Sat.1, 22.10
Nicht auflegen! (USA 2002, Regie: Joel Schumacher)
Drehbuch: Larry Cohen
Als Stuart Shepard das Telefon in der Telefonzelle abnimmt, wird sein Tag zum Alptraum. Denn es meldet sich ein Erpresser, der sagt, er werde ihn erschießen, wenn er die Telefonzelle verlässt.
Spannender Thriller, dessen erste Idee („ein Film, der in einer Telefonzelle spielt“) Larry Cohen („Die Wiege des Bösen“ [It’s alive], Maniac Cop“, „Final Call“) bereits in den Sechzigern Alfred Hitchcock erzählte. Aber sie wussten nicht, wie sie den Protagonisten in der Telefonzelle festhalten sollten. Michael Bay, dem die Idee auch einmal erzählt wurde, wollte nur wissen, wie man den Protagonisten aus der Telefonzelle bringt. Joel Schumacher („Falling Down“, „Batman forever“) ließ den Protagonisten in der Telefonzelle und inszenierte einen straffen kleinen, herrlich gemeinen Thriller.
mit Colin Farrell, Forest Whitaker, Katie Holmes, Radha Mitchell, Kiefer Sutherland (Erpresserstimme im Original)
Widerholung: Sonntag, 6. Juli, 01.40 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Nicht auflegen!“
Wikipedia über „Nicht auflegen!“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 5. Juli: Nicht auflegen!
Juli 4, 2014Neu im Kino/Filmkritik: Donald Rumsfeld erklärt „The Unknown Known“
Juli 3, 2014Der Mann ist ein netter Onkel.
Der Mann ist Donald Rumsfeld – und er ist kein netter Onkel. Jedenfalls wenn es um Politik geht. Er ist ein Falke, ein Rechtsaussleger, der nach dem 11. September 2001 seinen mehr als beträchtlichen Teil zum Krieg gegen den Terror beitrug, der Folter rechtfertigte und mehrere Kriege befürwortete. Davor war der 1932 geborene Protestant jahrzehntelang ein wichtiger Mann in Washington, ein Vertrauter von Richard Nixon, Gerald Ford, Ronald Reagan und George W. Bush, zweimal Verteidigungsminister (1975 – 1977, 2001 – 2006) und seit 1954 mit Joyce Pierson verheiratet. Während seines Lebens schrieb er zehntausende Notizen und Memoranden. Allein 20.000 während der Präsidentschaft Bushs als er Verteidigungsminister war. Rumsfeld sagte, er schrieb die Texte, um sich über sein Denken, seine Positionen, klar zu werden. Aus heutiger Sicht sind die Papiere, auch wenn ihr genauer Status für künftige Historikergenerationen und sicher auch für den Verfasser unklar ist, ein Einblick in Rumsfelds Denken und die Geschichte der USA.
Dokumentarfilmer Errol Morris („A Thin Blue Line“ [Der Fall Rachel Adams], „The Fog of War“ und sein Abu-Ghraib-Film „Standard Operating Procedure“) nahm diese Papiere zur Grundlage für sein 33-stündiges Interview mit Donald Rumsfeld, in dem Rumsfeld seine Sicht der Dinge erzählt. Morris konfrontiert ihn dabei fast nie direkt mit seinen früheren Aussagen. Dennoch wird schnell deutlich, dass Rumsfeld wirklich kein Denker ist. Er ist auch kein Mann, der zu seinen Entscheidungen und damit auch Fehlern steht. Sogar wenn er auf widersprüchliche Aussagen von ihm hingewiesen wird, negiert er die älteren Aussagen als ob es sie überhaupt nicht gäbe. Er blendet einfach die ihm ungenehmen und nicht in sein Weltbild passenden Dinge aus. Diese absolut fehlende Selbstkritik wird besonders deutlich, wenn er auf die von ihm damals zunächst negierte, später gerechtfertigte Folter von US-Streitkräften nach 9/11 oder den von ihm forcierten Einmarsch in den Irak angesprochen wird.
Der glänzent inszenierte Film ist auch ein Rückblick auf Rumsfelds Leben. 1962 wurde er erstmals in das Repräsentatenhaus gewählt. Seitdem verbrachte er, mit kurzen Ausflügen in die Wirtschaft, sein Leben in Washington, D. C., und Morris gelingt es in dichten Montagen diese Jahrzehnte Revue passieren zu lassen.
Wie ein musikalisches Leitmotiv zieht sich dabei Donald Rumsfeld Spruch von dem „unbekannte Bekannte“ durch den gesamten Film und am Ende des Films hat mein eine durchaus erschreckende Kenntnis über „jene Dinge, die wir zu wissen glauben, wobei es sich herausstellt, dass dies nicht der Fall ist“. Rumsfeld glaubten wir zu kennen. Wir glaubten auch, dass er eine tiefergehende, uns verborgene Agenda hat. Aber genau das hat er nicht. Er ist wie ein gut verschlossener Tresor, in dem Nichts drin ist.
Errol Morris‘ Frau Julia vergleicht Donald Rumsfeld mit der Grinsekatze aus „Alice im Wunderland“.
Die meisten Deutschen dürften diese gedankliche Leere von Donald Rumsfeld in „The Unknown Known“ nur spüren. Denn Errol Morris erwähnt nur die nötigsten Hintergründe, während er von einem informierten Publikum ausgeht, das den Vietnam-Krieg, die Reagan- und Bush-Präsidentenjahre und die ideologischen Hintergründe der US-Politik kennt. Insofern empfiehlt es sich durchaus, vor dem Filmbesuch ein wenig im Geschichtsbuch zu blättern. Der Film wird dadurch noch besser – und auch erschreckender.
