Neu im Kino/Filmkritik: James Bond hat „Keine Zeit zu sterben“, wir haben „All the Time in the World“

September 29, 2021

Mit 164 Minuten ist „Keine Zeit zu sterben“ der längste James-Bond-Film. Er soll die vorherigen vier Bond-Filme mit Daniel Craig zusammenfassen und zu einem Finale führen. Er wurde, wegen der Coronavirus-Pandemie, mehrmals verschoben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an einen Film, der viel mehr als nur der neue James-Bond-Film sein will.

Diese Erwartung und die Idee der Macher, die Demontage von Bond und den etablierten Regeln eines Bond-Films weiter und zu einem Ende zu führen, lasten dann auch schwer auf dem Film. Über große Strecken wirkt „Keine Zeit zu sterben“ wie ein Bond-Film, der kein Bond-Film, jedenfalls kein traditioneller Bond-Film, sein will.

Ein Bond-Film war, bis Daniel Craig mit „Casino Royale“ eine umfassende Neuorientierung des Franchises begann, ein eskapistischer Agentenfilm mit atemberaubenden Stunts vor traumhaften Landschaften, mit wunderschönen Frauen und Bösewichtern, die mit perfiden Plänen die Welt zerstören wollen. Diese Bösewichter hatten eine atemberaubend große Zentrale, mal in einem Vulkan, mal auf einer Insel, einmal im Weltraum, die im Finale des Films fotogen zerstört wurde. Über Bonds Vergangenheit wussten wir nichts – und es war uns egal. Bis auf den Kampf gegen die weltumspannende Verbrecher-/Terrororganisation Spectre und Ernst Stavro Blofeld, den Kopf von Spectre, gab es zwischen den Filmen keine Verbindung. Jeder Film stand für sich allein. Das wurde in der Craig-Ära anders. Der Erfolg an der Kinokasse bestätigte diese umfassende Neuorientierung. Auch die Kritiken waren überaus positiv und „Casino Royale“ und „Skyfall“ gehören zu den besten Bond-Filmen.

Diesen Weg der Demontage geht Regisseur Cary Joji Fukunaga in seinem ersten Bond-Film konsequent zu Ende.

Der Anfang wirkt dabei noch wie ein normaler Bond-Film, der unmittelbar an den vorherigen Bond-Film „Spectre“ anschließt. James Bond (Daniel Craig) fährt mit seiner Geliebten Madeleine Swann (Léa Seydoux) ins süditalienische Matera. Die gemeinsame Zeit wird durch einen Anschlag von Spectre unterbrochen.

Nachdem Bond fast alle Attentäter getötet hat (einer von ihnen wird ihm später noch Probleme bereiten), setzt er Swann in einen Zug. Er taucht unter.

Fünf Jahre später lebt Bond auf Jamaika ein Leben zwischen Fischer, Müßiggänger und Quartalstrinker. Er trinkt Schnaps wie andere Menschen Wasser trinken. Diese Auszeit wird von seinem CIA-Freund Felix Leiter (Jeffrey Wright) unterbrochen. Er bittet ihn, einen aus England nach Kuba entführten russischen Wissenschaftler (Frag nicht!), aus Kuba rauszuholen.

In Kuba trifft Bond auf seine 00-Nachfolgerin Nomi (Lashana Lynch). Auch sie will den Wissenschaftler haben. Denn er entwickelte in einem vom M (Ralph Fiennes) autorisiertem Geheimprojekt eine sehr gefährliche DNA-Waffe. Mit ihr kein ein Opfer präzise ausgewählt werden. In den falschen Händen kann sie die Menschheit vernichten. Und genau das möchte Lyutsifer Safin (Rami Malek) tun.

Für einen normalen Bond-Film wäre das schon genug Handlung. In „Keine Zeit zu sterben“ sind dann Safin, Swann und Bond noch persönlich miteinander verbandelt, Spectre und der in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzende Ernst Stavro Blofeld (Christoph Waltz in einem sitzendem Kurzauftritt) sind auch wieder dabei.

