Neu im Kino/Filmkritik: „Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit“ nach der Minenräumung

April 8, 2016

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs befürchteten Adolf Hitler und die Oberste Heeresleitung, dass die Invasion der Alliierten über die dänische Westküste erfolgen würde. Deshalb ließen sie dort ungefähr 2,2 Millionen Landminen vergraben.

Nach dem Ende des Krieges mussten sie ausgegraben werden.

Die britischen Besatzungstruppen schlugen vor, sie von deutschen Kriegsgefangen ausgraben zu lassen. Die meisten deutschen Gefangenen gehörten zum „Volkssturm“, dem letzten Aufgebot der Nazis. Zu ihm gehörten auch Jugendliche, die keinerlei Kampfausbildung und -erfahrung hatten und jetzt die Minen entschärfen sollten. Denn, so ein dänischer Hauptmann in Martin Zandvliets „Unter dem Sand“: „Wer alt genug ist, in den Krieg zu ziehen, ist auch alt genug, danach aufzuräumen.“

Mit seinem Film rückt Zandvliet ein vergessenes Kapitel der dänischen Geschichte in den Mittelpunkt, das für uns zuerst etwas gewöhnungsbedürftig ist, weil die bekannte Konstellation von bösen Nazis und guten Einheimischen hier spiegelverkehrt ist. Die Jugendlichen, Deutsche zwar, aber zu jung, um im Nazi-Regime eine aktive Rolle gespielt zu haben, sind die fast unschuldigen Opfer. Kriegsgefangen eben, die letztendlich zu tödlichen Zwangsarbeiten verpflichtet werden. Die Dänen, die jahrelang unter der deutschen Besatzung litten, sind jetzt die Täter, die sich an den ehemaligen Unterdrückern rächen können.

Auch Unteroffizier Carl Rasmussen (Roland Møller) will das tun. Er befehligt eine Gruppe von zehn deutschen Jungs zwischen 15 und 19 Jahren, die innerhalb von drei Monaten einen abgelegenen Strandabschnitt von 45.000 Tretminen säubern sollen. Zuerst hält er das Selbstmordkommando für die gerechte Strafe. Aber dann sieht er, wie jung und unerfahren seine Schützlinge sind. Und er sieht, wie sie beim Entschärfen der Minen, wenn sie einen Fehler machen oder Unaufmerksam sind, sterben.

Aus dieser Situation zieht Zandvliet eine beträchtliche Spannung. Auf weitere Dramatisierungen, wie Gefangenenrevolten und Fluchtversuche, verzichtet er. Die Jugendlichen erfüllen, wie Schafe, ihren Auftrag, während sie hoffen, ihn zu Überleben und nach Deutschland zurückgeschickt zu werden. Deshalb funktioniert „Unter dem Sand“ vor allem als Beschreibung einer Situation und des Gesinnungswandels seines Protagonisten Carl Rasmussen.

Durch die Konzentration auf eine Minenräumgruppe wird auch das größere Bild ignoriert. Es geht nicht um die Vorgeschichte. Die wird als allgemein bekannt vorausgesetzt. Über die Charaktere erfahren wir nicht mehr, als unbedingt nötig ist. Was sie vor und während des Krieges taten, gehört nicht dazu. Die juristischen Implikationen werden ignoriert. Das wäre auch ein anderer Film. So ist „Unter dem Sand“ ein entsprechend düster geratenes, humanistisch geprägtes Drama das in Dänemark einen verdrängten Teil der eigenen Geschichte auf die Tagesordnung bringt und international als leidlich spannendes, emotional bedrückendes Drama funktioniert.

Zandvliet meint im Presseheft zu seinem Film: „Mir ist es wichtig zu sagen, dass dieser Film keine Verteidigung der Deutschen darstellen soll, überhaupt nicht. Es kann gut sein, dass diese Jungen schreckliche Dinge getan haben, bevor sie zum Minenräumen abkommandiert wurden. Und wir wissen natürlich, dass Deutschland Gräueltaten begangen hat, die nicht mit denen, die an der dänischen Nordsee passiert sind, verglichen werden können. Der springende Punkt ist, dass diese ‚Auge um Auge‘-Mentalität uns alle zu Verlierern macht.“

Zwischen dem 11. Mai 1945 und dem 4. Oktober 1945 entfernten die Räumkommandos 1.402.000 Minen. 2013 wurde Dänemark für minenfrei erklärt. Unmittelbar vor den Dreharbeiten fanden sie beim Errichten des Sets eine weitere Mine aus dem Zweiten Weltkrieg am Strand.

UDS_Artwork_Poster_031215.indd

Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit (Under sandet, Deutschland/Dänemark 2015)

Regie: Martin Zandvliet

Drehbuch: Martin Zandvliet

mit Roland Møller, Mikkel Boe Følsgaard, Laura Bro, Louis Hofmann, Joel Basman, Oskar Bökelmann, Emil Belton, Oskar Belton, Leon Seidel, Karl Alexander Seidel, Maximilian Beck

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Unter dem Sand“

Moviepilot über „Unter dem Sand“

Rotten Tomatoes über „Unter dem Sand“

 


Die KrimiZeit-Bestenliste April 2016

April 8, 2016

Das ist kein Aprilscherz. Es gibt eine neue KrimiZeit-Bestenliste (von Die Zeit und NordwestradioI:

1 (1) Garry Disher: Bitter Wash Road

2 (3) Andreas Pflüger: Endgültig

3 (4) Ross Thomas: Porkchoppers

4 (-) Ahmed Mourad: Vertigo

5 (2) Ryan Gattis: In den Straßen der Wut

6 (-) Brian Panowich: Bull Mountain

7 (-) Gioacchino Criaco: Schwarze Seelen

8 (-) Declan Burke: The Big O

9 (-) Tom Cooper: Das zerstörte Leben des Wes Trench

10 (-) James Lee Burke: Mississippi Jam

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


TV-Tipp für den 8. April: Wir sind jung. Wir sind stark.

April 7, 2016

Arte, 20.15

Wir sind jung. Wir sind stark. (Deutschland 2014, Regie: Burhan Qurbani)

Drehbuch: Martin Behnke, Burhan Qurbani

Ostdeutsche Willkommenskultur. In seinem in jedem Fall sehenswertem und zu Diskussionen anregendem Spielfilm rekonstruiert Burhan Quarbani die fremdenfeindlichen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen im Sommer 1992, die Deutschland schockierten.

Mit Jonas Nay, Joel Basman, Saskia Rosendahl, David Schütter, Trang Le Hong, Devid Striesow

Hinweise

Filmportal über „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Moviepilot über „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Wikipedia über „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Die Premiere des Films in Rostock


Neu im Kino/Filmkritik: „Freeheld – Jede Liebe ist gleich“, aber nicht jeder Pensionsanspruch

April 7, 2016

Die Frau erhält die Pension ihres verstorbenen Mannes. Das ist ein ganz einfaches, uns wohlvertrautes Prinzip. Manchmal gibt es Probleme. Wenn, zum Beispiel, sie ihn erkennbar nur wegen Pension heiratete.

Manchmal gibt es auch andere Probleme und von einem erzählt Peter Sollett in seinem auf einem wahren Fall basierendem Spielfilm. In „Freeheld“ geht es um eine Polizistin, die dafür kämpft, dass ihre Pension nach ihrem Tod an ihren Partner ausgezahlt wird. Es gibt nur ein kleines Problem: ihr Partner ist eine Frau – und die fünf gewählten, republikanischen Ocean-County-Bezirksvertreter (die sich Freeholders nennen) meinen, dass eine Pension nur an einen andersgeschlechtlichen Partner ausgezahlt werden könne. Schließlich gelte es die Familie zu schützen und eine Familie bestehe nun einmal aus Mann und Frau, die dann auch Kinder bekommen.

An Kinder hat Detective Laurel Hester (Julianne Moore) nie gedacht. Als der Film 2002 beginnt, hat sie seit zwanzig Jahren als unerschrockene und gute Polizistin gearbeitet. Sie ist respektiert und aufgrund ihrer Arbeit und ihres Charakters auch ein Vorbild für ihre Kollegen in Ocean County, New Jersey. Als sie bei einem Volleyballspiel die neunzehn Jahre jüngere Automechanikerin Stacie Andree (Ellen Page) kennen lernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Trotzdem zögert Hester. Sie will Privatleben und Beruf strikt trennen, was aufgrund der unter Polizisten verbreiteten Homophobie vernünftig ist. Aber Andree möchte mit ihrer großen Liebe zusammen sein. Auch in der Öffentlichkeit.

Sie ziehen in ein typisches Vorstadthaus, renovieren es und könnten glücklich sein, wenn nicht 2005 bei Hester nach 23 Dienstjahren Lungenkrebs im Endstadium diagnostiziert würde. Hesters einziger und letzter Wunsch ist, dass ihre Pensionsansprüche auf ihre Lebenspartnerin übertragen werden, damit sie weiterhin im gemeinsamen Haus leben kann. Als die Bezirksvertreter ihr diesen Wunsch verweigern, den sie jedem anderen Staatsdiener, der eine andersgeschlechtliche Person heiratet, problemlos erfüllen (auch wenn die Ehe nur wenige Tage dauerte), beginnt Hester für ihr Recht auf gleiche Behandlung zu kämpfen. Denn Partnerschaft ist Partnerschaft. Unterstützt wird sie dabei von dem großspurig und theatralisch auftretendem Bürgerrechtsaktivisten Steve Goldstein (Steve Carell), der aus den Anhörungen vor den Freeholders ein großes, öffentlichkeitswirksames Theater macht.

Dieses Theater steht natürlich in der Tradition der großen Gerichtsfilme, in denen dann auch die Werte der amerikanischen Gesellschaft und auch die Werte liberaldemokratischer Gesellschaften verhandelt werden. Aber „Freeheld“ ist kein Gerichtsfilm, sondern ein konventionell erzähltes, durchaus auf die Tränendrüse drückendes Liebesdrama, das eben deshalb sehenswert ist. Schließlich richtet Peter Solletts Film, nach einem Drehbuch von „Philadelphia“-Autor Ron Nyswaner, sich nicht an die ohnehin überzeugte LGBT-Gemeinschaft sondern an das Mainstream-Publikum. Diese Zuschauer müssen von dem Anliegen überzeugt werden. Emotional und rational. Für die emotionale Seite sind dann Julianne Moore und Ellen Page zuständig. Steve Carell für die rationale. Und Michael Shannon, der Hesters Kollegen Dane Wells spielt, zeigt die Wandlung eines konservativen Mannes, der sich niemals für die Rechte von Homosexuellen interessierte und der jetzt für die Rechte seiner Arbeitspartnerin kämpft.

Der wahre Fall, der auch in der Oscar-gekrönten Dokumentation „Freeheld“ von Cynthia Wade, die die Inspiration für den Spielfilm war, geschildert wird, und die mit ihm verbundene Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit war in den USA einer der Marksteine auf dem Weg zur Entscheidung des United States Supreme Court vom 26. Juni 2015, die allen Amerikanern, auch gleichgeschlechtlichen, die Heirat erlaubt. In Deutschland ist das immer noch nicht möglich.

Freeheld - Plakat

Freeheld – Jede Liebe ist gleich (Freeheld, USA 2015)

Regie: Peter Sollett

Drehbuch: Ron Nyswaner (basierend auf dem Dokumentarfilm „Freeheld“ von Cynthia Wade)

mit Julianne Moore, Ellen Page, Steve Carell, Michael Shannon, Luke Grimes, Gabriel Luna, Skip Sudduth, William Sadler

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Freeheld“

Metacritic über „Freeheld“

Rotten Tomatoes über „Freeheld“

Wikipedia über „Freeheld“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Huntsman & The Ice Queen“ und seine große Liebe

April 7, 2016

Am Ende der neuesten Schneewittchen-Verfilmung „Snow White and the Huntsman“ war die böse Königin vernichtet und alle lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Aber der Film war an der Kinokasse so erfolgreich, dass Hollywood über ein weiteres Abenteuer, das in dieser Welt spielt, nachdachte. Immerhin war da noch der Huntsman. Eigentlich eine Nebenfigur, aber von Chris Hemsworth sympathisch zupackend gespielt als unerschrockener Abenteurer, Fährtensucher und Jäger, der immer noch seiner großen Liebe hinterhertrauert. So eine Art Indiana Jones aus der Märchenwelt. Also wurde eine Geschichte um ihn herum geschrieben. Charlize Theron, die die böse Königin Ravenna spielte, ist auch wieder dabei und deshalb spielt „The Huntsman & The Ice Queen“ (der Originaltitel ist „The Huntsman: Winter’s War“) bournesk vor und auch nach „Snow White and the Huntsman“.

Es beginnt mit den Schwestern Ravenna (Charlize Theron) und Freya (Emily Blunt). Freya verliebt sich. Ravenna duldet das nicht und zerstört diese Beziehung. Freya zieht sich hasserfüllt in den Norden zurück und wird zur titelgebenden Eiskönigin (Ice Queen). Sie errichtet ein Schreckensregime, in dem sie Kinder zu unerschrockenen Soldaten, oder im Filmduktus Huntsmen, ausbildet. Liebe ist in ihrem Reich verboten. Denn warum sollen ihre Untertanen etwas haben, was sie nicht hat? Trotzdem verlieben sich Eric (Chris Hemsworth) und Sara (Jessica Chastain), ihre beiden besten Huntsmen, ineinander.

Freya trennt das Liebespaar. Zuerst durch eine Eiswand, durch die Eric sehen muss, wie Sara getötet wird. Er selbst wird zum Sterben in einen reißenden Fluss geworfen.

Eric überlebt das kalte Gewässer und schlägt sich fortan in wärmeren Gefilden, trauernd um den Verlust seiner großen Liebe, als Trunkenbold durch.

Einige Jahre später und nach den Ereignissen von „Snow White and the Huntsman“ lebt Eric friedlich in einer Hütte am See.

Als Snow White (nur Off Screen) den gefährlichen Zauberspiegel an einen sicheren Ort bringen will, verschwindet dieser. Eric soll ihn finden. Bei seiner Suche trifft er seine totgeglaubte große Liebe Sara wieder (Ihr habt doch nicht ernsthaft geglaubt, dass sich Jessica Chastain nach zehn Minuten aus dem Film verabschiedet?) und beide müssen erkennen, dass Freya sie durch die Eiswand eine Lüge sehen ließ. Während sie versuchen, sich über ihre Gefühle klar zu werden, suchen sie gemeinsam mit einigen kleinwüchsigen Gefährten, die auf der Reise zu ihnen stoßen, den Spiegel, der eine Spur der Verwüstung nach sich zieht.

Zur gleichen Zeit fällt Freya mit ihren Soldaten auf ihrem Eroberungsfeldzug in das Land ein.

Während „Snow White and the Huntsman“ eine durchaus unterhaltsame, aber auch etwas lang geratene Neuinterpretation des bekannten Märchens war, erzählt „The Huntsman & The Ice Queen“ eine vollkommen neue Geschichte, die in der bekannten Fantasy-Welt spielt. Mit etlichen bekannten Charakteren. Trotzdem ist Cedric Nicolas-Troyans Regiedebüt (er war für die visuellen Effekte bei „Snow White and the Huntsman“ verantwortlich) immer dann am gelungensten, wenn er sich nicht auf die Geschichte des Vorgängers und die ebenso verworrenen wie nebensächlichen Palastintrigen (die uns auch in anderen Fantasy- und Ritterfilmen langweilen), sondern auf die Abenteuergeschichte konzentriert. Also die gefährliche Suche nach dem Spiegel, die turbulente Beziehung zwischen Eric und Sara und den Zwergen, die für den nötigen Humor sorgen. Das Ganze spielt, wie schon der Vorgänger, in einer märchenhaft Welt, die zu großen Teilen, durchaus beeindruckend, von Mister PC erschaffen wurde.

The Huntsman and the Ice Queen - Plakat

The Huntsman & The Ice Queen (The Huntsman: Winter’s War, USA 2016)

Regie: Cedric Nicolas-Troyan

Drehbuch: Evan Spiliotopoulos, Craig Mazin (nach Figuren von Evan Daugherty)

mit Chris Hemsworth, Charlize Theron, Emily Blunt, Jessica Chastain, Nick Frost, Sam Claflin, Rob Brydon, Sheridan Smith, Alexandra Roach

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Huntsman & The Ice Queen“

Metacritic über „The Huntsman & The Ice Queen“

Rotten Tomatoes über „The Huntsman & The Ice Queen“

Wikipedia über „The Huntsman & The Ice Queen“


Mit James Lee Burke und Dave Robicheaux im “Mississippi Jam”

April 7, 2016

Burke - Mississippi Jam - 2

Als die Romane von James Lee Burke noch regelmäßig übersetzt wurden, wurde “Dixie City Jam”, der siebte Dave-Robicheaux-Roman, der zwischen “Im Schatten der Mangroven” (In the Electric Mist with Confederate Dead) und “Im Dunkel des Deltas” (Burning Angel) erschien, galant ignoriert. An der Qualität des im Original 1994 erschienen Romans kann es nicht gelegen haben. Denn er unterscheidet sich nicht sonderlich von Burkes vorherigen und späteren Robicheaux-Romanen. Dass es um ein vor der Küste von Louisiana gesunkenes Nazi-U-Boot geht, schon eher. Obwohl das auch eher nach einem Stellvertreter-Argument klingt.

Jedenfalls erschien jetzt bei Pendragon als „Mississippi Jam“ die deutsche Ausgabe von “Dixie City Jam”.

In dem Roman wollen mehrere Menschen das 1942 von der US-Navy zum Versinken gebrachte Nazi-U-Boot haben und weil Dave Robicheaux es schon während seiner College-Zeit bei einem Tauchgang entdeckte, steht er im Zentrum ihres Interesses. Dave, Detective von der Polizei von New Iberia, will dem mächtigen jüdischen Aktivisten und Geschäftsmann Hipp Bimstine für 25.000 Dollar den Fundort verraten. Das Geld braucht er, um einem Freund zu helfen.

Will Buchalter, ein durchgeknallter Nazi, der bei seinen zahlreichen Verbrechen keine Spuren hinterlässt und, zusammen mit seiner Schwester, schon in jedem Nazi-Netzwerk war, will das U-Boot vor Bimstine haben und er schreckt vor nichts zurück.

Damit ist das Fundament für einen typischen Robicheaux-Roman gelegt, in dem der menschliche Abschaum von halb Amerika und die New-Orleans-Mafia sich in dem kleinen Ort New Iberia versammelen und schnell eine tödliche Dynamik in Gang gesetzt wird, in der man – wie auch die handelnden Charaktere – ebenso schnell den Überblick verliert, bis der in jedem der inzwischen zwanzig Robicheaux-Roman auftauchende psychopathische Killer Dave Robicheaux, seine Familie und seine Freunde belästigt, bis er erkennt, dass er sich mit dem falschen Südstaatler angelegt hat. So undurchschaubar und auch kaum noch nacherzählbar die Handlung dann oft ist (und in seinen späteren Romanen wurde es noch undurchschaubarer), so stark sind die einzelnen Szenen.

In „Mississippi Jam“ gelingt James Lee Burke noch die Balance zwischen den verschiedenen Elementen, die sich später zu oft zuungunsten der Geschichte verschob.

James Lee Burke: Mississippi Jam

(übersetzt von Jürgen Bürger)

Pendragon, 2016

592 Seiten

17,99 Euro

Originalausgabe

Dixie City Jam

Orion, 1994

Hinweise

Homepage von James Lee Burke

Wikipedia über James Lee Burke (deutsch, englisch)

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Regengötter“ (Rain Gods, 2009)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Sturm über New Orleans“ (The Tin Roof Blowdown, 2007)


TV-Tipp für den 7. April: Unkown Identity

April 7, 2016

Vox, 20.15

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Freitag, 8. April, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras “Non-Stop” (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; und noch einmal mit Liam Neeson)


TV-Tipp für den 6. April: 5 Jahre Leben

April 6, 2016

HR, 23.15
5 Jahre Leben (Deutschland 2013, Regie: Stefan Schaller)
Drehbuch: Stefan Schaller, David Finck
Es trifft ja nur Terroristen. Zum Beispiel diesen Deutschtürken Murat Kurnaz, der kurz nach 9/11 als „feindlicher Kämpfer“ nach Guantánamo gebracht wurde. Nach fünf Jahren – auch weil die Bundesregierung absolut keine Eile hatte, den unschuldig Inhaftierten Kurnaz wieder in Deutschland einreisen zu lassen – kehrte er 2006 nach Bremen zurück.
Stefan Schallers beeindruckener Spielfilm konzentriert sich auf die Verhöre durch Gail Holford und Kurnaz’ Kampf um seine Würde. Gerade dank dieser Beschränkung gewinnt er an erzählerischer Kraft.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Films.
mit Sascha Alexander Gersak, Ben Miles, Trystan Pütter, John Keogh, Timur Isik, Kerem Can, Siir Eloglu, Tayfun Bademsoy
Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über “5 Jahre Leben”

Film-Zeit über „5 Jahre Leben“

Wikipedia über Murat Kurnaz

Meine Besprechung von Stefan Schallers „5 Jahre Leben“ (Deutschland 2013)


Cover der Woche

April 5, 2016

Bleeck - Das Mordpatent Procane


TV-Tipp für den 5. April: Rechts, zwo, drei – Driftet Europa ab?

April 5, 2016

Arte, 20.15

Rechts, zwo, drei – Driftet Europa ab? (Deutschland 2016, Regie: Sebastian Bellwinkel, Romy Straßenburg, Marta Werner)

Drehbuch: Sebastian Bellwinkel, Romy Straßenburg, Marta Werner

Die Doku fragt nach den Gründen für den derzeitigen Aufstieg von rechtspopulistischen Parteien in Europa und in Kroatien, Polen, Deutschland und Frankreich geht sie dem Phänomen nach.

Das ist der Auftakt zu einem Arte-Themenabend, der diesen Namen wirklich verdient. Denn nach der Doku gibt es um 21.40 Uhr eine Gesprächsrunde, um 22.00 Uhr Mo Asumangs ausgezeichnete Doku „Die Arier“ (Deutschland 2014), um 23.35 Uhr „Der Prozess von Budapest“ (Ungarn/Deutschland 2013) über einen Prozess gegen Neonazis in Ungarn und um 01.15 Uhr, als Abschluss, „Square Idee: Droht ein neuer Holocaust?“.

Wer dann Einschlafprobleme hat, kann sich ab 01.40 Uhr „Maggie Thatcher, Karriere einer Eisernen Lady“ ansehen.

Hinweis

Arte über den Themenabend


DVD-Kritik: Ist „Der Tel-Aviv-Krimi“ ein guter Krimi?

April 4, 2016

Erinnert sich noch jemand an „Strangers“/“Sanfte Augen lügen nicht“ (A Stranger among us), diesen 1992 von Sidney Lumet inszenierten Krimi, in dem Melanie Griffith als Polizistin in New York im jüdischen Viertel unter Chassiden in einem Mordfall ermitteln muss? Der war gar nicht so schlecht in seiner Verbindung unterschiedlicher Elemente, garniert mit einem Einblick in eine fremde Kultur.

Wenn jetzt ein deutscher Krimi, eigentlich wohl eher der geplante Start einer ARD-Serie, als „Der Tel-Aviv-Krimi“ an den Start geht, dann erwartet der geneigte Krimifan natürlich, dass der, ähem, Titel irgendwie Programm ist und nicht nur den Schauplatz der Handlung nennt. Wobei das auch nur für den zweiten von bislang zwei „Tel-Aviv-Krimis“ zutrifft. Im Mittelpunkt der beiden, jeweils neunzigminütigen Krimis steht die Berliner Kommissarin Sara Stein, gespielt von Katharina Lorenz.

In „Tod in Berlin“ wird Tamar, eine israelische DJane, ermordet. Ihr Freund, ein Palästinenser, und seine Familie sind natürlich verdächtig. Aber natürlich könnte der Fall auch ein politisches Motiv haben. Sara Stein ermittelt brav nach Lehrbuch, hat zwei ziemlich nervige Assistenten, eine Vorgesetzte mit Beziehungsproblemen und einem Drang zu Pressekonferenzen (wegen: die Presse verlangt Antworten und da müssen wir halt auch Zwischenstände als Ergebnisse verkaufen), einer Familie (nett, aber überflüssig für die Geschichte) und einem Freund. Einem israelischen Pianisten, der gerade in Berlin gastiert und in den sie sich unsterblich verliebt.

Erst am Ende des Krimis fliegt Sara Stein nach Tel Aviv zu David Shapiro, ihrer großen Liebe.

Nachdem sie, was in den Filmen nicht angesprochen wird, alle ihrer Berliner Kollegen und Familie in Berlin zurückgelassen hat, eine Versetzung von Berlin nach Tel Aviv durchsetzen konnte und ein Jahr auf der dortigen Polizeiakademie war, muss sie in „Shiv’a“ als ihren ersten Fall den Mord an einem geachteten Kriminalpolizisten aufklären. Sie soll dafür sorgen, dass die Ermittlungen der Mordkommission bei der Suche nach dem Mörder ihres Kollegen Noam ordentlich verlaufen. Die sind selbstverständlich nicht von dem deutschen Wachhund begeistert. Verdächtige gibt es einige. Eine Spur führt zu einem nie aufgeklärtem Einbruch, dem einzigen Fall, den Noam nicht klären konnte. Aber auch ein Kollege von Noam könnte der Mörder sein.

Sonderlich realistisch ist diese Ausgangslage nicht. Eine neue „Kollegin“, die die Landessprache kaum beherrscht und die Staatsbürgerin eines anderen Landes ist, soll mal so eben einen wichtigen Fall aufklären.

Die Hintergründe von Sara Steins Wechsel von Berlin nach Tel Aviv werden auch nicht geklärt.

Aber das sind nur eine Kleinigkeiten, die aber auf tiefere Probleme hinweisen. Jedenfalls wenn man von „Der Tel-Aviv-Krimi“ (Sorry, das ist ein Untertitel. Das ist noch nicht einmal ein Arbeitstitel.) mehr erwartet als einen bestenfalls biederen Rätselkrimi vor austauschbarer Kulisse auf dem Niveau einer der zahlreichen Vorabendkrimiserien, der in diesem Fall mit vielen privaten Geschichten auf Spielfilmlänge gedehnt wird. Berlin und Tel Aviv sind, wie bei den zahlreichen ZDF-„Sokos“, die austauschbare Kulisse für einen ebenso austauschbaren Fall.

Neben dem 08/15-Rätselplot verplätschert die Geschichte zu oft in vollkommen uninteressanten privaten Subplots zwischen Liebe auf den ersten Blick und familiären Zusammentreffen. Einmal mit Saras, einmal mit Davids ebenso netter Familie. Gerade in „Tod in Berlin“ sind Sara Steins Kollegen zum Erbrechen merkwürdig und ausgedacht (das gilt vor allem für Steins Kollegin Anne Rodeck, bei der es vollkommen rätselhaft ist, wie sie die Polizeischule überlebte). Es gibt zeitraubende Scheinkonflikten, die in vertrauter Art und Weise abgehandelt werden (Wie oft müssen Kommissare zur Pressekonferenz geprügelt werden?). In den papiernen Dialogen wird viel zu oft erklärt, was wir gerade erfahren haben. Falls die Kommissare nicht gerade die berühmte Frage „Wo waren sie zur Tatzeit?“ stellen.

Dagegen werden alle potentiell interessanten Fragen peinlich vermieden, fast so, als sei der Unterschied zwischen Tel Aviv, Venedig und Paris die Skyline. Bei Venedig und Paris kann das noch – auch wenn es bedauerlich ist – verziehen werden, aber bei Tel Aviv und mit einer deutschstämmigen jüdischen Polizistin als Protagonistin kann das nicht verziehen werden. Da müssen die Fälle die Befindlichkeiten der Kulturen erforschen. Da muss über das Judentum, Religion, deutsche Verantwortung, das Leben der Juden im heutigen Deutschland (immerhin spielt „Tod in Berlin“ in Berlin) undundund gesprochen werden. Wie Sidney Lumet es in „A Stranger among us“ tat.

Der Tel Aviv Krimi - Cover

Der Tel-Aviv-Krimi: Tod in Berlin/Shiv’a (Deutschland 2016)

Regie: Matthias Tiefenbacher

Drehbuch: Martin Kluger, Maureen Herzfeld, Matthias Tiefenbacher (Bearbeitung)

mit Katharina Lorenz, Katharina Marie Schubert, Aljoscha Stadelman, Itay Tiran, Ramin Yazdani, Camill Jammal, Meral Perin, Samuel Finzi, Gill Frank

DVD

Edel:Motion

Bild: PAL 16:9

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 177 Minuten (2 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

ARD über „Der Tel-Aviv-Krimi“ (Tod in Berlin, Shiv’a)

Moviepilot über „Der Tel-Aviv-Krimi“

Fernsehserien über „Der Tel-Aviv-Krimi“

Wikipedia über „Der Tel-Aviv-Krimi“


TV-Tipp für den 4. April: Champagner-Mörder

April 4, 2016

Arte, 21.50

Champagner-Mörder (Frankreich 1966, Regie: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Brûlé, Derek Prouse, Paul Gégauff

Der vermögende Playboy Paul leidet siet einem Unfall an Gedächtnisstörungen. Als er glaubt, während dieser Phasen mehrere Morde begangen zu haben, bittet er seine Cousine um Hilfe. Die sieht die Möglichkeit, so endlich an sein Vermögen zu kommen.

Ein selten gezeigter Chabrol und eine seiner internationalen Produktionen, die dann zwar mit Hollywood-Stars punkten, aber nie zu seinen stärksten Werken gehörten.

Chabrol, der Moralist und unnachgiebige Kritiker bürgerlicher Fassadenmalerei, huldigte hier seinen bevorzugten Regisseur Hitchcock und stülpte sich eine Maske über, die den Spötter ein wenig aus dem Gleichgewicht brachte. Ein Kuriosum.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

mit Anthony Perkins, Maurice Ronet, Yvonne Furneaux, Stéphane Audran, Suzanne Lloyd

Wiederholung: Mittwoch, 13. April, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Champagner Mörder“ (englisch, französisch)

Claude Chabrol in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. April: Der große Diktator

April 3, 2016

Arte, 20.15

Der große Diktator (USA 1940, Regie: Charlie Chaplin)

Drehbuch: Charlie Chaplin

Grandiose Satire über Adolf Hitler: ein jüdischer Friseur und der Diktator Hynkel sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Wer den Film noch nicht gesehen hat,…

Anschließend, um 22.15 Uhr, zeigt Arte die einstündige Doku „Charlie Chaplin, wie alles begann“ (Frankreich 2013) über den Aufstieg von Charlie Chaplin.

Mit Charlie Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie

Wiederholung: Mittwoch, 6. April, 13.45 Uhr

Hinweise

Charlie-Chaplin-Seite

Charlie Chaplin Archive

Wikipedia über Charlie Chaplin (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 2. April: Billy Bathgate – Im Sog der Mafia

April 2, 2016

ZDFneo, 00.35

Billy Bathgate – Im Sog der Mafia (USA 1991, Regie: Robert Benton)

Drehbuch: Tom Stoppard

LV: E. L. Doctorow: Billy Bathgate, 1989 (Billy Bathgate)

Ebenso erlesene wie leblose Beschreibung der Glanzzeit und des Endes von Dutch Schultz aus der Perspektive des Bronx-Jungen Billy, der ab 1935 als Handlanger für den Gangster arbeitet.

Das Buch soll wesentlich besser sein.

mit Dustin Hoffman, Nicole Kidman, Loren Dean, Bruce Willis (der – ähm – schnell untertaucht), Steve Buscemi, Stanley Tucci, Steven Hill, Billy Jaye, Frances Conroy, Xander Berkeley

Wiederholung: Sonntag, 3. April, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Billy Bathgate“

Wikipedia über „Billy Bathgate“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Eddie the Eagle“ fühlt sich gut

April 1, 2016

Olympische Winterspiele 1988 in Calgary: Michael ‚Eddie‘ Edwards, genannt „Eddie the Eagle“ landet als Skispringer auf dem letzten Platz und freut sich wie Bolle. Denn er ist am Ziel seiner Träume. Er nimmt an den Olympischen Spielen teil. Er wird, die Älteren dürften sich noch daran erinnern, zum Publikumsliebling, weil er den Olympischen Geist verkörpert.

Der Weg dorthin war steinig und wird, mit etlichen erzählerischen Freiheiten, in Dexter Fletchers herzigem Feelgood-Movie „Eddie the Eagle“ nachgezeichnet. Denn so naiv und auch dumm, wie Eddie Edwards im Film gezeigt wird, ist er in Wirklichkeit nicht. Nach seiner Olympia-Teilnahme – weil die Regeln geändert wurden, blieb es seine einzige – machte der gar nicht so unsportliche Michael Edwards seine Schulabschlüsse, studierte und erhielt eine Zulassung als Anwalt. Das wird im Film, der sein Herz am richtigen Fleck hat, nicht erwähnt. Vieles in dem Film ist auch einfach erfunden. Eddie Edwards, dem der Film gefällt, meint, etwa fünf Prozent entsprächen der Wahrheit.

Dafür erfahren wir, wie er schon als Kind in seinem Geburtsort Cheltenham begeistert alle Sportdisziplinen ausprobiert. Meist erfolglos, aber mit unbändigem Optimismus, bis er schließlich beim Skispringen landet. Weil seit Jahrzehnten kein Brite in dieser Disziplin teilnahm, gibt es keine Konkurrenten und auch der damals gültige britische Rekord ist zu schaffen.

In den Alpen beginnt er mit dem Training, wird von der Restaurantbesitzerin Petra (Iris Berben) aufgenommen, überzeugt den ehemaligen Skispringer Bronson Peary (Hugh Jackman) ihn zu trainieren und stellt bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf einen neuen britischen Rekord auf, obwohl er bei dem Wettbewerb mit gesprungenen 73,5 Metern der schlechteste Teilnehmer war.

Während er von persönlichem Bestwert zu Bestwert fliegt, versucht das britische Olympiakomitee durch Änderungen der Regeln die Teilnahme des durchgeknallten Außenseiters aus der Arbeiterklasse zu verhindern. Die olympische Idee des Dabeiseins ist alles und die Vision vom Treffen von Sportamateuren aus der ganzen Welt in einem friedlichen Wettkampf stehen zwar auf dem Papier, aber die Olympischen Spiele sind schon lange ein großes Geschäft. Ein Paradiesvogel wie Eddie stört da nur den Ablauf und gefährdet das seriöse Image der britischen Olympia-Teilnehmer.

Taron Egerton, der zuletzt in „Kingsman: The Secret Service“ quasi eine andere britische Ikone verkörperte, hat für die Rolle zugenommen, sein Kinn konsequent nach vorne geschoben (wegen Eddies markantem Unterbiss) und sich ein dickes Kassengestell (aufgrund seiner Weitsichtigkeit musste Eddie immer eine Brille tragen) aufgesetzt und schlüpfte so, auch körperlich, in die Rolle des optimistischen Naivlings, der sich durch ein „Nein“ nicht von seinen Zielen abbringen lässt.

Dexter Fletcher („Wild Bill“, „Make my Heart fly“) inszenierte das Feelgood-Movie mit spürbarer Sympathie für seine Charaktere in einem Tempo, das trotz der vorhersehbaren Geschichte (auch wenn man die wahre Geschichte nicht kennt), keine Langeweile aufkommen lässt. Es ist ein Film, der genau weiß, was er will und dabei alles richtig macht.

Die Initialzündung für den Film war ein Fernsehabend von „Kingsman“-Regisseur Matthew Vaughn, der „Eddie the Eagle“ produzierte. Er sah „Cool Runnings“ und wollte genau so einen Film machen, den er auch seinen Kindern zeigen könnte. „Cool Runnings“ erzählt die Geschichte des jamaikanischen Bob-Teams, die ebenfalls bei den Winterspielen in Calgary dabei waren und ebenfalls keine Medaillen gewannen, aber den olympischen Geist verkörperten. Der Film geht ebenfalls sehr freizügig mit den Fakten um. Aber im Gegensatz zu Eddie the Eagle wurden die Bobfahrer erst durch den Film bekannt.

Eddie the Eagle - Plakat

Eddie the Eagle – Alles ist möglich (Eddie the Eagle, Großbritannien/USA/Deutschland 2016)

Regie: Dexter Fletcher

Drehbuch: Sean Macaulay, Simon Kelton

mit Taron Egerton, Hugh Jackman, Iris Berben, Tim McInnerny, Keith Allen, Mark Benton, Jo Hartley, Christopher Walken

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Eddie the Eagle“

Metacritic über „Eddie the Eagle“

Rotten Tomatoes über „Eddie the Eagle“

Wikipedia über „Eddie the Eagle“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood prüft den Realitätsgehalt des Film


Neu im Kino/Filmkritik: „Familie zu vermieten“, etwas Chaos und Liebe inclusive

April 1, 2016

Paul-André Delalande ist schon etwas älter, lebt allein, ist depressiv, wird höflich umsorgt von seinem Diener und er dämmert zwischen ausgewachsener Midlife-Krise und grundmelancholisch-pessimistischer Lebenseinstellung in seinem großen Anwesen vor sich hin. Der Frührentner hat noch nicht einmal die Kraft, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Durch eine Fernsehsendung lernt er Violette Mandini kennen. Sie ist das absolute Gegenteil: arm, gesegnet mit zwei Kindern von verschiedenen Vätern, ebenfalls Single, und, weil sie beim Ladendiebstahl erwischt wurde, mal wieder vor Gericht. Auf der Gerichtstreppe hält sie vor laufender Kamera eine pathetische Rede über die Wichtigkeit von Familie. Paul-André ist fasziniert. Er will eine Familie haben. Aber bevor er eine Familie gründet, will er erst einmal herausfinden, ob ihm das Familienleben überhaupt gefällt. Also schlägt er Violette ein Arrangement vor: Er mietet sich ein halbes Jahr in ihre Familie ein. Violette ist zunächst skeptisch, aber sie braucht das Geld und wirklich gefährlich wirkt der schüchterne Paul-André nicht.

Nachdem Jean-Pierre Améris („Die Anonymen Romantiker“) seine Prämisse etabliert hat, geht es, mit vielen verschenkten Möglichkeiten, im Fahrwasser einer märchenhaften romantischen Komödie zum vorhersehbaren Ende. Denn die Prämisse ist arg ausgedacht, böte aber die Gelegenheit, sich an Klassengegensätzen und damit auch an der französischen Realität abzuarbeiten. Aber die Realität – vor allem Violettes Haus ist ein reines Märchenhaus – und alle Konflikte, die im Zusammenprall von chaotischer Familie und pedantischem Single liegen, werden oft eher unelegant umschifft oder gleich gänzlich ignoriert. Entsprechend unplausibel und auch widersprüchlich handeln Paul-André und Violette. So erzählt Violette ihren Kindern, dass Paul-André ihr neuer Freund sei. Aber anstatt dann den Abend mit ihm zu verbringen, geht sie auf Männerjagd. Und niemand wundert sich. Auch die Liebesgeschichte zwischen ihnen entwickelt sich weniger aus den Charakteren heraus, sondern vor allem weil es im Drehbuch so steht. Bis hin zu einer Begegnung mit Paul-Andrés Mutter und einer Schulfreundin.

Das ist zwar in den Hauptrollen nett gespielt. Vor allem Benoit Poelvoorde und Francois Morel, der seinen Diener spielt, sehen als Paar immer angemessen zerknautscht aus. Der Humor, dafür ist man nach mehreren Fäkalkomödien dankbar, entgleitet nicht in Geschmacklosigkeiten. Sowieso dominiert ein eher stiller, nicht unsympathischer Humor. Aber der gesamte Film ist auch entsetzlich banal.

FamilieZuVermieten_Poster_A1.indd

Familie zu vermieten (Une Famille à louer, Frankreich/Belgien 2015)

Regie: Jean-Pierre Améris

Drehbuch: Murielle Magellan, Jean-Pierre Améris

mit Benoit Poelvoorde, Virginie Efira, Francois Morel, Philippe Rebbot, Pauline Serieys, Calixte Broisin-Doutaz, Nancy Tate, Edith Scob

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

 

Moviepilot über „Familie zu vermieten“

AlloCiné über „Familie zu vermieten“

Wikipedia über „Familie zu vermieten“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 1. April: Der Schakal

März 31, 2016

3sat, 22.35

Der Schakal (Großbritannien/Frankreich 1973, Regie: Fred Zinnemann)

Drehbuch: Kenneth Ross

LV: Frederick Forsyth: The Day of the Jackal, 1971 (Der Schakal)

Der Schakal (Edward Fox) plant einen Anschlag auf Charles de Gaulle. Ein braver Polizist verfolgt ihn.

Auch wenn der Film inzwischen als Klassiker gelabelt wird, ist er eine ziemlich langweilige Angelegenheit – obwohl das vermurkste Remake von 1997 mit Bruce Willis noch langweiliger ist.

Frederick Forsyths weltweit erfolgreiches Debüt wurde mit dem Edgar als bester Roman des Jahres ausgezeichnet und ermöglichte ihm den Berufswechsel vom Journalisten zum Schriftsteller.

Mit Edward Fox, Terence Alexander, Michel Auclair, Alan Badel, Tony Britton, Denis Carey, Adrien Cayla-Legrand, Cyril Cusack

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Schakal“

Wikipedia über „Der Schakal“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „10 Cloverfield Lane“ – eine Adresse, ein paranoider Gastgeber und eine spoilerfreie Besprechung

März 31, 2016

10 Cloverfield Lane ist zuerst einmal nur eine Anschrift. Eine Adresse mitten im ländlichen Amerika. Es ist auch der Ort, an dem Michelle (Mary Elizabeth Winstead) von Howard (John Goodman) nach einem Autounfall gefangen gehalten wird. Er versorgt sie in seinem Bunker, verlangt etwas Dankbarkeit und erzählt ihr etwas von einer Außerirdischen, die die Erde mit Giftgas unbewohnbar gemacht haben. Natürlich hält seine Gefangene das für ein Hirngespinst.

Auch dass Emmett (John Gallagher Jr.), der ebenfalls, allerdings freiwillig, in dem Bunker lebt, das Gerede von Howard bestätigt, überzeugt sie nicht. Denn Alien-Invasionen gibt es nicht in der Realität. Oder doch?

10 Cloverfield Lane“ ist das Spielfilmdebüt von Dan Trachtenberg, produziert von J. J. Abrams und seiner Firma Bad Robot, die auch „Cloverfield“ produzierte und, wer „Cloverfield“ gesehen hat, fragt sich natürlich, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Filmen gibt.

Doch auch abgesehen von dieser Frage zieht das Drei-Personen-Stück, dank seines klugen Drehbuchs und der guten Schauspieler, eine beträchtliche Spannung aus der Frage, ob Howard jetzt der durchgeknallte Paranoiker von Nebenan ist oder ob seine Geschichte (siehe „Cloverfield“) wahr ist. John Goodman spielt ihn mit dieser beunruhigenden Ruhe und Selbstgewissheit, die diesen Menschen inne wohnt. Denn sie zweifeln überhaupt nicht an ihrer Weltsicht. Schließlich kennen sie die Wahrheit und irgendwann werden auch die anderen sie erkennen. Dass es keinen Beweis für seine Behauptung gibt, stört ihn nicht. Auch in „10 Cloverfield Lane“ müssen wir einfach nur darauf vertrauen, dass er die Wahrheit sagt und dass er Michelle helfen will. Nur: kann man jemand vertrauen, der einen mit einer fadenscheinigen Begründung gefangen hält und der sich einen bestens ausgestatteten Bunker mit Lebensmitteln für mehrere Jahre baute? Michelle jedenfalls plant schon einmal ihre Flucht aus dem hermetisch abgeriegeltem Bunker.

Das in jeder Beziehung äußerst gelungene Debüt macht wirklich neugierig auf die nächsten Filme von Dan Trachtenberg. Wobei allein schon John Goodman, endlich mal wieder in einer Hauptrolle, das Dreipersonenstück sehenswert macht.

10 Cloverfield Lane - Plakat

10 Cloverfield Lane (10 Cloverfield Lane, USA 2016)

Regie: Dan Trachtenberg

Drehbuch: Josh Campbell, Matthew Stuecken, Damien Chazelle

mit Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher Jr.

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „10 Cloverfield Lane“

Metacritic über „10 Cloverfield Lane“

Rotten Tomatoes über „10 Cloverfield Lane“

Wikipedia über „10 Cloverfield Lane“ (deutsch, englisch)

Ein Interview mit Dan Trachtenberg über seinen Film

Und eines mit Dan Trachtenberg und den Schauspielern

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Criminal Activities“ von redseligen Verbrechern und Möchtegernverbrechern

März 31, 2016

Jackie Earle Haley, der in Hollywood als Schauspieler auf eine jahrzehntelange Karriere von „Die Bären sind los“ über „Watchmen“ bis, jüngst, „London has fallen“ (gut, das war nur eine nebensächliche Nebenrolle) zurückblicken kann, hat sich mit „Criminal Activities“ erstmals als Regisseur versucht und diesen Teil erledigte er souverän und ohne überflüssige Effekthaschereien. Allerdings ist das Drehbuch von Robert Lowell, in der Quentin-Tarantino-Gangsterfilmschule stehend, nicht so gelungen. Über ihn ist nichts zu erfahren. Laut IMDB ist er 1977 gestorben. Weil wohl kaum ein mindestens vierzig Jahre altes Drehbuch verfilmt wurde (obwohl der Film auch 1974 spielen könnte), dürfte es sich hier um ein Pseudonym handeln.

In „Criminal Activities“ geht es um vier High-School-Freunde, die sich auf der Beerdigung eines Schulkameraden treffen. Einer von ihnen hat Insiderwissen über eine Firma, die demnächst in ihrem Wert in astronomische Höhen steigen wird. Einer von ihnen könnte das nötige Geld für die Firmenaktion besorgen. Alle wollen sie an dem illegalen Geschäft verdienen.

Dummerweise löst sich, als die Börsenaufsicht gegen die Firma ermittelt, die gute Investition in Luft auf und die vier Freunde haben plötzlich einen Haufen Schulden bei dem Gangsterboss Eddie, der sein Geld will.

Glücklicherweise hat der sich betont jovial gebende Eddie (John Travolta in einer ziemlich umfangreichen Nebenrolle) eine grandiose Idee. Wenn die vier Zocker ihm einen Gefallen erweisen, sind sie schuldenfrei.

Nach einigem Zögern nehmen Zach (Michael Pitt), Warren (Christopher Abbott), Bryce (Rob Brown) und Noah (Dan Stevens), der sich von Eddie das Geld für das Geschäft lieh, das Angebot an: sie entführen Marques (Edi Gathegi).

Als die vier Noch-nicht-einmal-Möchtegern-Kriminellen mit ihrem Opfer in ihrem Versteck sind, erfahren sie, dass Marques der Neffe eines mächtigen, mit Eddie verfeindeten Gangsterbosses ist. In dem Moment ahnen die vier Entführer, dass die ihnen von Eddie weitschweifig erzählte Geschichte über Marques frei erfunden war und dass sie jetzt zwischen allen Fronten stehen.

Wenn man sich nur die Geschichte von „Criminal Activities“ ansieht, ist der Gangsterthriller einer dieser verwickelten, noirischen Geschichten, in denen einige ganz normale Männer durch Gier und eigenes Verschulden plötzlich knietief im Schlamassel stecken und Verbrecher und Polizisten alles noch komplizierter machen. Das sorgt dann bis zum Schluss für überraschende Entwicklungen und einige Tote.

Jackie Earle Haley erzählt diese in weiten Teilen altbekannte Geschichte strikt entlang der Konventionen und ohne irgendwelche, nervigen formalen Spielereien. Das erinnert dann an einen klassischen Gangsterfilm, wie sie in den vierzigern und fünfzigern im Dutzend gedreht und oft vergessen wurden.

Allerdings ist es auch eine Geschichte, die hauptsächlich in einigen wenigen geschlossenen Räumen spielt und, auch weil jede Szene viel zu lang ausgespielt wird, alles sehr theaterhaft wirkt. Die Dialoge haben nie die bekannte Quentin-Tarantino-Qualität, denen man endlos zuhören könnte und sich gleich einige Zitate notiert. In „Criminal Activities“ langweilen sie eher. Auch weil fast alle Charaktere nicht unbedingt durch ihre Intelligenz überzeugen. Vor allem die vier Entführer stellen sich oft sehr dämlich an. So zeigen sie sich unmaskiert ihrem Opfer, verraten ihm sofort ihre Namen und, was dann die logische Konsequenz wäre, wollen ihn nicht töten.

Heute ist ein Film wie „Criminal Activities“ Direct-to-DVD-Futter oder etwas, das man sich spätabends im Fernsehen ansieht. Im Kino wirkt der Film dagegen arg deplatziert.

Criminal Activities - Plakat

Criminal Activities (Criminal Activities, USA 2015)

Regie: Jackie Earle Haley

Drehbuch: Robert Lowell

mit Michael Pitt, Dan Stevens, Christopher Abbott, Rob Brown, Edi Gathegi, Jackie Earle Haley, John Travolta

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

 

Moviepilot über „Criminal Activities“

Metacritic über „Criminal Activities“

Rotten Tomatoes über „Criminal Activities“

Wikipedia über „Criminal Activities“

Ein etwas älteres Gespräch mit Jackie Earle Haley


TV-Tipp für den 31. März: Der Mann, der niemals lebte

März 31, 2016

Kabel 1, 20.15

Der Mann, der niemals lebte (USA 2008, Regie: Ridley Scott)

Drehbuch: William Monahan

LV: David Ignatius: Body of Lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)

CIA-Agent Roger Ferris fahndet im Nahen Osten nach einer islamistischen Terrorzelle. Als sie nicht weiterkommen, hecken Ferris und sein in Washington, D. C., sitzender Chef einen verwegenen Plan aus.

Okayer, schrecklich ausgewogener, realistischer Polit-Thriller, bei dem man nie den Eindruck los wird, dass hier alle unter ihren Möglichkeiten bleiben. Außerdem ist das Ende enttäuschend.

David Ignatius gefällt die Verfilmung.

mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Oscar Isaac

Wiederholung: Freitag, 1. April, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Mann, der niemals lebte“

The Washington Post über ihren Mitarbeiter David Ignatius

Harper’s Magazine: Sechs Fragen an David Ignatius über seinen Roman „Body of lies“

Hollywood Hills: Interview mit David Ignatius über die Verfilmung (Teil 1, Teil 2)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Prometheus” (Prometheus, USA 2012)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Exodus – Götter und Könige (Exodus – Gods and Kings, USA 2014)

Meine Besprechung von Ridley Scotts “Der Marsianer – Rettet Mark Watney” (The Martian, USA 2015)

Ridley Scott in der Kriminalakte