TV-Premiere. Hochspannender und, auch für die Menschen, die alle Fakten im Schlaf herunterbeten können, informativer Polit-Thriller über die schwierige Entstehung des „Feinstein-Reports“. 2009 beauftragte die US-Senatorin Dianne Feinstein den Senatsmitarbeiter Daniel J. Jones, einen Bericht über die ‚erweiterten Verhörmethoden‘ (Folter) der CIA nach dem 11. September zu schreiben. Er vertieft sich in die Akten und ist, obwohl die Fakten damals schon bekannt waren, schockiert.
mit Adam Driver, Annette Benning, Ted Levine, Jon Hamm, Sarah Goldberg, Maura Tierney, Michael C. Hall, Douglas Hodge, Fajer Kaisi, Jennifer Morrison, Tim Blake, Corey Stoll, Matthew Rhys
Seien wir ehrlich; – auch wenn es offensichtlich ist: Jim Jarmusch hat letztes Jahr bei den Fimfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen für seinen neuen Film „Father Brother Sister Brother“ nicht für den Film, sondern für sein Lebenswerk erhalten. Wahrscheinlich mit einer leichten Torschusspanik bei dem Festival, dass sie bislang Jarmusch noch nicht ausgezeichnet haben. Dabei ist Jim Jarmusch einer der großen zeitgenössischen Indie-Regisseure, er ist schon über siebzig Jahre alt und er war in den vergangenen Jahren sehr unproduktiv. Jedenfalls in punkto Spielfilme.
Sein neuester Film „Father Mother Sister Brother“ besteht aus drei Kurzfilmen, die an verschiedenen Orten in den USA und Europa spielen und mit verschiedenen Schauspielern gedreht wurden. Immer geht es um Kinder und ihre Eltern. Immer tauchen durch das Bild fahrende Skater auf und immer ist irgendwann eine nicht immer echte Rolex im Bild. Wichtig für die Geschichte sind die Skater und die Rolex nicht. Es sind eher Dinge, die auftauchen müssen, weil der Geldgeber es so wollte.
In dem ersten, in einer abgelegenen Hütte in New Jersey spielenden Film, besuchen die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) ihren allein lebenden Vater (Tom Waits). Sie wollen wissen, ob er Hilfe benötigt. Die zweite Episode spielt in Dublin. Die beiden Schwestern Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) absolvieren den alljährlichen Pflichtbesuch bei ihrer furchteinflößenden Mutter (Charlotte Rampling) in ihrer noblen Wohnung. In der dritten und längsten Episode des Films geht es nach Paris zu den Zwillingen Skye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat). Sie wollen die Wohnung ihrer tödlich verunglückten Eltern auflösen.
Bis auf die erste Geschichte ist keiner dieser Kurzfilme irgendwie auf eine Pointe hin erzählt. Und auch die Pointe in der ersten Geschichte ist schon von der ersten Minute an, wenn Tom Waits seine Wohnung für den Besuch seiner Kinder in einen schlechteren Zustand aufräumt, absehbar. Es sind drei Betrachtungen von Familienkonstellationen, in denen nichts Aufregendes passiert. Es sind Skizzen, in denen einfach einige Beobachtungen und eine Situation geschildert werden. Es sind auch typische Jarmusch-Geschichten. Dieses Mal in der kurzen und auf eine Situation konzentrierten Form, die er bereits in früheren Filmen pflegte. „Night on Earth“ und „Coffee and Cigarettes“ sind hier zu nennen. Diese Episodenfilme und Kurzfilme sind Nebenwerke.
Auch „Father Mother Sister Brother“ ist ein hochkarätig besetztes Nebenwerk, das vor allem für Jarmusch-Fans, sieben Jahre nach seinem letzten Spielfilm „The Dead don’t die“, ein willkommenes Lebenszeichen ist und das die Wartezeit auf seinen nächsten Spielfilm verkürzt.
Father Mother Sister Brother(Father Mother Sister Brother, USA/Deutschland/Italien/Irland/Frankreich 2025)
Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
mit Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat, Françoise Lebrun
TV-Premiere. Hochspannender und, auch für die Menschen, die alle Fakten im Schlaf herunterbeten können, informativer Polit-Thriller über die schwierige Entstehung des „Feinstein-Reports“. 2009 beauftragte die US-Senatorin Dianne Feinstein den Senatsmitarbeiter Daniel J. Jones, einen Bericht über die ‚erweiterten Verhörmethoden‘ (Folter) der CIA nach dem 11. September zu schreiben. Er vertieft sich in die Akten und ist, obwohl die Fakten damals schon bekannt waren, schockiert.
mit Adam Driver, Annette Benning, Ted Levine, Jon Hamm, Sarah Goldberg, Maura Tierney, Michael C. Hall, Douglas Hodge, Fajer Kaisi, Jennifer Morrison, Tim Blake, Corey Stoll, Matthew Rhys
Inside Llewyn Davis (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich 2013)
Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Meisterwerk der Coen-Brüder über den erfolglosen Folkmusiker Llewyn Davis und die New Yorker Folkmusikszene der frühen Sechziger. Kurz bevor ein Mann in Greenwich Village auftauchte, der 2016 den Literaturnobelpreis erhielt.
Wenn wir ehrlich sind, ist „Megalopolis“ gescheitert, aber sehenswert, wenn auch nicht sehenswert gescheitert. Außerdem ist Francis Ford Coppolas neuer Film – ich hänge mich jetzt weit aus dem Fenster (aber bei der Höhe meines Fensters ist das ein vertretbares Risiko) – auch kein Film, der in zwanzig, dreißig Jahren eine gloriose Wiederauferstehung und Neubeurteilung erfahren wird. Trotzdem ist er sehenswert.
Ich erkläre das jetzt.
„Megalopolis“ könnte der letzte Spielfilm von Francis Ford Coppola sein. Er ist 85 Jahre und steckte in den vergangenen Jahren seine Energie in Restaurierungen und neue Schnittfassungen seiner alten Filme, die dann auch wieder im Kino gezeigt und von der Kritik abgefeiert wurden. In den vergangenen 25 Jahren drehte er drei Filme, die alle eine Ist-mir-egal-Einstellung gegenüber kommerziellen Erwägungen und den Erwartungen des Publikum versprühten. Auch „Megalopolis“ kümmert sich wenig um Publikumserwartungen und das zeitgenössische Kino.
Für Coppola ist „Megalopolis“ die Erfüllung eines lange gehegten, mit eigenem Geld finanzierten Wunsches. Seit über vierzig Jahren ist das Projekt immer wieder im Gespräch. Coppola sammelte Zeitungsausschnitte, machte sich Notizen und schrieb auch, mehr oder weniger präzise ausformulierte Drehbücher. Es gab mehr oder weniger weit fortgeschrittene Vorbereitungen für eine Verfilmung. Immer wieder kam etwas dazwischen und Coppola sammelte weitere Ideen, unterhielt sich über das Projekt und schrieb neue Versionen der Geschichte.
Diese lange Entwicklungszeit ist ein Problem des Films. Es ist in jeder Minute offensichtlich, dass über viele Jahre an dem Film gearbeitet wurde. Da hat sich viel angesammelt und vieles will man dann nicht einfach wegwerfen. So franst der Film in jeder nur erdenklichen Beziehung an allen Ecken und Enden aus. Einige Bilder und Ideen, die damals visionär waren, wirken heute abgeschmackt. Anderes ist immer noch atemberaubend.
Im Gegensatz zu anderen Alterswerken großer Regisseure ist „Megalopolis“ auch nicht – also jedenfalls nicht wirklich – die Zusammenfassung des bisherigen Werkes und eine damit verbundene Rückschau. Es ist ein Werk, das sich viel wagt, das keine Rücksicht nimmt und aus dem Vollen schöpft. Das ist bewundernswert und führt immer wieder zu atemberaubenden Szenen. Ein guter Film ist „Megalopolis“ nicht.
Es geht um den genialen Architekten und Erfinder Cäsar Catilina (Adam Driver), der die Metropole New Rome radikal umgestalten möchte. Er hat eine visionäre Vision von der Zukunft und wie Menschen in einer Metropole leben können. Der Bürgermeister Franklyn Cicero (Giancarlo Esposito) ist dagegen. Er will den Status Quo von New Rome aufrecht erhalten.
Nachdem Coppola diese Prämisse schnell etabliert hat, vergisst er sie atemberaubend schnell. Er driftet in Richtung Sittengemälde ab mit zahlreichen Anspielungen auf die Geschichte von New York, dem klaren Vorbild für New Rome, und dem eher prüden Feiern altrömischer Dekadenz mit halbnackten Frauen, Wagenrennen und teilweise moderner und zukünftiger Technik. Dazwischen gibt es vollkommen unzusammenhängende Episoden, die für die zu dem Zeitpunkt schon lange im Nirvana verschwundene Hauptgeschichte keinerlei Bedeutung haben. Anscheinend wichtige Figuren verschwinden aus der Filmgeschichte. Manche für immer. Interessante Ideen, wie dass Catilina die Zeit anhalten kann, haben für den Film, nach einer pompösen Einführung, keinerlei Bedeutung. Coppola verirrt sich im Dickicht seiner Ideensammlung für den Film und den verschiedenen Drehbuchskizzen und -versionen, ohne eine klare Vision der Filmgeschichte und des in ihr zu behandelnden Konflikts zu entwickeln. Denn dann hätte er gewusst, welche Ideen und Anspielungen in den Film gehören und welche nicht.
New Rome ist Coppolas Version von Gotham City und „Megalopolis“ ist „geschnittene Szenen aus ‚Batman‘-Filmen“ und Bilder aus dem Leben und Leiden der Architektenkammer von Gotham. Beides ohne Batman und Superbösewichter.
