LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)
Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.
Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman
Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”
Nach „Die Profis“ war Lewis Collins ein Weltstar. Er war sogar als neuer James Bond im Gespräch und er wäre sicher ein guter Bond geworden. Aber es kam anders. Nach der TV-Serie war er nur noch in dem in England spielendem Action-Thriller „Das Kommando“, der durchaus als James-Bond-Bewerbungsvideo gesehen werden kann, und in den Söldner-Filmen „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“ im Kino zu sehen.
In den vergangenen Jahren waren die Filme teils gekürzt und weitgehend ohne Bonusmaterial eher schlecht als recht erhältlich. Nach einer Neuprüfung sind sie jetzt alle „frei ab 16 Jahre“ und ungekürzt erhältlich. Auch das Bonusmaterial ist erfreulich umfangreich ausgefallen; bei den Blu-rays wurde teils noch eine Schippe draufgelegt.
Anthony M. Dawson (eigentlich Antonio Margheriti) inszenierte alle drei Filme mit einem überschaubarem Budget in einem durchaus flotten Tempo, das allerdings auch nicht verdecken kann, dass die Geschichten wild zusammengeklaut sind, teilweise wie der Zusammenschnitt von mehreren Filmen wirken und vor allem Söldner- und Dschungel-Romantik liefern. Mit einer ordentlichen Portion handgemachter Action, was heute, nach dem x-ten CGI-Gewitter, Spaß macht. Vor allem wenn Brücken, Staudämme, Fahrzeuge und Gebäude, gerne Lagerhallen mit Drogen, in die Luft gesprengt oder in Flammen aufgehen. Dazu laufen schwitzende Männer, wild um sich schießend, durch das Bild.
In „Geheimcode Wildgänse“ soll eine von Lewis Collins angeführte Söldnergruppe im Goldenen Dreieck ein Heroinlager vernichten.
In „Kommando Leopard“ ist Collins dann „El Leopardo“, ein legendärer Guerilla-Führer, der gegen Silveira und die von ihm geführte Militär-Diktatur kämpft.
In „Der Commander“ spielt Collins wieder einen Söldner, der wieder im Goldenen Dreieck ein Drogenlager vernichten soll – und wieder spielen seine Auftraggeber ein doppeltes Spiel.
Die Story ist in allen drei Filmen der Vorwand, um Männer durch den Dschungel kämpfen zu lassen und, möglichst fotogen, möglichst viel in die Luft zu jagen, zu schießen und sich zu schlagen. Immer ist, hauptsächlich als Eye Candy, auch eine Frau dabei. Einige Altstars, wie Klaus Kinski, Lee Van Cleef und Donald Pleasance, und, auf deutscher Seite, versierte Synchronsprecher, wie Manfred Lehmann, Thomas Danneberg und Frank Glaubrecht, spielen mit. Das hat dann schon etwas von einem Betriebsausflug in südliche Gefilde.
Für die Filmgeschichte sind „Geheimcode Wildgänse“, „Kommando Leopard“ und „Der Commander“ mehr als vernachlässigbare Werke, aber für die Fans von 80er-Jahre-Actionfilmen sind die Söldnerfilme einen kleinen Blick wert. Es gibt Action, Explosionen, eine herrliche Exploitation-Atmosphäre (man hat die Zeitungsschlagzeilen genommen und eine mehr als krude Story drumherum geschrieben) und schön gezeichnete Plakate, die es dieses Mal auch auf das DVD-Cover (und Wendecover) geschafft haben.
Dabei ist „Geheimcode Wildgänse“ der beste der drei Filme. „Kommando Leopard“ verlegt dann die ganze Geschichte mehr oder weniger nach Südamerika. Dass dann Lewis Collins ein südamerikanischer Revolutionsführer sein soll, ist nicht besonders glaubwürdig. Auch weil er auf jegliche Revolutionärsprosa verzichtet. Stattdessen kämpft er sich in bester Söldner-Manier mit seinen Männern durch den Dschungel. „Der Commander“ ist „Geheimcode Wildgänse“ mit einem geringem Budget und nicht verwandten Aufnahmen von „Geheimcode Wildgänse“.
Geheimcode Wildgänse(Deutschland/Schweiz/Italien 1984)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Michael Lester
mit Lewis Collins, Ernest Borgnine, Lee Van Cleef, Mimsy Farmer, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Wolfgang Pampel, Hartmut Neugebauer
– DVD
Ascot Elite
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Französisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Audiokommentar, Film Soundtrack (von Eloy), Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Kommando Leopard (Deutschland/Schweiz/Italien 1985)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Roy Nelson
mit Lewis Collins, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Cristina Donadio, John Steiner, Thomas Danneberg, Hans Leutenegger, Alan C. Walker, Subas Herrera
– DVD
Ascot Elite
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Französisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Audiokommentar, Behind the Scenes Audiokommentar, Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 100 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Der Commander(Deutschland/Schweiz/Italien 1988)
Regie: Anthony M. Dawson
Drehbuch: Arne Elsholtz, Tito Capri
mit Lewis Collins, Lee Van Cleef, Donald Pleasence, John Steiner, Manfred Lehmann, Brett Halsey, Chat Silayan, Bobby Rhodes, Thomas Danneberg, Paul Muller, Frank Glaubrecht, Hans Leutenegger
– DVD
Ascot Elite
Bild: 1.85:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Fotogalerie, Kinotrailer, „Mädchen, Machos und Moneten – Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounterunternehmers Erwin C. Dietrich“ (Sachbuch von Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, als pdf), Wendecover
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise
Eine Gruppe von hochbegabten MIT-Studenten macht die Casinos in Las Vegas beim Blackjack um Millionen ärmer. Interne Konflikte und ein Detektiv der Casinos gefährden die Einheit der Gruppe.