Die Geschichte wird in einer atemberaubenden Mischung aus Hektik und Langsamkeit, aus Hyperkomplexität und Einfachheit erzählt. So dürften höchstens die Drehbuchautoren wissen, wer wann wen warum umbringen will. Der Zuschauer geht währenddessen mit der einfachen Geschichte, dass Swann Bonds Geliebte ist und dass Safin der Bösewicht des Films ist. Mit gut drei Stunden wäre allerdings genug Zeit gewesen, die verschiedenen Facetten ihrer Beziehungen auszuleuchten. Stattdessen geht es von einer Station zur nächsten, von einem Ort zum nächsten und damit auch von einer Action-Szene zur nächsten, ohne dass die Story erkennbar voranschreitet, weil Bond zuerst in den Ruhestand geht, dann von der CIA reaktiviert wird und viel später, nach einer ordentlichen Portion Action in Kuba und auf hoher See, seinen alten Arbeitgeber in London besucht und darum bittet, wieder 007 zu werden. Diese umständliche und zeitraubende Reaktivierung von 007 wird später durch das schnelle Finden von Safins Zentrale mit einem schnöden Tastaturklick wettgemacht. Trotz aller Verwicklungen bleibt die Geschichte weitgehend episodisch, wenn Bond von einem Drecksloch zum nächsten Drecksloch reist.

Denn noch niemals sahen die touristischen Orte, die Bond auf seiner Mission besucht, hässlicher aus als in „Keine Zeit zu sterben“. Damit spiegeln sie Bonds düsteren Gemütszustand wieder. Aus dem sein Leben als globetrottender Spion mit unbegrenztem Spesenkonto und der Lizenz zum Töten geniesender Mann, wurde ein einsamer, gebrochener, verzweifelter Mann, der im Leben keinen Sinn mehr sieht. Sicher, es gibt noch seine früheren Berufskollegen, die ihn in den vergangenen Jahren nicht gesehen haben, und einige damit verbundene Loyalitäten. Aber seine große Liebe Vesper Lynd ist tot. Seine zweite große Liebe, Madeleine Swann, hat er, nachdem sie ihn verraten hat, weggeschickt. Sein Selbstmitleid ertränkt er im Alkohol. Die dunklen und unscharfen Bilder – für mein Empfinden sind sie zu dunkel und zu unscharf – visualisieren Bonds Gemütszustand. Er fühlt sich schlecht. Er sieht keinen Sinn mehr im Leben. Eine mögliche Vaterschaft – Swann hat eine ungefähr fünfjährige Tochter – ändert daran nichts.

Auch die Action-Set-Pieces passen sich dieser alkoholgetränkten, suizidalen Düsternis an. Die durchgehend am besten aussehende Actionszene spielt an einem hellichten, sonnigen Tag in Matera und ist am Filmanfang. Im Trailer, in dem etliche Bilder von ihr verwendet werden, sieht sie sogar besser aus als im Film.

Die anderen Action-Szenen wirken immer wie eine lästige Pflichterfüllung, die reichlich ruppig erledigt wird. Wobei eine spätere Actionszene in einem nebligen Wald spielt, was ihr eine irreale Atmosphäre verleiht. Vor allem weil außerhalb des Waldes am hellichten Tag die Sicht außergewöhnlich gut ist.

Das Finale spielt selbstverständlich in der Zentrale des Bösewichts. Diese liegt auf einer zwischen Japan und Russland liegenden Insel, für deren Schönheiten sich niemand interessiert. Sie ist eine am Wasser liegende Weltkrieg-II-Bunkeranlage, die etwas für Fans brutalistischer Bauwerke und grauer Betonwände ist. Ein reiner Zweckbau zum Arbeiten. Leben möchte dort niemand.

Und so ist „Keine Zeit zu sterben“ ein Bond-Film, der bis zum Finale die Erwartungen an einen Bond-Film möglichst ignoriert. Das Ergebnis ist ein Bond-Film, bei dem sich niemals das altbekannte Bond-Feeling einstellt.

Dieser Mut ist anerkennenswert.

Aber zu einem guten Film macht es den fünften Craig-Bond nicht. Dabei ist es einerlei, ob ich ihn an der Erwartung eines traditionellen Bond-Films oder an der eines Actionfilms über einen desillusionerden Agenten, der aus dem Ruhestand zurückkehren muss und in sein letztes Gefecht stolpert, messe. Immer ist der Actionfilm zu lang und zu uneinheitlich inszeniert. Die Geschichte ist zu konfus und zerfahren erzählt. Der Hauptbösewicht wird an die Seitenlinie verbannt. Es gibt zu viele Auftritte von Bekannten aus früheren Filmen, die primär die Funktion eines letztendlich verzichtbaren Gastauftritts haben.