Megalopolis (Megalopolis, USA 2024)
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: Francis Ford Coppola
mit Adam Driver, Giancarlo Esposito, Nathalie Emmanuel, Shia LaBeouf, Aubrey Plaza, Jon Voight, Jason Schwartzman, Laurence Fishburne, Talia Shire, Kathryn Hunter, Grace VanderWaal, Chloe Fineman, James Remar, D.B. Sweeney, Dustin Hoffman, Balthazar Getty
Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott, Spike Lee
LV: Ron Stallworth: Black Klansman, 2014
Ron Stallworth ist in den Siebzigern der erste schwarze Polizist in Colorado Springs. Als er eine Anzeige des Ku Klux Klans entdeckt ruft er dort an und wird auch gleich zu einem Treffen eingeladen. Aufgrund seiner Hautfarbe kann er nicht hingehen. Aber sein jüdischer Kollege Flip Zimmerman kann es. Gemeinsam beginnen sie gegen die weißen Rassisten zu ermitteln.
Spike Lee in Höchstform: er erzählt eine unglaubliche, aber wahre Geschichte mit viel Verve, Wut, satirischen Überspitzungen viel Zeitkolorit.
mit John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Laura Harrier, Ryan Eggold, Jasper Pääkkönen, Corey Hawkins, Paul Walter Hauser, Alec Baldwin, Harry Belafone
Drehbuch: Ben Affleck, Matt Damon, Nicole Holofcener
LV: Eric Jager: The Last Duel: A True Story of Trial by Combat in Medieval France, 2004
Frankreich, 1386: Jacques LeGris und Jean de Carrouges sind beste Freunde. Bis Jeans Ehefrau Marguerite behauptet, sie sei von Jacques vergewaltigt worden. Die beiden Männer werden zu Todfeinden, die in dem titelgebenden letzten Duell die Wahrheit herausfinden wollen.
TV-Premiere kurz vor Mitternacht. Wegen der Erzählstruktur – Ridley Scott erzählt die Geschichte nacheinander aus der Perspektive jeder Hauptfigur – längliches Drama, das als mittelalterliche Soap-Opera über gekränkte männliche Eitelkeiten mit einem brutalen Duell am Filmende im Gedächtnis bleibt.
TV-Premiere. Eine Opernsängerin und ein Stand-up-Comedian sind überglücklich ineinander verliebt. Als ihre Tochter Annette geboren wird, wird aus der Liebesgeschichte ein Noir-Drama, überzeugend inszeniert von Leos Carax, mit der eingängigen Musik der Sparks.
Das so entstandene Art-Pop-Musical ist gleichzeitig ein traditionelles Musical und die Dekonstruktion eines Musicals. In Cannes gab es dafür Preise für die Regie und die Musik.
Der 1936 in der Bronx, New York City, geborene Don DeLillo zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen US-amerikanischen Schriftstellern. „Americana“, seinen ersten Roman, veröffentlichte er 1971. 1985 hatte er mit „Weißes Rauschen“ (White Noise) seinen Durchbruch. Zu seinen seitdem erschienenen Werken gehören „Sieben Sekunden“ (Libra, 1988), „Mao II.“ (1991), „Unterwelt“ (Underworld, 1997; allein schon wegen seines Umfangs von knapp tausend Seiten erschlagend) und „Cosmopolis“ (2003). Er gehört zu der sehr losen Gruppe der Postmodernisten – und das ist auch schon die Erklärung, warum die IMDb nur sechs Verfilmungen auflistet. Zwei sind Originaldrehbücher ohne eine literarische Vorlage. Zwei sind Kurzfilme. Eine Verfilmung ist eine französische Produktion, die bei uns anscheinend nie gezeigt wurde. Die bekannteste DeLillo-Verfilmung ist David Cronenbergs „Cosmopolis“. Sie basiert auf einem zweihundertseitigem Buch, in dem DeLillo eine ziemlich gradlinige Geschichte erzählt. Das erleichtert die Verfilmung. Denn normaleweise sind die Bücher der Postmodernisten, wozu auch Thomas Pynchon, Kurt Vonnegut, Joseph Heller und Paul Auster gehören, unverfilmbar. Aber eine grandiose Lektüre.
Der neueste Versuch einen Roman von Don DeLillo zu verfilmen, ist von Noah Baumbach. Er nahm sich „Weißes Rauschen“ vor. Netflix gab ihm das Geld und dort ist die Satire ab dem 30. Dezember zu sehen. Bis dahin kann sie im Kino angesehen werden. Das ist der Ort, für den Baumbach seinen Film inszenierte. Denn jedes Bild ist für die große Leinwand komponiert. Einige Bilder entfalten erst dort ihre volle Wirkung.
