Nach mehreren US-Filmen ist „Everest“-Regisseur Baltasar Kormákur jetzt wieder nach Island zurückgekehrt mit dem eiskalten Noir „Der Eid“ und der TV-Serie „Trapped – Gefangen in Island“, die bei uns ab Sonntag, den 19. Februar, um 22.00 Uhr im ZDF läuft.
„Der Eid“ läuft im Kino mit Baltasar Kormákur in der Hauptrolle. Er spielt Finnur, einen glücklich verheirateten Vater und bei seinen Kollegen respektierten Herzchirurgen. Allerdings bereitet ihm seine volljährige Tochter Anna schlaflose Nächte. Anstatt brav zu studieren, feiert sie lieber und konsumiert Drogen bis der Notarzt kommt. Ihr neuer Freund Ottar ist auf den ersten, zweiten und dritten Blick ein Verbrecher, der mit Drogenhandel einen gehobenen Lebensstil pflegt. Selbstverständlich möchte Finnur, dass Anna die Beziehung zu Ottar beendet. Aber sie denkt nicht dran. Ottar sei ihre große Liebe und auch Ottar will sie nicht verlassen.
Als Finnur in Ottars Wohnung Drogen findet, informiert er die Polizei. Die nimmt, weil der Besitzer der Drogen unklar ist, Ottar allerdings nicht fest. Sie beschlagnahmt die Drogen. Ottar, der durch eine Nachbarin erfährt, dass Finnur bei ihm eingedrungen ist, beginnt Finnur zu erpressen.
Und Finnur beginnt zu überlegen, wie er den Freund seiner Tochter endgültig aus dem Weg schaffen kann. Dabei spielt der titelgebende Hippokratische Eid eine Rolle.
„Der Eid“ ist ein ruhiger, nordisch unterkühlt erzählter Noir, der sich im winterlichen Reykjavik und dem menschenleeren Umland mahlstromartig zu seinem erwartbaren Ende entwickelt. Kormákur folgt schnörkellos den bekannten Erzählkonventionen. Die kleinen Variationen und Überraschungen liegen dabei mehr in Finnurs als in Ottars Handlungen. Ottar ist nämlich der typische Kriminelle, der es gewohnt ist, mit Erpressung und Gewalt seinen Willen durchzusetzen. Auch der zunehmend handgreiflich ausgetragene Kampf zwischen Finnur und Ottar, bei dem nur einer gewinnen kann, folgt dem bekannten Eskalationsprinzip.
Dabei sollte Finnur doch eigentlich intelligent genug sein, um Ottar ohne Gewalt zu besiegen. Das wäre natürlich ein anderer Film, aber auch ein Film, den wir viel zu selten sehen und der aus „Der Eid“ mehr als ein Selbstjustizdrama vor ungewohnter Kulisse gemacht hätte.
Der Eid (Eidurinn, Island 2016)
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Ólafur Egill Egilsson, Baltasar Kormákur
Glenn Close in einem Zombiefilm? Das macht neugierig. Die ersten geheimnisvollen Minuten des Films ebenso. Sie basieren auf einer mit dem Edgar ausgezeichneten Kurzgeschichte, die Mike Carey später zu einem Roman und einem Drehbuch ausbaute. Danach, wenn eine Gruppe Überlebender die auf dem Land gelegene Militärstation verlassen und sich Richtung London zu anderen Überlebenden durchschlagen müssen, gehorcht die Handlung von „The Girl with All the Gifts“ den bekannten Genrekonventionen. Auch wenn hier die Zombies Hungries genannt werden, sie reglos herumstehen, bis sie Nahrung wittern und sie durch eine Pilzinfektion zu Zombies wurden.
Die ersten Filmminuten spielen in den Kellern einer Kaserne (was wir erst später erfahren). In Zellen werden Kinder gefangen gehalten. Die schwerbewaffneten Soldaten scheinen sich vor ihnen zu fürchten und sie werden, mit Gesichtsmasken, an Rollstühle gefesselt durch das Gebäude transportiert. Zum Schulunterricht, der ebenfalls von bewaffneten Soldaten überwacht wird und den die Gefesselten in ihren Rollstühlen erhalten. Wobei unklar ist, warum Helen Justineau (Gemma Arterton) diese Bestien unterrichtet. Als sie sich dem titelgebenden „Girl with All the Gifts“ Melanie (Sennia Nanua), die ihre intelligenteste Schülerin ist, zu sehr nähert, reibt Sergeant Eddie Parks (Paddy Considine) etwas Schutzgel von seiner Haut ab. Plötzlich werden all die Schüler, die sich bis jetzt vollkommen normal verhielten, zu schreienden, triebgesteuerten Bestien.
Dritte Hauptperson ist Dr. Caroline Caldwell. Gespielt wird sie von Glenn Close, die eine der Hauptrollen hat und bis zum Schluss dabei ist. Das muss man ja sagen, weil sonst Stars in kleinen Filmen oft nur eine kleine Rolle haben, die auf dem Plakat groß beworben wird. Als Wissenschaftlerin sucht sie nach einem Gegenmittel. Dafür experimentiert sie mit den Zombies.
Diese drei Menschen machen sich, mit einigen weiteren Soldaten, nach einem Zombieüberfall auf das Militärlager auf den Weg nach London. Dort hoffen sie auf andere Überlebende zu treffen. Begleitet werden sie, weil Caldwell Melanie für weitere Experimente benötigt, von Melanie. Sie behandeln die gefährliche Gefangene wie ein Tier. Als weiblicher, intelligenter Kaspar Hauser entdeckt Melanie erstmals die seit Jahren von Zombies beherrschte Welt außerhalb des Gefängnisses, in dem sie bis jetzt lebte. Außerdem steht sie – theoretisch -, wie in einem Western, vor die Wahl, ob sie den weißen Siedlern oder ihren Stammesgenossen hilft. Dummerweise sind die eine desorganisierte, primitiven Trieben gehorchende Horde.
Colm McCarthy arbeitete bislang vor allem für das Fernsehen für Serien wie „Sherlock“, „Peaky Blinders“, „Doctor Who“ und „Injustice“. Mit „The Girl with All the Gifts“ inszenierte er einen Zombiefilm, den ich als DVD- oder TV-Film wahrscheinlich ziemlich uneingeschränkt loben würde. Die Schauspieler sind gut. Die Geschichte ist ordentlich entwickelt. Die Suspense-Momente ebenso. Die Action überzeugt. Schauwerte zwischen Stadt und Land und verfallenen Gebäuden sind reichlich vorhanden. Immer knüpft die Geschichte an eine erkennbare Realität an.
