LV/Roman zum Film: Jack Ketchum/Lucky McKee: The Woman, 2011 (Beuterausch)
Kleinstadtanwalt Chris Cleek entdeckt eine im Wald lebende Frau. Er nimmt sie gefangen und sperrt sie im Keller ein. Er will sie, mit der Hilfe seiner Familie, zivilisieren. Er hat allerdings keine Ahnung, wen er gefangen hält.
Düsterer, gewalttätiger, zum Nachdenken anregender Horrorfilm.
Mit „Hacksaw Ridge“ endete für Mel Gibson im Herbst die jahrelange Hollywood-Durststrecke, in der er vor allem mit verschiedenen unappetitlichen Ausfällen Schlagzeilen produzierte und er ab und an, meistens in einer Nebenrolle, in einem Film auftrat. Seine letzte Regiearbeit war vor zehn Jahren „Apocalypto“.
Zum US-Kinostart von „Hacksaw Ridge“ im November 2016 gab es euphorische Kritiken und, in den folgenden Monaten, etliche Preise.
Er erhielt zwei Oscars (Editing, Sound Mixing), war als bester Film des Jahres, für die beste Regie und den besten Schauspieler nominiert.
Bei der IMDB steht er derzeit auf dem 160. Platz der „top rated movies“; – einen Platz vor dem Antikriegsfilmklassiker „Die durch die Hölle gehen“ (The Deer Hunter, USA 1978).
In seinem Kriegsfilm erzählt Gibson die wahre Geschichte von Desmond Doss (1919 – 2006), einem Sieben-Tage-Adventisten, der aufgrund seines Glaubens keine Waffe in die Hand nehmen und keinen Menschen töten wollte. Aber er wollte seinen Teil zur Verteidigung der USA beitragen. Seine Lösung für den Konflikt war, dass er als Sanitäter auf dem Schlachtfeld die verletzten Kameraden versorgt und ihr Leben rettet.
Er war der erste Kriegsdienstverweigerer, der im Oktober 1945 von Präsident Harry Truman die ‚Medal of Honor‘, die höchste militärische Auszeichnung der USA, erhielt. Als unbewaffneter Sanitäter hatte Doss unzählige US-Soldaten gerettet. Auf der Insel Okinawa brachte er 75 schwer verwundete Kameraden in Sicherheit.
Diese Schlacht auf Okinawa im Mai 1945 am titelgebenden Hacksaw Ridge bestimmt die zweite Stunde des Films. Auf dem Plateau einer 122 Meter hohen Felswand kämpfen amerikanische gegen japanische Soldaten, die das Gebiet mit ihrem Leben verteidigen und sich in einem riesigen Höhlensystem versteckt, das sie vor Bombeneinschlägen schützt.
Bei diesem Gefecht; – genaugenommen mehrere, von kurzen Pausen unterbrochene Gefechte -; fährt Gibson das ganze Arsenal des Kriegsfilm auf mit Explosionen, spritzendem Blut, herausquellenden Gedärmen und unzähligen Toten und schwer Verletzten, die von Doss gerettet werden, während die Kugeln links und rechts von ihm einschlagen. Das ist technisch perfekt inszeniert und erfüllt in jeder Hinsicht die voyeuristischen Bedürfnisse der Fans von Kriegsfilmen.
In der ersten Stunde stellt Gibson, in ungefähr zwei gleich langen Teilen, Doss im Kreis seiner Familie und mit seiner Freundin Dorothy Schulte, die er noch vor seinem Kriegseinsatz heiratet, und während der Ausbildung vor. Während seiner Ausbildung beim Militär ist Doss‘ Gewissensdilemma, dass er seinem Land dienen will, aber aufgrund seines Glaubens bestimmte Dinge nicht tun kann, wichtig. Weniger als moralische, ethische oder religiöse Frage, sondern als eine Frage der militärischen Struktur, in der einfach alle Männer gleich behandelt werden und da ist das Nicht-Tragen einer Waffe ein esoterischer Sonderwunsch, der die normalen Abläufe stört.
Dafür, dass Doss ein bekennender Sieben-Tage-Adventist war und dass dieser Glaube sein gesamtes Leben bestimmte, ist „Hacksaw Ridge“ erstaunlich desinteressiert an seinem Glauben. So ist bis zum Beginn von Doss‘ Ausbildung beim Militär, zu dem er sich freiwillig meldete, nicht ersichtlich, dass er besonders gläubig ist und einer besonderen Form des christlichen Glaubens angehört. Damit umschifft Gibson durch Auslassung all die Fallen eines Faith-based-Movie.
Auch der Patriotismus von Doss wird nicht weiter, vor allem nicht als Dilemma zwischen Glaube und Patriotismus, thematisiert.
Das macht „Hacksaw Ridge“ zu einem gewöhnlichen und strunzdummen Kriegsfilm, bei dem sich niemals die Frage stellt, ob der Film ein Kriegs- oder ein Antikriegsfilm ist. In „Hacksaw Ridge“ ist Krieg von der ersten bis zur letzten Minute die sinnstiftende, niemals auch nur ansatzweise hinterfragte Schule, die den Mann zum Mann macht. Auch Doss findet den Sinn des Lebens auf dem Schlachtfeld.
Bei dieser Haltung bleibt keine Zeit für Ambivalenzen, theologische Erörterungen, Gewissenskonflikte oder andere Lösungen für Doss‘ Problem, als Gläubiger seinem Land im Krieg dienen zu wollen. Doss hat auch keine Probleme, beim Töten zu helfen. Er will nur keine Waffe in die Hand nehmen und es direkt selbst tun. Er ist ja kein Pazifist.
Das Herzstück des Bonusmaterials auf der DVD (die Blu-ray hat noch mehr Bonusmaterial) ist die 67-minütige sehr informative Doku „The Soul of War: Making Hacksaw Ridge“, die sehr offen auf alle Aspekte des Films eingeht. Außerdem gibt es einige geschnittene Szenen.
Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge, USA/Australien 2016)
Regie: Mel Gibson
Drehbuch: Robert Schenkkan, Andrew Knight
mit Andrew Garfield, Teresa Palmer, Hugo Weawing, Rachel Griffiths, Luke Bracey, Sam Worthington, Vince Vaughan
–
DVD
Universum Film
Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial: The Soul of War: Making Hacksaw Ridge, Deleted Scenes, 3 Trailer
Ein ermordeter Binnenschiffer treibt im Hafenbecken von Duisburg-Ruhrort. Die Kommissare Schimanski und Thanner suchen seinen Mörder.
Der erste Auftritt von Götz George als Horst Schimanski. Damals ein Skandal (Seine Manieren! Seine Sprache! Sein Umgang mit den Dienstvorschriften!), heute ein „Tatort“-Klassiker. Schimanski war schnell der beliebteste „Tatort“-Kommissar, der auch zweimal im Kino ermitteln durfte.
Danach, um 23.40 Uhr, zeigt der WDR einen weiteren „Tatort“-Klassiker: Samuel Fullers Kressin-“Tatort“ „Tote Taube in der Beethovenstraße“ (Deutschland 1973).
mit Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Michael Lech, Michael Rastl, Brigitte Janner, Max Volkert Martens, Barbara Focke
„The Salesman“ ist für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert und ich hoffe, dass er ihn erhält. Nicht weil er unbedingt der beste der nominierten Filme ist (ich kenne ja nicht alle Nominierten), sondern weil Asghar Farhadi und alle, die an dem Film mitarbeiteten, nicht in die USA einreisen dürfen, weil Donald Trump und seine Entourage gerade einen „Muslim ban“ verhängten. Als Mittel gegen den Terrorismus dürfen Staatsbürger aus sieben Ländern (auch Doppelstaatler und Green-Card-Inhaber und Menschen, die aus diesen Ländern kommen und schon seit Ewigkeiten in den USA leben [so aufgeschrieben erinnert mich das an etwas aus unserer deutschen Geschichte]) nicht einreisen. Nach Protesten wurde zwar – vielleicht – einiges geändert und die Trump-Administration widerspricht sich öfters, aber es ändert nichts: Moslems dürfen nicht rein. Christen aus den Ländern schon. Und der „Muslim ban“ kann, auch das hat die Trump-Administration schon gesagt, auf weitere Länder ausgeweitet werden. Dann vielleicht auch auf Länder, von denen für die USA wirklich aufgrund früherer Anschläge eine Gefahr ausgeht.
Da wäre ein Oscar für „The Salesman“ ein gutes Signal.
Auch weil der Film, ohne explizit politisch zu werden, ein Iran im Umbruch zeigt. Der Film spielt in Teheran – einer 8-Millionen-Einwohnerstadt mit einer ähnlichen Bevölkerungsdichte wie New York – in der dortigen Mittelschicht, die sich gar nicht so sehr von westlichen Mittelschichten, ihren Ansichten und ihren Problemen unterscheidet.
Auch deshalb hat Farhadi als zweite Ebene eine Theaterinszenierung von Arthur Millers Theaterklassiker „Tod eines Handlungsreisenden“ von 1949 eingeflochten. Das Stück erweitert und spiegelt die Handlung von „The Salesman“.
Im Mittelpunkt des Films stehen Emad und seine Ehefrau Rana. Er ist ein beliebter Lehrer für Literatur in einer Jungenschulklasse. In seiner Freizeit inszeniert er eine freie Adaption von Millers „Tod eines Handlungsreisenden“. Er spielt auch die Hauptrolle. Seine Frau spielt die Frau des Handlungsreisenden; was dazu führt, dass ihr Leben in dem Stück – in den Texten, den teils spontanen Abweichungen von Millers Text und der freien Interpretation des Stückes – eine Fortsetzung findet. Und umgekehrt.
Das liegt auch daran, dass ihr Leben aus den Fugen gerät. Nachdem durch Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück ihr Mietshaus unbewohnbar wird, müssen sie sich eine neue Wohnung suchen. Allerdings sind in der neuen Wohnung noch viele Gegenstände der Vormieterin, die sie irgendwann abholen will, vorhanden und die Nachbarn machen Andeutungen über ihr Leben.
Eines Abends, als Emad noch länger im Theater ist, wird Rana in der Wohnung überfallen und vergewaltigt. Sie redet nicht darüber und will auch keine Anzeige erstatten. Er fragt sich, wie er mit der Tat und den Fragen der Nachbarn umgehen soll.
Diese Geschichte entfaltet Farhadi langsam und oft mit Andeutungen, die vor allem für dortige Zuschauer sofort verständlich sind. Manchmal auch mit sehr leicht erkennbaren Anspielungen, wie das unbewohnbare Haus, die sich nicht meldende Vormieterin und ihre persönlichen Habseligkeiten, um die sie sich nicht kümmert. Farhadi zeichnet auch ein Bild der städtischen, kulturell interessierten Mittelschicht und einer Gesellschaft im Wandel zwischen Tradition und Moderne. Dass dabei die Parallelisierung zwischen dem Leben von Emad und Rana und Millers Stück teilweise wie ein Gimmick wirkt, teilweise etwas platt ist und dass der Film mit über zwei Stunden etwas lang geraten ist, sei ihm verziehen. Denn Farhadi erzählt seine Geschichte sehr offen. Er gibt damit keine eindeutige Sichtweise vor, sondern lädt zu verschiedenen Interpretationen ein. So lernen wir auch den Täter und seine Familie kennen.
In seiner Heimat hat Farhadis Film einen Nerv getroffen. Seit seinem Kinostart hat „The Salesman“ im Iran alle Zuschauerrekorde gebrochen. Dabei ist das Drama kein einfacher Film und kein Film, den man sich aus eskapistischen Motiven ansieht. Es ist ein Film, der sich mit den Dingen beschäftigt, die für seine Zuschauer wichtig sind. Auf die Jury, die über den iranischen Oscar-Kandidaten entscheiden sollte, wurde massiv Druck ausgeübt. Trotzdem schlug sie ihn als iranischen Oscar-Beitrag vor. In einem mehrstufigem Verfahren nominierte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (die die Oscars verleiht) „The Salesman“ für den Oscar als bester ausländischer Film.
Und allein diese Nominierung sollte bei uns doch einige Leute ins Kino locken. Sie können den Kinobesuch sogar als politisches Statement verkaufen.
Ach ja: Farhadi inszenierte vorher „Nader und Simin – Eine Trennung“ und „Le Passé – Das Vergangene“.
Einige Tage nach dem deutschen Kinostart erhielt „The Salesman“ den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Asghar Farhadi war bei der Preisverleihung nicht dabei. Für ihn nahmen Anousheh Ansari, US-amerikanisch-iranische Unternehmerin und erste Weltraumtouristin, und Dr. Firouz Naderi, ein iranisch-amerikanische Wissenschaftler und Leiter des Programms zur Erforschung des Sonnensystems im JPL (Jet Propulsion Laboratory) den Preis entgegen.
Und mit „Moonlight“ gab es sogar einen Überraschungssieger für den besten Film des Jahres; mit einer ungeplanten Überraschung bei der Verleihung.
Donald Trump versucht immer noch seinen „muslim ban“ durchzusetzen. Bis jetzt erhielt er vor Gericht eine Niederlage nach der nächsten.
Im Iran wurde Hassan Rohaniam 19. Mai bei der Präsidentschaftswahl wiedergewählt. Er war der moderate Kandidat. Er verfolgt eine Reformpolitik, die der Bevölkerung mehr Freiheiten und eine Erholung der Wirtschaft verspricht.
Das Bonusmaterial der DVD besteht aus einem enttäuschendem 23-minütigem Making of, das letztendlich eine B-Roll mit einigen, kurzen Statements vom Regisseur und den Hauptdarstellern ist.
The Salesman (Fourshande, Iran/Frankreich 2016)
Regie: Asghar Farhadi
Drehbuch: Asghar Farhadi
mit Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi, Farid Sajjadihosseini, Mina Sadati, Maral Bani Adam, Mehdi Kooshki
–
DVD
Panorama Entertainment
Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph)
Ton: Deutsch, Farsi
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Making of, Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer
In seinem letzten Film „Only Lovers left alive“ standen Vampire im Mittelpunkt. In „Paterson“ schleichen die Charaktere wie Untote durch den Film, in dem letztendlich nichts geschieht.
Adam Driver spielt den Busfahrer Paterson, der jeden Tag mit stoischer Mine den Linienbus durch die Straßen von Paterson, New Jersey, lenkt. Dabei schreibt er Gedichte. Zu Hause wartet seine Frau Laura (Golshifteh Farahani), die täglich neue Projekte hat, die er stoisch erträgt, auf ihn. Und seine Englische Bulldogge Marvin (Nellie, ausgezeichnet in Cannes mit dem Palm Dog Award), den Paterson nach Feierabend eher widerwillig Gassi führt. Bei dem Spaziergang pausiert er für ein Bier in einer Kneipe. Ein Tag vergeht dabei, mit kleinen Variationen, wie der andere.
Jim Jarmusch meint zu seinem neuesten Film: „’Paterson‘ ist eine ruhige Geschichte, ihre zentralen Figuren haben keine wirklich dramatischen Konflikte. Die Struktur ist einfach und folgt lediglich sieben Tagen im Leben der Figuren. ‚Paterson‘ ist als Feier der Poesie von Details, Variationen und alltäglichen Begegnungen gedacht und als eine Art Gegenentwurf zu hochdramatischem oder Action-orientiertem Kino. Es ist ein Film, dem man es erlauben sollte, einfach an einem vorbeizuziehen – so wie Bilder, die man durchs Fenster eines Linienbusses wahrnimmt, der sich wie eine mechanische Gondel durch eine kleine, vergessene Stadt bewegt.“
Und das fasst den formvollendeten Film voller Jarmusch-Bilder (wenn auch meist beschränkt auf enge Räume und Zimmer) und Jarmusch-Manierismen wirklich gut zusammen. Entweder lässt man sich Zen-artig durch den Film treiben oder man verlässt spätestens am dritten Tag das Kino.
„Paterson“ ist eine Liebeserklärung an den kleinen Mann und das einfache Leben. Paterson ist auch Jarmuschs alltäglichster Held, der als Mann ohne Eigenschaften in einer durch und durch kleinbürgerlichen Arbeiterwelt lebt: ein Busfahrer, dessen einzige Flucht das Schreiben von Gedichten ist und der schon lange seinen Frieden mit der Welt geschlossen hat.
Jetzt ist der wunderschöne Film auf DVD erschienen. Leider ohne Bonusmaterial; wobei Jim Jarmusch auch bei seinen vorherigen Filmen mit Bonusmaterial geizte.
Paterson (Paterson, USA 2016)
Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
mit Adam Driver, Golshifteh Farahani, Nellie (Wuff!)
Bevor am Donnerstag mit „Das Land der Heiligen“ ein gänzlich anderer Mafiafilm in unseren Kinos anläuft, kann man sich davor oder danach Stefano Sollimas grandiosen Thriller über das organisierte Verbrechen in Italien ansehen.
Wer ein gutes Namensgedächtnis hat, hat jetzt alle nötigen Informationen, um sich auf den Weg ins Kino zu machen. Denn „Suburra“ basiert auf einem Roman von Giancarlo de Cataldo und Carlo Bonini, die bereits in mehreren hochgelobten Romanen eine inzwischen Jahrzehnte umspannende Chronik über römische Gangsterbanden und die Verstrickungen von ihnen mit der Politik schrieben. Giancarlo de Cataldo schrieb auch „Romanzo Criminale“ über die Magliana-Verbrecherbande, die in den siebziger und achtziger Jahren Rom beherrschte.
Stefano Sollima war der Regisseur der TV-Serie „Romanzo Criminale“ und, später, der TV-Serie „Gomorrha“ (die auf Roberto Savianos Tatsachenroman über die neapolitanische Mafia basiert) und des Polizeidramas „ACAB – All Cops are Bastards“, das auf dem Roman von Carlo Bonini basiert. Derzeit dreht Sollima „Soldado“, die Fortsetzung von „Sicario“. Das fällt dann wohl in die Kategorie: anderer Schauplatz, gleiches Thema.
„Suburra“ erzählt dann die Geschichte von „Romanzo Criminale“ weiter. Jedenfalls insofern, dass der Film in Rom spielt und er wieder ein Porträt der Organisierten Kriminalität ist. In dem Roman gibt es dann auch einige sehr kurze Verweise auf die aus „Romazo Criminale“ bekannten und verstorbenen Bandenchefs.
In „Suburra“ plant der Samurai, der skrupellose Kopf des Verbrechens in Rom mit guten Verbindungen in die Wirtschaft und Politik, ein großes Bauprojekt, bei dem alle viel Geld verdienen können und einige Habenichtse gegen ihren Willen, mehr oder weniger handgreiflich, umgesiedelt werden.
Aufgrund der Größe und der notwendigen Baugenehmigungen sind auch die Politik und die katholische Kirche involviert. Und das einzige, was der Samurai im Moment nicht gebrauchen kann, ist Unruhe und unerwünschte Aufmerksamkeit von der Polizei, der Presse und der Öffentlichkeit.
Als während einer kleinen Orgie in einem Nobel-Hotelzimmer eine von dem konservativen Abgeordneten Filippo Malgradi (im Roman Pericle Malgradi, „ein Musterbeispiel christlicher Lebensführung“) bezahlte minderjährige Prostituierte an einer Überdosis stirbt, beginnt eine Kette von Ereignissen, die Samurais Pläne gefährdet.
Sollima erzählt diese Geschichte, die in einer Woche im November 2011 spielt, bildgewaltig und mit großem epischen Atem. Dabei hat er mit seinen Drehbuchautoren Carlo Bonini, Giancarlo de Cataldo, Sandro Petraglia und Stefano Rulli (beide ebenfalls das Buch für den Spielfilm „Romanzo Criminale“ und mehrere Episoden für die legendäre TV-Serie „Allein gegen die Mafia“) das Dickicht der Personen und Handlungsstränge des Romans zurechtgestutzt, ohne es zu übermäßig zu vereinfachen. Es gibt immer noch viele Personen und viele Handlungsstränge, die sich langsam miteinander verknüpfen und gegenseitig beeinflussen. Meist, immerhin ist „Suburra“ ein Noir, in Richtung Abgrund. Nicht umsonst werden die Tage bis zur Apokalypse immer wieder eingeblendet.
Das ist großes Kino, das wegen seiner Bilder (Rom bietet halt immer einiges für das Auge) auf der großen Leinwand seinen vollen Reiz entfaltet.
Der Roman liest sich dagegen wie eine faktenversessene Reportage, die auf ausführlichen Recherchen (de Cataldo ist Richter, Bonini Investigativ-Journalist) basiert und wirklich keine Ecke des römischen Sumpfes und der Verflechtungen zwischen den verschiedenen Ebenen, Hierarchien, Personen und Organisationen unbeleuchtet lassen will. Für Italiener, die die Hintergründe, Personen (auch wenn sie im Roman andere Namen haben) und Anspielungen kennen, wird sich „Suburra“ wie eine lange Reportage lesen. Für uns ist das Geflecht des Enthüllungsromans mit den vielen handelnden Personen oft mühsam zu durchschauen.
In der aktuellen Ausgabe des Romans bei Heyne Hardcore gibt es daher dankenswerterweise auf der zweiten Umschlagseite ein Namensverzeichnis mit 37 Namen und etliche namenlose „Sonstige“.
Die bedächtige Erzählweise des Spielfilms und die vielen Personen erinnern dann an eine TV-Serie. Und die ist auch geplant. Für Netflix soll dieses Jahr die Geschichte von „Suburra“ weiter erzählen werden. Und das könnte wieder eine Serie sein, die man sich ansehen muss.
Das Bonusmaterial besteht aus einem nicht uninteressanten, aber auch nicht sonderlich in die Tiefe gehendem 13-minütigem „Blick hinter die Kulissen“ und einer umfassenden, selbstablaufenden Bildergalerie.
Suburra(Suburra, Frankreich/Italien 2015)
Regie: Stefano Sollima
Drehbuch: Carlo Bonini, Giancarlo de Cataldo, Sandro Petraglia, Stefano Rulli
LV: Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Suburra, 2013 (Suburra)
mit Pierfrancesco Favino, Elio Germano, Claudio Amendola, Alessandro Borghi, Greta Scarano, Giuila Elettra Gorietti, Antonello Fassari, Jean-Hugues Anglade
Drehbuch: Christopher McQuarrie (nach einer Geschichte von Christopher McQuarrie und Drew Pearce) (basierend auf der von Bruce Geller erfundenen TV-Serie)
IMF-Agent Ethan Hunt kämpft gegen die Verbrecherorganisation Das Syndikat und gegen seine Vorgesetzten, die die IMF auflösen wollen, weil deren vorherige Aktionen spektakulär aus dem Ruder liefen. Oder will Das Syndikat die IMF auflösen, weil sie ihnen gefährlich wird?
Feiner Actionfilm, dieses Mal mit einer ordentlichen Portion James Bond, gelungenen Anspielungen, viel Humor und atemberaubender Action.
Ein alljährliches Gedenken an ein Gerichtsurteil, ein Feiertag in einigen Städten und in Caroline County, Virginia, und die größte multirassische Feier in den USA.
Denn am 12. Juni 1967 urteilte der Oberste Gerichtshof einstimmige, dass ein Verbot von Eheschließungen aufgrund von Rassenmerkmalen verfassungswidrig und eine Verletzung des 14. Zusatzes der Gleichstellungsgarantie sei.
In seinem Film „Loving“, der jetzt endlich bei uns anläuft, erzählt Regisseur Jeff Nichols („Take Shelter“, „Midnight Special“) wie es zu dem Urteil kam. Dabei geht es ihm nicht um die juristischen Winkelzüge, sondern um die beiden Kläger: das Ehepaar Loving. Sie heirateten am 2. Juni 1958 in Washington, D. C., weil sie schwanger war und sie in Virginia, ihrer Heimat, nicht heiraten durften. Denn Richard Loving war ein Weißer und Mildred Jeter eine Schwarze. Sie waren schon als Kinder miteinander befreundet, lebten ärmlich auf dem Land in Central Point im Regierungsbezirk Caroline County, einem ländlichen, von Armut gekennzeichnetem Gebiet.
Richard, wahrlich kein Intellektueller, ignorierte einfach, wie andere County-Bewohner, die damals gültigen und allgemein akzeptierten Rassengrenzen. Mit seinen afroamerikanischen Freunden konnte der Maurer besser an Autos herumbosseln. Außerdem arbeitete sowieso die meiste Zeit gemeinsam, lebte nah beieinander und half sich gegenseitig. Warum, so dachte der schweigsame Richard, sollte er also nicht mit den Menschen zusammen sein, mit denen er sich verstand?
Die anderen Weißen in Caroline County sahen das nicht so entspannt und sie erwirkten – mühelos – ein Gerichtsurteil, das die beiden Lovings verbannte. Der Richter verurteilte sie im Januar 1959 zu einer einjährigen Haftstrafe, die er unter Auflagen aussetzte. Sie mussten den Staat Virginia sofort verlassen und durften in den nächsten 25 Jahren nicht gemeinsam zurückkehren oder sich zur gleichen Zeit in Caroline County aufhalten. Das galt selbstverständlich ohne irgendeine Ausnahme, zum Beispiel für Familienfeiern oder Trauerfälle.
Sie fuhren nach Washington, D. C., zu Mildreds Cousin. Trotzdem fühlten sie sich in der Großstadt unwohl.
Über einen Brief an Präsident John F. Kennedy, den Mildred 1963 in ihrem Exil in Washington, D. C., schrieb, kamen sie in Kontakt mit Anwälten von der Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union), die ihren Fall zu einem Grundsatzstreit machten.
Dabei wollte sie nur zurück zu ihrer Familie nach Central Point und dort auf dem Land mit ihrem Mann und ihren Kindern leben.
Jeff Nichols erzählt diese in den USA bekannte (in jedem Fall bekanntere) Geschichte strikt chronologisch, langsam und mit dem Ehepaar Loving im Mittelpunkt. Joel Edgerton und, vor allem, Ruth Negga wurden, zu Recht, für ihre Interpretation des Ehepaares Loving mehrfach ausgezeichnet und für etliche prestigeträchtige Preise, wie den Golden Globe, nominiert. Ruth Negga war auch für den Oscar nominiert. Sie gibt Mildred eine stille Kraft, die die Familie zusammen hält und die für ihre Rückkehr in ihr Heimatdorf kämpft. Dafür geht sie auch in die Öffentlichkeit. Richard, ein introvertierter Mann, der auch wenn es sein Anliegen befördern würde, nicht in die Öffentlichkeit geht, ist das Gegenteil. Aber sie liebten sich.
Der Film selbst ist klassisches Hollywood-Erzählkino. Dabei erzählt Nichols die Geschichte etwas spröde, indem er bewusst auf Schmalz, große Emotionen, kitschige Taschentuchszenen und Nicholas-Sparks-Sonnenuntergänge verzichtet und sehr naturalistisch, fast wie ein Dokumentarfilm, erzählt. „Loving“ ist auch eine gelungene Geschichtsstunde über einen Sieg der Bürgerrechtsbewegung. In erster Linie ist es aber die Geschichte zweier Menschen, deren Verbrechen es war, dass sie sich liebten, heirateten, Kinder bekamen und in ihrer Heimat leben wollten.
Loving (Loving, USA/Großbritannien 2016)
Regie: Jeff Nichols
Drehbuch: Jeff Nichols
LV: Nancy Buirski: The Loving Story, 2011 (Dokumentarfilm)
mit Joel Edgerton, Ruth Negga, Marton Csokas, Nick Kroll, Terri Abney, Alano Miller, Jon Bass, Christopher Mann, Sharon Blackwood, Michael Shannon
State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)
Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)
In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.
Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.
Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.
Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.
mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis
Letzte Woche liefen das im Zweifelsfall immer erfrischend faktenfreie Biopic „Born to be Blue“ über den Jazz-Trompeter Chet Baker und die Dokumentation „Whitney – Can I be me“ über die Soul-Sängerin Whitney Houston an. Diese Woche geht es mit „All Eyez on Me“, einem Biopic über den Rapper 2Pac, der 1996 erschossen wurde, musikalisch weiter.
Vor über zwanzig Jahren tobte in den USA der Krieg zwischen Eastcoast- und Westcoast-Rappern. Sie griffen sich verbal an. Es kam auch zu Schlägereien und Schusswaffengebrauch. Und Rap wurde Mainstream. Man konnte plötzlich unglaublich viel Geld damit verdienen.
Einer der bekanntesten Vertreter dieses Krieges war Tupac Shakur, oder 2Pac, geboren am 16. Juni 1971 in Manhattan, New York City, gestorben am 13. September 1996 in Las Vegas, Nevada. Er war ein Westcoast-Rapper, kommerziell auch nach seinem Tod unglaublich erfolgreich, von der Kritik als Künstler gefeiert und ständig mit dem Gesetz in Konflikt.
Er war auch ein Gangsta-Rapper. Das ist eine Stilrichtung, die das Leben im Ghetto als Verbrecher plakativ verklärt und öffentlich mit den Insignien eines Gangster hausieren geht. Die Grenzen zwischen Künstler und Verbrecher waren in jeder Beziehung fließend. So wurde 2Pac 1994 in New York auf dem Weg ins Studio angeschossen und schwer verletzt. Er wurde wegen sexueller Belästigung verurteilt und saß 1995 acht Monate im Gefängnis, bevor er auf Kaution freikam. Das Geld kam von Death-Row-Records-Chef Suge Knight, für den er dafür drei Platten aufnehmen musste. Und vor seiner Musikerkarriere versuchte er sich als Jugendlicher als Drogenhändler, weil im Ghetto die Drogenhändler mit ihrem Geld protzten.
Die damals lebhaft geführte Diskussion über die oft in jeder Beziehung hochproblematischen Texte muss hier nicht interessieren. Schließlich ist ein Spielfilm kein „Spex“-Aufsatz. In diesen Texten wurde auch immer darauf verwiesen, dass Rap „CNN for black people“ (Chuck D von Public Enemy) sei. Aber bei Public Enemy ging es um Politik und nicht um die Verherrlichung eines Lebens als homophober und frauenverachtender Verbrecher.
Das ist der Hintergrund vor dem sich Tupac Shakurs kurzes Leben abspielte, das genug Stoff für einen Film hergibt. Und mit 140 Minuten ist Benny Booms Biopic „All Eyez on Me“ über den Rapper auch lang geraten. Es ist allerdings auch ein Film der falschen Entscheidungen. „All Eyez on Me“ erzählt Tupac Shakurs Leben aus der Sicht von Tupac Shakur. Damit ist, auch wenn anfangs eine scheinbar komplizierte Rückblendenstruktur verwandt wird, nur eine Perspektive vorhanden. Nämlich die des Erzählers Tupac Shakur, der sich durchgehend als verfolgte Unschuld präsentiert und sich, wenn er nicht gerade unschuldig verfolgt und vom Gesetz drangsaliert wird, einen messianischen Heiligenschein aufsetzt. Auf die Dauer – auch wenn man nichts über das Leben des Rappers weiß – entbehrt diese eindimensionale, von sich selbst und seinem Handeln restlos überzeugte Weltsicht jeder Logik. Es überzeugt einfach nicht, dass er und nur er immer vollkommen unschuldig und unbeteiligt in Schwierigkeiten gerät.
So wird der Film schnell zu einem banalen Rechtfertigungstraktat. Jeder Konflikt und jede Ambivalenz des Stoffes werden unelegant umschifft und mit zunehmender Laufzeit ärgert man sich immer mehr über all die verpassten Chancen.
Außerdem hat „All Eyez on Me“ die typische Biopic-Krankheit. Anstatt sich auf einen bestimmten Aspekt oder Konflikt zu konzentrieren, wird das ganze Leben des Porträtierten von der Geburt bis zum Tod abgehandelt. In kurzen, plakativen Szenen, die auch der blödeste Zuschauer im Saal begreifen muss und die sich einfach, wie Bilder in einem Photoalbum, ohne tiefere Erkenntnis, aneinanderreihen.
Benny Boon, der bereits zahlreiche Hip-Hop-Vidoes inszenierte, erzählt das alles ohne jegliche Distanz zu Tupac Shakur als Übung in blinder Heldenverehrung.
Dabei hat F. Gary Gray vor zwei Jahren in seinem grandiosen Bandporträt „Straight Outta Compton“ über N. W. A. gezeigt, wie man es besser macht.
All Eyez on Me(All Eyez on Me, USA 2017)
Regie: Benny Boom
Drehbuch: Jeremy Haft, Eddie Gonzalez, Steven Bagatourian
mit Demetrius Shipp Jr., Kat Graham, Lauren Cohan, Hill Harper, Danai Gurira
ZDFneo, 23.25 Savages – Im Auge des Kartells (Savages, USA 2012)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Shane Salerno, Don Winslow, Oliver Stone
LV: Don Winslow: Savages, 2010 (Zeit des Zorns)
Chon und Ben stellen Super-Heroin her und mit Ophelia leben sie in Laguna Beach in einer offenen Dreierbeziehung. Alles ist in bester Ordnung, bis ein mexikanisches Drogenkartell (angeführt von einer Frau) bei Chon und Ben einsteigen möchte und die beiden Jungs das Angebot nicht annehmen, sondern aus dem Drogengeschäft aussteigen wollen.
Don-Winslow-Verfilmung, die nicht als Ersatz, sondern als Anreiz zur Romanlektüre dienen sollte. Denn „Savages“ ist zwar kein wirklich schlechter Film, aber eine letztendlich enttäuschende Don-Winslow-Verfilmung. Warum habe ich hier ausführlicher begründet (und dort gibt es auch noch einige Clips).
mit Aaron Taylor-Johnson, Blake Lively, Taylor Kitsch, Benicio Del Toro, Salma Hayek, John Travolta, Demián Bichir, Shea Whigham, Sandra Echeverria, Emile Hirsch Hinweise
Schon in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ stahl die von Gal Gadot verkörperte Prinzessin Diana, aka „Wonder Woman“, in ihren wenigen Minuten Filmzeit den beiden titelgebenden Superhelden locker die Show. Mit „Wonder Woman“ hat die Comicheldin jetzt ihren überzeugenden Solofilm, der auch als Spielfilm und Einzelfilm überzeugt.
Dass „Wonder Woman“ der mit Abstand beste Film im „DC Extended Universe“ ist, wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Denn diese Hürde hätte Regisseurin Patty Jenkins („Monster“) nach den mehr oder weniger desaströsen DC-Filmen „Man of Steel“, „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und „Suicide Squad“ auch mit verbundenen Augen im Wachkoma geschafft. Sie erzählt die Origin-Story der Amazonenprinzessin Diana. Allerdings verlegte sie sie vom Zweiten Weltkrieg in die letzten Tage des Ersten Weltkriegs. Deswegen muss Diana im Film nicht (wie in den von ihrem Erfinder William Moulton Marston während des Zweiten Weltkriegs geschriebenen Geschichten) gegen böse Nazis, sondern gegen böse Deutsche kämpfen.
Diese verfolgen den US-Soldaten und Geheimagenten Steve Trevor (Chris Pine) auf die Amazoneninsel Themyscira. Bei einem Kampf am Strand können die Amazonen die Deutschen mit vielen eigenen Verlusten besiegen. Sie haben zwar keine Schusswaffen, aber Schwerter und ein jahrhundertelanges Training.
Trevor erzählt seinen Retterinnen, dass er von den Deutschen verfolgt wurde, weil er von General Ludendorff (Danny Huston) und Dr. Isabel Maru (Elena Anaya) Aufzeichnungen über ein von ihr erfundenes, tödliches Gas stahl und deren Labor zerstörte.
Diana entschließt sich, Trevor in die Welt der Männer zu begleiten und dort den Krieg zu beenden. Hinter dem Krieg kann nur der Kriegsgott Ares stehen.
Über London geht es nach Belgien und zwischen die Kriegsgräben. Dort plant Ludendorff, den sie für die menschliche Verkörperung von Ares hält, mit der Hilfe von Marus Erfindung, den Krieg zu seinen Gunsten zu beenden.
Patty Jenkins erzählt diese Geschichte mit der richtigen Dosis Action, einem leichten Camp-Touch (Dianas Lasso der Wahrheit) und einer ordentlichen Portion sich aus den Situationen ergebenden Humors. Immerhin erlebt Prinzessin Diana in London in der Welt der Männer Sitten, Gebräuche und Gepflogenheiten, die sich doch deutlich von den ihr bekannten unterscheiden. Das beginnt schon mit ihrer kampftauglichen Kleidung und endet bei ihrem respektlosen Umgang mit Männern, die daran gewöhnt sind, dass Frauen still und passiv sind.
Allerdings wird Dianas Origin-Geschichte zu sehr in einem klaren und entsprechend einfachen Gut- und Böse-Schema erzählt, das alle möglichen Grautöne der im Film angesprochenen moralischen und ethischen Fragen ignoriert. Das beginnt schon bei der ersten Begegnung von Diana mit Trevor. Er behauptet, dass er zu den Guten gehört und seine Verfolger die Bösewichter sind. Wir als Zuschauer wissen dank langjähriger Schulung in Hollywood-Konventionen, dass er recht hat, weil er von deutschen Soldaten verfolgt wird und Deutsche immer die Bösewichter sind. Aber Diana wird hier doch als arg naive und leichtgläubige Kriegerin gezeichnet. Auch später, in der Welt der Männer, will sie nur und ohne Umwege den Krieg beenden und so das Böse vernichten. In seiner herzigen Naivität sorgt ihr unbedingter Wille sofort Frieden zu schaffen und ihr Glaube, dass ihr das gelingt, indem sie den Bösewicht besiegt, für erfrischende Momente. Sie (und der Film) verschwendet auch keinen Gedanken an die Komplexität der Situation. Immerhin reden wir hier vom Ersten und nicht vom Zweiten Weltkrieg, in dem die Fronten eindeutig waren.
Diese eindeutige, alle möglichen Grautöne vermeidende Einteilung in Gut und Böse wird während des gesamten Films durchgehalten. Daher ist „Wonder Woman“ durchgehend unterkomplexer und auch apolitischer als nötig. Es ist ein bunter, unterhaltsamer, kurzweiliger, perfekt getimter Abenteuerfilm für die ganze Familie.
Und es ist ein DC-Film, der es locker mit den erfolgreichen Marvel-Filmen aufnehmen kann und sogar bessere Bösewichter hat.
Zum Schluss noch ein paar Fakten und Zahlen: „Wonder Woman“ ist der erste Superheldenfilm mit einer Heldin, der von einer Frau inszeniert wurde. Es ist der erste von einer Frau inszenierte Film mit einem Budget von über 100 Millionen US-Dollar. Er soll 150 Millionen US-Dollar gekostet haben. Und mit einem Einspielergebnis von über hundert Millionen US-Dollar in den USA am Startwochenende ist „Wonder Woman“ der erfolgreichste von einer Frau inszenierte Film. Davor war es „Fifty Shades of Grey“ von Sam Taylor-Johnson.
All die Zahlen sagen selbstverständlich nichts über die Qualität des Films aus. Daher ist es erfreulich, dass „Wonder Woman“ auch ein gelungener Film ist.
P. S.: Wie immer kann man sich bei den verschiedenen Fassungen (2D, 3D, Imax 3D) austoben. Ich habe den Film in 2D in einem normalen Kino gesehen und würde das als die optimale Fassung empfehlen. Wenn die Leinwand groß genug ist.
Wonder Woman (Wonder Woman, USA 2017)
Regie: Pattiy Jenkins
Drehbuch: Allan Heinberg (nach einer Geschichte von Zack Snyder, Allan Heinberg und Jason Fuchs)
mit Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Robin Wright, Danny Huston, David Thewlis, Said Taghmaoui, Ewen Bremner, Eugene Brave Cock, Lucy Davis, Elena Anaya, Lilly Aspell, Emily Carey, Wolf Kahler
Wer nach oder vor dem Kinobesuch tief in die Geschichte von Wonder Woman einsteigen will, sollte sich „Wonder Woman Anthologie“ zulegen. Wie in den anderen Bänden der Anthologie-Reihe (Batman und Deadpool wurden ja hier besprochen) gibt es in dem dicken und schweren Sammelband einen Überblick über den Charakter und seine wichtigsten Auftritte, wie ihrem ersten Auftritt und Geschichten, die für den Charakter große Veränderungen oder einmalige Ausflüge bedeuten. Bei „Wonder Woman Anthologie – Die vielen Gesichter der Amazonenprinzessin“ sind das
Die Geburt von Wonder Woman (The Origin of Wonder Woman, von William Moulton Marston und Harry G. Peter, Wonder Woman 1 [1942])
Frauen der Zukunft( America’s Wonder Woman’s Women of Tomorrow, von William Moulton Marston und Harry G. Peter, Wonder Woman 7 [1943])
Der Schurken-Verbund! (Villainy Incorporated!, von William Moulton Marston und Harry G. Peter, Wonder Woman 28 [1948])
Streng geheim! (Top Secret!, von Robert Kanigher und Ross Andru, Wonder Woman 99 [1958])
Wonder Girl, die junge Amazone! (Wonder Woman: Amazon Teen-Ager!, von Robert Kanigher und Ross Andru, Wonder Woman 107 [1959])
Wonder Womans letzter Kampf (Wonder Woman’s Last Battle, von Dennis O’Neil und Mike Sekowsky, Wonder Woman 179 [1968])
Das zweite Leben der ursprünglichen Wonder Woman (The Second Life of the Original Wonder Woman, von Robert Kanigher und Don Heck, Wonder Woman 204 [1973])
Schwanengesang (Swang Song!, von Roy Thomas und Gene Colan, Wonder Woman 288 [1982])
Die Prinzessin und die Macht! (The Princess and the Power!, von Greg Potter und George Perez, Wonder Woman 1 [1987])
Akte der Gewalt (Violent Beginnings, von William Messner-Loebs und Mike Deodato jr., Wonder Woman 93 [1995])
Spinnst du jetzt völlig?! (Are You out of Your Minds?!, von John Byrne, Wonder Woman 113 [1996])
Der wahre Wert der Seele (The Bearing of the Soul, von Eric Luke, Yanick Paquette und Matthew Clark, Wonder Woman 142 [1999])
Die Entdeckung des Paradieses (Paradise Found, von Phil Jimenez, Wonder Woman 177 [2002])
Die Mission (The Mission, von Greg Rucka und Drew Johnson, Wonder Woman 195 [2003])
Die Mutter der Bewegung (The Mother of the Movement, von Darwyn Cooke und J. Bone, Justice League: The New Frontier Special 1 [2008])
Die Höhle des Minotaurs! (The Lair of the Miotaur!, von Brian Azzarello und Cliff Chiang, Wonder Woman 0 [2012])
Gothamazone (Gothamazone, von Gail Simone, Ethan Van Sciver und Marcelo Di Chiara, Sensations Comics featuring Wonder Woman 1 [2014])
Rettender Engel (Rescue Angel, von Amy Chu und Bernard Chang, Sensation Comics featuring Wonder Woman 7 [2015])
Dazu gibt es kundige Texte über den Charakter, ihre Entwicklung, die Macher und warum gerade diese Geschichten ausgewählt wurden.
Eine Fundgrube für Fans und Neueinsteiger. Mit Suchtfaktor.
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Wonder Woman Anthologie – Die vielen Gesichter der Amazonenprinzessin
(übersetzt von Steve Kups, Mandy Matz und Alexander Rösch)
Naja. Fast. Denn das Büro ist ein einsam gelegenes Hochhaus in Bogotá, Kolumbien. Die Büroarbeiter sind Angestellte der multinationalen, gemeinnützigen Firma Belko Industries, deren genaues Arbeitsfeld unklar bleibt. Für die Filmgeschichte ist es auch nicht weiter wichtig. Denn kurz nach Arbeitsbeginn, nachdem den einheimischen Angestellten der Zutritt zum Gebäude verweigert wurde, werden die achtzig Angestellten zusammengerufen und eine Stimme erklärt ihnen über die firmeninterne Sprechanlage, dass sie innerhalb einer halben Stunde drei Kollegen töten sollen. Wenn nicht, sterben sechs Kollegen.
Natürlich halten die Angestellten das zuerst für einen Scherz.
Als einer der Angestellten stirbt, indem sein Kopf explodiert, beginnt ziemlich schnell genau der rapide Verfall gesellschaftlicher Normen, den man in solchen Filmen erwartet. Schon nach wenigen Minuten kämpft jeder gegen jeden. Das anfangs klinisch saubere Büro wird immer mehr zu einem leichenübersäten Schlachtfeld und wir haben in der Sicherheit unseres Kinositzplatzes unseren Spaß.
Der blutige Thriller „Das Belko-Experiment“, schnörkellos inszeniert von Greg McLean („Wolf Creek“), entstand nach einem schon etwas älterem Drehbuch von „Guardians of the Galaxy“-Regisseur James Gunn. Mit, unter anderem, Michael Rooker, Gregg Henry und Rusty Schwimmer einigen seiner Stamm-Schauspieler.
Gunn schrieb das Buch bereits vor zehn Jahren und sollte es auch verfilmen. Weil er sich damals von seiner Frau scheiden ließ, wollte Gunn keinen so düsteren Film drehen. Er inszenierte stattdessen lieber Comedies für das Fernsehen und das Web. Inzwischen ist er als „Guardians of the Galaxy“-Regisseur gut beschäftigt und sehr, sehr erfolgreich.
„Das Belko-Experiment“ will nicht mehr als ein Schlachtfest sein. Damit das nicht zu sinnfrei daherkommt, wird es hier getarnt als Experiment oder Spiel mit vorgegebenen Regeln, das den Spielern nur die Wahl lässt, zwischen töten oder getötet werden. Bis zum Ende funktioniert das gut als nihilistisches Darwinismus-Experiment ohne weiteren Anspruch und mit bekannter, nie in Frage gestellter Moral. Die absehbare Erklärung am Filmende für das Belko-Experiment, gefolgt von einer Option auf mögliche weitere Filme (yupp, ganz altes Horrorfilmklischee), ist dagegen erschreckend unlogisch und auch überflüssig.
Eigentlich ist „Das Belko-Experiment“ ein typischer Fantasy-Filmfest-Film, der genau das liefert, was er verspricht. In knapp neunzig Minuten. Nach dem Filmfest werden diese Filme ausschließlich auf DVD ausgewertet. Insofern ist es erfreulich, dass der Film vor seinem DVD-Start einen Kinostart erhält. Auch wenn er in Berlin nur in zwei Kinos läuft.
Das Belko-Experiment (The Belko Experiment, USA 2016)
Regie: Greg McLean
Drehbuch: James Gunn
mit John Gallagher Jr., Tony Goldwyn, Adria Arjona, John C. McGinley, Melonie Diaz, Owain Yeoman, Sean Gunn, Brent Sexton, Josh Brener, David Dastmalchian, David Del Rio, Gregg Henry, Michael Rooker
Wenige Stunden vor dem Kinostart von „Wonder Woman“ muss man die 1941 von William Moulton Marston erfundene Superheldin wohl kaum vorstellen. Wobei Wonder Woman keine normale Superheldin, sondern die Amazonenprinzessin Diana ist und das ist schon ziemlich göttlich. Was auch daran liegt, dass sie und ihre Welt von der griechischen Mythologie inspiriert sind.
Ihre Origin Story, die auch im sehenswerten Film erzählt wird, erzählt Greg Rucka in „Das erste Jahr“ als Teil des DC-Comics-Komplettneustarts „DC Rebirth“ (bzw., auf Deutsch: „Rebirth – Die Wiedergeburt ds DC-Universums“). Selbstverständlich anders als der Film.
Das beginnt schon damit, dass der Comic in der Gegenwart spielt.
Diana lebt seit Ewigkeiten glücklich mit ihren Amazonen-Schwestern auf der Insel Themyscira. Ihre Welt hat keinen Kontakt zu unserer Welt, der „Welt der Männer“ und niemand weiß von der Insel.
Eines Tages stürzt ein Flugzeug ab. Nur der US-Soldat Steve Trevor überlebt den Absturz.
Weil die Amazonen danach glauben, dass der Kriegsgott Ares oder eine ähnlich dunkle Bedrohung in der „Welt der Männer“ Unheil anrichtet, muss eine Amazone Trevor begleiten und gegen die dunkle Bedrohung kämpfen. Diese dunkle Bedrohung ist die Sear-Terrorgruppe, die jetzt den Maru-Virus freisetzen will. Das ist ein biochemischer Wirkstoff, der Menschen in mordgierige Bestien verwandelt.
Neben dem Kampf gegen die Sear-Gruppe steht die Beziehung von Prinzessin Diana zu Steve Trevor und Dr. Barbara Ann Minerva, einer Wissenschaftlerin, die Dianas Sprache versteht, im Mittelpunkt. Beide helfen ihr, in der neuen Umgebung zurechtzukommen und beide werden, wie „Wonder Woman“-Fans wissen, eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen.
„Das erste Jahr“ ist der kurzweilige Auftakt ihrer Geschichte in unserer Welt.
Schon 2002 schrieb Greg Rucka die Wonder Woman/Batman-Geschichte „Hiketeia“. Es ist seine erste „Wonder Woman“-Geschichte. Anschließend schrieb er drei Jahre lang „Wonder Woman“-Geschichten.
In „Hiketeia“ bittet Danielle Wellys Wonder Woman um Hiketeia. Das ist ein Ritual und Gesetz, bei dem dem Bittsteller Schutz gewährt und die volle Verantwortung für ihn übernommen wird. Letztendlich ist es eine Form des Kirchenasyls.
Wellys wird von Batman verfolgt, weil sie in Gotham City vier Männer ermordete. Batman will sie den Behörden übergeben. Gemäß dem Hiketeia muss Wonder Woman ihre Schutzbefohlene verteidigen.
Das ist ein schön klarer Konflikt, in dem es keine richtige Entscheidung gibt und den Rucka auch klar ausformuliert. Bei der Erklärung für Wellys‘ Taten und der Lösung des Konflikts verlässt Rucka dann allerdings der Mut zugunsten einfacher Lösungen.
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Greg Rucka (Autor)/Nicola Scott/Bilquis Evely (Zeichner): Wonder Woman: Das erste Jahr (Rebirth – Die Wiedergeburt des DC-Univerums)
(übersetzt von Ralph Kruhm)
Panini, 2017
164 Seiten
16,99 Euro
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Originalausgabe/enthält
Wonder Woman: Year One, Part One – Finale (# 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14)
DC Comics, September 2016 – März 2017
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Greg Rucka (Autor)/J. G. Jones (Zeichner): Wonder Woman/Batman: Hiketeia
Halloween, 1988: In einer typischen US-amerikanische Vorstadt trägt eine Gruppe Mädchen mitten in der Nacht Zeitungen aus. Sie haben Ärger mit den Jungs, von denen einer sich als Freddy Krueger verkleidet hat, und der Polizei. Alles wie immer. Bis sie im Keller eines verlassenen Hauses ein UFO entdecken (das aus einem Fünfziger-Jahre-Science-Fiction-Film stammen könnte), Außerirdischen begegnen, eine Puderdose mit einem Apfel-Symbol finden, fliegende Dinosaurier auftauchen und plötzlich alle Bewohner des Ortes verschwunden sind.
So beginnt Brian K. Vaughans neue Comicserie „Paper Girls“, die den prestigeträchtigen Eisner-Award als „Beste neue Serie“ erhielt. Zeichner Cliff Chiang erhielt einen Eisner-Award als „Bester Zeichner“.
Nach diesem furiosen Beginn geht es in dem ersten „Paper Girls“-Sammelband ähnlich flott weiter, ohne dass klar ist, wohin die Reise gehen soll. Jedenfalls gibt es verschiedene außerirdische und/oder aus einer anderen Zeit kommende Invasoren, die den Menschen gegenüber mehr oder weniger feindsinnig gesonnen sind und, in einer mehr oder weniger fernen Dimension, einen in einem 08/15-Apartment lebenden Mann, der wie Gott aussieht und eine große Kollektion unterschiedlicher T-Shirts hat. Beginnend mit einem „Public Enemy“-T-Shirt. Geschmack hat der Opa also.
Das T-Shirt ist nur eine der vielen Anspielungen, die Vaughan und Chiang in ihrer Geschichte mehr oder weniger offensichtlich versteckt haben. Dabei beziehen sich die meisten Anspielungen, immerhin spielt die Geschichte 1988 unter Teenagern, auf Filme und Stars der Achtziger. Ob heutige Jugendliche, die ja zu einem großen Teil das Zielpublikum von „Paper Girls“ sind, sie verstehen, bezweifle ich.
Davon abgesehen – und die Anspielungen sind nur die richtige Dosis Salz in der Suppe – erzählen Vaughan und Chiang eine Alien-Invasions-Geschichte mit einem neuen Dreh, der neugierig auf die weiteren Abenteuer der Paper Girls macht.
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Brian K. Vaughan (Autor)/Cliff Chiang (Zeichnungen): Paper Girls 1
LV: Makoto Isshiki: Piano no Mori: The Perfect World of Kai, 1998 – 2015 (Manga)
Der Sohn eines bekannten Dirigenten und der Sohn einer Prostituierten, der im Wald auf einem vergessenen Piano spielt, sind Freunde und sie müssen in einem Wettbewerb gegeneinander antreten.
TV-Premiere eines Anime aus dem Studio Madhouse, der bei uns nur auf DVD erschien.
„Dank der ungewöhnlichen Art, Bilder zu komponieren, die wie Traumszenen scheinbar in Widerspruch miteinander stehen, verdichtet sich die Handlung zu einem der gefühlsbetontesten und musikalischsten Anime-Filme überhaupt.“ (Lexikon des internationalen Films)