Jens Balzer im Geflecht von „Pop und Populismus“

August 26, 2019

Popmusik ist ohne Provokationen nicht denkbar. Und wenn es nur ein Hüftschwung im Fernsehen ist. Gleichzeitig drückt Popmusik kollektive Gefühle aus. Seit Jahrzehnten gab es sogar eine tiefe Verbindung zwischen Subkulturen, normalerweise Jugendkulturen, Musik und politischen Ansichten und Botschaften. Zum Pop wurde die Musik, wenn sie über die enge subkulturelle Szene hinaus erfolgreich war, viele Käufer (was regelmäßig zu Ausverkauf-Rufen führt) und Nachahmer fand. Denn Pop definiert sich, wenn es um kulturelle Relevanz geht, nicht unbedingt aus den ersten Plätzen der Hitparade (vor allem nicht der deutschen Hitparade). Trotzdem beschäftigt Musikjournalist Jens Balzer sich in seinem neuen Buch „Pop und Populismus – Über Verantwortung in der Musik“ viel mit kommerziell erfolgreichen Künstlern, ihren Texten und den Umgang der Gesellschaft mit den in den Texten mehr oder weniger deutlich vorhandenen Botschaften. Im Zentrum stehen dabei deutschsprachige Musiker.

Folgerichtig beginnt das schmale, aber inhaltsreiche Buch mit der Echo-Preisverleihung 2018 an die Rapper Kollegah und Farid Bang, die den Preis für das beste deutsche HipHop-Album erhalten sollten. Die Qualität des Albums bestand in der Höhe seiner Verkaufszahlen. Zum Skandal wurde die Preisverleihung, weil Musiker und Journalisten sich gegen die Verleihung des Preises des Bundesverband der deutschen Musikindustrie an Musiker aussprachen, deren Texte sexistisch und gewaltverherrlichend sind und die Opfer der Shoah verhöhnen.

Diese Preisverleihung und die darauf folgende Einstellung des Echo-Preises (der schon immer wegen seiner Missachtung jeglicher künstlerischer Kriterien ein sinnfreier Preis für verkaufte Platten war) ist für Balzer der Startpunkt für eine Reise durch rechte und reaktionäre Musik, die von einem breiteren Publikum gehört wird. Es geht um den Zusammenhang zwischen rechtem, populistischen Denken und der Popkultur, die, wie gesagt, hier vor allem Popmusik ist. Neben den schon genannten Kollegah und Farid Bang, beschäftigt Balzer sich mit Bushido, Frei.Wild und ‚Volks-Rock’n’Roller‘ Andreas Gabalier.

Dabei fällt immer wieder auf, dass diese Musiker zwar mit rechten Zeichen, Symbolen und Weltbildern spielen, frauenfeindliche und reaktionäre Botschaften haben, sie sich aber nicht zur Identitären Bewegung und den Neuen Rechten bekennen. Stattdessen behaupten sie in höchstens halbherzigen Distanzierungen, dass sie missverstanden würden.

Pop, der den Ansprüchen der Neuen Rechten und den Identitären genügt, wäre nach ihren Forderungen „männlich, weiß und möglichst frei von allen Arten der Hybridität und der kulturellen Vermischung“. Diesem Anspruch genügt dann ein Soldatenlied aus den 20ern, der „Jägermarsch“, die „Sternpolka“ und das „lebendige Brauchtum“ (echt jetzt?) des Volkstanzes. Manchmal werden, ohne tiefergehende Kenntnis der Stile, der Black Metal der Neunziger, der Hardcore der Straight-Edge-Bewegung und der Punkrock der siebziger Jahre genannt. Manchmal nennen rechte Vor-/Denker wie Richard Spencer auch Bands wie Depeche Mode, die sich prompt gegen diese Vereinnahmung wehren.

Der Erfolg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien bei Wahlen hat, wie Balzer feststellt, keine Entsprechung in der Popkultur. Die Rechtsextremen haben keine eigene Musik und sind damit auch nicht popkulturell wirkmächtig.

Der Grund dafür ist ziemlich banal. Wie Balzer ausführt, ist Popmusik von ihrem Wesen her immer grenzüberschreitend. Sie verbindet Dinge, sie empfindet das Fremde und Unbekannte als Bereicherung, sie überschreitet in jeder Beziehung Grenzen, sie richtet sich gegen die herrschenden Verhältnisse (gut, das würde rechte Popmusik auch tun) und sie entwirft ein Bild einer anderen, einer utopischen Gesellschaft.

Balzer konzentriert sich in „Pop und Populismus“, bis auf ein in diesem Zusammenhang leicht deplatziert wirkendes Kapitel über den US-HipHop, auf Deutschland und die Diskussionen der letzten Jahre. Er verliert auch einige Worte über die Kritik von Links an der Popmusik, die vor allem ein moralischer Rigorismus ist. Da wird dann, zum Beispiel, darauf gepocht, dass weiße Musiker sich nicht fremder Kulturen und Sounds bedienen sollen. Mit dem alten linken emanzipatorischem Denken hat das nichts zu tun. Und es sind auch etwas merkwürdige Vorwürfe. Denn jedes Reinheitsgebot verführt zu einer Verflachung von Popmusik.

Pop und Populismus“ ist keine groß angelegte historische Studie, wie sein fast zeitgleich erschienene Epos „Das entfesselte Jahrzehnt – Sound und Geist der 70er“. Er verzichtet auch darauf, seine Beobachtungen sprachgewaltig in große theoretische Gedankengebäude zu integrieren. Das tun eher Diedrich Diedrichsen und der Filmkritiker Georg Seeßlen. Er bietet nur einen Überblick über popkulturelle Diskussionen der letzten Jahre an und fragt nach der Verantwortung in der Musik.

Lesenswert; auch für Menschen, die sich nicht für Musik interessieren.

Jens Balzer: Pop und Populismus – Über Verantwortung in der Musik

Edition Körber, 2019

208 Seiten

17 Euro

Hinweise

Edition Körber über „Pop und Populismus“

Perlentaucher über „Pop und Populismus“

 


TV-Tipp für den 26. August: Mörderischer Engel

August 25, 2019

Arte, 22.15

Mörderischer Engel (On ne meurt que deux fois, Frankreich 1985)

Regie: Jacques Deray

Drehbuch: Jacques Deray, Michel Audiard

LV: Derek Raymond (Robin Cook): He died with his eyes open, 1984 (Er starb mit offenen Augen)

Hat die schöne Barbara den Pianisten umgebracht? Inspektor Staniland versetzt sich immer mehr in die Persönlichkeit des Toten und verliebt sich in Barbara.