Im Kino ist dann alles eine Nummer zu klein und zu gewöhnlich geraten. Da fallen dann die durchgehend etwas zu farblosen Bilder negativ auf. Die Story, auch wenn es eine Reisegeschichte ist, plätschert oft zu sehr vor sich hin. Und, gerade im Hinblick auf das überraschende Ende, fallen einige Drehbuchschwächen auf. Da werden Dinge, wie das geruchshemmende Gel, das die Menschen zum Schutz gegen die Zombies auftragen müssen, anfangs immer wieder penetrant häufig erwähnt, später überhaupt nicht mehr. Andere Dinge, die für das Finale wichtig sind und eine ausführliche Diskussion lohnen würden, werden dagegen überhaupt nicht vorbereitet. Dafür wird Zeit verschwendet, um eher unwichtige Dinge so ausführlich zu erklären, dass auch der dümmste Zuschauer sie versteht. Und einiges ist unlogisch. Wenn auch nicht unlogischer als in anderen Zombiefilmen.
The Girl with All the Gifts(The Girls with All the Gifts, Großbritannien/USA 2016)
Regie: Colm McCarthy
Drehbuch: Mike Carey
LV: M. R. Carey (das ist Mike Carey): The Girl with All the Gifts, 2014 (Die Berufene)
mit Gemma Arterton, Sennia Nanua, Glenn Close, Paddy Considine, Anamaria Marinca, Dominique Tipper, Fisayo Akinade, Anthony Welsh
’71 – Hinter feindlichen Linien(’71, Großbritannien 2014)
Regie: Yann Demange
Drehbuch: Gregory Burke
Der junge englische Soldat Gary Hook muss 1971 noch nicht einmal sein Land verlassen, um mitten in einem Krieg zu landen. Damals herrschte in Nordirland Bürgerkrieg. Bei einem Routineeinsatz in Belfast wird Gary von seiner Einheit getrennt und er muss sich, zwischen allen Fronten, in einer Nacht zu seiner Einheit durchschlagen. Dabei weiß er nicht, wem er vertrauen kann.
Ein hochspannender, wortkarger Thriller, der bei der Berlinale gut ankam und dann doch nur eine DVD-Veröffentlichung erlebte.
Arthur Brennan (Matthew McConaughey) reist nach Japan, um sich in dem dortigen Selbstmörderwald Aokigahara umzubringen. Kaum hat er die tödlichen Pillen geschluckt, sieht er einen hilflos durch den Wald irrenden Mann (Ken Watanabe), der offensichtlich aus dem Wald heraus will. Brennan zeigt Takumi Nakamura den Weg. Allerdings bemerkt er kurz darauf, dass er ihn in die falsche Richtung geschickt hat. Er verfolgt ihn, um ihm den richtigen Weg aus dem Wald zu zeigen und fortan irren sie orientierungslos durch den riesigen Wald. Dabei erzählen sie sich, warum sie sich umbringen wollen.
Dass der Aokigahara-Wald durchaus unheimlich ist, wissen wir aus „The Forest“. In dem Horrorfilm musste die Heldin sich mit mehr oder weniger realen Geistern, die sie töten wollten, herumschlagen. Dagegen hat Brennan es eindeutig besser erwischt. Er muss sich, während er mit Nakamura durch den Wald stolpert, nur mit den Geistern seiner Vergangenheit, seiner Beziehung zu seiner Frau Joan (Naomi Watts), herumärgern. Und der Frage, ob er wirklich sterben will.
„The Sea of Trees – Liebe wird dich nach Hause führen“ ist Gus Van Sants Selbstfindungsdrama mit absehbarer Pointe und Übererklärung in den letzten Minuten. Das ist sicher nicht van Sants bester Film, überhaupt nicht experimentell und nicht besonders anspruchsvoll. Es ist aber bei weitem nicht so schlecht, wie man nach Berichten über Buhrufen während der Cannes-Premiere befürchten musste. Die Schauspieler überzeugen. Die Außenaufnahmen (gedreht wurde im Purgatory Chasm in Massachusetts) ebenso. Die schon im deutschen Untertitel angedeutete Botschaft „Liebe wird dich nach Hause führen“ sagt nichts falsches. Sie ist halt, wie der gesamte Film, wenig überraschend und ungefähr so tiefsinnig wie ein Kalenderspruch. Dabei hätte die Beziehung zwischen Brennan und seiner Frau viel Stoff für ein komplexes Drama geboten. Er ist ein Lehrer, der seinen Schülern etwas beibringen will, und sich gerne in intellektuellen Gedankengebäuden verliert. Sie eine Alkoholikerin, die das Geld verdient. Auch die Beziehung zwischen Brennan und Nakamura hätte als Basis für einen Culture Clash fungieren können. Immerhin stehen sie für verschiedene Kulturen und Weltsichten. Aber der Film bleibt immer an der Oberfläche.
Nennen wir „The Sea of Trees“ einfach Gus van Sants Version eines Selbstfindungsdramas der Nicholas-Sparks-Schule und da gehört Van Sants Film zu den besseren Werken.
The Sea of Trees – Liebe wird dich nach Hause führen (The Sea of Trees, USA 2015)
Regie: Gus Van Sant
Drehbuch: Chris Sparling
mit Matthew McConaughey, Ken Watanabe, Naomi Watts
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DVD
Ascot Elite
Bild: 2.40:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Featurette: A Story of Beauty and Tragedy, Trailer, Wendecover
Yella (Deutschland 2007, Regie: Christian Petzold)
Drehbuch: Christian Petzold
Die Ostdeutsche Yella will aus ihrem tristen Leben fliehen. In Hannover lernt sie einen Finanzmanager kennen und wird seine Geliebte und Partnerin.
Wie gewohnt bei Christian Petzold: toller, angenehm undeutscher Film.
„Mit viel Gespür für Rhythmus und innere Beziehungen, präzisen Darstellern und einer suggestiven Raumdramaturgie inszeniert Christian Petzold den dritten Teil seiner ‘Gespenster’-Trilogie als Mischung aus kühl-moralischem Blick auf Mechanismen des Geldmarktes und surrealem Märchen.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann, Burghart Klaußner, Barbara Auer, Christian Redl
Da glaubt man, dass das Buch schon seit Ewigkeiten in jeder gutsortierten Bibliothek vor sich hin staubt und vom Großvater zum Vater zum Sohn weitergereicht wird – und dann haben sich gut hundert Leute an der Verlosung beteiligt.
Nach langem Zögern, mischen, nochmal mischen, überlegen, alles durch unbekannte mathematische Formeln jagend hat die Glücksfee (ein grummeliger Informatiker, der das alles natürlich nicht ohne seinen Computer erledigte) folgenden Gewinner ermittelt:
Gerd E. aus Meldorf
Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht die Kriminalakte.
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James Krüss: Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
Wenn man auch nur kurz nachdenkt, sagt man sich „Ja, klar“ und fragt sich dann, warum diese Geschichte noch nicht erzählt wurde. Denn dass John Glenn, der erste Amerikaner im Weltall, und, Jahre später, die Männer der Apollo 11, – Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins -, die als erste zum Mond und zurück flogen, die ganzen Berechnungen für Start und Landung, für den Flug und für alle Eventualitäten nicht allein programmierten, ist offensichtlich. Sie waren dazu gar nicht in der Lage. Ihre allseits bekannten Taten (eigentlich saßen sie nur mehr oder weniger lang auf ihrem Platz und taten nichts) gelangen ihnen nur, weil andere Menschen die Arbeit fehlerfrei erledigt hatten.
Die wichtigste Arbeit war dabei natürlich die Grundlagenforschung für die Flüge. Die wurde von Mathematikern erledigt und weil es damals noch keine Computer gab – also nicht in den heutigen Dimensionen, eher so Rechenschieber – mussten natürlich alle Rechnungen von vielen Menschen berechnet werden. Als es in den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren die ersten Computer gab, wurden alle Berechnungen noch einmal von Menschen überprüft. Diese aus Sicht eines Mathematikers einfachen Tätigkeiten (wir Normalos, die schon beim Zusammenzählen von einem Bier und einem weiteren Bier verzweifeln, sehen das etwas anders) wurden von unzähligen Frauen erledigt, die damals aus männlicher Sicht nicht für Forschungstätigkeiten qualifiziert waren. Unter diesen Frauen waren auch etliche Afroamerikanerinnen.
Und hier beginnt die Geschichte von „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“. In dem Sachbuch, auf dem Theodore Melfis Film basiert, schildert Margot Lee Shetterly diese Geschichte von ihren Anfängen, als die NASA-Vorläuferorganisation NACA 1943 erstmals Afroamerikanerinnen als „Menschliche Computer“ einstellte, bis zur Mondlandung. In dem Film wird die Geschichte dann auf einen Ausschnitt von wenigen Jahren und drei Frauen – Katherine G. Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) – verdichtet. Mit einigen erzählerischen Freiheiten, die Faktennerds vielleicht stören. Vor allem die von Kevin Costner, Jim Parsons und Kirsten Dunst gespielten Charaktere basieren nicht auf einer, sondern auf mehreren realen Personen. Aber keine dieser Änderungen und Zuspitzungen (vor allem in der Toilettenfrage) ändert etwas an der emotionalen Wahrheit und der zutreffenden Schilderung der damaligen Zustände, in der die Rassen dank der Jim-Crow-Gesetze sauber getrennt waren und Schwarze in jeder Beziehung diskriminiert wurden. In der NASA dabei weniger als in der restlichen Gesellschaft, weil es hier um klar messbare Leistungen ging. Entweder konnte man rechnen. Oder man konnte es nicht.
Nachdem die Russen im November 1957 die Hündin Laika in den Weltraum schickten, hatten sie den Amerikanern die zweite Schlappe im Kampf um die Eroberung des Weltraums beschert. Als nächstes sollte ein Mensch ins All befördert werden und dieses Mal wollten die Amerikaner die ersten sein. Katherine G. Johnson arbeitete damals in der Abteilung von Dorothy Vaughan. Auch wenn Vaughan formal nicht den Posten einer Abteilungsleiterin hatte, war sie die Leiterin der Abteilung, in der die afroamerikanischen Frauen Teile von größeren Rechnungen berechneten. Die „Mädchen“, die „menschlichen Computer“ (wie sie genannt wurde), waren Hilfskräfte, die ad hoc immer wieder in andere Abteilungen versetzt wurden. Aufgrund einer der zahlreichen Anfragen für temporäre Versetzungen schickte sie Katherine G. Johnson zur Space Task Group. Dort sollte sie bei den Berechnungen für die ersten Flüge ins All helfen. Dass sie eine ausgezeichnete Mathematikerin war, bemerken ihre Kollegen – alles weiße Männer – erst später.
Währenddessen versucht Vaughan endlich auch formal als Abteilungsleiterin eingestuft zu werden und, weil sie im Computer die Zukunft sieht, die die Jobs ihrer Mädchen bedrohen könnte, lernt sie autodidaktisch die Computersprache Fortran und bringt sie ihren Mädchen bei. Damit sind sie, als Fachkräfte für die Computer benötigt werden, die Personen, die die IBM-Computer bedienen können.
Dritte Protagonistin des Films ist Mary Jackson, die von einer Mathematikerin zu einer Ingenieurin befördert werden will. Weil die Einstellungsvoraussetzungen für eine Beförderung immer wieder geändert werden, muss sie sich zuerst zu den für die Beförderung notwendigen College-Kursen (die natürlich nur an einer weißen Universität gehalten wurden) einklagen.
Diese drei Frauen kämpfen um Anerkennung und wir fühlen und leiden mit diesen gewitzten Frauen, die mit weiblichem Charme und viel Kompetenz um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.
Jackson wurde die erste afroamerikanische Raumfahrtingenieurin der NASA und, später, Managerin des Gleichberechtigungsprogramms.
Vaughan berechnete die Flugbahnen der frühen Mercury-Flüge und John Glenns Friendship-7-Mission, die der Höhepunkt des Films ist. Später wirkte sie bei bei den Berechnungen für die Apollo-11-Mission und das Space-Shuttle-Programm mit. 2015 wurde sie von Präsident Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung in den USA, ausgezeichnet.
„Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ ist ein punktgenau inszenierter Feelgood-Film über weibliche Selbstermächtigung und Selbstbewusstsein und wie es ihnen gelingt, die Männer auf den Mond zu schicken.
Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen (Hidden Figures, USA 2016)
mit Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Aldis Hodge, Glen Powell, Kimberly Quinn, Olek Krupa
Länge: 127 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
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Die Inspiration
Schon vor der Buchveröffentlichung kaufte Hollywood die Geschichte und begann, ausgehend von einem 55-seitigen Exposé, mit dem Schreiben des Drehbuchs, das letztendlich nur einige Absätze, Sätze und Figuren aus dem Buch übernimmt. Auch weil das Sachbuch sich mehr auf die Anfänge, die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre, konzentriert.
Margot Lee Shetterly erzählt in „Hidden Figures“ die Geschichte von mehreren Afroamerikanerinnen, die bei der NACA und NASA arbeiteten. Die NASA war ein verlässlicher Arbeitgeber, der über viele Jahre viele gut ausgebildete Menschen brauchte. So waren 1984 8,4 Prozent der NASA-Ingenieure und 2 Prozent aller amerikanischen Ingenieure schwarz. Bei ihren Recherchen stieß sie auf fast fünfzig Afroamerikanerinnen, die zwischen 1943 und 1980 als Rechenspezialistinnen, Mathematikerinnen, Ingenieurinnen oder Forscherinnen im Langley Memorial Aeronautical Laboratory arbeiteten. Bei einer weiteren Recherche, so Shetterly, könnten noch zwanzig weitere Namen entdeckt werden.
Über ihre Bedeutung schreibt sie: „vor allem verhalfen die schwarzen Rechnerinnen von Langley den USA zu einer Vormachtstellung in Luftfahrt, Raumforschung und Computertechnologie und erkämpften sich dabei einen Platz als Mathematikerinnen, die außerdem schwarz waren, und als schwarze Mathematiker, die außerdem weiblich waren. Für eine Gruppe intelligenter und ehrgeiziger Afroamerikanerinnen, sorgfältig ausgebildet für eine mathematische Karriere und bereit für den Sprung in die obere Liga, muss sich Hampton, Virginia, wie das Zentrum des Universums angefühlt haben.“
Besser bezahlt als eine Tätigkeit als Lehrerin an wechselnden Provinzschulen mit unklarer Perspektive war es sowieso.
Shetterly ergänzt die Biographien um Informationen zur NACA und NASA, die damals beide an der Speerspitze des Fortschritts waren. Was heute Silicon Valley ist, war damals die NASA. Ingenieure, Mathematiker und Physiker wollten in die Weltraumforschung und zeigen, dass Menschen mit Überschallgeschwindigkeit fliegen können, dass Menschen ins All und zum Mond fliegen können. Sie schreibt auch viel über den Alltag der Afroamerikaner, die durch die Rassentrennungsgesetze überall in ihrem Leben behindert wurden.
Das alles erzählt sie allerdings in einer biederen, teilweise geschwätzigen Prosa, die nie die Brillanz eines Tom Wolfe hat. Der erzählte in „The Right Stuff“ die Geschichte der Piloten, die in ihren Düsenjets die Schallmauer durchbrachen und nicht zur NASA gehen wollten, weil echte Helden nicht zu Laborratten werden. Aber das ist eine andere Geschichte, die schon vor Jahren erzählt wurde.
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Margot Lee Shetterly: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen
(übersetzt von Michael Windgassen und Sandra Ritters)
„Die irre Heldentour des Billy Lynn“ dauert in Ang Lees Verfilmung des gleichnamigen Buches von Ben Fountain nur einen Tag, ein Football-Spiel mit Vorspiel und unvermittelten Erinnerungen von Billy Lynn an seine Heldentat, die uns zeigt, dass er ein gewaltiges psychisches Problem hat.
Billy Lynn (Joe Alwyn), ein 19-jähriger Private, versuchte 2004 in einem Feuergefecht im Irak seinen Vorgesetzten, Sergeant Shroom (Vin Diesel), zu retten. Shroom starb. Der gesamte Einsatz war von der ersten bis zur letzten Minute ein Desaster. Aber Lynns Rettungsaktion wurde gefilmt. Danach wird er als Held gefeiert.
Jetzt soll er, begleitet von seinen Kameraden, auf einer zweiwöchigen Heldentour in seiner Heimat von seiner Heldentat erzählen. Vor dem Spiel bei einer Pressekonferenz. Während des Spiels sollen er und seine Einheit als Showeinlage in der Halftime Show (siehe Originaltitel) fungieren. Ebenfalls während des Spiels verhandelt ein Agent (Chris Tucker) über den Verkauf ihrer Geschichte nach Hollywood. Und der Besitzer des Texas Football Teams (Steve Martin) würde das Geld für eine Verfilmung von Billy Lynns Heldentat geben. Mit Billy Lynn als Helden, aber ohne seine Einheit als Co-Helden.
Außerdem versucht Lynns ältere Schwester (Kristen Stewart) ihn von einer Rückkehr in den Irak abzuhalten. Sie weiß, dass ihr Bruder an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet und dringend in Behandlung müsste. Ein Arzt würde ihm bei seinem Antrag auf vorzeitige Entlassung helfen.
Und das ist noch nicht alles: Lynn trifft einen Cheerleader (Makenzie Leigh), die er für die große Liebe seines Lebens hält
Das ist viel Stoff für einen zweistündigen Film, der dann doch erstaunlich dröge ist. Denn trotz des satirischen Potentials ist „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ keine Satire und auch keine Anklage gegen die US-Gesellschaft und das Militär. Das wurde in zahlreichen anderen Filmen schon besser gemacht. Auch die heroischen Heldenshows, die durch die Provinz tingeln und fernab jeder Realität von den tapferen Taten der Soldaten erzählen, wurden schon thematisiert. Von Clint Eastwood in „Flags of our Fathers“ (USA 2006) oder, in einigen Szenen, in Joe Johnstons „Captain America: The First Avenger“ (USA 2011).
Ang Lees Film ist eher eine Charakterstudie eines jungen Mannes, der vom Militär einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, die dazu führt, dass ihm seine Kameraden wichtiger als alles andere sind. Über Ziel und Zweck des Krieges, hier des Irakkrieges, wird nicht gesprochen. Das entspricht dem gerne benutzten Selbstbild des Militärs als gut funktionierende, uneigennützige und von keinen Interessen geleiteten Organisation. Das ist natürlich ein Trugbild. Und es ist nicht egal, warum Jugendliche als Kanonenfutter in einen Krieg geschickt werden. Man kann auch nicht über Kriegseinsätze reden, ohne auch über die Ziele des Krieges zu reden und wie diese, in Verbindung mit patriotischen Gedanken, benutzt werden, um junge Menschen in den Krieg (und Tod) zu schicken. Lees Film hat allerdings keine Haltung zum Krieg.
Wobei Billy Lynn nicht aus Patriotismus, sondern weil er eine Haftstrafe vermeiden wollte, in den Irakkrieg zog. Was aber nur angesprochen wird, um die Verbindung zwischen Lynn und seiner Schwester zu erklären.
Diese militärische Gehirnwäsche und die Versuche des Neunzehnjährigen mit den Kriegserlebnissen zurechtzukommen werden in dem Film immer wieder gezeigt, wenn Lynn plötzlich von seinen Erinnerungen überwältigt wird, die Grenzen zwischen Erinnerung und Gegenwart und Fantasie, wenn der verstorbene Shroom mit ihm kluge Ratschläge gibt, verschwimmen. Teilweise innerhalb eines Bildes. Im ersten Moment ist der bruchlose Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit als ein Blick in Lynns Kopf eine gelungene Visualisierung von PTBS faszinierend. Schnell wird das Stilmittel allerdings zu einem Gimmick.
Kathryn Bigelow in „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ (USA 2008) und Clint Eastwood in „American Sniper“ (USA 2014) zeigten, um zwei Filme zu nennen, die im Kriegsgebiet und den USA spielen, eindrücklicher als Ang Lee die Probleme eines Soldaten bei der Rückkehr in das Zivilleben. Beide Male kehrten die Protagonisten immer wieder, auch nachdem sie ihren Dienst absolviert hatten, zurück in den Krieg.
Diese Filme hatten auch eine Haltung zum Krieg und zum Militär, über die gestritten werden kann. Eine solche Haltung ist in „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ nicht zu finden. Auch weil der Film es bei einer reinen schön anzusehenden Bebilderung belässt, die ein Gefecht mit einer Halbzeitshow gleichsetzt und jede Zuspitzung vermissen lässt.