Die Story hat Baumbach von DeLillo übernommen. Im Mittelpunkt steht Jack Gladney (Adam Driver). Er ist in der Provinz im College-on-the-Hill Professor für Geschichte, Experte für Adolf Hitler, verheiratet mit Babette (Greta Gerwig) und Erzieher von vier aus unterschiedlichen Ehen stammenden Kindern. Vor allem mit seinem Kollegen Murray Siskind (Don Cheadle), Experte für Elvis Presley und Autounfälle in Filmen, redet er über alles, was gerade an tages- und gesellschaftspolitisch wichtigen Themen diskutiert werden kann.
Der Film zeigt ihn im Gespräch mit seiner Frau und seinen Kindern und mit seinen Kollegen. Am Frühstückstisch, in der Universität und im Lebensmittelgeschäft.
In der Mitte des Films ereignet sich, wie im Roman, das „Airborne Toxic Event“. Bei einem Zugunfall treten unbekannte, möglicherweise tödliche, aber vielleicht auch vollkommen harmlose Gase aus. Als die Wolke sich ihrem Ort nähert, zwingt die Regierung alle Einwohner, sofort ihre Wohnung zu verlassen. In einem Ferienlager verbringen die Gladneys mit vielen anderen Menschen, die ebenfalls vor der Giftwolke geflüchtet sind, einige Tage. Nach einem Alarm flüchten sie kopflos. Gladney will auf ihrer Flucht vor der Wolke nicht mit den anderen Menschen in einem Stau stehen. Er wählt kopflos eine andere Route, steuert sein Auto mit seiner Familie panisch durch den Wald in einen Fluss. Sie treiben etwas flussabwärts und stehen etwas später im Stau.
Seine Frau Babette betrügt ihn und nimmt Dylar, eine Droge, über die nichts bekannt ist und die erhebliche Nebenwirkungen hat. Aber sie könnte Menschen helfen, die unter Todesangst leiden. Sie könnte mit dem Wissen der Regierung ausprobiert werden; – oder nicht.
Und dann endet der Film in einer Tanzszene in einem Supermarkt.
Das ist keine Geschichte im traditionellem Sinn, sondern eine ermüdende Abfolge von Ereignissen, die auch in irgendeiner anderen Reihenfolge präsentiert werden könnten. Oft wird auf eindeutige Erklärungen zugunsten eines Potpourris alternativer Erklärungen, absurder Erklärungen, Nicht-Erklärungen oder Verschwörungstheorien verzichtet. Es gibt Konsumkritik und Kritik am ‚american way of life‘, die vor gut vierzig Jahren neu war. Heute wirkt sie wie die nostalgische Erinnerung an eine bessere und einfachere Zeit. Natürlich ist alles immer etwas absurd und, wie der Chemieunfall, eine Verkettung unglaublicher Zufälle.
Noah Baumbachs „Weißes Rauschen“ wirkt immer wie eine textnahe Inszenierung des Romans für die Fans des Romans, die sich an den Gemeinsamkeiten und Unterschieden abarbeiten können. Denn DeLillos Themen, seine Sprache und der Aufbau des Romans sind jederzeit erkennbar. Baumbach garniert das mit einigen filmischen und popkulturellen Anspielungen.
Als eigenständige Interpretation versagt diese Verfilmung dann. Einmal weil der 136-minütige Film zu nah an dem plotlosen Roman ist; einmal weil die in dieser Satire formulierte Kritik an der US-amerikanischen Gesellschaft eine Welt kritisiert, die es vor vierzig Jahren gab.
Weißes Rauschen(White Noise, USA 2022)
Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach
LV: Don DeLillo: White Noise, 1985 (Weißes Rauschen)
mit Adam Driver, Greta Gerwig, Don Cheadle, Raffey Cassidy, Sam Nivola, May Nivola, Lars Eidinger, Andre Benjamin, Jodie Turner-Smith, Barbara Sukowa
1648: Zwei Jesuitenpater reisen in das gottlose Japan. Dort soll ihr Mentor Gott abgeschworen haben.
Alle paar Jahre dreht Martin Scorsese einen seiner religiösen Filme. „Silence“ ist, trotz beeindruckender Bilder, sein schwächster dieser Filme. Das Drama ist ein religiöses Erbauungstraktat, das mit gut drei Stunden Laufzeit auch die Geduld des langmütigsten Zuschauer über Gebühr strapaziert.
Gefühlt Mitte Zwanzig (While we’re young, USA 2014)
Regie: Noah Baumbach
Drehbuch: Noah Baumbach
Dokumentarfilmer Josh doktert seit zehn Jahren an seinem neuen Dokumentarfilm herum. Als er und seine Frau ein zwanzig Jahre jüngeres Hipster-Paar kennen lernen, verändert sich ihr Leben. Zunächst entdecken sie ihre Jugend wieder.
Sehr lebensweise, traurige und gleichzeitig vergnügliche Midlife-Crisis-Komödie.
Nach seiner Entlassung bei einer Baufirma hat Jimmy Logan einen Plan: während eines Nascar-Rennens will er die Einnahmen klauen. Er braucht dabei nur etwas Hilfe und seine Helfer sehen nicht wie vertrauenswürdige Diebe, sondern wie dusselige Hinterwäldler aus.