Nicht so düster wie das Buch (der erste Band der Factory-Serie), in Teilen sogar langatmig, aber solide aufgebaut, mit zahlreichen Anleihen beim „Film Noir“ und zwei wundervollen Hauptdarstellern:.

mit Michel Serrault, Charlotte Rampling, Xavier Deluc, Cérard Darmon, Elisabeth Depardieu

Hinweise

AlloCiné über „Mörderischer Engel“

Rotten Tomatoes über „Mörderischer Engel“

Wikipedia über „Mörderischer Engel (englisch, französisch) und Derek Raymond (deutsch, englisch)

 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Paranza – Der Clan der Kinder“ will in Neapal an die Macht

August 25, 2019

Neapel, Italien. Mafialand. Roberto Saviano zeichnete 2006 in seinem dokumentarischen Roman „Gomorrha“ ein sehr unglamouröses Bild vom organisierten Verbrechens in seiner Heimatstadt. Das Buch wurde ein weltweiter Bestseller. Es wurde als Spielfilm und TV-Serie verfilmt. Weitere Sachbücher, Reportagen und Romane folgten. 2016 erschien in Italien „Der Clan der Kinder“. In dem Roman erzählt er die Geschichte von Nicolas und seinen Freunden, einer Bande Fünfzehnjähriger, die Geld und Ansehen (was vor allem der richtige Tisch im richtigen Nachtclub ist) wollen, dafür zu Verbrechern werden und innerhalb der örtlichen Camorra aufsteigen wollen. Diese besteht aus Banden, die unter sich die Straßen und Viertel Neapels aufgeteilt haben. Finanzieren tun sich sich mit Drogenhandel auf der Straße und Schutzgelderpressung bei den kleinen, örtlichen Einzelhändlern. Das sind nicht die aus Gangsterfilmen bekannten großen Geschäfte, sondern die gelebte Kleinvieh-macht-auch-Mist-Methode.

Der Roman ist schwer zu lesen. Das liegt an Savianos journalistischem, auf objektivierende und zusammenfassende Betrachtungen abzielendem Schreibstil, der kaum erkennbaren Haupthandlung, den vielen austauschbaren Figuren, den ständigen Zeitsprüngen und Pespektivenwechsel. Saviono hat auch kein erkennbares Interesse an einer typischen Gangstergeschichte à la „Little Caesar“ oder „Scarface“. Ihm geht es mehr um ein Porträt der heutigen Camorra in Neapel. Zwischen all den Namen und Episoden, die sich zeitlich oft nicht einordnen lassen, entsteht nie so etwas wie ein richtiger Lesefluss, der einen begeistert die nächsten Seiten umblättern lässt.

Claudio Giovannesi verfilmte jetzt den Roman nach einem Drehbuch, bei dem auch Saviano mitschrieb und das dieses Jahr auf der Berlinale den Silbernen Bären für das Beste Drehbuch erhielt.

Giovannesi inszenierte die Geschichte, die eine Ansammlung von Vignetten des Gangster- und Jugendfilms ist. Er drehte chronologisch. Die Schauspieler, allesamt Laiendarsteller, wussten dabei nicht, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Stilistisch knüpft er dabei an den Neorealismus an.

Am Ende bleibt nicht die Geschichte im Gedächtnis, sondern wie die Jugendlichen mit ihren Vespas durch die Stadt fahren, wie sie durch die Straßen streunen, wie sie Freizeit totschlagen und wie wenig sich diese Bilder von Bildern aus italienischen Filmen der fünfziger und sechziger Jahre unterscheiden.

Paranza – Der Cland der Kinder (La paranza dei bambini, Italien 2019)

Regie: Claudio Giovannesi

Drehbuch: Roberto Saviano, Claudio Giovannesi, Maurizio Braucci

LV: Roberto Saviano: La paranza dei bamini, 2016 (Der Clan der Kinder)

mit Francesco Di Napoli, Viviana Aprea, Ar Tem, Alfredo Turitto, Valentina Vannino, Pasquale Marotta, Luca Nacarlo, Carmine Pizzo

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Roberto Saviano: Der Clan der Kinder

(übersetzt von Annette Kopetzki)

dtv, 2019

416 Seiten

12,90 Euro

Deutsche Erstausgabe

Carl Hanser Verlag, 2018

Originalausgabe

La paraza dei bambini

Feltrinelli Editore, 2016

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Paranza – Der Clan der Kinder“

Metacritic über „Paranza – Der Clan der Kinder“

Rotten Tomatoes über „Paranza – Der Clan der Kinder“

Wikipedia über „Paranza – Der Clan der Kinder“ (deutsch, englisch, italienisch)

Berlinale über „Paranza – Der Clan der Kinder“

Perlentaucher über Roberto Savianos „Der Clan der Kinder“


TV-Tipp für den 25. August: Jacques – Entdecker der Ozeane

August 24, 2019

3sat, 20.15

Jacques – Entdecker der Ozeane (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle, Laurent Turner

LV: Jean-Michel Cousteau, Albert Falco: Capitaine De La Calypso, 1990

TV-Premiere des sehenswerten, wohlwollenden Biopics über den begeisterten Taucher, Erfinder und Visionär Jacques-Yves Cousteau (1910 – 1997), der in zahllosen Tauchgängen das Leben in den Ozeanen filmisch festhielt und einem weltweiten Publikum präsentierte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Lambert Wilson, Pierre Niney, Audrey Tautou, Laurent Lucas, Benjamin Lavernhe, Vincent Heneine, Thibault de Montalembert, Roger Van Hool, Chloe Hirschman, Adam Neill

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

AlloCiné über „Jacques“

Moviepilot über „Jacques“

Rotten Tomatoes über „Jacques“

Wikipedia über „Jacques“ (englisch, französisch) und Jacques Costeau

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch – Tödliches Erbe“ (Largo Winch, Frankreich 2008)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch II – Die Burma-Verschwörung“ (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Zulu“ (Zulu, Frankreich/Südafrika 2013) und der DVD

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Jacques – Entdecker der Ozeane“ (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Brian Shoafs „Aardvark“

August 24, 2019

Dass Josh Norman (Zachary Quinto) psychische Probleme hat, ist vom ersten Moment an offensichtlich. Aber immerhin weiß er das und geht zu einer Psychologin, die er auch bezahlen kann. Das ist angesichts seiner abgenutzten Kleidung und seiner unzuverlässig erledigten Aushilfsarbeit in einem Stehcafé nicht selbstverständlich.

Er erzählt seiner Therapeutin Emily Milburton (Jenny Slate), sein Bruder Craig sei zurückgekehrt. Craig sei ein bekannter Hollywoodschauspieler, ein Verwandlungskünstler, der hundertfünfzigprozentig in jede Rolle hineinschlüpft. So wie Josh ihn schildert, ist Craig ein Gestaltwandler, der ihn überallhin verfolgt.