Damit bleibt „Keine Zeit zu sterben“ deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Keine Zeit zu sterben (No time to die, Großbritannien 2021)

Regie: Cary Joji Fukunaga

Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade, Cary Joji Fukunaga, Phoebe Waller-Bridge (nach einer Geschichte von Neal Purvis, Robert Wade und Cary Joji Fukunaga) (basierend auf – das ist zu schön um es auf ein schnödes „Figur von Ian Fleming“ zu reduzieren – „The James Bond novels and stories written by Ian Fleming, and the 24 James Bond motion pictures produced by Danjaq, LLC and its predecessors in interest“)

mit Daniel Craig, Rami Malek, Léa Seydoux, Lashana Lynch, Ben Whishaw, Naomie Harris, Jeffrey Wright, Christoph Waltz, Ralph Fiennes, Rory Kinnear, David Dencik, Ana de Armas, Billy Magnussen, Dali Benssalah

alternative Schreibweise „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“

Länge: 164 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Keine Zeit zu sterben“

Metacritic über „Keine Zeit zu sterben“

Rotten Tomatoes über „Keine Zeit zu sterben“

Wikipedia über „Keine Zeit zu sterben“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunagas „True Detective – Staffel 1“ (True Detective, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Knives out – Mord ist Familiensache“, die Aufklärung weniger

Januar 2, 2020

Über viele Jahre, eigentlich schon Jahrzehnte, gab es traditionelle Rätselkrimis nur noch in Büchern und im Fernsehen. Erst mit der Kenneth Branaghs starbesetzter Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ kehrte das locked-room-mystery wieder ins Kino zurück. Der Krimi war ein Kassenhit. Inzwischen dreht er, wieder mit vielen Stars, seine nächste Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“.

Dazwischen hat jetzt Rian Johnson sein locked-room-mystery geschmuggelt. Ohne eine literarische Vorlage, nach seinem Drehbuch, mit vielen Verweisen auf die literarischen und filmischen Vorbilder und mit vielen bekannten Schauspielern. Daniel Craig spielt den brillanten Privatermittler Benoit Blanc. Die Verdächtigen werden von Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Chris Evans, Toni Collette, Michael Shannon und Ana de Armas gespielt. Und das Opfer von Christopher Plummer. Er spielt den renommierten Krimiautor Harlan Thrombey, der gerade, pünktlich zu seinem 85. Geburtstag, sein Testament geändert hat. Seine Familie, die aus unterschiedlichen Gründen auf das Geld spekulierte, ist entsetzt. Schließlich hat er sie mit seinem Vermögen schon seit Jahren durchgefüttert und sie haben das Erbe bereits fest für ihren Lebensstil eingeplant.

In der Nacht stirbt Harlan Thrombey in seinem Zimmer. Die Spuren, vor allem die Blutspuren, die Schnittwunde an seinem Hals und die in seiner Hand liegende Tatwaffe sprechen für einen Suizid. Auch wenn vollkommen rätselhaft ist, warum der durchaus rüstige Krimiautor sich umgebracht haben könnte.

Bevor die Polizei den Fall abschließen kann, mischt sich Benoit Blanc ein. Der Privatermittler hat einen Brief erhalten. In dem Brief steht, Harlan Thrombey wurde ermordet.

Blanc überprüft, nachdem die Polizei das schon getan hat, noch einmal die Alibis und Motive der Familienmitglieder und des Personals, wozu vor allem Harlan Thrombeys hispanische Pflegerin Marta (Ana de Armas) gehört. Sie ist die letzte Person, die den Ermordeten lebend sah. Für ihre Unschuld spricht, neben ihrem guten Wesen (für gestandene Rätselkrimifans kein stichhaltiger Grund), dass sie, immer wenn sie lügt, sich übergeben muss. Das passiert ihr, bis der Mörder überführt ist, öfter.

Schnell findet Blanc in den Aussagen der Menschen, die in der Tatnacht im Haus waren, Widersprüche und Merkwürdigkeiten. Das stiftet ihn zu weiteren Fragen und Ermittlungen bei den gar nicht ehrbaren Mitgliedern der Thrombey-Sippe an.

