Neu im Kino/Filmkritik: „Old“ – ein Tag am Strand

Juli 30, 2021

Ich fand M. Night Shyamalans neuen Film „Old“ gelungen. Bevor ich das genauer erkläre, sollte ich vielleicht verraten, was „Old“ nicht ist. Wer „Old“ mit den Erwartungen des traditionellen Hollywood-Erzählkinos und den Hollywood-Plotmodellen ansieht, wird wenig mit dem Horrorfilm anfangen können. Er hat keinen eindeutigen Protagonisten. Wer nach Unplausibilitäten sucht, wird viele finden. Die Erklärung ist, nun, logisch betrachtet ziemlich fantastisch oder, je nachdem, wie kritisch man darüber nachdenkt, einfach bescheuert. Aber immerhin liefert Shyamalan einen nachvollziehbaren Grund für die Leiden seiner Figuren. In der Vorlage, dem Comic „Sandburg“ von Pierre Oscar Lévy und Frederik Peeters, wird zugunsten eines Warten auf den Tod darauf verzichtet. Ansonsten hält Shyamalan sich in seiner Interpretation erstaunlich nah an den Plot der Vorlage.

Und wer in einen Shyamalan-Film nur wegen des Twists hineingeht, wird auch enttäuscht werden. Denn diesen Twist gibt es nicht. Es ist, soviel kann verraten werden, eher eine B-Picture-Auflösung oder die Enttarnung des Mörders am Ende eines Rätselkrimis. Es ist also keine Auflösung, die, wie in „The sixth Sense“, alles vorher gesehene in einem vollkommen anderen Licht erscheinen lässt. Und, im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen, gibt es dieses Mal auch keine Superhelden oder vermeintlichen Superhelden. In „Old“ gibt es nur ganz normale Menschen ohne irgendwelche fantastischen Eigenschaften.

In „Old“ geht es um ein Thema, das im Rahmen einer albtraumhaften Situation durchgespielt wird.

Während des Urlaubs in einem malerisch abgelegen gelegenem Luxusressort empfiehlt der Hotelmanager den Eheleuten Guy und Prisca Capa und ihren beiden Kindern, dem sechsjährigen Trent und der elfjährigen Maddox, den Besuch einer kleinen, versteckten Bucht.

Dorthin begleitet werden sie von einer anderen Familie, die aus einem Arzt (mit, wie wir später erfahren, psychischen Problemen), seiner Mutter, seiner deutlich jüngeren, auf ihr Aussehen bedachten Frau und ihrer sechsjährigen Tochter.

In der Bucht treffen sie auf MID SEIZED SEDAN. Der Rapper wartet auf seine Freundin. Sie ist in der Nacht hinausgeschwommen. Ihre Leiche wird im Lauf des Tages angespült.

Etwas später stößt ein weiteres Paar zu ihnen. Es sind ein patenter Krankenpfleger und seine Frau, eine Psychologin, die auch Epileptikerin ist.

Zugegeben, für eine versteckte Bucht sind das viele Menschen. Sie sind auch nicht zufällig in die Bucht gekommen. Fast alle haben Krankheiten. Und am Strand altern sie rasend schnell. Jede halbe Stunde altern sie um ein Jahr. In zehn Stunden altern sie also um zwanzig Jahre. In zwanzig Stunden um vierzig Jahre. Diese Veränderung fällt zuerst an den Kindern auf. Ihr Körper verändert sich. Ihre Badekleider passen nicht mehr.

Weil sie nicht sterben wollen, versuchen sie den Strand zu verlassen, bevor sie in wenigen Stunden sterben werden.

Allerdings schlagen ihre ersten Fluchtversuche fehl. So können sie durch die Felsschlucht, durch die sie zum Strand gelangten, nicht zurückgehen. Sie können die die Bucht umgebende imposante Felswand nicht hinaufklettern. Sie können nicht in das Meer hinausschwimmen.

Und sie finden keine Erklärung für ihr plötzliches Altern.

