Die Crime Writers of Canada haben den diesjährigen Arthur Ellis Award für besonders gelungene kanadische Kriminalromane verliehen:
Best Crime Novel:
Sleeping in the Ground, von Peter Robinson (McClelland & Stewart)
nominiert: The Winners’ Circle, von Gail Bowen (McClelland & Stewart); The Party, von Robyn Harding (Gallery/Scout Press); The White Angel, von John MacLachlan Gray (Douglas and McIntyre); The Forgotten Girl, von Rio Youers (St. Martin’s Press)
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Best First Crime Novel:
Full Curl, von Dave Butler (Dundurn Press)
nominiert: Puzzle of Pieces, von Sally Hill Brouard (FriesenPress); Ragged Lake, von Ron Corbett (ECW Press); Flush, von Sky Curtis (Inanna); Our Little Secret, von Roz Nay (Simon & Schuster Canada)
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Best Crime Novella (The Lou Allin Memorial Award):
“How Lon Pruitt Was Found Murdered in an Open Field with No Footprints Around,” von Mike Culpepper (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, September/October 2017)
nominiert: “Snake Oil,” von M.H. Callway (from 13 Claws: The Mesdames of Mayhem; Carrick); Blood and Belonging, von Vicki Delany (Orca); “Dead Clown Blues,” von R. Daniel Lester (Shotgun Honey); “Money Maker,” von Jas R. Petrin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, May/June 2017)
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Best Crime Short Story:
“The Outlier,” von Catherine Astolfo (from 13 Claws)
nominiert: “There be Dragons,” von Jane Petersen Burfield (from 13 Claws); “Jerusalem Syndrome,” von Hilary Davidson (from Passport to Murder: Bouchercon Anthology 2017, herausgegeben von John McFetridge; Down & Out); “The Ranchero’s Daughter,” von Sylvia Maultash Warsh (from 13 Claws); “The Sin Eaters,” von Melissa Yi (from Montreal Noir, herausgegeben von John McFetridge und Jacques Fillippi; Akashic)
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Best Non-Fiction Crime Book:
The Whisky King, von Trevor Cole (HarperCollins)
nominiert: Murder in Plain English, von Michael Arntfield and Marcel Danesi (Prometheus); Blood, Sweat and Fear, von Eve Lazarus (Arsenal Pulp Press); The Dog Lover Unit, von Rachel Rose (St. Martin’s Press); Police Wife: The Secret Epidemic of Police Domestic Violence, von Alex Roslin (Sugar Hill)
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Best Juvenile/Young Adult Crime Book:
Chase, von Linwood Barclay (Puffin Canada)
nominiert: Missing, von Kelley Armstrong (Doubleday Canada); The Disappearance, von Gillian Chan (Annick Press); Thistlewood, von Donna Chubaty (Grasmere); The Lives of Desperate Girls, von MacKenzie Common (Penguin Teen Canada)
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Best Crime Book in French:
Les Tricoteuses, von Marie Saur (Héliotrope Noir)
nominiert: Amqui, von Éric Forbes (Héliotrope Noir); La vie rêvée de Frank Bélair, von Maxime Houde (Éditions Alire); Les clefs du silence, von Jean Lemieux (Québec Amérique); La mort en bleu pastel, von Maryse Rouy (Éditions Druide)
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Best Unpublished Manuscript:
Destruction in Paradise, von Dianne Scott
nominiert: The Alibi Network, vonRaimey Gallant; Finn Slew, vonKen MacQueen; Dig, Dug, Dead, vonSylvia Teaves; Condemned, von Kevin Thornton
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Grand Master
Gail Bowen
Statement der Crime Writers of Canada dazu: “Gail Bowen is being recognized von Crime Writers of Canada for her long and illustrious career as a crime-fiction author. She has almost 20 books in her long-running Joanne Kilbourn series, several of which were either nominated for or received awards, including the Arthur Ellis Award for Best Novel in 1994, for A Colder Kind of Death. She has also written four Rapid Reads novellas and several plays. She is well established in Canada, highly respected in the writing community, and much sought after von readers. She is frequently a guest at literary events. Several of her Joanne Kilbourn books were turned into a TV series.”
Die Krimibestenliste der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) und Deutschlandfunk Kultur empfiehlt in den ereignislosen Stunden zwischen Hitzewelle und Starkregen die Lektüre der auf ihrer aktuellen Bestenliste stehenden Krimis:
1. Denise Mina – Blut Salz Wasser (Platzierung im Vormonat: 2)
Aus dem Englischen von Zoë Beck. Ariadne im Argument-Verlag, 368 Seiten, 19 Euro
2. Dan Chaon – Der Wille zum Bösen ()Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Kristian Lutze, 622 Seiten, 19 Euro
3. Aidan Truhen: Fuck You Very Much (Platzierung im Vormonat: 4)
Aus dem Englischen von Sven Koch und Andrea Stumpf. Suhrkamp, 350 Seiten, 14,95 Euro.
4. Douglas E. Winter – Run (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Peter Mehler. Luzifer, 434 Seiten, 13,95 Euro.
5. Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35 (Platzierung im Vormonat: 10)
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann. Europa, 304 Seiten, 17,90 Euro.
6. Dominique Manotti – Kesseltreiben (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Französischen von Iris Konopik. Ariadne im Argument-Verlag, 400 Seiten, 20 Euro.
7. Hideo Yokoyama – 64 (Platzierung im Vormonat: 1)
Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl. Atrium, 768 Seiten, 28 Euro
8. Philip Kerr – Kalter Frieden (Platzierung im Vormonat: 9)
Aus dem Englischen von Axel Merz. Wunderlich, 398 Seiten, 22,95 Euro
9. Joyce Carol Oates – Pik-Bube (Platzierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Frauke Czwikla. Droemer, 208 Seiten, 19,99 Euro
10. Friedemann Hahn – Foresta Nera (Platzierung im Vormonat: /)
Pollar, 212 Seiten, 16 Euro
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Die auf den letzten drei Plätzen genannten Krimis werde ich demnächst besprechen. So wie es aussieht, müsste ich diese Woche etwas mehr Zeit haben.
Ansonsten liegen Mina, Truhen, Manotti bei mir rum. Und noch etliche andere Bücher. Vor allem der neue Horst Eckert, den ich gerne in einigen großen Zügen genießen würde.
Und der neue James Rayburn, Howard Linskey, Misha Glennys „McMafia“ (wegen der Verfilmung) und „Im Schatten von San Marco“, der neue Roman von Martin Cruz Smith. Der soll allerdings ein Liebesroman sein.
Boah, das, war eine lange Überschrift. Dass Daniel Craig wieder „Bond, James Bond“ spielen wird, ist schon länger bekannt. Boyle war auch schon länger im Gespräch (in der Gerüchteküche) und jetzt sind wir auf die nächsten Meldungen gespannt, in denen wir erfahren, wer alles mitspielen wird, wie der Titel lautet und um was es geht, erfahren wir dann vollumfänglich im Kino.
Alles weitere steht in der Pressemitteilung zu „Bond 25“:
LONDON UND LOS ANGELES, (24. Mai 2018) – EON Productions und Metro Goldwyn Mayer Studios (MGM) haben eine Vereinbarung mit Universal Pictures über den weltweiten Vertrieb des 25. James Bond Films getroffen, die heute von Michael G. Wilson und Barbara Broccoli (EON Productions) Kevin Ulrich (Chairman of the Board of Directors, MGM) und Jonathan Glickman (President, Motion Picture Group) und Donna Langley (Chairman, Universal Pictures) bekannt gegeben wurde.
Daniel Craig wird als 007, der legendäre britische Geheimagent, zurückkehren. Der mit dem Oscar® ausgezeichnete Regisseur Danny Boyle (Slumdog Millionaire, Steve Jobs) wird nach einem Originaldrehbuch des Oscar®-nominierten John Hodge (Trainspotting) Regie führen.
Die Produktion von Bond 25 soll am 3. Dezember 2018 beginnen. MGM wird den Film am 8. November 2019 in den USA, über sein neues Joint Venture für den heimischen Kinoverleih mit Annapurna Pictures, in die Kinos bringen. Universal wird den internationalen Vertrieb bereits am 25. Oktober 2019 in Großbritannien beginnen.
Im Rahmen dieser Vereinbarung behält MGM die digitalen und weltweiten Fernsehvertriebsrechte. Universal übernimmt den Vertrieb im physischem Home Entertainment.
Wilson und Broccoli kommentierten: Wir freuen uns sehr, dass der außergewöhnlich talentierte Danny Boyle bei Daniel Craigs fünftem Auftrag als James Bond in der 25. Ausgabe des Franchise Regie führen wird. Wir werden im Dezember in den Pinewood Studios mit unseren Partnern bei MGM mit den Dreharbeiten zu Bond 25 beginnen. Wir freuen uns, dass Universal unser internationaler Vertriebspartner sein wird.
Unter der Führung von Michael und Barbara könnten wir nicht begeisterter sein, als das nächste 007-Abenteuer auf die große Leinwand zu bringen, das den unvergleichlichen Daniel Craig mit der außergewöhnlichen Vision von Danny Boyle vereint, sagte Ulrich. Glickman fügte hinzu: Es ist 16 Jahre her, dass James Bond 007 Stirb an einem anderen Tag von MGM vertrieben wurde, und es ist unglaublich erfreulich, diesen Film zusammen mit dem tollen Team von Universal zu veröffentlichen.
Universal ist sehr stolz darauf, mit Michael, Barbara und MGM beim internationalen Marketing und Vertrieb von Bond 25 zusammenzuarbeiten, sagte Langley. Die unvergleichliche Kombination von Dannys innovativer Regie und Daniels Verkörperung von 007 sorgte dafür, dass wir einfach Partner im nächsten Kapitel dieser ikonischen Serie sein mussten.
1. Hideo Yokoyama – 64 (Platzierung im Vormonat: 1)
2. Denise Mina – Blut Salz Wasser (Platzierung im Vormonat: /)
3. Garry Disher – Leiser Tod (Platzierung im Vormonat: 2)
4. Aidan Truhen: Fuck You Very Much (Platzierung im Vormonat: /)
5. Adrian McKinty – Dirty Cops (Platzierung im Vormonat: /)
6. Carlo Bonini – ACAB. All Cops Are Bastards (Platzierung im Vormonat: 5)
7. Matthias Wittekindt: Die Tankstelle von Courcelles (Platzierung im Vormonat: /)
8. Sarah Schmidt – Seht, was ich getan habe (Platzierung im Vormonat: 9)
9. Philip Kerr – Kalter Frieden (Platzierung im Vormonat: /)
10. Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35 (Platzierung im Vormonat: /)
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Philip Kerrs „Kalter Frieden“ wird demnächst besprochen. Ich fand ihn, soviel kann schon verraten werden, enttäuschend.
Und jetzt lese ich, irgendwie als Vorbereitung für „Solo: A Star Wars Story“, Alexander Freeds Filmroman „Rogue One“. Der gefällt mir bis jetzt sehr gut.
The Story of Classic Crime in 100 Books, von Martin Edwards (Poisoned Pen Press)
American Fire: Love, Arson, and Life in a Vanishing Land, von Monica Hesse (Liveright)
Rewrite Your Life: Discover Your Truth Through the Healing Power of Fiction, von Jess Lourey (Conari Press)
Manderley Forever: A Biography of Daphne du Maurier, von Tatiana de Rosnay (St. Martin’s Press)
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Best Short Story
The Library Ghost of Tanglewood Inn, von Gigi Pandian (Henery Press e-book)
nominiert
Double Deck the Halls, von Gretchen Archer (Henery Press e-book)
Whose Wine Is it Anyway, von Barb Goffman (aus 50 Shades of Cabernet; Koehler)
The Night They Burned Miss Dixie’s Place, von Debra Goldstein (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, May/June 2017)
A Necessary Ingredient, von Art Taylor (aus Coast to Coast: Private Eyes from Sea to Shining Sea, herausgegeben von Andrew McAleer and Paul D. Marks; Down & Out)
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Best Children’s/Young Adult
Sydney Mackenzie Knocks ’Em Dead, von Cindy Callaghan (Aladdin)
nominiert
City of Angels, von Kristi Belcamino (Polis)
The World’s Greatest Detective, von Caroline Carlson (HarperCollins)
Audacity Jones Steals the Show, von Kirby Larson (Scholastic Press)
The Harlem Charade, von Natasha Tarpley (Scholastic Press)
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Malice Domestic’s 2018 Lifetime Achievement Award
Nancy Pickard
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Amelia Award
David Suchet
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Poirot Award
Brenda Blethyn (als DCI Vera Stanhope in „Vera“, basierend auf den Romanen von Ann Cleeves)
Die diesjährgen Edgar Awards (bzw. genaugenommen Edgar Allan Poe Awards) der Mystery Writers of America gingen an:
Best Novel
Bluebird, Bluebird, von Attica Locke (Mulholland)
nominiert
The Dime, von Kathleen Kent (Mulholland)
Prussian Blue, von Philip Kerr (Putnam) (dürfte nächstes Jahr erscheinen. Ich lese gerade seinen Bernie-Gunther-Roman „Kalter Frieden“ [The other Side of Silence, 2016] und die richtige Pageturner-Lesebegeisterung will sich nicht einstellen.)
A Rising Man, von Abir Mukherjee (Pegasus)
The Twelve Lives of Samuel Hawley, von Hannah Tinti (Dial Press)
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Best First Novel by an American Author
She Rides Shotgun, von Jordan Harper (Ecco) (Die Rache der Polly McClusky, Ullstein)
nominiert
Dark Chapter, von Winnie M. Li (Polis)
Lola, von Melissa Scrivner Love (Crown)
Tornado Weather, von Deborah E. Kennedy (Flatiron)
Idaho, von Emily Ruskovich (Random House)
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Best Paperback Original
The Unseeing, von Anna Mazzola (Sourcebooks Landmark)
nominiert
In Farleigh Field, von Rhys Bowen (Thomas & Mercer)
Ragged Lake, von Ron Corbett (ECW Press)
Black Fall, von Andrew Mayne (Harper)
Penance, von Kanae Minato (Mulholland)
The Rules of Backyard Cricket, von Jock Serong (Text)
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Best Fact Crime
Killers of the Flower Moon: The Osage Murders and the Birth of the FBI, von David Grann (Doubleday)
nominiert
The Road to Jonestown: Jim Jones and Peoples Temple, von Jeff Guinn (Simon & Schuster)
American Fire: Love, Arson, and Life in a Vanishing Land, von Monica Hesse (Liveright)
The Man From the Train: The Solving of a Century-Old Serial Killer Mystery, von Bill James and Rachel McCarthy James (Scribner)
Mrs. Sherlock Holmes: The True Story of New York City’s Greatest Female Detective and the 1917 Missing Girl Case That Captivated a Nation, von Brad Ricca (St. Martin’s Press)
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Best Critical/Biographical
Chester B. Himes: A Biography, von Lawrence P. Jackson (Norton)
Manderley Forever: A Biography of Daphne du Maurier, von Tatiana de Rosnay (St. Martin’s Press)
Murder in the Closet: Essays on Queer Clues in Crime Fiction Before Stonewall, von Curtis Evans (McFarland)
and Arthur and Sherlock: Conan Doyle and the Creation of Holmes, von Michael Sims (Bloomsbury USA)
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Best Short Story
Spring Break, von John Crowley (aus New Haven Noir, herausgegeben von Amy Bloom; Akashic)
nominiert
Hard to Get, von Jeffery Deaver (Ellery Queen Mystery Magazine, July/August 2017)
Ace in the Hole, von Eric Heidle (aus Montana Noir, herausgegeben von James Grady und Keir Graff; Akashic)
A Moment of Clarity at the Waffle House, von Kenji Jasper (aus Atlanta Noir, herausgegeben von Tayari Jones; Akashic)
Chin Yong-Yun Stays at Home, von S.J. Rozan (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, January/February 2017)
(da können wir uns doch freuen, dass Culturbooks mit Akashic einen Vertrag einging und nach „Paris Noir“, „Berlin Noir“ [am lesen, aber Kurzgeschichten…] im Herbst „USA Noir“ erscheint)
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Best Juvenile
Vanished! von James Ponti (Aladdin)
nominiert
Audacity Jones Steals the Show, von Kirby Larson (Scholastic Press)
The Assassin’s Curse, von Kevin Sands (Aladdin)
First Class Murder, von Robin Stevens (Simon & Schuster)
NewsPrints, von Ru Xu (Graphix)
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Best Young Adult
Long Way Down, von Jason Reynolds (Atheneum)
nominiert
The Cruelty, von Scott Bergstrom (Feiwel & Friends)
Grit, von Gillian French (HarperTeen)
The Impossible Fortress, von Jason Rekulak (Simon & Schuster)
The Hate U Give, von Angie Thomas (Balzer + Bray)
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Best Television Episode Teleplay
“Somebody to Love,” Fargo, Drehbuch von Noah Hawley (FX Networks/MGM)
nominiert
“Episode 1,” Loch Ness, Drehbuch von Stephen Brady (Acorn TV)
“Something Happened,” Law & Order: SVU, Drehbuch von Michael Chernuchin (NBC Universal/Wolf Entertainment)
“Gently and the New Age,” George Gently, Drehbuch von Robert Murphy (Acorn TV)
“The Blanket Mire,” Vera, Drehbuch von Paul Matthew Thompson und Martha Hillier (Acorn TV)
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The Simon & Schuster/Mary Higgins Clark Award
The Widow’s House, von Carol Goodman (Morrow)
nominiert
The Vineyard Victims, von Ellen Crosby (Minotaur)
You’ll Never Know, Dear, von Hallie Ephron (Morrow)
Uncorking a Lie, von Nadine Nettmann (Midnight Ink)
The Day I Died, von Lori Rader-Day (Morrow)
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Grand Master
Jane Langton
Peter Lovesey
William Link
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Raven Award
Kristopher Zgorski von BOLO Books
The Raven Bookstore in Lawrence, Kansas
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Ellery Queen Award
Robert Pépin
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Robert L. Fish Memorial Award
The Queen of Secrets, von Lisa D. Gray (aus New Haven Noir; Akashic)
Jetzt ist es wieder soweit. Das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Kriminalautorinnen und -autoren, ruft zum jährlichen Klassentreffen. Dieses Jahr ist es in Halle an der Saale, einer alten, geschichtsträchtigen, aber ansonsten unschuldigen kleinen Stadt in Sachsen-Anhalt. 238.000 Einheimische werden vom 2. Mai (mit Vorspielen schon ab ungefähr jetzt) bis zum 6. Mai versuchen, die riesige Verbrecherversammlung zu überleben. Zur Beruhigung der Einheimischen kann ich sagen: Krimischreiber sind nur auf dem Papier Serientäter. Im normalen Umgang sind es meist umgängliche Menschen…Wurde das nicht auch über Norman Bates gesagt?
Das offizielle Programm der Criminale besteht vor allem aus Lesungen. Lesungen. Lesungen.
Es gibt gefühlt mehr Fachveranstaltungen als in den Vorjahren, das unausgesprochene Nebenprogramm („Lebst du noch?“ „Hey, du hast dich überhaupt nicht verändert!“ „Du siehst aber alt aus! Dabei bist du noch gar nicht so alt.“ „Wo ist die nächste Kneipe?“) und die Verleihung des Krimipreises Friedrich-Glauser-Preis am Samstag, den 5. Mai.
Dieses Jahr sind für den Glauser und den Hansjörg-Martin-Preises nominiert:
Bester Kriminalroman
Raoul Biltgen: Schmidt ist tot, Verlag Wortreich
Alfred Bodenheimer: Ihr sollt den Fremden lieben, Nagel & Kimche
Ellen Dunne: Harte Landung, Insel Taschenbuch
Monika Geier: Alles so hell da vorn, Ariadne
Jutta Profijt: Unter Fremden, dtv
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Bestes Debüt-Kriminalroman
Hannah Coler: Cambridge 5, Limes Verlag
Kerstin Ehmer: Der weiße Affe, Pendragon
Gereon Krantz: Unter pechschwarzen Sternen, ProTalk Verlag
Harald J. Marburger: Totengräberspätzle, Emons
Takis Würger: Der Club, Kein & Aber
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Bester Kurzkrimi
Klaus Berndl mit Feueralarm, in: Feuerspuren, edition karo
Karr & Wehner (Reinhard Jahn und Walter Wehner) mit Hier in Tremonia, in: Killing You Softly, KBV
Thomas Kastura mit Der Zuschauer, in: Kerzen, Killer, Krippenspiel, Knaur
Henry Kersting mit Der Blaue, in: Rache brennt, Verlag am Schloss
Cécile Ziemons mit Dünensingen, in: Feinste Friesenmorde, Leda Verlag
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Hansjörg-Martin-Preis (bester Kinder- und Jugendkrimi)
Tanya Lieske: Mein Freund Charlie, Beltz & Gelberg
Christian Linker: Der Schuss, dtv
Lea-Lina Oppermann: Was wir dachten, was wir taten, Beltz & Gelberg
Ortwin Ramadan: Glück ist was für Anfänger, Coppenrath
Martin Schäuble: Endland, Hanser
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Ehrenglauser
Edith Kneifl
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Zur sachfremden Vorbereitung gibt es, wie in den vergangenen Jahren, einen Sammelband Krimikurzgeschichten, die am Ort der Criminale spielen. Dieses Jahr übernahm Peter Godazgar, ein Zugezogener, die Herausgeberschaft des Sammelbandes. In „Die Stadt, das Salz & der Tod – Mörderisches aus Halle an der Saale“ sind extra für den Sammelband geschriebene Kurzgeschichten von Jürgen und Marita Alberts, Joachim Anlauf, Marc-Oliver Bischoff, Natine Buranaseda, Daniel Carinsson, Christiane Dieckerhoff, Peter Godazgar, Thomas Hoeps, Thomas Kastura, Ralf Kramp, Tatjana Kruse, Elke Pistor, Theresa Prammer, Uwe Schimunek, Frank Schlößer und Sabine Trinkaus enthalten. Es ist also eine bunte Mischung aus bekannten und unbekannte(re)n Autoren, die man teils mehr als Roman-, teils mehr als Kurzgeschichtenautoren kennt. Aber zur Steigerung der Mordrate in Halle an der Saale tragen sie alle bei. Ihre Leichen verteilen sie dabei großzügig über die gesamte Stadt.
Selbstverständlich ist nicht jede Geschichte gelungen. Nicht jede Geschichte spielt in der Gegenwart und wenn Georg Friedrich Händel dabei ist, wird sogar auf die obligatorische Leiche verzichtet. Dafür hat Münchhausen einen Auftritt.
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Peter Godazgar (Herausgeber): Die Stadt, das Salz & der Tod – Mörderisches aus Halle an der Saale
Die Verleihung des diesjährige Deutschen Filmpreises ist überstanden und, weil der Deutsche Filmpreis als Teil der Kulturförderung mit fast drei Millionen Euro dotiert ist, dürfen die Gewinner sich über erkleckliche Überweisungen auf ihr Konto freuen. Das ist auch ein Problem dieses Preises, der seit seinem Bestehen kulturelle und kommerzielle Belange miteinander vermischt.
Das war früher, als er noch Bundesfilmpreis hieß und die Gewinner von einer Kommission bestimmt wurden, anders.
Seit 2005 bestimmen die Mitglieder der Deutschen Filmakademie die Gewinner. Das Verfahren ähnelt dem der Oscars. Aber der Oscar ist ein nicht dotierter Preis der Branche, mit dem sie sich selbst feiert. Und ein Oscar ist normalerweise an der Kinokasse Gold wert.
Beste Hauptdarstellerin: Marie Bäumer (3 Tage in Quiberon)
Bester Hauptdarsteller: Franz Rogowski (In den Gängen [Kinostart: 24. Mai 2018 – ähem, das ist noch ein Unterschied zu den Oscars. Da dürfen nur Filme nominiert und ausgezeichnet werden, die bereits im Kino liefen])
Beste Nebendarstellerin: Birgit Minichmayr (3 Tage in Quiberon)
Bester Nebendarsteller: Michael Gwisdek (3 Tage in Quiberon)
Beste Regie: Emily Atef (3 Tage in Quiberon)
Bestes Drehbuch: Fatih Akin/Hark Bohm (Aus dem Nichts)
Beste Kamera: Thomas W. Kiennast (3 Tage in Quiberon)
Bester Schnitt: Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer (Beuys)
Viel Hardboiled und Noir, auch aus Deutschland (Spranger), zwei Bücher aus dem Polar Verlag (Spranger, Boyle) und heute ist mit „Foresta Nera“ von Friedemann Hahn ein weiterer deutscher Noir aus dem Polar Verlag.
Da kann ich nur viel Vergnügen bei der Lektüre wünschen.
TASTE OF CEMENT (Regie: Ziad Kalthoum) (Kinostart: 24. Mai)
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Bester Kinderfilm
AMELIE RENNT (Regie: Tobias Wiemann)
DIE KLEINE HEXE (Regie: Regie: Michael Schaerer)
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Die Preisverleihung ist am Sonntag, den 27. April, in Berlin im Palais am Funkturm. Das Erste zeigt die Gala am gleichen Abend um 22.00 Uhr; d. h., wer sich die Spannung erhalten will, sollte vorher nicht surfen.
Der Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den Deutschen Film geht an Hark Bohm. Der Preis für den besucherstärksten deutschen Film des Jahres geht an „Fack ju Göhte 3“.
Die Gewinner in den verschiedenen Kategorien werden von den tausendneunhundert Mitglieder der Deutschen Filmakademie bestimmt. Damit bestimmen sie auch, wie die knapp drei Millionen Euro Preisgelder der Bundesregierung verteilt werden.
Wie in den vergangenen Jahren sind auch wieder etliche Filme nominiert, die noch nicht im Kino gelaufen sind und die teilweise sogar erst nach der Preisverleihung im Kino anlaufen. Das macht es natürlich unmöglich, breit über die Filme zu diskutieren, die nur wenige sehen konnten.
Bei den Oscars ist das anders. Da sind in den USA alle Filme vorher im Kino angelaufen und es kann schon lange vor der Preisverleihung trefflich über die Qualitäten der verschiedenen Filme und die größten Überraschungen und Fehlentscheidungen der Jury gestritten werden.
5 (-) Wallace Stroby: Fast ein guter Plan (Pendragon)
6 (10) Antti Tuomainen: Die letzten Meter bis zum Friedhof (Rowohlt)
7 (2) Mike Nicol: Korrupt (btb)
8 (-) Castle Freeman: Der Klügere lädt nach (Nagel & Kimche)
9 (-) Roger Smith: Mann am Boden (Tropen)
10 (-) Tom Hillenbrand: Hologrammatica (Kiepenheuer & Witsch)
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
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Nachdem ich die letzten Tage mit „Red Sparrow“ (so viele Seiten, so viele Sexszenen, so viele Kochrezepte), „Call me by your Name“ (so schön) und dem „Vermächtnis der Spione“ (Bester auländischer Krimi? Wirklich?) beschäftigt war und jetzt gerade „Immer Ärger mit Harry“ habe, stehen Garry Disher, Willam Boyle (und der neueste Polar-Roman, Roland Sprangers „Tiefenscharf“), Wallace Stroby und der neue Horst Eckert („Der Preis des Todes“ erscheint am 13. März und er beträgt 19,95 Euro) ganz oben auf meiner Leseliste. Neben ungefähr hunderttausend anderer guter Bücher, begleitet vom „Eight Ball Boogie“ beim „Höllenjazz in New Orleans“. Solange mich dabei „Die Rache der Polly McClasky“ nicht trifft, kann ich „Wie Wölfe im Winter“ heulen.
Zum Glück muss ich „Ein Mann sieht rot“ nicht mehr lesen. Aber wenn ihr das Buch in einem Antiquariat findet: kauft und lest es.
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Nachtrag (6. März): Reihenfolge berichtigt, weil ursprünglich eine falsche Datei versandt wurde.
James Ellroy, geboren am 4. März 1948 in Los Angeles, ist unbestritten einer der großen amerikanischen Krimiautoren und Chronisten seiner Heimatstadt Los Angeles in Hollywoods goldener Ära und, seit zwanzig Jahren, auch der USA und seines Lebens.
2015 ernannten die Mystery Writers of America (MWA) ihn zum Grand Master.
Seine ersten Romane, die Einzelkrimis „Browns Grabgesang“ (Brown’s Requiem, 1981), „Heimlich“ (Clandestine, 1982) und „Stiller Schrecken“ (Silent Terror/Killer on the Road, 1986) und die drei Lloyd-Hopkins-Krimis „Blut auf dem Mond“ (Blood on the Moon, 1984), „In der Tiefe der Nacht“ (Because the Night, 1984) und „Hügel der Selbstmörder“ (Suicide Hill, 1986) sind noch ziemlich normale Hardboiled-Krimis.
Seinen Durchbruch hatte er mit „Die schwarze Dahlie“ (The Black Dahlia, 1987), in dem er den bis heute nicht aufgeklärten bestialischen Mord an Elizabeth Short im Januar 1947 fiktional verarbeitete. „Die schwarze Dahlie“ ist auch der Auftakt seines „L. A.-Quarett“, einer faktengesättigten fiktionalen Gegenerzählung seiner Heimatstadt Los Angeles in den späten vierziger und fünfziger Jahren. Auch die nächsten drei Romane des „L. A.-Quartett“ – „Blutschatten“ (The Big Nowhere, 1988), „Stadt der Teufel“ (L. A. Confidential, 1990; grandios verfilmt) und „White Jazz“ (White Jazz, 1992) – gehören zum festen Kanon der Kriminalliteratur.
In der anschließenden „Underworld USA“-Trilogie „Ein amerikanischer Thriller“ (American Tabloid, 1995), „Ein amerikanischer Albtraum“ (The Cold Six Thousand, 2001) und „Blut will fließen“ (Blood’s a Rover, 2009) erzählt er eine mehrere Länder umspannende Gegenschichte der USA und der US-Politik zwischen dem Mord an John F. Kennedy und Watergate.
Seine schon immer dicken Romane wurden länger. Die zahlreichen Handlungsstränge in der „Underworld USA“-Trilogie sind sehr unübersichtlich und Ellroys Sprachexperimente, vor allem die Kaskade kürzester Sätze und Lautmalereien, machen die mit Fakten und Verschwörungstheorien vollgestopften Romane zunehmend unlesbar.
Mit seinem bislang letzten Roman „Perfidia“ (Perfidia, 2014), der der Auftakt zu einem zweiten „L. A. Quartett“ sein soll, kehrt er wieder in die Welt des L. A.-Quartetts zurück und erzählt die Vorgeschichte davon. Daher tauchen in der im Dezember 1941 spielenden Geschichte aus dem L. A.-Quartett bekannte Charaktere auf. Auch sprachlich kehrt Ellroy wieder mehr zu den Konventionen zurück. Lesbarer ist der fast tausendseitige Roman dadurch nicht geworden.
Der zweite Band des zweiten L. A. Quartetts, „This Storm“, ist für September 2018 in den USA angekündigt.
Neben seinen immer hart an der Realität vorbeischrammenden Romanen, veröffentlichte er auch mehrere Bücher mit Kriminalreportagen und autobiographische Werke. Hier ist vor allem „Die Rothaarige“ (My Dark Places, 1997) wichtig. In dem Buch erzählt er von der erfolglosen Suche nach dem Mörder seiner Mutter Geneva ‚Jean‘ Ellroy. Sie wurde 1958 in einem Vorort von L. A. vergewaltigt und ermordet. Seine Beziehung zu ihr, auch und vor allem über ihren Tod hinaus, begründete eine seiner Obsessionen, die in seinem gesamten Werk spürbar ist.
Vorberichte, Roter Teppich ab 00.40 Uhr und dann ab 02.00 Uhr die Preisverleihung bis zum Morgengrauen.
Gar nicht grauenhaft sind die nominierten Filme.
Und wie in den letzten Jahren gebe ich für die Filme, die ich kenne, meine Tipps ab in einer wilden Mischung aus „wird es auch wahrscheinlich werden“ und „wird es wahrscheinlich nicht werden, würde mich aber freuen“.
Wer gewonnen hat, wird nach Sonnenaufgang nachgereicht.
Guillermo del Toro, The Shape of Water (Mein Tipp) (GEWINNER)
Greta Gerwig, Lady Bird
Christopher Nolan, Dunkirk
Jordan Peele, Get Out
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Best Actress
Sally Hawkins, The Shape of Water
Frances McDormand, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (Mein Tipp) (GEWINNER)
Margot Robbie, I, Tonya
Saoirse Ronan, Lady Bird
Meryl Streep, The Post
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Best Actor
Timothee Chalamet, Call Me By Your Name
Daniel Day-Lewis, Phantom Thread
Daniel Kaluuya, Get Out
Gary Oldman, Darkest Hour (Mein Tipp) (GEWINNER)
Denzel Washington, Roman J. Israel, Esq.
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Best Supporting Actress
Mary J. Blige, Mudbound (nicht gesehen)
Allison Janney, I, Tonya (Mein Tipp, weil sie einer Ekelmutter menschliche Züge verleiht. Alternativ: Octavia Spencer für die vielen Lebensweisheiten einer Putzfrau) (GEWINNER)
Lesley Manville, Phantom Thread
Laurie Metcalf, Lady Bird (nicht gesehen)
Octavia Spencer, The Shape of Water
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Best Supporting Actor
Willem Dafoe, The Florida Project
Woody Harrelson, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Sam Rockwell, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (Mein Tipp. Alternativ: Willem Dafoe für die Darstellung eines ganz normalen Hausmeisters in einem Film, der mehr Nominierungen verdient hätte) (GEWINNER)
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Best Original Screenplay
The Big Sick (Emily V. Gordon & Kumail Nanjiani)
Get Out (Jordan Peele) (GEWINNER)
Lady Bird (Greta Gerwig)
The Shape of Water (Guillermo del Toro & Vanessa Taylor)
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (Martin McDonagh) (Mein Tipp, weil; – lest doch selbst)
Molly’s Game (Aaron Sorkin) (Mein Tipp – noch ein Film, der mehr Nominierungen verdient hätte. Hmhm, ich sehe, dass ich „Call me by your Name“ etwas stiefmütterlich behandele)
Dunkirk (Lee Smith) (Mein Tipp – für das Zusammenführen von drei zeitlich versetzten Handlungssträngen in einem Film, der vor allem als Sinfonie funktioniert) (GEWINNER)
I, Tonya (Tatiana S. Riegel)
The Shape of Water (Sidney Wolinsky)
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (Jon Gregory)
Phantom Thread (Mark Bridges) (Mein Tipp für das formvollendete Schneiderhandwerk) (GEWINNER)
The Shape of Water (Luis Sequeira)
Victoria & Abdul (Consolata Boyle)
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Best Production Design
Beauty and the Beast
Blade Runner 2049
Darkest Hour
Dunkirk
The Shape of Water (Auch hier: Puh. Aber der Film sieht gut aus. Daher: Mein Tipp) (GEWINNER)
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Best Achievement in Music Written for Motion Pictures (Original Song)
Call Me by Your Name (Sufjan Stevens: Mystery of Love) (Mein Tipp – weil ich „Call me by your Name“ wenigstens einen Preis erhalten sollten. Wobei „Remember me“ auch schön ist…)
Coco (Kristen Anderson-Lopez, Robert Lopez: Remember Me) (GEWINNER)
Marshall (Common, Diane Warren: Stand Up for Something)
Mudbound (Raphael Saadiq, Mary J. Blige, Taura Stinson: Mighty River)
The Greatest Showman (Benj Pasek, Justin Paul: This is Me)
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Best Achievement in Music Written for Motion Pictures (Original Score)
Phantom Thread: Jonny Greenwood
Dunkirk: Hans Zimmer
Star Wars: Episode VIII – The Last Jedi: John Williams
The Shape of Water: Alexandre Desplat (Mein Tipp) (GEWINNER)
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri: Carter Burwell
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Best Live-Action Short (Das war’s. Die restlichen Filme kenne ich nicht)
DeKalb Elementary
The Eleven O’Clock
My Nephew Emmett
The Silent Child (GEWINNER)
Watu Wote/All of Us
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Best Animated Short
Dear Basketball (GEWINNER)
Garden Party
Lou
Negative Space
Revolting Rhymes
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Best Documentary Short
Edith+Eddie
Heaven Is a Traffic Jam on the 405 (GEWINNER)
Heroin(e)
Knife Skills
Traffic Stop
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Nachbemerkung, zwischen Sonnenaufgang und 12 Uhr mittags:
Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner*innen!
Auch die anderen Filme sind einen Blick wert! Vor allem natürlich die Nominierungen für den besten Film des Jahres.
Und ich habe dieses Mal erstaunlich oft richtig getippt. Dafür sollte ich mich – – – mit einer Tasse heißen Kaffee belohnen. Alkohol gibt es erst nach 6 Uhr abends.
Ungefähr jetzt ist die galaktische „Berlinale“-Weltpremiere von Lars Kraumes neuem Film „Das schweigsame Klassenzimmer“ über eine DDR-Schulklasse, die im November 1956 mit einer Schweigeminute auf die Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes reagierte. Ihre Lehrer und deren Vorgesetzten reagierten emport.
(Herrje, meine Lehrer wären froh gewesen, wenn wir mal geschwiegen hätten.)
Der Film läuft am 1. März an und dann erscheint auch meine Besprechung (musste bei der Pressevorführung ein Schweigelübde unterzeichnen, das ich bis dahin mönchisch einhalte).
Davor startet schon die Kinotour, deren Termine ich nicht marktschreierisch, sondern schweigsam verkünde:
LV: Dietrich Garstka: Das schweigende Klassenzimmer, 2006
mit Leonard Scheicher, Tom Gramenz, Lena Klenke, Jonas Dassler, Isaiah Michalski, Ronald Zehrfeld, Jördis Triebel, Florian Lukas, Burghart Klaußner, Michael Gwisdek
Länge: 111 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Und der Ullstein-Verlag spendierte der Sachbuchvorlage einen schicken neuen Umschlag
Am 27.02.2018 veranstalten wir gemeinsam mit der Otherland Buchhandlung einen Abend mit dem englischen Fantasykrimi-Autor Ben Aaronovitch.
Das wird keine Autorenlesung im klassischen Sinne, wie sie in Deutschland üblich ist, in anderen Ländern aber kaum, sondern einfach ein unterhaltsamer Abend nach dem Motto „Meet the Author“, an dem uns Ben Aaronovitch einiges erzählen wird und sich dem Dialog mit seinem Fan-Publikum stellt.
Mit der witzigen Fantasykrimi-Serie um Police Constable Peter Grant in einem magischen London („Die Flüsse von London“ und weitere fünf Bände bisher) hat Ben Aaronovitch sich eine weltweite Fangemeinde erschrieben. „So stellt man es sich vor, wenn Harry Potter erwachsen geworden und zur Polizei gegangen wäre“, meinte seine Kollegin Diane Gabaldon dazu.
Der Abend wird komplett auf Englisch stattfinden.
Der Eintritt ist frei.
Wann? – Dienstag, 27. Februar 2018, ab 20:00 Uhr (Einlass ab 19:30 Uhr).
Wo? – DTK-Wasserturm, Ecke Kopisch-/Fidicinstraße in Kreuzberg. (Nächste U-Bahnstation: U6, Platz der Luftbrücke.)
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Richtig berlinerisch und kriminell wird es dann am 01.03.2018, bei der Premieren-Buchpräsentation der dann druckfrisch vorliegenden Berlin-Krimi-Anthologie „Berlin Noir“ (CulturBooks Verlag).
Mit der zuvor erschienenen Städte-Anthologie „Paris Noir“ hat der CulturBooks Verlag die Messlatte für diese neue Berlin-Krimi-Anthologie extrem hoch gelegt. Wir sind sehr gespannt!
An dem Abend werden mindestens zehn der dreizehn Autor(inn)en anwesend sein, und einige von ihnen werden auch Kostproben aus ihrer jeweiligen „Berlin Noir“-Story zum Besten geben.
Der Moderator des Abends und Herausgeber des Story-Bandes, Thomas Wörtche, wird zwischen Autor(inn)en und Publikum vermitteln und einiges zur Entstehung und zum Sinn und Zweck der Anthologie „Berlin Noir“ erzählen. Diskussion erwünscht!
Wann? – Donnerstag, 1. März 2018, ab 20:00 Uhr (Einlass ab 19:30 Uhr).
Wo? – DTK-Wasserturm, Ecke Kopisch-/Fidicinstraße in Kreuzberg. (Nächste U-Bahnstation: U6, Platz der Luftbrücke.)
Eintritt: 5 Euro.
Vorverkauf und Kartenreservierung im Hammett, per e-mail oder Telefon.
(…)
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P.S.:
Am 16. März 2018 kommt dann unsere australische Lieblingsautorin Candice Fox („Hades“-Trilogie) ins English Theatre Berlin, Fidicinstraße 40, und wird ihren aktuellen Roman „Crimson Lake“ vorstellen.
1. (3) Oliver Bottini: Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
DuMont, 414 Seiten, 22 Euro
2. (-) Mike Nicol: Korrupt
Aus dem Englischen von Mechthild Barth
btb, 510 Seiten, 10 Euro
3. (2) Jan Costin Wagner: Sakari lernt, durch Wände zu gehen
Galiani, 236 Seiten, 20 Euro
4. (7) Volker Heise: Außer Kontrolle
Rowohlt Berlin, 240 Seiten, 20 Euro
5. (-) Dror Mishani: Die schwere Hand
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Zsolnay, 288 Seiten, 22 Euro
6. (-) William Boyle: Gravesend
Aus dem Englischen von Andrea Stumpf
Polar, 294 Seiten, 18 Euro
7. (-) Gerald Seymour: Vagabond
Aus dem Englischen von Zoë Beck und Andrea O’Brien
Suhrkamp, 498 Seiten, 14,95 Euro
8. (-) Regina Nössler: Schleierwolken
konkursbuch, 316 Seiten, 12 Euro
9. (-) Tony Parsons: In eisiger Nacht
Aus dem Englischen von Dietmar Schmidt
Lübbe, 334 Seiten, 15 Euro
10. (-) Antti Tuomainen: Die letzten Meter bis zum Friedhof
Aus dem Finnischen von Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner
Rowohlt, 318 Seiten, 19,95 Euro
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
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Polar macht, wie ein Blick auf den sechsten Platz verrät, weiter. Mit einem neuen Geldgeber und, nach der kurzen Zwangspause, als Hardcover. Passt ja zu harten Büchern.
Das Syndikat, die Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur, hat die diesjährigen Nominierungen für den Friedrich-Glauser-Preis bekannt gegeben. Die Preisverleitung ist am 5. Mai auf der Criminale in Halle.
Nominiert sind:
Bester Kriminalroman
Raoul Biltgen: Schmidt ist tot, Verlag Wortreich
Alfred Bodenheimer: Ihr sollt den Fremden lieben, Nagel & Kimche
Ellen Dunne: Harte Landung, Insel Taschenbuch
Monika Geier: Alles so hell da vorn, Ariadne
Jutta Profijt: Unter Fremden, dtv
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Bester Debüt-Kriminalroman
Hannah Coler: Cambridge 5, Limes Verlag
Kerstin Ehmer: Der weiße Affe, Pendragon
Gereon Krantz: Unter pechschwarzen Sternen, ProTalk Verlag
Harald J. Marburger: Totengräberspätzle, Emons
Takis Würger: Der Club, Kein & Aber
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Bester Kurzkrimi
Klaus Berndl mit Feueralarm, in: Feuerspuren, edition karo
Karr & Wehner (Reinhard Jahn und Walter Wehner) mit Hier in Tremonia, in: Killing You Softly, KBV
Thomas Kastura mit Der Zuschauer, in: Kerzen, Killer, Krippenspiel, Knaur
Henry Kersting mit Der Blaue, in: Rache brennt, Verlag am Schloss
Cécile Ziemons mit Dünensingen, in: Feinste Friesenmorde, Leda Verlag
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Hansjörg-Martin-Preis (bester Kinder- und Jugendkrimi)
Tanya Lieske: Mein Freund Charlie, Beltz & Gelberg
Christian Linker: Der Schuss, dtv
Lea-Lina Oppermann: Was wir dachten, was wir taten, Beltz & Gelberg
Ortwin Ramadan: Glück ist was für Anfänger, Coppenrath
Martin Schäuble: Endland, Hanser
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Ehrenglauser
Edith Kneifl in Würdigung ihres Engagements für die Kriminalliteratur
Nachdem gestern die Razzie-Nominierungen veröffentlicht wurden (eine durchaus gelungene Auswahl) und schon seit Tagen eine wichtige Preisverleihung nach der nächsten stattfindet, wurden heute die Nominierungen für die diesjährigen Oscars bekannt gegeben.
Insgesamt und soweit ich die Filme kenne („Call Me by Your Name“ und „Lady Bird“ kenne ich noch nicht. Aber beide Filme dürften mir gefallen.) ist die Auswahl gelungen. Auch wenn – ebenfalls soweit ich die Filme kenne – einige Filme, wie „The Disaster Artist“ (wegen Belästigungsvorwürfen gegen James Franco) und „The Florida Project“ (sozusagen die weiße Ausgabe von „Moonlight“), fehlen. Ebenso „Wonder Woman“ Gal Gadot und die Regisseurin Patty Jenkins, die ja vor einigen Monaten als Oscar-Kandidatinnen gehandelt wurden. Aber Science-Fiction und Superheldenfilme haben bei der Akademie notorisch schlechte Karten. Und Tom Hanks hätte man für „Die Verlegerin“ (der neue Spielberg-Film, über die Washington Post und die Pentagon Papiere) als bester Hauptdarsteller nominieren können.