Knives out – Mord ist Familiensache“ setzt sich als liebevoll-ironische Auseinandersetzung mit dem traditionellem Rätselkrimi etwas unglücklich zwischen die Stühle. Für eine Komödie ist der Film zu ernst. Für einen ernsten Krimi ist er dann wieder zu unernst. Und das Rätsel ist, was vielleicht auch daran liegt, dass ich den Täter schon vor dem Filmstart erriet, zu leicht zu durchschauen.

Dafür sind die Schauspieler gut aufgelegt. Sie dürfen einen typisch britischen Clan von Neureichen, Aasgeiern und Erbschleichern verkörpern, die alle von dem Geld des Familienpatriarchen profitieren. Auch Thrombeys Anwesen erinnert an die altehrwürdigen britischen Landhäuser, in denen schon Hercule Poirot Mörder suchte. Weil die Geschichte in den USA in der Gegenwart spielt, gibt es dann einige Anspielungen auf die dortigen Lebensverhältnisse und auch einige moderne, für die Handlung letztendlich unerhebliche Gegenstände und Fahrzeuge.

So ist „Knives out“ ein vergnüglicher und stilbewusster Rätselkrimi, der allerdings lange nicht so gut ist, wie die euphorischen angloamerikanischen Kritiken vermuten lassen.

Knives out – Mord ist Familiensache (Knives out, USA 2019)

Regie: Rian Johnson

Drehbuch: Rian Johnson

mit Daniel Craig, Chris Evans, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Don Johnson, Michael Shannon, Ana de Armas, Katherine Langford, LaKeith Stanfield, Jaeden Martell, Christopher Plummer, Riki Lindhome, Edi Patterson, Frank Oz, K Callan, Noah Segan, M. Emmet Walsh

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Rotten Tomatoes über „Knives out“

Wikipedia über „Knives out“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Looper“ (Looper, USA 2012 – mit weiteren Bildern, Links und einem 35-minütigem Interview mit Rian Johnson und Joseph Gordon-Levitt) und der DVD

Meine Besprechung von Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ (Star Wars: The last Jedi, USA 2017) und des Filmromans


TV-Tipp für den 7. Juli: War Dogs

Juli 7, 2019

Pro7, 20.15

War Dogs (War Dogs, USA 2016)

Regie: Todd Phillips

Drehbuch: Stephen Chin, Todd Phillips, Jason Smilovic

LV: Guy Lawson: Arms and the Dudes (Artikel Rolling Stone, 2011)

Die Schulfreunde Efraim (Jonah Hill) und David (Miles Teller) verdienen ihr Geld mit kleinen, öffentlich ausgeschriebenen Beschaffungsaufträge des Militärs. Als sie für ihren bislang größten Auftrag die Konkurrenz unwissentlich um fünfzig Millionen Dollar unterbieten, ändert sich ihr Leben.

Immer wieder gelungen satirisch zugespitztes Drama über Freundschaft und den amerikanischen Traum.

Todd Phillips drehte vorher die „Hangover“-Filme. Aktuell ist er mit dem DC-Einzelfilm „Joker“ beschäftigt. Der Trailer sieht vielversprechend aus.

Mehr über „War Dogs“ in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Miles Teller, Jonah Hill, Ana de Armas, Bradley Cooper, Kevin Pollak

Hinweise

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Rotten Tomatoes über „War Dogs“

Wikipedia über „War Dogs“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Todd Phillips „War Dogs“ (War Dogs, USA 2016)


DVD-Kritik: „Hands of Stone – Fäuste aus Stein“ hat der Boxer Roberto Durán in dem Biopic

April 25, 2018

Seine Premiere hatte „Hands of Stone – Fäuste aus Stein“ 2016 beim Cannes- Filmfestival. Nach dem Film mit Edgar Ramirez als Boxer und Robert De Niro als seinem Trainer gab es eine fünfzehnminütige Standing Ovation, was weniger an der Qualität des Films und mehr an den Festivalgepflogenheiten liegt. 2016 lief der von Jonathan Jakubowicz geschriebene und inszenierte Film auch schon in den USA. Die deutsche Veröffentlichung gibt es erst jetzt. Auf DVD und Blu-ray.

