Squire, Ann Dowd
LV: Dennis Lehane: Animal Rescue, 2009 (erschienen in Dennis Lehane, Hrsg.: Boston Noir, Kurzgeschichte)
Bob ist etwas langsam und arbeitet als allseits beliebter Barkeeper in der Bar von seinem Vetter Marv, die von der Mafia auch als Ablageort für Bargeld benutzt wird. Als einige Gangster die Bar überfallen und das Geld stehlen, beginnen die Mafia und die Polizei die Diebe zu suchen. Zur gleichen Zeit lernt Bob Nadia kennen.
Langsam erzählter, in Brooklyn spielender Gangsterfilm, der sich mit seiner hochkarätigen Besetzung förmlich in der Atmosphäre suhlt.
mit James Gandolfini, Tom Hardy, Noomi Rapace, Matthias Schoenaerts, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Michael Aronov, Morgan Spector, Michael Esper, Ross Bickell, James Frecheville, Tobias Segal, Patricia Squire, Ann Dowd
Maria und Ingvar leben auf Island abgeschieden auf einem Bauernhof. Sie haben keine Kinder und auch keine Angestellten. Und weil sie schon lange zusammen leben, müssen sie nicht viel miteinander reden. Sie verstehen sich auch so. Und sie züchten Schafe.
Eines Tages gebärt eines ihrer Schafe ein wohl etwas seltsames Lamm. Denn anstatt es bei ihrer Mutter im Stall zu lassen, nehmen sie es mit in ihr Haus, nennen es Ada und behandeln es fortan wie ein menschliches Baby.
Als Ingvars halbseidener Bruder Pétur auftaucht und er Ada entsetzt anstarrt, sehen wir, ungefähr in der Filmmitte, nach fünfzig Minuten, Ada zum ersten Mal in ihrer ganzen Pracht.
Valdimar Jóhannsson schrieb das Drehbuch für sein Regiedebüt zusammen mit Sjón. Sjón ist Romanautor. Er schrieb Songs für Björk und war darüber auch in Lars von Triers „Dancer in the Dark“ involviert. Außerdem schreibt er Drehbücher. Unter anderem für Robert Eggers „The Northman“ (demnächst im Kino) und „Reykjavik Whale Watching Massacre“ (was für ein Titel!). Ihr gemeinsamer Film „Lamb“ ist von isländischen Volksmärchen inspiriert. Er erzählt, so Jóhannsson, „eine Geschichte, die sich mit der Natur der Menschen und dem Menschen in der Natur beschäftigt“.
Diese Geschichte erzählt er, indem er sich auf wenige Personen konzentriert, als Quasi-Stummfilm. Er gibt dabei keine eindeutige Interpretation vor. Er deutet verschiedene Lesarten eher an als sie auszuführen. Deshalb interessiert er sich auch nie für ein konsequentes Zuspitzen von Konflikten. Eigentlich ist die Geschichte von Maria, Ingvar und Ada sogar erstaunlich konfliktfrei. Jóhannsson lässt sich auch extrem viel Zeit beim Erzählen.
Das ist dann, je nach Standpunkt, unglaublich poetisch oder prätentiös langweilig. Mich ließ der sanfte Horrorfilm eher ratlos zurück.
P. S.: Tele 5 zeig am Sonntag, den 9. Januar 2022, um 20.15 Uhr als TV-Premiere „Angel of Mine“ (USA/Australien 2019, Regie: Kim Farrant). Ebenfalls mit Noomi Rapace in der Hauptrolle. In dem Psychothriller glaubt sie, dass die Nachbarstochter ihre vor sieben Jahre in der Klinik angeblich nach der Geburt verbrannte Tochter ist. Der Thriller soll gut sein.
