Neu im Kino/Filmkritik: „Ambulance“ Bayhem

März 24, 2022

Wer Angst davor hat, dass Hollywood seine Ideen klaut, sollte einen Blick auf „Ambulance“ werfen. Michael Bays Actionthriller ist ein Remake eines gleichnamigen dänischen Thrillers. Nach einem Banküberfall klauen zwei Brüder auf ihrer Flucht einen Krankenwagen. In dem Wagen befinden sich ein im Sterben liegender Herzpatient und eine Praktikantin. Das Interessante an dem Film ist, dass er ohne einen Schnitt gedreht wurde. In Bays Version folgt der erste von vielen Schnitt schon nach wenigen Sekunden. Die Story selbst wird von schlanken achtzig Minuten auf deutllich über zwei atemlose Stunden aufgeblasen. Die Ähnlichkeiten mit dem Original beschränken sich dabei auf die nicht so wahnsinnig originelle Grundidee, während der interessante Punkt des Originals konsequent ignoriert wird.

In der neuen Version stehen die Brüder Sharp im Mittelpunkt. Will (Yahya Abdul-Mateen II) braucht unbedingt Geld. Seine an Krebs erkrankte Frau könnte mit einer Operation gerettet werden. Die Krankenkasse will die Kosten nicht übernehmen. Also bittet Will seinen Bruder Danny (Jake Gyllenhaal) um Hilfe. Dieser nimmt ihn spontan mit zu einem Banküberfall, bei dem er 32 Millionen Dollar erbeuten will. Schon bei dem Überfall gibt es die ersten Probleme. Diese eskalieren schnell. Plötzlich sind überall schwerbewaffnete Polizisten. Alle schießen in der Bank, der Tiefgarage und auf offener Straße wild um sich. Danny und Will haben nur eine Möglichkeit, der Falle zu entkommen. Sie entführen einen Krankenwagen. In ihm liegt ein von ihnen angeschossener, in Lebensgefahr schwebender Polizist. Umsorgt wird er von der taffen Rettungssanitäterin Camille ‚Cam‘ Thompson (Eiza Gonzalez), deren Mission es ist, jede verletzte Person lebendig zur Notaufnahme zu bringen.

Und los geht die wilde Hatz durch Los Angeles, immer wieder mit Graffitis und einer fotogen untergehenden Sonne im Hintergrund. Verfolgt werden die beiden Brüder von einer Armada schießwütiger Polizisten, angeführt von dem harten SIS-Captain Tyler Monroe (Garret Dillahunt), und einem ebenso hartem FBI-Agenten, der uns darüber informiert, dass Danny kein gewöhnlicher Bankräuber, sondern ein Superduperbankräuber ist. FBI-Agent Anson Clark (Keir O’Donnell) weiß von 38 Banken, die Danny Sharp bis jetzt ausgeraubt hat. Das hätten wir angesichts des amateurhaft geplanten Bankraubs nie vermutet.

Michael Bay peppt die Story mit allem auf, was wir von einem Bay-Film erwarten: Waffen, Autos, Testosteron, sinnfrei im Bild herumhängende US-Flaggen, markige Sprüche; – wobei es hier kleine Variationen gibt. Denn zwischen all den schießwütigen Alpha-Männern, gibt es einen schwulen FBI-Agenten und eine ganz normal aussehende Analytikerin, die beide auch einige Einzeiler haben. Mit zunehmendem Alter scheint Bays Interesse an jungen vollbusigen Frauen, deren Reize er fotogen für pubertierende Teenager in Szene setzt, zu erlahmen. Es gibt ja noch Sportautos, Waffen, Hubschrauber und Sonnenuntergänge.

Und weil die Story von „Ambulance“ nur eine über zweistündige Verfolgungsjagd ist, ist der Baysche Exzess auf eine Sache fokussiert. Es ist allerdings auch ein Exzess, der nur immer mehr und immer lauter kennt. Wild kreist die Kamera, linksrum, rechtsrum, von oben, von unten, um Danny und Will, während Danny versucht, Will zu dem Bankraub zu überreden und ihn dabei gegen die Kamera umkreist. In der Bankfiliale rast die Kamera durch die riesige Bankhalle als müsse sie einen 100-Meter-Läufer überholen. Später stützt die Kamera zwischen Hochhäusern hinab, fliegt wieder hoch, dreht sich um die eigene Achse und rast wieder Richtung Straße. Dazwischen wird aus allen Rohren geballert und Autos, bevorzugt Polizeiautos, geschrottet. Denn bei der Verfolgungsjagd zählt für die Polizei nur ein Leben: das des im Krankenwagen liegenden schwerverletzten Kollegen. Wie viele Polizeiautos dabei schrottreif gefahren werden und wie viele Polizisten dabei sterben, ist egal.

Diese ganze überhitzte Aufregung kann allerdings nicht über das formelhafte und oft auch erschreckend unlogische Drehbuch hinwegtäuschen. Die Figuren handeln oft widersprüchlich, teils sogar idiotisch. Vor allem Danny Sharp agiert nie wie ein Profi-Bankräuber, sondern bestenfalls wie ein blutiger Amateur, der einfach intuitiv handelt.

Michael Bay und Drehbuchautor Chris Fedak (Erfinder der TV-Serien „Chuck“, „Deception“ und „Prodigal Son“) interessieren sich auch nicht für die in der Geschichte liegenden Themen. Vieles wird angesprochen oder angedeutet, aber nichts wird vertieft. Es hätte um das US-Gesundheitssystem gehen können, das einen ehrenwerten Mann und Kriegsveteranen dazu zwingt, zum Verbrecher zu werden. Es hätte um den US-Waffenkult gehen können, der eben die im Film gezeigte exzessive Gewalt ermöglicht. Es hätte um Freundschaft, brüderliche Bande, Familie, Männlichkeitsbilder, Verantwortung, Verrat, Ethos und Moral gehen können. Alles das wird in dem Actionthriller in einem Bild oder Halbsatz angesprochen, aber nie vertieft. Nach dem Abspann bleibt nichts zurück, über das es sich lohnt zu reden. Entsprechend leer fühlt sich „Ambulance“ schon während der wilden Hatz durch Los Angeles an.

Bay ist halt immer noch das aufmerksamkeitsgestörte Kind im Spielzeugladen, das begeistert alles ausprobiert und das sich nur für die glänzende Oberfläche und Bewegungsdynamiken interessiert. „Ambulance“ ist auf visueller, akustischer und auch schauspielerischer Ebene hoffnungslos überdrehter, sich nie für Nuancen interessierender B-Actionthriller.

Dabei, auch wenn das Drehbuch schlechter als bei Bays „Pain & Gain“ ist, hätte ein besserer Regisseur aus der Geschichte viel mehr machen können. Guy Ritchie („Cash Truck“), Nick Love („The Crime“), oder, wenn wir weiter zurück in die Vergangenheit gehen, Michael Mann (besonders „Heat“), Kathryn Bigelow, Walter Hill, John Frankenheimer, Don Siegel, John Boorman („Point Blank“) und Steven Spielberg („Sugarland Express“) fallen mir spontan ein.

Bei Bay überwiegt am Ende die Enttäuschung darüber, wie wenig er aus seiner Geschichte macht und wie viel Zeit er dafür benötigt. Auch wenn „Ambulance“ besser als seine „Transformers“-Filme ist.

Ambulance (Ambulance, USA 2022)

Regie: Michael Bay

Drehbuch: Chris Fedak (basierend auf dem 2005er Film „Ambulancen“ von Laurits Munch-Petersen und Lars Andreas Pedersen)

mit Jake Gyllenhaal, Yahya Abdul-Mateen II, Eiza González, Devan Long, Garret Dillahunt, Keir O’Donnell, Jackson White, Cedric Sanders, Colin Woodell, Olivia Stambouliah, A Martinez

Länge: 137 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ambulance“

Metacritic über „Ambulance“

Rotten Tomatoes über „Ambulance“

Wikipedia über „Ambulance“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Bays „Pain & Gain“ (Pain & Gain, USA 2013)

Meine Besprechung von Michael Bays „Transformers: Ära des Untergangs (Transformers: Age of Extinction, USA 2014)

Meine Besprechung von Michael Bays „13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi (13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi, USA 2016)

Meine Besprechung von Michael Bays „Transformers: The Last Knight“ (Transformers: The Last Knight, USA 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: „Matrix Resurrections“ meditiert über die Matrix

Dezember 23, 2021

Das ist er also: der letzte Film des Jahres, der in den vergangenen Wochen mit kryptischen Trailern, ominösen Clips und nichtssagenden Inhaltsangaben beworben wurde. Irgendwie soll es in „Matrix Resurrections“ um die Matrix gehen, Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss sind als Neo und Trinity wieder dabei. Lana Wachowski, die eine Hälfte der Wachowski-Geschwister, die für die ersten drei „Matrix“-Filme verantwortlich sind, hat dieses Mal allein die Regie übernommen. Mehr ist nicht bekannt.

Die Bedeutung von „Matrix“ für den Science-Fiction-Film und das Kino ab 1999 kann nicht überschätzt werden.

In dem Film erfährt der Hacker ‚Neo‘ Thomas Anderson, dass er in einer Computersimulation, der Matrix, lebt. Die reale Welt ist eine von Maschinen beherrschte postapokalyptische Welt, in der die Maschinen Menschen als Energiequellen züchten und sie in einem künstlichem Dämmerzustand halten (immerhin bespaßen sie uns mit einer coolen Actionwelt und nicht mit niemals endenden Sonnenuntergängen oder dem Nichts).

Eine kleine Gruppe Menschen kämpft in der realen Welt und der Matrix gegen die Herrschaft der Maschinen. Besonders wichtig sind die Kämpferin Trinity und Morpheus, der Kapitän der Nebuchadnezzar. Er hält Neo für den Erlöser.

Diese Geschichte erzählten die Wachowskis mit zahlreichen religiösen, mythologischen, philosophischen, literarischen und popkulturellen Verweisen, einer perfekt durchkomponierten düsteren Neo-Noir-Lack-Leder-Sonnenbrillen-Optik, mit spektakulären, die Schwerkraft und die Physik negierenden Actionszenen (naja, in der Matrix ist halt alles möglich) und einem bis dahin unbekanntem Einsatz der Zeitlupe. Die Spezialeffekte überzeugen heute immer noch.

Für Science-Fiction-Leser ist die Idee der Matrix ein ziemlich alter Hut. Aber es war der bis dahin überzeugendste Versuch, Ideen des Cyberpunk zu verfilmen. Danach war die Idee, einer virtuellen Welt und dass wir in dieser virtuellen Welt leben und aufwachen müssen, Allgemeingut.

Der Film war ein weltweiter Erfolg. An der Kinokasse und auch popkulturell. Vier Jahre später, 2003, folgten „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“. Sie sind grottig und überflüssig. Denn sie setzen einen Film fort, der erkennbar als in sich abgeschlossener Einzelfilm angelegt war. Gleichzeitig zeigen sie immer deutlicher die Probleme in der Konstruktion der von den Wachowskis erfundenen Welt. Die zahlreichen philosophischen Anspielungen erweisen sich zunehmend als heiße Luft. Am Ende blieb die Erkenntnis, dass unter der glänzenden Oberfläche nur ein bedeutungsschwanger raunendes, Tiefe simulierendes Nichts ist.

Entsprechend niedrig waren vor dem Film meine Erwartungen an „Matrix Resurrections“.

Nach dem Film kann ich sagen: Lana Wachowski kümmert sich in ihrem neuen Film denkbar wenig um die Erwartungen der Fans nach Lack, Leder, Düster-Optik, kryptischen philosophischen und religiösen bedeutungsvoll klingenden Sätzen und endlos langen Actionszenen.

Allein dieser Mut beeindruckt. Sie inszenierte vor allem einen Meta-Film, der einerseits eine Neuinszenierung von „Matrix“ ist und andererseits eine Diskussion über den Film, seinen Einfluss auf die Popkultur und die kreative Arbeit von Autoren ist. Vor allem wenn diese Autoren sich in bereits etablierten, kommerziell erfolgreichen Welten bewegen müssen. Für Lana (früher Larry) Wachowski ist das die Welt der von ihr und ihrer Schwester Lilly (früher Andy) Wachowski geschaffene Welt der Matrix. Für Neo, der unter seinem echten Namen Thomas Anderson in „Matrix Resurrections“ ein erfolgreicher, in San Francisco lebender Spieleprogrammierer ist, ist das die Welt der Computerspiele. Jetzt soll er eine neue Version des von ihm erfundenem populären „Matrix“-Spiels erschaffen.

In einem Café trifft er Trinity, die jetzt Tiffany heißt und eine glücklich verheiratete Vorstadt-Ehefrau ist. Anderson glaubt, sie von früher zu kennen. Dass er auf seinem Schreibtisch eine Trinity-Figur stehen hat, die in dem von ihm erfundenem Spiel eine wichtige Figur ist, fällt ihm nicht auf.

Gleichzeitig ist er wegen massiver psychischer Probleme in therapeutischer Behandlung. Er hat einen Suizid-Versuch hinter sich. Er zweifelt an der Realität und wird von Visionen geplagt, die für uns klar erkennbare Flashbacks sind.

Matrix Resurrections“ zitiert immer wieder „Matrix“. So inszeniert Wachowski den Anfang von „Matrix“ mit kleinen Änderungen nach. Danach begibt er sich zwar auf andere erzählerische Pfade, aber immer wieder werden Szenen aus dem ersten „Matrix“-Film gezeigt. Immer wieder wird der Film zitiert. Vieles in dem neuen Film wirkt wie eine Variation von „Matrix“, mit einigen Momenten aus dem zweiten und dritten „Matrix“-Film. Es tauchen auch viele aus den vorherigen Filmen bekannte Motive und Figuren, teils von anderen Schauspielern gespielt, auf.

Auch die Actionszenen aus „Matrix“ und die dort verwandten Stilmittel werden zitiert. Oft nur kurz oder im Schnellldurchlauf oder, auch das ist möglich, in einer invertierten Form.

Die Handlung gehorcht vor allem vom Willen der Drehbuchautoren. Wachowski schrieb das Buch zusammen mit Aleksandar Hemon und David Mitchell. Mit ihnen arbeitete er bereits bei der Netflix-Serie „Sense8“ zusammen und, zusammen mit seiner Schwester und Tom Tykwer, verfilmte er David Mitchells „Cloud Atlas“.

So etwas wie Figurenmotivation gibt es nicht. Dafür können sie, wenn sie durch Türen treten, von einer Welt in eine andere Welt treten. Figuren, die teils pompös eingeführt werden, verschwinden spurlos aus der Handlung. Andere sind dann plötzlich wichtig.

Damit wirkt „Matrix Resurrections“ wie ein bekanntes Computerspiel, in dem der Spieler in bestimmten Situationen eine andere Option prüft und kommentiert. Insofern ist der Film ein erstes Brainstorming, bei dem aufgeschrieben wurde, was dem Publikum beim ersten Film gefiel, was jetzt wiederholt werden soll und was anders gemacht werden kann. Zum Beispiel indem das Liebespaar zwanzig Jahre älter ist.

Das hat als Film über einen anderen Film durchaus seine interessanten Momente. Er ist auch deutlich interessanter, insgesamt gelungener und zum Nachdenken anregender als der zweite und dritte „Matrix“-Film. Aber so richtig überzeugend ist das Ergebnis nicht.

Matrix Resurrections“ ist eher eine intellektuelle Übung, ein Metafilm, mit gewaltigen Pacing-Problemen und einer Story, die nur funktioniert, weil sie sich letztendlich an der Story von „Matrix“ entlanghangelt. Es ist damit ein Remake, das kein Remake, sondern eine Meditation über ein Remake ist.

P. S.: Es gibt eine durchaus wichtige Post-Credit-Szene.

Matrix Resurrections (The Matrix Resurrections, USA 2021)

Regie: Lana Wachowski

Drehbuch: Lana Wachowski, David Mitchell, Aleksandar Hemon (basierend auf von den Wachowskis erfundenen Figuren)

mit Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Yahya Abdul-Mateen II, Jessica Henwick, Jonathan Groff, Neil Patrick Harris, Priyanka Chopra Jonas, Jada Pinkett Smith, Christina Ricci, Lambert Wilson, Max Riemelt

Länge: 148 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Filmportal über „Matrix Resurrections“ (weil der Film zu einem großen Teil in Babelsberg gedreht wurde)

Moviepilot über „Matrix Resurrections“

Metacritic über „Matrix Resurrections“

Rotten Tomatoes über „Matrix Resurrections“

Wikipedia über „Matrix Resurrections“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowskis „Jupiter Ascending“ (Jupiter Ascending, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Candyman“, „Coup“, „Killer’s Bodyguard 2“, „Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“, „Martin Eden“ – die Neustarts vom 26. August 2021, Teil 1

August 26, 2021

Zehn Film werde ich jetzt besprechen. Dabei starten heute sogar siebzehn Filme. Und nur einem Film wünsche ich eine möglichst kurze Zeit in den Kinos. Die anderen sind vielleicht nicht alle kommende Klassiker, manche sind auch zwiespältig oder nur für ein bestimmtes Publikum geeignet (Ja, Killer’s Bodyguard, du bist gemeint), aber doch, in dem Fall für die Zielgruppe, mindestens einen Blick wert.

Im ersten Teil bespreche ich „Candyman“, „Coup“, „Killer’s Bodyguard 2“, „Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“ und „Martin Eden“; im zweiten Teil „Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie“, „Die Rote Kapelle“, „Sky Sharks“, „Tides“ und „Die Unbeugsamen“.

Beginnen wir in alphabetischer Reihenfolge mit dem Mann, der Süßigkeiten an kleine Kinder verteilt.

Candyman“ ist irgendetwas zwischen Remake, Reboot, Prequel und Weitererzählung von „Candyman’s Fluch“ (Candyman, USA 1992). In den ersten Minuten wird nämlich von einem Auftauchen des titelgebenden Candymans im Sommer 1977 in Chicago in der real existierenden Sozialwohnungssiedlung Cabrini-Green erzählt. Dann springt die Filmgeschichte in die Gegenwart. Cabrini-Green ist inzwischen gentrifiziert. In einem der neuen Nobelapartments wohnt der schwarze Künstler Anthony McCoy. Als er die Geschichte von Candyman hört, ist er fasziniert. Schnell beschließt er, dass er sich in seinem neuen Projekt mit diesem Candyman und seinen Taten in Cabrini-Green beschäftigen will. In dem Moment ahnt er noch nicht, dass er dabei auch dem titelgebenden Mann mit den Süßigkeiten begegnen wird. Denn er taucht immer dann auf, wenn man seinen Namen fünfmal in einen Spiegel sagt (Nein! Nicht ausprobieren!).

Jordan Peele („Get out“) produzierte und schrieb das Drehbuch für diese Neuinterpretation einer Großstadtlegende. Die Regie übernahm die 1989 in Brooklyn geborene Nia DaCosta. Ihr Spielfilmdebüt war „Little Woods“. Ihr nächster Film ist der Marvel-Film „The Marvels“.

Candyman“ überzeugt vor allem als fast schon hypnotisch langsam erzählter, ätzender Kommentar zu Gentrifizierung, Rassismus und männlichen Selbstzweifeln. Weil der Protagonist ein Künstler ist, sind diese Sellbstzweifel monströs und die Macher können auch einen sarkastischen Blick auf die Kunstszene werfen. In den Städten ist sie ein Treiber der Gentrifizierung und Anthonys neues Projekt lebt genau von diesem Zwiespalt: einerseits will er in seinem neuen Werk auf die Geschichte bekannter machen, andererseits beutet er sie für seine Karriere aus. Vor allem nachdem nach der Präsentation seiner Werke in einer Galerie ein bestialischer Doppelmord geschieht, steigt der Preis für seine Bilder rapide.

Die üblichen Horrormomente, also vor allem die brutalen und blutige Morde, werden meistens nicht gezeigt. Die Opfer schon. Traditionelle Jumpscares werden auch größtenteils vermieden. Stattdessen wird die Vergangenheit von Candyman im Stil eines Schattenspiels erzählt.

Insofern kann „Candyman“ als gelungene Wiederbelebung eines schon toten Horrorfilm-Franchises aus dezidiert afroamerikanischer Perspektive gesehen werden. Denn selbstverständlich gab es nach dem überraschenden Erfolg des ersten „Candyman“-Films weitere, schlechtere und unbekanntere „Candyman“-Filme.

Allerdings hatte ich auch den Eindruck, dass der „Candyman“-Mythos die Macher beim Erzählen ihrer Geschichte etwas hinderte. Schließlich mussten sie immer wieder auf die aus den vorherigen Filmen bekannte Großstadtlegende von dem Killer mit der Hakenhand, sein Schicksal und seine Taten verweisen, anstatt eine eigene urban legend zu erfinden.

Candyman (Candyman, USA 2021)

Regie: Nia DaCosta

Drehbuch: Jordan Peele, Win Rosenfeld, Nia DaCosta

mit Yahya Abdul-Mateen II, Teyonah Parris, Nathan Stewart-Jarrett, Colman Comingo, Kyle Kaminsky, Vanessa Williams, Brian King, Rebecca Spence, Tony Todd

Länge: 91 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Wikipedia über „Candyman“ (deutsch, englisch)

Auf den ersten Blick wirkt „Coup“ wie der nächste Versuch eines deutschen Genrefilms. Im Mittelpunkt der wahren Geschichte steht ein 22-jähriger Bankangestellter. Obwohl er nur lustlos arbeitet, hat er eine feste Anstellung und finanziell eigentlich ausgesorgt. Da entdeckt er eine Sicherheitslücke. Er nutzt sie aus und hat plötzlich mehrere Millionen Deutsche Mark. Zusammen mit seinem besten Freund, wie er ein Rocker, flüchtet er nach Australien. Dort geben sie das erbeutete Geld mit vollen Händen aus. Er möchte auch, dass seine große Liebe und ihr gemeinsames Kind nachkommen. Aber sie will nicht.

In seinem Regiedebüt erzählt Sven O. Hill diese Geschichte mit einem minimalen Budget und einem Mix aus Real- und Animationsfilm. Erzählt wird die Geschichte von dem Bankräuber, der sie Hill erzählte und der immer noch etwas fassungslos über seinen 1988 erfolgten Bankraub ist.

Das Problem dieser verfilmten wahren Geschichte ist dann die wahre Geschichte, die halt nicht den Hollywood-Drehbuchregeln folgt und deshalb etwas spannungs- und konfliktfrei ist. Denn brenzlig oder gefährlich wird es für für ihn nie.

Coup“ ist kein pulstreibendes Krimidrama, sondern eine Schnurre mit nett-verpeilten Hamburger Jungs und ein Blick in die bundesdeutsche Vergangenheit als eine Anstellung bei einer Bank eine krisensichere Arbeit bis zur Rente war.

Coup (Deutschland 2019)

Regie: Sven O. Hill

Drehbuch: Sven O. Hill

mit Daniel Michel, Rocko Schamoni, Tomasz Robak, Paula Kalenberg

Länge: 81 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Die Story von „Killers’s Bodyguard 2“, bzw. im Original mit „The Hitman’s Wife Bodyguard“ treffender betitelt, ist Unfug, der nur existiert, um exzessive Gewalt, Brachialhumor und ein gutgelauntes Ensemble im konstanten Overacting-Modus zusammem zu führen.

Diese Fortsetzung knüpft an „Killer’s Bodyguard“ an. In dem Überraschungserfolg musste der Top-Bodyguard Michael Bryce (Ryan Reynolds) den erfolgreichen Profikiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) lebendig von Coventry nach Den Haag bringen. Bei der Mission gab es Verletzte, Tote und erhebliche Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden.

Jetzt ist Bryce immer noch todunglücklich über den Verlust seines Top-Ratings als Bodyguard (das gibt es in dieser Welt) und seiner Lizenz (auch das gibt es in dieser Welt). Als er sich auf Anraten seiner Therapeutin, die ihren therapieunfähigen Patienten unbedingt loswerden will, in einen Erholungsurlaub begibt, wird er von Sonia Kincaid (Salma Hayek), der Frau von Darius Kincaid, gefunden und sofort in ein riesiges Gefecht mit einer Hundertschaft schieß- und gewalttätiger Männer verwickelt. Während er unter keinen Umständen eine Waffe anrühren möchte, ballert sie wild drauflos.

Sie entkommen und stolpern gleich in die nächste Schlacht. Denn Sonia will unbedingt ihren von einem Mafiosi entführten Mann befreien und sie möchte Mutter werden (dabei ist sie die ungeeignetste Person dafür). Außerdem werden sie von dem echt harten, immer schlecht gelauntem Interpol-Agenten Bobby O’Neill (Frank Grillo), der unbedingt wieder zurück in die USA will, erpresst, den größenwahnsinnigen griechischen Cyberterroristen Aristoteles Papadopolous (Antonio Banderas) auszuschalten.

Die James-Bond-würdige Geschichte erhebt sich bei ihrer europäischen Sightseeing-Tour nie über das Niveau der Rollennamen. Da werden die Klischees munter aneinandergereiht und zitiert; in dem vollen Bewusstsein, dass jeder im Saal die Anspielungen versteht.

Und dann tritt auch noch Morgan Freeman als Quasi-Gott auf. Im Film ist das einer der wirklich überraschenden Momente. Wer allerdings einen Blick auf das Plakat geworfen hat, weiß, dass Morgan Freeman mitspielt.

In der richtigen Stimmung ist Buddy-Movie (oder Buddy-Buddy-Movie) „Killer’s Bodyguard 2“ ein spaßiger Film, sozusagen der räudige, sich schlecht benehmende, sein schlechtes Benehmen geniesende Bruder von „Free Guy“, ebenfalls mit Ryan Reynolds.

Killer’s Bodyguard 2 (The Hitman’s Wife Bodyguard, USA 2021)

Regie: Patrick Hughes

Drehbuch: Tom O’Connor

mit Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Salma Hayek, Antonio Banderas, Morgan Freeman, Frank Grillo, Caroline Goodall, Rebecca Front, Gabriella Wright, Alice McMillan,

Kristofer Kamiyasu, Tom Hopper

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Metacritic über „Killer’s Bodyguard 2“

Rotten Tomatoes über „Killer’s Bodyguard 2“

Wikipedia über „Killer’s Bodyguard 2“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Patrick Hughes‘ „The Expendables 3“ (The Expendables, USA 2014)

Meine Besprechung von Patrick Hughes‘ „Killer’s Bodyguard“ (Hitman’s Bodyguard, USA 2017)

Bleiben wir in Italien. Aber während „Killer’s Bodyguard 2“ Italien nur für den Klischeetrip US-amerikanischer Prägung benutzt, taucht Franco Maresco in seinem neuen Film „Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“ tief in den sizilianischen Alltag ein.

Am 23. Mai 1992 und am 19. Juli 1992 verübte die Mafia Bombenattentate auf die Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Die Attentate, bei denen auch mehrere Unbeteiligte starben, waren letztendlich auch das Ende der Mafia, wie wir sie aus unzähligen Filmen kennen.

25 Jahre später will Maresco in Palermo die Feiern zu ihrem Todestag aufnehmen. Dafür begleitet er die Fotografin Letizia Battaglia. Sie dokumentierte ab den Siebzigern die Morde der Mafiosi. Sein zweiter Protagonist ist der Party-Veranstalter Ciccio Mira, der mit vielen Künstlern eine Feier zu Ehren der beiden ermordeten Mafiajäger durchführen will. Seine an Peinlichkeit kaum zu überbietende Dorfkirmes-Veranstaltung mit untalentierten Amateurkünstlern lebt von dem Gegensatz zwischen der erklärten Absicht, Borsellino und Falcone zu ehren, und der Realität, in der die Veranstalter und die Künstler wortreich nicht erklären können, warum sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen und sie sich nicht von der Mafia distanzieren wollen.

In seinem Dokumentarfilm bedient Maresco sich eines satirischen Ansatzes, bei dem immer unklar ist, wie sehr die einzelnen Szenen inszeniert sind. Denn er ist ein ausgesucht respektloser und penetranter Fragensteller. Trotzdem ertragen seine Interviewpartner ihn klaglos und höflich. Auch wernn er zum x-ten Mal von ihnen ein Bekenntnis gegen die Mafia hören will. Oder er den immer freundlichen, aber auch sehr halbseidenen Festivalveranstalter Mira ins Kreuzverhör nimmt und dieser wort- und gestenreich ausweicht.

Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“ ist eine sehr italienische satirische Doku, die perfekt in kleine, schummerige Arthauskinos passt. Die Studentenkinos sind ja noch geschlossen.

Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war (La mafia non è più quella di una volta, Italien 2019)

Regie: Franco Maresco

Drehbuch: Franco Maresco, Claudia Uzzo, Francesco Guttuso, Giuliano La Franca, Uliano Greca

mit Letizia Battaglia, Ciccio Mira, Matteo Mannino, Christian Miscel, Franco Zecchin

Länge: 105 Minuten

FSK: ?

Hinweise

Deutsche Verleihseite zum Film

Moviepilot über „Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“

Rotten Tomatoes über „Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“

Wikipedia über „Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war“ (englisch, italienisch)

Wir bleiben in Italien. „Martin Eden“ ist die freie Verfilmung von Jack Londons gleichamigem, autobiographisch inspiriertem Roman. Pietro Marcello verlegte die Geschichte in seinem Spielfilmdebüt in das Nachkriegsitalien des Neorealismus.

Wie Dominik Graf in seiner Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ erstarrt Marcello nicht in Ehrfurcht vor der Vorlage. Er bebildert sie nicht, sondern eignet sie sich an, interpretiert und verändert sie; dabei benutzt er die filmischen Mittel, die ihm passen. Die Geschichte gewinnt eine zeitlose Qualität, die immer an eine unspezifische Vergangenheit und die große Zeit des italienischen Kinos erinnert.

Martin Eden ist ein ungebildeter Seemann und Landarbeiter. Er gehört zum Subproletariat. Als er im Hafen von Neapel die großbürgerliche Elena Orsini vor einigen Schlägern rettet, öffnet sich für ihn eine Tür in eine andere Welt. Er verliebt sich in sie und sie scheint auch etwas für ihn zu empfinden. Um sie zu beeindrucken, beginnt er hochliterarische Werke zu lesen und er möchte Schriftsteller werden.

Einer der wenigen Menschen, die an ihn glaubt ist der Bohemien und Sozalist Russ Brissenden. Er fragt sich aber auch, ob Eden erfolgreich sein kann, ohne sich zu verraten. Falls er überhaupt einen Text verkaufen kann.

Martin Eden (Martin Eden, Italien/Frankreich/Deutschland 2019)

Regie: Pietro Marcello

Drehbuch: Maurizio Braucci, Pietro Marcello

LV: Jack London: Martin Eden, 1909 (Martin Eden)

mit Luca Marinelli, Jessica Cressy, Denise Sardisco, Vincenzo Nemolato, Carmen Pommella, Elisabetta Volagoi, Marco Leonardi, Autilia Ranieri, Pietro Raguso, Carlo Cecchi

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

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Filmportal über „Martin Eden“

Moviepilot über „Martin Eden“

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Rotten Tomatoes über „Martin Eden“

Wikipedia über „Martin Eden“ (deutsch, englisch, italienisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Aquaman“ Arthur Curry sucht einen Dreizack

Dezember 20, 2018

Neben Marvel ist DC Comics das andere große Unternehmen, das mit seinen Superheldencomics seit Jahrzehnten unendlich viele Kinder zum Lesen verführte. Bei den Filmen hat Marvel seit Jahren die Nase vorn. Die Kritiken sind gut. Die Einspielergebnisse fantastisch. Die Fans begeistert. Bei DC Comics kann man sich dagegen nur so halbwegs über die Einspielergebnisse des DC Extended Universe freuen. „Man of Steel“ (2013), „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2016), „Suicide Squad“ (2016) und „Justice League“ (2017) waren mehr oder weniger missratene Geduldsproben. Nur „Wonder Woman“ (2017) überzeugte.

Aquaman“ ist wieder eine Geduldsprobe. Gut aussehend, mit viel Action und durchaus sympathischen Darstellern, aber mit einem konfusem Nichts an Story.

Arthur Curry (Jason Momoa), der titelgebende Aquaman, Sohn von Atlanna (Nicole Kidman), Königin von Atlantis, und dem Leuchtturmwächter Tom Curry (Temuera Morrison), kann mühelos im Wasser und auf der Erde leben. Als erster Sohn von Königin Atlanna könnte er den Thron von Atlantis für sich beanspruchen. Aber der Einzelgänger ist daran nicht interessiert. Viel lieber lebt er das Leben eines ungebundenen Drifters, der ab und an selbstlos einigen Menschen hilft.

Als er erfährt, dass sein machtgieriger Halbbruder Orm (Patrick Wilson) alle Ozean-Königreiche vereinigen und gegen die Landbewohner in den Krieg ziehen will, beschließt Arthur um den Thron zu kämpfen. Denn er möchte nicht, dass die Landbewohner getötet werden. Auch wenn sie seit Jahrzehnten die Ozeane verschmutzen. Orm benutzt diese Umweltsünden als Rechtfertigung für seinen Krieg gegen die Menschen.

Bevor Arthur die Königswürde zugestanden wird, muss er den verlorenen Dreizack von Atlan findet und sich so als legitimer Herrscher des Meeres erweisen. Weil niemand weiß, wo der Dreizack ist, muss Curry mit Mera (Amber Heard), der Prinzessin des Meereskönigreichs Xebel, um die halbe Welt reisen. Von einem Abenteuer zum nächsten.

Diese Story ist die Entschuldigung für eine Abfolge viel zu lang geratener Actionszenen, die auch in einem „Fast & Furious“-Film nicht auffielen (naja, bis auf die Unterwasser-Action), langweiligen Erklärdialogen und Szenen, die anscheinend aus einem anderen Film stammen. Oder wie will man sonst damit umgehen, dass zwischen zwei Actionszenen Aquaman und Mera auf Sizilien Zeit haben, gemütlich wie ein frisch verliebtes Paar über den Markt zu schlendern, während ein bekannter Song die Boxen des Kinos austestet? Immerhin wird nach dem Song die Harmonie von einer wilden Hatz über die Dächer des Dorfes abgelöst. Oder dass, als sie auf ihrer globalen Schnitzeljagd in der Wüste die nächste Spur zum Ziel suchen, er sich wie ein pubertierender Teenager, der keine Lust auf eine Wanderung hat, benimmt? Das sind Szenen, die von ihrer Tonalität in einen vollkommen anderen Film gehören und die auch einen vollkommen anderen Arthur Curry zeichnen. Das ist, als ob James Bond plötzlich Mr. Bean würde.

In dem Moment hat man schon lange alle Fragen von Logik, storyinterner Stimmigkeit und Plausibilität ad acta gelegt. Da können Meeresbewohner mal mühelos Luft atmen, mal nicht. Da wird die Reise zum nächsten Ziel zunächst mit einem alten Fischerboot tuckernd begonnen, bevor Aquaman und Mera den Rest des Weges superflott im Wasser zurücklegen und so im Sturm den sie attackierenden Seemonstern entkommen. Da gibt es in Atlantis einen eigentümlichen Mix aus High Tech und tiefster Urzeit. Da ist die Gesellschaft immer noch wie ein uraltes Königreich aufgebaut, das sich in den vergangenen Jahrhunderten nicht veränderte. Das ist der verstaubte Mythenquark, der vor Jahrzehnten in den Zimmern pubertierender Jungs abgeladen wurde.

Da hilft auch kein muskelbepackter Jason Momoa als breit grinsender Aquaman.

Am Ende des mit gut zweieinhalb Stunden viel zu lang geratenen Wasserfilms bleibt eine große Frage: Warum ist es so schwer, einen gescheiten Superheldenfilm zu drehen? Oder anders formuliert: Was macht Marvel so viel besser als DC bei seinen Filmen?

Aquaman (Aquaman, USA 2018)

Regie: James Wan

Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick, Will Beall (nach einer Geschichte von Geoff Johns, James Wan und Will Beall) (nach einem Charakter von Mort Weisinger und Paul Norris)

mit Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Patrick Wilson, Nicole Kidman, Dolph Lundgren, Yahya Abdul-Mateen II, Temuera Morrison, Michael Beach, Randall Park, Graham McTavish, Leigh Whannell

Länge: 144 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Deutsche WarnerBrosDC-Facebook-Seite zum Film

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Moviepilot über „Aquaman“

Metacritic über „Aquaman“

Rotten Tomatoes über „Aquaman“

Wikipedia über „Aquaman“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2“ (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7″ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

 


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