In seinem zweiten Spielfilm (nach dem 2005er „Secuestro Express“) erzählt Jakubowicz die wahre Geschichte von Roberto Durán, seiner Beziehung zu seinem Trainer Ray Arcel, den er 1972 kennen lernte, zu seinem Gegner Sugar Ray Leonard (Usher Raymond IV) und einige seiner wichtigen Kämpfe. Der Boxerfilm zeigt seinen Kampf gegen Ken Buchanan am 26. Juni 1972 im Madison Square Garden (New York), seine beiden Kämpfe gegen Sugar Ray Leonard am 20. Juni 1980 im Olympiastadion Montreal und am 25. November 1980 im Louisiana Superdome (New Orleans) und seinen Kampf gegen Davey Moore am 16. Juni 1983 im Madison Square Garden. Durán gewann drei der vier Weltmeisterkämpfe.

Duráns Profikarriere dauerte von 1968 bis 2001. In 103 von 119 Kämpfen siegte er. Er gewann fünf Weltmeistertitel in vier Gewichtsklassen. 2007 wurde er in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Und, so erfahren wir im Bonusmaterial, für Panama ist der 1951 in Panama-Stadt geborene Boxer ein Nationalheiligtum.

Das ist viel Stoff. Vor allem, weil Jakubowicz es nicht bei Duráns Biographie belässt. Er erzählt auch über seinen Trainer Arcel, den Einfluss der Mafia auf Arcels Leben und das Boxgeschäft und den Wandlungen des Boxgeschäfts zwischen den fünfziger und achtziger Jahren. Also von den Hinterhöfen in das Hauptprogramm des Fernsehen. Zwischen all diesen Erzählsträngen verheddert Jakubowicz sich. Einige Erzählstränge lässt er einfach fallen. Andere tragen nichts zum Hauptplot bei. Manchmal trifft beides zu. Und man kann trefflich darüber streiten, was jetzt der Hauptplot des Films, also der zentrale Konflikt und die zentrale Beziehung, ist.

So wirkt „Hands of Stone“ wie ein Best-of des Boxerfilms, der, obwohl er in den siebziger und frühen achtziger Jahren spielt, erstaunlich wenig Zeitkolorit hat.

Die Boxkämpfe, der natürliche Höhepunkt jedes Boxfilms, schneidet Jakubowicz so hektisch und auch zwischen verschiedenen Handlungsorten, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Da war Antoine Fuqua mit seinem fast zeitgleich entstandenem „Southpaw“ weiter.

Am Ende ist „Hands of Stone“ nur ein durchschnittliches, arg zerfasertes Boxer-Biopic, das vieles anspricht, aber nie erklärt, warum wir uns für Roberto Durán interessieren sollten und was seine besonderen Leistungen waren. Abgesehen von den gewonnenen fünf Weltmeistertitel in vier Gewichtsklassen.

Als Bonusmaterial gibt es acht geschnittene Szenen und „Interviews“. Dahinter verbirgt sich ein dreiundzwanzigminütiges sehr informatives Making of, in dem vor allem auf die Bedeutung von Roberto Durán für seine Heimat Panama, seine Beziehung zu Sugar Ray Leonard und das Boxtraining der beiden Hauptdarsteller eingegangen wird.

Hands of Stone – Fäuste aus Stein (Hands of Stone, USA 2016)

Regie: Jonathan Jakubowicz

Drehbuch: Jonathan Jakubowicz

mit Édgar Ramírez, Robert De Niro, Usher Raymond IV, Oscar Jaenada, Jurnee Smollett-Bell, Ellen Barkin, Rubén Blades, Pedro Pérez, Ana de Armas, John Turturro

DVD

Ascot Elite

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, teilw. Zwangsuntertitelung in Englisch (das wurde großzügig ins Deutsche synchronisiert)

Bonusmaterial: Interviews, Deleted Scenes, Deutscher Trailer, Wendecover

Länge: 107 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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History vs. Hollywood über „Hands of Stone“


Neu im Kino/Filmkritik: „Overdrive“ – röhrende Motoren, hübsche Jungs, hübsche Mädels

Juni 29, 2017

Andrew Foster (Scott Eastwood) und sein Halbbruder Garrett (Freddie Thorp), der nervende Sidekick, sind Autofanatiker und professionelle Autodiebe. Bevorzugt klauen sie im „Fast & Furious“-Stil die besonders teuren Autos, die locker für einige Millionen verkauft werden.

In Südfrankreich verärgern sie mit einem Autodiebstahl die lokale Gangstergröße Jacomo Morier (Simon Abkarian). Er will sie, nach einer dieser pompösen Bösewichtreden, umbringen. Sie schlagen ihm den Diebstahl von wertvollen Autos aus dem Anwesen von seinem Erzfeind Max Klemp (Clemens Schick), einem wirklich, wirklich bösem deutschen Verbrecher, vor. Morier gibt ihnen nur wenige Stunden für die Planung und Ausführung des extrem schwierigen Diebstahls, für den sie einige örtliche Verbrecher anheuern müssen.

Auf den ersten Blick sieht „Overdrive“ wie ein weiteres Werk aus Luc Bessons kommerziell erfolgreicher Firma aus: Frankreich, vor allem das fotogene Südfrankreich, als Handlungsort, eine vertraute Geschichte, viel Action und ein bekannter, aber bezahlbarer Hollywood-Star. Der heißt in diesem Fall Scott Eastwood. Er war zuletzt in „Fast & Furious 8“ (The Fate of the Furious) als Little Nobody der willkommene Watschenmann. Er ist ein Sohn von Clint Eastwood. Und in „Overdrive“ soll er als Hauptdarsteller seinem Vater möglichst ähnlich sehen. Darum muss er durchgehend wie ein junger Clint Eastwood aussehen. Aber er hat nicht das Charisma seines Vaters. In „Overdrive“ hat er noch nicht einmal das Charisma eines Brötchens vom Vortag.

Die Story der von Antonio Negret inszenierten Actionplotte ist von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur haarsträubend abstrus. Das beginnt mit dem ersten Autodiebstahl der Foster-Brüder. Andrew will aus einem auf einer Autobahn fahrendem LKW einen sehr wertvollen Oldtimer stehlen. Der Diebstahl ist dann eine Actionsause, die es nur darauf anlegt, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen und es billigend in Kauf nimmt, dass der Oldtimer als ein Haufen Schrott endet. Wobei schon ein Kratzer oder eine Beule den Wert des Autos drastisch minimieren würde.

Später gibt es dann noch einige Überraschungen, die überraschend wären, wenn man sich wenigstens für einen Charakter interessieren würde. Wobei diese „Überraschungen“ im Rahmen eines Heist-Movies auch gar nicht so überraschend sind. Betrug, Verrat und Doppelspiele sind ein essentieller Bestandteil ihrer DNA. Um den Genrefan zu unterhalten, müssen sie einfach nur richtig ausgespielt werden. In „Overdrive“ wird das noch nicht einmal im Ansatz versucht.

Aber in einem Besson-Film fragt man ja auch nie nach der Logik oder einer feinsinnig durchdachten Geschichte. Solange die ganze Schose Spaß macht, war, siehe „The Transporter“, alles in Ordnung.

Und genau der fehlt in „Overdrive“. Denn „Overdrive“ ist kein Besson-Film. Da hilft auch nicht die Beteiligung von „96 Hours – Taken“-Regisseur Pierre Morel als einer der Produzenten. Er kommt aus Bessons Actionschmiede. Wobei unklar ist, wie sehr Morel trotz Produzentennennung in den jetzigen Film involviert ist. Als die Verfilmung des Drehbuchs von Michael Brandt und Derek Haas („Todeszug nach Yuma“, „Wanted“ [beide Male mit einem weiteren Autor]) im Mai 2011 angekündigt war, wurde Morel als Produzent und Antonio Negret als Regisseur genannt. Seitdem ging der Film durch einige Hände und etliche bekannte Schauspieler waren als Hauptdarsteller im Gespräch.

Regisseur Antonio Negret inszenierte die letzten Jahre Episoden für Serien wie „The Flash“, „Arrow“, „Lethal Weapon“ und „MacGyver“. Und wie ein x-beliebiges Auftragswerk, das man mit minimalem persönlichem Einsatz herunterreißt, wirkt der gesamte Film. Die Teile sind da, aber es fehlt die Besson-Essenz. Selbst in den vielen schlechten, beliebigen, austauschbaren, hemmungslos von Klassikern und Kinohits mehr schlecht als recht stehlenden Besson-Filmen, die hier nicht genannt werden müssen, weil sie ja allgemein bekannt sind, vermitteln Besson als Produzent (seltener als Regisseur) und seine wechselnden Regisseure immer auch ein Gefühl von Dringlichkeit und von Freude am Werk. Sie treten auf, als sei der Film ein Meisterwerk und der beste Film, den man für sein Geld sehen kann. Immer ist auch eine ehrliche, kindische Begeisterung für den Film spürbar.

Und genau dieses Engagement vermisst man bei „Overdrive“. Dann wäre es immer noch kein guter Film, aber ein vergnüglicher Film, der einen mit schönen Landschaften, schönen Autos, schonen Menschen, lauter Action und Klischees über französische Verbrecher unterhält. Man könnte sich sogar über den Film ärgern.

Bei „Overdrive“ langweilt man sich nur.

Overdrive (Overdrive, Frankreich/USA 2017)

Regie: Antonio Negret

Drehbuch: Michael Brandt, Derek Haas

mit Scott Eastwood, Freddie Thorp, Clemens Schick, Ana de Armas, Gaia Weiss, Simon Abkarian

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Neu im Kino/Filmkritik: „War Dogs“ – satirisches Drama über Waffenhändler

September 30, 2016

Vom Regisseur von „Hangover“ und anderer Komödien, die für eher groben Humor bekannt sind, mit Jonah Hill in der Hauptrolle, der zwar schon zweimal für den Oscar nominiert wurde, aber immer noch vor allem als Komiker bekannt ist und mit einem Trailer gesegnet, der die nächste Hollywood-Kriegskomödie erwarten lässt, die primär auf platte Gags und knallige, eher grobe Satire setzt: das sind Zeichen, die die Erwartungen dämpfen. Schließlich waren zuletzt „Whiskey Tango Foxtrot“ mit Tina Fey und „Rock the Kasbah“ mit Bill Murray ziemlich enttäuschende und rundum harmlose Kriegssatiren.

Und wenn dann die ersten Minuten direkt aus „Lord of War – Händler des Todes“ geklaut sind, dann fragt man sich, ob man sich wirklich ein inoffizielles Remake von „Lord of War“ ansehen muss. Immerhin hat Andrew Niccol in seinem grandiosen Film über internationale Waffenhändler alles gesagt, was gesagt werden muss.

Daran ändert der Hinweis, dass die Geschichte von „War Dogs“ auf der wahren Geschichte von Efraim Diveroli und David Packouz basiert, nichts. Die beiden Schulfreunden begannen 2005 als Anfang-Zwanzigjährige kleine Beschaffungsaufträge des Militärs, die öffentlich ausgeschrieben werden müssen, abzustauben. Ihr großer Coup gelang ihnen Anfang 2007, als sie für dreihundert Millionen Dollar vom US-Militär den Auftrag für die Lieferung von Waffen und Munition an die Afghanische Nationalarmee erhielten.

Sie hatten – und das zeigt der Trailer, der eigentlich alle Gags enthält – die Konkurrenz unwissentlich um über fünfzig Millionen Dollar unterboten.

Diese Szene ist relativ spät im Film, der sich nach seinem verunglückten „Lorld of War“-Anfang schnell zu einem Drama über Freundschaft und den amerikanischen Traum entwickelt. Das ist absolut sehenswert und immer wieder gelungen satirisch zugespitzt.

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War Dogs (War Dogs, USA 2016)

Regie: Todd Phillips

Drehbuch: Stephen Chin, Todd Phillips, Jason Smilovic

LV: Guy Lawson: Arms and the Dudes (Artikel Rolling Stone, 2011)

mit Miles Teller, Jonah Hill, Ana de Armas, Bradley Cooper, Kevin Pollak

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Neu im Kino/Filmkritik: „Knock Knock“, wer klopft denn da an meine Tür?

Dezember 10, 2015

Als Regisseur machte Eli Roth sich die letzten Jahre, eigentlich seit seinem 2007er Horrorfilm „Hostel 2“ (Hostel: Part 2) rar. Sein schon vor zwei Jahren auf Festivals gezeigter Kannibalenhorrorfilm „The Green Inferno“ soll bei uns im März 2016 auf DVD erscheinen. Es ist eine Hommage/Quasi-Remake von Ruggero Deodatos „Nackt und zerfleischt“ (Ultimo Mondo Cannibale/Cannibal Holocaust, Italien 1980), der in etlichen Ländern verboten ist, an der Kinokasse gut lief und inzwischen als Kultfilm gilt.
Auch Eli Roths neuester Film „Knock Knock“, wieder nach einem Drehbuch von ihm, Nicolás López und Guillermo Amoedo, mit denen er bereits „The Green Inferno“ schrieb, ist ein Remake. Allerdings ist Peter Traynors „Tödliche Spiele“ (Death Game, USA 1977) viel unbekannter (und dabei ist es unerheblich ob man den Film wirklich gesehen oder nur von ihm gehört hat) und es ist ein Thriller mit einem Star in der Hauptrolle.
Keanu Reeves spielt den glücklich verheirateten Architekten Evan Webber. Während seine Frau, eine erfolgreiche Künstlerin, mit ihren beiden Kindern über das Wochenende wegfährt, will er in aller Ruhe ein Projekt abschließen. Am Abend – Knock Knock – klopft es an seine Haustür und zwei junge, spärlich bekleidete, durchnässte Schönheiten stehen davor. Sie haben sich auf dem Weg zu einer Party gründlich verlaufen. Evan bittet sie hinein – sein erster Fehler – und er hilft ihnen mit Handtüchern und einem Anruf bei einem Taxiunternehmen aus.
Als das Taxi ankommt, springen Genesis (Lorenza Izzo) und Bel (Ana De Armas) unter die Dusche und sie verführen den Biedermann, der plötzlich williger als ein brünstiger Hengst ist, zu heißem Sex unter der Dusche. Das ist sein zweiter Fehler, der in den heutigen USA und bei ihrer allgegenwärtigen Hatz gegen Pädophile (und seine beiden Gäste sehen nicht sonderlich erwachsen aus) vollkommen unverständlich ist. Während wir uns noch fragen, warum er als treuer Ehemann nicht einfach vor die Tür zum Taxifahrer ging, quartieren sich die beiden Mädchen bei ihm ein, verwüsten seine Wohnung, fesseln den hoffnungslos überforderten Hausherrn und beginnen ein perfides Wahrheit-oder-Lüge-Spiel mit ihm, bei dem seine gesamte bürgerliche Existenz auf dem Spiel steht.
Das ist jetzt nicht der Auftakt für einen spannenden Psycho-Thriller, sondern für einen zunehmend absurden Film. Evan und die beiden Folterinnen, bei denen man nie genau weiß, ob sie jetzt die Wahrheit oder eine weiter Lüge erzählen und wie geistig zurechnungsfähig sie sind, verhalten sich durchgehend dumm und unvernünftig. Bei Evan wird das schon schnell offensichtlich. Denn er muss – obwohl er doch als intelligenter Mann eingeführt wird – während des gesamten Films eine Dummheit nach der nächsten begehen. Sogar wenn es ihm gelingt, zu flüchten, wird er schnell, aufgrund eigenen Verschuldens, von den beiden eher dumpfbackigen Perlen geschnappt. Wenn Genesis und Bel am Ende ihren großen, teuflischen Plan enthüllen, dann weiß man endgültig, dass eine Geschichte die vor knapp vierzig Jahren funktionierten konnte, heute, auch ohne Handy-Aufnahmen, unter keinen Umständen mehr funktioniert.
Und damit fällt das gesamte Moralstück über Untreue und Bestrafung schneller als ein Kartenhaus in sich zusammen. Immerhin bemüht Eli Roth sich hier durchgehend erfolgreich, seinen Torture-Porn-Ruf nicht gerecht zu werden. Und Keanu Reeves, der nach „John Wick“ ja wieder beliebt ist, hat „Knock Knock“ wohl primär als Zeitvertrieb vor seinen nächsten Filmen, wie Nicolas Winding Refns „The Neon Demon“, gesehen.

Knock Knock - Plakat

Knock Knock (Knock Knock, USA/Chile 2015)
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Eli Roth, Nicolás López, Guillermo Amoedo (nach dem Drehbuch „Death Game“ von Anthony Overman und Michael Ronald Ross; ihrer einzigen Filmarbeit)
mit Keanu Reeves, Lorenza Izzo, Ana De Armas, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Aaron Burns, Colleen Camp
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
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Film-Zeit über „Knock Knock“
Moviepilot über „Knock Knock“
Metacritic über „Knock Knock“
Rotten Tomatoes über „Knock Knock“
Wikipedia über „Knock Knock“


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