Lamb (Dýrið, Island/Schweden/Polen 2021)
Regie: Valdimar Jóhannsson
Drehbuch: Sjón, Valdimar Jóhannsson
mit Noomi Rapace, Hilmir Snær Guðnason, Björn Hlynur Haraldsson
Lisa (Noomi Rapace) und Dan (Aksel Hennie) wollen ein gemeinsames Wochenende in der malerisch abgelegen an einem See liegenden Hütte, die Dans Vater gehört, verbringen. Sie ist Schauspielerin, er Regisseur. Sie sind schon länger verheiratet und planen, das gemeinsame Wochenende dafür zu benutzen, ihren Partner umzubringen. Schließlich ist er dafür verantwortlich, dass ihr Leben nicht so glorios wie geplant verlief.
Dans erster Versuch, Lisa umzubringen geht grandios schief. Als er aufwacht, sitzt er gefesselt auf einem Stuhl und muss sich von der höhnisch auftriumphierenden Lisa die eklatanten Schwächen seines Plans vorhalten lassen. Aber noch ehe Lisa ihren Ehemann umbringen kann, krachen, aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände, drei aus einem Gefängnis geflohene Schwerverbrecher vom Dachboden auf sie hinunter – und jetzt müssen Dan und Lisa sich gegen die Verbrecher verbünden. Denn die wollen sie umbringen.
„The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist der neue Film von Tommy Wirkola. Zu seinen vorherigen Filmen gehören „Dead Snow“, „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ und der für ihn eher untypische Science-Fiction-Thriller „What happened to Monday?“ (ebenfalls mit Noomi Rapace). Untypisch ist der Science-Fiction-Film insofern, weil Wirkola für schwarzhumorige Filme mit einer ordentlichen Portion Blut und Gewalt bekannt ist. Und genau das gibt es in „The Trip“ reichlich. Es handelt sich um eine tiefschwarze Komödie, in der ein Haufen nicht besonders intelligenter Menschen sich gegenseitig umbringen will, dabei auf absurde Weise immer wieder scheitert und es auf groteske Weise doch immer wieder gelingt, einen nach dem anderen umzubringen. Immer nach der alten Regel, wenn Steine auf einem Boot versteckt werden, werden sie später wieder wichtig. Oder, in keiner bestimmten Reihenfolge, Gewehre, Messer, Billardkugeln, Rasenmäher, Autos, Küchenutensilien, und, nun, auch Fäkalien. Dazwischen gibt es etwas Paartherapie, epische Schlägereien und Blutbäder.
Das Drehbuch dafür stammt von John Niven („Kill your Friends“, „Gott bewahre“, „Straight White Male“), Nick Ball und Tommy Wirkola. Sie schrieben es während der Coronavirus-Pandemie. Ihre nächste Zusammenarbeit „Deathrow-mance“ ist schon in der Vorproduktion.
„The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist ein köstlicher Spaß, der gut in das Programm des Fantasy Filmfests oder die gepflegte Mitternachtsvorstellung passt.
Das Bonusmaterial besteht aus einem elfminütigem Werbe-“Behind the Scenes“.
The Trip – Ein mörderisches Wochenende (I onde dager, Norwegen 2021)
Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Tommy Wirkola, Nick Ball, John Niven
mit Noomi Rapace, Aksel Hennie, Atle Antonsen, Christian Rubeck, André Eriksen, Nils Ole Oftebro, Stig Frode Henriksen, Tor Erik Gunstrøm
What happened to Monday? (What happened to Monday?, Großbritannien 2017)
Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Max Botkin, Kerry Williamson
Um den drohenden globalen Kollaps abzuwenden, verfolgt die Regierung eine radikale, kompromisslos durchgesetzte Ein-Kind-Politik. Als Terrence Settman zufällig Vater von Siebenlingen wird, fasst er einen genialen Plan. Er erzieht sein Töchter und an jedem Wochentag darf eine andere Karen Settman die Wohnung verlassen. Das geht solange gut, bis eines Tages ‚Montag‘ verschwindet und damit das Leben ihrer Schwestern gefährdet.
TV-Premiere. Kein großartiger, aber ein großartig unterhaltsamer Science-Fiction-Thriller, erzählt mit mehr als einem Augenzwinkern und einer Noomi Rapace, die Montag, Dienstag, Mittwoch und die anderen Schwestern grandios spielt.