The Unknown Known (The Unknown Known, USA 2013)
Regie: Errol Morris
Drehbuch: Errol Morris
mit Donald Rumsfeld
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 12 Jahre (Original mit deutschen Untertiteln)
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Berlinale: Pressekonferenz zum Film
Film-Zeit über „The Unknown Known“
Moviepilot über „The Unknown Known“
Metacritic über „The Unknown Known“
Rotten Tomatoes über „The Unknown Known“
Wikipedia über „The Unknown Known“ und Donald Rumsfeld (deutsch, englisch)
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Und jetzt – als inoffiziellesMega-Making-of – noch einige Interviews mit Errol Morris über „The Unknown Known“
DP/30 unterhält sich mit Errol Morris
Harvard University: Homi Bhabha, Direktor des Mahindra Humanities Center, unterhält sich mit Errol Morris nach einer Präsentation des Films
Reason TV unterhält sich mit Errol Morris
Vice TV: Reihan Salam unterhält sich mit Errol Morris
Neu im Kino/Filmkritik: „Tammy – Voll abgefahren“, aber etwas ziellos
Juli 3, 2014„Tammy – Voll abgefahren“ ist eine Mogelpackung. Denn der neue Film von und mit Melissa McCarthy ist nur am Anfang eine Komödie. Da wird ihr Auto von einem Hirsch gestoppt. Das Tier überlebt, Ihr Auto ist dagegen ziemlich demoliert. Kurz darauf wird sie von ihrem Chef (Ben Falcone) gefeuert. In einem sinnlosen Wutanfall wirft sie mit Lebensmitteln (soweit das über Fastfood-Kost gesagt werden kann) um sich. Sie fährt nach Hause und erwischt ihren Göttergatten mit einer anderen Frau.
Tammy hat genug. Sie will abhauen, aber nur ihre Oma Pearl (Susan Sarandon, auf steinalt frisiert) verfügt über genug Geld und, was noch wichtiger ist, ein Auto. Die beiden gegensätzlichen Frauen, die in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich keine drei Worte miteinander wechselten, machen sich auf den Weg zu den Niagara-Fällen, die Pearl schon immer besuchen wollte. Sagt sie. Außerdem ist Pearl Trinkerin, sexuellen Freuden nicht abgeneigt und sie vergisst schon einmal ihre Tabletten. Einige Tabletten hat sie auch durch wirksamere Medikamente bei dem jugendlichen Drogenhändler um die Ecke eingekauft. Kurz: sie ist vollkommen verantwortungslos.
Bei dieser Prämisse könnte „Tammy“ eine weitere „Hangover“-Variante mit Frauen werden. Auch der Trailer schlägt in diese Kerbe und damit weit daneben. Denn ziemlich schnell wird „Tammy“ immer ernster und zu einer sehr interessanten Variante von Alexander Paynes grandiosem Road-Movie „Nebraska“. Denn beide Male geht es bei dieser Reise, die ein Kind mit einem Elternteil (beziehungsweise Großelternteil) unternimmt, um ein letztes Kennenlernen der Generationen, um Versöhnung und auch um neue Lebensperspektiven. In „Nebraska“ sagt der Sohn auch ausdrücklich, dass diese Reise die letzte Gelegenheit sei, um mit seinem zunehmend dement werdendem Vater, der auch ein Alkoholiker ist, noch einige Tage zu verbringen. In „Tammy“ ist die Reise für Tammy wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, aus ihrem Leben auszubrechen. Denn bislang endete jede ihrer Fluchtversuche an der Stadtgrenze. Für Pearl ist es die letzte Möglichkeit, noch einmal etwas anderes zu sehen. Dabei geht es in beiden Filmen um die Reise und die Selbsterkenntnisse der Charaktere. Denn das Ziel – ein falscher Lottogewinn, ein Besuch der Niagara-Fälle – ist nebensächlich. Beide Male geht es auch um Familienbeziehungen. So treffen Tammy und Pearl auf ihrer Reise auch Pearls Cousine Lenore (Kathy Bates), die als bekennende Lesbe ein Leben weitab der Konventionen von Tammys Leben führt.
Aber während „Nebraska“ ein in sich geschlossenes melancholisches SW-Drama ist, ist „Tammy“ eine Komödie, die zu einem Drama wird und die mehr aus Einzelteilen als aus der Summe der Teile besteht. So ist „Tammy“ nie so gut, wie er sein könnte, aber die Komödie ist doch ein Schritt weg von dem inzwischen bekannten Melissa-McCarthy-Fahrwasser. Ich sage nur „Brautalarm“, „Voll abgezockt“ und „Taffe Mädels“.
Wieder beweist Melissa McCarthy einen herrlichen Hang zu unvorteilhaften Kleidern, wilden Frisuren und Schminkkatastrophen. Hässlicher sah wohl schon lange kein Star mehr aus. Wenn man weiß, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann Ben Falcone das Drehbuch schrieb, sie den Film mitproduzierten und Falcone hier sein Regiedebüt gab, dann sagt das einiges über die Eitelkeit von Melissa McCarthy aus. Und wohin sie sich in kommenden Filmen bewegen könnte. Denn unter der Komödie scheint auch immer eine gesellschaftskritische und liberale Agenda durch, die auch einen Traum von einem anderen Amerika zeigt.
