Neu im Kino/Filmkritik: James Wan ist „Malignant“

September 3, 2021

Zwischen seinen „Aquaman“-Filmen („Aquaman and the lost Kingdom“ ist für Dezember 2022 angekündigt) kehrte James Wan zu seinen Horrorfilmwurzeln zurück. Immerhin wurde er weltweit bekannt mit dem Horrorfilm „Saw“. „Dead Silence“, „Insidious“ und „The Conjuring“ folgten.

In seinem neuen Horrorfilm „Malignant“ steht die in Seattle lebende junge Krankenschwester Madison (Annabelle Wallis) im Mittelpunkt.

Nachdem ihr Freund bestialisch ermordet wird, hat sie Visionen von weiteren Morden. Zunächst hält sie sie für Alpträume. Aber die Morde sind wirklich geschehen und sie hat zu dem Mörder, den sie Gabriel nennt, eine Verbindung, die weit in ihre Vergangenheit zurückreicht.

Mehr über die Story zu verraten, dürfte dann schon einige wichtige Details der Lösung verraten.

Beschäftigen wir also mit den anderen Dingen. Der Plot ist ein gelungener Rückgriff auf alte Horror-Topoi, in denen es um Irrenanstalten, experimentierfreudige Forscher und physisch und psychisch deformierte Mörder geht, mit denen wir dann doch Mitleid haben. Das Ganze spielt zu einem großen Teil in Madisons Haus, das wie eine dunkle Vision des „Psycho“-Hauses wirkt, dem Seattle Underground (um 1900 wurden dort im Stadtzentrum die Straßen und Gehwege um teils bis zu zehn Meter angehoben), verschiedenen älteren Gebäuden und selbstverständlich der Irrenanstalt, die aussieht, wie Irrenanstalten in Filmen immer aussehen und die in Filmen vor allem lange nach Sonnenuntergang durchsucht werden. Auch in „Malignant“ besucht Madisons Schwester die verfallene Klinik nachts und sie findet im Keller (wo sonst?), neben vielen anderen Akten, die von ihr gesuchten Akten (Datenschutz ist so unamerikanisch).

James Wan nimmt alle diese Horror-Topoi und präsentiert sie als perfekt orchestrierte, aber auch überlaute Geisterbahnfahrt, unterlegt mit nervenaufreibenden Klängen, die an Bernard Herrmanns „Psycho“-Soundtrack erinnern. Alles ist immer eine Spur zu laut, zu dunkel und zu sehr auf die bekannten Jumpscare-Effekte hin inszeniert. Das führt dann zu einem Erschrecken nach Fahrplan; – bis am Ende, um im Bild zu bleiben, der Zug entgleist. In dem Moment dreht ‚Gabriel‘ auf dem Polizeirevier durch und die Leichen stapeln sich. Dabei unterscheidet ‚Gabriel‘ nicht zwischen Gefangenen und Polizisten. Und damit ist auch klar, dass Genre-Fan James Wan bei seinem Horror-Best-of keine Kompromisse eingeht wenn er sich nach dem Mehr-ist-mehr-Prinzip durch die Geschichte des Horrorfilm wühlt.

Am besten lässt sich „Malignant“ als die Heavy-Metal-Version klassischer Horrorfilme oder als Giallo in Schwarz (anstatt dem gewohnten Blutrot) beschreiben.

Malignant (Malignant, USA 2021)

Regie: James Wan

Drehbuch: Akela Cooper (nach einer Geschichte von James Wan, Ingrid Bisu und Akela Cooper)

mit Annabelle Wallis, Maddie Hasson, George Young, Michole Briana White, Jacqueline McKenzie, Jake Abel, Ingrid Bisu

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Malignant“

Metacritic über „Malignant“

Rotten Tomatoes über „Malignant“

Wikipedia über „Malignant“

Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2“ (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7″ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von James Wans „Aquaman“ (Aquaman, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritiken für den große Neustart: „Godzilla vs. Kong“, „Nomadland“, „Percy“, „Der Spion“, „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“, „Ich bin dein Mensch“, „Possessor“, „Nobody“, „Monster Hunter“

Juli 1, 2021

Einmal schnell – mit der selbstgewählten Option über einige Filme, je nach Zeit, mehr zu schreiben: die Filme, die heute starten. Auf der einen Seite der Skala ein Blockbuster für die große Leinwand („Godzilla vs. Kong“). Auf der anderen Seite der diesjährige Oscar-Gewinner („Nomadland“). Dazwischen ein deutscher Science-Fiction-Film („Ich bin dein Mensch“), Dramen und Action. Denn „Nobody“ verlässt den Raum.

Godzilla vs. Kong“ ist ein Spektakel, das für die große Leinwand gemacht ist. Die Story wurde schon vor dem Schreiben des Drehbuchs weggeworfen zugunsten einiger, teils vollkommen abstruser Szenen, die Schauspieler sind noch nicht einmal unterfordert von den anderthalb verlangten Gesichtsausdrücken, aber wenn dann King Kong und Godzilla sich kloppen und dabei Hongkong zerstören, die Boxen im Kino mit großem Wumms dröhnen, dann, ja, dann bleibt nur die Erkenntnis: KINO IST ZURÜCK! ENDLICH.

Ich gebe zu, dass ich den Film im Zoopalast in Berlins größtem Kinosaal sah, Monster auf einer Monsterleinwand überwältigend sind und es einer der ersten Filme war, die ich nach der monatelangen Pause im Kino sehen konnte. Das alles förderte meine Begeisterung.

Davon abgesehen ist „Godzilla vs. Kong“ ein dummer Sommer-Blockbuster, der genau das sein will und dessen Existenzberechtigung im Titel steht. Godzilla, King Kong und, – ähem, das wäre jetzt ein Spoiler.

Godzilla vs. Kong (Godzilla vs. Kong, USA 2021)

Regie: Adam Wingard

Drehbuch: Eric Pearson, Max Borenstein (nach einer Geschichte von Terry Rossio, Michael Dougherty und Zach Shields)

mit Alexander Skarsgård, Millie Bobby Brown, Rebecca Hall, Brian Tyree Henry, Kyle Chandler, Shun Oguri, Eiza González, Julian Dennison, Demián Bichir

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

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Metacritic über „Godzilla vs. Kong“

Rotten Tomatoes über „Godzilla vs. Kong“

Wikipedia über „Godzilla vs. Kong“ (deutsch, englisch)

Nomadland“ ist das Gegenteil. Ein kleines Indie-Drama mit einer gewohnt fantastischen Frances McDormand, die hier die Nomadin Fern spielt.

Nach dem Verlust von Mann, Job und Haus entschloss Fern sich 2011 (also während der Nachwirkungen der Finanzkrise), ihre Sachen zu packen. Seitdem lebt sie in ihrem Wohnwagen, fährt von schlechtbezahltem Job zu schlechbezahltem Job und genießt, wie viele andere Menschen, die Freiheiten des Nomadenlebens.

Chloé Zhao („The Rider“) zeigt quasi-dokumentarisch das Leben dieser Nomaden und ihrer Gemeinschaft. Wieder drehte sie mit Laien, die sich selbst spielen. Und wieder ist da kein falscher Ton zu spüren.

Bei den diesjährigen Oscars wurde ihre Charakterstudie „Nomadland“ als bester Film, für die beste Regie und die beste Hauptrolle ausgezeichnet. Golden Globes gab es als bester Film und für die beste Regie. Um nur die bekanntesten Preise zu nennen. Insgesamt erhielt der Film, laut IMDB, über 230 Preise.

Zhaos karge Charakterstudie ist großes großartiges Kino mit Bildern, die für die große Leinwand komponiert sind. In diesem Fall (und, Ich verspreche!, in den folgenden Zeilen werde ich nicht mehr erwähnen, wo ich die Filme gesehen habe) musste ich den Film am Computer sehen und ich dachte die ganze Zeit nur „ich will den Film im Kino sehen“.

Nomadland (Nomadland, USA 2020)

Regie: Chloé Zhao

Drehbuch: Chloé Zhao

LV: Jessica Bruder: Nomadland: Surviving America in the Twenty-First Century, 2017 (Nomaden der Arbeit, Sachbuch)

mit Frances McDormand, David Strathairn, Linda May, Swankie, Bob Wells

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

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Wikipedia über „Nomadland“ (deutsch, englisch)

Percy“ erzählt nah an den Fakten und angenehm altmodisch die Geschichte von Percy Schmeiser. Der Kanadier ist ein Farmer der alten Schule, der die besten Samen der vorherigen Ernte aufbewahrt und nächstes Jahr wieder aussät. Genau so haben Bauern seit Jahrhunderten gearbeitet. Bis Konzerne Firmen wie Monsanto genmanipulierte Saatgut anboten. Diese sind resistent gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel, was für die Bauern natürlich eine Arbeitserleichterung ist. Für Monsanto sind sie ein großes Geschäft. Denn sie haben Patente dafür erworben und die Bauern müssen jedes Jahr bei ihnen neue Samen kaufen. Ein Monokulturen förderndes Riesengeschäft, das von Umwelt- und Dritte-Welt-Bewegungen seit Jahrzehnten kritisiert wird.

Percy hatte damit nichts zu tun, bis Monsanto 1997 auf seinen Feldern Spuren von ihren Samen nachwies und ihn verklagte. Im Gegensatz zu anderen Farmern zog Percy Schmeiser vor Gericht.

Clark Johnson erzählt in seinem Justizdrama „Percy“ jetzt die Geschichte von Percy Schmeiser und seinem Kampf gegen Monsanto nach. Das tut er, indem er sich auf das Drehbuch und die Schauspieler – Christopher Walken als Percy Schmeiser, Zach Braff als sein Anwalt, Christina Ricci als Aktivistin – verlässt. Eine kluge Entscheidung.

Percy (Percy, Kanada 2020)

Regie: Clark Johnson

Drehbuch: Garfield Lindsay Miller, Hilary Pryor

mit Christopher Walken, Christina Ricci, Zach Braff, Luke Kirby, Roberta Maxwell, Adam Beach, Martin Donovan

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Auch „Der Spion“ beeindruckt nicht durch Spektakel (das hatten wir schon in „Godzilla vs. Kong“), sondern mit seinen Schauspielern. Die Geschichte basiert ebenfalls auf Tatsachen. Jedenfalls soweit man das weiß, wenn es um Geheimagenten und ihre Arbeit geht.

Der britische Geheimdienst MI6 und der amerikanische Geheimdienst CIA engagieren im November 1960 den harmlosen, leicht schmierigen Geschäftsmann Greville Wynne (Benedict Cumberbatch), der immer wieder mit Ostblockstaaten Geschäfte macht. Er soll den Kontakt zu dem hochrangigen Sowjetoffizier Oleg Penkowski (Merab Ninidze) herstellen. Penkowski möchte nämlich den Westmächten geheime Informationen zuspielen.

MI6 und CIA sind sich sicher, dass der KGB keinen Verdacht schöpfen wird, wenn Wynne sich mit Penkowski trifft. Womit sie nicht rechneten, ist, dass die beiden gegensätzlichen Männer sich befreunden. Als Penkowski aufzufliegen droht und der MI6 nichts für ihn unternehmen will, will Wynne seinen Freund retten.

Der Spion“ ist unauffälliges Schauspielerkino mit viel frühsechzigerjahre Patina. Fans des Genres denken bei der Geschichte von Wynne, der über seine Erlebnisse als Spion zwei Bücher mit zweifelhaftem Wahrheitsgehalt schrieb, natürlich sofort an John le Carrés „Das Russland-Haus“ und die grandiose Verfilmung von Fred Schepisi mit Sean Connery.

Das ist nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt ein Film, den man sich im Kino ansehen muss.

Der Spion (The Courier, Großbritannien 2020)

Regie: Dominic Cooke

Drehbuch: Tom O’Connor

mit Benedict Cumberbatch, Merab Ninidze, Rachel Brosnahan, Jessie Buckley, Angus Wright, James Schofield, Anton Lesser

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Wikipedia über „Der Spion“ (deutsch, englisch)

Der neueste Film aus dem „Conjuring“-Universum ist, nach Spin-offs und Vorgeschichten, „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ und damit ein Film aus der Hauptreihe. Wieder wird ein wahrer Fall der Geisterjäger Ed und Lorraine Warren erzählt. Dieses Mal ist es der Brookfield Demon Murder Case.

Am 16. Februar 1981 ermordet der junge Arne Cheyenne Johnson seinen Freund bestialisch. Sein Verteidiger würde auf irgendeine Form von verminderter Zurechnungsfähigkeit plädieren. Aber die Warrens sind schon vor Ort und sie wissen, dass Johnson von einem besonders fiesem Dämonen besessen ist und genau darauf soll die Verteidigung aufbauen. Die nötigen Beweise wollen sie beschaffen.

Der neueste „Conjuring“-Film läuft für meinen Geschmack zu sehr in den Bahnen eines gewöhnlichen Justizkrimis ab, in dem die tapferen Ermittler während der Verhandlung die Beweise für die Unschuld des Angeklagten suchen und in letzter Sekunde finden. Da ist es wirklich einerlei, ob der Angeklagte unschuldig ist, nicht zurechnungsfähig (beispielsweise wegen Opioid-Gebrauch) oder gerade von einem Dämonen besessen war. Das ist eine Frage der Fakten und der Verteidigungsstrategie.

Weil „Conjuring 3“ ein Horrorfilm ist, interessiert sich Regisseur Michael Chaves weniger für rechtstechnische Details und Verteidigungsstrategien, sondern für Geister, Dämonen und Teufelsaustreibungen mit Hilfe der katholischen Kirche.

James Wan, der Regisseur der vorherigen „Conjuring“-Filme ist dieses Mal nur als Autor und Produzent involviert.

Conjuring 3: Im Bann des Teufels (The Conjuring: The Devil made me do it, USA 2021)

Regie: Michael Chaves

Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick (nach einer Geschichte von James Wan und David Leslie Johnson-McGoldrick)

mit Patrick Wilson, Vera Farmiga, Ruairi O’Connor, Sarah Catherine Hook, Julian Hilliard

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Metacritic über „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“

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Wikipedia über „Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ (deutsch, englisch)

Das „Conjuring“-Universum in der Kriminalakte

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von John R. Leonettis „Annabelle“ (Annabelle, USA 2014)

Meine Besprechung von David F. Sandbergs „Annabelle 2″ (Annabelle: Creation, USA 2017)

Meine Besprechung von Corin Hardys „The Nun“ (The Nun, USA 2018)

Meine Besprechung von Michael Chaves‘ „Lloronas Fluch“ (The Curse of La Llorona, USA 2019)

Meine Besprechung von Gary Daubermans „Annabelle comes home“ (Annabelle comes home, USA 2019)

Mit einer anderen Sorte von Nicht-Mensch muss Alma sich in „Ich bin dein Mensch“ auseinandersetzen.

Alma soll für drei Wochen einen menschenähnlichen Roboter testen und danach ein Gutachten schreiben. Es geht um die Frage, ob Ehen zwischen Mensch und Maschine erlaubt werden sollen. Dafür wird ihr Tom zugeteilt. Er wurde extra für sie konfiguriert, nachdem in umfangreichen Test Almas Wünsche und Sehnsüchte erforscht wurden. Der Android ist dann auch das Inbild eines Traummanns: gutaussehend, höflich, umsorgend, perfekt im Haushalt und allwissend. Nur seine Bewegungen, Mimik und, selten, Sprachrhythmus verraten, dass Tom kein Mensch ist.

In ihrem neuen Film „Ich bin dein Mensch“ beschäftigt Maria Schrader („Vor der Morgenröte“) sich mit der Frage, was Androiden von Menschen unterscheidet, was Gefühle sind und damit auch und vor allem, was das Menschsein und die menschliche Gesellschaft ausmacht. Das erzählt sie mit Hilfe eines immer wieder überraschend humorvollen Drehbuchs, guten Schauspielern und einer eleganten Kamera und Bildgestaltung (Benedict Neuenfels).

Ich bin dein Mensch“ ist ein feiner, auf der Berlinale abgefeierter, zum Nachdenken anregender Film und einer der besten deutschen Filme des Jahres.

Maren Eggert erhielt einen Silbernen Bären für ihre schauspielerische Leistung.

Ich bin dein Mensch (Deutschland 2021)

Regie: Maria Schrader

Drehbuch: Jan Schomburg, Maria Schrader

LV: Emma Braslavsky: Ich bin dein Mensch, 2019 (Kurzgeschichte, in „2029 – Geschichten von Morgen“)

mit Maren Eggert, Dan Stevens, Sandra Hüller, Hans Löw, Wolfgang Hübsch, Annika Meier, Falilou Seck, Jürgen Tarrach, Henriette Richter-Röhl, Monika Oschek

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Ich bin dein Mensch“

Moviepilot über „Ich bin dein Mensch“

Rotten Tomatoes über „Ich bin dein Mensch“

Wikipedia über „Ich bin dein Mensch“ (deutsch, englisch)

‚Wie der Vater, so der Sohn‘ ist ein dummer Spruch, der in diesem Fall zutrifft. Denn Brandon Cronenbergs „Possessor“ sieht wie ein Horrorfilm seines Vaters David Cronenberg aus den Siebzigern aus. Auch die Geschichte könnte von David Cronenberg stammen.

Eine geheimnisumwitterte Firma hat eine Technik entwickelt, mit der man in fremde Gehirne eindringen und diese Menschen dann zu bestimmten Handlungen bewegen kann. Die Firma bietet dabei vor allem eine Dienstleistung an: Mord. Und zwar Morde, die sonst nicht durchführbar wären. Jedenfalls nicht so.

Eine ihrer Agentinnen ist Vos. Sie hadert zunehmend mit den Folgen der Aufträge für ihre Psyche. Immer weniger kann sie zwischen ihrer Arbeit in fremden Köpfen und ihrem Privatleben mit ihrer Familie unterscheiden.

Brandon Cronenberg inszenierte seinen Horrorfilm „Possessor“ als Hommage an die frühen Bodyhorrorfilme von David Cronenberg. Die Farbgebung, die Erzählgeschwindigkeit, die Kamerabewegungen, der Ton, die Tricks (bei den Morden wird nach der Methode „zuviel rotes Blut kann es nicht geben“ vorgegangen), die minimalistischen, futuristisch aussehenden Sets und die von der Firma verwandten Technik erinnern alle an David Cronenbergs Frühwerk.

Allerdings fehlt in „Possessor“ die damalige Gesellschaftskritik und das Ende, das sich um eine Antwort auf die wichtigen im Film gestellten Fragen drückt, ist äußerst unbefriedigend.

Possessor“ ist primär L’Art pour l’art, die einen, wegen dem was zu sehen ist und dem was nicht zu sehen ist, mit einem gewaltigen Gefühl des Unwohlseins über das Eindringen in fremde Körper zurücklässt.

Und gerade das macht diesen Horrorfilm sehenswert.

Posessor (Possessor, Kanada/Großbritannien 2020)

Regie: Brandon Cronenberg

Drehbuch: Brandon Cronenberg

mit Andrea Riseborough, Christopher Abbott, Rossif Sutherland, Sean Bean, Jennifer Jason Leigh

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

alternativer Titel: „Possessor: Uncut“

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Wikipedia über „Possessor“ (deutsch, englisch)

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) ist auf den ersten Blick ein ganz gewöhnlicher Mann, der ein ganz gewöhnliches Leben lebt mit einem langweiligen Job, Frau und Kindern. Er ist ein richtiger Nobody. Als zwei Einbrecher bei ihnen einbrechen, überwältigt er sie, als er die Chance hat, nicht. Stattdessen legt er den Golfschläger zur Seite und lässt sie mit der Beute ziehen. Seine Kinder halten ihn für ein Weichei. Dass der Revolver, den die Einbrecherin in der Hand hielt, nicht geladen war und er deshalb nicht zuschlug, sagt er ihnen nicht.

Als seine Tochter kurz darauf ihr heißgeliebtes Kitty-Cat-Armband vermisst, beginnt Hutch die Einbrecher zu suchen. Das ist der Auftakt für eine ungeahnte Gewaltorgie. Denn Hutch war nicht immer der harmlose Vorstadtdaddy.

Nobody“ ist ein B-Picture-Actionkracher mit viel Gewalt, trockenem Humor und gut(gelaunt)en Schauspielern. Erfunden wurde die Geschichte von Derek Kolstadt (Drehbuch, Produktion) und David Leitch (Produktion), die auch in die „John Wick“-Filme involviert sind und die Geschichte von Hutch Mansell ähnelt der von John Wick. Denn der Unterschied zwischen einem Kinderarmband und einem Hund als Anlass für eine besinnunglose Gewaltorgie ist letztendlich minimal. Auch die Ausbildung von Hutch Mansell und John Wick ähnelt sich. Wobei Hutch Mansell früher für eine andere Institution als John Wick arbeitete und er am Ende mit der Hilfe von seinem Vater und einigen alten Freunden gegen die Bösewichter kämpft.

Das ist ein großer Spaß für kleine Jungs. Eine Fortsetzung ist nicht nötig. Obwohl Derek Kolstadt anscheinend schon an einer arbeitet und sie angesichts des bisherigen Einspiels unvermeindlich erscheint. Ein Crossover mit John Wick ist, weil die Filme von verschiedenen Studios produziert wurden, unwahrscheinlich und für mein Empfinden auch vollkommen unnötig.

Nobody (Nobody, USA 2021)

Regie: Ilya Naishuller

Drehbuch: Derek Kolstad

mit Bob Odenkirk, Connie Nielsen, RZA, Aleksey Serebryakov, Christopher Lloyd, Michael Ironside, Billy MacLellan, Gage Munroe

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Meine Besprechung von Ilya Naishullers „Hardcore“ (Hardcore Henry, Russland/USA 2016)

Unnötig beschreibt „Monster Hunter“ treffend. Dieses Mal schickt Paul W. S. Anderson seine Frau Milla Jovovich in die Wüste.

Jovovich spielt Captain Artemis. Zusammen mit ihrem Team geraten sie während eines gefährlichen Militäreinsatzes in der Wüste in einen Sandsturm, der sie in ein Paralleluniversum schleudert, in dem es noch mehr Sand und viele, riesige und sehr gefährliche Monster gibt.

Monster Hunter“ ist, wie die ebenfalls von Anderson mit Jovovich inszenierten „Resident Evil“-Filme, eine Computerspielverfilmung. Und es ist keine gute Verfilmung; wobei ich, weil ich das Spiel nicht kenne, genaugenommen sagen müsste: kein guter Film. Die Dialoge wirken wie Restbestände aus einem Trailer eines militaristischen 80er-Jahre-B-Pictures. Die Story folgt der alten Computerspieldramaturgie von Herausforderung, Lösung suchen, Feind vernichten. Und weil Jovovich als Heldin all die Angriffe überlebt, ist auch klar, dass sie immer die richtige Lösung findet.

Ein Langweiler. Ach wie spaßig waren da die „Resident Evil“-Filme.

Monster Hunter (Monster Hunter, Deutschland/Kanada/China/Japan 2020)

Regie: Paul W. S . Anderson

Drehbuch: Paul W. S. Anderson

mit Milla Jovovich, Tony Jaa, Tip ‘T.I.’ Harris, Meagan Good, Diego Boneta, Josh Helman, Jin Au-Yeung, Ron Perlman, Jannik Schümann

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Filmportal über „Monster Hunter“

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Wikipedia über „Monster Hunter“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul W. S. Andersons „Resident Evil: The Final Chapter“ (Resident Evil: The Final Chapter, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Annabelle comes home“ und sieht sich im Haus der Warrens um

Juli 4, 2019

Als wir die Puppe Annabelle zum ersten Mal in einem Film sahen, saß sie auf einem Holzstuhl in einer Glasvitrine im Keller des anonymen Vorstadthaus des Dämonologenehepaares Ed und Lorraine Warren. James Wans gelungener Geisterhorrorfilm „The Conjuring“ (USA 2013) war der Auftakt zu einer Reihe von kommerziell erfolgreichen Horrorfilmen, die alle in der Welt der beiden Dämonologen spielen, die es wirklich gab. Einige Filme basieren auf wahren Fällen des Ehepaares (soweit man hier überhaupt von ‚wahren Fällen‘ sprechen kann). Andere sind frei erfunden. Wie jetzt der dritte eigenständige Annabelle-Film „Annabelle comes home“, der zeitlich zwischen dem Anfang und Ende von „The Conjuring“ spielt.

In den frühen siebziger Jahren müssen Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) für eine Nacht weg. Mary Ellen (Madison Iseman) soll als Babysitter auf ihre zehnjährige Tochter Judy (Mckenna Grace) aufpassen. Judy ist, wie ihre Mutter, seherisch begabt und, immerhin lebt sie in einem Haus, in dem Geister und Dämonen ständige Hausgäste sind, ist sie für ihr Alter schon sehr erfahren im Umgang mit diesen Wesen. Sie hat auch fast immer ein Holzkreuz in Reichweite.

Schon am Nachmittag kommt Mary Ellens Freundin Daniela (Katie Sarife) vorbei. Sie trauert noch immer um ihren bei einem Autounfall verstorbenen Vater und sie fühlt sich für seinen Tod verantwortlich. Neugierig ist sie auch. Dabei belässt sie es nicht beim Blättern in den Akten der Warrens, sondern sie schließt auch die Tür zu dem Kellerraum auf, in dem die Warrens von Dämonen besessene Gegenstände lagern. Dazu gehört auch Annabelle, die in einem Glasvitrine eingeschlossen ist, auf der steht, dass man die Tür unter keinen Umständen öffnen solle. Für Daniela ist das selbstverständlich die Anweisung die Tür zu öffnen. Und weil sie vorher alle möglichen Gegenstände in dem Keller berührt hat, hat Annabelle viele Helfer, die ihr in der Nacht in dem Vorstadthaus helfen, die drei Mädchen und Bob (Michael Cimino), den später hinzukommenden, Gitarre spielenden Verehrer von Mary Ellen, zu terrorisieren.

Für Horrorfilmfans ist das ein Best-of aller möglichen Geister. Sogar ein Werwolf ist dabei. Spätestens in dem Moment werden Erinnerungen an die beiden auf den Kinderbüchern von R. L. Stine basierenden „Gänsehaut“-Filme wach. In den beiden Filmen müssen Jugendliche gegen eine Armada höchst unterschiedlicher Geister und Monster kämpfen. Die Filme sind, wobei der erste Film besser als der zweite ist, Horrorkomödien, die sich an ein jüngeres Publikum richten. Sie sollen eine Gänsehaut verursachen. „Annabelle comes home“ ist dagegen ein erstaunlich langsam erzählter Horrorfilm, der mehr an Atmosphäre und Suspense als an Jumpscares interessiert ist. Es ist allerdings auch ein Film, in dem die titelgebende Annabelle kaum auftritt und auch die anderen Geister eher kurze Auftritte haben, die mehr die Funktion eines Zitats erfüllen. Meist stehen sie irgendwo im Bildhintergrund herum und verschwinden dann wieder geräuschlos. Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt in Gary Daubermans Regiedebüt kein Geist.

Dauberman schrieb bereits die Bücher für die vorherigen „Annabelle“-Filme, „The Nun“ (ebenfalls aus dem Conjuring-Universum) und die Blockbuster-Stephen-King-Verfilmung „It“. Der zweite Teil, angekündigt für 5. September, ist ebenfalls von ihm geschrieben.

Annabelle comes home“ ist ein gemütlicher Gang durch bekannte Geisterhorrortopoi, bei dem sich aufgrund der vielen Geister, die letztendlich austauschbar bleiben, und dem schwachen Finale, keine wirkliche Begeisterung aufkommen will. Mehr als eine leichte Gänsehaut will bei Annabelles neuestem Auftritt nicht aufkommen.

Annabelle comes home (Annabelle comes home, USA 2019)

Regie: Gary Dauberman

Drehbuch: Gary Dauberman (nach einer Geschichte von James Wan und Gary Dauberman)

mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Mckenna Grace, Madison Iseman, Katie Sarife, Michael Cimino, Samara Lee, Steve Coulter

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Auch bekannt als „Annabelle 3“ (mehr oder weniger der Arbeitstitel und mehr oder weniger der inoffizielle Titel)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

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Wikipedia über „Annabelle comes home“ (deutsch, englisch)

Das „Conjuring“-Universum in der Kriminalakte

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von John R. Leonettis „Annabelle“ (Annabelle, USA 2014)

Meine Besprechung von David F. Sandbergs „Annabelle 2″ (Annabelle: Creation, USA 2017)

Meine Besprechung von Corin Hardys „The Nun“ (The Nun, USA 2018)

Meine Besprechung von Michael Chaves‘ „Lloronas Fluch“ (The Curse of La Llorona, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Aquaman“ Arthur Curry sucht einen Dreizack

Dezember 20, 2018

Neben Marvel ist DC Comics das andere große Unternehmen, das mit seinen Superheldencomics seit Jahrzehnten unendlich viele Kinder zum Lesen verführte. Bei den Filmen hat Marvel seit Jahren die Nase vorn. Die Kritiken sind gut. Die Einspielergebnisse fantastisch. Die Fans begeistert. Bei DC Comics kann man sich dagegen nur so halbwegs über die Einspielergebnisse des DC Extended Universe freuen. „Man of Steel“ (2013), „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2016), „Suicide Squad“ (2016) und „Justice League“ (2017) waren mehr oder weniger missratene Geduldsproben. Nur „Wonder Woman“ (2017) überzeugte.

Aquaman“ ist wieder eine Geduldsprobe. Gut aussehend, mit viel Action und durchaus sympathischen Darstellern, aber mit einem konfusem Nichts an Story.

Arthur Curry (Jason Momoa), der titelgebende Aquaman, Sohn von Atlanna (Nicole Kidman), Königin von Atlantis, und dem Leuchtturmwächter Tom Curry (Temuera Morrison), kann mühelos im Wasser und auf der Erde leben. Als erster Sohn von Königin Atlanna könnte er den Thron von Atlantis für sich beanspruchen. Aber der Einzelgänger ist daran nicht interessiert. Viel lieber lebt er das Leben eines ungebundenen Drifters, der ab und an selbstlos einigen Menschen hilft.

Als er erfährt, dass sein machtgieriger Halbbruder Orm (Patrick Wilson) alle Ozean-Königreiche vereinigen und gegen die Landbewohner in den Krieg ziehen will, beschließt Arthur um den Thron zu kämpfen. Denn er möchte nicht, dass die Landbewohner getötet werden. Auch wenn sie seit Jahrzehnten die Ozeane verschmutzen. Orm benutzt diese Umweltsünden als Rechtfertigung für seinen Krieg gegen die Menschen.

Bevor Arthur die Königswürde zugestanden wird, muss er den verlorenen Dreizack von Atlan findet und sich so als legitimer Herrscher des Meeres erweisen. Weil niemand weiß, wo der Dreizack ist, muss Curry mit Mera (Amber Heard), der Prinzessin des Meereskönigreichs Xebel, um die halbe Welt reisen. Von einem Abenteuer zum nächsten.

Diese Story ist die Entschuldigung für eine Abfolge viel zu lang geratener Actionszenen, die auch in einem „Fast & Furious“-Film nicht auffielen (naja, bis auf die Unterwasser-Action), langweiligen Erklärdialogen und Szenen, die anscheinend aus einem anderen Film stammen. Oder wie will man sonst damit umgehen, dass zwischen zwei Actionszenen Aquaman und Mera auf Sizilien Zeit haben, gemütlich wie ein frisch verliebtes Paar über den Markt zu schlendern, während ein bekannter Song die Boxen des Kinos austestet? Immerhin wird nach dem Song die Harmonie von einer wilden Hatz über die Dächer des Dorfes abgelöst. Oder dass, als sie auf ihrer globalen Schnitzeljagd in der Wüste die nächste Spur zum Ziel suchen, er sich wie ein pubertierender Teenager, der keine Lust auf eine Wanderung hat, benimmt? Das sind Szenen, die von ihrer Tonalität in einen vollkommen anderen Film gehören und die auch einen vollkommen anderen Arthur Curry zeichnen. Das ist, als ob James Bond plötzlich Mr. Bean würde.

In dem Moment hat man schon lange alle Fragen von Logik, storyinterner Stimmigkeit und Plausibilität ad acta gelegt. Da können Meeresbewohner mal mühelos Luft atmen, mal nicht. Da wird die Reise zum nächsten Ziel zunächst mit einem alten Fischerboot tuckernd begonnen, bevor Aquaman und Mera den Rest des Weges superflott im Wasser zurücklegen und so im Sturm den sie attackierenden Seemonstern entkommen. Da gibt es in Atlantis einen eigentümlichen Mix aus High Tech und tiefster Urzeit. Da ist die Gesellschaft immer noch wie ein uraltes Königreich aufgebaut, das sich in den vergangenen Jahrhunderten nicht veränderte. Das ist der verstaubte Mythenquark, der vor Jahrzehnten in den Zimmern pubertierender Jungs abgeladen wurde.

Da hilft auch kein muskelbepackter Jason Momoa als breit grinsender Aquaman.

Am Ende des mit gut zweieinhalb Stunden viel zu lang geratenen Wasserfilms bleibt eine große Frage: Warum ist es so schwer, einen gescheiten Superheldenfilm zu drehen? Oder anders formuliert: Was macht Marvel so viel besser als DC bei seinen Filmen?

Aquaman (Aquaman, USA 2018)

Regie: James Wan

Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick, Will Beall (nach einer Geschichte von Geoff Johns, James Wan und Will Beall) (nach einem Charakter von Mort Weisinger und Paul Norris)

mit Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Patrick Wilson, Nicole Kidman, Dolph Lundgren, Yahya Abdul-Mateen II, Temuera Morrison, Michael Beach, Randall Park, Graham McTavish, Leigh Whannell

Länge: 144 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2“ (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7″ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

 


Neu im Kino/Filmkritik: „The Nun“ erweitert das „Conjuring“-Universum in Richtung Transsylvanien

September 7, 2018

Wenn es erfolgreich ist, wird weitergemacht. Und dass die bis jetzt nach und im Zusammenhang mit „Conjuring“, einem gut besetzten, altmodischen Geisterhaushorrorfilm von James Wan, entstandenen Filme erfolgreich sind, kann niemand bestreiten. Weltweit spielten die nicht besonders teuren Filme weit über eine Milliarde US-Dollar ein.

Das erste Spin-Off waren die beiden „Annabelle“-Filme über eine dämonisch besessene Puppe. Gary Daubermann schrieb die Drehbücher für die beiden „Annabelle“-Filme und für die unglaublich erfolgreiche Stephen King-Verfilmung „Es“ (It).

Mit „The Nun“, ebenfalls von Daubermann geschrieben, gibt es jetzt das nächste Spin-Off. Die Alpträume verursachende Nonne hatte ihren ersten Auftritt in „Conjuring 2“. Es war ein Kurzauftritt, der die „Conjuring“-Fans beeindruckte und für die gibt es auch kleine Rahmenhandlung, die die Verbindung zwischen den „Conjuring“-Geisterjägern Ed und Lorraine Warren und der Nonne erklärt. Die Hauptgeschichte spielt 1952 in Rumänien

In dem einsam gelegenen Kloster St. Carta begeht eine Nonne Suizid. Für Katholiken eine Todsünde. Zur Aufklärung werden ein Priester mit einschlägiger Erfahrung und eine Novizin, die Nonne werden möchte, nach Transsylvanien zum Ort des Geschehens geschickt. Dort treffen Vater Burke (Demian Bichir) und Schwester Irene (Taissa Farmiga, die jüngere Schwester von ‚Lorraine Warren‘ Vera Farmiga) Frenchie (Jonas Bloquet), der die Leiche gefunden hat.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Kloster, das eine sehr starke und sehr böse dämonische Präsenz beherbergt, die aus ihrem Gefängnis ausbrechen möchte.

The Hallow“-Regisseur Corin Hardy inszenierte „The Nun“ als Geisterhorrorfilm, der nichts zeigt, was nicht schon zu Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Zeiten gezeigt wurde und der sehr laut ist. Einige Effekte sind besser, aber es gibt nichts, was man nicht auch vor fünfzig Jahren hätte machen können. Und es wirkt immer noch. Der kurze Schrecken, wenn, mit infernalischer Begleitung auf der Tonspur, Hände aus dem Nichts auftauchen oder der lange Schrecken, wenn man lebendig begraben wird. Das passiert Vater Burke. Natürlich mitten in der Nacht auf dem Friedhof des Klosters.

Die Menschen in dem Ort bei dem Kloster leben noch wie im 18. Jahrhundert. Im Kloster scheint sich seit dem Mittelalter nichts verändert zu haben. Entsprechend leicht konnte Hardy die Atmosphäre der alten Gruselfilme wiederbeleben, als tapfere Männer und, selten, Frauen, sich in Transsylvanien mit Vampiren, Untoten, Geistern und Fledermäusen herumschlugen. In „The Nun“ kommen jetzt als Inkarnation des Bösen noch Nonnen dazu. Und so eine Gruppe Nonnen, die in Formation einen Raum betritt und sich um die tapferen Geisterjäger versammelt, wirkt schon ziemlich furchterregend. Mit und ohne Latein.

The Nun“ ist gut abgehangener, durchaus kurzweiliger, aber auch schnell vergessener Retro-Gothic-Horror. Er ist, wie die bisherigen vier Filme aus dem „Conjuring“-Universum, für schreckhafte Geister gemacht, die solche Filme nicht schon hundertmal gesehen haben. Wobei die sich an der Atmosphäre, den Bildern, den Schauspielern und auch den gut gemachten Schock-Sequenzen in alten Gemäuern erfreuen können.

The Nun (The Nun, USA 2018)

Regie: Corin Hardy

Drehbuch: Gary Dauberman (nach einer Geschichte von James Wan und Gary Dauberman)

mit Demian Bichir, Taissa Farmiga, Jonas Bloquet, Bonnie Aarons, Ingrid Bisu, Charlotte Hope, Sandra Teles, Maria Obretin, Patrick Wilson, Vera Farmiga

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Nun“

Metacritic über „The Nun“

Rotten Tomatoes über „The Nun“

Wikipedia über „The Nun“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood exorziert „The Nun“

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von John R. Leonettis „Annabelle“ (Annabelle, USA 2014)

Meine Besprechung von David F. Sandbergs „Annabelle 2″ (Annabelle: Creation, USA 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: „Annabelle 2“ erzählt wie alles begann; – naja, fast

August 24, 2017

Vor einer Woche überschritten mit „Annabelle 2“ die Filme des „The Conjuring“-Cinematic-Universe die Schwelle von einer Milliarde Dollar weltweitem Einspiel. Dieser Erfolg war vor vier Jahren, als James Wans angenehm altmodischer Horrorfilm „The Conjuring“ in den Kinos anlief, nicht absehbar. Am Ende des Films zeigte Wan, eingesperrt in einer Glasvitrine im Keller des Hauses der Geisterjäger Ed und Lorraine Warren, erstmals die besonders böse Puppe Annabelle. In „Annabelle“ wurde dann ein Teil ihrer Geschichte erzählt. In „Annabelle 2“ (bzw. im Original „Annabelle: Creation“) geht es noch weiter zurück in die Vergangenheit der Puppe und das Prequel ist deutlicher gelungener als „Annabelle“.

Annabelle wurde in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von dem Puppenmacher Samuel Mullins (Anthony LaPaglia) in Handarbeit hergestellt. Er lebt glücklich mit seiner Frau Esther (Miranda Otto) und ihrer Tochter Bee in einem einsam gelegenem Farmhaus. Durch einen tragischen Unfall stirbt ihre Tochter und, nun, sagen wir es mal etwas pathetisch, die Freude zieht aus ihrem Haus aus.

Zwölf Jahre später laden sie, auf Bestreben von Samuels zurückgezogen in ihrem Schlafzimmer vor sich hin dämmernder Frau, sechs Waisenmädchen ein. Die Mädchen sollen fortan, beaufsichtigt von Schwester Charlotte (Stepanie Sigman), in dem Haus leben und eine glückliche Jugend haben.

Aber schnell geschehen seltsame Dinge und Janice (Talitha Bateman) entdeckt in Bees Kinderzimmer, eingesperrt in einem Wandschrank, Annabelle, die unbedingt ihr Kabuff verlassen will.

Wie die vorherigen Filme aus dem „Conjuring“-Universum ist auch „Annabelle 2“ unblutig, liebevoll ausgestattet, altmodisch inszeniert und gut gemacht. Jedenfalls wenn man Geisterhorrorfilme mag und sich nicht daran stört, den x-ten Aufguss einer vertrauten Geschichte zu sehen, in dem pubertierende Mädchen gegen angsteinflößende Geister kämpfen müssen. „Lights out“-Regisseur David F. Sandberg lässt hier, abgesehen von episch eingestreuten christlichen Kreuzen, weitgehend jeden Subtext weg. Er konzentriert sich auf die edel gestalteten Thrills und, weil er, wenn der oder die Geister auftauchen, bei jedem einzelnen Mädchen bleibt, bis die Gefahr vorüber ist, kann man in diesen Momenten mühelos ihre Angst mitfühlen. Die Mädchen, bis auf Janice und ihre Freundin Linda (Lulu Wilson), bleiben dabei zwar austauschbar, aber immerhin fühlt man in diesen Momenten mit ihnen. Für das Zielpublikum – in den USA war das Publikum bis jetzt überwiegend weiblich und fast die Hälfte unter 25 Jahren – ist das wahrscheinlich genau die richtige Art Film.

Für ältere Horrorfilmfans ist „Annabelle 2“ nur ein Horrorfilm, der eine vertraute Geschichte mit den vertrauten Effekten erzählt. Das ist, wie gesagt, gut gemacht, aber wenn gegen Ende Bees Eltern uns erzählen, was zwischen dem tragischen Autounfall, bei dem ihre Tochter starb und der Einladung der Waisenmädchen geschah und warum Annabelle eingesperrt wurde, dann wünscht man sich, dass die Macher genau diese Geschichte erzählt hätten. Eine solche Geschichte über den Verlust eines über alles geliebten Kindes und den Versuch damit klarzukommen im Rahmen eines Genrefilms wäre natürlich eher eine Geschichte für ein älteres Publikum. Aber es wäre auch eine Geschichte abseits der in jeder Beziehung sicheren Bahnen einer Geschichte über Mädchen, die von einem Dämon gejagt werde, geworden.

Bei „Annebelle 2“ gingen die Macher dagegen auf Nummer sicher und erzählen uns eigentlich schon mehr über Annabelle, als wir wissen wollten.

Ein dritter „The Conjuring“-Film und zwei weitere Spinoffs, „The Nun“ und „The Crooked Man“ sind bereits geplant.

Annabelle 2 (Annabelle: Creation, USA 2017)

Regie: David F. Sandberg

Drehbuch: Gary Dauberman

mit Anthony LaPaglia, Samara Lee, Miranda Otto, Brad Greenquist, Lulu Wilson, Talitha Bateman, Stephanie Sigman, Mark Bramhall, Grace Fulton, Philippa Coulthard, Tayler Buck, Lou Lou Safran, Joseph Bishara, Alicia Vela-Bailey

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Annabelle 2“

Metacritic über „Annabelle 2“

Rotten Tomatoes über „Annabelle 2“

Wikipedia über „Annabelle 2“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Annabelle 2“

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring 2″ (The Conjuring 2, USA 2016)

Meine Besprechung von John R. Leonettis „Annabelle“ (Annabelle, USA 2014)

Meine Besprechung von David F. Sandbergs „Lights out“ (Lights out,USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Conjuring 2“ – das Ehepaar Warren jagt Geister

Juni 16, 2016

1977 in einem typischen englischen Reihenhaus im Norden Londons geschehen unheimliche Dinge. Anscheinend treibt Bill Wilkins, der Geist des Vorbesitzers, ein alter grummeliger Mann, die Familie Hodgson, eine allein erziehenden Mutter mit vier Kindern, zwei Mädchen, zwei Jungen, in den Wahnsinn. Vor allem die elfjährige Janet ist von dem Poltergeist besessen.

Das Ed und Lorraine Warren werden von der katholischen Kirche beauftragt, herauszufinden, ob es sich bei den Ereignissen in Enfield wirklich um einen Geist oder nur einen Betrug handelt.

Natürlich kennen Horrorfilmfans, mit anderen Namen und an anderen Orten, die Geschichte von „Conjuring 2“ in und auswendig. Und natürlich erzählt „Conjuring 2“ einfach die Geschichte von „Conjuring“ noch einmal. Damals war ein einsam in Harrisville, Rhode Island, gelegenes Farmhaus der Ort des Geschehens und die Geisterjäger mussten der Familie Perron helfen. Dieses Mal ist es eines dieser kleinen englischen Häuser, die es nur auf der Insel gibt. Und natürlich wird im Film wieder darauf hingewiesen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Immerhin sind Ed und Lorraine Warren in den USA bekannte Dämonologen und mit einem besonders fiesen Dämonen müssen sie sich auch dieses Mal herumschlagen.

Und trotzdem ist „Conjuring 2“, wie „Conjuring“, ein in seinen selbst gesteckten Grenzen, ein enorm spannender Geisterhorrorfilm. Regisseur James Wan ist ein Genrefan, der gekonnt an der Spannungsschraube dreht, dabei die üblichen und erwartbaren Schocks liefert. Aber in der gelungenen Variante. Gleichzeitig schafft er durch seine Inszenierung und die Sets eine latent klaustrophobische Stimmung. So ist das Haus der Hodgsons grauer als es in Wirklichkeit wäre; als ob es seit den Fünfzigern musealisiert wurde und nicht als ob eine Frau mit vier Kindern in ihm leben würde. Auch die Poster der damaligen Stars in dem Mädchenzimmer wirken vergilbt. Das Haus ist immer einen Tick zu groß für ein beengtes englisches Reihenhaus und der Keller des Hauses ist riesig und düster. Ein Moloch, aber kein Keller, der, trotz der Waschmaschine, irgendeine Funktion für die Hodgsons hat. Die Ausstattung ist liebevoll in ihrer genauen Rekonstruktion der siebziger Jahre, die hier betont unglamourös daherkommen.

Die Schauspieler, wieder spielen Patrick Wilson und Vera Farmiga das Ehepaar Warren, sind gut. Sie heben den Film allein schon durch ihre Anwesenheit auf ein höheres Level.

Die Geschichte selbst folgt, wie gesagt, der bekannten Formel. Aber das klug konstruierte Drehbuch setzt die Visionen und Erscheinungen des Dämonen punktgenau und entwickelt die Geschichte konsequent hin zur finalen Konfrontation. Auf dem Weg dorthin gibt es genug überraschende Details und Suspense-Momente, um einem mit der Familie Hodgson und den Warrens mitfiebern zu lassen. Denn Lorraine befürchtet, dass ihrem Mann etwas zustoßen könnte.

Conjuring 2“ ist gelungenes Horrorkino mit viel Zeitkolorit, wobei – und das ist eine der selbstgesteckten Grenzen – es keine Verbindung zwischen der damaligen politischen und ökonomischen Situation in Großbritannien und den Ereignissen im Haus der Hodgsons gibt.

Am Ende, nach dem Abspann, gibt es bei dem Blick auf die Uhr eine echte Überraschung: der Film dauerte über hundertdreißig Minuten. Das ist für einen Horrorfilm eine mehr als epische Länge. Trotzdem fühlte er sich während des Ansehens kürzer an und ein größeres Kompliment kann man einem in jeder Sekunde vorhersehbarem Horrorfilm nicht machen.

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Conjuring 2 (The Conjuring 2, USA 2016)

Regie: James Wan

Drehbuch: Chad Hayes, Carey W. Hayes, James Wan, David Leslie Johnson (nach einer Geschichte von Chad Hayes, Carey W. Hayes und James Wan)

mit Patrick Wilson, Vera Farmiga, Madison Wolfe, Frances O’Connor, Lauren Esposito, Benjamin Haigh, Patric McAuley, Franka Potente, Steve Coulter

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Conjuring 2“

Metacritic über „Conjuring 2“

Rotten Tomatoes über „Conjuring 2“

Wikipedia über „Conjuring 2“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Conjuring 2“

Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2“ (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7″ (Furious 7, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Fast & Furious 7“ – die Abschiedsvorstellung von Paul Walker

April 2, 2015

Als Paul Walker am 30. November 2013 tödlich verunglückte, gab es viele Gerüchte und Meldungen über „Fast & Furious 7“ und wie sein Tod die Dreharbeiten, die Filmgeschichte und damit auch den Film beeinflusste. Denn es waren noch nicht alle Szenen mit ihm gedreht. Seine Brüder Caleb und Cody würden und wurden als Doubles eingesetzt. Es sollte auch mit CGI gearbeitet werden. Es wurde über Veränderungen am Drehbuch gesprochen und gesagt, dass dieser Film, der sein letzter Film ist, ein würdiger Abschied von ihm sein solle. Immerhin wurde er mit der „The Fast and the Furious“-Serie zum Star.
Jetzt, wo der Film in den Kinos anläuft, kann man nachvollziehen, wie groß die nötigen Umarbeiten waren und, ohne jetzt etwas über die Handlung zu verraten, Paul Walker hat etliche beeindruckende Actionszenen, die an Spannung gewinnen, weil er dieses Mal jederzeit sterben kann.
Die Story von „Fast & Furious 7“ knüpft unmittelbar an den vorherigen Film an: Deckard Shaw (Jason Statham) will seinen schwer verletzt im Krankenhaus liegenden Bruder Owen rächen. Als großer Bruder will er sich die Männer vorknöpfen, die seinen Bruder umbringen wollten. Als ersten bringt er in Tokio Han (Sung Kang) um. Zur gleichen Zeit platziert er vor Dominic Torettos Haus eine Bombe. In letzter Sekunde können sich Dominic ‚Dom‘ Toretto (Vin Diesel), sein bester Freund Brian O’Conner (Paul Walker), Brians Frau und sein Sohn retten.
Durch ihren FBI-Freund Luke Hobbs (Dwayne Johnson), der nach einer Begegnung mit Shaw mit einigen gebrochenen Knochen im Krankenhaus liegt, erfährt Dom, wer sie jagt – und die Jagd über den halben Globus ist eröffnet.
Überraschende Hilfe erhält die Toretto-Verbrecherbande mit einem Faible für schnelle Autos, die inzwischen fast im Staatsdienst ist (naja, ihr kennt ja die vorherigen Filme), von Mr. Nobody (Kurt Russell), einem Geheimagenten der sehr geheimen Sorte. Sozusagen Nick Fury von S. H. I. E. L. D., aber ohne dessen Avengers-Superheldenteam. Deshalb bittet Mr. Nobody Dom und seine verbrecherischen Freunde um Hilfe bei bei der Jagd nach dem Computergenie Ramsey. Ramsey hat einen Supercode entwickelt, mit dem man alle Computer auf der Welt gleichzeitig ansteuern kann. Neben dem guten Mr. Nobody will auch der skrupellose Terrorist Jakande (Djimon Hounsou, der nur sein Gesicht präsentieren durfte) den Code haben.
Und viel mehr muss man über die Story nicht wissen. Denn sie ist erschreckend vernachlässigbar, absolut unlogisch und wird mit jedem Nachdenken noch abstruser. Aber James Wan erzählt dieses Best-of von Action- und Agentenfilmtopoi ziemlich flott über alle Unwahrscheinlichkeiten hinweg mit einem Blick auf das, was die Ticketkäufer wollen: eine leinwandsprengende Version von „Alarm für Cobra 11“.
Es gibt spärlich bekleidete Schönheiten, getunte Autos, atemberaubende Autostunts, Faustkämpfe, Explosionen, einige Witzeleien, viel Kameradie in der Familie Toretto und fotogene Schauplätze. Angeordnet wurden die Elemente, die den Erfolg der „Fast & Furious“-Serie ausmachen, dann in einer Comic-Manier, in der es nur auf das nächste Panel, das nächste Episödchen in einer scheinbar furchtbar komplexen Mythologie (die Toretto-Familie, ihre Beziehungen, die früheren Filme), ankommt.
Am Ende von „Fast & Furious 7“ sind dann erstaunlich wenige Menschen gestorben. Also von den Helden und den Hauptbösewichtern. Kollateralschäden gibt es dann einige. Wenn irgendwo im aserbaidschanischen Gebirge ein Militärkonvoi überfallen wird, in Abu Dhabi ein teurer Flitzer von einem Hochhaus zum nächsten fliegen darf und in Los Angeles die halbe Innenstadt zerstört wird, dann sterben etliche größtenteils gesichtslose Bösewichter und es gehen etliche Autos zu Bruch, während auch nach den längsten Faustkämpfen Dominics weißes Langarm-Shirt immer noch blütenweiß ist und Hobbs‘ überdimensionale Muskeln auch nach einem Krankenhausaufenthalt jungfräulich glänzen.
Allerdings ist die Action unglaublich konfus geschnitten. Damit steht Horrorfilm-Regisseur James Wan in der neuen Actionfilm-Tradition, in der die Abläufe der Kämpfe und Stunts kaum noch erahnbar sind. Viel zu oft wird geschnitten. Die Kamera ist zu nah. Wan wählt auch oft so ungewöhnliche Perspektiven, dass die Orientierung schwerfällt, sie aber wie Comic-Panels aussehen. Er setzt die Zeitlupe immer wieder falsch ein und immer wieder, zum Beispiel bei den zahlreichen Explosionen, verschenkt er potentielle Schauwerte. Sowieso hinterlässt kein Action-Set-Pieces bleibenden Eindruck und die besten Momente sind, wie das Umsteigen von einem Auto zum anderen Auto bei voller Fahrt und die legendär-unmöglichen Sprüngen, fast immer Reminiszensen an frühere „Fast & Furious“-Filme. Am Ende des über zweistündigen Comic-Films ist man geschüttelt, aber nicht gerührt.

Fast and Furious 7 - Plakat

Fast & Furious 7 (Furious 7, USA 2015)
Regie: James Wan
Drehbuch: Chris Morgan
mit Vin Diesel, Paul Walker, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Djimon Hounsou, Kurt Russell, Jason Statham, Jordana Brewster, Tyrese Gibson, Ludacris, Kurt Russell, Nathalie Emmanuel, Elsa Pataky, Gal Gadot, John Brotherton, Lucas Black, Luke Evans, Sung Kang, Ronda Rousey
Länge: 137 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Fast & Furios 7“
Moviepilot über „Fast & Furios 7“
Metacritic über „Fast & Furios 7“
Rotten Tomatoes über „Fast & Furios 7“
Wikipedia über „Fast & Furious 7“ (deutsch, englisch) – Achtung: Das Ende wird verraten!

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furios 6“ (Furios Six; Fast & Furious Six, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Insidious: Chapter 2 (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Kurz nachgesehen: zwei Teile aus der legendären Safe-Szene aus „Fast & Furious Five“, die auch eine gute Action-Szene ist:

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Annabelle“ ist keine nette Puppe

Oktober 10, 2014

In „The Conjuring – Die Heimsuchung“ war Annabelle eine Puppe, die in einem Glasschrank eingesperrt war. Sie war das eindrucksvollste Objekt im Keller der Geisterjäger Ed und Lorraine Warren.
In „Annabelle“ erfahren wir jetzt etwas mehr über die Puppe, die auch ohne Dämonenhokuspokus ziemlich gruselig aussieht. Trotzdem freut sich in den späten Sechzigern, als Charles Manson und seine Familien in der Nachbarschaft wüteten, die hochschwangere Mia Form, als ihr Mann John ihr die Puppe schenkt. Denn die Annabelle-Puppe fehlte noch in ihrer Puppensammlung.
Kurz darauf ermorden Satanisten mitten in der Nacht ihre netten Nachbarn. Anschließend dringen sie in das Haus der Forms ein. Die Polizei erschießt die Täter in ihrer Wohnung. Mia fühlt sich, auch weil es einige rätselhafte Ereignisse gibt, Unwohl in ihrer Vorstadt-Wohnung. Sie glaubt, dass Annabelle etwas damit zu tun hat. Ihr Mann wirft sie weg.
Kurz darauf ziehen sie, als umfassender Neustart, in eine riesige Mietwohnung in einem Hochhaus um. Annabelle ist in einem der Umzugkartons und Mia setzt die Puppe, jetzt hocherfreut, dass sie doch mitgekommen ist, in das Regal zu ihren anderen Puppen, die alle im Kinderzimmer stehen.
Aber auch in ihrer neuen Wohnung in Pasadena geschehen, immer wenn ihr Mann als Arzt in der Klinik arbeitet, unheimliche Dinge. Gegenstände bewegen sich. Elektrogeräte springen von alleine an. Manchmal, so erfährt sie von einer Buchhändlerin und einem Pater, sind nicht Häuser, sondern Gegenstände von Dämonen besessen und der in Annabelle lebende Dämon ist ein sehr böser Dämon, der es auf Frau und Kind abgesehen hat.
Wie schon „The Conjuring“ und die beiden „Insidious“-Filme, die alle von James Wan inszeniert wurden, ist der von ihm produzierte „Annabelle“ ein altmodischer Geisterhorrorfilm. Und während „The Conjuring“ in den Siebzigern spielte, geht es dieses Mal, optisch überzeugend, zurück in die Sechziger an die Westküste in eine WASP-Familie, weshalb auch die innige Freundschaft von Mia zur afroamerikanischen Buchhändlerin unstimmig erscheint.
Weil „Annabelle“ in jeder Beziehung an die damaligen Horrorfilme anknüpft, ist der Film sehr unblutig und es dauert, abgesehen von den Satanistenmorden, schon eine Weile, bis etwas Schreckliches passiert, wobei die Tonspur für die größten Schreckmomente sorgt. Wenn plötzlich Türen von alleine auf und zu gehen, Elektrogeräte ein Eigenleben entwickeln oder auch Geister durch die Wohnung schleichen, toben die Soundleute sich schamlos und überlaut aus.
Die Story ist spätestens seit „Rosemary’s Baby“ (mit Mia Farrow), bis auf einige, wenige Überraschungen altbekannt. Eigentlich gibt es nur zwei Überraschungen: dass bereits nach wenigen Minuten die Nachbarn ermordet werden und dass es am Ende keinen pompösen Exorzismus gibt.
Oh, und wie schlimm eine eigentlich harmlose Nähmaschine sein kann. Jedenfalls wenn man jede Sekunde erwartet, dass Mia sich in den Finger sticht.
„Annabelle“ ist ein vernachlässigbarer Horrorfilm über eine sich nie bewegende, trotzdem Angst und Schrecken verbreitende Puppe, der niemals auch nur halbwegs die Qualität von dem grandiosen „The Conjuring“ erreicht.
Und weil Annabelle am Ende des Films noch nicht bei der Familie Warren gelandet ist, kann es noch viele weitere Filme mit ihr geben, die sich wahrscheinlich im plumpen Wiederkäuen der bekannten Geschichte – Puppe kommt in Familie, schlimme Dinge geschehen, Mensch(en) sterben, Puppe verschwindet – erschöpfen.

Annabelle - Plakat

Annabelle (Annabelle, USA 2014)
Regie: John R. Leonetti
Drehbuch: Gary Dauberman
mit Annabelle Wallis, Ward Horton, Tony Amendola, Alfre Woodard, Kerry O’Malley, Brian Howe, Eric Ladin
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Annabelle“
Moviepilot über „Annabelle“
Metacritic über „Annabelle“
Rotten Tomatoes über „Annabelle“
Wikipedia über „Annabelle“
History vs. Hollywood untersucht den Fall „Annabelle“


Neu im Kino/Filmkritik: Aufgeschlagen „Insidious: Chapter 2“ mit Geistern aus der Vergangenheit

Oktober 19, 2013

 

Wie es sich für ein zweites Kapitel gehört, beginnt der Horrorfilm „Insidious: Chapter 2“ unmittelbar nach dem Ende des Überraschungserfolgs „Insidious“ und liefert denen, die den ersten Film nicht gesehen haben in den ersten Minuten elegant die nötigen Informationen. Denn jetzt sehen wir, was 1986 geschah und warum nur Josh Lambert (Patrick Wilson) seinen Sohn retten konnte.

Allerdings wissen wir auch, dass Josh jetzt von einem Dämon aus dem Totenreich besessen ist und er deshalb am Ende von „Insidious“ die Geisterjägerin Elise Rainier (Lin Shaye) ermordete. Aber die Polizei kommt bei ihren Ermittlungen nicht weiter und die Lamberts dürfen gehen. Sie ziehen in Joshs Elternhaus, wo seltsame Dinge geschehen und Joshs seltsames Verhalten ängstigt seine Frau Renai (Rose Byrne), die eigentlich nach dem Ende von „Insidious“ wissen müsste, wer ihr Mann ist. Immerhin hat auch sie die Aufnahme gesehen, die Elise von Josh gemacht hat. Aber diese Idee verfolgen die Macher des Films nicht weiter. In „Insidious: Chapter 2“ fragen Renai und ihre Kinder sich, warum ihr liebevoller Vater sich jetzt wie eine Mischung aus „Stepfather“ Jerry Blake und Norman Bates benimmt.

Zur gleichen Zeit will Joshs Mutter Lorraine (Barbara Hershey) mit den beiden Geisterjägern aus dem ersten „Insidious“-Film (Leigh Wannell und Angus Sampson), die dieses Mal ihre Rolle wesentlich ernster und damit auch professioneller ausfüllen (im ersten Teil waren sie ein fehlgeleiteter Comedy-Sidekick), und Carl Stanaway (Steve Coulter), der 1986 bei der Seance als Assistent von Elise Rainier dabei war, herausfinden, von wem ihr Sohn besessen ist. Zusammen mit den Geisterjägern führen ihre Ermittlungen sie zu ihrer alten Arbeitsstelle: einem verlassenen Krankenhaus – und in einer Nacht werden alle Geheimnisse aufgedeckt.

Natürlich hat „Insidious: Chapter 2“ vieles aus dem ersten „Insidious“-Film übernommen. Vor allem die Besetzung, die Liebe zum Spiel mit Genrezitaten und es gibt, wie es sich für eine Fortsetzung gehört, mehr Geister als im ersten Film.

Aber Regisseur James Wan (zuletzt „The Conjuring“) und Drehbuchautor Leigh Whannell, die vor knapp zehn Jahren mit „Saw“ dem Horrorgenre neues Blut einhauchten und sich später mehr den traditionellen Spielarten des Horrorfilms zuwandten, erzählen in „Insidious: Chapter 2“ wirklich die Geschichte des ersten Films weiter. Mit neuen Wendungen und einem tieferen Blick in die Seelen der Hauptcharaktere und einem Spiel auf mehreren Zeitebenen, das aus meiner Sicht nicht wirklich logisch aufgeht. Denn Josh springt in der „The Further“ genannten Traumwelt, die Kontakt zur realen Welt hat, zwischen der Gegenwart, der jüngsten Vergangenheit (also dem ersten Film) und 1986 hin und her – und dann gibt es noch den Geist des durchgeknallten Mörders Parker Crane, dem Lorraine damals im Krankenhaus begegnete.

Genau wie Wan und Whannell zwischen den Zeit- und Realitätsebenen wechseln, wechseln sie auch die Stilmittel, was dazu führt, dass die nächtlichen Ermittlungen der Geisterjäger mit Lorraine zu sehr im inzwischen überlebten Found-Footage-Stil gefilmt wurden. Der Sound und die deutlich von „Psycho“ inspirierte Musik setzen dann zu oft auf die üblichen Schockmomente, die spätestens nach dem dritten überraschenden, schrillen und lauten Musikeinsatz langweilen.

Aber dafür gibt es etliche Anspielungen für den Genrejunkie und Patrick Wilson als böser Vater hat sichtlich Spaß an seinem neuen Ich.

Insgesamt ist „Insidious: Chapter 2“ nicht so gut wie „The Conjuring“, aber besser als „Insidious“ – und, weil am Ende die Geheimnisse der Familie Lambert gelöst sind, können die beiden Geisterjäger, mit etwas Hilfe aus dem Totenreich von Elise Rainier (die ebenfalls wieder, dieses Mal als helfender Geist, dabei ist), sich neuen Fällen widmen. Ein drittes Kapitel ist schon angekündigt.

Insidious 2 - Plakat

Insidious: Chapter 2 (Insidious: Chapter 2, USA 2013)

Regie: James Wan

Drehbuch: Leigh Whannell (nach einer Geschichte von James Wan und Leigh Whannell)

mit Patrick Wilson, Rose Byrne, Ty Simpkins, Lin Shaye, Barbara Hershey, Steve Coulter,

Leigh Whannell, Angus Sampson, Andrew Astor. Hank Harris

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Insidious: Chapter 2“

Moviepilot über „Insidious: Chapter 2“

Metacritic über „Insidious: Chapter 2“

Rotten Tomatoes über „Insidious: Chapter 2“

Wikipedia über „Insidious: Chapter 2“ (deutsch, englisch)

Den of Geek: Interview mit Leigh Whannell über den Film

Meine Besprechung von James Wans „The Conjuring“ (The Conjuring, USA 2013)

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: Der Old-School-Grusler „Conjuring – Die Heimsuchung“

August 1, 2013

 

Auf den ersten Blick klingt die Story von „Conjuring – Die Heimsuchung“ nicht besonders aufregend: zwei Geisterjäger jagen in den siebziger Jahren in einem Haus einen Geist. Das gab es ja wirklich oft genug.

Aber am Startwochenende setzte sich der Film in den USA souverän auf den ersten Platz. In der zweiten Woche wurde „Conjuring – Die Heimsuchung“ zwar von „Wolverine – Weg des Kriegers“ vom ersten Platz verdrängt, aber mit einem Einspielergebnis von über 22 Millionen US-Dollar hielt er sich gut und mühelos auf dem zweiten Platz und und wenn man die Kosten mit dem Einspiel vergleicht, dann hat der 20 Millionen US-Dollar teure Gruselfilm in diesem Sommer schon jetzt viel besser als einige Blockbuster, wie „Pacific Rim“, „The Lone Ranger“ oder „White House Down“, die alle jeweils mindestens 150 Millionen US-Dollar gekostet haben, abgeschnitten.

Auf den zweiten Blick ist dieser Erfolg verständlich. Denn James Wan, der Regisseur von „Saw“, „Dead Silence“, „Death Sentence“ und „Insidious“, stürzte sich vorbehaltslos und vollständig in die siebziger Jahre, orientierte sich auch stilistisch am damaligen Filmstil, würzte die Geschichte mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor (der auch dadurch entsteht, dass wir uns freudig auf das Spiel mit unseren Erwartungen einlassen) und stellte die Geschichte, die er ohne postmodern-ironische Brechungen, überbordende Gewalt und Trickgewitter erzählt, in den Mittelpunkt. Dass sie auf Tatsachen basiert, wenn man an Geister und übernatürliche Erscheinungen glaubt, trägt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Ed und Lorraine Warren, zwei in den USA bekannten Geisterjägern, die auch die mehrfach verfilmte Geschichte das Amityville-Hauses bekannt machten, erzählten die Geschichte des verfluchten Hauses und ihrer Reinigung. Lorraine Warren beriet die Filmemacher und sie ist mit dem Film auch zufrieden. Er entspräche den wahren Ereignissen.

Wenn nicht an den übersinnlichen Hokuspokus glaubt, bleibt immer noch ein zweistündiger Gruselfilm in der bekannten „Poltergeist“-Tradition übrig. Mit einer ordentlichen Portion „Der Exorzist“ (aber, trotz Exorzismus, nicht so katholisch), der konsequent alternative Erklärungen ausschließt und sich auf seine Geschichte und die guten Schauspieler verlassen kann..

Die Warrens (gespielt von Vera Farmiga und Patrick Wilson) werden 1971 von den Perrons, einer netten, grundanständigen All-American-Familie mit fünf Kindern gebeten, sich ihr gerade erworbenes, einsam gelegenes Haus auf Rhode Island anzusehen. Denn in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Die Geisterjäger sehen sich um, entdecken Hinweise auf den bösen, die Perrons terrorisierenden Dämon und Lorraine Warren, die besonders empfänglich für übernatürliche Schwingungen ist, sieht, dass der hasserfüllte Geist einer früheren Bewohnerin Besitz von Carolyn Perron (Lili Taylor) ergreifen will.

Nach einigen anderen, kürzlich im Kino gelaufenen Gruselfilmen, wie „Intruders“ und „Mama“ mit ihren unbefriedigenden Auflösungen, beide mit einer ordentlichen und eher störenden Portion CGI, ist „Conjuring – Die Heimsuchung“ ein rundum gelungener Old-School-Geisterfilm mit einer stimmigen Auflösung – und davor einer stimmigen 70er-Jahre-Atmosphäre.

Conjuring - Die Heimsuchung - Plakat

Conjuring – Die Heimsuchung (The Conjuring, USA 2013)

Regie: James Wan

Drehbuch: Chad Hayes, Carey W. Hayes

mit Vera Farmiga, Patrick Wilson, Ron Livingston, Lili Taylor, Joey King, Shanley Caswell, Hayley McFarland, Mackenzie Foy, Kyla Deaver, Sterling Jerins

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Conjuring – Die Heimsuchung“

Metacritic über „Conjuring – Die Heimsuchung“

Rotten Tomatoes über „Conjuring – Die Heimsuchung“

Wikipedia über „Conjuring – Die Heimsuchung“ (deutsch, englisch)

Chasing the Frog vergleicht die wahren Hintergründe mit dem Film

 

 


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