Für die im Beruf noch sehr unerfahrene Emily ist die Diagnose aus fachlicher Sicht einfach. Josh hat massive Wahnvorstellungen.

Diese Erklärung liefert auch der Film einige Minuten später, Dann begegnet Josh in einer Gasse einer Bettlerin, die er für Craig hält und die unter keinen Umständen ein Mann ist.

Außerdem taucht Craig (Jon Hamm) kurz darauf bei Emily auf. Er erzählt ihr einiges über seinen Bruder und umwirbt sie.

Aardvark“ ist vor allem ein Showcase für Hauptdarsteller Zachary Quinto. Er ist bekannt als Spock aus den neuen „Star Trek“-Filmen und er ist einer der Produzenten des Films. Davon abgesehen ist Brian Shoafs Spielfilmdebüt ein missglückter und sehr dröger Mix aus Psychostudie (immer wieder, wie in „Fight Club“, erzählt aus Joshs Perspektive), Familienaufstellung (Was geschah in der Kindheit von Josh und Craig?) und Liebesgeschichte (Kriegt die fesche Therapeutin den edlen Hollywoodstar?).

Das Drama ist Film für die Zachary-Quinto- und Jon-Hamm-Komplettisten.

P. S.: Aardvark ist das englische Wort für Erdferkel.

Aardvark (Aardvark, USA 2017)

Regie: Brian Shoaf

Drehbuch: Brian Shoaf

mit Zachary Quinto, Jenny Slate, Jon Hamm, Sheila Vand

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Aardvark“

Metacritic über „Aardvark“

Rotten Tomatoes über „Aardvark“

Wikipedia über „Aardvark“ 


TV-Tipp für den 24. August: Helden der Nacht

August 23, 2019

ZDFneo, 22.05

Helden der Nacht (We own the Night, USA 2007)

Regie: James Gray

Drehbuch: James Gray

Stilsicherer, an das Kino der Siebziger erinnernder, 1988 in New York spielender Polizeithriller über zwei Brüder: der eine folgt der Familientradition und wird Polizist; der andere Discobesitzer und Verbrecher. Jetzt steht der Discobesitzer vor der Frage, ob er vollständig mit seiner Familie brechen soll.

„Helden der Nacht hat alle Ingredienzien eines Genrethrillers. Mehr noch, Gray scheint einigen dieser Klassiker seine Reverenz erweisen wollen. In seinen besten Momenten ruft Helden der Nacht Erinnerungen an die Korruptionsthriller Sidney Lumets oder die dreckigen kleinen Nachtfilme Scorseses wach.“ (epd Film 2/2008)

Mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Tony Musante

Hinweise:

Rotten Tomatoes über „Helden der Nacht“

Wikipedia über „Helden der Nacht“ (deutsch, englisch)

Film & Video: Interview mit James Gray über Stuntmen und digitale Bildbearbeitung

Salon Conversations: Podcast mit James Gray

Dark Horizons: Interview mit James Gray

Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)

Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Bruuuce!, dein größter Fan ist „Blinded by the light“

August 23, 2019

Javed ist ein ganz gewöhnlicher Jugendlicher. Er wächst in Luton, einer wenige Kilometer nördlich von London liegenden Stadt, auf. Er schlägt sich mit den typischen Pubertätsproblemen zwischen Schule und erster Liebe herum. Er wird den den örtlichen Faschos durch die Straßen gejagt und sein Vater hat genaue Vorstellungen, was er jetzt und später tun soll.

Javed möchte dagegen ein Schriftsteller werden. Das ist ein Beruf, den sein pakistanischer Vater, ein Arbeiter und patriarchalisch-konservatives Familienoberhaupt, nicht als Beruf anerkennt. Gleichzeitig sucht Javed nach seiner Position in der Gesellschaft als Einwandererkind, das zwischen zwei Kulturen und Ansprüchen zerrissen ist. Er fragt sich, wie englisch er sein soll und was ist überhaupt englisch?

Als er sich eine Musikkassette mit der Musik von Bruce Springsteen, die er von einem Mitschüler erhielt, anhört, glaubt er, dass Bruce Springsteen ihn genau versteht und direkt zu ihm redet. Das was Springsteen über seine Heimat Asbury Park, New Jersey, und sein Leben und seine Gefühle singt, ist sein Leben in Luton.

Er pflastert sein Zimmer mit Springsteen-Plakaten, verändert seine Kleidung und Frisur und will alle von Springsteen überzeugen.

Er möchte in der Schulzeitung über Springsteen schreiben. Die schnöseligen Schülerzeitungsredakteure sind davon nicht begeistert.

Er will im Schulradio Springsteen-Songs spielen. Die hippen, trendbewussten Radiomacher lehnen das empört ab. Springsteen sei – der Film spielt 1987 – Schnee von gestern. Und so unrecht haben sie nicht. Denn nach dem Megaerfolg von „Born in the U. S. A.“ (1984) war „Tunnel of Love“ (1987) eine Enttäuschung. „Lucky Town“ und „Human Touch“, die fünf Jahre später (und damit nach der Filmgeschichte) erschienen, waren nicht viel besser. Außerdem hat der Songwriter-Rock von Bruce Springsteen nichts mit den damals angesagten britischen Bands zu tun.

Kick it like Beckham“-Regisseurin Gurinder Chadha nimmt in ihrem neuesten Film „Blinded by the Light“ die Musik von Bruce Springsteen als Kommentar zu Javeds Leben. In ihrer warmherzigen, mit viel Zeitkolorit angereicherte Feelgood-Komödie, zeigt sie, wie wichtig ein Musiker (und eine Band) bei der Selbstfindung eines Teenagers sein können. Dieses Erwachsenwerden findet in einer bestimmten Welt – hier ist es das England der Thatcher-Jahre, das Leben der Einwanderer und der Arbeiterklasse – und in Bezug zu anderen Menschen statt. Bei Javed (Viveik Kalra) sind es Springsteen-Fan Roops (Aaron Phagura), sein aktuelle Popmusik spielender Jugendfreund Matt (Dean-Charles Chapman), die gleichaltrige Aktivistin Eliza (Nell Williams), die ihn fördernde Lehrerin Miss Clay (Hayley Atwell; sie ist zu gut, um wahr zu sein), seine Familie (Kulvinder Ghir, Meera Gantatra, Nikita Mehta) und ein Nachbar (David Hayman [bekannt aus der Krimiserie „Der Preis des Verbrechens“] in einer kleinen, aber nicht unwichtigen und sehr sympathischen Rolle).

Immer wieder durchbricht Chadha die realistische Erzählung. Wenn Javed die legendären frühen Springsteen-Songs hört, wird der Film zu einem Music-Clip mit staunenden, singenden und tanzenden Menschen und Texteinblendungen, die auch den Nicht-Die-hard-Springsteen-Fans verraten, um was es in den Songs geht und welche Textteile Javed in dem Moment besonders wichtig sind.