Der auf Tatsachen basierende Spielerfilm ist makelloses „Zwischendurch-Entertainment“ (tip), das Buch ein lesenswerter Ausflug in die unbekannte Welt professioneller Kartenspieler.
Mit Jim Sturgess, Kate Bosworth, Kevin Spacey, Laurence Fishburne
Servus TV, 21.15 Weekend of a Champion (Großbritannien 1971, Regie: Frank Simon, Roman Polanski [ungenannt])
Drehbuch: Roman Polanski, Frank Simon
Fast nie gezeigte, von Roman Polanski produzierte spielfilmlange Dokumentation über den Formel-1-Rennfahrer Jackie Stewart und das Rennen von Monaco, der aus heutiger Sicht ein fast einzigartiger Blick in die Vergangenheit der Formel 1 ist, als sie noch wirklich gefährlich war.
„Langweilig inszenierter und montierter Pseudo-Dokumentarfilm voller Platitüden und Selbstbeweihräucherungen.“ (Lexikon des Internationalen Films)
mit Jackie Stewart, Helen Stewart, Roman Polanski, Nina Rindt, Graham Hill, Ringo Starr, Joan Collins
auch bekannt als „Weekend eines Champions“ (Kinotitel) Hinweise Rotten Tomatoes über „Weekend of a Champion“ Wikipedia über „Weekend of a Champion“
Obwohl „Grand Piano“ nicht besonders lang ist – ohne Abspann ist die Geschichte nach knapp 75 Minuten vorbei – ist der Thriller keine Minute zu lang, weil er trotz aller Spannung seine idiotische Prämisse nicht verleugnen kann.
Ein Unbekannter erpresst den Starpianisten Tom Selznick (Elijah Wood mit unangenehm starrem Blick), der nach einer fünfjährigen Konzertpause mit einem großen Orchester und einem ganz besonderem Piano vor großer Kulisse auftritt. Wenn Selznick während des Konzertes einen Spielfehler macht, eine falsche Taste anschlägt, wird er ihn erschießen. Und als Beweis für seine Ernsthaftigkeit schießt er gleich einmal, während des Konzertes, neben das Piano auf den Bühnenboden.
Selznick spielt also wirklich um sein Leben. Vor allem nachdem er das unspielbare Stück, an dem er schon einmal vor fünf Jahren scheiterte (damals ohne schießwütige Motivationshilfe), spielen soll. Gleichzeitig versucht er herauszufinden, wer der Unbekannte ist.
Das hat, wenn Selznick gleichzeitig spielt, mit dem Erpresser telefoniert und Textnachrichten verschickt, eine beträchtliche Spannung. Vor allem, solange das Motiv des Bösewichts unklar ist.
Allerdings ist die ganze Geschichte nicht besonders glaubwürdig. Ein Erpresser, der seinem Opfer Angst einjagt, um ihn zum fehlerfreien Spielen anzuleiten, hat eigentlich genau die Methode erwischt, die sein Ziel besonders gut sabotiert. Dass dann Selznick ein so guter Pianist ist, dass er während des Konzerts gleichzeitig spielt und telefoniert, auch mal schnell von der Bühne verschwindet, gehört in das Land der Fantasie, in dem sich niemand über so ein seltsames Verhalten wundert und Multitasking ein leistungssteigerndes Elixier ist.
Sowieso taugt das Motiv des Bösewichts allenfalls als schlechter MacGuffin. Seine Ziele hätte er auf vielen anderen Wegen einfacher und sicher auch erfolgreicher erreichen können.
„Grand Piano“ ist eine Übung in Suspense, bar jeglicher psychologischen Glaubwürdigkeit und Erklärungen. Ein kaltes, mechanisches Stück, das mit seiner technischen Bravour und seinem optischen Einfallsreichtum beeindruckt und auch eine Liebeserklärung an Alfred Hitchcock, den Master of Suspense ist.
Grand Piano – Symphonie der Angst (Grand Piano, Spanien 2013)
Regie: Eugenio Mira
Drehbuch: Damien Chazelle
mit Elijah Wood, John Cusack, Kerry Bishé, Tamsin Egerton, Don McManus, Dee Wallace
– DVD
Koch Media
Bild: 2.35:1 (16:9)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise Moviepilot über „Grand Piano“ Metacritic über „Grand Piano“ Rotten Tomatoes über „Grand Piano“ Wikipedia über „Grand Piano“
Die erste Staffel von „Vikings“ lief gerade im Free-TV und wurde auf DVD veröffentlicht, da kann der geneigte Wikinger-Fan sich bei Amazon Prime Instant Video bereits die komplette zweite Staffel, wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch ansehen.
Die zweite Staffel beginnt mit einer ziemlich blutigen Klopperei zwischen den Männern von Ragnar und Rollo. Das Scharmützel endet erst, als Rollo seinen Bruder nicht töten kann und er sich ergibt. Fortan ist er im Wikinderdorf nur noch leidlich gelitten, aber die meiste Zeit der ersten und zweiten Folge wird sich dann auf das Dorfleben, lässliche Eheprobleme, wie wir sie aus Soap Operas kennen, und der Vorbereitung einer Überfahrt nach England konzentriert.
Gegen Ende der zweiten Episode kommen Ragnar und seine Männer in England an und sie werden auch gleich angegriffen. Sie können die Männer von König Egbert besiegen und wir können vermuten, dass wir in den weiteren Folgen der aus zehn Episoden bestehenden zweiten „Vikings“-Staffel mehr von ihren englischen Abenteuern erfahren.
Dass ich kein großer Freund von Mittelalter- und Fantasy-Filmen bin, dürfte euch nicht überraschen. Aber ich bin auch begeisterungsfähig. Wenn die Story gut ist, wenn es irgendwie überraschend ist, wenn es spannend ist, bin ich dabei.
Aber „Vikings“ bewegt sich dann doch zu sehr in vertrauten Gewässern und gerade die ersten beiden Folgen plätschern teilweise unerträglich vor sich hin. Mögliche Konflikte, vor allem zwischen den beiden Brüdern, zwischen Ragnars Ehefrau und seiner schwangeren Geliebten, zwischen Rollo, dem geächteten Verräter und Fast-Brudermörder, und der Dorfbevölkerung, zwischen den Wikingern und den Göttern werden kaum angesprochen. Sowieso sind die meisten Dorfbewohner für die Geschichte vollkommen nebensächlich. Auch die Hauptcharaktere bleiben blass. Intrigen gibt es keine; wobei so eine richtige Intrige mit Palastrevolution in einem kleinen Dorf schwer zu organisieren ist. Und nachdem Ragnar sich auf den Weg nach England macht, verabschiedet sich die Dorfgemeinschaft aus der Geschichte. Allerdings, wie ein Blick in die Episodenguide verrät, nur vorläufig.
Gut, die ersten beiden Episoden der zweiten Staffel (und mehr kenne ich nicht) sind nur der Auftakt, in dem – hoffentlich – einiges für die restlichen acht Episoden vorbereitet wird, aber für sich alleine stehend, sind sie langweilig.
Abgesehen von der graphischen Gewalt bei den beiden Kämpfen (am Anfang der ersten und am Ende der zweiten Episode) zeigt „Vikings“ nichts, was nicht auch schon vor Jahren in einer TV-Serie gezeigt wurde.
„Vikings“-Erfinder Michael Hirst ist auch verantwortlich für die hochgelobte TV-Serie „Die Tudors“ und die Filme „Elizabeth“ und „Elizabeth – Das goldene Königreich“, beide mit Cate Blanchett in der Hauptrolle.
Vikings – Staffel 2(Vikings, Irland/Kanada 2014)
Regie: Ciarán Donnelly
Drehbuch/Idee: Michael Hirst
mit Travis Fimmel, Katheryn Winnick, Clive Standen, Jessalyn Gilsig, Gustaf Skarsgård, George Blagden, Alexander Ludwig, Alyssa Sutherland, Donal Logue, Linus Roache
– Hinweise Amazon über „Vikings“
Wegen des Fußballspiels läuft heute wohl das gesamte restliche Fernsehprogramm unter „ferner liefen“, aber ZDFkultur hat etwas feines im Archiv gefunden:
ZDFkultur, 20.55 Eric Clapton: Crossroads (USA 2013)
ZDFkultur, 22.00 Mumford & Sons: Live – The Road to Red Rocks (USA 2012)
„Crossroads“ dokumentiert das vierte „Crossroads“-Konzert vom 12. April 2013 in der New Yorker Madison Square Hall. Mit gewohnt hochkarätigen Gästen und viel Blues.
Folkiger wird es mit „Mumford & Sons“ bei ihrem Konzert im Red Rocks Amphitheatre in Colorado.
Das klingt nach zwei Stunden feiner Musik. Hinweise
ZDFkultur über „Eric Clapton: Crossroads“ und „Mumford & Sons“
Wikipedia über Eric Clapton (deutsch, englisch) und „Mumford & Sons“ (deutsch, englisch)
State of Play – Der Stand der Dinge (USA/Großbritannien 2009, Regie: Kevin Macdonald)
Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Tony Gilroy, Billy Ray (nach der gleichnamigen TV-Serie von Paul Abbott)
In Washington, D. C., verunglückt die sehr junge Mitarbeiterin eines Kongressabgeordneten tödlich in der U-Bahn. Zur gleichen Zeit wird ein Kleindealer von einem Killer erschossen. „Washington Globe“-Reporter Cal McAffrey beginnt zu recherchieren.
Auf de Insel war der spannende Sechsteiler „State of Play“ von „Cracker“-Autor Paul Abbott, der bei uns eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Mord auf Seite 1“ auf Arte lief, ein Riesenerfolg. Natürlich interessierte Hollywood sich für ein Remake. Die guten Politthriller-Autoren Carnahan, Gilroy und Ray machten aus der Vorlage einen hochkarätig besetzten Paranoia-Thriller, der natürlich nie die Komplexität des Originals erreicht und eigentlich perfekte Unterhaltung wäre, wenn Russell Crowe nicht wie der Mann aus den Bergen aussehen würde. Aber anscheinend kann Hollywood sich heute einen investigativen Journalisten nur noch als verspätetes Hippie-Modell aus den Siebzigern vorstellen.
Da waren Robert Redford, Dustin Hoffman, Warren Beatty (okay, die hatten zeitgenössisch ziemlich lange Matten) und John Simm (der Original McAffrey) besser frisiert.
Die Kritiker (vulgo Journalisten) waren von der okayen Kinoversion der BBC-Miniserie begeistert.
mit Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Robin Wrigth Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, Viola Davis
Zuerst will die in Berlin lebende Anna nicht zurück nach Norwegen. Aber ihr Verlobter Mathias meint, sie würde es später bereuen, wenn sie nicht zur Beerdigung ihrer Großmutter gehen würde. Also macht sie sich auf den langen Weg zu dem kleinen norwegischen Dorf am Meer und wir wissen schnell, warum sie nicht mehr zurück in das Kaff wollte. Der Großvater schweigt die meiste Zeit und er ist ein rechter Stoffel, der es sich anscheinend zur Lebensaufgabe machte, möglichst viele Menschen zu verärgern. Auch gegenüber Anna, der er still einiges vorwirft, verhält Johannes sich feindselig.
Kurz nach ihrer Ankunft trifft sie ihren Ex-Freund Håvard, der inzwischen alleinerziehender Vater ist. Er ist überhaupt nicht erfreut über das Auftauchen seiner Jugendliebe. Dennoch erklärt er sich, nachdem Johannes alle im Katalog stehenden Särge ablehnte, bereit, einen Sarg für Annas Großmutter zu zimmern und die alten Gefühle flammen wieder auf.
Gleichzeitig erfährt sie einiges über ihre Großmutter und die Beziehung zu ihrem Großvater verändert sich.
„Chasing the Wind“ ist ein langsam erzählter Film der schönen Landschaftsaufnahmen (die Trøndelag-Küste ist schon sehr fotogen), der sarkastischen Bemerkungen (vor allem der Großvater, der aus vollkommen ungeklärten Gründen die Deutschen liebt und mit Zitaten um sich wirft), des absurden Humors (Håvards Tochter inszeniert verschiedene katastrophale Tote), der schweigsamen Menschen und damit der unausgesprochenen Dinge. Denn Rune Denstad Langlos zweiter Spielfilm nach „Nord“ ist natürlich eine Versuchsanordnung mit überdeutlichen Bildern und Symbolen, in der Anna und ihr Großvater ihre verkorkste Beziehung aufarbeiten müssen. Allerdings ist der Grund für ihr Zerwürfnis nicht, dass sie vor zehn Jahren wegzog und sie nicht mehr besuchte, sondern eine viel ältere Geschichte, die erst am Ende auf eine verquere Art und Weise angesprochen wird und dem Film jede Glaubwürdigkeit raubt.
Auch die vorher enthüllten Gründe für Johannes‘ Schweigsamkeit, seinen stillen Hass auf den Nachbarn und seine, nun, problematische Beziehung zu seiner verstorbenen Frau überzeugen nicht sonderlich, weil nie erklärt wird, warum zum Beispiel Johannes bei seiner Frau blieb, obwohl er sich auch hätte scheiden lassen können.
So bleibt am Ende von „Chasing the wind“ nur eine hochgradig konstruierte Geschichte mit humoristischen, gut gespielten, aber ins Leere laufenden Szenen, vor einer prächtigen Kulisse.
Juliens Frau Lisa wird, obwohl unschuldig, zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der Biedermann, Lehrer und Vater Julien entwickelt, um sie aus dem Gefängnis zu befreien, überraschende kriminelle Energien.
Spannender Thriller, dessen hochkarätig besetztes US-Remake „72 Stunden -The next three days“ über eine halbe Stunde länger braucht, um die Story zu erzählen, – ohne ihr etwas wesentliches hinzuzufügen. Da bleibt man doch besser bei dem französischen Original.
mit Vincent Lindon, Diane Kruger, Lancelot Roch, Olivier Marchal
Im Presseheft wird ausführlich auf die Finanzierung von „Harms“ eingegangen. Denn der Gangsterfilm entstand ohne Fördergelder. Das ist mutig, aber wenn man weiß, welche Filme normalerweise gefördert werden, auch konsequent. Denn Genregeschichten haben es schwer. So erzählte Sebastian Fitzek über die Produktion von „Das Kind“, dass das Projekt, obwohl es sich um eine Bestsellerverfilmung handelt (was für gute kommerzielle Aussichten spricht), sofort abgelehnt wurde, weil es sich um eine Genregeschichte handelt.
Nun, „Harms“ erzählt ebenfalls eine Genregeschichte, die wohl nicht nur Genrefans gut kennen: nach sechzehn Jahren, davon dreizehn Jahre für ein Ehrenwort, wird Harms, ein harter Knacki mit dem Herz am rechten Fleck, aus dem Gefängnis entlassen. Er besucht seine alten Freunde und fragt sich, was er mit seiner Zeit anstellen soll. Immerhin ist er nicht der mehr der Jüngste und die Job-Perspektiven sind mau. Rente gibt es auch nicht. Entsprechend trist und ohne Perspektive ist sein Leben zwischen Knacki-Männerwohngemeinschaft, einsam auf einer Wiese vor sich hin gammelnder Imbissbude und Eckkneipe. Er erträgt sein Schicksal stoisch, schweigsam und mit starrem Blick. Endstation eben.
Da wird er in einer noblen Hotelbar von einem älteren, wohlhabendem Mann angesprochen, der selbstverständlich ein doppeltes Spiel spielt. Er macht Harms ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: den Überfall auf die Bundesbank, wo an einem bestimmten Tag 100 Millionen Euro in alten Scheinen sind, die vernichtet werden sollen. Einen helfenden Insider gibt es auch. Harms stellt eine Gang zusammen – und, ich verrate jetzt sicher nichts wirklich überraschendes, der Überfall geht schief.
Die Vorbilder und auch die Richtung, in die Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Nikolai Müllerschön („Der rote Baron“) und Hauptdarsteller und Produzent Heiner Lauterbach gehen wollen, ist klar: das klassische Gangsterfilmkino, in dem Berufsverbrecher eiskalt ihr Ding durchziehen, gemeinsam einen Überfall oder Einbruch planen und, spätestens nach der Straftat gegeneinander kämpfen. „Rififi“ und seine Parodie „Topkapi“ sind die Marksteine des Genres, in denen die Vorbereitungen und der Einbruch minutiös gezeigt werden und eine beträchtliche Spannung entwickeln.
Aber gerade die Vorbereitungen des Überfalls enttäuschen. Denn in „Harms“ finden sie kaum statt. Stattdessen sehen wir schweigsame Männer, vor allem Heiner Lauterbach, tiefgründig in die Luft starren, was nicht besonders spannend ist. Auch die Anti-Hartz-IV-Tiraden von Familienvater Menges (Axel Prahl) und die schofelig rassistischen Tiraden von Eckkneipenwirt Timm (Martin Brambach) vertreiben nur mühsam die Zeit. Wobei gerade Timm eine echte Type ist, während Menges doch zu sehr im gut geübten TV-Klischee erstarrt
In „Harms“ findet der Überfall auf die Bank erst im dritten Akt statt und er ist erstaunlich schlecht geplant. Schon während des Überfalls sterben die ersten Männer. Danach geht es lustig mit dem Morden weiter. Schließlich ist das gegenseitige Erschießen unter harten Männern eine bewährte Methode. Dabei wäre es nett gewesen, wenn hier nicht dumpfe Gewalt, die doch arg unvermittelt hereinbricht, sondern etwas mehr Cleverness herrschen würden. Schließlich müssen die Verbrecher der Polizei nicht die gesamte Arbeit abnehmen.
Als Gangsterfilm ist „Harms“ ziemlich schwach, weil er zu lange in erster Linie eine zu statische Milieustudie mit höchst unsympathischen Männern und Proleten ist und bei dem viel zu lieblos inszeniertem Überfall kommt auch nie Spannung auf.
„Harms“ erreicht nie die Qualität von Thomas Arslans „Im Schatten“, dem es sehr gut gelang, die vor allem US-amerikanischen Vorbilder in die deutsche Metropole zu übertragen. Dennoch hätte es, das muss angesichts von etlichen vollkommen misslungen bundesdeutschen Genreübungen auch gesagt werden, viel schlimmer kommen können.
Harms (Deutschland 2014)
Regie: Nikolai Müllerschön
Drehbuch: Nikolai Müllerschön
mit Heiner Lauterbach, Friedrich von Thun, Axel Prahl, Martin Brambach, Blerim Destani, André Hennicke, Benedikct Blaskovic, Valentina Sauca, Helmut Lohner
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
– Hinweise Homepage zum Film Film-Zeit über „Harms“ Moviepilot über „Harms“
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LV: Robert Thomas: Huit Femmes, 1958/1962 (Theaterstück)
Weihnachten in einem verschneiten Landhaus: In der Nacht wird der Hausherr ermordet. Die Täterin ist eine der acht Frauen, die im Haus sind. Selbstverständlich hat jede von ihnen auch ein gutes Motiv das Ekel umzubringen.
Ein Cozy mit Gesang und einem Darstellerinnenensemble, das über jeden Zweifel erhaben ist und die Crème de la Crème des französischen Films versammelt.
Eins Festival, 23.15 David Bowie – Cracked Actor(Großbritannien 1975, Regie: Alan Yentob)
Gut einstündige legendäre BBC-Dokumentation, die David Bowie während seiner „Diamond Dogs“-Tour in den USA porträtiert. Damals war Bowie nicht nur sehr produktiv, sondern auch drogenabhängig.
Eins Festival hat heute einen wundervoll musikalischen Abend mit dem Spielfilm „Velvet Goldmine“ (um 20.15 Uhr und 00.10 Uhr) und der 2010er-Doku „Stones in Exile“ (um 22.10 Uhr und 02.10 Uhr) über die Aufnahmen der Doppel-LP „Exile on Main St.“.
Im Vorspann steht es noch: „Inspiriert von den Inspector Morse Romanen von Colin Dexter“. Dabei sind die Morse-Romane von Colin Dexter bei uns nur noch antiquarisch erhältlich, was schade ist, denn die Kriminalromane sind eine hübsche Verbindung von Rätselkrimi und Oxford. Die auf den Romanen basierende Serie „Inspektor Morse, Mordkommission Oxford“, die zwischen 1987 und 2000 entstand, lief nie in Deutschland. Abgesehen von einigen Folgen 1989 im DDR-Fernsehen.
In England ist die Serie „Inspector Morse“, mit John Thaw („The Sweeney“) in der Hauptrolle, immer noch beliebt. Die Drehbücher wurden unter anderem von Anthony Minghella und Danny Boyle geschrieben.
2006 entschlossen sich die Macher, Endeavour Morses Sidekick DI Robert Lewis (Kevin Whately) mit einer eigenen Serie, die einfach nur „Lewis“ heißt zu ehren. Bis jetzt wurden in England sieben Staffeln des Spin-offs ausgestrahlt. Eine achte Staffel ist für nächstes Jahr angekündigt und ein Ende ist noch nicht abzusehen. In Deutschland sind wir gerade bei der sechsten Staffel angelangt.
In der Auftaktfolge „Gefangen im Netz“ wird Literaturprofessorin Miranda Thornton tot in ihrer Wohnung gefunden. Obwohl es offensichtlich ein Suizid war, glaubt DI Robert Lewis, dass sie ermordet wurde.
In „Das Rätsel des Genies“ wird im Wald die Leiche von Professor Murray Hawes gefunden. Bei ihren Ermittlungen erfahren Lewis und sein Kollege DS James Hathaway, dass Hawes kurz davor war, das Geheimnis von Lewis Carrolls „The Hunting of the Snark“, an dem sich schon etliche Gelehrte und Hobbyforscher die Zähne ausbissen, zu lösen. Sie glauben daher, dass ein anderer „Snark“-Jäger der Täter ist.
In „Heimliche Spiele“ wird ein Babysitter ermordet und an ein Bett gefesselt. Die beiden Polizisten fragen sich bei der Mörderjagd, ob der Mörder wirklich die richtige Frau ermordete. Denn Jessica Lake sprang kurzfristig für ihre Freundin ein.
In „Der unauslösliche Makel“ wird der Kriminologie-Professor Paul Yelland, der vor Jahrzehnten auch in Oxford studierte, nach einem Vortrag über Kriminelle Gefährlichkeit, in dem er auch sehr umstrittene Thesen äußerte, ermordet. Lewis und Hathaway vermuten zunächst einen politischen Hintergrund.
Die erste Folge „Gefangen in Netz“ (eigentlich die zweite Folge der sechsten Staffel) beginnt flott mit der etwas schieflaufenden Verhaftung eines Drogenhändlers und das Internet ist ein wichtiger Teil der Geschichte. Allerdings, wieder einmal, nur als Hort des Bösen und DI Robert Lewis muss sich, als er Obszönitäten und Schmuddelkram im Netz entdeckt, empören wie der Blockwart in der Eckkneipe, der die vergangenen Jahre auf einem anderen Planeten verbrachte. Das dämpft dann doch gründlich die Sympathie für den bodenständigen Helden, der zwar nicht makellos sein muss, aber als Kriminalbeamter auch nicht so dumm sein sollte, wie er hier gemacht wird. Davon abgesehen wirkt die Episode wie eine modernisierte Version von „Inspector Barnaby“ mit vielen Bildern aus der malerischen Universitätsstadt Oxford, einer Vorgesetzten und einer Gerichtsmedizinerin.
Auch in den anderen drei Fällen der sechsten Staffel bieten Oxford und das universitäre Leben den Hintergrund für die sehr gemächlich und humorfrei erzählten Fälle. Da gefällt „Inspector Barnaby“ dann doch besser als dieser eher glanzlose, konventionelle Rätselkrimi aus Oxford.
Lewis – Der Oxford-Krimi: Staffel 6 (Großbritannien 2012)
Erfinder: Chris Burt, Stephen Churchett
LV: Charakter von Colin Dexter
mit Kevin Whately (DI Robert Lewis), Laurence Fox (DS James Hathaway), Clare Holman (Dr. Laura Hobson), Rebecca Front (Chief Superintendent Jean Innocent)
– DVD
edel:motion
Bild: 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: –
Bonusmaterial: –
Länge: 354 Minuten (4 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre
– Die Fälle
Gefangen im Netz (Generation of Vipers, Staffel 6, Folge 2)
Regie: David O’Neill
Drehbuch: Patrick Harbinson
–
Das Rätsel des Genies (The Soul of Genius, Staffel 6, Folge 1)
Regie: Brian Kelly
Drehbuch: Rachel Bennette
–
Heimliche Spiele (Fearful Symmetry, Staffel 6, Folge 3)
Regie: Nicholas Renton
Drehbuch: Russell Lewis
–
Der unauslösliche Makel (The indelible Stain, Staffel 6, Folge 4)
Regie: Tim Fywell
Drehbuch: Simon Block
– Hinweise ITV über „Lewis“ ZDF über „Lewis“
Wikipedia über „Lewis“ (deutsch, englisch) Krimi-Couch über Colin Dexter
Pro7 Maxx, 20.15 The Damned United – Der ewige Gegner(Großbritannien/USA 2009, Regie: Tom Hooper)
Drehbuch: Peter Morgan
LV: David Peace: The Damned United, 2006 (Damned United)
Ein grandioser Fußball-Film. Auch für Nicht-Fußballfans. Was nicht verwundert, denn das Drehbuch ist von Peter Morgan, der auch die Bücher für „Rush“ und „Frost/Nixon“ und „Die Queen“ schrieb. Regie führte Tom Hooper, der danach „The King’s Speech“, für den er den Regie-Oscar erhielt, inszenierte.
„The Damned United“ ist vor allem ein mitreisendes Porträt von Brian Clough, einem großmäuligem Fußballtrainer, der 1974 für 44 Tage Trainer des erfolgreichen Erstligavereins Leeds United war und der sich überhaupt nicht mit der Mannschaft und dem Vorstand verstand. In Rückblenden erfahren wir, wie Clough zusammen mit Peter Taylor aus einem gegen den Abstieg in die dritte Liga kämpfendem Provinzclub Derby County innerhalb weniger Jahre einen Erstligaclub machte, der den Titel gewann, und wie er dabei seine Feindschaft zu dem Leeds-United-Trainer pflegte.
mit Michael Sheen, Colm Meaney, Timothy Spall, Stephen Graham, Joseph Dempsie, Brian McCardie, Jim Broadbent, Henry Goodman
–
Der Roman erschien als Taschenbuch bei Heyne Hardcore
David Peace: Damned United (übersetzt von Thomas Lötz) Heyne, 2011 512 Seiten
9,99 Euro
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Außerdem erschien vor einigen Tagen David Peaces Chronik des Bergarbeiterstreiks von 1984 und wie die Thatcher-Regierung mit allen, auch illegalen Mitteln gegen die Streikenden kämpfte.
David Peace: GB84 (übersetzt von Peter Torberg) Liebeskind, 2014 544 Seiten
24,80 Euro
– Originalausgabe
GB84
Faber and Faber, 2004
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Arte, 20.15 Neun im Fadenkreuz (Frankreich/Italien 1971, Regie: Philippe Labro)
Drehbuch: Philippe Labro, Jacques Lanzmann, Vincenzo Labella
LV: Ed McBain: Ten plus one, 1963 (Neun im Fadenkreuz)
Nizza: Ein Unbekannter erschießt schienbar wahllos Menschen. Inspektor Carella und seine Kollegen suchen den Scharfschützen.
Französische Verfilmung eines Romans aus Ed McBains grandioser, durchgehend lesenswerter Serie von Polizeiromanen über das 87. Polizeirevier. Die Krimis legten eigentlich die heute bekannten Genreregeln des Polizeiromans und von Polizeiserien im Fernsehen fest.
„In der Darstellung überzeugender, ansonsten aber mittelmäßiger Krimininalfilm“ (Lexikon des internationalen Films)
Als ich den Film vor Jahren sah, gefiel er mir verdammt gut.
Die Musik ist von Ennio Morricone.
mit Jean-Louis Trintignant, Dominique Sanda, Sacha Distel, Carla Gravina, Stéphane Audran, Erich Segal
auch bekannt als „Ohne besonderes Tatmotiv“ (DDR-Titel) Wiederholung: Donnerstag, 12. Juni, 14.05 Uhr
Mit der vierten Collector’s Box sind jetzt die 81 spielfilmlangen Fälle von „Inspector Barnaby“ komplett in handlichen und damit auch platzsparenden, stabilen Pappboxen erhältlich.
In der Box sind die vorher bereits als Volume 16, 17, 18, 19 und 20 erschienen Fälle enthalten:
Volume 16
Blick in den Schrecken (Second Sight, GB 2005, Staffel 8, Episode 5)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Tony Etchelis
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Tod im Liebesnest (The Maid in Splendour, GB 2004, Staffel 7, Episode 5)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Andrew Payne
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Tief unter der Erde (Hidden Depths, GB 2005, Staffel 8, Episode 6)
Regie: Sarah Hellings
Drehbuch: David Hoskins
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Haus voller Hass (Ghosts of Christmas Past, GB 2004, Staffel 7, Episode 7)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: David Hoskins
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Volume 17
Die Leiche ist heiß (Sauce for the Goose, GB 2005, Staffel 8, Episode 7)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Andrew Payne
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Pikante Geheimnisse (Country Matters,GB 2006, Staffel 9, Episode 6)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Andrew Payne
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Mord – Nur für Mitglieder (The Dogleg Murders, GB 2009, Staffel 12, Episode 1)
Regie: Richrad Holthouse
Drehbuch: Andrew Payne
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Morden ist auch eine Kunst (The black Book, GB 2009, Staffel 12, Episode 2)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: Nicholas Martin
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Volume 18
Sportler und Spione (Secrets and Spies, GB 2009, Staffel 12, Episode 3)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Michael Aitkins
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Sag Ja und stirb! (The Glitch, GB 2009, Staffel 12, Episode 4)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Michael Russell
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Böse kleine Welt (Small Mercies, GB 2009, Staffel 12, Episode 5)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: Peter Hammond
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Über den Dächern von Chattham (The Creeper, GB 2009, Staffel 12, Episode 6)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Andrew Payne
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Volume 19
Schreie in der Nacht (The Great and the Good, GB 2010, Staffel 12, Episode 7)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: David Hoskins
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Köpfen ist auch keine Lösung (The Sword of Guillaume, GB 2010, Staffel 13, Episode 1)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Michael Aitkens
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Du musst dran glauben (The Made-of-Measure Murder, GB 2010, Staffel 13, Episode 2)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: Andrew Payne
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Blut am Sattel (Blood on the Saddle, GB 2010, Staffel 13, Episode 3)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: David Harsent
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Volume 20
Geisterwanderung (The silent Land, GB 2010, Staffel 13, Episode 4)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: Peter Hammond
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Mord von Meisterhand (Master Class, GB 2010, Staffel 13, Episode 5)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Nicholas Martin
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Unter die Gürtellinie (The noble Art, GB 2010, Staffel 13, Episode 6)
Regie: Richard Holthouse
Drehbuch: Barry Purchese
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Eine Schande fü das Dorf (Not in my Backyard, GB 2010, Staffel 13, Episode 7)
Regie: Peter Smith
Drehbuch: J.C. Wilsher
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Gesund, aber tot (Fit for Murder, GB 2011, Staffel 13, Episode 8)
Regie: Renny Rye
Drehbuch: Andrew Payne
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Als das ZDF vor neun Jahren mit der Ausstrahlung von „Inspector Barnaby“ begann, zeigten sie die Episoden ohne Rücksicht auf die ursprüngliche Ausstrahlung. Entsprechend unchronologisch wurden die Folgen dann auch veröffentlicht. Erst bei den letzten Folgen wurde die Chronologie eingehalten. Aber weil die Folgen, abgesehen vom Älterwerden von Cully Barnaby, der Tochter von Tom und Joyce Barnaby, die in ungefähr dr Hälfte der „Inspector Barnaby“-Fälle auftaucht, voneinander unabhängig sind, ist es vollkommen egal, in welcher Reihenfolge man sich die Filme ansieht. Denn abgesehen von wechselnden Assistenten, Autos, Computern und Telefonen verändert sich in der malerischen Grafschaft Midsomer nichts: fidele Engländer bringen sich gegenseitig um. Ein glücklich verheirateter, absolut normaler Polizist ermittelt und alle aktuellen Probleme, die in den vergangenen über fünfzehn Jahren für Schlagzeilen sorgen (wie Rassismus, Jugendkriminalität, Homophobie, Terrorismus, Bankenkrise, Militäreinsätze im Ausland undsoweiter), machen einen großen Bogen um Midsomer, wo Briten Briten umbringen, weil Mord, teils sehr bizarr ausgeführt, halt eine probate und bewährte Methode ist, um Probleme zu lösen.
Das macht wegen der Unaufgeregheit der Ermittlungen und dem normalen Protagonisten (vor allem nachdem in fast allen anderen Krimiserien anscheinend nur noch wandelnde Psychopathen und seelische Wracks ermitteln dürfen) durchaus Spaß. Allerdings schleicht sich bei den späteren Fällen auch eine gewisse Routine ein, die auch zu dem Eindruck führt, dass alle Beteiligten etwas zu sehr im gewohnten und vertrauten Trott die leichengesättigten Mordfälle lösten.
Jedenfalls sind mit der „Collector’s Box 4“ alle Fälle von DCI Tom Barnaby auf Deutsch erhältlich und nebeneinander nehmen die Boxen nur siebzehn Zentimeter im Regal ein.
Inspector Barnaby (Midsomer Murders, GB 1997 – 2011)
LV: Charaktere von Caroline Graham
mit John Nettles (DCI Tom Barnaby), Daniel Casey (Sergeant Gavin Troy, 1997 – 2003), John Hopkins (Sergeant Dan Scott, 2004 – 2005), Jason Hughes (DS Ben Jones, 2005 – 2011), Jane Wymark (Joyce Barnaby), Barry Jackson (Dr Bullard), Laura Howard (Cully Barnaby)
– Inspector Barnaby Collector’s Box 4
(Volume 16 – 20)
Edel: Motion
Bild: Pal 16:9
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: –
Bonusmaterial: Interviews mit den Schauspielern
Länge: 1928 Minuten (21 DVDs)
FSK: ab 12 Jahre
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