Insofern ist „Tammy“ ein sehr interessanter filmischer Bastard, den ich trotz seiner Fehler mag. Dazu trägt auch die gute Besetzung bei. Neben Susan Sarandon und Kathy Bates spielen auch Dan Akroyd, Toni Colette und Sandra Oh in kleinen, aber wichtigen Rollen mit. Und „The Descendants“- und „Ganz weit hinten“-Drehbuchautor Nat Faxon spielt Tammys Ehemann, der für die falsche Frau Essen kocht.
Tammy – Voll abgefahren (Tammy, USA 2014)
Regie: Ben Falcone
Drehbuch: Melissa McCarthy, Ben Falcone
mit Melissa McCarthy, Susan Sarandon, Allison Janney, Gary Cole, Dan Akroyd, Kathy Bates, Nat Faxon, Toni Colette, Sandra Oh, Ben Falcone
Länge: 97 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Tammy“
Moviepilot über „Tammy“
Metacritic über „Tammy“
Rotten Tomatoes über „Tammy“
Wikipedia über „Tammy“
Meine Besprechung der Melissa-McCarthy-Filme „The Nines – Dein Leben ist nur ein Spiel“ (The Nines, USA 2007), „Voll abgezockt“ (Identity Thief, USA 2013) und „Taffe Mädels“ (The Heat, USA 2013)
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Zwei Interviews mit Melissa McCarthy über „Tammy“
TV-Tipp für den 3. Juli: Die Truman Show
Juli 3, 2014Kabel 1, 22.25
Die Truman Show (USA 1998, Regie: Peter Weir)
Drehbuch: Andrew Niccol
Als „Die Truman-Show“ im Kino lief, war es Science-Fiction. Aber das war auch, bevor es die TV-Show „Big Brother“ gab und danach erschien „Die Truman Show“ nicht mehr soo abwegig. Denn der titelgebende Truman Burbank wird ständig von Kameras überwacht. Sein Leben ist eine Reality Show mit einem Millionenpublikum. Dummerweise hat Truman davon keine Ahnung. Als eines Tages ein Scheinwerfer vom Himmel fällt, beginnt der Dreißigjährige Fragen zu stellen.
Die grandiose Mediensatire gewann unter anderem einen Hugo.
„ein modernes Märchen mit existentieller Tiefenschärfe (…) ein Filmereignis“ (Fischer Film Almanach 1999)
Die Musik ist von Philip Glass.
mit Jim Carrey, Laura Linney, Noah Emmerich, Natascha McElhone, Peter Krause, Paul Giamatti
Wiederholung: Freitag, 4. Juli, 02.20 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Die Truman Show“
Wikipedia über „Die Truman Show“ (deutsch, englisch)
Drehbuch “The Truman Show” von Andrew Niccol
Meine Besprechung von Andrew Niccols „Seelen“ (The Host, USA 2013)
TV-Tipp für den 2. Juli: Lolita
Juli 2, 2014
3sat, 23.15
Lolita (Großbritannien/USA 1962, Regie: Stanley Kubrick)
Drehbuch: Vladimir Nabokov
LV: Vladimir Nabokov: Lolita (1955/1958, Lolita)
Professor Humbert Humbert verliebt sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin Charlotte Haze.
Film und Buch gehören heute zu den Klassikern in ihrem Genre.
Nabokovs Roman wurde 1955 zuerst auf Englisch in Frankreich veröffentlicht. Die US-amerikanische Erstausgabe erschien 1958 und wurde sofort ein Bestseller.
Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters
Wiederholung: Sonntag, 6. Juli, 00.25 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Arte: Lars Penning über „Lolita“
TV-Tipp für den 1. Juli: Aurelio Zen: Vendetta
Juli 1, 2014ZDFneo, 21.40
Aurelio Zen: Vendetta (Großbritannien 2010, Regie: John Alexander)
Drehbuch: Simon Burke
LV: Michael Dibdin: Vendetta, 1991 (Vendetta)
Aurelio Zen soll sich noch einmal die Beweise in einem abgeschlossenen Mordfall ansehen. Der Bauunternehmer Faso wurde in seiner Villa ermordet und es gibt auch einen Täter, der die Tat allerdings hartnäckig leugnet. Als Zen sich auf Sardinien den Tatort ansieht, entdeckt er eine neue Spur. Gleichzeitig will Tito Spadola sich an den Menschen rächen, die ihn aus seiner Sicht unschuldig in den Knast brachten. Einer von ihnen ist Aurelio Zen.
Erster von nur drei „Aurelio Zen“-Krimis, die alle als elegante südländische Kriminalfilme mit tiefen Verbeugungen in Richtung Noir und Neorealismus überzeugen.
Mit Rufus Sewell, Caterina Murino, Stanley Townsend, Ben Miles, Vincent Riotta, Catherine Spaak
Hinweise
BBC Germany über “Aurelio Zen”
Krimi-Couch über Michael Dibdin
Kriminalakte über Michael Dibdin
Meine Besprechung von „Aurelio Zen“ (Aurelio Zen, Großbritannien 2010)
Die besten und schlechtesten Filme des Kinojahres 2014 – bis jetzt
Juni 30, 2014Wie war das erste Kinohalbjahr 2014? Was waren für mich die besten und schlechtesten Filme?
Ohne besondere Reihenfolge, die Top Five:
Grand Budapest Hotel
All is lost
Nebraska
The Wolf of Wall Street
Philomena
–
Und, ebenfalls ohne besondere Reihenfolge, die Bottom Five:
I, Frankenstein
…und Äktschn!
Vaterfreuden (aka „Der neue Schweighöfer!“)
Tarzan 3D
Noah
–
In die Top-Five hat es kein deutscher Film geschafft. Noch nicht einmal in die engere Auswahl, aber dafür sind drei deutsche Filme bei den Bottom-Five und weitere waren in der engeren Auswahl. In der engeren Auswahl waren auch einige Action-Filme, bei denen anscheinend auf ein Drehbuch verzichtet wurde und im Schnitt die Action-Szenen zerschrettert wurden. Das schlechte Abschneiden der deutschen Filme liegt vor allem an den grottenschlechten Drehbüchern. Da helfen dann auch nicht mehr die Schauspieler, die Kamera, undsoweiter.
Und wenn ich mir meine engere Auswahl bei den Bottom-Five ansehe, wird „Transcendence“ am Jahresende sicher eine Erwähnung als größte Enttäuschung des Jahres finden. „Noah“ dagegen, der Bibel-Film von Darren Aronofsky, ist einfach ein schlechter Film.
Zu den Top-Five gibt es eigentlich wenig zu sagen: es ist halt meistens grandioses Schauspielerkino mit guten Geschichten und guten Schauspielern.
Und das „Grand Budapest Hotel“ macht einfach glücklich.
TV-Tipp für den 30. Juni: Du kannst anfangen zu beten
Juni 29, 2014Hessen, 01.10 (VPS 01.05 Uhr)
Du kannst anfangen zu beten (Frankreich/Italien 1968, Regie: Jean Herman)
Drehbuch: Sébastien Japrisot, Jean Herman
LV/Buch zum Film: Sébastien Japrisot: Adieu l’Ami, 1968 (Weekend im Tresor)
Dino Barran (Alain Delon) und Franz Propp (Charles Bronson), zwei Veteranen des Algerienkrieges, die nichts voneinander wissen wollen, rauben notgedrungen an einem langen Wochenende in einem Bürohaus einen Safe aus.
Ein bei uns, trotz der Besetzung, fast unbekannter Klassiker des Caper-Films, in dem Blicke mehr als Worte sagen. Sowieso wird hier nicht besonders viel geredet, was bei den begnadeten Schweigern Alain Delon und Charles Bronson okay ist.
mit Alain Delon, Charles Bronson, Olga Georges-Picot, Bernard Fresson, Brigitte Fossey
auch bekannt als „Bei Bullen singen Freunde nicht“
Hinweise
Wikipedia über „Du kannst anfangen zu beten“ (deutsch, englisch) und Sébastien Japrisot (deutsch, englisch, französisch)
TV-Tipp für den 29. Juni: Mel Brooks‘ Spaceballs
Juni 28, 2014RTL II, 20.15
Spaceballs (USA 1987, R.: Mel Brooks)
Drehbuch: Mel Brooks, Thomas Meehan, Ronny Graham
Mel Brooks verarscht „Krieg der Sterne“ – und den ganzen Rest.
George Lucas las vor dem Dreh das Buch und er gab Mel Brooks sein Okay.
Mit Mel Brooks, John Candy, Rick Moranis, Bill Pullman, Daphne Zuniga, Dick Van Patten, Michael Winslow, John Hurt
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Spaceballs“
DVD-Kritik: Über die Science-Fiction-Serie „Orphan Black – Ein Klon ist niemals allein“
Juni 28, 2014Auf der einen Seite verstehe ich die Begeisterung für „Orphan Black“. Die Serie hat eine gute Prämisse und die Hauptdarstellerin ist genial. Immerhin muss Tatiana Maslany sieben Rollen spielen, unter anderem eine Polizistin, eine Kleinkriminelle, eine Soccer-Mom, eine nerdige Wissenschaftlerin und eine religiöse Fanatikerin. Allerdings wirkt die 1985 geborene Tatiana Maslany immer viel zu jung für ihre Rolle; – vor allem für die der erfahrenen Polizistin.
Diese wirft sich in den ersten Minuten der Serie vor einen Zug. Sarah Manning, die das beobachtet, schnappt sich die Tasche der Toten und verschwindet. Sie hat wegen eines Drogendiebstahls mächtig Ärger und will untertauchen. Eine neue Identität scheint da ein guter Ausweg zu sein. Vor allem wenn die neue Identität an eine hübsche Wohnung gekoppelt ist. Dummerweise war Beth Childs Polizistin, die gerade ein Verfahren wegen eines dubiosen tödlichen Schusswaffeneinsatzes im Dienst hat.
Und dann setzt sich eine junge Frau in ihr, also in Childs‘ Auto. Sie sieht wie eine weitere, ihr unbekannte Zwillingsschwester aus und sie wird sofort erschossen.
Als Sarah kurz darauf die Vorstadt-Mutter Alison Hendrix und die Doktorandin Cosima Niehaus trifft, erfährt sie, dass sie alle Klone sind, es vielleicht noch weitere Klone gibt (Ja!) und jemand sie töten will. Sie haben allerdings keine Ahnung wer sie warum töten will. Sie wissen auch nicht, warum es sie gibt und woher sie kommen.