Old“ ist, im Rahmen einer absurden Situation, eine in einen Tag und eine Nacht gedrängte Meditation über das Altern und das Vergehen der Zeit. Weil das Ende, nämlich der Tod, unverrückbar feststeht, ist es keine Frage ob, sondern nur wann die verschiedenen Figuren sterben. Dieses Setting führt natürlich dazu, dass man sich mit keiner der Figuren und ihrer Probleme übermäßig identifizieren möchte. Schließlich könnte sie schon zwei Minuten später tot sein. Außedem sind sie alle erschreckend normal und ohne irgendwelche besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten. Wir könnten jedem von ihnen im nächsten Café begegnen.

So werden allerdings das Thema und das kafkaeske der Situation, in der sie sich befinden, umso deutlicher.

Schon in den ersten Minuten, wenn wir zum ersten Mal der Famiie Capa begegnen, führt Shyamalan unauffällig das Thema ein und weist auf künftige Ereignisse hin. So sprechen sie auf ihrer Fahrt zum Hotel über die Dinge, die auf jeder Fahrt angesprochen werden (Wann sind wir da? – Genieß die Landschaft. Guck nicht auf das Telefon. – Ihr habt gesagt, dass wir in fünf Minuten da sind. Jetzt sind wir immer noch nicht da. – Warum vergeht die Zeit so langsam?). Diese alltäglichen Sätze sind gleichzeitig deutliche Hinweise auf die kommenden Ereignisse. Denn in der Bucht wünschen sie sich, dass die Zeit langsamer vergeht, dass sie mehr Zeit hätten und sie fragen sich, was der Sinn ihres Lebens sein könnte.

Shyamalan erzählt diese Horrorogeschichte aus der „Twilight Zone“ voller Suspense und immer wieder elliptisch. Er zeigt die Ereignisse vor einem Ereignisse und die Folgen. Manchmal durch einen Zeitsprung. Manchmal durch einen langsamen Kameraschwenk weg und wieder hin zu dem Ereignis. Manchmal bewegt sich die Kamera auch einfach weg, weil sie irgendwo am Strand etwas interessanteres gesehen hat. Manchmal vergeht mit dem Schwenk viel, manchmal keine Zeit.

Oft zeigt er auch zuerst die Reaktion und dann, auf was die Figuren gerade so erstaunt oder entsetzt reagieren. Ohne jetzt etwas von der Geschichte zu verraten ist so ein Moment, wenn der der Krankenpfleger Jarin und seine Frau Patricia das Alter von Maddox und Trent schätzen. Die beiden Kinder behaupten erheblich jünger zu sein, als sie geschätzt werden. Erst am Ende des längeren Gespräch wird gezeigt, dass Maddox und Trent innerhalb weniger Minuten um Jahre alterten. Oder wenn Prisca ihrer beiden Kinder sucht und entsetzt feststellen muss, dass Maddox und Trent nicht mehr Kinder, sondern Teenager oder junge Erwachsene sind.

Old“ ist eine Mediation über das Leben und die Vergeblichkeit, seinem Tod auszuweichen, der schneller als erwartet kommen kann. Shyamalan erzählt dies im Gewand eines Horror-B-Pictures, das die Horrorfilm-Konventionen mit seinen Geisterbahn-Effekten ignoriert. Ein großer Spaß.

Old (Old, USA 2021)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

LV: Pierre Oscar Lévy, Frederick Peeters: Chateau de sable, 2010 (Sandburg)

mit Gael García Bernal, Vicky Krieps, Rufus Sewell, Alex Wolff, Thomasin McKenzie, Abbey Lee, Nikki Amuka-Bird, Ken Leung, Eliza Scanlen, Aaron Pierre, Embeth Davidtz, Emun Elliott, Alexa Swinton, Gustaf Hammarsten, Kathleen Chalfant, Nolan River, Luca Faustino Rodriguez, Mikaya Fisher, Kailen Jude, M. Night Shyamalan

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

(ein gutes Geschenk für den Aufenthalt in den Alpen; – obwohl, wer sagt, dass es da nicht ein ähnliches Tal gibt?)

Pierre Oscar Lévy/Frederik Peeters: Sandburg

(aus dem Französischen von Marion Herbert)

Reprodukt, 2021

104 Seiten

18 Euro

Deutsche Erstausgabe

Reprodukt, 2013

Originalausgabe

Cháteau de sable

Atrabile, 2010

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Old“

Metacritic über „Old“

Rotten Tomatoes über „Old“

Wikipedia über „Old“ (deutsch, englisch) (Achtung: hier wird selbstverständlich das Ende verraten!)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „After Earth“ (After Earth, USA 2013)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Split“ (Split, USA 2017)

Meine Besprechung von M. Night Shyamalans „Glass“ (Glass, USA 2019)


TV-Tipp für den 1. April: Schindlers Liste

März 31, 2021

Kabel 1, 20.15

Schindlers Liste (Schindler’s List, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Thomas Keneally: Schindler’s Ark, 1982 (später Schindler’s List) (Schindlers Liste)

Holocaustdrama über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der in Polen über 1100 Juden vor den Vernichtungslagern rettete, indem er sie als Zwangsarbeiter rekrutierte und dabei alles riskierte.

„in jeder Hinsicht bemerkenswert und legt eine künstlerische Strenge und ein unsentimentales Verständnis an den Tag, das es von allen bisherigen Filmen des Regisseurs abhebt. (…) Trotz seiner Länge von über drei Stunden bewegt sich der Film schnell voran und ist keine Minute zu lang für die Geschichte, die er erzählt, und die Menge von Informationen, die er vermittelt.“ (Todd McCarthy, Variety)

Steven Spielberg zum Kinostart der restaurierten Fassung im Januar 2019: „Es ist schwer zu glauben, dass es 25 Jahre her ist, seit ‚Schindlers Liste‘ in die Kinos kam. Die wahren Geschichten über das Ausmaß und die Tragödie des Holocaust dürfen nie vergessen werden, und die Lehren des Films über die entscheidende Bedeutung der Bekämpfung des Hasses hallen auch heute noch nach. Ich fühle mich geehrt, dass das Publikum die Reise noch einmal auf der großen Leinwand erleben kann.“

mit Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle, Embeth Davidtz

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Schindlers Liste“

Wikipedia über „Schindlers Liste“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. Mai: Schindlers Liste

Mai 4, 2020

Kabel 1, 20.15

Schindlers Liste (Schindler’s List, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Thomas Keneally: Schindler’s Ark, 1982 (später Schindler’s List) (Schindlers Liste)

Holocaustdrama über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der in Polen über 1100 Juden vor den Vernichtungslagern rettete, indem er sie als Zwangsarbeiter rekrutierte und dabei alles riskierte.

„in jeder Hinsicht bemerkenswert und legt eine künstlerische Strenge und ein unsentimentales Verständnis an den Tag, das es von allen bisherigen Filmen des Regisseurs abhebt. (…) Trotz seiner Länge von über drei Stunden bewegt sich der Film schnell voran und ist keine Minute zu lang für die Geschichte, die er erzählt, und die Menge von Informationen, die er vermittelt.“ (Todd McCarthy, Variety)

Steven Spielberg zum Kinostart der restaurierten Fassung im Januar 2019: „Es ist schwer zu glauben, dass es 25 Jahre her ist, seit ‚Schindlers Liste‘ in die Kinos kam. Die wahren Geschichten über das Ausmaß und die Tragödie des Holocaust dürfen nie vergessen werden, und die Lehren des Films über die entscheidende Bedeutung der Bekämpfung des Hasses hallen auch heute noch nach. Ich fühle mich geehrt, dass das Publikum die Reise noch einmal auf der großen Leinwand erleben kann.“

mit Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle, Embeth Davidtz

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Schindlers Liste“

Wikipedia über „Schindlers Liste“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

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Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Januar: Schindlers Liste

Januar 9, 2019

Ein Klassiker, der demnächst in einer restaurierten Fassung wieder im Kino gezeigt wird

Kabel 1, 20.15

Schindlers Liste (Schindler’s List, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Thomas Keneally: Schindler’s Ark, 1982 (später Schindler’s List) (Schindlers Liste)

Holocaustdrama über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der in Polen über 1100 Juden vor den Vernichtungslagern rettete, indem er sie als Zwangsarbeiter rekrutierte und dabei alles riskierte.

in jeder Hinsicht bemerkenswert und legt eine künstlerische Strenge und ein unsentimentales Verständnis an den Tag, das es von allen bisherigen Filmen des Regisseurs abhebt. (…) Trotz seiner Länge von über drei Stunden bewegt sich der Film schnell voran und ist keine Minute zu lang für die Geschichte, die er erzählt, und die Menge von Informationen, die er vermittelt.“ (Todd McCarthy, Variety)

Universal Pictures International Germany bringt den Klassiker am 27. Januar 2019, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, in technisch überarbeiteter Version (4K, Dolby Cinema und Atmos) einmalig wieder in die deutschen Kinos.

Steven Spielberg dazu: „Es ist schwer zu glauben, dass es 25 Jahre her ist, seit Schindlers Liste in die Kinos kam. Die wahren Geschichten über das Ausmaß und die Tragödie des Holocaust dürfen nie vergessen werden, und die Lehren des Films über die entscheidende Bedeutung der Bekämpfung des Hasses hallen auch heute noch nach. Ich fühle mich geehrt, dass das Publikum die Reise noch einmal auf der großen Leinwand erleben kann.“

mit Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle, Embeth Davidtz

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Schindlers Liste“

Wikipedia über „Schindlers Liste“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 26. Mai: Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre

Mai 25, 2017

3sat, 22.35

The Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre (USA 1998, Regie: Robert Altman)

Drehbuch: Clyde Hayes

LV: John Grisham (Originalstory – soweit bekannt nicht veröffentlicht)

Anwalt Rick Magruder verknallt sich in Mallory Doss und bemerkt nicht, wie sehr sie ihn für ihre Interessen benutzt.

Die erfolgloseste und – so auch meine Ansicht – die beste Grisham-Verfilmung. Altman verfilmte einen Drehbuch-Entwurf, den Grisham vor seinem Leben als Bestseller-Autor schrieb, und das Studio startete den Film – nach einem Streit mit Altman über die endgültige Fassung – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Grisham-Bücher und deren Verfilmungen löst der Held, natürlich ein Anwalt, nicht das Problem, sondern er ist das Problem. In dem düsteren Südstaaten-Thriller glänzen etliche Stars: Kenneth Branagh, Robert Downey Jr., Embeth Davidtz, Robert Duvall, Tom Berenger, Daryl Hannah, Famke Janssen

Hinweise

Homepage von John Grisham

Wikipedia über John Grisham (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über John Grisham

Rotten Tomatoes über “The Gingerbread Man”

Wikipedia über „The Gingerbread Man“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ron Manns Doku „Altman“ (Altman, Kanada 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ und einigen anderen Bösewichtern

April 16, 2014

Erstens: die spoilerfreie Besprechung. „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ ist ein weiterer Marvel-Film, der alles das enthält, was man von einem Marvel-Film erwartet und, im Gegensatz zu „The Amazing Spider-Man“, der nur Sam Raimis ersten Spider-Man-Film nacherzählte, ist der zweite „Amazing Spider-Man“-Film von Marc Webb mit Andrew Garfield als Spider-Man erfrischend eigenständig.
Zweitens: er hat natürlich auch etliche Probleme, die teilweise an Sam Raimis dritten Spider-Man-Film erinnern, die teilweise auch typisch Marvel sind – und die ich nur sinnvoll ansprechen kann, indem ich auch mehr oder weniger viel von der Handlung verrate. Obwohl die Überraschungen dann doch, jedenfalls für alle, die Raimis Filme, die Comics und die Spider-Man-Mythologie kennen, gar nicht so groß sind.
Jedenfalls: ab jetzt folgt die Filmbesprechung mit Irgendwie-Spoilern.
Peter Parker (Andrew Garfield) hat sich inzwischen an sein Leben als Spider-Man gewohnt. Lässig turnt er durch die Schluchten von New York, telefoniert mit seiner Freundin Gwen Stacy (Emma Stone), die ihn zur Schulabschlussfeier erwartet, rettet nebenbei einige Menschen, unter anderem Max Dillon (Jamie Foxx), und spielt mit den Bösewichtern, die irgendeine supergefährliche Flüssigkeit klauen wollen und als unauffälligste Methode für ihren Diebstahl fiel ihnen eine Straßenschlacht ein. Am Ende sind sie mit Spinnenfäden festgesetzt und Peter kommt fast pünktlich zur Abschlussfeier.
Nach diesem optisch ziemlich furiosen Auftakt (davor haben wir bereits erfahren, was mit Peters Eltern geschah, nachdem sie ihn bei seiner Tante May und Onkel Ben zurückließen) gibt es eine von vielen Verschnaufpause; eigentlich ist der gesamte Film bis zum finalen dritten Akt eine einzige, unnötig lang geratene und erzählerisch unnötig überladene, oft wenig zielführende Verschnaufpause, in der vieles aus dem Spider-Man-Universum angesprochen wird, die Macher sich die Freiheit für Abschweifungen nehmen und auch einiges für die nächsten Filme vorbereitet wird, weil die Macher wissen, dass sie ein folgsames, zahlungswilliges und mit der Mythologie vertrautes Publikum haben, was dazu führt, dass in dem Film einfach zu viel angesprochen wird, ohne dass es in diesem Film wirklich konsequent weitererzählt wird. Wichtige Stationen in Peters Leben werden dagegen fast schon lieblos erledigt, wie die Verarbeitung der Geschichte aus dem Comic „The Amazing Spider-Man # 121/122“ im Film.
Denn der Plot ist, mal wieder, so kompliziert, dass er sinnvoll kaum nacherzählbar ist. Wenn man es versucht, stellt man fest, dass die Geschichte als in sich schlüssige und stringente Geschichte nicht sonderlich viel Sinn ergibt. Das fällt beim Ansehen nicht so sehr auf, weil jede Szene für sich funktioniert. Nur halt in der Gesamtheit nicht.
Das mag auch daran liegen, dass Spider-Man in „Rise of Electro“ gegen drei Gegner kämpfen muss. Das war schon in Sam Raimis „Spider-Man 3“ eine schlechte Idee, die aus einem Spielfilm eine Zusammenstellung von drei Kurzfilmen machte. In „Rise of Electro“ kämpft Spider-Man daher nicht nacheinander gegen die drei Superschurken, sondern erst am Ende, mit einer kleinen Unterbrechung, hintereinander gegen die Bösewichter. Dummerweise besiegt er im Schlusskampf zuerst den titelgebenden Electro, der als titelgebender Bösewicht, wie wir es aus den James-Bond-Filmen kennen, eigentlich als letzter sterben sollte.
Er muss auch gegen seinen alten Freund Harry Osborn (Dane DeHaan in bester „Kill your Darlings“-Stimmung), der ziemlich spät im Film zu Green Goblin mutiert, kämpfen. Und dann ist da noch The Rhino, gespielt von Paul Giamatti, der hier vollkommen verschenkt ist und am Ende als Überraschungsei auftaucht, nachdem er schon im ersten Action-Set-Piece einer der Bösewichter war, der von Spider-Man festgesetzt wurde und anschließend vollständig aus der Geschichte verschwindet. Sowieso stehen sich die drei Bösewichter; – naja, eher zweieinhalb, denn The Rhino zählt nicht wirklich -, gegenseitig im Weg. Electro bleibt blass. Sein in Hass umschlagendes Spider-Man-Fantum ist eine eher schwache Motivation für einen Superbösewicht, der auch nicht weiß, was er mit seiner Superkraft anfangen soll und, nach seinem ersten Auftritt auf dem Times Square, sowieso die meiste Zeit des Films im Ravencroft Institute for the Criminally Insane festsitzt, wo ihn Dr. Kafka mit Stromstößen foltert. Harry Osborn ist dagegen als schnöseliger, todkranker Firmenerbe wesentlich interessanter und er wäre auch ein würdiger Hauptgegner für Spider-Man. Wenn da nicht eben der als Bösewicht furchtbar blasse Electro wäre.
Im Mittelpunkt steht eigentlich die Liebesbeziehung zwischen Peter und Gwen, die vielleicht demnächst in Oxford ihr Studium beginnt. Was Peter vor das gewaltige Problem stellt, dass er New York nicht verlassen will. Sowieso ist der Film ein ziemlicher Männerfilm, in dem nur die Geliebte und die Mutter (verkörpert durch Peters Tante) ein halbwegs individuelles Gesicht gewinnen, aber weitgehend auf die bekannten Klischees festgelegt sind.
Bei den Action-Set-Pieces sind die einzelnen Bilder beeindruckender, als die gesamte Szene. Die Kämpfe von Spider-Man gegen die Bösewichter sind sowieso ziemlich enttäuschend geraten. Denn sie sind ziemlich kurz und, dafür dass sie beeindrucken sollen, erstaunlich lieblos inszeniert. Denn es ist immer nur ein hastiges aneinanderfügen von Bildern, aber nie ein Ablauf von nachvollziehbaren Bewegungen, von Handlungen, die nachvollziehbare Folgen haben, von Kämpfen, die eine Geschichte erzählen. Es entsteht auch nie das Gefühl, dass hier Schauspieler wirklich in Gefahr sind. Stattdessen wirken alle „Action-Szenen“ wie Trickfilme.
Dabei schwingt Spider-Man sich vorher schwerelos durch die Schluchten von Manhattan.
Am Ende des mit 143 Minuten zu lang geratenen Films bleibt das Gefühl zurück, dass es besser gewesen wäre, sich auf einen Gegner, eine Geschichte, eine Laufzeit von unter zwei Stunden und eine gute Action-Regie zu konzentrieren.

The Amazing Spider-Man 2 - Plakat

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro, USA 2013)
Regie: Marc Webb
Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Jeff Pinkner (nach einer Filmgeschichte von Alex Kurtzman, Roberto Orci, Jeff Pinkner und James Vanderbilt)
mit Andrew Garfield, Emma Stone, Jamie Foxx, Dane DeHaan, Paul Giamatti, Sally Field, Campbell Scott, Embeth Davidtz, Colm Feore
Länge: 143 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“
Moviepilot über „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“
Metacritic über „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“
Rotten Tomatoes über „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“
Wikipedia über „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Marc Webbs „The Amazing Spider-Man“ (The Amazing Spider-Man, USA 2012)


TV-Tipp für den 25. März: Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre

März 25, 2014

WDR, 23.15

The Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre (USA 1998, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Clyde Hayes

LV: John Grisham (Originalstory – soweit bekannt nicht veröffentlicht)

Anwalt Rick Magruder verknallt sich in Mallory Doss und bemerkt nicht, wie sehr sie ihn für ihre Interessen benutzt.

Die erfolgloseste und – so auch meine Ansicht – die beste Grisham-Verfilmung. Altman verfilmte einen Drehbuch-Entwurf, den Grisham vor seinem Leben als Bestseller-Autor schrieb, und das Studio startete den Film – nach einem Streit mit Altman über die endgültige Fassung – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Grisham-Bücher und deren Verfilmungen löst der Held, natürlich ein Anwalt, nicht das Problem, sondern er ist das Problem. In dem düsteren Südstaaten-Thriller glänzen etliche Stars: Kenneth Branagh, Robert Downey Jr., Embeth Davidtz, Robert Duvall, Tom Berenger, Daryl Hannah, Famke Janssen

Hinweise

Homepage von John Grisham

Wikipedia über John Grisham (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über John Grisham

Rotten Tomatoes über “The Gingerbread Man”


TV-Tipp für den 23. November: The Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre

November 23, 2013

RBB, 22.15

The Gingerbread Man – Eine nächtliche Affäre (USA 1998, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Clyde Hayes

LV: John Grisham (Originalstory – soweit bekannt nicht veröffentlicht)

Anwalt Rick Magruder verknallt sich in Mallory Doss und bemerkt nicht, wie sehr sie ihn für ihre Interessen benutzt.

Die erfolgloseste und – so auch meine Ansicht – die beste Grisham-Verfilmung. Altman verfilmte einen Drehbuch-Entwurf, den Grisham vor seinem Leben als Bestseller-Autor schrieb, und das Studio startete den Film – nach einem Streit mit Altman über die endgültige Fassung – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Grisham-Bücher und deren Verfilmungen löst der Held, natürlich ein Anwalt, nicht das Problem, sondern er ist das Problem. In dem düsteren Südstaaten-Thriller glänzen etliche Stars: Kenneth Branagh, Robert Downey Jr., Embeth Davidtz, Robert Duvall, Tom Berenger, Daryl Hannah, Famke Janssen

Hinweise

Homepage von John Grisham

Wikipedia über John Grisham (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über John Grisham

Rotten Tomatoes über „The Gingerbread Man“


DVD-Kritik: Sam Raimi lässt Bruce Campbell gegen die „Armee der Finsternis“ kämpfen

Mai 6, 2013

 

Das erste Mal sah ich Sam Raimis „Armee der Finsternis“ vor gut zwanzig Jahren in eine der damals beliebten „Nächte des schlechten Geschmacks“ und ich habe keine Ahnung mehr, welche kultigen Filme noch gezeigt wurde, aber ich weiß, dass mir die „Armee der Finsternis“ gefiel und der Saal tobte. Denn die Abenteuer von Ash (Bruce Campbell), der bereits in den ersten beiden „Tanz der Teufel“/“Evil Dead“-Filmen gegen das Böse kämpfte, gelangt durch einen Zeittunnel in das Mittelalter mitten in die Kämpfe zwischen Fürst Arthur und Henry, dem Roten. Dort muss er ebenfalls gegen das Böse kämpfen und, wenn er als Auserwählter das Necronomicon von einem Friedhof zu dem örtlichen Weißen bringt, kann dieser die sie bedrohenden Untoten bannen und ihn mit einem Zauberspruch wieder in die Gegenwart schicken.

 

Während die ersten Szenen noch von dem Zusammentreffen zwischen den Rittern und einem Menschen aus der Gegenwart, der mit seinen dummen Sprüchen (als ob sie ein Wort von der Produktbeschreibung seiner Flinte verstünden) und einem Gewehr und einer Motorsäge für Recht und Ordnung sorgt indem er zwei in einem Brunnen lebende Monster besiegt, eine große Portion Humor und auch Spannung beziehen, wird es dann sehr slapstickhaft, mit einem deutlichen Kopfnicken zu den alten Universal-Horrorfilmen. Ash wird, nach einer „Evil Dead“-Horrorsequenz im Wald, den er auf dem Weg zu dem Necronomicon durchqueren muss, in einer Windmühle von kleineren Ausgaben seiner selbst gefoltert, er wird, als er das Buch von seinem Altar entfernen will, von den Schutzmächten des Necronomicon deformiert und er wird von Skeletten, die sich aus dem Boden erheben, geschlagen. Denn Ash schluderte ein wenig bei dem Zauberspruch und er erweckt die titelgebende Armee der Finsternis, eine riesige Horde von Skeletten. Gegen die muss er, mit einigen damals utopischen Waffen (Hey, immerhin hat er sein Chemiebuch dabei!) und den Bewohnern der Burg im großen Showdown kämpfen, der, weil Skelette etwas blutleer sind, ziemlich unblutig, aber mit vielen Toten ein wahres Massaker und, dank des Einfallsreichtums der Macher, ein Fest für das Auge ist.

 

Und das tolle bei diesen Tricks ist, dass sie alle handgemacht sind. Da kam noch nichts aus dem Computer.

 

Der Film selbst ist nicht ohne Fehler (so ist die Story nur die halbherzige Entschuldigung für die grandiosen Slapstick-, Horror- und Actionszenen, die eher unverbunden nebeneinander stehen; die Charakter sind, bis auf Ash, Staffage), aber die „Armee der Finsternis“ macht deutlich mehr Spaß als Sam Raimis letzten beiden Filmen, den bunten, aber auch leblosen „Die fantastische Welt von Oz“ und den gründlich misslungenen „Spider Man 3“, und er ist auch nicht so ernst, wie seine ersten beiden „Spider Man“-Filme. In seinem bislang letzten „Evil Dead“-Film sieht man einfach, was ein abstruser Humor und traditionelle Trickarbeit können.

 

Oh, und natürlich Bruce Campbell, der sich für nichts zu schade ist und sich hier wirklich nicht vor den großen Deadpan-Komikern verstecken muss.

 

Jetzt hat Koch Media den Film in mehreren Ausgaben veröffentlicht: den „Director’s Cut“, in fantastischer Bildqualität, erstmals als Einzel-Blu-ray und Einzel-DVD (mit einem informativen und kurzweiligem Audiokommentar von Bruce Campbell, Ivan und Sam Raimi) und als „Ultimate Edition“ mit zwei Blu-rays und vier DVDs. In dieser Ausgabe ist der Film in der deutschen und US-Kinofassung, dem Director’s Cut und der US-TV-Fassung enthalten. Außerdem gibt es Interviews, Behind-the-Scenes-Aufnahmen und ein Featurette über die Spezialeffekte.

 

Armee der Finsternis - DVD-Cover

 

Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III) (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

 

Regie: Sam Raimi

 

Drehbuch: Sam Raimi, Ivan Raimi

 

mit Bruce Campbell, Embeth Davidtz, Marcus Gilbert, Ian Abercrombie, Bridget Fonda, Richard Grove, Michael Earl Reid

 

 

Die Ausgaben der „Armee der Finsternis“ von Koch Media

 

DVD (Director’s Cut)

 

Bild: 1.85:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: Deutsch, Englisch

 

Bonusmaterial: Audiokommentar, Bildergalerie, Deutscher Trailer

 

Länge: 92 Minuten

 

FSK: ab 16 Jahre

 

 

Blu-ray (Director’s Cut)

 

Bild: 1.85:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)

 

Untertitel: Deutsch, Englisch

 

Bonusmaterial: Audiokommentar, Bildergalerie, Deutscher Trailer

 

Länge: 96 Minuten

 

FSK: ab 16 Jahre

 

Armee der Finsternis - Ultimate Edition

 

Ultimate Edition

 

Bild: 1.85:1 (16:9)

 

Ton: Deutsch, Englisch (Blu-rays: DTS-HD Master Audio 2.0 DVDs: Dolby Digital 2.0)

 

Untertitel: Deutsch

 

Disc 1 (Blu-ray) Directors Cut-Fassung (ca. 96 Minuten)

 

Extras: Audiokommentar von Sam Raimi, Ivan Raimi und Bruce Campbell, Deutscher Kinotrailer, Bildergalerie

 

Disc 2 (Blu-ray) Deutsche Kinofassung (ca. 88 Minuten) US Kinofassung (ca. 81 Minuten)

 

Disc 3 (DVD) Directors Cut-Fassung (ca. 92 Minuten)

 

Disc 4 (DVD) Deutsche Kinofassung (ca. 85 Minuten)

 

Disc 5 (DVD) US-Kinofassung (ca. 78 Minuten)

 

Disc 6 (DVD) Extras: US-TV-Fassung mit alternativen Einstellungen und geänderten Dialogen (ca. 85 Minuten, Englisch mit dt. UT), Featurette über die Specialeffekte „Creating the Deadites“, diverse Interviews und Behind the Scenes- Aufnahmen vom Set, Ein animierter Tribut zur Evil Dead-Trilogie, diverse Trailer aus mehreren Ländern, Deleted Scenes

 

 

Hinweise

Metacritic über „Armee der Finsternis“

 

Rotten Tomatoes über „Armee der Finsternis“

 

Wikipedia über „Armee der Finsternis“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte: Vergleiche der verschiedenen Fassungen

 

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)

 

 


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