Manchmal wird der Film sogar zu einem Musical, das dann auch den Unterschied zwischen Film und Realität thematisiert. Während Javed text-, aber nicht tonsicher singt und sich dabei komisch bewegt, blicken ihn die anderen Menschen zunächst irritiert an. Auf einem Flohmarkt stimmen sie dann in den Song ein.

Blinded by the Light“ basiert auf den Jugenderinnerungen von Sarfraz Manzoor, der im Film Javed heißt. Manzoor wurde 1971 in Pakistan geboren, kam als Dreijähriger nach England und ist heute ein Journalist (u. a. The Guardian, BBC Radio 4 und Channel 4). Er ist immer noch mit Roops befreundet und sie sind immer noch Springsteen-Fans. Sie beuschten unzählige Konzerte und der Boss (für Nichtfans: das ist Kosename der Fans für Springsteen) kennt sie persönlich. Deshalb war Springsteen auch mit der Verwendung seiner Songs in dem Film einverstanden. Ohne dieses Einverständnis hätte der Film nicht gemacht werden können.

Gurinder Chadhas warmherziges Feelgood-Movie reiht sich in die Reihe von aktuellen Musikfilmen ein, in denen legendäre Musiker und Bands präsentiert werden. „Bohemian Rhapsody“ (über Freddie Mercury und Queen) und „Rocketman“ (über Elton John) sind Biopics, die sich mehr oder weniger viele künstlerische Freiheiten nehmen. „Yesterday“ (über die Beatles) ist eine Was-wäre-wenn-Fantasie. Und „Blinded by the Light“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die ohne die Musik von Bruce Springsteen nicht funktionieren würde.

Blinded by the Light (Blinded by the Light, USA 2019)

Regie: Gurinder Chadha

Drehbuch: Paul Mayeda Berges, Gurinder Chadha, Sarfraz Manzoor

LV: Sarfraz Manzoor: Greetings from Bury Park: Race, Religion and Rock’n’Roll, 2007

mit Viveik Kalra, Kulvinder Ghir, Meera Ganatra, Aaron Phagura, Dean-Charles Chapman, Nikita Mehta, Nell Williams, Tara Divina, Rob Brydon, Frankie Fox, Hayley Atwell, Sally Phillips, David Hayman

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Blinded by the Light“

Metacritic über „Blinded by the Light“

Rotten Tomatoes über „Blinded by the Light“

Wikipedia über „Blinded by the Light“ (deutsch, englisch)

Ein Gespräch mit Gurinder Chadha über den Film

Ein Gespräch mit Gurinder Chadha, Sarfraz Manzoor und Viveik Kalra über den Film


Neu im Kino/Filmkritik: „I am Mother“ und die Probleme der Kindererziehung in der Zukunft

August 23, 2019

Wer Science-Fiction nicht als kunterbunten Jahrmarkt, sondern als Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen schätzt, sollte sich „I am Mother“ ansehen. In diesem, je nach Rechnung, Zwei- oder Dreipersonenstück erzieht ein Roboter, der sich ‚Mutter‘ nennt, in einer hermetisch abgeschlossenen, sehr geräumigen Station ein Kind, das sie ‚Tochter‘ nennt.

Der Grund für diese ungewöhnliche Form der Erziehung ist ein Notfallplan der Menschen. Vor einigen Jahren vernichtete sich die Menschheit in einem Krieg. Seitdem ist die Erdoberfläche verseucht. Ein Leben ohne Schutzanzug ist nicht möglich. In der Station, in der tausende Embryonen gelagert sind, sollen die künftigen Menschen entstehen.

Im Moment ist Tochter ihr einziges Versuchsobjekt. Mühsam zieht sie sie über viele Jahre groß. Tochter entwickelt sich in jeder Beziehung prächtig. Die zahlreichen regelmäßigen Tests und Prüfungen bestätigen ihre Entwicklungsfortschritte. Außerdem sind Mutter und Tochter ein Herz und eine Seele. Auch wenn Mutter ein klobiger, menschenähnlich aussehender Roboter ist, der mehr an Robocop als an C-3PO erinnert.

Als Tochter im Teenageralter ist, klopft es an der Tür zum Bunker, in dem sie lebt. Eine verletzte ‚Frau‘ steht vor der Stahltür. Sie behauptet, sie werde verfolgt und sie benötige Hilfe.

Tochter, die bis jetzt nie gegen ein Befehl von Mutter verstieß, lässt die Frau in die Station und versteckt sie. Die Frau erzählt ihr, dass alles, was Mutter ihr über die Außenwelt erzählt habe, gelogen sei. Aber erzählt die Frau die Wahrheit?

Das SF-Kammerspiel „I am Mother“ ist das überzeugende Spielfilmdebüt von Regisseur Grant Sputore und Drehbuchautor Michael Lloyd Green. Gemeinsam entwickelten sie eine Geschichte, die gelungen Thrillerspannung mit einer ordentlichen Portion Paranoia und philosophischen Fragen verbindet. Es geht in der Geschichte um Künstliche Intelligenz. Selbstverständlich wurde Mutter programmiert. Aber wir kennen ihre Programmierung nicht. Wir wissen auch nicht, ob sie ihre Programmierung befolgt, wenn sie behauptet, sie beschütze Tochter und sich dann verhält, als habe sie noch nie etwas von Isaac Asimovs bekannten Robotergesetzen gehört.

Es geht auch um Fragen der Erziehung und Vorbilder. Einerseits weil Mutter Tochter erzieht, andererseits weil Tochter sich zwischen Mutter und der von Außen kommenden Frau, der Fremden, entscheiden muss.

Und damit geht es auch um die Frage, wie Tochter vom Kind zur Frau wird.

Das sind universelle Fragen, auf die es keine eindeutigen und endgültigen Antworten gibt und mit denen man sich noch nach dem Filmende beschäftigen kann.

„I am Mother“ ist ein zum Nachdenken anregender, spannender SF-Thriller.

I am Mother (I am Mother, Australien 2019)

Regie: Grant Sputore

Drehbuch: Michael Lloyd Green (nach einer Geschichte von Grant Sputore und Michael Lloyd Green)

mit Clara Rugaard, Hilary Swank, Rose Byrne (im Original: Stimme Mutter), Luke Hawker (Körper von Mutter)

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „I am Mother“

Metacritic über „I am Mother“

Rotten Tomatoes über „I am Mother“

Wikipedia über „I am Mother“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 23. August: Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

August 22, 2019

3sat, 22.25
Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht (Deutschland 2013)
Regie: Edgar Reitz
Drehbuch: Edgar Reitz, Gert Heidenreich
Grandioses, fast vierstündiges Alterswerk von Edgar Reitz, in dem er vom Leben der Familie Simon im Hunsrückdorf Schabbach um 1840, zwischen hartem Alltag, Hungersnöten und revolutionärem Aufbruch erzählt. Einer der Simon-Jungs möchte, wie viele Hunsrücker, nach Brasilien auswandern, wo er auf ein besseres Leben hofft.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung zum Kino- und DVD-Start (mit unterschiedlichem Bonusmaterial).
mit Jan Dieter Schneider, Antonia Bill, Maximilian Scheidt, Marita Breuer, Rüdiger Kriese, Philine Lembeck, Mélanie Fouché, Eva Zeidler, Reinhard Paulus, Christoph Luser, Werner Herzog

Hinweise

Moviepilot über „Die andere Heimat“

Wikipedia über „Die andere Heimat“

Homepage von Edgar Reitz

„Heimat“-Fanpage

Kriminalakte über „Die andere Heimat“

Meine Besprechung von Edgar Reitz‘ “Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht” (Deutschland 2013) (mit weiteren Clips)

Meine Besprechung von Edgar Reitz‘ „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“ (Deutschland 2013) (DVD-Kritik)

Meine Besprechung von Edgar Reitz‘ „Heimat – Eine deutsche Chronik: Die Kinofassung – Das Jahrhundert-Epos in Texten und Bildern“ (2015)

Homepage von Michael Riessler


Neu im Kino/Filmkritik: „Crawl“ oder Alligatoren in der Wohnung

August 22, 2019

Florida wird mal wieder von einem besonders schlimmen Hurrikan heimgesucht und alle Menschen sollten in ihren Wohnungen bleiben. Aber Haley (Kaya Scodelario) macht sich auf den Weg in ihren Geburtsort. Denn ihr Vater Dave (Barry Pepper) meldet sich nicht. Sie findet ihn verletzt im Kriechkeller des Elternhauses. Als sie ihn aus dem Keller zieht, bemerkt Haley, dass sie nicht allein sind. Ein Alligator ist ebenfalls im Keller und er hat sie auf seinen Speiseplan gesetzt.

Bei einem weiteren Ausbruchsversuch aus dem Keller bemerkt Haley, dass sie nicht von einem, sondern von zwei großen Alligatoren gejagt werden.

In der Realität sind die meisten Alligatoren zwischen durchaus beängstigenden dreieinhalb und vier Metern. Einige sind auch furchterregende sechs Meter groß und das ist ungefähr die Größe der in dem spannenden Horrorthriller „Crawl“ auftauchenden Alligatoren.

Weil das Wasser unaufhaltsam steigt, müssen Haley und Dave, der sich kaum bewegen kann, trotzdem versuchen, an den Tieren vorbei aus dem Keller zu entkommen.

Das ist das angenehm sparsame Set-up für Alexandre Ajas neuen Horrorfilm „Crawl“. Genrefans kennen seine vorherigen Filme, wie „High Tension“, das Wes-Craven-Remake „The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“, „Piranha 3D“ und der Joe-Hill-Verfilmung „Horns“.

Crawl“ ist ein fast in Echtzeit in einem Haus spielendes Zwei-Personenstück, das sich auf den Kampf von Haley und Dave gegen die Alligatoren konzentriert. Dabei sind die Alligatoren extrem hungrig, beißwütig und schlecht gelaunt. Etwaige Retter werden von ihnen umstandslos totgebissen.

Für ein schnörkelloses B-Picture, das einfach nur knappe neunzig Minuten spannend und ohne ironische Brechungen oder ablenkende Nebengeschichten unterhalten will, ist das genug.

Dummerweise sind die Macher zu sehr einem völlig überflüssigem „mehr ist besser“-Wahn verfallen. Schon ein mordgieriger Alligator im Keller wäre abendfüllend gewesen. Zwei Alligatoren sind dann mehr als genug. Aber Aja und die Drehbuchautoren Michael und Shawn Rasmussen lassen ungefähr ein Dutzend Alligatoren auf die Menschen los, die dann auch noch gegen das Unwetter kämpfen müssen. Ohne die Aussicht auf Hilfe.

Crawl (Crawl, USA 2019)

Regie: Alexandre Aja

Drehbuch: Michael Rasmussen, Shawn Rasmussen

mit Kaya Scodelario, Barry Pepper, Morfydd Clark, Ross Anderson, Jose Palma, George Somner, Anson Boon

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

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Rotten Tomatoes über „Crawl“

Wikipedia über „Crawl“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Gloria – Das Leben wartet nicht“, auch wenn du aussiehst wie Julianne Moore

August 22, 2019

Gloria Bell ist eine attraktive und lebenslustige Frau in den Fünfzigern. Die Kinder sind aus dem Haus. Sie ist geschieden. Sie liebt Pop-Hits, die sie vor allem im Auto laut mitsingt, und sie tanzt gerne. Auf der Suche nach einem Mann fürs Leben bewegt sie sich in Los Angeles durch die Single-Tanzabende.

Auf einem dieser Abende trifft sie Arnold. Der Unternehmer tanzt ebenfalls gern. Er ist ebenfalls geschieden und er erweist sich als vollendeter Gentleman. Gloria hat, wie ein verliebter Teenager, wieder die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch.

Alles könnte perfekt sein, wenn Arnold nicht so reserviert wäre und er nicht so oft von seiner Ex-Frau und seinen Töchtern angerufen würde.

Wenn Cineasten sich jetzt fragen, warum ihnen diese Geschichte so bekannt vorkommt, müssen sie sich nur den Berlinale-Liebling von 2013 erinnern. Damals erhielt Sebastiàn Lelio für sein in Santiago de Chile spielende Charakterstudie „Gloria“ mehrere Preise und Hauptdarstellerin Paulina García einen Silbernen Bären.

Jetzt verfilmte Lelio in seinem US-Debüt die gleiche Geschichte noch einmal. Es ist eine 1-zu-1-Neuverfilmung, bei der für das US-Publikum nur die Schauspieler (jetzt mit Julianne Moore und John Turturro) und der Schauplatz (jetzt L. A.) geändert wurden. Und die Sprache. Denn bis jetzt hatten die US-Remakes erfolgreicher ausländischer Filme nur die Aufgabe, Amerikanern, die zu faul zum Lesen von Untertiteln waren, das Lesen zu ersparen.

Mit dem Erfolg der Streamingdienste, die viele nicht englische Serien im Angebot haben, könnte sich das ändern. Sie bieten auch synchronisierte Fassungen an, die Qualität der Synchron-Fassungen wird besser und die Zuschauer sehen sich, wie die Abrufzahlen zeigen, nicht die Originalfassung, sondern die synchronisierte Fassung an.