Wenn bei „Orphan Black“ nur die Hauptdarstellerin immer zu jung – eher wie eine Zwanzigjährige und nicht wie eine Dreißigjährige – gewirkt hätte, hätte mir die aus zehn 45-minütigen Folgen bestehende erste Staffel der Serie als Science-Fiction-Thrillerserie gefallen können.
Aber es gibt immer wieder extrem unwahrscheinliche Momente: so bemerkt Beths Partner Art Bell nicht, dass er mit einer anderen Person arbeitet. Auch keiner ihrer anderen Arbeitskollegen bei der Polizei oder ihr Freund wird misstrauisch.
Außerdem bildet die erste Staffel eher den Auftakt für die weiteren Staffeln, die beim Dreh noch nicht absehbar waren. Entsprechend wenig erfahren wir über die Hintergründe. Eigentlich erfahren wir nur, wer ihr Schöpfer ist, wer der unbekannte Mörder ist (aber nichts über die Hintermänner) und dass beide Fraktionen quasi unendliche Ressourcen haben. Das ist dann doch etwas wenig für zehn Folgen. Auch weil der Science-Fiction-Anteil immer wieder heruntergespielt wird; was auch daran liegt, dass die Serie in der Gegenwart spielt und damit die Klone Mitte der achtziger Jahre gezeugt wurden. Die auf der Hand liegenden philosophischen Fragen bleiben immer vernachlässigbar. Also Fragen nach der Individualität von Klonen, dem damit verbundenen Konflikt zwischen Freiheit des Einzelnen und genetischer Vorherbestimmung, die den Klonen keinen Raum für Individualität gibt und der Rolle des sozialen Umfeldes. Der Thrilleranteil ist nie so spannend wie möglich. Die globale Verschwörung, – immerhin wurden die Klonen in verschiedenen Ländern auf verschiedenen Kontinenten geboren -, erschöpft sich weitgehend in einem doppelten Spiel der engsten Freunde und Freundinnen der Klone. Dabei läge hier noch einiges an Potential, das vielleicht in den kommenden Folgen ausgeschöpft wird. Eine dritte Staffel ist bereits bestellt. Und die Aufklärung am Ende der ersten Staffel ist unbefriedigend; jedenfalls, was ja bei mauen Quoten möglich gewesen wäre, als potentielles Serienende.
So wirkt die erste Staffel wie ein zu lang geratener Prolog; – was auch verständlich ist: immerhin will Serienerfinder Graeme Manson die Geschichte von Sarah Manning über acht Staffeln und einen Kinofilm erzählen. Da will man in den ersten Stunden nicht alles enthüllen. Dennoch hätte er in der ersten Staffel mehr über die Hintergründe verraten, die Geschichten dichter miteinander verbinden und einige durchaus vergnügliche Subplots, die den Hauptplot nicht voran bringen, weglassen können.
Als Bonusmaterial gibt es eine halbe Stunde Infos, von denen die Statements der Macher und der Hauptdarstellerin interessant sind. Vor allem, wenn gezeigt wird, wie die Szenen entstanden, in denen Tatiana Maslany sich in einem Raum mit ihren Klonen unterhält. Aber insgesamt ist das Bonusmaterial eine Ansammlung von eher uninteressanten Werbeschnipseln.
Orphan Black – Ein Klon ist niemals allein: Staffel 1 (Orphan Black, Kanada 2013)
Regie: John Fawcett (Episode 1, 2, 6, 10), David Frazee (Episode 3), Grant Harvey (Episode 4), T. J. Scott (Episode 5, 9), Brett Sullivan (Episode 7), Ken Girotti (Episode 8)
Drehbuch: Graeme Manson (Episode 1, 2, 3, 10), Karen Walton (Episode 4), Alex Levine (Episode 5, 9), Will Pascoe (Episode 6), Tony Elliott (Episode 7), Karen Walton (Episode 8)
Erfinder: John Fawcett, Graeme Manson
mit Tatiana Maslany (Sarah Manning und ihre Klone), Dylan Bruce (Paul Dierden), Jordan Gavaris (Felix Dawkins), Kevin Hanchard (Detective Art Bell), Maria Doyle Kennedy (Mrs. S), Skyler Wexler (Kira), Evelyne Brochu (Delphine Cormier), Kristian Bruun (Donnie Hendrix), Inga Cadranel (Detective Angela DeAngelis), Michael Mando (Vic), Matt Frewer (Dr. Aldous Leekie)
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DVD
Polyband
Bild: 1,78:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bonusmaterial: Send in the Clones, Orphan Black on the Nerdist, Insiders
Länge: 400 Minuten (10 x 45 Minuten) (3 DVDs)
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
BBC über „Orphan Black“
BBC America über „Orphan Black“
Moviepilot über „Orphan Black“
Rotten Tomatoes über „Orphan Black“ (bei Serien ist die Bewertung einfach zu positiv)
Wikipedia über „Orphan Black“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 28. Juni: Nur die Sonne war Zeuge
Juni 27, 2014RBB, 22.20
Nur die Sonne war Zeuge (Frankreich/Italien 1960, Regie: René Clément)
Drehbuch: René Clément, Paul Gégauff
LV: Patricia Highsmith: The talented Mr. Ripley, 1955 (Nur die Sonne war Zeuge, Der talentierte Mr. Ripley)
Tom Ripley soll im Auftrag von Philippes Vater den Sohn nach Amerika zurückbringen. Aber Tom und Philippe verstehen sich gut und Tom gefällt das müßige Millionärsleben. Warum also nicht einfach Philippe Greenleaf umbringen und dessen Stelle einnehmen?
Grandiose Verfilmung des ersten Ripley-Romanes; obwohl der Film moralisch korrekter endet.
Neben dem ausgefeilten Drehbuch trug besonders Henri Decaes superbe Farbfotografie zum Erfolg des Films bei. Erstmals schuf Farbe jene beklemmende Atmosphäre, die bis dahin nur aus den Schwarzweiß-Filmen der Schwarzen Serie bekannt war.
Patricia Highsmith schrieb danach vier weitere Bücher mit Tom Ripley, dem ersten sympathischen Psychopathen der Kriminalgeschichte.
Mit Alain Delon, Marie Laforet, Maurice Ronet
Hinweise
Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)
Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith
Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)
Krimi-Couch über Patricia Highsmith
Kirjasto über Patricia Highsmith
Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)
Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )
Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)
Meine Besprechung von „Der Leopard“ (mit Alain Delon und Burt Lancaster)
Meine Besprechung von „Die Abenteurer“ (mit Alain Delon und Lino Ventura)
TV-Tipp für den 27. Juni: Leverage: Bruchlandung/Auf dünnem Eis
Juni 27, 2014Vox, 22.10
Leverage: Bruchlandung/Auf dünnem Eis (USA 2012, Regie: John Rogers, Marc Roskin)
Drehbuch: John Rogers, M. Scott Veach, Paul Guyot
Erfinder: John Rogers, Chris Downey
Das wurde aber auch Zeit: arg lieblos strahlt Vox die fünfte und letzte Staffel der witzigen Gaunerserie „Leverage“ aus. In den USA lief sie bereits vor zwei Jahren. In fünfzehn Folgen helfen Nathan Ford und sein aus Verbrechern bestehendes Team Menschen, denen sonst niemand hilft, gegen die ganz großen Gauner.
Wer mehr „Leverage“ will: In den USA erschienen nach dem Serienende die von der Serie inspierierten „Leverage“-Romane „The Zoo Job“ von Keith R. A. DeCandido, „The Con Job“ von Matt Forbeck und „The Bestseller Job“ von Greg Cox.
mit Timothy Hutton (Nathan Ford), Gina Bellman (Sophie Devereaux), Christian Kane (Eliot Spencer), Beth Riesgraf (Parker), Aldis Hodge (Alec Hardison)
Hinweise
Wikipedia über „Leverage“ (deutsch, englisch)
Kung Fu Monkey (Blog von Serienerfinder John Rogers)
Meine Besprechung von „Leverage – Staffel II” (Leverage – Season II, USA 2009/2010)
Meine Besprechung von „Leverage – Staffel III“ (Leverage – Season III, USA 2011)
Meine Besprechung von „Leverage – Staffel IV“ (Leverage – Season IV, USA 2011/2012)
TV-Tipp für den 26. Juni: Das unsichtbare Mädchen
Juni 25, 2014Wahrscheinlich werden alle zusehen wollen, wie ein Haufen Männer hinter einem Ball herrennt, aber es gibt auch
Arte, 20.15
Das unsichtbare Mädchen (Deutschland 2011, Regie: Dominik Graf)
Drehbuch: Friedrich Ani, Ina Jung
Vor elf Jahren verschwand die achtjährige Sina. Obwohl ihre Leiche nie gefunden wird, ist ihr Mörder, ein geistig behinderter junger Mann, schnell gefunden. Als Tanner bei aktuellen Ermittlungen über diesen alten Fall stolpert, zweifelt er immer mehr, ob damals wirklcih der richtige Mann verurteilt wurde.
Gewohnt guter Krimi von Dominik Graf, nach einem Drehbuch von Friedrich Ani und Ina Jung, die für eine Doku über die 2001 spurlos in Oberfranken verschwundene Peggy recherchierte. Ihre Recherchen bildeten die Grundlage für „Das unsichtbare Mädchen“.
mit Elmar Wepper, Ulrich Noethen, Ronald Zehrfeld, Silke Bodenstein, Tim Bergmann
Hinweise
Arte über „Das unsichtbare Mädchen“
Tagesspiegel, Spiegel Online über “Das unsichtbare Mädchen”
Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“
Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“
Dominik Graf in der Kriminalakte
Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)
Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)
Meine Besprechung von Friedrich Anis “Totsein verjährt nicht” (2009)
Meine Besprechung von Friedrich Anis “Die Tat” (2010)
Meine Besprechung von Friedrich Anis „Süden“ (2011, mit Interview)
Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und die Schlüsselkinder” (2011)
Meine Besprechung von Friedrich Anis “Süden und das heimliche Leben” (2012)
DVD-Kritik: „Paris Countdown – Die Zeit läuft ab“, aber nicht besonders spannend
Juni 25, 2014Milan (Olivier Marchal) und Victor (Jacques Gamblin) sind Jugendfreunde, waren Nachtclubbesitzer, die vor sechs Jahren, aufgrund eines finanziellen Engpasses, ein illegales Geschäft in Mexiko durchzogen, mächtig Ärger bekamen, und sich danach trennten. Victor eröffnete ein Nobelrestaurant. Milan betreibt den Nachtclub weiter.
Da wird Serki (Carlo Brandt) vorzeitig aus der Haft entlassen. Er kommt nach Paris, um sich an Victor und Milan für den Verrat in Mexiko zu rächen.
Und was jetzt der Auftakt zu einem spannendem französisichem Thriller, gerne mit einer ordentlichen Portion Noir und Action, werden könnte, wird zu einer erstaunlich langweiligen Angelegenheit. Immerhin schrieb Regisseur Edgar Marie auch am Drehbuch für „A Gang Story“ mit, das Olivier Marchal verfilmte. Der Ex-Polizist Marchal selbst war als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in etliche Filme involviert, die in den vergangenen Jahren bei Genrefans zum glänzenden Ruf von französischen Kriminalfilmen beitrugen. Ich sage nur „36 – Tödliche Rivalen“, „MR 73 – Bis dass der Tod dich erlöst“ und „Diamond 13“.
Aber hier liefern sie ein laues Lüftchen ab, das wie die auf Spielfilmlänge gestreckte Nebengeschichte eines anderen Films wirkt. Denn über Milan und Victor erfahren wir fast nichts und die Beschwörung ihrer Freundschaft wirkt hohl. Da helfen auch nicht mehr die zahlreichen atmosphärischen Aufnahmen vom nächtlichen Paris, inclusive einer Paddeltour auf der Seine.
Paris Countdown – Die Zeit läuft ab (Paris Countdown/Le jour Attendra, Frankreich 2013)
Regie: Edgar Marie
Drehbuch: Edgar Marie
mit Jacques Gamblin, Olivier Marchal, Carlo Brandt, Reda Kateb, Igor Skreblin, Francis Renaud, Anne Charrier
–
DVD
Tiberius Film
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
AlloCiné über „Paris Countdown“
Moviepilot über „Paris Countdown“
Rotten Tomatoes über „Paris Countdown“
Wikipedia über „Paris Countdown“
DVD-Kritik: „Wind Blast – Der Hauch des Todes“ weht durch die Wüste Gobi
Juni 25, 2014Nein, viel Zeit nimmt sich Qunshu Gao wirklich nicht. „Wind Blast – Der Hauch des Todes“ beginnt sofort mit einem Auftragsmord auf der Terrasse eines innerstädtischen Restaurants. Dann geht es in der Wüste Gobi weiter, wo irgendwelche Männer, eine gut aussehende Dunkelhaarige und eine Schwangere sich gegenseitig das Leben schwer machen. Warum wird allerdings nur viel zu langsam klar.
Es sind, auf der einen Seite, Polizisten, die den Auftragsmörder jagen, verhaften und beschützen, weil er ein Bild von seinem Auftraggeber machte. Der Mörder will sich hier mit seiner schwangeren Freundin treffen. Auf der anderen Seite gibt es ein Killerpärchen, das auch das Bild will. Das von allen begehrte Bild muss als Begründung für viel Remmidemmi in der Wüste herhalten.
Aber weil alle Charaktere noch nicht einmal eindimensional, sondern, abgesehen von ihren Kleidern (ein Cowboyhut, ein Mantel, eine rote Jacke), vollkommen austauschbar sind, kommt auch nie der Hauch des Interesses an den Charakteren, ihrem oft vollkommen seltsamem Verhalten und der chaotisch erzählten Geschichte auf. Es ist einfach nur eine öde Endlosklopperei in der Wüste. So als hätte Regisseur Qunshu Gao (der auch das Drehbuch schrieb) ein Drehbuch von Luc Besson gefunden, eifrig die von ihm produzierten Filme studiert und jetzt alle Marotten der Besson-Factory, wie Action-Szenen im Schnittgewitter, Gegenlicht und Lichtfilter, immer exzessiv bis zum Umfallen und ohne Sinn und Verstand, übernommen nach der Methode ‚was für Frankreich gut ist, kann für China nicht schlecht sein‘. Ein guter Film entsteht so nicht. Auch kein genießbarer Action-Western vor menschenleerer Kulisse, sondern nur ein in jeder Beziehung schlechter, langweiliger und vollkommen überflüssiger Film.
Wind Blast – Der Hauch des Todes (Wind Blast/Xi Feng Lie, China 2010)
Regie: Qunshu Gao
Drehbuch: Qunshu Gao
mit Yihong Duan, Zhang Li, Guowei Ma, Francis Ng, Dahong Ni
–
DVD
Tiberius Film
Bild: 1,85:1 (16:9)
Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1/2.0), Chinesisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 114 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Wind Blast“
Moviepilot über „Wind Blast“
TV-Tipp für den 25. Juni: Der Boss
Juni 25, 2014Eins Plus, 22.15
Der Boß (F/Can 1985, R.: Alexandre Arcady)
Drehbuch: Francis Veber, Daniel Saint-Harmont, Alexandre Arcady
LV: Jay Cronley: Quick Change, 1981
Für Grimm und sein Team beginnen die wahren Probleme erst nach dem Banküberfall auf dem Weg zum Flughafen.
„Der Boß“ ist der angenehmste Film der Achtziger von Jean-Paul Belmondo: eine lockere Krimikomödie mit Action-Einlagen. Während des Banküberfalls kann Belmondo in einem Clownskostüm dem Affen Zucker geben.
Mit Jean-Paul Belmondo, Guy Marchand, Kim Cattrall
Wiederholung: Donnerstag, 26. Juni, 03.40 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über Jay Cronley und “Der Boss” (deutsch, englisch, französisch)
Meine Besprechung von Jean-Luc Godards “Außer Atem” (F 1959 – dem Durchburch von Jean-Paul Belmondo)
Kriminalakte über Jean-Paul Belmondo
TV-Tipp für den 24. Juni: Open Range – Weites Land
Juni 24, 2014Proz7 Maxx, 20.15
Open Range – Weites Land (USA 2003, R.: Kevin Costner)
Drehbuch: Craig Storper
LV: Lauran Paine: The Open Range Man, 1990 (später auch „Open Range“)
Als der tyrannische Rancher Baxter die Herde der beiden seit Ewigkeiten zusammen reitenden Cowboys Spearman und Waite stehlen will, hat er sich mit den falschen angelegt.
Schöner Western, der angenehm altmodisch auf jeglichen modernen Schnickschnack verzichtet und ruhig seine Geschichte erzählt.
mit Robert Duvall, Kevin Costner, Annette Bening, Michael Gambon, Michael Jeter, Diego Luna, James Russo, Kim Coates
Wiederholung: Mittwoch, 25. Juni, 01.10 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Open Range“
Wikipedia über „Open Range“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 23. Juni: Im Westen nichts Neues
Juni 22, 2014Arte, 20.15
Im Westen nichts Neues (USA 1930, Regie: Lewis Milestone)
Drehbuch: Del Andrews, Maxwell Anderson, George Abbott, Lewis Milestone
LV: Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues, 1928
Deutschland, 1915: Paul Bäumer und seine Mitschüler melden sich, angestiftet von einer Kampfrede ihres Lehrers, begeistert zum Fronteinsatz. Schon während der Ausbildung werden ihnen die Träume über das heldenhafte Soldatenleben ausgetrieben. Dann kommen sie an die Westfront – als Kanonenfutter.
Klassiker des Antikriegsfilm, der den Oscar als bester Film des Jahres erhielt und der mich, als ich ihn als Teenager sah, wirklich beeindruckte. Denn er war (und ist) wirkungsvoller und brutaler als viele neuere Filme.
Ebenfalls beeindruckend ist die Zensurgeschichte. Denn schon kurz nach der Uraufführung wurde der Film beschnitten. In Deutschland wurde nur eine gekürzte Version gezeigt, die dennoch sofort das Hassobjekt der Nazis wurde. Die SA störte Aufführungen des antideutschen Films und schon wenige Tage nach seiner deutschen Premiere war er verboten. In „Skandalfilme“ zeichnet Stefan Volk diese Geschichte genau nach.
Anschließend läuft, um 22.25 Uhr, die halbstündige Doku „Geschundenes Zelluloid“ (Deutschland 1984) über die Zensurgeschichte von „Im Westen nichts Neues“.
Mit Lew Ayres, Louis Wolheim, John Wray, ‚Slim‘ Summerville, Russell Gleason
Wiederholung: Montag, 30. Juni, 13.30 Uhr
Hinweise
Arte über „Im Westen nichts Neues“
Rotten Tomatoes über „Im Westen nichts Neues“
Turner Classic Movies über „Im Westen nichts Neues“
Wikipedia über „Im Westen nichts Neues“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 22. Juni: Einmal ist keinmal
Juni 22, 2014RTL, 20.15
Einmal ist keinmal (USA 2012, Regie: Julie Anne Robinson)
Drehbuch: Stacy Sherman, Karen Ray, Liz Brixius
LV: Janet Evanovich: One for the Money, 1994 (Einmal ist keinmal)
Stephanie Plum braucht Geld. Und was liegt da näher, als sich als Kopfgeldjägerin ihre alte Liebe, den untergetauchten Cop Joe Morelli zu suchen?
Die Verfilmung des zwanzig Jahre alten Krimis steckt tief in den achtziger Jahre und bietet ziemlich kurzweilig-nette Unterhaltung für Zwischendurch, die nie behauptet mehr zu sein als eine kleine Actionkomödie mit einem vernachlässigbaren Krimiplot voller Unwahrscheinlichkeiten und viel Romantic. Also genau das Richtige für einen lauschigen Sommerabend.
mit Katherine Heigl, Jason O’Mara, Daniel Sunjata, John Leguizamo, Sherri Shepherd, Debbie Reynolds
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Einmal ist keinmal“
Rotten Tomatoes über „Einmal ist keinmal“
Wikipedia über „Einmal ist keinmal“
Deutsche Homepage von Janet Evanovich
Krimi-Couch über Janet Evanovich
Wikipedia über Janet Evanovich (deutsch, englisch)
Thrilling Detective über Stephanie Plum
Meine Besprechung von Janet Evanovichs „Kuss mit lustig“ (Fearless Fourteen, 2008)
Meine Besprechung von Julie Anne Robinsons „Einmal ist keinmal“ (One for the Money, USA 2012)
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Neues von Janet Evanovich:
Mit Lee Goldberg (der auch die grandiosen „Monk“-Kriminalromane schrieb) schreibt sie die Kate-O’Hare-Kriminalromane. Kate ist eine verdammt gute FBI-Agentin, süchtig nach Schokolade und verliebt in Nicolas Fox, ein international operierender Trickbetrüger.
Das klingt doch nach einigen vergnüglichen Stunden. Jedenfalls für uns Leser.
Der erste Band ist jetzt auf Deutsch erschienen:
Janet Evanovich/Lee Goldberg: Mit High Heels und Handschellen
(übersetzt von Ulrike Laszlo)
Goldmann, 2014
352 Seiten
8,99 Euro
Veröffentlicht von AxelB 