Russland, 1953, zu Stalins Lebzeiten: der Geheimdienstler Leo Demidow wird in die tiefste Provinz verbannt. Dort stolpert er über einen Mordfall, der einem Mordfall in Moskau ähnelt. Soll es im Arbeiter- und Bauernstaat einen Serienmörder geben?
Letztendlich und gerade wegen der beteiligten Personen enttäuschende Verfilmung von Tom Rob Smiths mit mehreren Preisen ausgezeichnetem Thriller, die in Teilen besser (vor allem an Anfang) und in Teilen (vor allem am Ende) schlechter als der Roman ist. Dabei war ich von dem Roman auch nicht so wahnsinnig begeistert.
LV: Dennis Lehane: Animal Rescue, 2009 (erschienen in Dennis Lehane, Hrsg.: Boston Noir, Kurzgeschichte)
Bob ist etwas langsam und arbeitet als allseits beliebter Barkeeper in der Bar von seinem Vetter Marv, die von der Mafia auch als Ablageort für Bargeld benutzt wird. Als einige Gangster die Bar überfallen und das Geld stehlen, beginnen die Mafia und die Polizei die Diebe zu suchen. Zur gleichen Zeit lernt Bob Nadia kennen.
Langsam erzählter, in Brooklyn spielender Gangsterfilm, der sich mit seiner hochkarätigen Besetzung förmlich in der Atmosphäre suhlt.
mit James Gandolfini, Tom Hardy, Noomi Rapace, Matthias Schoenaerts, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Michael Aronov, Morgan Spector, Michael Esper, Ross Bickell, James Frecheville, Tobias Segal, Patricia Squire, Ann Dowd
Nachdem Alice Racine in Paris einen Anschlag nicht verhindern konnte, nimmt die CIA-Verhörspezialistin eine Auszeit vom aktiven Dienst zugunsten eines ruhigen Undercover-Jobs. In London lebt sie jetzt unauffällig als Sozialarbeiterin und trifft sich immer wieder mit ihren Kontaktleuten vom britischen und amerikanischen Geheimdienst.
Eines Tages erhält sie eine Nachricht: sie soll einen Kurier für einen islamistischen Terrorpaten befragen. Die Informationen könnten einen B-Waffen-Anschlag verhindern.
Während des Verhörs erhält sie einen Anruf von der CIA, die sie für genau dieses Verhör haben möchte. In dem Moment ist ihr klar, dass die Londoner CIA-Abteilung von irgendwelchen Bösewichtern unterwandert wurde und die Männer, die das Verhör überwachen, keine CIAler sind.
Racine versucht mit dem Gefangenen, der ihr vertraut, zu flüchten. Er wird auf ihrer Flucht aus dem Verhörzimmer (das in einem Hotel ist) erschossen. Als sie ihren väterlichen CIA-Vertrauten Eric Lasch um Rat fragen will, wird dieser ebenfalls erschossen.
Vor seinem Tod hat er ihr die Adresse eines dem CIA unbekannte, sicheren Wohnung verraten.
Als sie sie betritt, erwischt sie den Einbrecher Jack Alcott auf frischer Tat. Er belauscht ihr Telefonat mit dem Leiter des Londoner CIA-Büros, rettet sie vor einigen schwerbewaffneten Polizisten und will ihr unbedingt helfen, den geplanten Anschlag zu verhindern.
Aber kann sie ihm vertrauen? Und, viel wichtiger, warum sollte sie ihm vertrauen?
Das ist wahrscheinlich der unglaubwürdigste Moment in Michael Apteds Agenten-Thriller „Unlocked“: ein Einbrecher will einer Agentin helfen, anstatt möglichst schnell abzuhauen. Und sie ist, ohne einen ersichtlichen Grund, einverstanden. Sie ist eine ausgezeichnete Kämpferin; – Hey, sie wird von „Lisbeth Salander“ Noomi Rapace gespielt, die, ohne mit der Wimper zu zucken, Computertastaturen und Sandsäcke vertrimmt. Sie kann mehrere Sprachen. Sie kennt sich mit Computern aus. Sie hat immer noch ausgezeichnete Verbindungen in die Geheimdienste. Kurz: Sie braucht Alcott nicht.
Der Plot selbst ist eine dieser sattsam bekannten Agentengeschichten, in der wir überrascht sein sollen, wenn sich der gute Vorgesetzte als Bösewicht entpuppt, der den Anschlag plant, weil er die Politiker in Washington oder London für Weicheier hält und er nur so die nötigen Rechte und Mittel für seinen Kampf gegen den islamistischen Terror erhält. Als müssten Geheimdienste seit 9/11 mit schrumpfenden Budgets und immer weniger Rechten kämpfen.
Trotzdem ist gegen diesen, zugegeben hanebüchenen, Plot nichts einzuwenden, wenn er richtig präsentiert wird. Dann vergisst man gerne, dass diese unglaublich komplizierten Verschwörungen, in denen jeder jeden betrügt, nur im Universum eines Films funktionieren können. Wobei „Unlocked“ auch hier mit einigen bemerkenswerten Plotlöchern zu kämpfen hat, deren Diskussion ich mir jetzt erspare, weil sie zu viel von der Geschichte und den überraschenden Wendungen verraten würde.
Michael Apted, der mit Filmen wie „Gorky Park“, „Gorillas im Nebel“, „Halbblut“, „James Bond: Die Welt ist nicht genug“ und „Enigma“ zeigte, dass er sein Handwerk in ungefähr jedem Genre versteht, inszenierte „Unlocked“ als bräsige Pflichtübung, die, auch wegen des Drehbuchs, niemals auch nur ansatzweise das Potential der Geschichte ausschöpft oder von seinem Cast mehr als Dienst nach Vorschrift verlangt. Und der kann sich sehen lassen. Neben Rapace spielen Orlando Bloom, Toni Collette, John Malkovich und Michael Douglas mit. Ohne erkennbares Engagement auf Autopilot in einem Agententhriller, der ebenfalls auf Autopilot ins Ziel fliegt.
Unlocked(Unlocked, USA 2017)
Regie: Michael Apted
Drehbuch: Peter O’Brien
mit Noomi Rapace, Orlando Bloom, Toni Collette, John Malkovich, Michael Douglas, Matthew Marsh, Makram Khoury, Brian Caspe, Philip Brodie, Tosin Cole, Michael Epp, Tom Reed
Ein Mittel gegen Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme ist eine radikale Geburtenkontrolle. Auch in der Europäischen Föderation wird 2073 so versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen. Das von Nicolette Cayman (Glenn Close) geleitete Kinder-Zuteilungsbüro wacht erbarmungslos über die Einhaltung des Gesetzes.
Als Terrence Settman (Willem Dafoe) durch den Tod seiner Tochter Großvater wird, beschließt er die Geburt der Kinder vor dem Kinder-Zuteilungsbüro, das sechs der Kinder einfrieren würde, zu verschweigen. Dabei muss er sich nicht mit Zwillingen, sondern mit eineiigen Siebenlingen herumärgern, die er kurzerhand nach den Wochentagen benennt. Das erweist sich später als nützlich, weil der Name des Kindes auch der Tag ist, an dem das Kind die Wohnung verlassen darf, während ihre sechs Schwestern das Haus hüten müssen. Dieses, zugegeben, wenn man auch nur eine Millisekunde darüber nachdenkt, absurde und vollkommen unglaubwürdige Arrangement, hält bis die Schwestern Ende Zwanzig sind.
Dann kehrt Monday von ihrem Bürojob nicht zurück. Ihre Schwestern fragen sich, was sie tun sollen und warum ihre Schwester spurlos verschwunden ist. Der einzige Weg, das herauszufinden ist, dass am nächsten Tag eine weitere Schwester in die Öffentlichkeit geht. Auch wenn in der komplett überwachten Welt dann plötzlich zwei Karen Settmans, so das gemeinsame Pseudonym von Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday, sind.
Die sieben Schwestern werden von Noomi Rapace gespielt und sie sind, auch weil „What happened to Monday?“ ein SF-Actionthriller ist, sieben Schattierungen von Lisbeth Salander: zurückgezogen lebend, Computercracks und Kampfsportlerinnen, die die zahlreichen Schergen des Kinder-Zuteilungsbüros über den Jordan befördern. Mal einfallsreich, mal brachial, mal mit dem, was der Haushalt halt so hergibt an potentiell tödlichen Waffen. Dazwischen treffen sie sich zum gemeinsamen Abendessen und all die Szenen mit den Schwestern sind so elegant gefilmt, dass man glaubt, dass sieben verschiedene Personen am Tisch sitzen.
Tommy Wirkola („Dead Snow“, „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“) inszenierte die Geschichte flott als Leistungsschau für Noomi Rapace und Actionthriller, der die bekannten dystopischen Topoi oberflächlich bedient. Auf dieser Ebene enthält der Film für den Science-Fiction-Kenner wenige bis keine Überraschungen.
Insgesamt ist „What happened to Monday?“ kein großartiger, aber ein großartig unterhaltsamer Film, erzählt mit mehr als einem Augenzwinkern.
What happened to Monday? (What happened to Monday?, Großbritannien 2017)
Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Max Botkin, Kerry Williamson
mit Noomi Rapace, Glenn Close, Willem Dafoe, Marwan Kenzari, Chrstian Rubeck, Pal Sverre Hagen, Clara Read
Am 20. Oktober veröffentlicht Universum Film auf DVD und Blu-ray „Unlocked“. In dem Spionagethriller spielt Noomi Rapace eine Ex-CIA-Verhörspezialistin, die in London von einem geplanten Anschlag erfährt und schnell in eine Verschwörung involviert wird. Denn die CIA wurde unterwandert.
Neben Noomi Rapace spielen Orlando Bloom, Toni Collette, John Malkovich und Michael Douglas mit. Michael Apted („Gorillas im Nebel“, „James Bond – Die Welt ist nicht genug“) verfilmte das Drehbuch von Peter O’Brien.
Die Gerüchte über einen dritten Sherlock-Holmes-Film von Guy Ritchie mit Robert Downey jr. als Sherlock Holmes und Jude Law als Dr. Watson halten sich hartnäckig.
mit Robert Downey jr., Jude Law, Jared Harris, Noomi Rapace, Stephen Fry, Eddie Marsan, Rachel McAdams, Kelly Reilly, Geraldine James, Paul Anderson, Thierry Neuvic
Wiederholung: Freitag, 12. Mai, 01.15 Uhr (Taggenau!)
Wer den Roman „Kind 44“ von Tom Rob Smith kennt, ist in den ersten Minuten von „Kind 44“ positiv überrascht. Drehbuchautor Richard Price raffte und veränderte den Anfang so, dass die Geschichte schneller beginnt und, wer den Roman gelesen hat, sieht die ersten Minuten als eine kluge Vorschau auf die kommenden Ereignisse, bis hin zum Motiv des Mörders.
Zuerst erfahren wir einiges über Leo Demidow (Tom Hardy), das später wichtig wird: wie er aus seinem Elternhaus flüchtet, in einem Waisenhaus aufwächst, im Zweiten Weltkrieg kämpft und in Berlin für das bekannte Russischer-Soldat-hält-auf-einem Gebäude-vor-der-zerstörten-Stadt-die-Fahne-hoch-Bild poussieren muss. Seine Kampfgefährten sind Wassili (Joel Kinnaman) und Alexei Andrejew (Fares Fares). Jetzt, acht Jahre nach dem Kriegsende, sind sie seine Kollegen beim Staatssicherheitsdienst,
Auch das fröhliche Abendessen mit seinen Kollegen und ihren Frauen zeigt, dass die Ehe zwischen Leo und Raisa Demidow (Noomi Rapace) nicht glücklich ist. Er unterdrückt sie und sie lächelt notgedrungen schweigend zu seinen Ausführungen über ihre erste Begegnung. Sein Balzen war, und das zeigt diese Szene ohne dass sie es sagen muss, für sie eine Bedrohung ihres Lebens. Sie heiratete ihn, weil sie Angst vor ihm hatte und immer noch hat.