Die irre Heldentour des Billy Lynn (Billy Lynn’s long Halftime Walk, USA/Volksrepublik China/Großbritannien 2016)
Regie: Ang Lee
Drehbuch: Jean-Christophe Castelli
LV: Ben Fountain: Billy Lynn’s long Halftime Walk, 2012 (Die irre Heldentour des Billy Lynn)
mit Joe Alwyn, Kristen Stewart, Steve Martin, Vin Diesel, Chris Tucker, Garrett Hedlund, Makenzie Leigh, Ben Platt
Neues Jahr mit bewährter Anstaltsleitung (Max Uthoff und Claus von Wagner) und einigen Besuchern (Sarah Bosetti, Sebastian Pufpaff und Christian Springer), die mehr als genug Themen für die satirische Nachbearbeitung haben. Vor allem der notorische Lügner Donald Trump, der seit einigen Tagen Präsident der USA ist und massive Probleme mit dem Amt hat, und die Bundestagswahl im September dürften im Mittelpunkt der Diagnose stehen.
The Broken Circle (The Broken Circle Breakdown, Belgien/Niederlande 2012)
Regie: Felix van Groeningen
Drehbuch: Carl Joos, Felix van Groeningen (nach dem Theaterstück von Johan Heldenbergh)
Die mit viel Bluegrass-Musik gewürzte Liebesgeschichte zwischen Didier und Elise, die gegensätzlicher kaum sein könnten, erlebt heute seine TV-Premiere.
Danach, um 22.05 Uhr, zeigt Arte „Feuerwerk am helllichten Tag“ (erhielt 2014 auf der Berlinale den Goldenen Bären). Ebenfalls sehenswert, aber halt nicht so gut wie „The Broken Circle“, der 2013 den Berlinale-Publikumspreis erhielt.
Der Pate III (USA 1990, Regie: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola
1979: Michael Corleone kriegt Ärger mit der katholischen Kirche.
Im Vergleich zu den ersten beiden Paten-Filmen ist der dritte eine langatmige Enttäuschung.
Mit Al Pacino, Diane Keaton, Talia Shire, Andy Garcia, Joe Mantegna, Sofia Coppola, Bridget Fonda, Eli Wallach, George Hamilton, Helmut Berger, John Savage
In naher Zukunft, mehr oder weniger irgendwo in Deutschland: Flüchtlinge vegetieren in einer abgezäunten Transitzone vor sich hin. In leerstehenden Häusern und ohne staatliche Gewalt. Die führt in unregelmäßigen Abständen Razzien durch. Bei einer solchen gewalttätigen Durchsuchung verfolgt der Polizist Volt (natürlich ist der Name Programm) einen Flüchtling und tötet ihn in einem Kampf. Volt vertuscht den Mord. Seine Kollegen von der Eingreifgruppe helfen ihm unwissentlich dabei und damit könnte die Sache vergessen sein, wenn der Tote nicht die Initialzündung für Proteste wäre und wenn nicht Volt, der Einzelgänger ohne Gewissensbisse, plötzlich Gewissensbisse hätte.
Er schleicht sich in die Transitzone und lernt eine Frau kennen, in die er sich auch verliebt. LaBlanche ist außerdem die Schwester des Toten.
„Volt“ ist ein zwiespältiger Film. Nicht weil er eine Dystopie zeigt, die wir schon öfter gesehen haben, sondern weil es dem Drehbuch nicht gelingt, eine spannende Geschichte zu erzählen. Der Grundplot ist ja vertraut und, wie bei einem Western (oder einem Liebesfilm), geht es darum, wie der Protagonist an sein Ziel gelangt und warum das Ziel für ihn wichtig ist. Natürlich mit dreidimensionalen Charakteren und guten Dialogen. „Volt“ liefert da allerdings nur die Chiffren aus dem Handbuch des Harten Mannes, abgeschmeckt mit einem rüpelhaftem Einsatzkommando, das sich in pubertären Testosteron-Spielchen gefällt, und etwas politischem Überbau der beliebigen Sorte. Obwohl einzelne Punkte an die Realität anknüpfen – die Flüchtlingskrise und ihr Umgang mit ihr (siehe das Flüchtlingslager in Calais), der Korpsgeist in Sondereinheiten, der Umgang mit internen Ermittlungen, die politischen Ränkespiele (die hier aber nur ein Newsflash sind) – wirkt die in „Volt“ gezeichnete Zukunft wie ein Recycling eines minderwertigen, irgendwo in der Provinz gedrehten Post-“Blade Runner“-Films, in dem nie eine kohärente und in sich glaubwürdige Zukunftsvision entwickelt wird.
Da wirken die achtzig Minuten dann arg lang.
Die Bilder der Dystopie sind einer der Pluspunkte des Films. Tarek Ehlail drehte an Nicht-Orten, die er mit minimalen Mitteln, Nachtaufnahmen, Farbfiltern, Gegenlicht und allem, was im Handbuch für eine Dystopie oder ein stylisches Rock-Video (Ehlail drehte Musikvideos für Slime, Bushido, NYZE und D-Bo) steht, zu einer ungemütlichen, betont rohen Vision Deutschlands machte. Die Musik von Alec Empire hilft dabei.
Ebenso die Besetzung. Neben bekannten Gesichtern wie Benno Fürmann, der Volt spielt (ihm aber wegen des klischeehaften Drehbuchs keine Tiefe verleihen kann), gibt es etliche Neuentdeckungen, wie die Songwriterin Ayo, die LaBlanche spielt.
Am Ende von „Volt“ bleibt die Erkenntnis, dass Tarek Ehlail mit einem guten Drehbuch einen wirklich überzeugenden Film drehen könnte. „Volt“ ist, so gesehen, eine Talentprobe, eine Visitenkarte.
Volt (Deutschland/Frankreich 2016)
Regie: Tarek Ehlail
Drehbuch: Tarek Ehlail
mit Benno Fürmann, Sascha Alexander Gersak, Ayo, Denis Moschitto, Anna Bederke, Kida Khodr Ramadan, Stipe Erceg, Tony Harrisson Mpoudja, Surho Sugaipov, André M. Hennicke
Krieg in London – The Crime (The Sweeney, Großbritannien 2012)
Regie: Nick Love
Drehbuch: Nick Love, John Hodge
Jack Regan (Ray Winstone) ist der Anführer einer kleinen Spezialeinheit der Londoner Polizei, die Verbrecher mit archaischen Methoden jagt und Bürgerrechte wahrscheinlich noch nicht einmal buchstabieren kann. Aber jetzt laufen interne Ermittlungen gegen sie und eine Verbrecherbande, angeführt von einem vermögendem Safeknacker, plant einige Überfälle.
In England hieß der Film, weil er auf einer dort kultigen, hier fast unbekannten TV-Serie basiert, „The Sweeney“. Bei uns hieß Nick Loves brachialer Polizeithriller dann „The Crime“, weil das so ein richtig deutscher Titel ist, der alles und nichts sagt. Im Fernsehen heißt er jetzt „Krieg in London – The Crime“, was genausoviel über den Film verrät, der ein herrlich altmodischer Actionthriller und ein Abgesang an „die gute alte Zeit der Verbrechensbekämpfung“ ist, als der Unterschied zwischen Verbrechern und Polizisten die Dienstmarke war.
Joe Coughlin (Ben Affleck) ist kein gewöhnlicher Gangster. Nicht nur, weil er sich selbst als „Outlaw“ (im Buch öfter, im Film nur einmal) bezeichnet und sieht, sondern weil er ein intelligenter Bursche ist. Er ist der Sohn des stellvertretenden Polizeichefs von Boston, der nach seinen Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg außerhalb der Gesellschaft leben möchte.
In Boston der zwanziger Jahre tut er das als kleiner Ganove, der zwischen die Fronten von Albert White (Robert Glenister), einem irischen Mobster, und Don Maso Pescatore (Remo Girone), einem italienischen Mafiosi, gerät. Coughlins Freundin Emma Gould (Sienna Miller) ist auch Whites Geliebte. Als sie – indirekt bei einem Autounfall– durch Whites Hand stirbt, will Coughlin sie rächen. Er geht einen Pakt mit Pescatore ein, der ihn nach Florida schickt. In Ybor, „the Harlem of Tampa“, übernimmt er den dortigen Rumschmuggel. Er organisiert ihn neu und, im Gegensatz zu den bisherigen Gepflogenheiten, mit den Kubanern als gleichberechtigte Partner. Und er verliebt sich in Graciela (Zoe Saldana), die mit ihrem Bruder den Alkoholhandel aus Kuba organisiert.
Nicht allen gefällt Coughlins Aufstieg und seine Zusammenarbeit mit den Kubanern (ich sage nur Rassismus). Oh, und White ist ebenfalls in Florida.
„Live by Night“ basiert auf einem gut sechshundertseitigem Epos von Dennis Lehane. Der sehr lesensverte, zwischen 1926 und 1935 spielende Gangsterroman erhielt den Edgar, einen der wichtigsten Krimipreise.
Ben Affleck, der, nach einem Kurzfilm, mit der grandiosen Dennis-Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ sein Spielfilmdebüt gab, schrieb dieses Mal das Drehbuch, führte Regie und übernahm auch gleich die Hauptrolle. In seinem Script folgt er dem Roman, abgesehen von den notwendigen Kürzungen, genau. Zu genau für meinen Geschmack.
Anstatt sich auf einen Teil von Coughlins Geschichte zu konzentrieren und eine Geschichte zu erzählen, kondensiert er den Roman auf eine eher ungeschickte Weise. Er behandelt Lehanes Roman nicht wie einen Unterhaltungsroman, der die Grundlage für einen packenden Film liefern soll, sondern ehrfurchtsvoll wie ein Stück hohe Literatur, bei dem nichts geändert werden darf. Dieser Ehrfurcht überträgt sich dann auf den gesamten Film, der dadurch oft lebloser als nötig ist.
Die Episoden aus dem Gangsterleben treten immer wieder in den Hintergrund zugunsten von Coughlins Beziehungen zu verschiedenen Frauen und wie sie sein Leben in negativer Hinsicht beeinflussen. Das ist dann, wie im Roman, eine interessante Verschiebung der vertrauten Perspektive. In einem Gangsterfilm, vor allem in einem während der Prohibition spielendem Gangsterfilm, sind Frauen nur Beiwerk, während die gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Gangsterbanden und der Polizei und auch innerhalb der Gangsterbande im Mittelpunkt stehen. Das fehlt dann in „Live by Night“ in einem erstaunlich großem Ausmaß. Hier ist der Schmuggel ein einträgliches Geschäft, bei dem alle gut verdienen und Konflikte lieber mit Geld und Arrangements als mit Gewalt erledigt werden. Obwohl Coughlin durchaus, wenn es nicht anders geht, Gewalt anwendet.
Dagegen muss sich Coughlin mit dem Ku Klux Klan (sie wollen einen Teil seines Geschäftes) und einer Christin (sie will sein Geschäft zerstören) auseinandersetzen. Coughlin versucht beide Konflikte ohne Gewalt zu lösen.
„Live b Night“ ist dann ein Gangsterfilm, dem der Drive eines klassischen Gangsterfilms (in dem ein Junge aus der Gosse sich skrupellos den Weg an die Spitze frei schießt) fehlt, ein Liebesfilm, der sich nicht für die Liebesgeschichte(n) interessiert und ein Biopic, das primär Episoden aneinanderreiht, ohne einen klar erkennbaren erzählerischen Bogen zu schlagen. So verweilt Affleck mit seiner Geschichte viel zu lange in Boston, das nur das Vorspiel für Coughlins eigentlich Geschichte ist, die sich im sonnigen Florida abspielt. Dort arbeitet er zwar zielstrebig und in Pescatores Sinn, wie ein neuer Abteilungsleiter, der keine größeren Ambitionen hat. Er will nicht der neue Boss der gesamten Firma werden und er will sich anscheinend auch nicht mehr an White rächen. Auch weil White für ihn überhaupt keine Bedrohung mehr ist.
So plätschert der Gangsterfilm, der sich nicht wirklich entscheiden will, was der Hauptplot und was die Subplots sind, immer wieder vor sich hin, während er ein kleines Gesellschaftsbild von Ybor während der Prohibition zeichnet.
Affleck inszenierte das alles mit viel Liebe zum Detail und Gangsterfilmfans – wir wurden in den letzten Jahren ja auf eine ziemliche Diät gesetzt – dürfen sich über einen stilechten Gangsterfilm freuen. Jedenfalls wenn Affleck die Gangsterfilmszenen inszeniert. Aber oft interessieren ihn andere Dinge und der Film kann in seiner jetzigen Fassung, obwohl er bereits über zwei Stunden ist, nicht verleugnen, dass er besser noch länger wäre. Mindestens eine halbe Stunde. Oder besser sogar eine Miniserie im Fernsehen, die sich dann stärker den Konflikten zwischen den Verbrechern, den politischen und rassistischen Konflikten widmet, die alle schon in Lehanes Roman angesprochen werden und die heute immer noch aktuell sind.
Live by Night (Live by Night, USA 2016)
Regie: Ben Affleck
Drehbuch: Ben Affleck
LV: Dennis Lehane: Live by Night, 2012 (In der Nacht)
mit Ben Affleck, Elle Fanning, Remo Girone, Brendan Gleeson, Robert Glenister, Matthew Maher, Chris Messina, Sienna Miller, Zoe Saldana, Chris Cooper, Titus Welliver, Max Casella, Clark Gregg, Anthony Michael Hall
Jetzt hat es auch Andreas Dresen getan. Einen Kinderfilm gedreht. Nach einem erfolgreichen Buch. Und bei Andreas Dresen hätte man das – siehe „Bibi & Tina“-Regisseur Detlev Buck – am wenigsten erwartet. Immerhin ist Dresen als Regisseur von Filmen wie „Die Polizistin“, „Halbe Treppe“, „Sommer vorm Balkon“ und „Wolke 9“ vor allem als improvisationsfreudiger Erwachsenenregisseur bekannt. Mit „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ inszenierte er jetzt eine Big-Budget-Produktion, die ganz anderen Gesetzen gehorcht. Sie ist mit vielen alten Dresen-Bekannten und einigen Neuzugängen prominent besetzt und für ein junges Publikum inszeniert. Die dürfen mit diesem Kinofilm ihren Timm Thaler, der von Arved Friese gespielt wird, entdecken. Ältere Semester erinnern sich ja immer noch an ihren 1979er Timm Thaler, der von Thomas Ohrner gespielt wurde. Ohrner hat als Concierge des Grand Hotel einen Kurzauftritt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Timm Thaler. Ein aufgeweckter, fröhlicher Junge, der mit seinem Lachen jeden verzaubert. Auf der Pferderennbahn lernt er Baron Lefuet (Justusvon Dohnányi) kennen, der ihm ein teuflisches Geschäft anbietet: wenn er Lefuet sein Lachen verkauft, wird er fortan jede Wette gewinnen. Der in bitterster Armut lebende Timm ist einverstanden und ab jetzt gibt es zwischen dem Roman von James Krüss und dem Film von Andreas Dresen (nach einem Drehbuch von „Unter Verdacht“-Erfinder Alexander Adolph) auf der reinen Handlungsebene viele Unterschiede. Auf der emotionalen Ebene und dem Ende nicht. Deshalb habe ich mit den Veränderungen auch keine Probleme und finde sie sogar gut. Denn wer will schon wirklich einen Film sehen, in dem Timm während der halben Geschichte durch die Welt stolpert, Geschäftspartner von Baron Lefuet kennenlernt und sich um Firmeninterna kümmern muss? Außerdem erstreckt sich der Roman über mehrere Jahre.
Der Film spielt dagegen in einem überschaubarem Zeitraum in einer Stadt zwischen Timms Armenviertel, der Pferderennbahn, dem Grand Hotel und dem Anwesen von Baron Lefuet. Wie der Roman spielt der Film in den zwanziger Jahren. Allerdings in einer Steampunk-Variante der zwanziger Jahre, die deutlich von Fritz Langs Filmen, wie „Metropolis“, „Spione“ und seinen „Dr. Mabuse“-Filme inspiriert ist.
Timm hat im Film viele Freunde und damit ein soziales Umfeld, das die gesamte Geschichte realistisch erscheinen lässt. Neben dem aus dem Roman bekannten Kreschimir (Charly Hübner), der ihm im Film als freundlicher Bartender des Grand Hotels hilft und schnell Timms Geheimnis erahnt, ist vor allem Timms Freundin Ida (Jule Hermann) wichtig. Im Roman ist Timm, trotz böser Stiefmutter und bösem Stiefbruder, ein Waisenknabe.
Einige Details in Dresens gelungener und eigenständiger Verfilmung sind allerdings misslungen. Am ärgerlichsten sind Behemoth (Axel Prahl) und Belial (Andreas Schmidt. Koptisch sprechend, in Frauenkleidern), die von Baron Lefuet immer wieder zu Ratten verwandelt werden und Timm hinterherspionieren sollen. Das spekuliert, wenn sie als Ratten durchs Bild laufen, zu sehr auf billige Lacher.
Und das große Finale auf der Rennbahn fällt arg schwach aus. Obwohl es pompöser als das Buchfinale ist.
Erwachsene dürfte auch die fehlende zweite (oder dritte) Ebene stören, die aus Anspielungen besteht, die sie, aber nicht die Kinder verstehen. Wie das geht, zeigt Pixar ja in seinen Animationsfilmen.
So ist „Timm Thaler“ dann ein guter, unterhaltsamer, kurzweiliger, auch anspielungsreicher Kinderfilm, der vor allem für Kinder ist, die wissen wollen, warum Timm keine Freude an seinem Wettglück hat, mit dem er alles haben kann, was er sich wünscht. Außer seinem Lachen und allem, was damit zusammenhängt.
James Krüss‘ kapitalismuskritischer Roman ist nach dem Filmbesuch immer noch eine Lektüre wert. Immerhin erzählt Krüss eine andere, eine globetrottende Geschichte, in der man an einigen Stellen vermutet, dass Behemoth und Belial schon damals Timm beobachten mussten.
Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen (Deutschland 2017)
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Alexander Adolph
LV: James Krüss: Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
mit Arved Friese, Justus von Dohnányi, Axel Prahl, Andreas Schmidt, Jule Hermann, Charly Hübner, Nadja Uhl, Steffi Kühnert, Bjarne Mädel, Fritzi Haberlandt, Harald Schmidt, Heinz-Rudolf Kunze, Milan Peschel, Joachim Król (Erzähler)
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
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Die Vorlage
James Krüss: Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen
„The Salesman“ ist für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert und ich hoffe, dass er ihn erhält. Nicht weil er unbedingt der beste der nominierten Filme ist (ich kenne ja nicht alle Nominierten), sondern weil Asghar Farhadi und alle, die an dem Film mitarbeiteten, nicht in die USA einreisen dürfen, weil Donald Trump und seine Entourage gerade einen „Muslim ban“ verhängten. Als Mittel gegen den Terrorismus dürfen Staatsbürger aus sieben Ländern (auch Doppelstaatler und Green-Card-Inhaber und Menschen, die aus diesen Ländern kommen und schon seit Ewigkeiten in den USA leben [so aufgeschrieben erinnert mich das an etwas aus unserer deutschen Geschichte]) nicht einreisen. Nach Protesten wurde zwar – vielleicht – einiges geändert und die Trump-Administration widerspricht sich öfters, aber es ändert nichts: Moslems dürfen nicht rein. Christen aus den Ländern schon. Und der „Muslim ban“ kann, auch das hat die Trump-Administration schon gesagt, auf weitere Länder ausgeweitet werden. Dann vielleicht auch auf Länder, von denen für die USA wirklich aufgrund früherer Anschläge eine Gefahr ausgeht.
Da wäre ein Oscar für „The Salesman“ ein gutes Signal.
Auch weil der Film, ohne explizit politisch zu werden, ein Iran im Umbruch zeigt. Der Film spielt in Teheran – einer 8-Millionen-Einwohnerstadt mit einer ähnlichen Bevölkerungsdichte wie New York – in der dortigen Mittelschicht, die sich gar nicht so sehr von westlichen Mittelschichten, ihren Ansichten und ihren Problemen unterscheidet.
Auch deshalb hat Farhadi als zweite Ebene eine Theaterinszenierung von Arthur Millers Theaterklassiker „Tod eines Handlungsreisenden“ von 1949 eingeflochten. Das Stück erweitert und spiegelt die Handlung von „The Salesman“.
Im Mittelpunkt des Films stehen Emad und seine Ehefrau Rana. Er ist ein beliebter Lehrer für Literatur in einer Jungenschulklasse. In seiner Freizeit inszeniert er eine freie Adaption von Millers „Tod eines Handlungsreisenden“. Er spielt auch die Hauptrolle. Seine Frau spielt die Frau des Handlungsreisenden; was dazu führt, dass ihr Leben in dem Stück – in den Texten, den teils spontanen Abweichungen von Millers Text und der freien Interpretation des Stückes – eine Fortsetzung findet. Und umgekehrt.
Das liegt auch daran, dass ihr Leben aus den Fugen gerät. Nachdem durch Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück ihr Mietshaus unbewohnbar wird, müssen sie sich eine neue Wohnung suchen. Allerdings sind in der neuen Wohnung noch viele Gegenstände der Vormieterin, die sie irgendwann abholen will, vorhanden und die Nachbarn machen Andeutungen über ihr Leben.
Eines Abends, als Emad noch länger im Theater ist, wird Rana in der Wohnung überfallen und vergewaltigt. Sie redet nicht darüber und will auch keine Anzeige erstatten. Er fragt sich, wie er mit der Tat und den Fragen der Nachbarn umgehen soll.
Diese Geschichte entfaltet Farhadi langsam und oft mit Andeutungen, die vor allem für dortige Zuschauer sofort verständlich sind. Manchmal auch mit sehr leicht erkennbaren Anspielungen, wie das unbewohnbare Haus, die sich nicht meldende Vormieterin und ihre persönlichen Habseligkeiten, um die sie sich nicht kümmert. Farhadi zeichnet auch ein Bild der städtischen, kulturell interessierten Mittelschicht und einer Gesellschaft im Wandel zwischen Tradition und Moderne. Dass dabei die Parallelisierung zwischen dem Leben von Emad und Rana und Millers Stück teilweise wie ein Gimmick wirkt, teilweise etwas platt ist und dass der Film mit über zwei Stunden etwas lang geraten ist, sei ihm verziehen. Denn Farhadi erzählt seine Geschichte sehr offen. Er gibt damit keine eindeutige Sichtweise vor, sondern lädt zu verschiedenen Interpretationen ein. So lernen wir auch den Täter und seine Familie kennen.
In seiner Heimat hat Farhadis Film einen Nerv getroffen. Seit seinem Kinostart hat „The Salesman“ im Iran alle Zuschauerrekorde gebrochen. Dabei ist das Drama kein einfacher Film und kein Film, den man sich aus eskapistischen Motiven ansieht. Es ist ein Film, der sich mit den Dingen beschäftigt, die für seine Zuschauer wichtig sind. Auf die Jury, die über den iranischen Oscar-Kandidaten entscheiden sollte, wurde massiv Druck ausgeübt. Trotzdem schlug sie ihn als iranischen Oscar-Beitrag vor. In einem mehrstufigem Verfahren nominierte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (die die Oscars verleiht) „The Salesman“ für den Oscar als bester ausländischer Film.
Und allein diese Nominierung sollte bei uns doch einige Leute ins Kino locken. Sie können den Kinobesuch sogar als politisches Statement verkaufen.
Vier im roten Kreis (Frankreich 1970, Regie: Jean-Pierre Melville)
Drehbuch: Jean-Pierre Melville
Nach einer Haftstrafe plant Einbrecher Corey (Alain Delon) gleich seinen nächsten Coup. Den Einbruch in ein gut gesichertes Juweliergeschäft. Mit zwei Kumpanen (Gian Maria Volonté, Yves Montand) will er das Ding durchziehen. Ein Kommissar (André Bourvil) jagt sie.
Mehr Story braucht Jean-Pierre Melville in seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ nicht, um ein weiteres Meisterwerk zu inszenieren. Der Gangsterfilm ist nur deshalb bei der breiten Masse unbekannter, weil Melvilles „Der eiskalte Engel“ und sein letzter Film „Der Chef“ (beide ebenfalls mit Alain Delon) bekannter sind. Denn „Vier im roten Kreis“ hat alles, was Melville-Fans lieben und auf der großen Leinwand wirkt der Film noch besser.
Legendär und in die Kinogeschichte eingegangen ist der Einbruch in das Juweliergeschäft: eine gute halbe Stunde verfolgen wir atemlos den Einbruch, bei dem keiner der Einbrecher ein Wort sagt. Großes Kino
mit Alain Delon, André Bourvil, Yves Montand, Gian Maria Volontè, Francois Périer, Paul Crauchet
Drehbuch: William Monahan (nach dem Drehbuch „The Gambler“ von James Toback)
Mit seiner Spielsucht hat der Literaturdozent Jim Bennett längst sein Leben zerstört. Jetzt versucht der Spieler durch neue Spieleinsätze seine alten Schulden zurückzuzahlen.
Die sehenswerte, glänzend gespielte Charakterstudie ist ein Noir, der immer auf einen besseren Film hoffen lässt.Auch und gerade weden des versammelten Talents vor und hinter der Kamera.
Ältere Semester erinnern sich noch an die legendäre, in der Gegenwart spielenden TV-Serie. Über mehrere Wochen verfolgten sie 1979 die Abenteuer von Timm Thaler, der sein Lachen verkaufte.
Jüngere Semester können sich jetzt Andreas Dresens „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ ansehen. Es ist ein guter Film. Aber dazu später mehr.
Und ältere und jüngere Leseratten können sich die Vorlage, den gleichnamigen, bereits 1962 erschienenen Roman von James Krüss, durchlesen. Es ist eine Geschichte, die alles hat, was das Herz des Thrillerfans begehrt: ein unschuldiger Junge (Timm Thaler), ein teuflischer, stinkreicher Bösewicht (Baron Lefuet), ein betrügerisches Geschäft („dein Lachen gegen die Fähigkeit, jede Wette zu gewinnen“), Abenteuer ohne Ende und die Garantie für eine schlaflose Nacht.
Also genau das Buch für „Kriminalakte“-Leser, das nur einen Nachteil hat: es ist ein Kinderbuch; allerdings ein Klassiker der Kinderliteratur. Aber heute nennt man das ja Young Adult oder „ich muss es lesen, um zu wissen, ob es für mein Kind geeignet ist“.
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Pünktlich zum Filmstart veröffentlichte der Oetinger-Verlag jetzt eine Filmausgabe von „Timm Thaler“ mit einem neuen Cover und einem 16-seitigen Bildteil mit Fotos aus dem Film.
Und die nette Dame vom Verlag bot mir ein Buch zum Verlosen an, nachdem ich sagte: Wetten, dass ich eine Person finde, die das Buch lesen will?
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Die Verlosung endet am Montag, den 6. Februar, um Mitternacht (also um 23.59 Uhr).
In den Betreff müsst ihr „Verlosung Timm Thaler“ schreiben und in der Mail an info@axelbussmer.de muss eine deutsche Postadresse stehen.
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James Krüss: Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen