TV-Tipp für den 28. Dezember: Werk ohne Autor

Dezember 27, 2020

ARD, 20.15

Werk ohne Autor (Deutschland 2018)

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck

TV-Premiere. Dreistündiges Biopic über den Künstler Kurt Barnert von seiner Kindheit 1937 bis zu seinem Durchbruch 1966 in Wuppertal.

Das ist nicht wirklich schlecht, trotz der Länge unterhaltsam und auch kurzweilig, aber letztendlich nur bildungsbürgerliches Erbauungskino, das brav den Nationalsozialismus, die DDR und die frühen Jahre der BRD an der Biographie des Künstlers Kurt Barnert abhandelt.

Das reale Vorbild für Barnert war Gerhard Richter. Der war von dem Film, nachdem er den Trailer (!) gesehen hatte, nicht begeistert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci, Hanno Koffler, Cai Cohrs, Jörg Schüttauf, Jeanette Hain, Ina Weise, Lars Eidinger, Jonas Dassler, Ben Becker, Hinnerk Schönemann

Wiederholung: Mittwoch, 30. Dezember, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Das Buch zum Film

Florian Henckel von Donnersmarck: Werk ohne Autor

Suhrkamp, 2018

200 Seiten

18 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Werk ohne Autor“

Moviepilot über „Werk ohne Autor“

Rotten Tomatoes über „Werk ohne Autor“

Wikipedia über „Werk ohne Autor“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ (Deutschland 2018)


TV-Tipp für den 6. Oktober: Das Leben der Anderen

Oktober 5, 2019

Arte, 20.15

Das Leben der Anderen (Deutschland 2006)

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck

Ostberlin, 1984: Ein linientreuer, hundertfünfzigprozentiger Stasi-Hauptmann soll ein freigeistiges Künstlerpaar ausspionieren – und beginnt darüber an seiner Mission zu zweifeln.

Hier trifft der Spruch vom Fluch des ersten Werkes wohl zu: mit seinem Spielfilmdebüt hatte Florian Henckel von Donnersmarck einen weltweiten Kritiker- und Publikumserfolg. Neben zahlreichen Preisen erhielt das Stasi-Drama auch den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Danach ging es für von Donnersmarck in Richtung Hollywood. Er inszenierte „The Tourist“ (2010). Ein Flop. 2018 kam dann sein dritter Film, „Werk ohne Autor„, in die Kinos

mit Ulrich Mühe, Martina Gedeck, Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Matthias Brenner, Herbert Knaup, Charly Hübner

Hinweise

Filmportal über „Das Leben der anderen“

Rotten Tomatoes über „Das Leben der anderen“

Wikipedia über „Das Leben der anderen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ (Deutschland 2018)


DVD-Kritik: „Die Geiselnahme“ ist bel canto

März 15, 2019

Der japanische Industrielle Katsumi Hosokawa (Ken Watanabe) freut sich auf einen Auftritt der von ihm bewunderten weltbekannten Sopranistin Roxane Coss (Julianne Moore). Sie wurde nach Südamerika eingeladen, um dort in der Villa des Vizepräsidenten vor einem ausgewählten Publikum zu singen. Die Sängerin hatte Auftritt in dem gefährlichen Land so lange abgelehnt, bis die Gage eine Höhe erreichte, bei der sie nicht mehr ablehnen konnte. Die Regierung möchte, dass Hosokawa an dem Abend mit dem Präsidenten ein lukratives Geschäft beschließt. Der Präsident kommt allerdings nicht zu dem Privatkonzert. Er will sich lieber eine Telenovela ansehen. Dafür taucht eine Gruppe Terroristen auf, die den Präsidenten entführen will. Weil der nicht da ist, nehmen sie spontan alle Gäste als Geisel.

Die Geiselnahme“ beginnt wie ein gewöhnlicher Geiselnahme-Thriller mit Sebastian Koch als Mann vom Internationalen Roten Kreuz, der der Verhandler sein wird.

Aber dann hat Paul Weitz, der hier den Roman „Bel Canto“ von Ann Patchett verfilmte, wenig Interesse daran, dem bekannten Regeln eines Thrillers zu folgen. Er konzentriert sich auf die Geisel und die Geiselnehmer, die eine besondere Abart des Stockholm-Syndroms entwickeln. Ihr Leben in der Villa wird zunehmend zu einem absurden Theaterspiel, in dem sie in einer Zwischenwelt verschwinden. Es ist ein Stillstand, den sie mit persönlichen Gesprächen, Liebeleien, Schach, Gesang und, nun, der gegenseitigen Fortbildung von Sprachen, Gesang, Kochkunst und auch Liebe verbringen. Die Grenzen zwischen den Gefangenen und den Guerilleros verschwimmen dabei zunehmend.

Das ist als vorsichtiger Ausbruch aus den Konventionen des Genres durchaus interessant.

Produzent, Regisseur und Drehbuchautor Paul Weitz inszenierte mehrere Folgen der Amazon Original Serie „Mozart in the Jungle“. Zu seinen Spielfilmen, für die er auch oft das Drehbuch schrieb, gehören „American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen“ (American Pie, 1999), „About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ (About a Boy, 2002), „Meine Frau, unsere Kinder und ich“ (Little Fockers, 2010), „Being Flynn“ (Being Flynn, 2012, ebenfalls mit Julianne Moore) und „Grandma“ (Grandma, 2015).

Reneé Fleming übernahm für Julianne Moore den Gesang.

Ann Patchetts Inspiration für ihren in einem nicht genannten südamerikanischen Land spielenden Roman war die weltweit aufsehen erregende Geiselnahme in der japanischen Botschaft in Lima, Peru, 1996/97. Damals nahmen Mitglieder der Movimiento Revolucionario Túpac Amaru hundertzwanzig hochrangige Geschäftsleute und Politiker als Geisel. Die Geiselnahme wurde nach 126 Tage am 22. April 1997 blutig beendet.

Die Geiselnahme (Bel Canto, USA 2018)

Regie: Paul Weitz

Drehbuch: Paul Weitz, Anthony Weintraub

LV: Ann Patchett: Bel Canto, 2001 (Bel Canto)

mit Julianne Moore, Ken Watanabe, Sebastian Koch, Christopher Lambert, Ryo Kase, Tenoch Huerta, Noé Hernández, Johnny Ortiz, María Mercedes Coroy, Ethan Simpson, Gabo Augustine, Carmen Zilles, Eddie Martinez

DVD

DCM World/Universum Film

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Featurette „Charaktere“, Featurette „Geschichte des Films“, Wendecover

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Geiselnahme“

Metacritic über „Die Geiselnahme“

Rotten Tomatoes über „Die Geiselnahme“

Wikipedia über „Die Geiselnahme“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Florian Henckel von Donnersmarck schafft ein „Werk ohne Autor“

Oktober 4, 2018

Unabhängig von dem, was ich gleich über Florian Henckel von Donnersmarcks neuen Film „Werk ohne Autor“ schreiben werde, muss ich eins klarstellen: die über drei Stunden, die der Film dauert, vergingen schnell. Ich musste nicht gegen den Schlaf kämpfen, rutschte nicht unruhig im Kinosessel herum und biss nicht die vordere Sesselreihe durch. Das gelingt nicht jedem Film. Vor allem nicht über eine so epische Laufzeit hinweg.

Aber die Entscheidung von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ in das Rennen um den Auslandsoscar zu schicken, verstehe ich nicht. Zur Auswahl standen auch „Transit“, „Mackie Messer – Der Dreigroschenfilm“, „Das schweigende Klassenzimmer“ und „Der Hauptmann“. Alles interessante Filme, die nicht so hemmungslos auf einen Oscar schielen wie „Werk ohne Autor“. Und gegen unseren letztjährigen Oscarbewerber, Fatih Akins „Aus dem Nichts“, ist „Werk ohne Autor“ langweiliges, bildungsbürgerliches Erbauungskino, das brav den Nationalsozialismus, die DDR und die frühen Jahre der BRD an der Biographie des Künstlers Kurt Barnert abhandelt.

Das Vorbild für Kurt Barnert ist Gerhard Richter

Bevor von Donnersmarck das Drehbuch schrieb, konnte er sich einen Monat mit Richter unterhalten und ihn begleiten. Er hätte also genug Material für ein Biopic gehabt. Aber er entschloss sich zur fiktionalisierten Version, in der Kenner des Lebens und Werks von Richter ihn immer erkennen. Aber im Detail ist unklar, ob die Szene erfunden oder wahr ist. Auch andere Charaktere, die auf wahren Personen basieren, haben im Film andere Namen. So heißt Joseph Beuys im Film Antonius van Verten und Oliver Masucci zeigt wieder einmal sein Talent. Auch die anderen Schauspieler überzeugen.

Wer sich mit der deutschen Kunstgeschichte nicht so auskennt, kann die Informationen im Film wie ein Schwamm aufsaugen und sie dann irgendwann kleinteilig mit der Wirklichkeit vergleichen.

Das erste Mal begegnen wir Kurt Barnert als er 1937 mit seiner Tante Elisabeth in Dresden die Ausstellung „Entartete Kunst“ besucht und, wie in einem Brennglas, alle wichtigen Themen des Films angesprochen werden.

In den folgenden drei Stunden erzählt von Donnersmarck dann Barnerts Leben bis zu seiner ersten großen Ausstellung 1966 in der Kunsthalle Wuppertal, wo Barnert Probleme hat, sein Werk zu erklären. Das tut dann ein Journalist, vor dem Portrait von Tante Elisabeth stehend, für eine TV-Reportage: „Zufällig gewählte Illustriertenbilder, Passfotos vom Automaten, beliebige Schnappschüsse aus Familienalben – alles unscharf abgemalt. Mit solchen Bildern, die aus unerklärlichen Gründen eine echte Kraft besitzen, scheint sich Kurt Barnert zum führenden Künstler seiner Generation zu entwickeln – und das mit der totgewähnten Malerei! Aber wie viele in seiner Generation hat er nichts zu erzählen, nichts zu sagen, löst sich von jeder Tradition, verabschiedet sich vom biographischen Ansatz in der Kunst und schafft so zum ersten Mal in der Kunstgeschichte…ein Werk ohne Autor.“

Der Film verästelt sich, nimmt sich Zeit für Abschweifungen und zeigt einiges ausführlicher als nötig, während Barnert eher passiv ist. Er ist nicht der Künstler, der bereits seine Sprache gefunden hat und der fanatisch ein Projekt verfolgt. In der DDR malt er akribisch ein Wandfresko. In Düsseldorf experimentiert er. Wie die anderen Studenten. Dabei wirkt Barnerts Experimentieren nicht wie die Suche nach einer eigenen Sprache, sondern wie das Erfüllen des Pflichtprogramms.

Neben Barnerts Geschichte erzählt von Donnersmarck auch die Geschichte von Tante Elisabeth, die psychisch gestört ist und von ihrem Arzt, Professor Carl Seeband, in den Tod geschickt wird. Er erzählt auch Seebands Geschichte, dem es immer gelingt, zur herrschenden Klasse der verschiedenen Systeme zu gehören und der sich immer wieder in das Leben seiner Tochter einmischt. Denn für ihn ist ein Künstler kein Mann für seine Tochter.

Und immer wieder gelingen von Donnersmarck einprägsame Szenen. Teils, wenn die Busfahrer auf dem Busbahnhof auf Bitten von Tante Elisabeth hupen und sie „hebt die Arme wie in Ekstase, lässt die Erschütterung des tiefen Hornklangs durch sich wogen. Musikerlebnis der extremen Art.“ (Drehbuch), als Überwältigungskino. Teils dank der Schauspieler und dem Inhalt der Szene.

Werk ohne Autor“ ist allerdings auch ein strikt chronologisch erzählter Film, der weder Fisch noch Fleisch ist. Er ist kein straffer Zwei-Stundenkinofilm, der einen Konflikt zuspitzt. Er ist auch keine vier- oder sechsstündige Mini-TV-Serie, in der verschiedene Plots nebeneinander her laufen können ohne sich jemals zu kreuzen. Wobei von Donnersmarck sich eher für die das bildungsbürgerliche Publikum ansprechende Mini-TV-Serie interessiert, die allerdings zu lang für einen Kinobesuch wäre.

Und so ist die Szene, die visualisiert, warum von Donnersmarck den Film drehte und die in einem Zwei-Stundenfilm die große Szene, auf die alles hinausläuft, wäre, komplett verschenkt.

Die Inspiration für „Werk ohne Autor“ war ein vor etwa zehn geführtes Interview, bei dem der Interviewer, „Tagesspiegel“-Reporter Jürgen Schreiber, von Donnersmarck erzählte, er habe gerade eine Biographie über Gerhard Richter geschrieben. Die Inspiration dazu war seine Tagesspiegel-Reportage über Richter, in der er enthüllte, dass Richters Tante Marianne Schönfelder (verewigt in dem Portrait „Tante Marianne“) von NS-Ärzten umgebracht wurde und dass Richters Schwiegervater, Prof. Dr. Heinrich Eufinger, als SS-Obersturmbannführer bei der Sterilisierung geistig Behinderter eine maßgebliche Rolle spielte. Richter hat das anscheinend erst durch Schreibers Reportage erfahren.

Für von Donnersmarck war diese Geschichte und die damit verbundenen Verstrickungen die Inspiration für „Werk ohne Autor“. Im Film sehen wir dann auch, wie Barnert ausgehend von Fotografien von seiner Tante Elisabeth, Passfotos von Seeband und der Verhaftung des Naziverbrechers Burghard Kroll diese Fotos nachzeichnet und ineinander übergehen lässt. In diesem Bild verbindet er das Schicksal seiner Tante mit dem eines Psychiaters, der das Euthansie-Programm initiierte, das Seeband willig ausführte. Das Bild fasst damit mehrere Jahrzehnte deutscher Geschichte zusammen. Und es wäre, wenn Barnert gewusst hätte, was er malt, eine Anklage gegen seinen Schwiegervater.

Als dieser das Bild bei einem Besuch in Barnerts Atelier sieht, reagiert er verstört. Es ist durch die Inszenierung offensichtlich, dass Seeband die volle Bedeutung des Bilds erfasst, dass er seine Vergangenheit sieht und er davon ausgeht, dass Barnert sie auch kennt.

Dieser Moment könnte die Rache des Künstlers an dem Mörder seiner Tante sein. Er ist es allerdings nicht. Denn Barnert kennt den Mörder seiner Tante nicht. Er hat auch keine Ahnung von Seebands Verstrickungen mit dem Nazi-Regime und wie sehr er sich immer wieder in Barnerts Leben einmischt.

Von Donnersmarck verschenkt genau den Moment, auf den implizit der gesamte Film hinausläuft.

Sein dritter Spielfilm ist auch ein Film über die moderne Kunst, auf die er allerdings immer wieder verächtlich herabblickt. Das zeigt sich vor allem an den in der Kunstakademie Düsseldorf spielenden Szenen. So führt Harry Preuser Barnert am ersten Tag durch die Akademie und äußerst sich sehr spöttisch über die Akademie und seine Mitstudenten. Die Projekte der Studenten scheinen vor allem eine von jeglicher Technik und Handwerk befreite Selbstverwirklichung zu sein. Und Professor van Verten ist ein enigmatischer Scharlatan, der sich nicht für die Werke seiner Studenten interessiert.

Im Gegensatz zum am 31. Oktober startendem „Queen“-Biopic „Bohemian Rhapsody“ zeigt „Werk ohne Autor“ die Phase des Suchens, der Irrwege und der missglückten Versuche im Leben eines Künstlers. Es ist ein Portrait der Kindheit, Jugend und der Lehrlingsphase eines Künstlers. Gleichzeitig zeichnet von Donnersmarck über drei Stunden betulich, im Stil eines TV-Mehrteilers ein Bild Deutschlands von 1937 bis 1966.

Werk ohne Autor (Deutschland 2018)

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck

mit Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci, Hanno Koffler, Cai Cohrs, Jörg Schüttauf, Jeanette Hain, Ina Weise, Lars Eidinger, Jonas Dassler, Ben Becker, Hinnerk Schönemann

Länge: 189 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Das Buch zum Film

Mit vielen Filmbildern, dem Drehbuch, einem Interview mit Florian Henckel von Donnersmarck und einem Gespräch zwischen dem Künstler Thomas Demand und dem Filmemacher Alexander Kluge über den Film. Beide Gespräche sind interessant.

Aber gerade wegen der Filmgeschichte hätte man gerne mehr über die Unterschiede zwischen Richters Biographie und dem Film erfahren. In einem eigenem Text oder einem Essay über Richters Wirken und die Kunst in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg.

Florian Henckel von Donnersmarck: Werk ohne Autor

Suhrkamp, 2018

200 Seiten

18 Euro

 

Die Kinotour

Donnerstag, 04.10.2018

Thalia (Rudolf-Breitscheid-Straße 50, 14482 Potsdam)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 18.00 Uhr

Freitag, 05.10.2018

Capitol (Wismarsche Str. 128, 19053 Schwerin)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 16.45 Uhr

Filmpalast (Fährsteg 1, 21337 Lüneburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 19.00 Uhr

Scala (Apothekenstr. 17, 21335 Lüneburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 20.00 Uhr

Samstag, 06.10.2018

Schauburg (Vor dem Steintor 114, 28203 Bremen)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 17.00 Uhr

Casablanca (Johannisstraße 17, 26121 Oldenburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 19.30 Uhr

Sonntag, 07.10.2018

Arthouse Osnabrück (Erich-Maria-Remarque-Ring 16, 49074 Osnabrück)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 11.30 Uhr

Cineplex Schloßtheater (Melchersstraße 81, 48149 Münster)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 17.00 Uhr

 

Donnerstag, 11.10.2018

Lichtburg (Elsässer Str. 26, 46045 Oberhausen)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 18.30 Uhr

Cinema (Schneider-Wibbel-Gasse 5, 40213 Düsseldorf)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 20.00 Uhr

Freitag, 12.10.2018

Kinocenter Gießen (Bahnhofstr. 34, 35390 Gießen)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Tom Schilling, Sebastian Koch

Filmstart: 18.30 Uhr

Cineplex (Biegenstraße 8, 35037 Marburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Tom Schilling, Sebastian Koch

Filmstart: 20.00 Uhr

Samstag, 13.10.2018

Buchmesse Frankfurt am Main (Suhrkamp-Stand Halle 4.1 F14/F17)

11.00 -11.30 Uhr Signierstunde Florian Henckel von Donnersmarck

Werk ohne Autor – Filmbuch“

Spiegel-Stand (Halle 3.0/D56 Hauptstand)

12.00 – 12.30 Uhr Spiegel-Gespräch mit Florian Henckel von Donnersmarck

Casino (Ohmbachgasse 1, 63739 Aschaffenburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Tom Schilling, Sebastian Koch

Filmstart: 14.45 Uhr

Cinema (Roßmarkt 7, 60311 Frankfurt am Main)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Tom Schilling, Sebastian Koch

Filmstart: 16.15 Uhr

Sonntag, 14.10.2018

Schauburg (Marienstraße 16, 76137 Karlsruhe)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Tom Schilling, Sebastian Koch

Filmstart: 13.00 Uhr

Forum (Hauptstraße 111, 77652 Offenburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 18.00 Uhr

Freidrichsbau Lichtspiele (Kaiser-Joseph-Straße 268-270, 79098 Freiburg i. B.)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 20.00 Uhr

 

Donnerstag, 18.10.2018

Museum Kino (Am Stadtgraben 2, 72070 Tübingen)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 19.00 Uhr

Atelier am Bollwerk (Hohe Str. 26, 70176 Stuttgart)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 19.00 Uhr

Freitag, 19.10.2018

Regina (Holzgartenstraße 22, 93059 Regensburg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch, Paula Beer

Filmstart: 19.00 Uhr

Cinecitta (Gewerbemuseumspl. 3, 90403 Nürnberg)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 19.00 Uhr

Samstag, 20.10.2018

Passage (Hainstraße 19 a, 04109 Leipzig)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 17.00 Uhr

Programmkino Ost (Schandauer Str. 73, 01277 Dresden)

Vor Ort: Florian Henckel von Donnersmarck, Sebastian Koch

Filmstart: 19.45 Uhr

Puh, das ist ja anstrengender als die Dreharbeiten.

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Werk ohne Autor“

Moviepilot über „Werk ohne Autor“

Rotten Tomatoes über „Werk ohne Autor“

Wikipedia über „Werk ohne Autor“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 25. März: Bridge of Spies – Der Unterhändler

März 25, 2018

Pro7, 20.15

Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies, USA 2015)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen

Eher widerwillig übernimmt Versicherungsanwalt James B. Donovan 1957 ein Pflichtmandat: die Verteidigung des Sowjetspions Rudolf Abel. Er kann die Todesstrafe für Abel verhindern und als, Jahre später, über Russland ein CIA-Spion abgeschossen wird, soll Donovan mit den Sowjets über einen Gefangenenaustausch verhandeln.

Spielberg erzählt in seinem hochspannenden Thriller, immer nah an den Fakten, die Geschichte des ersten Gefangenenaustauschs auf der Glienicker Brücke.

Mehr, viel mehr, auch über James B. Donovans ausführlichen Bericht darüber, in meiner ausführlichen Buch- und Filmbesprechung.

mit Tom Hanks, Mark Rylance, Scott Shepherd, Amy Ryan, Sebastian Koch, Alan Alda, Austin Stowell, Mikhail Gorevnoy, Will Rogers

Wiederholung: Montag, 26. März, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Die Hintergrundgeschichte

Donovan - Strangers on a Bridge - 4

Es gibt inzwischen mehrere Sachbücher, die sich mit diesem Agentenaustausch beschäftigen. Spielbergs Film basiert explizit auf keiner Vorlage.
Dennoch wird die zum Filmstart erschienene Neuausgabe von James B. Donovans „Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel“ vom Goldmann- Verlag als die Hintergrundgeschichte zum Film beworben, was durchaus zutreffend ist. Immerhin verteidigte Donovan Abel und er verhandelte den Agentenaustausch.
Wer also tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, sollte sich diesen spannenden Erlebnisbericht eines Zeitzeugen, geschrieben mit dem damaligen Wissen, zulegen.

James B. Donovan: Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel
(übersetzt von Eva Bornemann und Michael Molitor; mit einem neuen Vorwort von Jason Matthews)
Goldmann, 2015
560 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
Strangers on a Bridge – The Case of Colonel Abel
Atheneum House, Inc., 1964

Frühere deutsche Ausgabe
Der Fall des Oberst Abel
Scheffler-Verlag, 1965

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Bridge of Spies“
Moviepilot über „Bridge of Spies“
Metacritic über „Bridge of Spies“
Rotten Tomatoes über „Bridge of Spies“
Wikipedia über „Bridge of Spies“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Bridge of Spies“
Das Drehbuch zum Film

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Am 5. April läuft Steven Spielbergs neuester Film „Ready Player One“ an. Seine Verfilmung von Ernest Clines SF-Roman ist buntes Abenteuer für Jugendliche (und Nerds), das all die Momente hat, die man bei einem Film des Regisseurs von „E. T.“ erwartet und vollgestopft mit popkulturellen Anspielungen ist. Zum Kinostart gibt es die Filmkritik. Bis dahin:

 

 


TV-Tipp für den 28. Februar: Das Leben der Anderen

Februar 27, 2018

3sat, 22.25

Das Leben der Anderen (Deutschland 2006)

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck

Ostberlin, 1984: Ein linientreuer, hundertfünfzigprozentiger Stasi-Hauptmann soll ein freigeistiges Künstlerpaar ausspionieren – und beginnt darüber an seiner Mission zu zweifeln.

Hier trifft der Spruch vom Fluch des ersten Werkes wohl zu: mit seinem Spielfilmdebüt hatte Florian Henckel von Donnersmarck einen weltweiten Kritiker- und Publikumserfolg. Neben zahlreichen Preisen erhielt das Stasi-Drama auch den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Danach ging es für von Donnersmarck in Richtung Hollywood. Er inszenierte „The Tourist“ (2010). Ein Flop. Und seitdem nichts mehr.

mit Ulrich Mühe, Martina Gedeck, Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Thomas Thieme, Matthias Brenner, Herbert Knaup, Charly Hübner

Hinweise

Filmportal über „Das Leben der anderen“

Rotten Tomatoes über „Das Leben der anderen“

Wikipedia über „Das Leben der anderen“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 30. November: Unknown Identity

November 30, 2017

Vox, 22.50

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Freitag, 1. Dezember, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; dito)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (The Shallows, USA 2016)

Am 11. Januar startet die nächste Zusammenarbeit von Jaume Collet-Serra und Liam Neeson, auf die ich mich schon sehr freue: The Commuter


DVD-Kritik: „Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter“ will ein Vater Gerechtigkeit

Mai 6, 2017

Vor einigen Jahren ging der Fall durch die Medien. Ein Vater hatte den Mörder seiner Tochter entführen gelassen und den zuständigen Behörden überstellt.

Das war 2009 im deutsch-französischen Grenzgebiet und der Entführung gingen jahrzehntelange Versuche des Vaters André Bamberski (Daniel Auteuil, der in einigen Szenen als Lino-Ventura-Doppelgänger durchgehen könnte) voraus, das Gerichtsurteil gegenüber Dieter Krombach (Sebastian Koch), dem Mörder seiner Tochter, vollstrecken zu lassen.

Bamberskis vierzehnjährige Tochter Kalinka starb am 10. Juli 1982. Mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Pierre verbrachte sie die Ferien in Lindau bei ihrer Mutter. Sie lebte damals mit dem Arzt Dieter Krombach zusammen. Sie hatten sich einige Jahre früher, als sie noch mit Bamberski verheiratet war, kennen gelernt.

Nach der ersten Obduktion war Kalinkas Tod ein bedauerlicher Unfall. Eine Verkettung unglücklicher Umstände. Weil Bamberski erfährt, dass bei der Leichenschau einiges seltsam war, veranlasst er eine zweite Obduktion. Dieses Mal allerdings in Frankreich. Danach spricht vieles dafür, dass Kalinka getötet wurde.

Bamberski hält Krombach für den Täter. Er strengt ein Gerichtsverfahren an.

1995 wird Krombach in Abwesenheit vom Pariser Schwurgericht zu 15 Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Weil Krombach in Deutschland ist, wird das Urteil nicht vollstreckt. Auch der internationale Haftbefehl, nach dem Deutschland Krombach nach Frankreich ausliefern müsste, wird nicht vollstreckt.

Bamberski versucht in den folgenden Jahres alles, was mit legalen Mitteln möglich ist, um das Urteil vollstrecken zu lassen, während Deutschland blockiert und auch Frankreich kein besonders großes Interesse an einer Vollstreckung des Urteils hat.

Das Blatt scheint sich 1997 zu wenden, als Krombach in Kempten angeklagt wird, eine sechzehnjährige Patientin betäubt und vergewaltigt zu haben. Bamberski erinnert der Tathergang an den Tod seiner Tochter. Während der Verhandlung erfährt er von weiteren Teenagern, die von Krombach vergewaltigt wurden.

Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter“ erzählt den bekannten Fall als Spielfilm, der sich auf André Bamberski konzentriert und die Geschichte akribisch nacherzählt. Dabei verzichtet Vincent Garenq („Haftbefehl“, „The Clearstream Affair“) auf mögliche Dramatisierungen. Er verknappt die Geschichte auf die wichtigsten Momente. Das führt dazu, dass „Der Fall Kalinka“ mehr wie ein Dokumentarfilm wirkt, der die Geschichte mit einigen nachgestellten Szenen aus der Perspektive des Vaters erzählt, der Gerechtigkeit will und beharrlich dafür kämpft. Das hat unbestritten, auch wegen der grandiosen Schauspieler, seine emotionale Wucht. Es bleiben allerdings auch Fragen offen. So erfahren wir nicht, warum Deutschland sich so beharrlich gegen die Auslieferung wehrt, warum Krombach so lange junge Frauen sexuell missbrauchen kann und warum Bamberskis Ex-Frau so lange bei dem Mörder ihrer Tochter bleibt.

Aufgrund der gewählten, sich konsequent objektiv gebenden dokumentarischen Erzählweise verzichten Garenq und sein Co-Drehbuchautor Julien Rappeneau („36 – Tödliche Rivalen“, „Largo Winch II“, „Zulu“) auf mögliche Psychologisierungen. Sie verzichten auch, obwohl „Der Fall Kalinka“ erkennbar in der Tradition der französischen Polit-Thriller steht, auf eine Anklage gegen bestimmte Missstände oder das System. Das nimmt dem Film einiges von seiner potentiellen emotionalen Wirkung. Sehenswert ist er trotzdem.

Das Bonusmaterial besteht aus kurzen Interviews mit Regisseur Vincent Garenq (deutsch untertitelt) und Sebastian Koch.

Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter (Au nom de ma fille, Frankreich 2016)

Regie: Vincent Garenq

Drehbuch: Julien Rappeneau, Vincent Garenq

mit Daniel Auteuil, Sebastian Koch, Marie-Josée Croze, Christelle Cornil, Lilas-Rose Gilberti, Emma Besson, Christian Kmiotek, Serge Feuillard, Fred Personne, Thérèse Roussel, Tom Hudson

Kinotitel war „Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka“

DVD

Koch Media

Bild: 2,.35:1

Ton: Deutsch, Deutsch mit Audiodeskription, Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Interviews, Deutscher Trailer, Deutscher Teaser, Bildergalerie

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter“

AlloCiné über „Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter“

Rotten Tomatoes über „Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter“

Wikipedia über „Der Fall Kalinka – Im Namen meiner Tochter“ (deutsch, englisch, französisch)

Das Kinoplakat

 


TV-Tipp für den 7. April: Unkown Identity

April 7, 2016

Vox, 20.15

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Freitag, 8. April, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras “Non-Stop” (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; und noch einmal mit Liam Neeson)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Danish Girl“ ist ein Junge, der ein Mädchen ist

Januar 9, 2016

Es beginnt, wie so oft, als harmloser Spaß: Gerda Wegener (Alicia Vikander) bittet ihren Mann Einar (Eddie Redmayne) für eines ihrer Gemälde Modell zu stehen. In Frauenkleidern, weil das ursprüngliche Modell nicht gekommen ist. Einar, selbst ein erfolgreicher Landschaftsmaler, tut es – und irgendetwas lösen die Frauenkleider bei ihm aus. Er zieht sich ab jetzt öfter Frauenkleider an. Zuerst nur in ihrer großen Künstlerwohnung in Kopenhagen. Mit Gerdas Hilfe schminkt er sich und man könnte ihn für eine Frau halten.
Aus Spaß, so wie Teenager versuchen, mit Verkleidungen und verstellter Stimme andere zu narren, gehen sie kurz darauf auf einen großen Empfang in der Kunstakademie. Einar, der sich als Lili Elbe vorstellen lässt, ist zwar schüchtern und unsicher, aber es gefällt ihm auch, zu sehen, wie die Leute ihn als Frau hofieren und zu hören, was die Leute über ihn sagen. Denn Einar Wegener ist ja nicht zu dem Fest gekommen. Und, falls ihr Scherz aufgeflogen wäre, hätten sie sich auch Mitte der Zwanziger (der Film beginnt 1926) damit herausreden können, dass sie als Künstler, die eine naturgegebene Narrenfreiheit genießen, sich einen Spaß erlaubten.
Nun, niemand erkennt Einar, obwohl seine Maskierung aus heutiger Sicht gar nicht besonders gut ist.
Im folgenden erzählt „The King’s Speech“-Regisseur Tom Hooper, mit einigen Freiheiten (aber weniger Freiheiten als sich David Ebershoff in seinem Roman „Das dänische Mädchen“ nahm) diese wahre Geschichte von Einar Wegener nach. Denn Einar Wegener ist bekannter als Lili Elbe, die eine der ersten Menschen war, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. In ihrem Lebensbericht „Fra mand til kvinde“ (Ein Mensch wechselt sein Geschlecht) hielt sie diese Erfahrungen fest. Sie starb nach Komplikationen bei einer dritten Operatiom am 12. September 1931.
Im Mittelpunkt des Films steht allerdings nicht ihre Geschlechtsumwandlung, sondern die Liebe zwischen Einar, die zunehmend ihrer weiblichen Seite, ihrem wahren Geschlecht, verfällt, und Gerda Wegener, die ihrem Mann immer unterstützt, auch wenn er dadurch immer weniger der Mann ist, den sie heiratete. Ihre lesbischen Neigungen ignoriert der Film, der so in den beruhigenden Gewässern einerr normalen heterosexuellen Liebe, die vor einer Prüfung steht, bleibt.
Diese Abweichungen von der historischen Wahrheit sind allerdings nicht das Problem des Films, sondern dass die Geschichte, obwohl es eine wahre Geschichte ist, sich nie wahr anfühlt, sondern immer wie die Fantasie eines Drehbuchautors wirkt, der einige populäre Topoi (Transgender, Zwanziger Jahre, Künstlerleben) zusammenwirft. So kommt Lili Elbes sexuelles Erwachen zu schnell. Gerdas bedingungslose Liebe zu ihr und auch die mangelnde Irritation über die seltsamen Gefühle ihres Ehemannes sind zu groß, um glaubhaft zu sein. Das gesamte Umfeld bleibt erstaunlich passiv. So als fiele niemandem die Veränderung bei dem Landschaftsmaler Einar Wegener auf und auch die Ähnlichkeiten zwischen Einar, Lilli und den Porträts, die Gerda von Lilli zeichnet werden nicht wahrgenommen. Letztendlich reagieren alle auf Einars Wunsch, eine Frau zu werden, als ob er sich seine Haare anders schneiden lassen möchte. Und das ist nichts, über das man groß diskutieren muss oder man mit seinen Ansichten über Geschlechter und ihre Rollen in Frage stellen muss.
Letztendlich ist „The Danish Girl“, auch wenn die Frage, ob Einar oder Gerda das titelgebende Mädchen ist, gut gespieltes und gut inszeniertes Kino, das auf der einen Seite nichts wirklich falsch macht, aber auf der anderen Seite auch nicht wirklich begeistert oder, Gott bewahre!, verunsichert. Das würde beim Erzählen seiner großen Liebesgeschichte stören.

The Danish Girl - Plakat

The Danish Girl (The Danish Girl, Großbritannien/Deutschland/USA 2015)
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: Lucinda Coxon
LV: David Ebershoff: The Danish Girl, 2000 (Das dänische Mädchen)
mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Amber Heard, Matthias Schoenaerts, Ben Whishaw, Sebastian Koch
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „The Danish Girl“
Metacritic über „The Danish Girl“
Rotten Tomatoes über „The Danish Girl“
Wikipedia über „The Danish Girl“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „The Danish Girl“

Ein Gespräch mit Tom Hooper, Eddie Redmayne und Alicia Vikander (aufgenommen beim TIFF)

Und DP/30 unterhält sich mit Tom Hooper über seinen Film und den ganzen Rest


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Agentenaustausch auf der „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ist auch dabei

November 26, 2015

Als James Donovan (Tom Hanks) 1957 die Anfrage für ein Pflichtmandat erhält, will er zuerst ablehnen. Nach dem Krieg war er zwar Assistent des Hauptanklagevertreters bei den Nürnberger Prozessen, aber jetzt ist er vor allem ein Versicherungsanwalt. Strafrecht hat er schon lange nicht mehr praktiziert. Aber solche Pflichtmandate müssen gemacht werden. Er wird also Rudolf Abel (Mark Rylance) verteidigen. Abel ist ein hochrangiger sowjetischer Spion und ihm droht die Todesstrafe. Donovan kann sie verhindern, indem er argumentiert, dass es möglich sei, dass in naher Zukunft die Sowjets einen wichtigen US-Bürger verhaften. Dann könne man die Gefangenen austauschen.
Am 1. Mai 1960 schießen die Sowjets den U-2-Piloten und CIA-Spion Francis Gary Powers während eines Spionagefluges, den er über ihrem Gebiet unternimmt, ab. Sie präsentieren ihn und seine Spionageausrüstung im Fernsehen und verurteilen ihn zu einer langjährigen Haftstrafe.
Anfang 1962 soll Donovan im Auftrag der US-Regierung in Berlin über den Austausch verhandeln.
Auch wenn man weiß, wie die Geschichte damals endete – es war der erste Gefangenenaustausch zwischen Ost und West, die Medien berichteten damals nachträglich groß darüber und Donovan veröffentlichte schon 1964 ein Buch über seine Begegnung mit Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel und den Gefangenenaustausch – ist „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ ein spannender Thriller, in dem Steven Spielberg nach der enttäuschenden Geschichtsstunde „Lincoln“ wieder zur gewohnten Form zurückkehrt. Denn trotz einer Laufzeit von über 140 Minuten wird es nie langweilig. Das straffe und pointierte Drehbuch von Matt Charman und den Coen-Brüdern half sicher. Alle Hintergründe werden erklärt (was bei „Lincoln“ ein Problem war), die Geschichte entwickelt sich beständig weiter und die Schauspieler dürfen mit klugen Sätzen brillieren, während die Ausstattung sich im Zeitkolorit badet und Spielbergs Stamm-Kameramann Janusz Kaminski (der für „Schindlers Liste“ und „Saving Private Ryan“ Oscars erhielt) die damalige Zeit und auch die damals beliebten, heute eher vergessenen Kalter-Krieg-Thriller, in denen es in Ost-Berlin mindestens fünf Grad kälter als in West-Berlin ist, wieder aufleben lässt. Dass auch an historischen Orten, wie der Glienicker Brücke, an der dieser erste von mehreren Gefangenaustäusche stattfand, gedreht wurde, erhöht nur die Glaubwürdigkeit der wahren Geschichte, bei der sich für den Film einige wenige Freiheiten genommen wurden, die vor allem Geschichts-Geeks in den Wahnsinn treiben.
Alle anderen dürfen einen feinen Schauspielerfilm genießen.

Bridge Of Spies - Plakat

Bridge of Spies – Der Unterhändler (Bridge of Spies, USA 2015)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Matt Charman, Ethan Coen, Joel Coen
mit Tom Hanks, Mark Rylance, Scott Shepherd, Amy Ryan, Sebastian Koch, Alan Alda, Austin Stowell, Mikhail Gorevnoy, Will Rogers
Länge: 142 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Die Hintergrundgeschichte

Donovan - Strangers on a Bridge - 4

Es gibt inzwischen mehrere Sachbücher, die sich mit diesem Agentenaustausch beschäftigen. Spielbergs Film basiert explizit auf keiner Vorlage.
Dennoch wird die Neuausgabe von James B. Donovans „Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel“ vom Goldmann- Verlag als die Hintergrundgeschichte zum Film beworben, was durchaus zutreffend ist. Immerhin verteidigte Donovan Abel und er verhandelte den Agentenaustausch.
Donovan (1916 – 1970) war während des Zweiten Weltkriegs Marine-Offizier und juristischer Berater des Office of Strategic Services (dem militärischen Nachrichtendienst und Vorläufer der CIA) und danach Assistent des Hauptanklagevertreters der Nürnberger Prozesse. Er war also, auch wenn er als Pflichtverteidiger zu dem Fall Abel kam, keine so schlechte Wahl wie der Film suggeriert. Denn, so Donovan in „Strangers on a Bridge“: „Die Wahl verdankte ich (…) dem Vorsitzenden des Ausschusses. Vor mehr als zehn Jahren hatte Goodenough einen Vortrag über die Nürnberger Prozesse angehört, den ich vor einer Gruppe konservativer Rechtsanwälte aus Brooklyn gehalten hatte und unter denen auch einige prominente Deutsch-Amerikaner waren. Goodenough hatte meinem Kompagnon erzählt, die Schlussdebatte sei damals recht hitzig gewesen, und er meinte, ich sei jedenfalls für meine Überzeugung eingetreten.“
Donovan nimmt das Mandat an, weil er überzeugt ist, dass „auch der gemeinste Verbrecher, Anspruch auf Rechtsbeistand und ein faires Gerichtsverfahren habe.“
In dem Buch, das auf seinen Tagebuch, das er während des Prozesses führte und das er für die Veröffentlichung um Gerichtsprotokolle, Briefe und gekabelte Berichte für das Außenministerium (über seine Verhandlungen in Berlin) ergänzte, erzählt er vor allem die Geschichte des Prozesses. Sie nimmt deutlich über die Hälfte des 576-seitigen Buches (über 330 Seiten) ein. Die Verhandlungen über den im Film zentralen Gefangenaustausch werden auf knapp siebzig Seiten érzählt, die Donovan mit dem Hinweis „Aus Sicherheitsgründen mussten gewisse Fakten unerwähnt bleiben und manche Einzelheiten verändert werden“ einleitet.
Das gesagt ist Donovans Einblick in seine Arbeit als Abels Pflichtverteidiger ein faszinierender Einblick in die Arbeit eines Verteidigers, in das damalige US-Rechtssystem und die damalige Geisteshaltung nach der Ära McCarthy und vor dem Bau der Mauer und der Kuba-Krise.
Wer also tiefer in die damalige Zeit eintauchen möchte, sollte sich diesen spannenden Erlebnisbericht eines Zeitzeugen, geschrieben mit dem damaligen Wissen, zulegen.

James B. Donovan: Strangers on a Bridge – Der Fall des Oberst Abel
(übersetzt von Eva Bornemann und Michael Molitor; mit einem neuen Vorwort von Jason Matthews)
Goldmann, 2015
560 Seiten
9,99 Euro

Originalausgabe
Strangers on a Bridge – The Case of Colonel Abel
Atheneum House, Inc., 1964

Frühere deutsche Ausgabe
Der Fall des Oberst Abel
Scheffler-Verlag, 1965

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Bridge of Spies“
Moviepilot über „Bridge of Spies“
Metacritic über „Bridge of Spies“
Rotten Tomatoes über „Bridge of Spies“
Wikipedia über „Bridge of Spies“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „Bridge of Spies“
Das Drehbuch zum Film

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 27. April: Unknown Identity

April 26, 2014

RTL, 20.15/23.15

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, Regie: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity”

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)


TV-Tipp für den 29. Mai: Tatort: Die Macht des Schicksals

Mai 29, 2013

 

WDR, 23.05

Tatort: Die Macht des Schicksals (D 1987, R.: Reinhard Schwabenitzky)

Drehbuch: Ulf Miehe, Klaus Richter

Ein falscher Polizist nimmt gutgläubige Rentner aus. Als es dabei Tote gibt, muss der echte Polizist Lenz ermitteln.

Hübsche kleine, pointiert erzählte Geschichte.

Mit Helmut Fischer, Georg Einerdinger, Henner Quest, Rolf Castell, Gunnar Möller, Hans Clarin, Sebastian Koch

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Lenz

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Ulf Miehe

Wikipedia über Ulf Miehe

Meine Besprechung von Ulf Miehes „Puma“

Ulf Miehe in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. Mai: Unknown Identity

Mai 5, 2013

RTL, 20.15

Unknown Identity (Japan/Kanada/USA/Deutschland 2010, R.: Jaume Collet-Serra)

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen natürlich das lokalpatriotische Herz.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Montag, 6. Mai, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unknown Identity“

Rotten Tomatoes über „Unknown Identity“

Wikipedia über „Unknown Identity“ (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman „Unknown Identity“


Neu im Kino/Filmkritik: „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ in der Michael-Bay-Schule des Filmemachens

Februar 14, 2013

Nachdem der New Yorker Polizist John McClane in der Vergangenheit mehrmals zur falschen Zeit am falschen Ort war und er dann innerhalb weniger Stunden seine Frau (in „Stirb langsam“ und „Stirb langsam 2“) oder seine Tochter (in „Stirb langsam 4.0“) retten musste und dabei die Pläne von Terroristen und Gangstern gründlich vermasselte, ist er jetzt, im fünften „Stirb langsam“-Film, der fast schon banal „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ (A good day to die hard) heißt, der Mann, der wirklich den Ärger sucht und dafür um die halbe Welt von New York nach Moskau reist. Dort ist sein Sohn Jack (Jai Courtney) gerade als Verbrecher angeklagt und John McClane (Bruce Willis fast im Autopilot-Modus) will ihm, nachdem er ihn seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, helfen.

Kaum ist McClane in Moskau angekommen, mischt er sich unter die Masse, die vor dem Gericht auf die Verhandlung gegen Komarov (Sebastian Koch) wartet. Komarov soll in einem Schauprozess verurteilt werden und er hat ein superwichtiges Dossier (aka der MacGuffin) irgendwo versteckt. Bevor die Gerichtsverhandlung beginnt, überfallen Verbrecher das Gericht und in dem Kuddelmuddel können Jack McClane und Komarov entkommen. Auf ihrer Flucht treffen sie auf John McClane. Die folgende atemberaubende Autoverfolgungsjagd quer durch Moskau, gedreht an 82 Tagen mit einem 190-köpfigem Stuntteam und, unter anderem, einer großzügigen Fahrzeugspende von Mercedes Benz im Wert von mehreren Millionen Dollar, hat sich schon jetzt einen Platz in den Analen der großen Autoverfolgungsjagden gesichert.

Danach erfahren wir, dass Jack McClane ein CIA-Agent ist und er Komarov befreien sollte. Das sichert dem „007 aus Plainfield, New Jersey“ (Daddy McClane über seinen Sohn) immerhin einen Platz bei den Guten. Aber in der atemlosen Abfolge von einem Action-Set-Piece zum nächsten wurde dann sowieso auf jegliches Drehbuch und eine auch nur irgendwie nachvollziehbare Geschichte (das ist der Teil eines Films, der die Action-Szenen in eine sinnvolle Reihenfolge bringt und für Spannung sorgt) verzichtet. Auf einen Bösewicht mit einem nachvollziehbarem Motiv und einem auch nur irgendwie logischem Plan, wie er sein Ziel erreicht, ebenso.

Stattdessen gibt es eine Schießerei in einem CIA-Versteck mit Flucht, eine Schießerei in einem verlassenen Ballsaal mit Flucht und in Tschernobyl einen epischen Kampf, bei dem sozialistische Betonbauten ihre Widerstandsfähigkeit gegen alle möglichen Waffen beweisen können. Außerdem erfahren wir dann, dass Komarov doch ein Bösewicht ist. Aber so überraschend kommt das nicht. Denn in „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ sind alle Russen schrecklich böse und schießwütig.

Es wurde auch auf alles verzichtet, was zur „Stirb langsam“-Formel gehört. Außer natürlich der Action. Aber alles andere fehlt in diesem spannungs- und ironiefreiem Murks. John McClane ist nicht mehr der Mann, der zufällig in ein Verbrechen hineinstolpert. Jetzt sucht er den Ärger. Er ist nicht mehr der Normalo, der über sich hinauswächst. Jetzt ist er eine unkaputtbare Kampfmaschine, die Charme durch dicke Wummen und Blei ersetzt. Er ist nicht mehr der Mann, der den Menschen, die er liebt, helfen muss. Jetzt hat er einen Sohn, der ganz gut allein zurecht kommt und die Beziehung zu ihm ist mehr behauptet als nachvollziehbar. Vor allem in den ersten beiden „Stirb langsam“-Filmen gab es eine spannungsfördernde Einheit von Ort (einmal ein Hochhaus, einmal ein Flugplatz) und Zeit. Schon im dritten, deutlich schwächeren Teil „Stirb langsam: Jetzt erst recht“, der auch im Sommer spielte, spielte die Action im gesamten Staat New York. Das war ein guter Action-Film. Aber ein „Stirb langsam“-Film? In „Stirb langsam 4.0“ spielte die Geschichte an der halben Ostküste und der Gegner schien aus einem James-Bond-Film gefallen zu sein. Jetzt spielt die „Geschichte“ in Moskau und im gut tausend Kilometer entferntem Tschernobyl. Aber die McClanes legen die Entfernung in wenigen Stunden im Auto zurück. Und Drehbuchautor Skip Woods (Passwort: Swordfisch; Hitman – Jeder stirbt alleine; Das A-Team – Der Film) und Regisseur John Moore, im gruseligen „Max Payne“-Modus, versuchen sich an einer Spionagegeschichte, die etwas bei James Bond und Jason Bourne abschauen möchte, aber noch nicht einmal ein auch nur halbwegs ordentliches B-Picture-Niveau erreicht.

Da ist es fast schon erfreulich, dass „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ mit 97 Minuten über eine gute halbe Stunde kürzer als die anderen „Stirb langsam“-Filme ist.

Und genau wie „Ein Quantum Trost“ der kürzeste und schlechteste James-Bond-Film aller Zeiten war, ist „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ definitiv der schlechteste „Stirb langsam“-Film und auch als Action-Film eine riesige Enttäuschung. Jedenfalls wenn man von einem Action-Film mehr als eine sinnlos-ohrenbetäubende Abfolge von Action-Set-Pieces erwartet, in denen mit Autos und großkalibrigen Waffen möglichst viel zerstört wird.

Stirb langsam 5 - Plakat

Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben (A good day to die hard, USA 2012)

Regie: John Moore

Drehbuch: Skip Woods

mit Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch, Yulia Snigier, Rasha Bukvic, Cole Hauser, Amaury Nolasco, Sergey Kolesnikov, Mary Elizabeth Winstead

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“

Metacritic über „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“

Rotten Tomatoes über „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“

Wikipedia über „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr (Die Hard: Year One 1 – 8 2009)

Meine Besprechung von “Set Up” (Setup, USA 2011, mit Bruce Willis)

Meine Besprechung von “The cold Light of the Day” (The cold Light of the Day, USA 2011, mit Bruce Willis)

Meine Besprechung von “Lady Vegas” (Lay the Favorite, USA/GB 2012, mit Bruce Willis)

Meine Besprechung von “The Expendables 2” (The Expendables 2, USA 2012, mit Bruce Willis)

Meine Besprechung von “Looper” (Looper, USA 2012, mit Bruce Willis)

Bruce Willis in der Kriminalakte


%d Bloggern gefällt das: