Wieder aufgelegt: Der „Texas Blues“ ist jetzt „Mucho Mojo“

Januar 29, 2016

Lansdale - Mucho Mojo - 2

Natürlich hat der langjährige Joe-R.-Lansdale-Fan schon „Mucho Mojo“ in seinem Bücherregal stehen. Denn das zweite Abenteuer von Hap Collins und Leonard Pine, die gegensätzlichen Texaner, die zwar immer an Geldnot leiden, aber nie ihren Humor verlieren, erschien bereits 1996 als „Texas Blues“ bei rororo und danach trat Joe R. Lansdale eine kleine Reise durch die bundesdeutsche Verlagslandschaft an. Denn Rowohlt ließ ihn irgendwann fallen. Bei Dumont erschien in der kurzlebigen Noir-Reihe das Collins/Pine-Abenteuer „Schlechtes Chili“. Seit einigen Jahren veröffentlicht Golkonda die Hap-Collins-Leonard-Pine-Romane und nimmt sich neben den neuen Abenteuern des chaotischen Duos auch deren ältere Abenteuer vor. Vor der Neuveröffentlichung werden die Übersetzungen noch einmal durchgesehen. Dieses Mal tat das der Übersetzer der Erstausgabe. Christoph Schuenke änderte an seiner alten, gut lesbaren Übersetzung, so meine kursorischer Vergleich, wenig bis nichts.
Dieses Mal beginnt das Abenteuer des Duos auf den Rosenfeldern von Osttexas, wo Hap als schlecht bezahlter Tagelöhner schuftet. Als Leonard ihm erzählt, dass sein Onkel Chester tot ist, gehen sie zur Beerdigung und dort erfährt Leonard, dass Onkel Chester, der ihn vor Jahren wegen seiner Homosexualität enterbte, jetzt doch im Testament berücksichtigte.
Als die beiden sich Onkel Chesters zugemülltes Haus in LaBorde ansehen, entdecken sie im Keller eine Kinderleiche und weil sie dem Verstorbenen die Tat nicht zutrauen, suchen sie den Täter und, wer auch nur ein Collins/Pine-Abenteuer gelesen hat, weiß, dass das der Beginn einer abgedrehten Kriminalgeschichte ist, in der respektlos und humorvoll die dunkle Seite von Texas beschrieben wird.
Gut, wer die alte Übersetzung hat, muss sich „Mucho Mojo“ nicht unbedingt zulegen, aber das einheitlichere Layout sieht im Buchregal natürlich schöner aus. Wer „Texas Blues“ nicht hat und keine Mondpreise bezahlen will (bei Amazon kann man derzeit zwischen 37 und 165 Euro für das Buch ausgeben [Will ich jetzt meine alte Ausgabe verkaufen? Gibt es Angebote?]) sollte natürlich zuschlagen.
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Joe R. Lansdale: Mucho Mojo
(übersetzt von Christoph Schuenke)
Golkonda, 2015
272 Seiten
16,90 Euro
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Originalausgabe
Mucho Mojo
Mysterious Press/Warner Books, 1994
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Deutsche Erstausgabe
Texas Blues
rororo, 1996
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Hinweise

Homepage von Joe R. Lansdale

Stuttgarter Zeitung: Thomas Klingenmaier hat Joe R. Lansdale getroffen (25. März 2013)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998 )

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Gott der Klinge” (The God of the Razor, 2007)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Teufelskeiler” (The Boar, 1998)

Meine Besprechung  von Joe R. Lansdales „Akt der Liebe“ (Act of Love, 1981)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Die Wälder am Fluss“ (The Bottoms, 2000)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Kahlschlag” (Sunset and Sawdust, 2004)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Gauklersommer” (Leather Maiden, 2008)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Ein feiner dunkler Riss” (A fine dark Line, 2003)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Dunkle Gewässer“ (Edge of Dark Water, 2012)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Straße der Toten“ (Deadman’s Road, 2010)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Machos und Moneten“ (Captains Outrageous, 2001)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Wilder Winter“ (Savage Season, 1990)

Mein Interview mt Joe R. Lansdale zu „Das Dickicht“ (The Thicket, 2013)


Lauren Beukes erzählt vom „Moxyland“

Januar 27, 2016

Beukes - Moxyland

Jetzt ist, nachdem ihre späteren Werke, wie der mit dem Arthur-C.-Clarke-Preis ausgezeichnete Roman „Zoo City“ oder der Dagger-nominierte „Shining Girls“ schon länger auf Deutsch erhältlich sind, auch Lauren Beukes‘ 2008 erschienener Debütroman auf Deutsch erhältlich. „Moxyland“ spielt in Südafrika in Kapstadt in naher Zukunft.
Im Mittelpunkt stehen die Analog-Fotografin und Künstlerin Kendra, die mittels Nanobots zu einer Werbebotschafterin für einen Softdrink wird; der Videoblogger Toby, der immer alles aufzeichnet und, um seine Reichweite in den Sozialen Netzwerken zu steigern, auch mit Systemgegnern zusammenarbeitet und besonders gerne möglichst spektakuläre Aktionen filmt; Tendeka, der mit antikapitalistischen Aktionen das System stürzen will und die systemkonforme Programmiererin Lerato, die Toby bei seinen Aktionen hilft. Toby und Tendeka verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit in globalen Internet-Computerspielen und in Alternate Reality Games. Die großen Konzerne sind natürlich auch Teil dieser Spiele.
Und jetzt nähern wir uns dem großen Problem des Romans. Denn selbstverständlich hängen ihre Schicksale miteinander zusammen und alles bewegt sich auf eine große Umwälzung zu, in die sie irgendwie involviert sind. Dieses Ereignis ist natürlich der Höhepunkt und das Ende des Romans. Davor, auch wenn man schnell ahnt, auf was es hinausläuft, gibt es nur Zufälligkeiten und Betrachtungen aus dem Leben der vier Hauptpersonen, deren Wichtigkeit für das Ende oft nicht erkennbar ist. Was auch oft daran liegt, dass bestimmte Ereignisse einfach nicht wichtig sind. Daher passiert die ersten Zweidrittel des Romans fast nichts und auch danach bleiben wichtige Dinge rätselhaft, weil „Moxyland“ aus den Perspektiven von Tendeka, Toby, Kendra und Lerato, die alle Ich-Erzähler sind, erzählt wird.
Sie sind eher Beobachter, Herumgestoßene und Mitgerissene (im Guten wie im Schlechten) als aktiv Handelnde. Keiner von ihnen hat auch nur halbwegs einen Überblick über das doch nicht so weltbewegende Komplott, in das sie hineingezogen werden.
Dummerweise sprechen die Vier so ähnlich, dass man sie ohne die ihren Kapiteln vorangestellten Namen, ihre Arbeit und ihrer sehr unterschiedlichen Lebenswelten nicht auseinanderhalten kann. Glücklicherweise hat Lauren Beukes einen angenehmen, leicht schnodderigen Tonfall, der zum Weiterlesen einlädt und auch auf ihre nach ihrem Debüt erschienenen drei Science-Fiction-Romane „Broken Monsters“, „Shining Girls“ und „Zoo City“ neugierig macht.
Ihr Cyberpunk-Roman „Moxyland“ selbst ist von der Konstruktion seiner Geschichte her eine eher dröge Angelegenheit, die, wie wir spätestens aus dem Nachwort erfahren, eng mit der südafrikanischen Realität verknüpft ist.
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Lauren Beukes: Moxyland
(übersetzt von Mechthild Barth)
rororo, 2016
368 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
Moxyland
Jacana Media, Johannesburg, 2008 (und)
Angry Robot/Osprey Group, Oxford, 2008
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Hinweise
Homepage von Lauren Beukes
Wikipedia über Lauren Beukes (deutsch, englisch)


Buchkritik: Über Evelyn Waughs „Tod in Hollywood“

Januar 25, 2016

Waugh - Tod in Hollywood

Normalerweise hätte ich Evelyn Waughs „Tod in Hollywood – Eine anglo-amerikanische Tragödie“ nicht zu Ende gelesen, aber mit unter hundertfünfzig Seiten ist der Roman so kurz, dass ich fertig war, ehe ich es weglegen konnte. Das lag natürlich auch daran, dass ich wissen wollte, warum das Buch so vielen Menschen gefällt.
In der Geschichte geht es um den jungen englischen Dichter Dennis Barlow, der nach dem Krieg nach Hollywood geht. Dort hofft er auf den großen Durchbruch. Die meiste Zeit verbringt er allerdings mit anderen Briten auf dem Kricketplatz. Dort pflegen sie ihr Britischsein und die älteren Herrschaften, die schon länger in der Traumfabrik keine Karriere haben, blicken voller Verachtung auf die ungebildeten Amerikaner herab. Sie haben zwar kein Geld, aber dafür die besseren Manieren. Sein Geld verdient Barlow in dem Tierbestattungsunternehmen „Die ewigen Jagdgründe“. Als sein Vermieter stirbt, soll er im Auftrag der Kricketclubmitglieder die Trauerfeier arrangieren. Natürlich in dem besten Bestattungsunternehmen von Los Angeles und Umgebung: den „Elysischen Gefilde“. Dort wird für die Toten alles von der Trauerfeier bis zur Beerdigung auf dem zu den Gefilden gehörendem Friedhof (wobei man genaugenommen zwischen mehrere Friedhofslandschaften und Inseln wählen kann) getan. Als Barlow sich dort als Tierbestatter auch aus beruflichem Interesse umsieht, trifft er eher zufällig die junge Leichenkosmetikerin Aimée Thanatogenos und die beiden feinfühligen Geister finden mehr oder weniger zueinander.
Der Klappentext von „Tod in Hollywood“ (ein guter, aber auch in die Irre führender Titel) lässt eine Satire auf Hollywood und die Engländer, zusammengehalten von einer Liebesgeschichte, erwarten. Aber eigentlich ist der Roman eine Abfolge eher unzusammenhängender Betrachtungen, in denen gerade die ersten gefallen. Hier beschreibt Waugh, der selbst in einer ähnlichen Situation in Hollywood war (ein Produzent wollte seinen Roman „Wiedersehen mit Brideshead“ verfilmen und Waugh, der die Filmrechte nicht verkaufen wollte, ließ sich mehrere Wochen aushalten), in meist langen Monologen das Leben und die Weltsicht der snobistischen Engländer in Hollywood. Diese Beschreibungen sind wahrscheinlich nur leicht überspitzt. Aber schon die ellenlangen Beschreibungen des Umgangs mit verstorbenen Haustieren, die schon damals in Kalifornien eine würdige (lies „menschenähnliche“) Beerdigung erhielten, langweilen. Die noch längeren Beschreibungen der Bestatter, ihres Handwerks und der kalifornischen Beerdigungssitten und -rituale in den „Elysischen Gefilden“ langweilen noch mehr. Jedenfalls wenn man kein gesteigertes Interesse an einer inzwischen historischen Betrachtung dieses Gewerbes hat. Irgendwann nach der Mitte gibt es dann eine ebenfalls nicht sonderlich interessante Liebesgeschichte zwischen der Leichenkosmetikerin Aimée Thanatogenos und ihren beiden Liebhabern, dem Einbalsamierer Mr. Joyboy und dem Dichter Dennis Barlow. Sie kann sich nicht zwischen den beiden Männern entscheiden und sucht Rat bei der Lebensberatung einer Zeitschrift. Das ist dann mehr eine Abfolge von Episoden, die oft auf verschiedenen Perspektiven und mit Zeitsprüngen erzählt werden, die vor allem Waughs Desinteresse an einer durchgehenden Geschichte zeigen.
Trotzdem war der Roman ein Bestseller. 1965 wurde er, sehr frei, von Tony Richardson, nach einem Drehbuch von Terry Southern und Christopher Isherwood, als „Tod in Hollywood“ (The Loved One) verfilmt. Der Trailer des fast unbekannten Films sieht nach einer ziemlich durchgeknallten Nummernrevue aus. Der Roman ist das Gegenteil.
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Evelyn Waugh: Tod in Hollywood
(neu übersetzt von Andrea Ott)
Diogenes, 2015
160 Seiten
20 Euro
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Originalausgabe
The Loved One
Chapman & Hall, London, 1948
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Deutsche Erstausgabe
Die Arche, Zürich, 1950
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Hinweise
Wikipedia über Evelyn Waugh (deutsch, englisch) und „Tod in Hollywood“
Perlentaucher über „Tod in Hollywood“


Seamus Smyth spielt die „Spielarten der Rache“ durch

Dezember 30, 2015

Smyth - Spielarten der Rache - 2

In seinem Vorwort findet „pulp master“-Herausgeber Frank Nowatzki lobende Worte über Seamus Smyth, was nicht verwundert. Immerhin brachte er mit „Spielarten der Rache“ die erste Übersetzung eines Werkes des irischen Autors bei uns heraus und ein Verleger muss, auch wenn er nicht ständig damit hausiert, von seinen Büchern begeistert sein. Smyth wird allerdings auch von Kollegen wie Ken Bruen und Declan Burke, die beide Smyths 1999 erschienenes Debüt „Quinn“ für einen der wichtigsten irischen Kriminalromane der letzten Jahre halten, abgefeiert. In Japan und Frankreich erschienen seine Bücher. In seiner irischen Heimat nicht.
Wer dann im Internet über Seamus Smyth recherchiert, wird wenig finden.
Über „Red Dock“, so der Originaltitel von „Spielarten der Rache“, ist noch weniger zu finden, weil es anscheinend im englischsprachigen Raum immer noch nicht veröffentlicht wurde, obwohl Smyth den Roman bereits 2010 beendete und er schon in Frankreich veröffentlicht wurde. Dabei hat der Roman alles, was das Herz des Noir- und Hardboiled-Fans erfreut und auch in England, Irland und den USA gibt es für solche Romane ein Publikum.
Der im Original titelgebende Red Dock wurde als Kind zusammen mit seinem Zwillingsbruder in ein christliches Waisenhaus gegeben. Sein Bruder starb an den Misshandlungen durch die Klosterbrüder.
Als Erwachsener will er einen sich über Jahre erstreckenden Racheplan ausführen. Er entführt das Baby des Polizisten, der ihn im Waisenhaus ablieferte, erstellt eine falsche Geburtsurkunde und gibt das Baby in einem Waisenhaus ab. Die katholischen Schwestern nehmen es auf und zwanzig Jahre später macht sich Red, der in Dublin seine Brötchen als Gangster verdient, an sie, die inzwischen Lucille Kells heißt, heran. Jetzt will er sich endgültig an Chilly Winters, der ihn damals als zuständiger Polizist in dem Waisenhaus abgab, und seiner leiblichen Familie, die ein Gestüt betreibt, rächen.
Zur gleichen Zeit beschließt der Maler Cornelius Hockler, der als Serienmörder Picasso genannt wird und von der Polizei schon seit gut zehn Jahren erfolglos gesucht wird, seine Zeichenobjekte zuerst zu entführen und dann zu verstümmeln und zu töten. Bislang tat er es umgekehrt. Aber er hofft, in seinem Atelier mit einem lebendem Modell zu besseren Ergebnissen kommen.
Als er die auch als Prostituierte arbeitende Gemma, Lucilles Zimmergenossin, in einem Hotelzimmer tötet, fällt Red Dock eine Videoaufzeichnung davon in die Hände. Normalerweise werden die Aufnahmen benutzt, um von den honorigen und einflussreichen Freiern Geld oder Gefälligkeiten zu erpressen. In diesem Fall ist Red Dock eher an anderen Gefälligkeiten interessiert.
Smyth erzählt diese in Irland spielende Geschichte vor dem Hintergrund der Geschichte des Landes, was jetzt einerseits eine Selbstverständlichkeit ist, andererseits aber grell die unschöne Geschichte Irlands beleuchtet. Denn erst in den vergangenen Jahren wurden die Umtriebe der katholischen Kirche gegenüber Schutzbefohlenen thematisiert und breit diskutiert. Jeder wusste es oder ahnte es, aber alle schwiegen darüber.
„Spielarten der Rache“ ist kein perfekter Roman. Dafür ist der Racheplan von Red zwar perfide, aber über die Jahrzehnte, die er bis zur Vollendung braucht, auch viel zu anfällig für viel zu viele verschiedene Arten des Scheiterns. Und wenn Red nach dem Mord im Hotelzimmer die Identität von Hockler erfährt und ihn erpresst, auch etwas zu, hm, episodisch. So als habe Smyth einige Wendungen eingeführt, um auf die nötige Seitenzahl zu kommen. Es sind allerdings auch, weil kein Plan wie geplant funktioniert, einige sehr überraschende und hundsgemeine Wendungen.
Trotzdem ist Smyths Noir für alle, die von einem Roman mehr als nur ein Feierabendvergnügen, eine Ablenkung vom grauen Alltag erwarten, absolut lesenswert. Und jetzt sollte pulp master sich an das Übersetzen von „Quinn“ machen.
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Seamus Smyth: Spielarten der Rache
(übersetzt von Ango Laina und Angelika Müller)
pulp master, 2015
272 Seiten
14,80 Euro
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Originalausgabe
Red Dock
2010
–
Hinweis
pulp master über Seamus Smyth


Über Brian Azzarellos Interpretation von „Wonder Woman“

Dezember 29, 2015

Mit „Königin der Amazonen“, dem sechsten „Wonder Woman“-Sammelband im neuen DC-Universum, ist Brian Azzarellos Neuinterpretation der Geschichte von Wonder Woman zu Ende. In 35 Heften (bzw. sechs Sammelbänden) mit den Hauptzeichnern Goran Sudžuka, Cliff Chiang und Tony Akins erzählte er die Geschichte von Wonder Woman neu. Diana wuchs auf der Paradiesinsel Themyscira als Amazone auf. Erst später erfuhr sie von ihrer Mutter Hippolyta, dass ihr Vater Zeus ist.
Zeus (Ja, genau der Zeus aus dem alten Griechenland.) ist spurlos verschwunden und seine mehr oder weniger göttlichen Kinder zoffen sich ordentlich. Denn nach einer alten Prophezeiung soll das gerade geborene Kind der Menschenfrau Zola später einen Gott töten und dessen Thron besteigen. Daher wollen die Götter das Baby töten. Diana und ihre mehr oder weniger göttlichen Gefährten wollen das Baby beschützen und den Göttermord verhindern.
Dass die griechischen Götter oft recht irdische Anwandlungen hatten und ihre Konflikte in verschiedenen Welten, auch unter den Menschen, austrugen, hat man irgendwann in der Schule gelernt.
Brian Azzarello nimmt jetzt diese Mythologie, transformiert sie in die Gegenwart, verbindet sie mit der Geschichte von Wonder Woman, deren Herkunftsgeschichte hier eine umfassende Neubetrachtung erfährt, und die aus einer anderen Dimension kommenden New Gods, vertreten durch Orion, haben auch ein Gastspiel.
Dabei geht es neben dem Verhindern der Prophezeiung und ihrer düsteren Folgen und der Rettung des Thronnachfolgers, auch um Diana (aka Wonder Woman), die mit ihrer Herkunft und ihrer bis dato ungeahnten Bestimmung ins Reine kommen muss. Das alles wird mit großer Lust am Fabulieren erzählt. Auch wenn in dieser Geschichte, die mit „Königin der Amazonen“ ihren Abschluss findet, die Kämpfe und olympischen Familienzwistigkeiten der Götter und Halbgötter im Mittelpunkt stehen.
Ob das den 1941 von William Moulton Marston erfundenen Charakter wirklich fit für die Gegenwart macht, weiß ich nicht. Aber Brian Azzarellos Geschichte macht Spaß in ihrer kindischen Unbekümmertheit, mit der er sich aus dem reichhaltigen Fundus unserer Mythologien, vor allem bei den Griechen, bedient und sie, kongenial von den Zeichnern unterstützt, neu in schönster Space-Opera-Tradition zusammensetzt.
Jedenfalls geht die Geschichte von „Wonder Woman“, inzwischen von Meredith Finch geschrieben und ihrem Mann David Finch gezeichnet, weiter.
Und im Kino darf Gal Gadot in den nächsten Jahren in mehreren Spielfilmen Wonder Woman spielen. Ihren ersten Auftritt als Wonder Woman hat sie in dem am 24. März startenden Zack-Snyder-Film „Batman v Superman: Dawn of Justice“.
Azzarello - Wonder Woman 6 - 2
Brian Azzarello (Autor)/Goran Sudžuka/Cliff Chiang (Zeichner): Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)
(übersetzt von Steve Kups)
Panini, 2015
128 Seiten
16,99 Euro
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Originalausgabe
Wonder Woman # 30 – 35
DC Comics, Juni 2014 – Dezember 2014
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Hinweise

DC Comics über Wonder Woman

Wikipedia über Wonder Woman (deutsch, englisch) und über Brian Azzarello (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Before Watchmen: Rorschach“ (Before Watchmen: Rorschach – Damntown (Part One – Four), 2012/2013)


Über Tito Topins Noir „Exodus aus Libyen“

Dezember 28, 2015

Topin - Exodus aus Libyen

Während in Libyen der Bürgerkrieg gerade für höchst unklare Verhältnisse sorgt, bietet Chino einer nur scheinbar zufällig zusammengewürfelten Gruppe an, sie aus Tripolis und über die Grenze zu bringen. An der Stadtgrenze erschießt Chino einen sie kontrollierenden Soldaten. Auf ihrer anschließenden Flucht wird ein Reifen von seinem Auto beschädigt und sie müssen, um ihn zu reparieren, in dem Dorf Ar-Rahibat anhalten. Zu spät bemerken sie, dass das zerstörte und fast menschenleere Dorf wieder in den Händen der Armee ist und, als hätten sie nicht schon genug Pech, sie in der Hotelruine neben dem Kommandanten Hajj Ahmet übernachten.
Tito Topin ist bei uns, trotz einiger seit Ewigkeiten nur noch antiquarisch erhältlicher Übersetzungen und etlicher TV-Arbeiten (er erfand die Krimiserie „Navarro“, die es auf über hundert Folgen brachte und zwischen 1989 und 2007 im französischen Fernsehen lief, und er schrieb für TV-Serien wie „Néo Polar“, „Série noire“ und „Coplan“) ein fast unbekannter Noir-Autor. Leider. Denn sein „Exodus aus Libyen“ ist eine spannende Lektüre, die sich wie die Vorlage für einen harten französischen Thriller liest, der seine Wurzeln und geistige Heimat in den Fünfzigern und Sechzigern hat, als zwischen „Lohn der Angst“ und „100.000 Dollar in der Sonne“ harte, wortkarge Männer Abenteuer in der Ferne erlebten und auch ordentlich getrunken wurde. So ist, um nur die beiden offensichtlichsten namentlichen Anspielungen zu nennen, einer der Passagiere ein übergewichtiger Doktor, der sich ausschließlich flüssig ernährt und der Kenneth Hitchcock heißt. Ein anderer Passagier heißt Henri Ventura. Er ist Pilot der französischen Luftwaffe und ein guter Pistolenschütze. Zu den Ausländern gesellen sich als weitere Passagiere in Chinos Land Cruiser und Gastgeber in dem Dorf mehrere Frauen und Einheimische, die für die Geschichte wichtig sind und die daher eine deutlich größere Rolle haben, als es vor einem halben Jahrhundert möglich war. Damals, und das ist der große Unterschied zwischen Topins Vorbildern und seinem Roman, war es der Blick des weißen Europäers auf eine fremde Welt, in der er Abenteuer erlebte. Heute sind es die Libyer, die in ihrem Land Abenteuer erleben, in die auch einige der mehr oder weniger freiwilligen Gäste, hineingezogen werden.
Das ist, auch weil der 1932 in Casablanca geborene Tito Topin einen angenehm kurzen Roman geschrieben hat, eine flotte Lektüre, die jede Person mit wenigen Worten und einer kurzen Rückblende (die über den Roman verstreut sind) charakterisiert, keine Zeit für langatmige Beschreibungen oder Betroffenheitsgefasel hat und die gerade in der zweiten Hälfte einige überraschende Wendungen nimmt, die man so in einem Film wahrscheinlich nicht erleben dürfte. Jedenfalls nicht, wenn Männer wie Yves Montand, Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Lino Ventura dabei wären.
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Tito Topin: Exodus aus Libyen
(übersetzt von Katarina Grän)
Distel Literaturverlag, 2015
240 Seiten
14,80 Euro
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Originalausgabe
Libyan Exodus
Éditions Payot & Rivages, 2013
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Hinweise
Homepage von Tito Topin
Distel Literaturverlag über Tito Topin
Wikipedia über Tito Topin
Perlentaucher über Tito Topin


„Silhouette“ – Doctor Who auf Mörderjagd im viktorianischen London

Dezember 16, 2015

Richards - Doctor Who - Silhouette - 2

Wer sein mühsam zusammengekratztes Geld nicht für „Krieg der Sterne“-Devotionalien ausgeben will, kann es einige Nummern kleiner im „Doctor Who“-Fanshop ausgeben. Denn in den vergangenen Jahren wurde aus der BBC-Serie, die vor über fünfzig Jahren als Programmfüller im Nachmittagsprogramm startete, ein weltweites Phänomen, bei dem alles, was gefeiert werden kann (wie neue und alte Doktoren und alle erdenklichen Jubiläen), gefeiert wird und die BBC auch eifrig Produkte zur Serie produziert.
Neben den DVDs, Figuren, Kaffeetassen und Kalendern gibt es auch unzählige Bücher, die teilweise Informationen über die Serie vermitteln, und oft, für alle Altersgruppen, neue Geschichten mit dem titelgebendem Doktor erzählen. Bei uns, wo die Serie zwar auf DVD veröffentlicht wird, aber nicht im TV läuft (keine Ahnung warum), veröffentlicht Cross Cult seit einigen Jahren „Doctor Who“-Romane. Allerdings nicht alle, die in Großbritannien erschienen sind, sondern nur eine kleine Auswahl. So schrieb Justin Richards seit 1994 schon über sechzig „Doctor Who“-Romane, aber „Silhouette“ mit dem zwölften Doktor (das ist der aktuelle und er wird von Peter Capaldi gespielt) ist sein erster auf Deutsch veröffentlichter „Doctor Who“-Roman.
Der Doktor ist ein vom Planeten Gallifrey stammender Timelord, der im gesamten All zu verschiedenen Zeiten (dank Zeitreisen kein Problem) Abenteuer erlebt, immer neugierig ist und in einer inzwischen arg altertümlichen Polizei-Notrufzelle (also jedenfalls sieht sein Raumschiff TARDIS für uns so aus) durch Raum und Zeit reist. Da bemerkt er im viktorianischen England eine postnukleare und daher unerklärliche Energiespitze. Zusammen mit seiner menschlichen Begleiterin Clara (der Doktor hat immer eine menschliche Begleitung) macht er sich auf den Weg nach London.
Dort wurde Marlowe Hapworth ermordet. In seinem verschlossenen Arbeitszimmer. Er hatte nach einem Besuch des Frostjahrmarkts, auf dem er etwas Beunruhigendes gesehen hatte, gerade begonnen, einen Brief an Madame Vastra, die große Detektivin, zu schreiben. Zur gleichen Zeit ist der Straßenkämpfer Rick Bellamy das jüngste Opfer einer Reihe unerklärlicher Todesfälle, in denen die Opfer auf den nächtlichen Straßen Londons ausgesagt wurden.
Zusammen mit Madame Vastra, einer Detektivin, ihrer Dienstmagd Jenny Flint und Strax, ein geklonter Sontaraner-Krieger mit handfester Problemlösungskompetenz und Freund von Bellamy, wollen der Doktor und Clara herausfinden, was im winterlichen London geschieht. Dabei scheinen die Attraktionen des Kuriositätenkabinetts, wie die Puppenspielerin Silhouette, das auf dem Frostjahrmarkt ist, mörderische Papiervögel und der mysteriöse Industrielle Orestes Milton (ein weiterer Außerirdischer) etwas mit den Morden zu tun haben.
Auch wenn die „Doctor Who“-Geschichte „Silhouette“ wie ein klassischer Rätselkrimi beginnt, interessiert Justin Richards sich nicht sonderlich für den klassischen Rätselplot. Schnell verrät er die Täter und auch wie der Mord in dem geschlossenen Zimmer geschah. Denn er will – und das gelingt ihm auch – eine flott zu lesende Abenteuergeschichte erzählen, die eine satte Portion Humor, einige schöne Anspielungen (auch wenn Sherlock Holmes nicht auftaucht), erinnerungswürdige Charaktere und reichlich Action hat. Bis zur weltbedrohenden Schlussschlacht, die, immerhin hat der Doktor einen Plan, auf dem sich teilweise auf die Themse erstreckendem Frostjahrmarkt anders als erwartet endet.
Um das, bei einer englischen Tasse Tee zu genießen, muss man noch nicht einmal ein Fan der TV-Serie sein.
Als Bonusmaterial der deutschen Ausgabe gibt es ein von Susanne Döpke geführtes Interview mit Peter Capaldi (Doctor Who) und Jenna Coleman (seine Begleiterin Clara).
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Justin Richards: Doctor Who: Silhouette
(übersetzt von Susanne Döpke)
Cross Cult, 2015
256 Seiten
12,80 Euro
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Originalausgabe
Doctor Who: Silhouette
BBC Books/Penguin Random, 2014
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Hinweise

Homepage von Justin Richards

Wikipedia über Justin Richards

BBC über „Doctor Who“ (englisch)

„Doctor Who“-Homebase (via BBC)

Wikipedia über „Doctor Who“ (deutsch, englisch)

BBC-YouTube-“Doctor Who“-Kanal (zum Abtauchen in den Strudel jenseits von Raum und Zeit)

Meine Besprechung von Stephen Baxters „Doctor Who: Rad aus Eis“ (Dcotor Who: The Wheel of Ice, 2012)

Meine Besprechung des Sammelbandes „Doctor Who: 11 Autoren – 11 Geschichten“ (Doctor Who – 11 Doctors 11 Stories, 2013)

Meine Besprechung von Terry McDonoughs Spielfilm über die Anfänge von „Doctor Who“ „Ein Abenteuer in Raum und Zeit“ (An Adventure in Space and Time, Großbritannien 2013)


„Imperium in Trümmern“ in „Journey to ‚Star Wars: Das Erwachen der Macht’“

Dezember 14, 2015

Rucka - Star Wars - Imperium in Trümmern

Am Donnerstag startet der „am meisten erwartete Film des Jahres“, des Jahrzehnts, des Jahrhunderts oder vielleicht sogar des Jahrtausends. Jedenfalls haben die Fans schon lange feuchte Höschen. Immerhin sind die Stars der ersten Trilogie, der einzig wahren Trilogie, also „Krieg der Sterne“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ dabei. Die ersten Bilder sahen gut aus und auch der Trailer versprach „Keine Panik. Es wird wieder wie früher.“. Oder wie Han Solo im Trailer sagt: „Chewie, wir sind zu Hause!“ Die Vorverkaufszahlen sind astronomisch. Hier in Berlin dürfte bis Mitte Januar nur schwer ein Platz in einer Vorführung zu bekommen sein. Das Merchandising läuft auf vorweihnachtlichen Hochtouren. In den Buchgeschäften stapeln sich die „Star Wars“-Bücher. Die Filmromane wurden mit einem neuen Cover wieder aufgelegt, es gibt mehr oder weniger gehaltvolle Sachbücher, Zeitschriften, die sich nur „Star Wars“ widmen und viele, viele, sehr viele neue Geschichten. Als Roman, auch mal als Jugendroman (Blanvalet und Panini liefern), und als Comic (Panini liefert).
Zum Beispiel schrieb Greg Rucka (u. a. „Gotham Central“, „Whiteout“) den Comic „Star Wars: Imperium in Trümmern“, das unmittelbar an den Film „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ anknüpft und uns, während der Zerstörung des Todessterns und des Imperiums, die furchtlose Kampfilotin Lieutenant Shara Bey vorstellt. Sie ist dann auch bei den nächsten Abenteuern von Han Solo, Prinzessin Leia Organa und Luke Skywalker dabei.
Denn die Bösen haben den Befehl zur Zerstörung der gesamten Galaxis gegeben. An den Rändern der Galaxis kommt dieser zuerst zum Tragen.
Han Solo greift mit einigen Soldaten und Ewoks einen Schlupfwinkel der Bösewichter auf der anderen Seite des Mondes an. Shara Bey ist als Freiwillige dabei.
Leia Organa soll sie auf diplomatischer Mission nach Naboo begleiten. Als ein Schiff der imperialen Streitkräfte einen den Planeten zerstörenden Sturm auslöst, wird aus der diplomatischen Mission ein Kampfeinsatz.
Und Luke Skywalker nimmt sie auf eine gefährliche Mission mit. Er will aus einer imperialen Basis etwas sehr Mächtiges stehlen.
„Imperium in Trümmern“ ist mehr ein kleiner Nachschlag zu „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ als ein Prolog für den neuen „Star Wars“-Film „Das Erwachen der Macht“, der ungefähr dreißig Jahre nach dem vorherigen „Star Wars“-Film spielt und, auch wenn man noch nichts genaues über die Geschichte weiß, vermute ich ohne den Film zu kennen, dass Han Solo, seine geliebte Prinzessin Leia Organa und ihr Bruder Luke Skywalker nur eine Nebenrolle spielen, während die Jungspunde die Hauptarbeit leisten müssen. Rey könnte die Tochter von Shara Bey sein und als Luke Skywalkers Tochter die Jedi-Tradition hochhalten, indem sie gegen die Bösewichter kämpfen muss (und, ja, der Bösewicht Kylo Ren ist ein anderer Spross aus der Familie Organa/Skywalker und die beiden sind Geschwister) in einer Geschichte, die sich letztendlich nicht so wahnsinnig von den beiden vorherigen „Star Wars“-Trilogien unterscheidet. Bis halt darauf, dass jetzt Geschwister gegeneinander kämpfen müssen.
Kehren wir noch einmal kurz zu Greg Rucka, der ja auch ein Romanautor ist, zurück. Einige seiner Romane wurden auch ins Deutsche übersetzt und sind nur noch antiquarisch erhältlich. Jedenfalls schrieb er jetzt auch einige „Star Wars“-Romane.
Die Tage erscheint sein Han-Solo-Roman „Im Auftrag der Rebellion“, der vor „Das Imperium schlägt zurück“ spielt. Das könnte, auch wenn er für ein jugendliches Publikum geschrieben ist (Leseempfehlung: 10 – 14 Jahre) ein spannendes Weltraumabenteuer werden.
Für den 27. Januar ist Greg Ruckas zweiter „Star Wars“-Roman „Vor dem Erwachen“ angekündigt und der Jugendroman für sehr junge Jugendliche erzählt die offizielle Vorgeschichte zum Film „Das Erwachen der Macht“, indem er uns mit „spannenden Episoden Einblicke in das Leben der neuen Hauptfiguren Finn, Rey und Poe gewährt…in den Tagen, Wochen und Monaten VOR dem Erwachen der Macht“ (Ankündigungstext).

Greg Rucka (Autor)/Marco Checchetto/Angel Unzueta/Emilio Laiso (Zeichner): Star Wars: Imperium in Trümmern (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)
(übersetzt von Michael Nagula)
Panini, 2015
100 Seiten
12,99 Euro
(angekündigt für den 16. 12., aber ich habe es schon gelesen, werde morgen, so die Macht will, den Film sehen und muss dann gucken, wie ich den Film mit möglichst wenigen Spoilern bespreche)
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Originalausgabe
Star Wars: Shatterd Empire # 1 – 4
Disney/Lucasfilm 2015
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Hinweise

Homepage von Greg Rucka

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout“ (Whiteout, 1998/1999)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout: Melt“ (Whiteout: Melt, 1999/2000)

Meine Besprechung von Greg Ruckas “Die Welt ohne Superman” (The Sleepers, 2009)

Meine Besprechung von Greg Ruckas “Batman: Hinter der Maske” (Cutter, März – Mai 2010/Beneath the Mask,  Juni – Juli 2010/Good King Wencesias, Februar 2009)

Meine Besprechung von Ed Brubaker/Greg Ruckas „Gotham Central: In Erfüllung der Pflicht (Band 1)“ (Gotham Central # 1 – 5, 2003)

Greg Rucka in der Kriminalakte

und nun zum Krieg der Sterne

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

YouTube-Kanal zum Film

Film-Zeit über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Moviepilot über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Metacritic über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Rotten Tomatoes über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Wikipedia über „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (deutsch, englisch)

Fantastic Fiction: die „Star Wars“-Bücher


Sebastian Fitzek erstellt „Das Joshua-Profil“, Max Rhode besucht „Die Blutschule“ und das hat etwas miteinander zu tun

Dezember 12, 2015

Dass Sebastian Fitzek produktiv ist, wissen wir. Seit seinem Debüt „Die Therapie“ veröffentlichte er jedes Jahr mindestens einen Roman, der sofort zum Bestseller wird.
Dass er einfallsreich ist, wissen wir von seinen Lesungen und Buchpräsentationen, die immer ein Event sind (ich war bei mehreren). Oder er probiert, vor der Veröffentlichung, einmal ein Alternate-Reality-Game aus und ist von der überaus positiven Reaktion überrascht. Auch sein neuer Thriller „Das Joshua-Profil“ hat eine besondere Beigabe.
In „Das Joshua-Profil“ erhält Max Rhode, dessen erster Roman „Die Blutschule“ ein kleiner Bestseller war, einen seltsamen Anruf aus dem Krankenhaus. Er fährt hin und trifft auf einen aufgrund seiner Verbrennungen im Sterben liegenden Unbekannten, der ihm sagt, dass er von Joshua auserwählt sei und sich unter keinen Umständen strafbar machen dürfe.
Zwei Monate später besucht die Frau vom Jugendamt Rhode. Sie will Rhode und seiner Frau Kim ihre von ihm über alles geliebte Pflegetochter Jola wegnehmen, weil Jolas leiblichen Eltern, ein Junkiepärchen, sie wieder haben wollen und deren Antrag nach mehreren vergeblichen Versuchen jetzt bewilligt wurde. Außerdem habe Rhode die letzten Wochen auf keinen ihrer Anrufe und Anschreiben reagiert. Rhode flüchtet mit Jola, wird kurz darauf in einen Unfall verwickelt und wacht im Krankenhaus in einem waschechten Fitzek-Alptraum auf. Denn die Polizei und seine Frau glauben, dass er Jola entführt hat. Da hört er eine Stimme in seinem Kopf (es ist ein Ohrstöpsel), die ihm befiehlt, eine Handgranate aus dem Nachttisch zu holen und aus dem Krankenhaus zu flüchten. Sonst werde Jola sterben. Rhode tut es und fügt seinen bisherigen Straftaten noch eine weitere hinzu.
Es wird nicht die letzte sein. Denn wie man es von Sebastian Fitzek kennt, folgt auch „Das Joshua-Profil“ der Methode, dass die Geschichte für den Protagonisten immer die unglaublichste Wendung nimmt. Und als Leser folgt man ihm, während man durch die Seiten rast, gerne, weil es am Ende eine durchaus plausible Erklärung für den ganzen Wahnsinn gibt. Auch in „Das Joshua-Profil“ gibt es eine rationale Erklärung. Wobei Fitzek sich hier auch mit Predictive Policing beschäftigt. Diese computerbasierten Vorhersage künftiger Verbrechensorte, die bislang noch nicht unabhängig untersucht wurde, ist derzeit bei Sicherheitsfirmen und der Polizei, die diese Computerprogramme schon an einigen Orten ausprobiert, das nächste große Ding und damit ein potentiell großes Geschäft. Denn die Verkäufer versprechen Wunderdinge.
Allerdings beschäftigt Fitzek sich im Rahmen einer Thriller-Geschichte nur sehr oberflächlich mit diesem Thema. Seine Geschichte soll vor allem Pageturner-Qualitäten haben. Die hat sie auch unbestreitbar, auch wenn dieses Mal die Schlußpointe schon früh absehbar ist.

Der erste Roman von Max Rhode hieß „Die Blutschule“ und wer mehr lesen möchte als nur die wenigen Ausschnitte und Andeutungen über den Roman, die in „Das Joshua-Profil“ abgedruckt sind, kann sogar den ganzen Roman, der jetzt ebenfalls bei Lübbe erschien, lesen. Damit ist „Die Blutschule“, der natürlich von Sebastian Fitzek unter einem Pseudonym geschrieben wurde, das mit der Veröffentlichung von „Das Joshua-Profil“ enttarnt wurde, in erster Linie ein kleiner Spaß für Fitzek. Für seine Fans ist es als Buch zum Buch eine nette Ergänzung. So wie es auch in Comic- und Romanform verschiedene Vorgeschichten zu erfolgreichen Filmen gibt und die oft etwas überflüssig sind, weil sie im schlechtesten Fall nur Informationen liefern, die zum Verständnis der eigentlichen Geschichte überflüssig sind. Es gibt Ausnahmen, wie Greg Keyes‘ „Planet der Affen – Revolution: Feuersturm“, der eine eigenständige Geschichte erzählt, die zwischen den beiden neuen „Planet der Affen“-Filmen spielt. Oder die Romane von Richard Castle.
Auch Max Rhode/Sebastian Fitzek erzählt in „Die Blutschule“ eine eigenständige Geschichte, die nichts mit „Das Joshua-Profil“ zu tun hat. Obwohl die Bemerkungen von Rhodes Bruder in „Das Joshua-Profil“ über den Wahrheitsgehalt von „Die Blutschule“ und wie Rhode in dem Roman wahre Ereignisse, die er jahrelang verdrängte, in seinem Roman verarbeitete, spaßig sind.
In „Die Blutschule“ kehrt die Familie Zambrowski im Sommer 1993 von Berlin nach Wendisch Rietz am Storkower See zurück in das halb verfallene elterliche Haus des liebevollen Vaters Vitus. Dessen Baufirma ging vor einem halben Jahr pleite. Der dreizehnjährige Simon, der jetzt in der Psychiatrie in Sicherungsverwahrung sitzende Erzähler der Geschichte, und sein ein Jahr älterer Bruder Mark beginnen durch die Gegend zu streunen. Sie begegnen Stotter-Peter, einem stadtbekanntem Kinderschänder, der sich als eigentlich netter Kerl entpuppt, und den Dorfjugendlichen, die sich als nicht so nett entpuppen. Vor allem Sandy ist ein wahres Luder. Und sie hören die Geschichte vom Storkower Seelenspiegel. Wer in ihn hineinblickt, wird unsterblich und er verändert sich. Aus einem guten Menschen wird ein Biest. Und umgekehrt. Der durch den Spiegel Verfluchte kann nur durch einen Suizid sein leben beenden. Und Simon hat Visionen, die aus einem unappetitlichen Horrorfilm stammen könnten.
Als Sandy einen tödlichen Unfall hat, kann Simons Vater sie wieder beleben. Während Vitus das tut, sieht Simon in einer weiteren Vision, wie ein Schwarm Spinnen aus Sandys Körper in den seines Vaters hinübergeht.
Kurz darauf fordert Vitus seine beiden Söhne auf, mit ihm einen Ausflug auf eine einsame Insel zu unternehmen. In der Blutschule will er ihnen das beibringen, was sie nicht in der Schule lernen, wozu auch das Töten von Menschen gehört.
Die beiden Kinder haben keine Ahnung, wie sie vor ihrem durchgeknallten Vater flüchten können.
Bislang gab es in den Thrillern von Sebastian Fitzek keine übernatürlichen Elemente. Für den Horrorroman „Die Blutschule“ sind sie mit seiner alptraumhaften Stimmung und der Geschichte des Seelenspiegels konstitutiv, weshalb der Roman dann auch eher an die Werke von Stephen King erinnert. Spontan fällt einem Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ ein. In dem Horrorroman können auf einem einsam im Wald gelegenem Friedhof tote Tiere wieder zum Leben erweckt werden. Sie kehrten verändert zurück.
In der zweiten Hälfte der „Blutschule“, wenn Simon und Mark mit ihrem Vater auf der Insel sind, bewegt sich die Geschichte in Richtung Torture Porn, weshalb diese Hälfte dann auch eher spekulativ als spannend ist und nie stellt sich das typische Fitzek-Lesegefühl ein. – Was auch daran liegen kann, dass „Die Blutschule“ von Max Rhode geschrieben wurde und, wie wir aus „Das Joshua-Profil“ wissen, waren die Romane, die Rhode nach seinem Debüt schrieb, keine Bestseller.

Fitzek - Das Joshua-Profil - 2Rhode - Die Blutschule - 2

Sebastian Fitzek: Das Joshua-Profil
Lübbe Hardcover, 2015
432 Seiten
19,99 Euro
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Max Rhode: Die Blutschule
Lübbe, 2015
256 Seiten
12,99 Euro
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Hinweise

Homepage von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Kind“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Splitter“ (2009)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augensammler” (2010)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augenjäger” (2011)

Meine Besprechung der Sebastian-Fitzek-Verfilmung “Das Kind” (D 2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzek/Michael Tsokos‘ „Abgeschnitten“ (2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Nachtwandler“ (2013)


Bill Moody ist nicht „Der Spion, der Jazz spielte“

Dezember 9, 2015

Moody - Der Spion der Jazz spielte

Jazz ist in einem guten Noir nichts wirklich ungewöhnliches. Jedenfalls wenn eine LP aufgelegt wird. Auch in Hardboiled-Krimis hört der Protagonist oft Jazz. Aber erst mit den Evan-Horne-Privatdetektivromanen gab es mehrere Romane, in denen Jazz und Krimi untrennbar miteinander verbunden waren und Autor Bill Moody, selbst ein gestandener Jazz-Schlagzeuger, locker sein musikalisches Wissen (Theorie und Praxis) mit spannenden Krimiplots verband ohne in peinliches Namedropping oder Klugscheißereien über den einzig wahren Jazz zu verfallen. Vier dieser Evan-Horne-Romane erschienen im Unionsverlag. Sie wurden breit abgefeiert, gefielen auch mir und sind inzwischen vor allem antiquarisch erhältlich. Drei sind noch nicht übersetzt.
In seinem bei uns neuesten Roman „Der Spion, der Jazz spielte“, der eigentlich Moodys erster Roman war, der dann durch fast schon abenteuerliche Umstände (die Alf Mayer im Nachwort schildert) erst 2012 veröffentlicht wurde, spielt der Jazz, trotz des Titels, eher eine Nebenrolle.
Gene Williams ist ein US-amerikanischer Jazz-Drummer, der im August 1968 eine Einladung von Jan Pavel erhält, ihn in dessen Band auf dem Prague Jazz Festival zu begleiten. Aber Gene kommt in Prag kaum zum Spielen, weil die CIA ihn vorher in London rekrutierte. Denn der langjährige und extrem vertrauenswürdige Informant Josef Bláha will seinem CIA-Führungsoffizier Allan Curtis brisante Informationen nur geben, wenn er sie an eine den osteuropäischen Geheimdiensten vollkommen unbekannte Person geben kann. Bláha fühlt sich verfolgt. Und Curtis hält Williams für den perfekten Mann: er ist als Jazzer vollkommen unverdächtig; er hat ein Visum, eine bombenfeste Tarnung (nämlich die Wahrheit) und einen guten Grund, um Bláha zu kontaktieren. Denn Bláha ist ein Notenkopist (Uh, gibt es den Beruf heute noch?).
Natürlich geht die geplante einfache Übergabe schief. Bláha wird ermordet. Williams wird von Geheimdienstlern entführt und Bláhas Enkelin Lena will ihm die wichtigen Informationen überreichen, die Bláha ihm geben wollte. Dummerweise wissen beide nicht, was ihnen Bláha geben wollte und wo sie versteckt sind. Also tut Williams das, was Jazzer immer tun und prinzipientreue Geheimdienstler genau deshalb fürchten: er improvisiert.
All das geschieht vor dem Hintergrund der Präsidentschaft von Alexander Dubček, der in der Tschechoslowakei einen „Sozialismus mit menschlichem Anlitz“ verwirklichen wollte, und alle überlegten, wann die Sowjets dieses Experiment, den Prager Frühling, mit militärischer Gewalt beenden. Am 21. August 1968 marschierte das Militär ein.
Vor diesem ausführlich geschildertem Hintergrund entwickelt sich ein flottes Agentenabenteuer, in dem Gene Williams als Geheimagent wider Willen heftig improvisieren muss. „Der Spion, der Jazz spielte“ ist noch nicht so elegant, wie Bill Moodys Evan-Horne-Privatdetektivromane. Es ist, trotz mehrerer Überarbeitungen, ein Erstlingswerk. Es ist auch ein Blick zurück in die Welt des Kalten Krieges, in der die Fronten klar waren und es eine blühende Kultur pulpiger Agententhriller gab. Und weil Bill Moody damals auf musikalischer Mission in Prag war, liest sich seine Geschichte auch authentischer als die Werke all der anderen Autoren, die über den Ostblock nur aus zweiter und dritter Hand schreiben konnten; – falls sie (und wir als Leser) überhaupt ein Interesse an Authentizität hatten.
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Bill Moody: Der Spion, der Jazz spielte
(übersetzt von Ulrike Becker; mit einem Vorwort von Bill Moody und einem Nachwort von Alf Mayer)
polar Verlag, 2015
280 Seiten
14,90 Euro
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Originalausgabe
Czechmate: The Spy who played Jazz
Down and Out Books, 2012
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Hinweise
Homepage von Bill Moody
polar über Bill Moody
Unionsverlag über Bill Moody (umfangreich)
Wikipedia über Bill Moody (deutsch)
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Die Romane von Bill Moody
Die Evan-Horne-Privatdetektivromane
1. Solo Hand (Solo Hand, 1994)
2. Moulin Rouge, Las Vegas (Death of a Tenor Man, 1995)
3. The Sound of the Trumpet (1997)
4. Bird Lives! (Bird Lives!, 1998)
5. Auf der Suche nach Chet Baker (Looking for Chet Baker, 2002)
6. Shades of Blue (2008)
7. Fade to Blue (2011)
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Einzelwerke
Der Spion, der Jazz spielte (Czechmate: The Spy Who Played Jazz, 2012)
The Man in Red Square (2013)


„Das Science Fiction Jahr 2015“ auf dem „Weg zum Mars“

Dezember 2, 2015

Das Science Fiction Jahr 2015 - 2Mamczak - Pirling - Der Weg zum Mars

Dass Science-Fiction oft mehr mit Fiction als mit Science zu tun hat, wissen Science-Fiction-Fans natürlich auch ohne den äußerst beliebten Krieg der Sterne. Dennoch interessiert sie immer auch der wissenschaftliche Teil und zwischen Erfindungen aus Science-Fiction-Welten (wie der grandiosen „Raumschiff Enterprise“-Idee mit dem Beamen) und den wissenschaftlichen Entdeckungen und Erfindungen besteht, wie bei kommunizierenden Röhren, ein Zusammenhang. So tummelten sich früher auf dem Mars viele Lebewesen und es gab sogar Invasionen vom Mars, während wir heute wissen, dass der Mars ein ziemlich toter Planet ist. Dennoch übt er spätestens seit Ridley Scotts erfolgreicher, vor wenigen Wochen in unseren Kinos gestarteter Verfilmung von Andy Weirs Roman „Der Marsianer“, der ebenfalls ein Bestseller ist, eine große Faszination aus, die sich dieses Jahr auch im seit 1986 erscheinendem Jahrbuch „Das Science Fiction Jahr“ und dem populärwissenschaftlichem Sachbuch „Der Weg zum Mars – Aufbruch in eine neue Welt“ niederschlägt.
Dieses Jahr erschien „Das Science Fiction Jahr“ erstmals nicht mehr bei Heyne, sondern bei Golkonda. Aber die Macher, die Herausgeber (jetzt Hannes Riffel und Sascha Mamczak) und die Autoren, veränderten sich kaum und die bewährte Struktur wurde auch in der dreißigsten Ausgabe beibehalten, außer dass dieses Mal die Essays zwischen den Blöcke mit den Rezensionen von Bücher (unter anderem Weirs „Der Marsianer“), Comics, Games, Filmen und Hörspielen sind und dass es in den Rezensionsblöcken neben den Einzelrezensionen auch Sammelbesprechungen gibt. Bei den Essays gibt es den gewohnten Mix aus wissenschaftlichen Artikeln (über die Zukunft des 3-D-Drucks), Essays (unter anderem Kameron Hurleys mit dem Hugo Award ausgezeichnetes Essay über Frauen in SF-Geschichten oder John Clutes Essay über Ruinen und Zukünftigkeit), Hintergrundberichten (unter anderem zu den „Guardians of the Galaxy“, den Anfängen der Space Opera und die Behandlung des Ersten Weltkriegs in SF-Geschichten), längeren Analysen (zu Christopher Nolans „Interstellar“, der hier nicht gut wegkommt) und es gibt ein sehr lesenswertes Interview mit Andy Weir.
Dennoch markiert das diesjährige Jahrbuch den vielleicht größten Einschnitt in der Geschichte des Jahrbuchs. Denn der langjährige Herausgeber und Gründer des Jahrbuchs, Wolfgang Jeschke, starb am 10. Juni 2015. Deshalb entstand der neue Schwerpunkt „In Erinnerung an Wolfgang Jeschke“ mit zahlreichen Nachrufen, die noch einmal eindrücklich seine Bedeutung für die deutsche Science-Fiction-Szene aufzeigen.
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Vor einigen Jahren hätte es passieren können, dass der von Sascha Mamczak und Sebastian Pirling (yep, beide sind bekannt als Mit-Herausgeber vom „Science Fiction Jahr“) herausgegebene „Der Weg zum Mars – Aufbruch in eine neue Welt“ in leicht geänderter Form im „Das Science-Fiction-Jahr“ gelandet wäre.
In dem Sachbuch wird anhand einer fiktiven Mars-Mission geschildert, wie eine solche Mission abläufen könnte. Welche Herausforderungen und Probleme es gibt.
In drei Teilen schildern Elisabeth Bösl („Vor dem Start“), Sebastian Pirling („Der Flug“) und Uwe Neuhold („Auf dem Mars“) die einzelnen Abschnitte einer solchen Mission. Dabei ist Bösls Teil, die die Informationen in eine fiktive Pressekonferenz packt, der langweiligste Teil. Bei den beiden anderen Teilen gelingt das Vermitteln von Informationen anhand einer rudimentären Rahmenerzählung deutlich besser. Pirling und Neuhold greifen dabei auch auf Informationen und Erfahrungen von schon stattgefundenen Raumflügen und längeren Isolationsstudien in abgeschlossenen Laboren zurück. Und, auch das lernen wir, bei so einem Flug sind Körpergerüche und die Ausscheidungen ein großes Thema.
Im Anhang finden sich zusätzliche Informationen zum Wahrheitsgehalt von Andy Weirs „Der Marsianer“ (sehr hoch), den zehn besten Mars-Romanen und weiterführenden Informationen.
Insgesamt ist „Der Weg zum Mars“ eine lohnende Lektüre für alle, die nach dem Buch und dem Film noch etwas Marsluft schnuppern wollen. „Das Science Fiction Jahr 2015“ ist, wie die vorherigen Bände, sowieso ein Pflichtkauf für den Science-Fiction-Fan.
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Hannes Riffel/Sascha Mamczak (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2015
Golkonda, 2015
648 Seiten
29,90 Euro
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Sascha Mamczak/Sebastian Pirling (Hrsg.): Der Weg zum Mars – Aufbruch in eine neue Welt
Heyne, 2015
304 Seiten
9,99 Euro
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Hinweise

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Wolfgang Jeschkes (Hrsg.) „Das Science Fiction Jahr 2008″

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Wolfgang Jeschkes (Hrsg.) „Das Science Fiction Jahr 2009“

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Wolfgang Jeschkes (Hrsg.) „Das Science Fiction Jahr 2010“

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Sebastian Pirling/Wolfgang Jeschkes (Hrsg.) „Das Science-Fiction-Jahr 2011“

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Sebastian Pirling/Wolfgang Jeschkes (Hrsg.) „Das Science-Fiction-Jahr 2012“

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Sebastian Pirling/Wolfgang Jeschkes (Hrsg.) “Das Science-Fiction-Jahr 2013”

Meine Besprechung von Sascha Mamczak/Sebastian Pirling/Wolfgang Jeschkes „Das Science Fiction Jahr 2014“

Meine Besprechung von Sascha Mamczaks „Die Zukunft“ (2014)


Wieder aufgelegt: Dennis Lehane: Shutter Island

Dezember 1, 2015

Lehane - Shutter Island - Diogenes 2015 - 2

Die Geschichte und auch die Pointe von Dennis Lehanes „Shutter Island“ dürften inzwischen ja bekannt sein. Immerhin verfilmte Martin Scorsese 2009 die Geschichte mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. DiCaprio spielt US-Marshal Teddy Daniels, der im September 1954 auf der vor der Küste Bostons liegenden Insel Shutter Island im Ashecliffe Hospital eine spurlos verschwundene Patientin, die Kindermörderin Rachel Solando, suchen soll.
Auf der Insel sind nur das Klinikpersonal und die Insassen, eine Gruppe psychisch schwer kranker Verbrecher, die nach modernsten Methoden therapiert werden sollen. Daniels und sein neuer Kollege Chuck Aule sollen die Verschwunden, die sich noch auf der Insel aufhalten muss, finden. Aber Daniels verfolgt auch eine eigene Agende. Denn er glaubt, dass hinter der Klinikfassade noch ganz andere Dinge geschehen.
Wegen eines Sturms müssen die beiden Polizisten länger als geplant auf der Insel bleiben. Bei ihrer Suche können sie weder dem Personal, noch den Insassen vertrauen.
Und Daniels muss sich auch fragen, wie sehr er seiner Wahrnehmung vertrauen kann.
So weit die Prämisse von Dennis Lehanes nicht zufällig in den Fünfzigern spielendem Thriller mit Grusel- und B-Movie-Touch, fein platzierten Verschwörungstheorien und Fünfziger-Jahre-Paranoia, der sich auch lohnt, wenn man die Geschichte bereits kennt. Denn Lehanes Roman ist gelungener als Scorseses knallige Verfilmung, die in Teilen auch unlogisch ist und die mir zu sehr auf den im Film vorhersehbaren Schlusstwist spekuliert. Da ist Lehane in seinem nur an der Oberfläche pulpigem Roman geschickter, wenn er die verschiedenen Elemente kunstvoll zusammenfügt.
Mehr will ich nicht verraten, um nicht den Menschen, die die Geschichte noch nicht kennen, die Überraschungen zu verderben.
Nachdem der Roman bei Ullstein bereits 2004 in einer Übersetzung von Andrea Fischer erschien und diese Fassung nicht mehr erhältlich ist, hat jetzt Steffen Jacobs den Roman für Diogenes neu übersetzt. Ich denke der profane Grund dafür liegt nicht in der Qualität von Fischers Übersetzung, sondern in irgendwelchen Verträgen zwischen Autoren, Verlagen und Übersetzern.
Jedenfalls ist der Roman jetzt bei Lehanes neuem Verlag erhältlich und Diogenes will nächstes Jahr auch Lehanes grandioses Debüt, seinen ersten Patrick Kenzie/Angela Gennaro-Privatdetektivroman „Streng vertraulich“, ebenfalls neu übersetzt von Steffen Jacobs, veröffentlichen.
Das ist, weil Lehanes ältere Romane, die selbstverständlich ebenfalls lesenswert sind und derzeit (außerhalb vertrauenswürdiger Antiquariate) fast alle nicht mehr erhältlich sind, eine sehr erfreuliche Meldung.
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Dennis Lehane: Shutter Island
(übersetzt von Steffen Jacobs)
Diogenes, 2015
432 Seiten
12 Euro
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Originalausgabe
Shutter Island
William Morrow, 2003
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Die Verfilmung


Shutter Island (Shutter Island, USA 2009)
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Laeta Kalogridis
LV: Dennis Lehane: Shutter Island, 2003 (Shutter Island)
mit Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley, Mark Ruffalo, Max von Sydow, Michelle Williams, Emily Mortimer, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley, Ted Levine, John Carroll Lynch, Elias Koteas
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Hinweise

Homepage von Dennis Lehane

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Coronado“ (Coronado, 2006)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Moonlight Mile“ (Moonlight Mile, 2010)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes “In der Nacht” (Live by Night, 2012)

Meine Besprechung der Dennis-Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ (Gone Baby Gone, USA 2007)

Meine Besprechung von Christian De Metters Comicversion von Dennis Lehanes “Shutter Island” (Shutter Island, 2008 [Comic])

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „The Drop“ (The Drop, 2014) (Buch und Film)

Dennis Lehane in der Kriminalakte

 


„Heimat – Eine deutsche Chronik“ in einer neuen Buchfassung

November 30, 2015

Reitz - Heimat - Eine deutsche Chronik - 4

Wenn ich in aktuellen Zeitungen Artikel über die neuen deutschen Serien überfliege, in denen gebetsmühlenartig behauptet wird, dass jetzt endlich und erstmals horizontal erzählt werde, dann frage ich mich, wie alt oder wie vergesslich die Autoren sind. Man kann ja einiges vergessen, wie dass die ersten „Soko 5113“-Folgen eine durchgehende Geschichte erzählten (auch wenn das ZDF jetzt impliziert, in den neuen Folgen der „Soko 5113“, die ab Januar „Soko München“ heißt, sei das erstmals bei der, ähem, „Soko München“ so. Was dann ja auch irgendwie stimmt.) oder dass es früher, 1979 mit „Timm Thaler“ beginnend, die ZDF-Weihnachtsserien für Kinder gab oder dass es, schon davor und für ein etwas älteres Publikum, die normalerweise vor Weihnachten ausgestrahlten Abenteuervierteiler gab. „Der Seewolf“, „Michael Strogoff“ (bzw. „Der Kurier des Zaren“) undsoweiter.
Kann man vergessen. Auch weil diese Serien heute sicher nicht mehr so gut wie unsere Erinnerung daran sind.
Man kann auch, obwohl es schwer fällt, Rainer Werner Fassbinders Alfred-Döblin-Verfilmung „Berlin Alexanderplatz“ vergessen.
Aber dass dabei auch „Heimat – Eine deutsche Chronik“ vergessen wird, ist unentschuldbar. In der Serie, die im Fernsehen 1984 als „Zyklus von 11 Spielfilmen“ mit einer Länge von 931 Minuten lief (Die Filme dauern zwischen 58 und 138 Minuten.), erzählt Edgar Reitz in Farbe und Schwarzweiß die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts zwischen 1919 und 1982 anhand der im fiktiven Hunsrück-Dorf lebenden Bewohner. Im Mittelpunkt steht dabei die 1900 geborene Maria Simon (gespielt von Marita Breuer, die danach ein Star war). Der Film war ein Kritiker- und Publikumserfolg. Im Fernsehen und auf Festivals. In den folgenden Jahren wurde das Epos immer wieder in Kinos gezeigt, für die Reitz schon damals eine 887-minütige Kinofassung erstellte, die die Geschichte in sieben ungefähr gleich langen Teilen erzählte. Aus der ganzen Welt pilgerten Menschen in den Hunsrück, um die Drehorte zu besuchen.
Edgar Reitz drehte später „Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend“ (1992, 1567 Minuten), „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“ (2004, 689 Minuten) und den im 19. Jahrhundert spielenden Spielfilm „Die andere Heimat“ (2013, 225 Minuten), in der er die Geschichte der Familie Simon weiter erzählte.
2007 fragte ein italienischer Kinobetreiber Reitz, ob er in seinem neu eröffneten Filmkunsttheater über mehrere Wochen „Heimat“ zeigen könne. Als Reitz sich seine Filmkopien ansah, bemerkte er den schlechten Zustand, der eine Vorführung unmöglich machte. In den folgenden Jahren wurde das Material aufwändig restauriert.
Ausgehend von dieser Restaurierung machte Reitz sich auch daran, ein Buch zum Film zu schreiben. Allerdings erzählte er dieses Mal nicht, wie in „Die andere Heimat“, die Filmgeschichte als Roman nach, sondern er protokollierte den Film, weshalb sich „Heimat – Eine deutsche Chronik“ wie ein Drehbuch liest. Das von ihm und Peter Steinbach verfasste Drehbuch, das sich in vielen Details vom späteren Film unterscheidet, erschien 1985 im Greno-Verlag.
Ergänzt wird dieses ‚Drehbuch‘ durch viele gut reproduzierte Bilder, die direkt aus der neu digitalisierten Fassung kopiert wurden, Pressestimmen, ein Werkverzeichnis und Gedanken von Edgar Reitz über die Restaurierung, die Entstehungsgeschichte von „Heimat“ und die Zusammenarbeit mit Kameramann Gernot Roll.
Insgesamt ist „Heimat – Eine deutsche Chronik: Die Kinofassung – Das Jahrhundert-Epos in Texten und Bildern“ ein schwer in der Hand liegendes, schön gestaltetes Filmbuch, das mehr zum Blättern als zum Durchlesen einlädt. Jedenfalls wenn man nicht zu den wenigen Drehbuchlesern gehört, die sich nicht an der kargen Drehbuchsprache stören.
Ein Weihnachtsgeschenk.

Edgar Reitz: Heimat – Eine deutsche Chronik: Die Kinofassung – Das Jahrhundert-Epos in Texten und Bildern
Schüren, 2015
544 Seiten
38 Euro
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Hinweise

Wikipedia über “Heimat – Eine deutsche Chronik”

Homepage von Edgar Reitz

Kriminalakte über „Die andere Heimat“

Meine Besprechung von Edgar Reitz’ “Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht” (Deutschland 2013) (mit weiteren Clips)

Meine Besprechung von Edgar Reitz’ “Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht” (Deutschland 2013) (DVD-Kritik)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Agentenaustausch auf der „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ist auch dabei

November 26, 2015

Als James Donovan (Tom Hanks) 1957 die Anfrage für ein Pflichtmandat erhält, will er zuerst ablehnen. Nach dem Krieg war er zwar Assistent des Hauptanklagevertreters bei den Nürnberger Prozessen, aber jetzt ist er vor allem ein Versicherungsanwalt. Strafrecht hat er schon lange nicht mehr praktiziert. Aber solche Pflichtmandate müssen gemacht werden. Er wird also Rudolf Abel (Mark Rylance) verteidigen. Abel ist ein hochrangiger sowjetischer Spion und ihm droht die Todesstrafe. Donovan kann sie verhindern, indem er argumentiert, dass es möglich sei, dass in naher Zukunft die Sowjets einen wichtigen US-Bürger verhaften. Dann könne man die Gefangenen austauschen.
Am 1. Mai 1960 schießen die Sowjets den U-2-Piloten und CIA-Spion Francis Gary Powers während eines Spionagefluges, den er über ihrem Gebiet unternimmt, ab. Sie präsentieren ihn und seine Spionageausrüstung im Fernsehen und verurteilen ihn zu einer langjährigen Haftstrafe.
Anfang 1962 soll Donovan im Auftrag der US-Regierung in Berlin über den Austausch verhandeln.
Auch wenn man weiß, wie die Geschichte damals endete – es war der erste Gefangenenaustausch zwischen Ost und West, die Medien berichteten damals nachträglich groß darüber und Donovan veröffentlichte schon 1964 ein Buch über seine Begegnung mit Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel und den Gefangenenaustausch – ist „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ein spannender Thriller, in dem Steven Spielberg nach der enttäuschenden Geschichtsstunde „Lincoln“ wieder zur gewohnten Form zurückkehrt. Denn trotz einer Laufzeit von über 140 Minuten wird es nie langweilig. Das straffe und pointierte Drehbuch von Matt Charman und den Coen-Brüdern half sicher. Alle Hintergründe werden erklärt (was bei „Lincoln“ ein Problem war), die Geschichte entwickelt sich beständig weiter und die Schauspieler dürfen mit klugen Sätzen brillieren, während die Ausstattung sich im Zeitkolorit badet und Spielbergs Stamm-Kameramann Janusz Kaminski (der für „Schindlers Liste“ und „Saving Private Ryan“ Oscars erhielt) die damalige Zeit und auch die damals beliebten, heute eher vergessenen Kalter-Krieg-Thriller, in denen es in Ost-Berlin mindestens fünf Grad kälter als in West-Berlin ist, wieder aufleben lässt. Dass auch an historischen Orten, wie der Glienicker Brücke, an der dieser erste von mehreren Gefangenaustäusche stattfand, gedreht wurde, erhöht nur die Glaubwürdigkeit der wahren Geschichte, bei der sich für den Film einige wenige Freiheiten genommen wurden, die vor allem Geschichts-Geeks in den Wahnsinn treiben.
Alle anderen dürfen einen feinen Schauspielerfilm genießen.

Bridge Of Spies - Plakat

Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies, USA 2015)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen
mit Tom Hanks, Mark Rylance, Scott Shepherd, Amy Ryan, Sebastian Koch, Alan Alda, Austin Stowell, Mikhail Gorevnoy, Will Rogers
Länge: 142 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Die Hintergrundgeschichte

Donovan - Strangers on a Bridge - 4

Es gibt inzwischen mehrere Sachbücher, die sich mit diesem Agentenaustausch beschäftigen. Spielbergs Film basiert explizit auf keiner Vorlage.
Dennoch wird die Neuausgabe von James B. Donovans „Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel“ vom Goldmann- Verlag als die Hintergrundgeschichte zum Film beworben, was durchaus zutreffend ist. Immerhin verteidigte Donovan Abel und er verhandelte den Agentenaustausch.
Donovan (1916 – 1970) war während des Zweiten Weltkriegs Marine-Offizier und juristischer Berater des Office of Strategic Services (dem militärischen Nachrichtendienst und Vorläufer der CIA) und danach Assistent des Hauptanklagevertreters der Nürnberger Prozesse. Er war also, auch wenn er als Pflichtverteidiger zu dem Fall Abel kam, keine so schlechte Wahl wie der Film suggeriert. Denn, so Donovan in „Strangers on a Bridge“: „Die Wahl verdankte ich (…) dem Vorsitzenden des Ausschusses. Vor mehr als zehn Jahren hatte Goodenough einen Vortrag über die Nürnberger Prozesse angehört, den ich vor einer Gruppe konservativer Rechtsanwälte aus Brooklyn gehalten hatte und unter denen auch einige prominente Deutsch-Amerikaner waren. Goodenough hatte meinem Kompagnon erzählt, die Schlussdebatte sei damals recht hitzig gewesen, und er meinte, ich sei jedenfalls für meine Überzeugung eingetreten.“
Donovan nimmt das Mandat an, weil er überzeugt ist, dass „auch der gemeinste Verbrecher, Anspruch auf Rechtsbeistand und ein faires Gerichtsverfahren habe.“
In dem Buch, das auf seinen Tagebuch, das er während des Prozesses führte und das er für die Veröffentlichung um Gerichtsprotokolle, Briefe und gekabelte Berichte für das Außenministerium (über seine Verhandlungen in Berlin) ergänzte, erzählt er vor allem die Geschichte des Prozesses. Sie nimmt deutlich über die Hälfte des 576-seitigen Buches (über 330 Seiten) ein. Die Verhandlungen über den im Film zentralen Gefangenaustausch werden auf knapp siebzig Seiten érzählt, die Donovan mit dem Hinweis „Aus Sicherheitsgründen mussten gewisse Fakten unerwähnt bleiben und manche Einzelheiten verändert werden“ einleitet.
Das gesagt ist Donovans Einblick in seine Arbeit als Abels Pflichtverteidiger ein faszinierender Einblick in die Arbeit eines Verteidigers, in das damalige US-Rechtssystem und die damalige Geisteshaltung nach der Ära McCarthy und vor dem Bau der Mauer und der Kuba-Krise.
Wer also tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, sollte sich diesen spannenden Erlebnisbericht eines Zeitzeugen, geschrieben mit dem damaligen Wissen, zulegen.
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James B. Donovan: Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel
(übersetzt von Eva Bornemann und Michael Molitor; mit einem neuen Vorwort von Jason Matthews)
Goldmann, 2015
560 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
Strangers on a Bridge – The Case of Colonel Abel
Atheneum House, Inc., 1964
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Frühere deutsche Ausgabe
Der Fall des Oberst Abel
Scheffler-Verlag, 1965
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Bridge of Spies“
Moviepilot über „Bridge of Spies“
Metacritic über „Bridge of Spies“
Rotten Tomatoes über „Bridge of Spies“
Wikipedia über „Bridge of Spies“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Bridge of Spies“
Das Drehbuch zum Film

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Inspector Jack Laidlaw empfindet „Fremde Treue“

November 25, 2015

Schon in seinem zweiten Laidlaw-Kriminalroman „Die Suche nach Tony Veitch“ war der Mordfall für William McIlvanney eher nebensächlich. In dem dritten und letzten Laidlaw-Roman „Fremde Treue“ kann dann kaum noch von einem Kriminalfall gesprochen werden.
Inspector Jack Laidlaw, inzwischen allein lebend, aber mit einer Freundin in einer schwierigen Beziehung, nimmt eine Woche Urlaub. Er will herausfinden, wer für den Tod seines Bruders verantwortlich ist. Denn er kann nicht glauben, dass der 38-jährige Scott nach einer durchzechten Nacht betrunken vor ein Auto lief und überfahren wurde. Der Fahrer floh.
Wer jetzt glaubt, dass Laidlaws Ermittlungen in dem schottischen Provinzkaff ihn in eine ähnliche Welt voller Gewalt und Verrat wie Jack Carter in Ted Lewis‘ „Jack rechnet ab“/“Jack Carters Heimkehr“ (Jack’s Return Home, 1970) führen, kann „Fremde Treue“ getrost ignorieren.
Laidlaws Reise in die Provinz erinnert eher an die melancholischen Erkundungen, die wir aus den Romanen von Friedrich Ani kennen, in denen Ermittler unaufgeregt die Vergangenheit von normalen Menschen erforschen, ohne dass es letztendlich ein großes Verbrechen gibt. Auch Scott Laidlaw, ein verheirateter Lehrer an einer ländlichen Schule, ist so eine normale Person, die in einer Zeitung keinen Nachruf erhält.
Nachdem McIlvanney die ersten beiden Laidlaw-Romane aus verschiedenen Perspektiven erzählte, wechselt er in „Fremde Treue“ in die erste Person Singular. Ein Grund ist sicher, dass Laidlaw hier nicht primär als Polizist, sondern als Quasi-Privatdetektiv agiert und traditionell sind Privatdetektiv-Geschichten Ich-Erzählungen. Ein anderer ist, dass es um Ideale, Selbstansprüche, das Scheitern an den eigenen Ansprüchen und eben auch verpasste Chancen geht. Das sind persönliche Themen, die hier in einer persönlichen Geschichte erzählt werden. Es ist letztendlich Jack Laidlaws Geschichte.
„Fremde Treue“ ist daher eher ein Erinnerungsbuch mit einigen pointierten Betrachtungen, weitab jeglicher Krimispannung und nach der Lektüre bleibt erstaunlich wenig im Gedächtnis haften.
McIlvanney - Fremde Treue - 2
William McIlvanney: Fremde Treue
(übersetzt von Conny Lösch)
Kunstmann, 2015
352 Seiten
19,95 Euro
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Originalausgabe
Strange Loyalties
Hodder & Stoughton Ltd, 1991
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Die Übersetzung folgt der 2013 bei Canongate Books Ltd. erschienen Ausgabe.
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Hinweise

Homepage von William McIlvanney

Wikipedia über William McIlvanney (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von William McIlvanneys “Laidlaw” (Laidlaw, 1977)

Meine Besprechung von William McIlvanneys „Die Suche nach Tony Veitch“ (The Papers of Tony Veitch, 1983)


Vorgeschichten zu „Mad Max: Fury Road“

November 23, 2015

Miller - Mad Max Fury Road - 4

Der jetzt erschienene Comic „Mad Max: Fury Road“ erzählt, wie es ja derzeit öfter gemacht wird, die Vorgeschichte zu George Millers Actiongewitter „Mad Max: Fury Road“, das im Mai in den Kinos anlief und von den meisten Kritikern und Fans der ursprünglichen Trilogie abgefeiert wurde. Ich fand den Film mit seiner nicht sonderlich überzeugenden Geschichte insgesamt etwas langweilig.
In dem Film hilft Mad Max Imperator Furiosa und einigen wohlproportionierten Frauen auf ihrer Flucht vor Immortan Joe, dem Herrscher über die Zitadelle, durch die Wüste in das gelobte Land. Die Geschichte spielt in einer postapokalyptischen Wüstenwelt, in der Wasser und Benzin (zwei Dinge, die ein echter Mann braucht) knapp sind.
Was vor dem Film geschah verrät jetzt der Comic, der, nun, einige Hintergründe über Mad Max, Imperator Furiosa, Immortan Joe und Nux verrät.
Bei Nux, der im Film ein durchgeknallter Kriegsjunge ist und Mad Max zunächst als Blutlieferanten benutzt, erfahren wir, wie er als kleines Kind in die Festung von Immortan Joe kam.
Immortan Joe war früher ein militanter Ex-Soldat, der sich Colonel Joe Moore nannte. Seine Handlanger, mit denen er durch das postapokalyptische Wüstenland marodierte, hatten farbige Namen wie Major Kalaschnikow. In der Zitadelle, einem uneinnehmbaren Höhlenmassiv, will er sein Reich errichten. Dafür muss er die bisherigen Bewohner besiegen.
Diese beiden Geschichten erzählen Ereignisse, die so weit vor der Filmhandlung liegen, dass sie dafür höchstens vernachlässigbares Hintergrundwissen sind.
Später, als Immortan Joe schon der Herrscher über die Zitadelle ist, bewacht Furiosa die Frauen, die von ihm als Gebärmaschinenen gefangen gehalten werden. Sie entschließt sich ihnen zu helfen und wenige Minuten später beginnt die Filmgeschichte. Diese Geschichte leidet darunter, dass sie uns einerseits etwas erzählt, was wir uns aus dem Film denken können und das uns andererseits nicht sonderlich interessiert. Denn dass Furiosa den Frauen vor dem Bösewicht und seinen debilen Schergen retten will, ist Motivation genug.
Bei Max Rockatansky, genannt Mad Max, wird zuerst die Geschichte der drei vorherigen „Mad Max“-Filme (mit Mel Gibson als Mad Max; in „Mad Max: Fury Road“ wird Max von Tom Hardy gespielt) erzählt. Dann erkämpft er sich in einer dieser abgewrackten Industriestädte, die wir aus den Filmen kennen, einen neuen Motor für sein Auto und er soll für eine Mutter ihr Kind aus der Gefangenschaft retten.
Diese beiden actionhaltigen Episoden aus dem Leben von Mad Max haben, bis auf einige verzichtbare Andeutungen, nichts mit dem Film zu tun und könnten auch nach ihm spielen. Trotzdem, oder gerade deswegen, sind sie die besten Geschichten des Sammelbandes.
Insgesamt ist der Comic, für den „Mad Max“-Regisseur George Miller die Geschichten schrieb, eine verzichtbare Ergänzung zu dem Spielfilm. Die Geschichten fügen ihm nichts hinzu und ohne die Kenntnis des Films hängen vor allem die Episoden mit Immortan Joe, Nux und Imperator Furiosa, die ungefähr die Hälfte des Sammelbandes ausmachen, im luftleeren Raum.
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George Miller/Mark Sexton/Nico Lathaoris/Tristan Jones/Riccardo Burchielli: Mad Max: Fury Road
(übersetzt von ?)
Panini, 2015
148 Seiten
19,99 Euro
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Originalausgabe
Mad Max: Fury Road – Max 1 – 2
Mad Max: Fury Road – Furiosa 1
Mad Max: Fury Road – Nux & Immortan Joe 1
DC Comics/Vertigo, 2015
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Hinweise

DC Comics: Mark Sexton über die Entstehungsgeschichte des Comics

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Meine Besprechung von Davide Dileo/Victor Gischler/Riccardo Burchielli/Francesco Mattinas „Highway to Hell – Kopflos in die Hölle“ (Highway to Hell, 2014)


„Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“, ein bisschen Spaß darf es sein

November 18, 2015

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„Der neue Wilsberg“ – ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal schreiben darf. Denn der letzte Wilsberg-Roman „Wilsberg und die dritte Generation“ von Jürgen Kehrer liegt neun Jahre zurück. Danach gab es zwar noch eine Kurzgeschichtensammlung und einen „Wilsberg trifft Pia Petry“-Roman, den Kehrer zusammen mit Petra Würth schrieb; was halt etwas anderes als ein Wilsberg-Roman ist. Und natürlich läuft die beliebte TV-Serie, für die Kehrer auch einige Drehbücher schrieb, immer noch erfolgreich im ZDF. Am Samstag, den 28. November, zeigt das ZDF um 20.15 Uhr den neuen Wilsberg-Krimi „Bittere Pillen“.
Aber insgesamt hatte ich den Eindruck, dass für Jürgen Kehrer das Kapitel „Wilsberg in Romanform“ abgeschlossen ist und er andere Romane, wie die bei rororo erscheinenden Krimis mit Kommissar Bastian Matt und Rechtsmedizinerin Yasi Ana, schreibt.
Und jetzt „Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“, der schon auf den ersten Blick mit seinen schlanken 192 Seiten an die früheren Wilsberg-Romane anschließt.
Wilsberg soll für seinen Studienkumpel Wolfram Schniederbecke einen Geldkoffer überbringen. Während des Studiums war Schniederbecke ein Frauenschwarm und Punkmusiker. Heute ist er als Wolf Schatz immer noch ein Seitensprüngen nicht abgeneigter, verheirateter Frauenschwarm und ein erfolgreicher Schlagersänger, der Spielschulden bei einem Russen-Mafiosi hat. Wilsberg übernimmt für ein erkleckliches Honorar den Auftrag. In dem Hotel will allerdings niemand den Koffer in Empfang nehmen.
Als Wilsberg das Hotel verlassen will, sieht er Schatz auf dem Hotelparkplatz in seinem Auto sitzen, das auch gleich in die Luft fliegt. Wilsberg überlebt den Anschlag leicht verletzt und er macht sich mit dem Geld aus dem Staub, bevor die Polizei auftaucht.
Überflüssig zu sagen, dass die Polizei doch einige Stunden später bei ihm anklopft, Hauptkommissarin Bauer und Kommissar Langenbeck überhaupt nicht begeistert sind und Wilsberg herausfinden will, wer Wolf Schatz ermordete.
In „Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein“ legt Jürgen Kehrer schnell genug falsche Spuren aus, um Georg Wilsberg ordentlich zu beschäftigen und die Handlung bewegt sich zwischen den falschen Spuren und den zahlreichen Rätseln, die oft neue Fragen aufwerfen, angenehm schnell voran. Das ist eine sehr vergnügliche Krimilektüre und eine sehr willkommene Wiederbegegnung mit dem Buch-Wilsberg, die mir allerdings auch etwas zu sehr mit dem Blick auf eine Verfilmung geschrieben ist und sie das in jeder Beziehung schreckliche Schlager-Milieu nur am Rand streift.
Wobei, das muss auch gesagt werden, die definitive Satire auf die heile Welt des Schlagers bereits 1994 als BR-Tatort „…und die Musi spielt dazu“ (Drehbuch: Ortun Erkener, Regie: Hanns-Christian Müller) mit den Kommissaren Ivo Batic und Franz Leitmayr gemacht wurde.
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Jürgen Kehrer: Wilsberg – Ein bisschen Mord muss sein
grafit, 2015
192 Seiten
9,99 Euro
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Hinweise

Homepage von Jürgen Kehrer

Wikipedia über Jürgen Kehrer

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Wilsberg und die dritte Generation“ (2006)

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Fürchte dich nicht“ (2009)

Meine Besprechung von Jürgen Kehrers „Wilsbergs Welt“ (2012)

Jürgen Kehrer in der Kriminalakte

 


Ein „Kalter Schuss ins Herz“ von Wallace Stroby

November 11, 2015

Stroby - Kalter Schuss ins Herz

Crissa Stone ist nur auf dem Papier eine Frau. Ihre Tochter wird von ihrer Cousine in Texas groß gezogen. Sie hat keinen Mann; jedenfalls keinen Mann an ihrer Seite. Denn ihre große Liebe sitzt seit einigen Jahren im Gefängnis und all die anderen Männern in „Kalter Schuss ins Herz“ nehmen sie nur als Kollegin oder als Teil eines Auftrages wahr. Auch Wallace Stroby verschwendet in seinem Roman keine Zeit darauf, ihre Äußerlichkeiten zu beschreiben. Denn Crissa Stone ist Profi-Einbrecherin und damit steht sie in der Tradition von Parker (erfunden von Richard Stark, der damit die Blaupause für alle Profi-Verbrecher schuf) und Wyatt (erfunden von Garry Disher).
Gemeinsam mit Stimmer und Chance überfällt sie in Broward, Florida, in einem Hotelzimmer ein illegales Kartenspiel. Statt der versprochenen Million erbeuten sie nur eine halbe Million Dollar, was für einige Minuten Arbeit kein schlechter Stundenlohn ist. Dummerweise wird Stimmer nervös und er tötet einen der Spieler. Wie Stone später erfährt, ist es Louis Letteri und sein Schwiegervater, der Mafiosi Tino Conte, engagiert Eddie den Heiligen, einen gerade aus dem Knast entlassenen Psychopathen und skrupellosen Mörder. Eddie soll eigentlich nur Stimmer töten. Aber Eddie will auch die gesamte Beute haben.
Wallace Stroby, der vor „Kalter Schuss ins Herz“ bereits drei hochgelobte, nicht ins Deutsche übersetzte Krimis schrieb, stellt sich mit seinem ersten Crissa-Stone-Roman in die ehrenwerte Tradition des Hardboiled-Gangsterkrimis, der seine Geschichte schnörkellos, ohne Sentimentalitäten oder überflüssige Beschreibungen auf wenigen Seiten erzählt. Das ist, zwischen den dicken Serienkillerthrillern, den braven Ermittlerkrimis, den verschieden gelagerten Romantic Thrillern und den überdrehten, oft nur pseudo-witzigen Post-Tarantino-Gangstergrotesken, angenehm altmodisch. Auch wenn die Welt, in der Stone lebt, aufgrund der zunehmenden Totalüberwachung, immer mehr verschwindet,
„Kalter Schuss ins Herz“ ist ein guter Gangsterkrimi. Auch wenn Stone am Ende für einen Profi einen vollkommen dämlichen Fehler begeht. Sie stellt dem Killer Eddie eine Falle und denkt nicht daran, dass er diese Falle ahnt, sie umgeht und sie so überraschen kann. Das wäre Parker nicht passiert.
Nach „Kalter Schuss ins Herz“ schrieb Wallace Stroby bis jetzt drei weitere Abenteuer mit Crissa Stone, die hoffentlich bald auf Deutsch erscheinen.
Anmerkung 1: Das Cover führt ziemlich in die Irre. Denn die Geschichte spielt im Winter, um Weihnachten (obwohl sich niemand für das Fest interessiert) in und um New York herum, garniert mit einem kurzen Ausflug in den Süden.
Anmerkung 2: Im Nachwort hat sich auf Seite 344 ein ärgerlicher Fehler eingeschlichen. Denn natürlich ist mit „Peter Rave“ der bei uns fast vollkommen unbekannte Noir-Autor „Peter Rabe“ gemeint.
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Wallace Stroby: Kalter Schuss ins Herz
(übersetzt von Alf Mayer)
Pendragon, 2015
352 Seiten
15,99 Euro
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Originaltitel
Cold Shot to the Heart
St. Martin’s Press, 2011
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Hinweise
Homepage von Wallace Stroby

Blog von Wallace Stroby


„Trigger Mortis – Der Finger Gottes“ zeigt auf James Bond

November 2, 2015

Am Donnerstag startet „Spectre“, der vierte Einsatz von Daniel Craig als James Bond, der schon jetzt alle Kassenrekorde bricht, in unseren Kinos und die Tage erscheint meine ausführliche Besprechung über diesen halbherzigen Versuch, einen klassischen James-Bond-Film zu inszenieren.
Davor gibt es meine Besprechung des ersten Einsatzes von Anthony Horowitz als James-Bond-Autor. „Trigger Mortis – Der Finger Gottes“ heißt die Geschichte, für die Horowitz sogar im Nachlass von Ian Fleming wühlen und einige Plotnotizen und Textfragmente für eine von Fleming geplante Fernsehserie (die mit den Bond-Filmen hinfällig wurde) verwenden konnte. Weil Fleming bereits am 12. August 1964 starb und sein letzter Bond-Roman „Der Mann mit dem goldenen Colt“ posthum erschien, dürfte klar sein, dass „Trigger Mortis“ in der Vergangenheit spielt. Die Geschichte beginnt 1957 keine zwei Wochen nach „Goldfinger“. James Bond ist wieder zurück in seiner Heimat. Pussy Galore hat ihn begleitet und wohnt bei ihm in seiner Londoner Jungesellenwohnung.
Da erhält Bond einen neuen Auftrag von seinem Vorgesetzten M: der Hobby-Rennfahrer soll auf dem Nürburgring den englischen Grand-Prix-1-Piloten Lancy Smith beschützen. Der Secret Service glaubt, dass der sowjetische Geheimdienst SMERSCH den Rennfahrer während des Rennens töten und so den Sieg des sowjetischen Fahrer sichern will.
Vor dem Rennen sieht Bond einen wichtigen SMERSCH-Mann im Gespräch mit dem Koreaner Sin Jai-Seong, einem Gönner des internationalen Rennzirkels, der meist Jason Sin genannt wird (Schon der Name sagt „Bösewicht“.) und der in kurzer Zeit als Personalvermittler und Bauunternehmer in den USA reich wurde.
Während des Rennens kann Bond den Anschlag verhindern. Am Abend ist er auf dem Wasserschloss von Sin zu einer Party mit allen Rennfahrern und ihrer Entourage eingeladen. In den oberen Räumen entdeckt Bond, nachdem er die Wache ausgeschaltet hat, in einem Arbeitszimmer Fotos einer US-amerikanischen Rakete („Das war amerikanische Ingenieurkunst. Bei einem Sputnik oder einer Semjorka hätten allein schon die typische Klobigkeit und Plumpheit die sowjetische Bauweise verraten.“). Dort trifft er auch auf Jeopardy Lane, die behauptet, eine Motorsportjournalistin zu sein. Gemeinsam flüchten sie vor Sins Bodyguards durch eine Sprung ins Wasser.
Bond macht sich, weil er einen Anschlag auf die Rakete befürchtet, auf den Weg in die USA. Dort trifft er wieder auf Jeopardy Lane und die mordgierigen Schergen von Jason Sin.
„Trigger Mortis“ ist, nach den vorherigen drei Bond-Romanen, die alle aus verschiedenen Gründen nicht besonders begeisterten, eine Rückkehr zu dem Kalter-Kriegs-James-Bond von Ian Fleming, die sich für uns genau deshalb immer wieder befremdlich ließt. James Bond ist ein Sexist, mindestens ein Salonrassist, ein Kommunistenhasser und ein von sich und dem Empire restlos überzeugter Brite. Er ist ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, in der ein gestandener Mann mit seinen Körpersäften selbstverständlich die lesbische Pussy Galore von ihrem Lesbentum heilen kann. Horowitz modernisierte diese anachronistische Figur nur sehr behutsam, was einerseits dazu führt, dass „Trigger Mortis“ nah an Flemings Romanen ist. Andererseits ist es auch sehr befremdlich, einen heute geschriebenen Roman zu lesen, der immer so tut, als habe sich in den vergangenen gut sechzig Jahren nichts geändert. Als habe man einfach ein altes Buch abgestaubt und neu veröffentlicht. Denn der heutige Blick in die Vergangenheit führt, wie wir es bei anderen Romanen und Filmen sehen, normalerweise auch zu Anpassungen von Themen und Sichtweisen. Oft werden auch Themen wie Homosexualität und Rassismus verhandelt, die damals aufgrund von Tabus und in der Gesellschaft vorherrschender Sichtweisen in einem Roman nicht verhandelt werden konnten. Bei James Bond müsste eine solche Modernisierung natürlich dazu führen, dass der damals bewundernswerte Held aus heutiger Perspektive gar nicht mehr so bewundernswert ist. Bei Sherlock Holmes – Horowitz schrieb ja zwei „Sherlock Holmes“-Romane – fällt es, weil Holmes eine a-politische, a-sexuelle, nur an der Aufklärung interessierte Figur ist, dagegen leichter, neue Romane zu schreiben. Holmes war eine Speerspitze der Aufklärung. Von Bond kann das nicht gesagt werden.
Die Story selbst ist, nachdem die seitenfressende Episode mit Pussy Galore (die auch gewaltgeneigten Besuch aus den USA bekommt) beendet ist, eine typische James-Bond-Geschichte mit einem reichen Bösewicht, der einen größenwahnsinnigen und skrupellosen Plan hat, und einer schönen Frau (die sich allerdings züchtig ziert) an der Seite des skrupellosen Geheimagenten, der hier auch mal einen Bösewicht leben lässt; was dem Bösewicht allerdings wenig hilft. Denn dann wird er von Sin ermordet. Die Todesart bestimmt dabei ein von Sin extra angefertigtes Kartenspiel.
„Trigger Mortis“ ist als neuer Roman, der konsequent auf Modernisierungen verzichtet, etwas anachronistisch, aber gelungen als Fünfziger-Jahre-Bond. Nach Jeffery Deaver (der Bond in die Gegenwart verlegte), Sebastian Faulks und William Boyd (die Bond in die Sechziger schickten), die alle mit James Bond fremdelten, hat Horowitz einen klassischen Bond-Roman mit einer entsprechend geradlinigen Geschichte und einem effektiven Spannungsaufbau geschrieben.
Daher gebe ich Horowitz, der seit Ewigkeiten ein bekennender James-Bond-Fan ist und dessen Jugendbuchserie um Alex Rider deutlich von Bond beeinflusst ist, die Lizenz zur Rückkehr.
In den Filmen wurde James Bond in den vergangenen dreiundfünfzig Jahren, mit wechselnden Darstellern, immer wieder dem Zeitgeist angepasst, bis er mit Daniel Craig zu einen Geheimagenten wurde, der kein britischer Snob mehr ist und der niemals, wie Roger Moore in „Der Spion, der mich liebte“, einen Fallschirm mit der Flagge des Vereinigten Königreiches im Gepäck hätte.

Horowitz - James Bond - Trigger Mortis - 2

Anthony Horowitz: James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes
(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)
Cross Cult, 2015
368 Seiten
16,99 Euro
–
Originalausgabe
James Bond: Trigger Mortis
Orion Books, 2015
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Hinweise

Homepage von Anthony Horowitz

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Der Fall Moriarty“ (Moriarty, 2014)

Die “Inspector Barnaby”-Fälle von Anthony Horowitz

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Kernschmelze“ (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel „Countdown für die Ewigkeit“)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Jason Starr hat „Phantasien“ in der „Savage Lane“ und liest sie vor

Oktober 27, 2015

Die Savage Lane ist eine Straße in Bedford Hills, einem Vorort von New York. Die Millionenstadt ist für die wohlhabenden Vorort-Bewohner nur der Arbeitsort, während sie in dem Ort ihre eigene Hölle haben. So imaginiert der Mittvierziger Mark Berman sich eine Beziehung mit der gutaussehenden gleichaltrigen, alleine ihre beiden Kinder großziehenden Nachbarin Karen Daily. Bis jetzt sind sie nur gute Freunde.
Marks Frau Deb, mit der er seit 22 Jahren zusammen ist (17 davon verheiratet) und zwei pubertierende Kinder hat, glaubt, dass er sie mit Karen betrügt. Sie will die Scheidung. Dass sie selbst fremd geht, ignoriert sie gefließentlich. Auch dass ihr Liebhaber der achtzehnjährige Owen Harrison ist und diese Beziehung schon länger geht, hält sie nicht davon ab, ihrem Mann Vorwürfe zu machen.
Owen, der noch bei seinen Eltern lebt und regelmäßig von seinem Stiefvater verprügelt wird, hat auch eine Beziehung zu Karens Tochter Elana NAME. Er liebt sie zwar nicht. Er liebt Milfs. Deshalb ist Elana für seinen Geschmack noch viel zu jung, aber sie liebt ihn und sieht gut aus.
Dieses Beziehungsrondell, in das noch einige weitere Vorstädter involviert sind, könnte ewig so weitergehen, wenn nicht Deb auf die Idee käme, die Beziehung zu Owen beenden zu wollen. Dieser verliert die Nerven. Kurz darauf ist Deb tot und Detective Larry Walsh vom Bedford Police Department beginnt mit seinen Ermittlungen. Zunächst in einem Vermisstenfall.
Das klingt jetzt vielleicht nach einem gewöhnlichen Krimi, aber Jason Starr interessiert sich viel mehr für die ganz normale Vorstadthölle, in der ganz normale Mittvierziger sich gegenseitig betrügen und ihren Phantasien hingeben. Und weil Starr immer wieder die Perspektive wechselt, ergibt sich ein hübsch sarkastisches Bild des gegenseitigen Betrugs und Selbstbetrugs.
Jason Starr, der mit bitterbösen Noirs über Zwanzig-/Dreißigjährige New Yorker, die ihre Träume nicht verwirklichen können, begann, ist älter geworden. Und mit ihm sind auch seine Figuren älter geworden. Sie haben es von der hektischen Großstadt in die ruhige Vorstadt geschafft. Die Gegend, die in den vergangenen Jahren von Harlan Coben mit seinen Pageturner-Thrillern literarisch bearbeitet wurde. Aber während bei Coben die Geheimnisse größer sind und am Ende der Protagonist aus dem Alptraum erwacht, sind bei Starr die Geheimnisse kleiner (eigentlich geht es nur um reale und imaginierte Bettgeschichten) und der Alptraum Vorstadt endet nicht. Vor allem nicht für den grundanständigen Mark.
„Phantasien“ ist ein langsam erzählter Noir ohne große Überraschungen im Plot, aber einem präzisen Blick auf das Leben der Bewohner und Besucher der Savage Lane. Da ist es schade, dass der Höhepunkt etwas plötzlich kommt und gar nicht so zu der vorherigen hundsgemeinen Stimmung passt. Aber dann kommt der Epilog.

Demnächst und zuletzt von Jason Starr

Mitte März 2016 erscheint bei Hard Case Crime „Pimp“, das vierte Abenteuer von Max Fisher und Angela Petrakos, wieder geschrieben von Ken Bruen und Jason Starr und sicher mindestens so brüllend komisch wie die vorherigen Abenteuer des verbrecherischen Duos. Eine deutsche Übersetzung ist noch nicht angekündigt.
Ebenfalls noch nicht übersetzt sind die beiden Werwolfromane „The Pack“ und „The Craving“, die Jason Starr 2011 und 2012, nach „Panik“ (Panic Attack, 2009), schrieb.
Und er schrieb, pünktlich zum Filmstart vor wenigen Wochen, „Ant-Man: Natural Enemy Prose Novel“. Auch dieser Roman wird wahrscheinlich nie auf Deutsch erscheinen; – obwohl seine Comics ja bei Panini erscheinen, es ein Marvel-Roman ist und Panini viel von Marvel veröffentlicht.
Starr - Phantasien
Jason Starr: Phantasien
(übersetzt von Hans M. Herzog)
Diogenes, 2015
400 Seiten
16 Euro
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Originalausgabe
Savage Lane
Polis Books, New York, 2015
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Jason Starr liest

in Berlin, am Dienstag, den 27. Oktober 2015, um 20.00 Uhr in der Dorotheenstädtische Buchhandlung (Turmstr. 5, 10559 Berlin)
Deutscher Part: Daniel Kraus
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in Freiburg im Breisgau, am Samstag, den 31. Oktober 2015, um 20.00 Uhr in der Buchhandlung Konstantin Klingberg (Hildastr. 2a, 79102 Freiburg)
Deutscher Part: Jana Bührer
Moderation: Konstantin Klingberg
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in Freising, am Montag, den 2. November 2015, um 20.00 Uhr bei Bücher Pustet (Obere Hauptstrasse 45, 85354 Freising)
Deutscher Part: Oliver Bürgin
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in Berlin, am Dienstag, den 3. November 2015, um 20.00 Uhr im DTK-Wasserturm (Kopischstr. 7, 10965 Berlin-Kreuzberg)
Veranstalter: Hammett-Krimibuchhandlung (wegen Karten)
Deutscher Part: Joachim Paul Assboeck
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in Hamburg, am Mittwoch, den 4. November 2015, um 19.30 Uhr im Kampnagel (Jarrestraße 20, 22303 Hamburg) im Rahmen des Krimifestival Hamburg 2015 und Thirller-Autorin Jilliane Hoffman sitzt neben ihm auf der Bühne.
Deutscher Part: Tim Grobe
Moderation: Birgit Hasselbusch
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Hinweise

Homepage von Jason Starr (sogar mit einigen Worten an seine deutschen Leser)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)

Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)

Meine Besprechung von Jason Starrs “Brooklyn Brothers” (Lights Out, 2006)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Stalking“ (The Follower, 2007)

Meine Besprechung von Jason Starrs „Panik“ (Panic Attack, 2009)

Meine Besprechung von Jason Starrs “Wolverine MAX: Der Beschützer” (Wolverine MAX – Volume Two, 2013)

Meine Besprechung von Jason Starr/Felix Ruiz/Roland Boschis „Wolverine MAX: Logan Extrem“ (Wolverine MAX 11 – 15: Extreme Logan, Chapter 1 – 5, 2013/2014)

Jason Starr in der Kriminalakte