Wundervoll leichtfüßige und vertrackte Gaunerkomödie von Steven Soderbergh. Sozusagen die Hillbilly-Version von „Ocean’s Eleven“. Dass der minutiös präsentierte und durchgeführte Plan für den Diebstahl in der Realität so wahrscheinlich funktionieren würde, ist da egal.
Inzwischen ist auch das Rätsel um die Identität der Drehbuchautorin Rebecca Blunt enthüllt. Es ist Soderberghs Frau Jules Asner.
mit Channing Tatum, Adam Driver, Daniel Craig, Seth MacFarlane, Riley Keough, Katie Holmes, Katherine Waterston, Dwight Yoakam, Sebastian Stan, Jack Quaid, Brian Gleeson, Farrah Mackenzie, Hilary Swank
Wiederholung: Dienstag, 19. April, 01.20 Uhr (Taggenau!)
Inside Llewyn Davis (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich 2013)
Regie: Ethan Coen, Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Meisterwerk der Coen-Brüder über den erfolglosen Folkmusiker Llewyn Davis und die New Yorker Folkmusikszene der frühen Sechziger. Kurz bevor ein Mann in Greenwich Village auftauchte, der 2016 den Literaturnobelpreis erhielt.
Es beginnt mit der typischen Sparks-Mischung aus eingängiger Musik, Ironie, Tief- und Flachsinn. Zuerst werden wir, das Publikum, um unsere vollständige Aufmerksamkeit gebeten (Tun wir gerne.). Und wir sollen mucksmäuschenstill sein und unserem Atem bis zum Ende der Show anhalten (Tun wir nicht). Dann geht es mit einer minutenlangen, ohne Schnitt gefilmten Eröffnungssequenz weiter. Es ist eine große Gesangsnummer, einem in einem Tonstudio beginnendem Singalong, zu dem die beiden Hauptdarsteller – Adam Driver als Henry McHenry und Marion Cotillard als Ann Desfranoux – durch die Straßen von Los Angeles laufen, singen und von immer mehr Menschen begleitet werden, bis sich ihre Wege für die nächsten Stunden des Abends trennen. Sie, die Opernsängerin, fährt zur Oper. Er, der Stand-up-Comedian, fährt zum Orpheum Theatre. Singen tun sie in diesen Minuten „So may we start“. Das Stück ist ein perfekter Start für einen Film oder, für Ann und Henry, der Beginn eines Arbeitsabends.
Ann und Henry sind das neue Traumpaar der Regenbogenpresse: jung, gutaussehend, erfolgreich und in hunderprozentig gegensätzlichen Bereichen des Kulturlebens arbeitend. In der Boulevardpresse-Dramturgie ist sie die Schöne und er das Biest, das in seiner Soloshow auch als „Der Affe Gottes“ auftritt. Sie sind verliebt („We love each other so much“), heiraten, kriegen eine Tochter, Annette genannt (anfangs von einer Holzpuppe gespielt), in ihrer Ehe kriselt es – und aus dem Liebesfilm wird ein Noir-Drama.
„Annette“ ist der neue Film von Leos Carax, der nur alle Jubeljahre einen Film dreht. „Die Liebenden von Pont-Neuf“ (1991), „Pola X“ (1999) und, sein bislang letzter Film, „Holy Motors“ (2012) sind seine bekanntesten Filme. Nie interessierte er sich für eine platte Wiedergabe der Realität. Stattdessen sind seine Werke immer radikal stilisiert und voller akustischer und visueller Einfälle und cineastischer Verweise. Sie sind pures Kino. Da passt ein hundertprozentiges Musical gut ins Œuvre.
Die Idee für den Film hatten die Brüder Ron und Russell Mael. Sie treten seit 1967 gemeinsam auf. Zuerst als Halfnelson, seit den frühen Siebzigern als Sparks. Seit einigen Wochen dürfte die Band über den engen Fankreis hinaus bekannt sein. Denn Anfang Oktober lief in den Kinos Edward Wrights ausführliche Doku „The Sparks Brothers“ (USA 2021) über die beiden Brüder, ihre Musik und ihr Leben. Vor allem in den Siebzigern und Achtzigern hatten sie Hits. Stilistisch legten sie sich nie fest. Aber meistens bewegen sie sich, mit einer ordentlichen Portion Humor, zwischen Pop, Discomusik und den aktuell angesagten Trends. 2009 fragte das Swedisch National Radio sie, ob sie für das Radio ein Musical schreiben wollten. Sie taten es und nannten das Ergebnis „The Seduction of Ingmar Bergman“. In dem Stück geht es darum, dass Ingmar Bergman in Hollywood einen Film drehen will. Mit mehr Geld und weniger Seele. 2013 trafen sie Leos Carax in Cannes und fragten ihn, ob er ihr Bergman-Stück verfilmen wolle. Sie fanden sich sympathisch, aber Carax lehnte ab. Er könne keinen Film drehen, der in der Vergangenheit spiele. Kurz darauf schickten sie ihm erste Ideen und Songdemos für „Annette“.
Daraus entstand jetzt, nachdem sich die Finanzierung und Produktion als schwierig und langwierig erwiesen (was auch den großen Abstand zwischen „Holy Motors“ und „Annette“ erklärt) „Annette“. Es ist das erste Film-Musical der Sparks. Es ist, wie üblich bei den Sparks, gleichzeitig ein traditionelles Musical und die Dekonstruktion eines Musicals. Erzählt wird, immer mit eingängigen, sofort zum Mitsingen einladenden Pop-Songs, eine zunehmend düstere High-Society-Liebesgeschichte im Künstlermilieu, mit einigen Spitzen gegen den Kulturbetrieb, etwas Wunderkindmythos, einem Touch #MeToo und dem Fall eines provozierenden Künstlers.
„Annette“ ist ein experimentierfreudiges, dabei jederzeit zugängliches und witziges Art-Pop-Musical. In Cannes gab es dafür Preise für die Regie und die Musik.
1970 – im Film wird 1978 genannt – lernt der introvertierte Maurizio Gucci (Adam Driver) in Mailiand Patrizia Reggiani (Lady Gaga), die ausgehfreudige Tochter eines Transportunternehmer, kennen. Sie verlieben sich ineinander, heiraten 1972 und trennen sich 1985. Die Scheidung war 1994. Am 27. März 1995 wird Maurizio Gucci auf offener Straße erschossen.
1998 wird Patrizia Reggiani verurteilt. Sie soll einen Killer beauftragt haben, ihren Ex-Mann zu ermorden.
Zwischen diesen beiden Daten spielt sich Ridley Scotts neuer Film „House of Gucci“ ab. Es ist eine wahre Geschichte, über die damals viel berichtet wurde. Immerhin war hier alles versammelt, was das Herz der Klatschpresse jubilieren lässt und Stoff für mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Filme liefert. 2001 erschien Sara Gay Fordens Buch „The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed“. Scott sicherte sich schnell die Verfilmungsrechte.
Angesichts des Films frage ich mich, was Scott an dieser Familiengeschichte und Ehe interessiert hat. Denn die von den wahren Ereignissen inspirierte Filmgeschichte hat keine Fokus. Scott spring sprunghaft zwischen der Geschichte der Ehe von Maurizio Gucci und Patrizia Reggiani und der Geschichte des Hauses Gucci hin und her, bleibt dabei trotz der epischen Laufzeit von fast hundertsechzig Minute erstaunlich kryptisch und oberflächlich. Vieles wirkt skizziert. Oft entwickelt sich die Handlung sprunghaft und lässt dabei immer wieder ein, zwei, drei wichtige Erklärschritte aus, die wichtig wären, um emotional involviert zu sein und die Gründe für die Handlungen der einzelnen Figuren zu verstehen.
Beide Geschichten können als selbstverschuldete Verfallsgeschichten gesehen werden. Denn noch vor seinem Tod verkaufte Maurizio Gucci, als letztes Mitglied der Familie, 1993 seine Firmenanteile an Investcorp. Davor zerfleischte sich die Familie und keiner der Söhne war fähig oder willens, das Unternehmen zu leiten. Maurizios Ehe endet in einer Scheidung. Danach plant Patrizia Reggiani hasserfült seine Ermordung. Im Film ist ihr Motiv eher enttäuschte Liebe, in der Realität könnten es primär finanzielle Überlegungen und die Hoffnung auf mehr Einfluss in dem Familienunternehmen gewesen sein. Lady Gaga spielt sie als Symbiose ungefähr aller italienischen Filmfrauen.
Über Maurizio Gucci wissen wir trotz Adam Drivers zurückhaltendem Spiel, nach zweieinhalb Stunden nicht mehr als am Anfang. Nämlich dass er wundervoll entspannt durch Mailand Fahrrad fahren kann. Es ist allerdings vollkommen unklar, wie er tickt, was er erreichen will und warum er was tut. Dabei scheint er in den Achtzigern, aus unbekannten Gründen, in die Rolle des Firmenchefs hingewachsen zu sein und in der Lage zu sein, seine Interessen durchzusetzen. Vorher sagte ihm seine Frau, was er zu tun habe und er, vollkommen desinteressiert an unternehmerischen Entscheidungen, folgte ihren Ratschlägen.
Scott findet auch keinen einheitlichen Tonfall. „House of Gucci schwankt zwischen 70er-Jahre-Italo-Thriller (vor allem am Anfang und bei den mit Al Pacino als Aldo Gucci in New York spielenden Szenen), Felliniesker Opulenz, überbordender Gefühls- und Verfallsoper, und Szenen, die wohl satirisch gemeint sind. Es gibt etwas Ehedrama und einige Firmenintrigen. Die Schauspieler geben dem Affen Zucker. Im besten Fall ist das als Einzelleistung überzeugend, im schlechtesten Fall einfach nur bizarr. Das gilt vor allem für den von Al Pacino gespielten Aldo Gucci, der in den USA das Gucci-Unternehmen vertritt und wie die Klischeevorstellung einer Kreuzung aus halbseidenem Unternehmer und 70er-Jahre-Mafiosi wirkt, und seinem von Jared Leto gespielten Filmsohn Paolo, der sich vor allem als Künstler sieht und dabei wie der Quartalsirre von nebenan wirkt. Er ist die erste Person, der man einen Vormund geben möchte. Für irgendeine Führungsposition ist er erkennbar unqualifiziert.
„House of Gucci“ ist eine missglückte Seifenoper, die nie verrät, was sie uns erzählen will oder warum wir uns für das Schicksal der Familie Gucci interessieren sollten.
Inzwischen hat Ridley Scott in einem Interview von einer längeren Version gesprochen, die er vielleicht für die DVD-Veröffentlichung erstellt. Diese könnte dann sogar in sich stimmiger sein.
House of Gucci(House of Gucci, USA 2021)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Becky Johnston, Roberto Bentivegna (nach einer Geschichte von Becky Johnston)
LV: Sara Gay Forden: The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed, 2001 (GUCCI: Mode, Mord und Business)
mit Lady Gaga, Adam Driver, Al Pacino, Jeremy Irons, Jared Leto, Jack Huston, Salma Hayek, Alexia Murray, Vincent Riotta, Gaetano Bruno
TV-Premiere. Clint Eastwoods doch ziemlich zähes Biopic über J. Edgar Hoover (1895 – 1972), der ab 1924 bis zu seinem Tod Chef des Bureau of Investigation (BOI), das 1935 in Federal Bureau of Investigation (FBI) umbenannt wurde, war. Eastwood schildert das gesamte Berufs- und Privatleben dieser umstrittenen Persönlichkeit.
mit Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Naomi Watts, Damon Herriman, Jeffrey Donovan, Judi Dench, Josh Lucas, Adam Driver (sein Kinodebüt)
Natürlich ist das titelgebende „The Last Duel“ nicht wirklich das letzte Duell, sondern das Duell vom 29. Dezember 1386 ist das letzte gerichtlich verbürgte Duell in Frankreich. Aber es ist ein guter Filmtitel. Mit dem Duell sollte herausgefunden werden, ob Jacques Le Gris Marguerite de Carrouges vergewaltigt hatte. Solche Gerichtskämpfe, bei denen durch einen Kampf herausgefunden wurde, wer die Wahrheit sagt, waren damals schon eine Seltenheit.
Dieses Duell, die Schuldfrage und ob Marguerite de Carrouges vergewaltigt wurde, wurden seitdem, mehr oder weniger farbig ausgeschmückt, weiter erzählt. 2004 schilderte Eric Jager, nach zehnjähriger Recherche, in „The Last Duel“ das Duell. Matt Damon wurde auf das Buch aufmerksam. Er sprach Ridley Scott, mit dem er bereits bei „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ zusammengearbeitet hat, darauf an. Und er schrieb zusammen mit Ben Affleck und Nicole Holofcener das Drehbuch, bei dem vor allem seine Erzählstruktur auffällt. Denn die Ereignisse werden hintereinander, in drei ungefähr gleich langen Blöcken von jeweils ungefähr 45 Minuten geschildert. Zuerst werden die Ereignisse aus der Sicht von Jean de Carrouges (Matt Damon), dann von Jacques Le Gris (Adam Driver) und abschließend von Marguerite de Carrouges (Jodie Comer) geschildert. Holofcener („Genug gesagt“, „Can you ever forgive me?“) war vor allem für diesen Teil zuständig.
Carrouges und Le Gris sind alte Kampfgefährten und Freunde, die gemeinsam zahlreiche Kämpfe überlebten. Carrouges heiratete 1380 Marguerite de Thibouville. Durch die Heirat erhoffte er auch, seine prekäre finanzielle Situation zu verbessern. Trotzdem muss er immer wieder als Ritter in Kämpfe ziehen. Le Gris, Sohn eines normannischen Gutsherrn, beginnt währenddessen für Graf Pierre d’Alencon (Ben Affleck) zu arbeiten und Geld einzutreiben.
Während Carrouges auf einem Feldzug ist, hat Marguerite die Aufsicht über den Hof (und sie ist dabei wesentlich geschäftstüchtiger als ihr Mann). Als sie allein in der Burg ist, dringt Le Gris ein und vergewaltigt sie. Das behauptet sie jedenfalls später gegenüber ihrem Mann. Die Forschung, die sich in diesem Fall auf ungewöhnlich viele gut erhaltene und umfangreiche Dokumente stützen kann, interpretierte die Schuldfrage unterschiedlich. Jager geht in seinem Buch davon aus, dass Le Gris Marguerite vergewaltigte. Der Film folgt ihm darin.
Carrouges fordert Gerechtigkeit. Nachdem d’Alencon sie ihm nicht gewährt, zieht er vor den Justizpalast in Paris. Dort entscheidet der zuständige Richter, dass das Urteil durch ein Gottesurteil gefällt werden soll.
Diese Geschichte erzählt Ridley Scott, wie gesagt, aus drei verschiedenen Perspektiven. Das ist eine gute Idee, um ein Ereignis aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und jede neue Perspektive kann zu weiteren Erkenntnissen führen. Dominik Moll zeigt die Möglichkeiten dieser Herangehensweise in seiner letzte Woche gestarteten Colin-Niel-Verfilmung „Die Verschwundene“. Bei Scott unterscheiden sich die drei Perspektiven kaum. Sie wirken daher wie fast identische Wiederholungen einer Geschichte. Das ist dann arg redundant und langweilt auch.
Gleichzeitig wird offensichtlich, wie sehr der Vorwurf der Vergewaltigung und die Empörung von Carrouges über die Vergewaltigung seiner Frau und seine Versuche, den Täter in einem Gerichtsverfahren verurteilen zu lassen, alle andere Erklärungen und Motive aus dem Film verdrängt. In dem Moment erscheint Carrouges wie ein eifriger Kämpfer für die Rechte der Frauen. Dabei heiratete er Marguerite wegen ihrer Mitgift und als zukünftige Mutter eines Erben. Ihr Geschlechtsverkehr kann mühelos als lustlose Vergewaltigung in der Ehe beschrieben werden.
Genau dieses rein instrumentelle Verhältnis zu seiner Frau führt zur Frage, warum Carrouges seine Klage gegen Le Gris so stur und eifrig weiterbetrieb. Seine ständigen finanziellen Probleme, die ihm verwehrten Positionen und Ämter, auf die er, mehr oder weniger zu Recht, Anspruch gehabt hätte und verlorene Klagen gegen Graf d’Alencon und damit den König von Frankreich liefern Ansätze für eine andere mögliche Erklärung. Das alles wird im Film auch erwähnt, aber als Erklärung für Carouges‘ Verhalten nie weiter thematisiert. Andere Erklärungen und Interpretationen für sein Verhalten werden überhaupt nicht erwähnt.
So bleibt „The Last Duel“ vor allem als mittelalterliche Soap-Opera über gekränkte männliche Eitelkeiten in Erinnerung. Daran ändert auch die dritte, aus Marguerites Perspektive erzählte und endgültige Interpretation der Ereignisse nichts. Denn zwei Drittel des Films werden aus der Perspektive von zwei Männern erzählt und sie bestimmen die Handlung.
Scott inszenierte diese wahre Geschichte in dunklen grau-schwarzen Bildern und einem sehr brutalen Duell am Filmende.
The Last Duel (The Last Duel, USA 2021)
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Ben Affleck, Matt Damon, Nicole Holofcener
LV: Eric Jager: The Last Duel: A True Story of Trial by Combat in Medieval France, 2004
mit Matt Damon, Adam Driver, Jodie Comer, Ben Affleck, Nathaniel Parker, Harriet Walter, Marton Csokas, Adam Nagaitis, Alex Lawther
mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Michael Esper, Adam Driver, Michael Zegen, Charlotte d’Amboise, Crace Gummer, Justine Lupe, Patrick Heusinger, Christine Gerwig, Gordon Gerwig
Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott, Spike Lee
LV: Ron Stallworth: Black Klansman, 2014
Ron Stallworth ist in den Siebzigern der erste schwarze Polizist in Colorado Springs. Als er eine Anzeige des Ku Klux Klans entdeckt ruft er dort an und wird auch gleich zu einem Treffen eingeladen. Aufgrund seiner Hautfarbe kann er nicht hingehen. Aber sein jüdischer Kollege Flip Zimmerman kann es. Gemeinsam beginnen sie gegen die weißen Rassisten zu ermitteln.
TV-Premiere. Spike Lee in Höchstform: er erzählt eine unglaubliche, aber wahre Geschichte mit viel Verve, Wut, satirischen Überspitzungen viel Zeitkolorit.
mit John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Laura Harrier, Ryan Eggold, Jasper Pääkkönen, Corey Hawkins, Paul Walter Hauser, Alec Baldwin, Harry Belafone
1648: Zwei Jesuitenpater reisen in das gottlose Japan. Dort soll ihr Mentor Gott abgeschworen haben.
Alle paar Jahre dreht Martin Scorsese einen seiner religiösen Filme. „Silence“ ist, trotz beeindruckender Bilder, sein schwächster dieser Filme. Das Drama ist ein religiöses Erbauungstraktat, das mit gut drei Stunden Laufzeit auch die Geduld des langmütigsten Zuschauer über Gebühr strapaziert.