Aber dann scheitert der Film an seiner eigenen Unentschlossenheit und die Bedeutung der ersten Szenen erschließt sich eigentlich nur den Menschen, die den Roman kennen. Für alle anderen ist es vor allem eine okaye und sogar etwas längliche Einführung des Helden. Denn für die sich im folgenden eher nebenbei entwickelnde Serienkillerjagd sind seine Jugendjahre und seine Kriegserlebnisse unwichtig. Da hätte die Verfolgung eines Mannes, der der Spionage verdächtig ist, gereicht, um den Protagonisten, seine Fähigkeiten als Ermittler (sehr groß) und seine Wertesystem (sehr akzeptabel) zu etablieren. Außerdem lernen wir in diesen Minuten auch Wassili kennen. Wassili ist ein Antagonist von Demidow; er ist der Mann, der Demidow aus verschiedenen Gründen, vernichten will, indem er das System für seine Interessen benutzt. Der zweite Gegner von Demidow ist natürlich der Mörder, der fast fünfzig Kinder ermordete. Im Film ist, wie im Buch, allerdings unklar, wer der Hauptgegner von Demidow ist. Im Film führt das dazu, dass die Geschichte nicht mehr funktioniert. Storytechnisch blockieren sich die beiden Gegner. Die Geschichte wird nicht spannender, sondern langweiliger.
Dabei folgen Price, ein geachteter Roman- („The Wanderers“) und Drehbuchautor („Die Farbe des Geldes“, „Clockers“), und Daniel Espinosa („Easy Money“, „Safe House“) weitgehend der Romanhandlung: Geheimdienstoffizier Leo Demidow soll seinen Untergebenen Andrejew und dessen Familie vom Unfalltod ihres Sohnes überzeugen. Demidow erhält zwar Hinweise, dass es, wie Andrejew behauptet, ein Mord war. Er sieht sich sogar die Leiche an. Aber er verfolgt die Spuren nicht weiter. Denn im kommunistischen Paradies gibt es keine Verbrechen und damit auch keine Morde.
Nach diesem Auftakt wird der Serienmörderplot auch im Film erst einmal lange Zeit nicht weiter verfolgt. Stattdessen nimmt Demidows Privatleben einen beträchtlichen Raum ein. Denn er soll herausfinden, ob seine Frau eine feindliche Agentin ist. Als er dies nach umfangreichen Ermittlungen vor seinen Vorgesetzten verneint, werden beide nach Wualsk, einer abgelegenen Industriestadt, versetzt. Dort ist General Nesterow (Gary Oldman) sein Vorgesetzter. Ein guter Polizist, der allerdings bei weitem nicht so brillant wie Demidow ist. Deshalb wird er später auch zu Demidows Dr. Watson.
In Wualsk stößt Demidow auf einen weiteren Mord an einem Kind. Jetzt packt ihn das schlechte Gewissen. Er und Nesterow beginnen mit ihren Ermittlungen, die sie im Geheimen durchführen müssen, weil in der Sowjetunion der totalitären Stalinära reine Willkür herrschte und ihr erste Fehler sie in das nächste Gulag befördern könnte.
Diesen Serienkillerplot schleift der Film, wie der Roman, eher mit, weshalb der gesamte Mittelteil des Films über weite Strecken auf der Stelle tritt.
Anstatt kluger Verdichtungen, Verkürzungen, Dramatisierungen und einer Konzentration auf einen Hauptplot (und damit einen klar konturierten Konflikt) geht der Film in die Breite, ohne dass wir etwas substantiell neues über die Charaktere erfahren oder sich die Handlung erkennbar voranbewegen würde. Es wirkt, als habe Richard Price die Lust an seiner Geschichte verloren und sich nicht mehr darum gekümmert, ob sie in sich schlüssig ist.
Dazu kommt die im Film psychologisch kaum begründete Beziehung zwischen Leo und Raisa Demidowa. Für sie ist es eine Zwangsehe. Das gesteht sie ihm auch während der Zugfahrt nach Wualsk. Er ist natürlich entsetzt darüber, dass sie ihn nicht als galanten Liebhaber, sondern als Monster wahrnimmt. Vor allem, nachdem er jetzt sogar für sie seine Karriere geopfert hat. Aber dann wird sie, weil das Drehbuch es so will, zu seiner Verbündeten, hilft ihm bei der Aufklärung der Mordserie und begibt sich mehrmals freiwillig für ihn, den Mann, den sie hasst, der ihr Leben verpfuschte und der sie unterdrückt, in Lebensgefahr. Die Demidowas sind halt ein echtes Powerpaar.
Daniel Espinosa nimmt sich fast hundertvierzig Minuten Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Und dennoch wirkt der Film in seiner eigentümlichen Mischung aus Plot-Stillstand und kryptischer Erzählweise (Warum hilft Raisa ihrem Ehemann?) doch wie ein auf Kinolänge zusammengeschnittener TV-Mehrteiler, bei dem die falschen Szenen entfernt wurden.
Wenn es am Ende zur Konfrontation zwischen Demidow und dem Serienmörder kommt, wird der Kampf von einem Kellerzimmer in eine Schlammgrube im Wald verlegt; was kein großes Problem wäre, wenn dadurch nicht das Set-Up der ersten Minuten vollkommen verschenkt wäre. Ein Kreis, der sich auch optisch hätte schließen können, schließt sich nicht. Dafür gibt es eine Runde Schlammcatchen zwischen dem Mörder und dem Ehepaar Demidow.
Spontan fällt mir kein anderer hochkarätig besetzter und produzierter Mainstreamfilm ein, der sein Potential so grundlos und umfassend verschenkt.
Kind 44 (Child 44, CZ/GB/RO/USA 2015)
Regie: Daniel Espinosa
Drehbuch: Richard Price LV: Tom Rob Smith: Child 44, 2008 (Kind 44)
mit Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Paddy Considine, Jason Clarke, Vincent Cassel, Fares Fares, Charles Dance, Josef Altin
Länge: 138 Mnuten
FSK: ab 16 Jahre
– Die Vorlage
LV: Stieg Larsson: Män son hatar kvinnor, 2005 (Verblendung)
Journalist Mikael Blomkvist soll im Auftrag des Industriellen Henrik Vanger herausfinden, was im September 1966 mit seiner Lieblingsnichte Harriet geschah. Das beziehungsgestörte Computergenie Lisbeth Salander hilft ihm beim Stochern in der Geschichte der Familie Vanger.
Heute läuft die Kinofassung der Verfilmung des ersten Wälzers von Stieg Larsson. Im Kino hat mir der Whodunit, der von David Fincher geremaked wurde, gut gefallen.
mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Haber, Sven-Bertil Taube, Peter Andersson, Ingvar Hirdwall, Marika Lagercrantz, Björn Granath
Der Schock war groß, als James Gandolfini am 19. Juni 2013 in Italien an einem Herzinfarkt starb. Er war erst 51 Jahre alt und, nach seinem Durchburch als Mafiosi Tony Soprano in „Die Sopranos“, ein allseits beliebter Schauspieler, der in Spielfilmen oft einprägsame Nebenrollen hatte. Zuletzt war er in „Zero Dark Thirty“ der CIA-Direktor oder in „Killing them softly“ ein Killer mit Burn-Out-Syndrom und Alkoholproblem. In der Liebeskomödie „Genug gesagt“ spielte er, untypisch für ihn, einen Liebhaber und in „The Drop“, seinem letzten Film, den desillusionierten Barbesitzer Marv (oder Cousin Marv, wie ihn allen nennen), dessen Lokal in Brooklyn eine Drop Bar ist. Also eine Bar, in der die Mafia für einen Abend ihr Straßengeld lagert und später abholt. Eines Abends, kurz nach Weihnachten, wird die Bar überfallen und eine Serie von tödlichen Ereignissen beginnt. Denn selbstverständlich will der tschetschenische Gangsterboss Chovka (Michael Aronov) sein Geld haben und „Skrupel“ ist dabei für ihn ein Fremdwort.
Marvs langjähriger und mit ihm verwandter Barkeeper Bob Saginowski (Tom Hardy), ein introvertierter Mann, der bei dem Überfall dabei war und Detective Torres (John Ortiz) sagte, dass einer der Gangster eine kaputte Uhr gehabt hatte, findet auf seinem Heimweg in einer Mülltonne einen Hund, den er, eher widerwillig, bei sich aufnimmt. Er befreundet sich mit Nadia (Noomi Rapace), die sich gut mit Hunden versteht und in deren Mülltonne der kleine Pitbull war.
Kurz darauf will Eric Deeds (Matthias Schoenaerts) seinen Hund wieder haben. Er ist der frühere Besitzer von Rocco, wie Bob das Welpen nannte, und Nadias gewalttätiger Ex-Freund. Bob weigert sich, aber Eric, der damit prahlt, den vor Jahren spurlos verschwundenen Richie ‚Glory Days‘ Whelan ermordet zu haben, wird nicht lockerlassen.
Und dann liegt im Hof von Cousin Marvs ein abgehackter Arm auf. An seinem Handgelenk ist die kaputte Uhr. Bob entsorgt das Körperteil ohne zu Zögern und ohne ein Wort zu sagen. Aber Marv ist nervös.
„The Drop“ ist ein düsterer, ruhig erzählter, in Brooklyn spielender Gangsterfilm, der nicht thrillen, sondern ein alltägliches Porträt eines Viertels und einiger seiner Bewohner entwerfen will. Das gelingt Michaël R. Roskam in seinem US-Debüt, nach seinem Spielfilmdebüt „Bullhead“ (Rundskop, 2011), auch vorzüglich. Dank der minimalistisch spielenden Schauspieler und der knappen Dialoge von Dennis Lehane („Mystic River“), der hier eine auf den ersten Blick einfache Geschichte erzählt, die dann doch ziemlich komplex und verdammt gut konstruiert ist.
Die Filmgeschichte basiert auf seiner Kurzgeschichte „Animal Rescue“, die Lehane zuerst zu einem Drehbuch ausbaute und dann als Roman wiedererzählte, wobei der Roman und der Film in einem interessanten Spannungsverhältnis stehen. Denn Lehane veränderte einige Details (so spielt der Roman nicht in Brooklyn, sondern in Boston) und plötzlich erscheint in der kleinen Gangstergeschichte vieles in einem anderen Licht, weshalb sich ein Vergleich von Buch und Film lohnt.
The Drop – Bargeld (The Drop, USA 2014)
Regie: Michaël R. Roskam
Drehbuch: Dennis Lehane
LV: Dennis Lehane: Animal Rescue, 2009 (erschienen in Dennis Lehane, Hrsg.: Boston Noir, Kurzgeschichte)
mit James Gandolfini, Tom Hardy, Noomi Rapace, Matthias Schoenaerts, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Michael Aronov, Morgan Spector, Michael Esper, Ross Bickell, James Frecheville, Tobias Segal, Patricia Squire, Ann Dowd
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
– Der Roman zum Film
Die Pressekonferenz zum Film beim diesjährigen Toronto International Film Festival (TIFF) mit Michaël R. Roskam, Dennis Lehane, Tom Hardy, Noomi Rapace und Matthias Schoenarts