Cotton Club (USA 1983, Regie: Francis Ford Coppola)
Drehbuch: William Kennedy, Francis Ford Coppola (nach einer Geschichte von William Kennedy, Francis Ford Coppola und Mario Puzo)
Coppolas Liebeserklärung an den Cotton Club. Nicht schlecht, wie er hier Gangsterfilm mit Liebesfilm mit Tanzfilm mit einem halben Dutzend weiterer Genres verbindet. Aber auch weit von der Qualität seiner ersten beiden Paten-Filme entfernt.
Während der Dreharbeiten unterhielten die verschiedensten Skandalmeldungen (Drehbuch, Budget, künstlerische Auseinandersetzungen, um nur einige zu nennen) die Öffentlichkeit.
Mit Richard Gere, Gregory Hines, Diane Lane, Bob Hoskins, James Remar, Nicolas Cage, Larry Fishburne, Tom Waits, Joe Dallesandro, Woody Strode
Zuerst waren die Deutschen begeistert, dass nach acht Jahren wieder ein deutscher Film im Wettbewerb von Cannes lief.
Dann waren die Kritiker begeistert. Sie hätten „Toni Erdmann“ gerne den Hauptpreis und alle möglichen und unmöglichen anderen Trophäen gegeben. Aber die Jury ignorierte den Film bei der Preisvergabe.
Und jetzt startet der mit vielen Vorschusslorbeeren und einhelligem Kritikerlob bedachte Film in unseren Kinos.
Toni Erdmann ist ein von dem Musiklehrer Winfried (Peter Simonischek) erfundene Kunstgestalt. Der desillusionierte, megaschlaffe 68er mit einem Hang zu abgestandenen und unwitzigen Witzen erfindet Toni Erdmann, als er in Bukarest seine Tochter Ines (Sandra Hüller) besucht. Sie ist eine taffe Unternehmensberaterin, die gerade einer Firma die Gründe für eine Massenentlassung liefern soll. Zu ihrem Vater, der das komplette Gegenteil von ihr ist, vermeidet sie schon seit Jahren den Kontakt.
Jetzt sitzt er in der Lobby ihrer Firma und sie muss ihn notgedrungen zu Empfängen mit Geschäftspartnern mitnehmen, auf denen er mit seinem unberechenbarem Verhalten, seiner Missachtung der Etikette und seinen lauen Scherzen die Anwesenden verzückt. Jedenfalls tun sie so.
Der große Krach zwischen Vater und Tochter ist vorgezeichnet. Aber anstatt Bukarest zu verlassen, kehrt er als Coach Toni Erdmann mit schlecht sitzender Perücke und Gebiss zurück. Ines geht, wie alle anderen, auf die Scharade ein.
Mit gut drei Stunden ist „Toni Erdmann“ sehr lang, ohne jemals wirklich zu langweilen. Das liegt an Maren Ades präzisem und unerbittlichem, aber die Charaktere nicht denunzierendem Blick für peinliche Situationen. Eigentlich reiht sich eine peinliche Situation an die nächste. Als Zuschauer denkt man ‚ja, genauso ist es‘, während die Kamera dran bleibt, bis auch wirklich die letzte Reaktion und der missglückte Versuch, die Peinlichkeit zu überspielen, gezeigt wurde. Die Fremdschäm-Grenze ist in diesem Moment schon lange überschritten. Denn kein Witz von Toni Erdmann ist witzig. Keine Verkleidung überzeugt.
Seine Tochter Ines ist als das komplette Gegenteil zu ihrem tiefenentspanntem Vater immer zu angespannt, zu gereizt, genervt und penibel, um als Mensch oder als Beraterin zu überzeugen.
Sie sind Kunstfiguren in einer Abfolge ausgedachter Situationen, die Teil einer gnadenlos durchgezogenen Versuchsanordnung sind, in denen es für die Charaktere keine Entwicklung, keine irgendwie geartete Erlösung und auch keine Veränderung gibt.
Dank der genauen Beobachtung und dem Talent von Peter Simonischek und Sandra Hüller geraten die absurden und peinlichen Szenen durchaus kurzweilig. Das häufige Lachen des wohlbehalten im dunklen Kinosaal sitzenden Publikums ist allerdings eher ein verzweifeltes Lachen, ein Ventil für das latente Unwohlsein, das fast jede Szene des Films hervorruft.
Es ist ein Feelbad-Film, den man nicht unbedingt ein zweites Mal sehen will und der keine große Geschichte erzählt, sondern nur Momente aneinanderreiht. Wobei Lehrer Winfried einmal meint, das Leben bestehe aus Erinnerungen an Momente.
Toni Erdmann (Deutschland/Österreich/Rumänien 2016)
Regie: Maren Ade
Drehbuch: Maren Ade
mit Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Witterborn, Thomas Loibl, Trystan Pütter, Hadewych Minis, Lucy Russell
Vor zwanzig Jahre besiegten die Menschen Aliens, die die Erde vernichten wollten, mit einem Computervirus.
Jetzt kehren die Aliens zurück und dieses Mal wollen sie die Erde endgültig zerstören.
In der Zwischenzeit haben die Menschen zu einem friedlichen Miteinander gefunden, mit der Alien-Technologie enorme Fortschritte im Bereich der Technik gemacht und auf dem Mond haben sie eine Abwehrstation gegen die nächste Alien-Invasion errichtet, die so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird. Behaupten jedenfalls einige tapfere, alienkampferprobte Männer.
Und bis auf Will Smith, der, je nach Quelle, nach „After Earth“ nicht gleich einen weiteren Science-Fiction-Film drehen wollte oder dessen Gagenforderung zu hoch war, sind auch etliche der aus dem Blockbuster „Independence Day“ vertrauten Charaktere dabei, wie Jeff Goldblum als David Levinson (inzwischen ist der Wissenschaftler Präsident der Earth Space Defense), Bill Pullman als von Alien-Visionen geplagten US-Präsident Thomas J. Whitmore, Judd Hirsch als Julius Levinson, Robert Loggia als General William Grey und Vivica A. Fox als Jasmine Hiller. Sie heiratete Captain Steven Hiller (Will Smith).
Es gibt auch einige Neuzugänge, wie Jessie Usher als ihr Sohn Dylan Hiller, der in die Kampfpiloten-Fußstapfen seines Vaters tritt, Liam Hemsworth als mit ihm verfeindeter, heroischer Kampfpilot Jake Morrison, der gerne mal einen Befehl ignoriert, Maika Monroe als US-Präsidententochter Patricia Whitmore und Love-Interest der beiden Jungs, Charlotte Gainsbourg als Dr. Catherine Marceaux und Ex-Geliebte von Levinson, Deobia Oparei als afrikanischer Krieger Dikembe Umbutu, der schon einige Aliens in der Wüste erledigte, Sela Ward als US-Präsidentin Lanford und William Fichtner als General Adams, der nach ihrem Tod die Amtsgeschäfte übernehmen muss. Sie alle haben schauspielerisch ziemlich wenig zu tun in dieser überaus bekannten Geschichte, die im Gegensatz zu „Independence Day“ eine überaus müde Angelegenheit ist. Die zitatenstrotzende Geschichte war auch schon in „Independence Day“ nicht wahnsinnig innovativ, aber sie wurde unterhaltsam präsentiert, man mochte die Charaktere, konnte mit ihnen mitfühlen und die Spezialeffekte beeindruckten. Es war halt ein B-Picture mit Megabudget und einer Heerschar bekannte Schauspieler, die den Charakteren mehr Tiefe gaben als das Drehbuch vorsah.
In „Independence Day: Wiederkehr“ sind die inzwischen computergenerierten Tricks nach all den Superheldenfilmen, in denen Städte und Galaxien in Schutt und Asche zerlegt werden, nicht mehr so beeindruckend. Da hilft es auch nichts, dass dieses Mal ganz London in Sekundenbruchteilen in Schutt und Asche zerlegt wird. Dagegen war die Zerstörung des Weißen Hauses in „Independence Day“ in jeder Beziehung beeindruckender. Das Bild brannte sich in unser kollektives Gedächtnis ein. Das Gebäude hat, nachdem es wieder aufgebaut wurde, in „Independence Day: Wiederkehr“ eine Special Appearance.
Die auch aus anderen Filmen bekannte Marotte, fast jede Zerstörungsszene und jede Arbeitsstätte nur von Computerbildschirmen ausleuchten zu lassen, nervt. Als gäbe es keine Lichtschalter und keine Arbeitsplatzverordnung.
Immerhin findet das Finale am helllichten Tag in der Wüste, nahe der legendären Area 51, statt. Dank der Alien-Technologie können dann auch alle wichtigen Charaktere, die vorher an verschiedenen Orten auf der Welt und im Weltall waren, in Sekundenbruchteilen zum Ort des Geschehens reisen. Die Plot-Löcher konnte die Alien-Technologie dagegen nicht stopfen.
Die Geschichte von „Independence Day: Wiederkehr“ wiederholt, mit einigen Veränderungen und vielen Anspielungen auf „Independence Day“ die aus zahlreichen Alien-Invasionsfilmen bekannte Geschichte, ohne jemals einen eigenen Ton zu finden. Es gibt einfach zu viele Charaktere die zu wenig zu tun haben und die Struktur ist bei weitem nicht so klar wie in „Independence Day“.
So ist „Independence Day: Wiederkehr“ eine mit knapp zwei Stunden (ohne Abspann) für einen Blockbuster erstaunlich kurze, aber auch reichlich dröge Angelegenheit, die, trotz anderslautender Statements von Roland Emmerich, wie eine lästige und vollkommen überflüssige Pflichterfüllung aussieht.
Am Ende des Films gibt es einen Witz, der die Tür zu einer Fortsetzung öffnet, die wirklich unterhaltsamer als „Indepence Day: Wiederkehr“ sein könnte. Dann werden, wenn das Einspielergebnis stimmt und wie Emmerich schon in einem aktuellen Interview sagte, fremde Planeten und Galaxien besucht. Den Film hätte er schon jetzt drehen sollen.
Independence Day: Wiederkehr (Independence Day: Resurgence, USA 2016)
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Nicolas Wright, James A. Woods, Dean Devlin, Roland Emmerich, James Vanderbilt (nach einer Geschichte von Dean Devlin, Roland Emmerich, Nicolas Wright und James A. Woods, basierend auf Charaktere von Dean Devlin und Roland Emmerich)
mit Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Jessie T. Usher, Bill Pullman, Maika Monroe, Sela Ward, William Fichtner, Judd Hirsch, Brent Spiner, Vivica A. Fox, Charlotte Gainsbourg, Deobia Oparei, Nicolas Wright, Robert Loggia, Angelababy, Chin Han, Travis Tope
1870: Bandit McQueen flieht vor dem Gesetz und früheren Kumpels in die Berge.
„Vogelfrei“ ist die Western-Adaption von Burnetts Gangster-Roman „High Sierra“, den Walsh bereits 1941 mit Humphrey Bogart verfilmte und für Bogart ein wichtiger Schritt in seiner Karriere hin zu einem Hauptdarsteller war.
Der Western „ist die beste Filmversion des Stoffes, und die Schlußszenen mit dem Tod des Liebespaares gehören zum Besten, was Walsh je gedreht hat.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)
Jetzt liegt das Finale von George A. Romeros Zombie-Comic „Empire of the Dead“ vor. Jetzt werden all die Konflikte, die er in den vorherigen beiden Akten (die aus jeweils fünf Heften bestanden, die dann in Bücher zusammengefasst wurden) etablierte, zu Ende erzählt. Wieder besteht der Akt aus fünf Heften und weil „Empire of the Dead“ von Anfang an auf fünfzehn Hefte geplant war, konnte George A. Romero, wie bei einem Spielfilm, alles auf ein von Anfang an geplantes Finale hin schreiben. Da gab es während des Schreibens keine Überraschungen mit einem frühzeitigem Ende (wegen mangelndem Publikum) oder einem hinausgeschobenem Ende (wegen nicht mangelndem Publikum).
Und Konflikte, die auf eine Lösung warten, gibt es genug in dieser Zombie-Welt.
In New York leben Menschen in einer schwer bewachten Festung. Bürgermeister Chandrake befindet sich gerade im Wahlkampf. Er und seine Vertrauten sind Vampire, was die Menschen nicht wissen und auch nicht wissen sollen.
Die Wissenschaftlerin Penny Jones sucht weiter nach Anzeichen von Intelligenz bei den Zombies. Der ehemalige Polizistin Xavier zeigt dabei als Zombie erstaunlich viele menschliche Regungen. Xavier will ihre menschliche Freundin Jo finden, die am Ende des zweiten Akts entführt wurde.
Das Mädchen Jo wird auf einer von Chandrake betriebenen Farm gefangenen gehalten. Jo soll, wie die anderen Kinder, als Nahrung für die Vampire dienen.
Währenddessen nähern sich, was die New Yorker nicht wissen, aus den Südstaaten Rebellen, die die Stadt angreifen wollen.
Das sind die wichtigsten Erzählstränge der ersten beiden „Empire of the Dead“-Sammelbänden, die jetzt zu einem Ende kommen müssen. Und, immerhin sind auch Romeros Zombie-Filme nichts für zartbesaitete Gemüter, es dürfte blutig werden. So wie in seinem Film „Land of the Dead“ (USA 2005), der, bis auf die Vampire, ein ähnliches Setting hatte.
Trotzdem hat man bei „Empire of the Dead – Dritter Akt“ nie das Gefühl, dass die Geschichte demnächst endet. Wie schon im „Zweiten Akt“, den man als Vorbereitung für das Finale las, plätschern die verschiedenen Plots vor sich hin bis zum enttäuschenden Finale, das eigentlich kein Ende ist. Höchstens, wie wir es aus inzwischen fast jeder TV-Serie kennen, ein Staffelfinale, das uns zum Einschalten der nächsten Staffel animieren soll.
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George A. Romero/Andrea Mutti: Empire of the Dead – Dritter Akt
Den Mörder trifft man am Buffet (Frankreich 1979, Regie: Bertrand Blier)
Drehbuch: Bertrand Blier
Alphonse hat Mordfantasien. Als ein Buchhalter mit seinem Messer erstochen wird, kann er sich nicht an die Tat erinnern. Ein Inspektor will den Mord nicht aufklären. Und da geschieht der nächste Mord.
„Ein kleines Meisterwerk des Nonsense, in dem weder Logik noch Zynismus, sondern allein das Absurde zählt, Alice im Wunderland der Mörder auftritt und Jack the Ripper in die Burlesken eines W. C. Fields gerät.“ (Fischer Film Almanach 1993)
Die deutsche Premiere war 1992 im ZDF und seitdem wurde der Film kaum wiederholt.
Blier erhielt für seinen Drehbuch einen César.
Bertrand Blier inszenierte unter anderem „Die Ausgeblufften“, „Frau zu verschenken“, „Abendanzug“, „Zu schön für Dich!“, „Mein Mann – Für deine Liebe mache ich alles“ und „Und wie sehr liebst du mich?“. Immer spielt er in seinen Komödien sehr gelungen mit den gesellschaftlich-bürgerlichen Konventionen, die er lustvoll negiert.
Vor „Tangerine L. A.“ (seit Donnerstag im Kino) inszenierte Sean Baker „Starlet“, ein hochgelobtes Indie-Drama über eine Porno-Darstellerin, die sich mit einer älteren Dame befreundet.
„Unaufgeregt und ohne die Profession seiner Hauptfigur zu skandalisieren, erkundet der Film das Lebenim sonnendurchfluteten, aber gänzlich unglamourös gezeigten ‚Porn Valley‘.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Dree Hemingway, Stella Maeve, Besedka Johnson, James Ransone, Karren Karagulian
Das nennt man wohl einen Arbeitsbesuch. Denn zum Vergnügen fährt Bruce Wayne nicht nach Europa. Als Batman kämpft er gegen einen Virus, das ihn innerhalb einer Woche tötet. Bis dahin nehmen seine Kräfte ab und seine Sinne schwinden. Sein Intimfeind, der Joker, der Clown des Verbrechens, wurde ebenfalls infiziert und nur wenn die Beiden zusammen arbeiten, können sie überleben. Die erste Spur führt nach Berlin. Dann geht es weiter nach Prag, Paris und Rom in dieser vierteiligen Geschichte von Brian Azzarello und Matteo Casali geschriebenen Geschichte, die eine zwiespältigen Eindruck hinterlässt.
Auf der einen Seite ist die gelungene Prämisse. Auf der anderen Seite das Städte-Hopping, in dem Berlin, Prag, Paris und Rom nur die austauschbare Kulisse für jeweils eine Konfrontation sind, die dann die beiden todsterbenskranken Notverbündeten in die nächste Stadt schickt. Die europäischen Städte haben in „Batman: Europa“ keinen erzählerischen und auch keinen wirklich visuellen Mehrwert. Die Geschichte könnte genausogut in Gotham City, Batmans vertrautem Schlachtfeld, spielen.
Die Geschichte selbst und vor allem die zeichnerische Umsetzung, vor allem wenn die Panels (Layouts: Giuseppe Camuncoli, Zeichnungen: Diego Latorre [Paris], Gerald Parel [Rom]) in dem zweiten Heft zunehmend unscharf, abstrakt und experimentell werden, spiegeln kongenial die zunehmend getrübte Wahrnehmung von Batman, der immer weniger zwischen Fieberwahn und Realität unterscheiden kann. Auch die Geschichte ähnelt in diesen Momenten mehr einem Fiebertraum.
Am Ende der erstmals 2004 angekündigten Miniserie bleibt die Erkenntnis, dass ein Bösewicht Batman einen längeren Europa-Aufenthalt spendieren sollte.
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Brian Azzarello/Matteo Casali: Batman: Europa – 1 (von 2)
(übersetzt von Alexander Rösch)
Panini, 2016
68 Seiten
5,99 Euro
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enthält
Batman: Europa 1 – Berlin (DC Comics, Januar 2016)
Batman: Europa 2 – Prague (DC Comics, Februar 2016)
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Brian Azzarello/Matteo Casali: Batman: Europa – 2 (von 2)
(übersetzt von Alexander Rösch)
Panini, 2016
68 Seiten
5,99 Euro
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enthält
Batman: Europa 3 – Paris (DC Comics, Februar 2016)
Barkeeper Don Jon (Joseph Gordon-Levitt) ist ein echter Frauenschwarm, der aber Internetpornos jeder echten Beziehung vorzieht. Da lernt er Barbara (Scarlett Johansson) kennen und verliebt sich in die Schönheit, die an die große, romantische Liebe glaubt und dummerweise seine Internetsucht nicht tolerieren will.
Nach einigen Kurzfilmen das überaus gelungene Spielfilmdebüt von Joseph Gordon-Levitt, der ein ernstes Thema unterhaltsam inszenierte.
mit Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore, Tony Danza, Brie Larson
Händler der vier Jahreszeiten (Deutschland 1972, Regie: Rainer Werner Fassbinder)
Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
München, fünfziger Jahre: der Obsthändler Hans Epp versucht, nachdem er schon in anderen Berufen scheiterte, über die Runden zu kommen, während er von seiner Frau und seiner Mutter drangsaliert wird.
Ein früher Fassbinder-Klassiker und die erste Auseinandersetzung des Jungen Deutschen Films mit den fünfziger Jahren.
mit Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Hanna Schygulla, Kurt Raab, Gusti Kreissl, Klaus Löwitsch, Ingrid Caven, Peter Chatel, Walter Sedlmayer, Hark Bohm
Ein Köder für die Bestie (USA 1962, Regie: J. Lee Thompson)
Drehbuch: James R. Webb
LV: John D. MacDonald: The executioners, 1957 (eine gekürzte deutsche Ausgabe erschien unter „Ein Köder für die Bestie“, ungekürzt – 1992 im Heyne Verlag – unter „Kap der Angst“)
Nach seinem Knastaufenthalt beginnt Max Cady Sam Bowden und dessen Familie zu terrorisieren. Immerhin brachte dessen Aussage ihn ins Gefängnis.
Spannender Psychoschocker
Mit Gregory Peck, Robert Mitchum, Martin Balsam, Telly Savalas
Ein Bestsellerautor, ein unantastbarer Säulenheiliger und Doyen des Spionageromans ist John le Carré schon seit Jahrzehnten, aber bis vor einigen Jahren war die Zahl der Verfilmungen seiner Agententhriller überschaubar. Bis zur Jahrtausendwende gab es für das Kino eigentlich nur „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und „Das Russland-Haus“. In den letzten fünfzehn Jahren, vor allem in den letzten fünf Jahren, gab es dann mehrere le-Carré-Verfilmungen, die alle gelungen waren: „Der Schneider von Panama“, „Der ewige Gärtner“, „Dame, König, As, Spion“, „A most wanted man“, „The Night Gardener“ (für das Fernsehen) und jetzt „Verräter wie wir“, inszeniert von Susanna White („Eine zauberhafte Nanny“,„Parade’s End“), nach einem Drehbuch von Hossein Amini („Drive“, „Die zwei Gesichter des Januars“ [auch Regie]), der sich anstandslos in die Reihe der gelungenen le-Carré-Verfilmungen einreiht.
In Marrakesch lernt Perry (Ewan McGregor), ein harmloser Oxford-Dozent für Poesie, Dima (Stellan Skarsgård), einen russischen Lebemann mit riesigem Hofstaat, kennen. Dima mag den Engländer und seine Frau Gail (Naomie Harris), einer Anwältin, die beide erkennbar aus einer vollkommen anderen Welt stammen. Er spielt mit Perry Tennis, lädt ihn zu einer Party ein und bittet ihn um einen Gefallen. Denn Dima ist auch Geldwäscher für die russische Mafia. Er befürchtet, dass er demnächst im Auftrag des Kopfs der Vory umgebracht werden soll. Der britische Geheimdienst soll ihn und seine Familie beschützen. Deshalb möchte er, dass Perry dem englischem Geheimdienst einen USB-Stick mit Daten über von ihm getätigte Transaktionen, die auch britische Banken und Politiker belasten, übergibt.
Perry ist einverstanden. Es ist ja nur ein kleiner Gefallen für den potentiellen Überläufer und er tut doch offensichtlich ein gutes Werk. Aber es ist auch der erste Schritt, der ihn in die Welt der Geheimdienste führt.
Hossein Amini folgt zwar mit wenigen Abweichungen John le Carrés Geschichte, aber während le Carré die Geschichte bis weit über die Hälfte des Romans mit einer enervierenden Langsamkeit erzählt, hat Amini hier all die Fehler der Vorlage beseitigt. Die uninteressanten Stellen kürzte er ordentlich. Die Plot Points verschieben sich an die richtigen Stellen. Die Spannungskurve steigt stärker. Die wirkliche Geschichte, die ja erst beginnt, als Perry dem MI6-Agenten Hector Meredith (Damian Lewis) den USB-Stick übergibt, entwickelt sich schneller. Perry und seine Frau Gail geraten mit ihren Entscheidungen, die als einzelne Entscheidung ohne große Folgen, vernünftig und harmlos sind (Warum soll man nicht die Einladung zu einer Party annehmen? Warum soll man nicht dem Geheimdienst einen USB-Stick geben und so einer Urlaubsbekanntschaft helfen?), schnell in die von Misstrauen und Verrat geprägte Welt der Geheimdienste und des Großverbrechens, in der ein Menschenleben nicht mehr zählt als ein Bauer in einem Schachspiel. Dabei ist fraglich, ob Perry überhaupt so wichtig wie ein Bauer ist oder ob Dima der Bauer ist.
Kameramann Anthony Dod Mantle („28 Days Later“, „Slumdog Millionär“, „Rush – Alles für den Sieg“) inszeniert diese Welt als eine elegante Welt der Schatten und Spiegelungen, was der Geschichte eine latente Atmosphäre der Ungewissheit verleiht. Auch wenn wir Zuschauer genauer als Perry wissen, in welche Richtung sich die Geschichte bewegen wird.
„Verräter wie wir“ lebt nämlich nicht von der pulstreibenden Spannung eines Action-Thrillers mit überraschenden Wendungen, sondern von der mahlstromartigen Spannung einer sich fatal entwickelnden Geschichte, aus der es für die Protagonisten kein Entkommen gibt.
„Eines der Themen von le Carrés Arbeit ist, dass Großbritannien als Weltmacht zwar beinahe alles verloren hat, aber immer noch die klassischen britischen Werte hat, die aus einer Zeit stammen, als Großbritannien an der Spitze der Welt stand und eine moralische Verpflichtung hatte. Während die Macht langsam verschwand, hat sich die dazugehörige Moral eher in eine Art Kompromiss verwandelt. John le Carré ist sehr interessiert an dem Einfluss, den der Abstieg der britischen Macht auf das moralische System hat. Das ist der Kern unseres Films. Es gibt jene, die es riskieren, die russische Autoritäten zu verärgern, um Dima zur Flucht zu verhelfen, und es gibt jene, die sich dem entgegen stellen und möglicherweise mit den Russen zusammenarbeiten, all das innerhalb des britischen Systems.“ (Hossein Amini)
Verräter wie wir(Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)
Regie: Susanna White
Drehbuch: Hossein Amini
LV: John le Carré: Our Kind of Traitor, 2010 (Verräter wie wir)
mit Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Damian Lewis, Naomie Harris, Jeremy Northam, Khalid Abdallah, Mark Gatiss, Saskia Reeves, Alicia von Rittberg, John le Carré (sein Genehmigungs-Cameo)
Heiligabend in Los Angeles: Sin-Dee Rella erfährt von ihrer Freundin Alexandra, dass, während sie im Gefängnis saß, ihr Freund Chester eine Affäre mit einer anderen Frau hatte. Wutentbrannt will sie ihn zur Rede stellen. Aber zuerst muss sie ihre Nebenbuhlerin Dinah und dann ihren Freund finden.
Sean Baker („Starlet“) inszenierte diese Liebesgeschichte als Screwball-Comedy. Entsprechend hoch her geht es. Vor allem wenn in einem Donut-Laden in der finalen Konfrontation sich erstmals alle in die Geschichte involvierten Personen treffen und sich ohne jede Schamgrenze anbrüllen. So weit, so konventionell. Dass Sin-Dee und Alexandra Prostituierte sind, ändert daran nichts.
Allerdings sind die beiden Trans-Prostituierte, und das ist dann schon gar nicht mehr so konventionell. Sin-Dee ist über Chesters Seitensprung auch deshalb empört, weil er sie mit einer echten Frau betrogen hat. Mit der Feinfühligkeit einer in einer Ein-Zimmer-Wohnung gezündeten Silvesterrakete, die sich nicht um das von ihr verursachte Chaos kümmert, tobt sie durch ihr Viertel; die filmisch noch nicht erschlossene Gegend um das Santa Monica Boulevard und die Highland Avenue, in dem die Schauspieler von „Tangerine L. A.“ leben und sich mehr oder weniger selbst spielten. Und alle Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, die ihnen auf den Leib geschrieben wurden.
So sind die beiden Hauptdarstellerinnen Mya Taylor und Kitana Kiki Rodriguez selbst Transgender-Frauen. Sie lieferten die Inspiration für die Filmgeschichte und die Dynamik zwischen Sin-Dee und Alexandra. Sie waren auch in die weitere Vorbereitung involviert. Sean Baker und sein Co-Autor Chris Bergoch erkundeten vor dem Dreh die Gegend und entwarfen eine Ethnographie der Gegend, der dortigen Subkultur und den dort lebenden und arbeitenden Menschen. In dieser Beziehung hat „Tangerine L. A.“ viel von einem Dokumentarfilm. Realität und Fiktion liegen hier nah beieinander.
Man könnte „Tangerine L. A.“ also als unterhaltsame, teils auch arg vor sich hin plätschernde Screwball-Comedy unter Transgender-Prostituierten, gedreht mit Laienschauspielerinnen, für ein Independent-Publikum, das sich nicht an schrill-vulgären Klischeetransen stört, abtun, wenn es da nicht den technischen Aspekt gäbe.
Denn Sean Baker drehte den gesamten Film mit dem iPhone 5S. Er und sein Kameramann Radium Cheung benutzten beim Dreh anamorphotische Linsen von Moondog Labs, die ihnen Prototypen ihrer Adapter für das iPhone gaben. Die kleinen Kameras ermöglichten ihnen auf der Straße ein ungestörtes Filmen. In der Postproduktion wurden die Bilder bearbeitet und im Kino – ich habe den Film auf einer wirklich großen Leinwand gesehen – überzeugen die Bilder restlos. Es sind Kinobilder, die niemals an verwackelte YouTube-Videos oder die schrecklich unprofessionell und billig aussehenden Video-Aufnahmen erinnern, die es auch in Filmen mit bekannten Schauspielern gibt. Ich hatte beim Ansehen auch niemals das Gefühl, einen für einen kleinen Bildschirm gedrehten Film zu sehen. Die Bilder füllen in jeder Sekunde die gesamte Leinwand aus.
„Tangerine L. A.“ zeigt, dass man nicht viel Geld benötigt, um einen gut aussehenden Film für die groooße Leinwand zu drehen.
Man benötigt nur eine gute Geschichte, die dazu passende Schauspieler und das Ziel, einen Kinofilm zu drehen.
Tangerine L. A. (Tangerine, USA 2015)
Regie: Sean Baker
Drehbuch: Sean Baker, Chris Bergoch
mit Kitana Kiki Rodriguez, Mya Taylor, Karren Karagulian, Mickey O’Hagan, Alla Tumanian, James Ransone
LV: Arthur La Bern: Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square, 1966 (Frenzy)
Ein Frauenmörder versetzt ganz London in Panik. Die Polizei tappt im Dunkeln. Und ein Unschuldiger kennt den richtigen Täter: seinen besten Freund.
Oder in Hitchcocks Worten: „Frenzy ist die Geschichte eines Mannes, der impotent ist und sich deshalb durch Mord ausdrückt.“
Hitchcocks vorletzter Film, seine Rückkehr nach London und seine Rückkehr in die Kritikerherzen, nachdem er seit „Die Vögel“ (1963) nichts wirklich weltbewegendes präsentierte. Zum Beispiel: „wunderbar komisches Drehbuch“ (New York Times), „Der strahlende Beweis, dass jeder, der einen spannenden Film macht, immer noch ein Lehrling dieses Meisters ist“ (Time Magazine), „Frenzy ist das reine Hitchcock-Festival“ (Harris/Lasky) – Ich konnte diese Euphorie nie teilen. Denn alle Beziehungen sind steril oder enden mit Mord. „Frenzy ist bis zum letzten Bild eine hermetische und kalt negative Vision des menschlichen Daseins.“ (Donald Spoto)
Die Fußballmeisterschaft ist ja bald um. Da kann man einen Blick auf die aktuelle KrimiZeit-Bestenliste der KrimiZeit-Jury von Die Zeit und Nordwestradio werfen:
Sechs Neueinsteiger und eigentlich immer mit dem Hang zum dicken Buch. Immerhin benötigt Max Annas nur etwas über zweihundert Seiten für seine Geschichte. Nicol, Manotti, Fox, Grady und Rankin stehen auch auf meiner Leseliste. Mina kam nicht an, aber der neue Lee Child, der vielleicht im August auf die Bestenliste kommt, kann da als mehr als vollwertiger Ersatz fungieren. Wenn ich die Tage zum Lesen komme.
LV: Victor Canning: The rainbird pattern, 1972 (später “Family plot”; „Auf der Spur“)
Mrs. Rainbird verspricht dem Medium Blanche 10.000 Dollar, wenn sie ihren vor Jahrzehnten verstossenen Neffen findet. Dieser finanziert inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Entführungen und unterstellt Blanche und ihrem Freund George niedere Motive.
Was für ein Abgang: eine lockere Krimikomödie mit tiefschwarzem Humor.
Ernest Lehman: „Was Hitchcock wirklich an diesem Filmprojekt faszinierte, war die Idee von zwei getrennt ablaufenden unterschiedlichen Geschichten, die langsam zueinander finden und letztlich zu einer Geschichte werden. Ich ließ nicht locker, ihn darauf hinzuweisen, dass das Publikum nicht einen Film aufgrund seiner einzigartigen Struktur sehen will – es sei denn, Hitchcock plane, den Film als eine Art Dozent zu begleiten und ihn den Zuschauern zu erklären.“ – Mmh, da hat er Recht. „Family Plot“ (hübsch doppeldeutiger Titel) ist beim zweiten, dritten Sehen besser als beim Ersten. Und die Rückprojektionen sind schlecht wie immer.
Mit Karen Black, Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Ed Lauter, Cathleen Nesbitt
Scott Manson ist zurück und mit ihm der spannende Fußballkrimi, der auch Nicht-Fußball-Fans gefällt. Dieses Mal muss der Cheftrainer von London City den Mord an Bekim Develi aufklären. Der Stürmer brach während eines Champions-League-Spiels auf dem Spielfeld zusammen. Bis zur Obduktion dauert es, streikbedingt, allerdings noch einige Tage, in denen Scott Manson und seine Mannschaft in Griechenland festsitzen. Denn auch wenn Bekim einen Herzanfall gehabt haben könnte, wurde kurz nach dem Spiel im Wasser der Marina Zea in der Nähe von Piräus die Leiche einer unbekannten Schönheit gefunden, die den Stürmer am Abend vor dem Spiel in der abgeschiedenen Hotelanlage besuchte. Und dass sie ermordet wurde, daran zweifelt Chefinspektor Varouxis nicht. Ihr Mörder könnte ein Mitglied aus Scotts Mannschaft sein.
Deshalb darf Scott Manson wieder seine detektivischen Fähigkeiten einsetzen.
Dieses Mal in einem Land, in dem alles an die Dritte Welt (oder noch schlimmere Gegenden) erinnert, Fußballfans eine pöbelnde Horde sind, die im Stadion einen Bürgerkrieg inszenieren und die aus London kommende Fußballmannschaft (deren Spieler von dem ukrainischen Besitzer aus der halben Welt zusammengekauft wurden), trotz einiger interner Probleme (wie Homophobie, Rassismus, pubertärem Testosterongehabe, Aberglaube und religiösem Fanatismus), wie ein Hort der Anständigkeit wirkt.
Jedenfalls wenn man „Die Hand Gottes“ kurz nach dem Brexit-Referendum liest und die teils abstrusen Äußerungen von hochrangigen britischen Politikern über den Brexit, die glorreiche Zukunft des Landes und die Verhandlungen mit der Europäischen Union die Lektüre begleiten.
Vor diesen realen Ereignissen bekommen die zahlreichen abfälligen Bemerkungen der verschiedenen Charaktere und auch teilweise des Ich-Erzählers Scott Mason über die gegnerische Mannschaft, die Griechen und Griechenland einen unangenehm imperialistisch-chauvinistischen Beigeschmack. Die Lästereien der Engländer im Roman sind dann nicht mehr nur harmlose Lästereien und Aufputschreden an die Mannschaft, sondern mentale Überbleibsel einer Kolonialmacht, die immer noch an die Größe ihres schon lange vergangenen Reiches glaubt.
Ohne den Brexit – zu dem ich keine Äußerung von Philip Kerr fand, aber als Schotte war er 2014 bei dem Schottland-Referendum gegen die Unabhängigkeit Schottlands – als aktuellen und vom Autor nicht und nie geplantem Subtext seines im Original 2015 erschienenen Romans ist „Die Hand Gottes“ ein würdiger Nachfolger für „Der Wintertransfer“, der zu den wenigen, sehr wenigen gelungenen Fußballkrimis gehört. Der Mord, der Täter und die Lösung sind untrennbar mit der Welt des Fußballs verbunden und Philip Kerr wirft mit Informationen darüber um sich; dieses Mal vor allem über die ökonomischen Hintergründe der zahllosen Spielertransfers.
Scott Mason, der ja eigentlich ein Fußballtrainer ist, macht als Amateurdetektiv wieder eine gute Figur. Auch dank seines gut gefüllten Geldbeutels gestaltet sich seine Ermittlung hier so professionell, dass man schon glaubt, er strebe eine Karriere als Privatdetektiv an.
„Die Hand Gottes“ ist ein gut konstruierter Rätselkrimi mit einer überschaubaren Zahl Verdächtiger, bei dem der schwarzhumorig-lakonische Hardboiled-Tonfall und die gut in die Handlung eingewobenen, satirisch überspitzten Informationen über Fußball und Griechenland gefallen.
Ende Oktober erscheint „Die falsche Neun“, der dritte Scott-Mason-Roman. Dann sucht er einen verschwundenen Fußballspieler.
Im November besucht Philip Kerr Österreich und Deutschland.
Der zerrissene Vorhang (USA 1966, Regie: Alfred Hitchcock)
Drehbuch: Brian Moore, Keith Waterhouse (ungenannt), Willis Hall (ungenannt)
Ein Physiker läuft in den Osten über. Allerdings nicht, um sein Land zu verraten, sondern um von einem Ost-Kollegen wichtige Informationen zu erhalten.
In den Sechzigern drehte Hitchcock zwei Spionagefilme. Doch „Der zerrissene Vorhang“ und „Topas“ zählen zu seinen schwächsten Werken: zu viele Charaktere, eine zu lahme Geschichte, einfach zu wenig Hitchcock und zu viel von einem starbesetzten Spionagefilm, für Menschen, die Filme gerne mit einer Flipchart ansehen.
Aus heutiger Sicht bietet „Der zerrissene Vorhang“ immerhin einige bekannte deutsche Schauspieler in einem Hitchcock-Film und einen hübschen Mord. Das ist für zwei Stunden aber zu wenig.
Brian Moore schrieb später unter anderem „Hetzjagd“, „Die Farbe des Blutes“ und „Es gibt kein anderes Leben“.
Mit Paul Newman, Julie Andrews, Lila Kedrova, Hansjörg Felmy, Wolfgang Kieling, Günther Strack