Bis dahin gibt es noch einige dieser Remakes, die Kenner des Originals getrost ignorieren können. So ist auch „Gloria“ objektiv betrachtet kein schlechter, aber ein überflüssiger Film. Die Geschichte über die nach Liebe suchende Endfünfzigerin funktioniert immer noch. Allerdings ist jede Wendung, jede Reaktion und jedes Bild bekannt. Verändert wurden nur einige, letztendlich unwichtige Details.

Julianne Moore, die jetzt Gloria spielt, ist als von der Sehnsucht nach einem Mann getriebenes Mauerblümchen fantastisch.

John Turturro überzeugt als ihr Freund Arnold.

Die von Gloria mitgesungenen Popsongs aus den siebziger und achtziger Jahren, also den Jahren, in denen Gloria erwachsen wurde, sind ein punktgenau eingesetzter Kommentar zu ihren Gefühlen. Im Original, in dem andere Songs gespielt werden, war mir dieser enge Zusammenhang zwischen Glorias Gefühlen und den Songs, die sie im Auto oder beim Tanzen hört, nicht so sehr aufgefallen.

Gloria“ ist ein guter, sehenswerter, empfehlenswerter und auch überflüssiger Film, bei dem Kenner des gelungenen Originals sich fragen, warum er noch einmal verfilmt wurde. Denn Lelio erzählt dieses Mal Glorias Geschichte vielleicht etwas flüssiger, aber er setzt keine neuen Aktzente und er interpretiert auch nichts fundamental neu.

Gloria – Das Leben wartet nicht (Gloria Bell, USA 2019)

Regie: Sebastián Lelio

Drehbuch: Sebastián Lelio, Alice Johnson Boher (Adaption) (nach dem Drehbuch „Gloria“ von Sebastián Lelio und Gonzalo Maza)

mit Julianne Moore, John Turturro, Michael Cera, Barbara Sukowa, Jeanne Tripplehorn, Rita Wilson, Caren Pistorius, Brad Garrett, Holland Taylor

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Gloria“

Metacritic über „Gloria“

Rotten Tomatoes über „Gloria“

Wikipedia über „Gloria“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sebastián Lelios „Gloria“ (Gloria, Spanien/Chile 2012)

Meine Besprechung von Sebastiàn Lelio „Eine fantastische Frau – Una Mujer Fantastica“ (Una Mujer Fantastica, Chile//USA/Deutschland/Spanien 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: Die Buddy-Komödie „Stuber – 5 Sterne undercover“

August 22, 2019

Nach einer lange überfälligen Augen-OP soll der stahlharte Old-School-Cop Vic Manning (Dave Bautista) sich unbedingt einen Tag schonen. Da erhält er den Hinweis auf einen großen Drogendeal, der in einigen Stunden stattfinden soll. Der Mann, der seinen Partner ermordete und den er seitdem unermüdlich sucht, soll bei dem Deal dabei sein. Weil es wahrscheinlich einen Verräter in den eigenen Reihen gibt, und weil Manning sowieso am liebsten alleine arbeitet, will er den Bösewicht alleine zur Strecke bringen.

Weil Manning die ersten Stunden nach der Augen-OP blind ist, bestellt er sich ein Uber-Taxi. Sein Fahrer Stu (Kumail Nanjani) ist das vollkommene Gegenteil von Manning. Er ist dagegen ein schweigsames Muskelpaket, das Konflikte mit Gewalt löst. Stu ist dagegen gesprächig, höflich und sanftmütig. Für eine Fünf-Sterne-Bewertung tut er fast alles.

Dieses gegensätzliche Paar ballert, kloppt und witzelt sich bei der Verbrecherjagd durch Los Angeles.

Stuber – 5 Sterne undercover“ heißt die Buddy-Action-Komödie, die über neunzig Minuten die sattsam bekannte Formel aus Action und Comedy wiederholt und dabei zeigt, was herauskommt, wenn bei einer Buddy-Komödie die Witze nicht zünden, die Action lahm ist und die beiden Hauptdarsteller nicht miteinander harmonisieren. Michael Dowse inszenierte einen vergessenswerten Film, der einen wehmütig an die Klassiker des Genres, wie „Nur 48 Stunden“, „Red Heat“ oder die „Lethal Weapon“-Filme, denken lässt. Die sind auch beim zehnten Ansehen immer noch unterhaltsamer als „Stuber“ beim ersten Ansehen.

Stuber – 5 Sterne undercover (Stuber, USA 2019)

Regie: Michael Dowse

Drehbuch: Tripper Clancy

mit Dave Bautista, Kumail Nanjiani, Iko Uwais, Natalie Morales, Betty Gilpin, Jimmy Tatro, Mira Sorvino, Karen Gillan

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Stuber“

Metacritic über „Stuber“

Rotten Tomatoes über „Stuber“

Wikipedia über „Stuber“ 


TV-Tipp für den 22. August: Heist – Der letzte Coup

August 22, 2019

Tele 5, 20.15

Heist – Der letzte Coup (Heist, USA 2001)

Regie: David Mamet

Drehbuch: David Mamet

Nachdem Meisterdieb Joe Moore bei einem Diebstahl von einer Überwachungskamera gefilmt wird, will er aussteigen. Aber sein Hehler Mickey Bergman erpresst ihn zu einem letzten großen Coup. Ab diesem Moment kämpfen sie gegeneinander.

Dank der guten Schauspieler und des wendungsreichen Drehbuchs von Regisseur David Mamet ist dieser Film vom letzten großen, perfekt ausgeführten Coup und den sich gegenseitig betrügenden Gaunern ein einziges Vergnügen. Denn „Heist – Der letzte Coup“ ist gutes Genrekino, präsentiert von einem Meister, der hier tief in seiner Trickkiste wühlt.

Mit Gene Hackman, Danny DeVito, Delroy Lindo, Sam Rockwell, Rebecca Pidgeon, Ricky Jay

Wiederholung: Freitag, 23. August, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Drehbuch von David Mamet

Moviepilot über „Heist“

Metacritic über „Heist“

Rotten Tomatoes über „Heist“

Wikipedia über „Heist“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Gorilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Gorilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

David Mamet in der Kriminalakte


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Endzeit“ mit zwei jungen Frauen, vielen Zombies und einer Kräuterhexe

August 22, 2019

Zombies in der deutschen Provinz, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen? Warum nicht.

Nach einer weltweiten Katastrophe, die die Menschheit auf wenige, sehr wenige Überlebende dezimierte, jagen die Zombies in „Endzeit“ in Thüringen, zwischen Weimar und Jena, Menschen. In diesen beiden Städten haben sich die letzten Menschen vor den Zombies verschanzt. In Weimar geht man rabiat gegen die Zombies vor. Man tötet sie und alle die sich infiziert haben könnten. In Jena soll dagegen an einem Gegenmittel geforscht werden und es soll über eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Zombies nachgedacht werden. Die einzige Verbindung zwischen den zwanzig Kilometer voneinander entfernt liegenden Städten ist ein unbemannter Versorgungszug.

In diesem verstecken sich, als der Zug Weimar verlässt, die 22-jährige Vivi (Gro Swantje Kohlhof) und die 26-jährige Eva (Maja Lehrer). Die taffe Kämpferin Eva wurde bei einem Zombieangriff verletzt. Sie hofft, dass ihr in Jena geholfen werden kann. Vivi ist das komplette Gegenteil von Eva. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie ihre jüngere Schwester bei einem Zombieangriff nicht retten konnte. Sie ist auch etwas verpeilt und unbeholfen.

Während der Fahrt bleibt der Zug auf offener Strecke stehen.

Seit der Wiederkehr von Zombies in die Popkultur vor nun schon auch deutlich über zehn Jahren haben die Untoten sich durch alle Länder, Orte und Zeiten (Zombies im viktorianischen England? Warum nicht.) durchgebissen. Nur um Deutschland machten sie einen großen Bogen. Es gab, immerhin, 2010 den in Berlin spielenden Zombie-Film „Rammbock“. Und das war es dann auch schon.

Inzwischen ist die Welle etwas abgeebbt. „Die Nacht der lebenden Toten“-Regisseur George A. Romero, der Erfinder des modernen Zombies in der Popkultur, starb 2017. Im Juli beendete Robert Kirkman mit dem 193. Heft seine langlebige Comicserie „The Walking Dead“. Die TV-Serie läuft weiter und es werden weitere Ableger produziert. Die lange angekündigte Fortsetzung von „World War Z“ wird wohl nicht mehr gedreht werden.

Da kommt „Endzeit“ fast als Nachschlag. Der Film basiert auf Olivia Viewegs Comic „Endzeit“. Seinen Ursprung hatte er in ihrer 2011 entstandenen Diplomarbeit an der Bauhaus-Universität in Weimar. Danach wurde die Diplomarbeit auch veröffentlicht und später von ihr zu einem Drehbuch, das 2015 den Tankred-Dorst-Preis gewann, umgeschrieben. 2018 erschien Carlsen „Endzeit“ in einer deutlich erweiterten Comic-Fassung.

Fast gleichzeitig entstand der von Carolina Hellsgård inszenierte Film. Entsprechend eng miteinander verbunden sind Buch und Film. Der Film wirkt oft sogar, als habe man einfach den Comic als Storyboard genommen. Leider. Denn Comic und Film sind zwei unterschiedliche Medien. Dialoge, die in einem Comic funktionieren, wirken gesprochen hölzern. Details, die in einem gezeichneten Bild nicht weiter auffallen oder überhaupt nicht auftauchen, fallen im Film auf. So sind im Film beide Frauen erstaunlich unvorbereitet auf die Reise gegangen. Sie haben keine Waffen dabei. Sie haben nichts zu essen dabei (Gut, es sind ja nur zwanzig Kilometer mit dem Zug.). Eva hat eine nur halb gefüllte Wasserflasche dabei (im Hochsommer!). Vivi läuft mit Sandalen herum, mit denen ich noch nicht einmal vor die Haustür gehen würde.

Auf der Reise verhalten sie sich oft idiotisch. In der Nacht schlafen sie friedlich nebeneinander, anstatt dass eine Wache schiebt. Sie schlafen ungeschützt auf dem Boden. Bis sie sich Waffen und besseres Schuhwerk besorgen, vergeht viel Zeit.

Und warum verkehrt der Versorgungszug zwischen den beiden Städten ohne einen Fahrer und eine Wache? Schließlich muss die Strecke, selbstfahrende Züge hin, selbstfahrende Züge her, von auf den Gleisen herumlungernden Zombies geräumt werden.

Gut, das kann einfach erklärt werden: wenn ein Fahrer im Zug gewesen wäre, hätten Eva und Vivi nicht so einfach einsteigen können.

Diese Details und die Dialoge reißen einen immer wieder aus der Filmgeschichte heraus. In einem Comic stört das alles nicht. Schließlich wird die Realität in Comiczeichnungen immer stark vereinfacht. Gleichzeitig werden bestimmte Dinge betont.

Die Geschichte ist ein feministischer Zugriff auf das Genre, bei dem die beiden jungen Protagonistinnen kein Interesse an Männern haben. Diese tauchen nur als Neben-Nebenfigur oder Zombie (wobei auch hier viele Frauen dabei sind) auf. Stattdessen begegnen Vivi und Eva im Niemandsland zwischen Weimar und Jena einer Frau (im Film gespielt von Trine Dyrholm), die eine tiefe Koexistenz mit der Pflanzenwelt hat und Vivi gerne bei sich aufnähme.

Gleichzeitig erzählt „Endzeit“ eine Coming-of-Age-Geschichte, die im Buch offensichtlicher und glaubwürdiger als im Film ist. Denn Vieweg zeichnete Vivi und Eva mit ihren großen Augen und ihren mädchenhaften, fast noch kindlichen Körpern als junge Menschen, die irgendwo im Teenageralter sind. Im Film sind sie deutlich älter. Vivi ist 22 Jahre, Eva 26. Damit sind beide erwachsene Menschen.

Während der Comic die Zombieapokalypse aus feministischer und ökologischer Perspektive betrachtet, scheitert der Film an seinen hölzernen Dialogen, den zu vielen nicht plausiblen Details, einer zu sparsamen Charakterisierung der beiden Hauptfiguren und einer damit verbundenen thematischen Diffusität. So schwankt der Film unentschlossen zwischen Zombiefilm, Coming-of-Age-Drama, düsterem Märchen und romantischer Naturverklärung.

P. S. für den Horrorfan: Die Zombieangriffe sind spärlich und oft schnell vorbei. Der Suspensefaktor ist ebenfalls überschaubar.

Endzeit (Deutschland 2018)

Regie: Carolina Hellsgård

Drehbuch: Olivia Vieweg

LV: Olivia Vieweg: Endzeit, 2018

mit Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrholm, Barbara Philipp, Axel Werner, Amy Schuk, Muriel Wimmer

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Olivia Vieweg: Endzeit

Carlsen, 2018

288 Seiten

22 Euro

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Endzeit“

Moviepilot über „Endzeit“

Metacritic über „Endzeit“

Rotten Tomatoes über „Endzeit“

Wikipedia über „Endzeit“

Homepage von Olivia Vieweg


TV-Tipp für den 21. August: Ich bin wie ich bin

August 20, 2019

One, 22.00

Ich bin wie ich bin (Col cuore in gola/Le Coeur aux Levres, Italien/Frankreich 1967)

Regie: Tinto Brass

Drehbuch: Pierre Lévy, Francesca Longo, Sergio Donati

LV: Sergio Donati: Il sepolcro di carta, 1955

Ein junger Mann will eine junge Frau beeindrucken, indem er einen Mord aufklärt. Böser Fehler.

Kunterbunter Sixties-Giallo, der inzwischen einen gewissen Kultstatus hat. Damals urteilte das Lexikon des internationalen Films unerbittlich: „bei einer oberflächlichen Mischung aus Sex und Crime bleibt.“

Später inszenierte Tinto Brass „Salon Kitty“ (1976) und „Caligula“ (1979).

Mit Jean-Louis Trintignant, Ewa Aulin, Roberto Bisacco, Charles Kohler, Luigi Bellini, Vira Silenti

Wiederholung: Donnerstag, 22. August, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ich bin wie ich bin“

Wikipedia über „Ich bin wie ich bin“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

August 20, 2019

weil Lana Wachowski, anscheinend ohne ihre Schwester Lilly, an einem vierten „Matrix“-Film arbeitet. Keanu Reeves und Carrie-Ann Moss spielen wieder ihre alten Rollen. Als Drehbuchautoren werden neben Wachowski (die auch Regie führen soll) Aleksander Hemon und David Mitchell genannt. Mehr ist noch nicht bekannt.

Und, ehrlich gesagt, hätte ich nach dem ersten, grandiosen „Matrix“-Film keine weiteren „Matrix“-Filme gebraucht.


TV-Tipp für den 20. August: The Wrestler

August 20, 2019

Servus TV, 22.00

The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz (The Wrestler, USA 2008)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Robert Siegel

Über dreißig Filmpreise erhalten (unter anderem der Goldene Löwe in Venedig), für über dreißig weitere Preise nominiert, Kritikerliebling, und die gloriose, allerdings nicht nachhaltige Rückkehr von Mickey Rourke als Schauspieler. Er erhielt für seine Rolle unter anderem den Golden Globe und den BAFTA Award und war für den Oscar nominiert.

Die Story: Im semidokumentarischem Stil eines Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Films verfolgt Aronofsky den abgewrackten Wrestler Randy ‘The Ram’ Robinson, dessen Leben nur aus Wrestling besteht. Nach einem Infarkt soll er das Wrestling aufgeben, er versucht einen Neuanfang, will sich mit seiner Tochter aussöhnen und kann doch vom Wrestling nicht lassen.

Großartiges Schauspielerkino, mit einem deutlichen Blick auf das Mainstream-Publikum.

Als nächsten Film drehte Aronofsky den grandiosen Ballettfilm „Black Swan“, der in vielen Punkten die spiegelbildliche Ergänzung zu „The Wrestler“ ist.

mit Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood

Wiederholung: Mittwoch, 21. August, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Wrestler“

Wikipedia über „The Wrestler“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Darren Aronofsky in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. August: Augen ohne Gesicht

August 18, 2019

Arte, 21.50

Augen ohne Gesicht (Les yeux sans visage, Frankreich/Italien 1960)

Regie: Georges Franju

Drehbuch: Pierre Boileau, Thomas Narcejac, Jean Redon, Claude Sautet

LV: Jean Redon: Les Yeux sans visage, 1959

Nach einem Autounfall ist Christiane Rasanoff entstellt. Ihr Vater, ein angesehener Chirurg, versucht mit Hauttransplantationen das Gesicht seiner Tochter wiederherzustellen. Weil sich allerdings keine willigen Spenderinnen finden, lockt er sie unter einem falschen Vorwand in sein Anwesen.

Extrem selten gezeigter Horrorfilmklassiker.

erster wirklich moderner Horrorfilm für Erwachsene…Dabei sorgen Franjus köstlicher, schwarzer Humor und unvergesslich schöne Bilder für hohes Niveau.“ (James Marriott/Kim Newman: Horror)

Sein Einfluss ist beispielsweise in Pedro Almodóvars „Die Haut, in der ich wohne“ (Spanien 2011) sicht- und in Billy Idols Song „Eyes Without a Face“ hörbar.

mit Pierre Brasseur, Alida Valli, Juliette Mayniel, Edith Scob, Beatrice Altariba

auch bekannt als „Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff“ (Kinotitel)

Wiederholung: Donnerstag, 29. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Augen ohne Gesicht“

Wikipedia über „Augen ohne Gesicht“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 18. August: Snowden

August 17, 2019

RTL, 20.15

Snowden (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Regie: Oliver Stone

Drehbuch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald

LV: Anatoli Kutscherena: Time of the Octopus, ?; Luke Harding: The Snowden Files: The Inside Story of the World’s Most Wanted Man, 2014 (Edward Snowden: Geschichte einer Weltaffäre)

Sehenswertes Biopic über Edward Snowden, der Mann, der uns 2013 über die globale Überwachung der NSA informierte und der seitdem als politischer Flüchtling in Moskau lebt.

Oliver Stone inszenierte den Whistleblower als Patrioten, der unbedingt als freier Mann in die USA zurückkehren sollte.

Wer Laura Poitras‘ grandiosen Dokumentarfilm „Citizenfour“ kennt, wird in „Snowden“ nichts Neues erfahren.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Am 17. September erscheint im S. Fischer Verlag Edward Snowdens Autobiographie „Permanent Record – Meine Geschichte „.

mit Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Nicolas Cage, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Rhys Ifans, Scott Eastwood, Joely Richardson, Timothy Olyphant, Ben Schnetzer

Wiederholung: Montag, 19. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Snowden“

Metacritic über „Snowden“

Rotten Tomatoes über „Snowden“

Wikipedia über „Snowden“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Meine Besprechung von Oliver Stones „Snowden“ (Snowden, USA/Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Laura Poitras’ „Citzenfour“ (Citizenfour, USA/Deutschland 2014) (mit weiteren Video-Interviews) und der DVD (ebenfalls mit Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung“ (No place to hide, 2014)


TV-Tipp für den 17. August: Traffic – Macht des Kartells

August 16, 2019

ARD, 23.45

Traffic – Macht des Kartells (Traffic, USA 2000)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Stephen Gaghan (basierend auf der Miniserie „Traffik“ [GB 1989] von Simon Moore)

Der Kampf der USA gegen die aus Südamerika hereinkommenden Drogen, erzählt in drei parallelen Handlungssträngen.

Ein fantastischer, nah an der Realität entlang erzählter Drogenthriller

mit Michael Douglas, Benicio Del Toro, Catherine Zeta-Jones, Don Cheadle, Luis Guzman, Dennis Quaid, Stephen Bauer, Miguel Ferrer, Topher Grace, Rena Sofer, Albert Finney, Steven Bauer, James Brolin, Viola Davis, Benjamin Bratt

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Traffic – Macht des Kartells“

Wikipedia über „Traffic – Macht des Kartells“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte