Tele 5, 20.15
Dead Man Walking (USA 1995, Regie: Tim Robbins)
Drehbuch: Tim Robbins
LV: Sister Helen Prejean: Dead Man Walking, 1993 (Dead Man Walking – Sein letzter Gang)
Die Nonne Helen Prejean lernt den Verbrecher Matthew Poncelet, der in der Todeszelle sitzt, kennen. Eine Freundschaft entwickelt sich, die mit seinem Tod endet.
Starkes, auf Tatsachen basierendes Drama über die Todesstrafe und das US-amerikanische Justizsystem. Susan Sarandan erhielt für ihre Darstellung einen Oscar.
„Der Regie und den Hauptdarstellern ist es gelungen, einen aufwühlenden Film über die Todesstrafe zu machen, ohne in ein Rührstück zu verfallen (…) ein in jeder Hinsicht anspruchs- und gehaltvolles Werk.“ (Fischer Film Almanach 1997)
mit Susan Sarandon, Sean Penn, Robert Prosky, Ramond J. Barry, R. Lee Ermey
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Dead Man Walking“
Wikipedia über „Dead Man Walking“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 3. September: Fair Game – Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit
September 3, 2014ARD, 22.45
Fair Game (Fair Game, USA 2010)
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Jez Butterworth, John Henry Butterworth
LV: Joseph Wilson: The Politics of Truth: : A Diplomat’s Memoir – Inside the Lies That Led to War and Betrayed My Wife’s CIA Identity; Valerie Plame: Fair Game: My Life as a Spy, My Betrayal by the White House, 2007
Valerie Plame war CIA-Agentin. Ihr Mann, der Exbotschafter und Bill-Clinton-Berater Joseph Wilson, wurde von George W. Bush beauftragt, in Niger die Beweise für den Irak-Krieg zu liefern. Er fand keine. Die Regierung behauptete das Gegenteil. Wilson ging an die Öffentlichkeit – und die Regierung Bush startete eine Schmutzkampagne gegen Wilson und seine Frau, die dabei als CIA-Agentin enttarnt wurde.
Ein weiterer Polit-Thriller, der mit der Regierung Bush und dem „war on terror“ abrechnet. Doch während der unterschätzte „Green Zone“ (inszeniert von Paul Greengrass, der zwei „Bourne“-Film inszenierte), basierend auf einem Sachbuch, eine Geschichte erfand, nahm „Bourne“-Regisseur Liman als Grundlage für seinen international abgefeierten Film eine Interpretation der wahren Ereignisse, die auch „Plamegate“ (nach „Watergate“) genannt wurde . Die deutschen Kritiker sind dagegen negativer.
Jedenfalls ist es schön, dass der Polit-Thriller der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine so gelungene Renaissance erlebt.
mit Sean Penn, Naomi Watts, Sam Shepard, Noah Emmerich, Michael Kelly, Bruce McGill
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Rotten Tomatoes über „Fair Game“
The Blurb: “Fair Game – The Story behind the Film”
I am rogue: Interview mit Doug Liman über “Fair Game” (4. November 2010)
Meine Besprechung von Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (Edge of Tomorrow, USA 2014)
TV-Tipp für den 18. Februar: Colors – Farben der Gewalt
Februar 18, 2014
Pro7 Maxx, 22.00
Colors – Farben der Gewalt (USA 1988, R.: Dennis Hopper)
Drehbuch: Michael Schiffer (nach einer Geschichte von Michael Schiffer und Richard DiLello)
Grandioser, aber auch düsterer semi-dokumentarischer Polizeikrimi, der einen Einblick in die Bekämpfung der Bandenkriminalität in Los Angeles 1988 durch die Spezialeinheit CRASH gibt. Im Mittelpunkt stehen dabei ein älterer Streifenpolizist und sein jüngerer Kollege und ihr aussichtsloser Kampf gegen die sinnlose Gewalt der Gangs.
Hopper erzählt „mit der Abgeklärtheit desjenigen, für den der amerikanische Traum nur noch eine zynische Floskel ist, von der Gewalt als etwas Alltäglichem. Deshalb ist sie in seinem Film allgegenwärtig. Deshalb aber auch ist sie nie spekulativ. (…) ein zutiefst deprimierender Film.“ (Fischer Film Almanach 1989)
Herbie Hancock schrieb die Musik.
mit Sean Penn, Robert Duvall, Maria Conchita Alonso, Randy Brooks, Grand Bush, Don Cheadle
Wiederholung: Mittwoch, 19. Februar, 01.40 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Colors – Farben der Gewalt“
Wikipedia über „Colors – Farben der Gewalt“ (deutsch, englisch)
Neu im Kino/Filmkritik: Erstaunlich, „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“
Januar 1, 2014
Mediensatire und Mediengroteske heißt es in einigen Kritiken über Ben Stillers gelungenen neuen Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ und nichts könnte falscher sein. Jedenfalls nach meinem Verständnis von Satire und Groteske. Ich denke dann an Filme wie „Network“, „Schtonk!“ oder auch Stillers Hollywood-Satire „Tropic Thunder“. Nein, „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ ist ein feinfühliges, durchaus humoristisches Drama, fast schon ein Frank-Capra-Film, aber ohne eine eindeutige Antwort oder platte Botschaft am Ende. Im Gegenteil: gerade weil das Ende dem vorherigen Film so schön und elegant widerspricht, beschäftigt man sich auch nach dem warmherzigem Film weiter mit der Frage, was der Sinn des Lebens ist und ob wirklich das Bild von Fotograf O’Connell die Quintessenz von „Life“ (und damit auch des Lebens) abbildet.
Aber davor musste Walter Mitty seine Wohlfühlzone verlassen und sich auf eine Schnitzeljagd um die Welt begeben.
Walter Mitty, erfunden von James Thurber in einer kurzen, klassischen Kurzgeschichte, die eigentlich nur eine Situation beschreibt und für den Film, der bis auf den Charakter nichts mehr mit der Geschichte zu tun hat, aber deren Stimmung genau trifft, ist Fotoarchivar beim legendären „Life“-Magazin, das für seine Bildreportagen bekannt war (die Druckausgabe wurde 2007 eingestellt; danach gab es eine elektronische Ausgabe). Er ist Single, hat keine Ahnung, welche spannenden Erlebnisse er auf seiner Dating-Seite eintragen soll, heimlich verliebt in seine Arbeitskollegin Cheryl Melhoff (Kristen Wiig) von der Buchhaltung und ein unverbesserlicher Tagträumer. In seinen Träumen lebt er das Leben, das er sonst nur auf Bildern sieht, und er verwandelt sich auch, immerhin leben wir im 21. Jahrhundert, in einen Superhelden, der für seine Mission halb New York zerstört. Und er ist stolz darauf, dass er in all den Jahren nie ein Negativ verschlampt hat.
Deshalb ist es für ihn ein Schock, der sein gesamtes bisheriges Leben in Frage stellt, als er erfährt, dass das von Sean O’Connell (Sean Penn), einem Fotograf, der sich an die gefährlichsten und entlegensten Orte der Welt begibt, kein Handy hat und auch sonst chronisch nicht erreichbar ist, als spektakuläres Bild angekündigte Negativ Nummer 25 nicht da ist. Das Negativ fehlt! Aber gerade dieses Bild will sein neuer Chef, ein rechtes Arschloch, das nur eingestellt wurde, um das „Life“-Magazin zu liquidieren, als Titelbild der letzten Ausgabe des Magazins haben.
Walter Mitty, der nie seine gewohnten Pfade in New York verlässt, man kann sogar die Subway nach ihm stellen, macht sich auf den Weg. Er muss O’Connell finden und mit ihm über das Bild reden.
Dabei erlebt (?) Walter Mitty mehr Abenteuer, als er sich in den vergangenen Jahren zusammenfantasierte.
Mit dem optimistischen Drama „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ beginnt das Kinojahr verheißungsvoll. Immerhin hat Ben Stiller, mit beeindruckenden Bilder von Walter Mittys Reisen um den halben Globus, einem schicken Fünfziger-/Sechziger-Jahre-Retro-Design (Billy Wilders „Das Apartment“ wird von Stiller als Einfluss genannt) und guten Schauspielern eine zeitlose Geschichte neu interpretiert und dabei jongliert er so elegant zwischen Fantasie und Realität und mit den Plot-Points, wie eine gute Jazzband, die einen Standard in ihren Improvisationen zu ihrem Stück macht und sich auch Zeit für Um- und Abwege nimmt, mit fast schon kindischer Freude die Stile wechselt, Anspielungen und Hommagen unterbringt, und dabei immer wieder, bis zur letzten Note, eine überraschende Wendung parat hat. Wie das Larger-than-Life-Leben, das Walter Mitty jetzt leben muss.
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (The Secret Life of Walter Mitty, USA 2013)
Regie: Ben Stiller
Drehbuch: Steven Conrad
mit Ben Stiller, Kirsten Wiig, Sean Penn, Shirley MacLaine, Adam Scott, Kathryn Hahn, Patton Oswalt, Adrian Martinez
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“
Moviepilot über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“
Metacritic über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“
Rotten Tomatoes über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“
Wikipedia über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (deutsch, englisch)
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Einige schöne Walter-Mitty-Plakate
TV-Tipp für den 26. Dezember: The Tree of Life
Dezember 26, 2013Yeah, nichts für die breite Masse, aber man hätte dieser TV-Premiere vielleicht doch – auch angesichts der Besetzung, der gewonnenen Preise und des überschwänglichen Lobs von Kritikern – einen besseren Sendetermin spendieren können. Denn ich bin überzeugt, dass, wenn man, auch nur zufällig, mit Kunst in Kontakt gerät, man beginnt darüber nachzudenken und man vielleicht mehr wissen möchte. So nach dem Spruch: „Ich mag zwar XYZ nicht, aber das gefällt mir.“
ARD, 23.25
The Tree of Life (USA 2011, R.: Terrence Malick)
Drehbuch: Terrence Malick
„‚The Tree of Life‘ ist Malicks bisher erstaunlichster und buchstäblich radikalster Film. (…) ‚The Tree of Life‘ erzählt keine Geschichte mithilfe von Bildern, sondern überführt Gedanken, Stimmungen, Gefühle und Erinnerungen in Bilder. Natürlich ist ‚The Tree of Life‘ ein Spielfilm – der sogar mit drei Schauspielstars aufwarten kann (Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain) und bei den Filmfestspielen von Cannes 2011 mit der Goldenen Palme bedacht wurde -, aber noch vehementer als Malicks frühere Arbeiten geht er an die Grenzen der Erzählbarkeit.“ (Dominik Kamalzadeh/Michael Pekler: Terrence Malick)
Irgendwie geht in Malicks Meditation um eine problematische Vater-Sohn-Beziehung, die Entstehung der Welt, das Universum und den ganzen Rest, garniert mit einer christlich-ländlichen Mythologie, die einen entweder wie das Wort Gottes intuitiv hemmungslos begeistert oder – wie mich im Kino – tödlich langweilt.
mit Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain, Hunter McCracken, Laramie Eppler
Hinweise
Film-Zeit über „The Tree of Life“
Moviepilot über „The Tree of Life“
Metacritic über „The Tree of Life“
Rotten Tomatoes über „The Tree of Life“
Wikipedia über „The Tree of Life“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Terrence Malicks „To the Wonder“ (To the Wonder, USA 2012)
Terrence Malick in der Kriminalakte
TV-Tipp für den 2. Dezember: Im Vorhof der Hölle
Dezember 2, 2013
Arte, 22.50 (VPS 22.05)
Im Vorhof der Hölle (USA 1990, R.: Phil Joanou)
Drehbuch: Dennis McIntyre
Terry Noonan kehrt zurück in sein altes Viertel Hell’s Kitchen und trifft sich auch gleich wieder mit seinen alten Gangsterkumpels. Was diese nicht wissen: inzwischen ist Terry bei der Polizei.
Klasse Neo-Noir-Krimi, der damals etwas unterging und, optisch und schauspielerisch brillant, in bekannten Gewässern fischt.
Mit Sean Penn, Gary Oldman, Robin Wright, John Turturro, Burgess Meredith, John C. Reilly
auch bekannt als „Im Vorhof zur Hölle“
Wiederholung: Freitag, 13. Dezember, 00.25 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Im Vorhof der Hölle“
Wikipedia über „Im Vorhof der Hölle“ (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 6. September: The Game – Das Geschenk seines Lebens
September 6, 2013ZDFneo, 20.15
The Game – Das Geschenk seines Lebens (USA 1997, R.: David Fincher)
Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris
Conrad schenkt seinem stinkreichen, einsamen Arschloch-Bruder Nicholas Van Orton einen Gutschein für ein Spiel, das sein Leben interessanter gestalten soll. Nachdem Nicholas das Rollenspiel beginnt, beginnt er die Kontrolle über sein Leben zu verlieren.
Düsterer Thriller (jedenfalls bis zum Beginn des dritten Aktes), der Fincher zwischen „Se7en“ und „Fight Club“ in Topform zeigt.
„Das Ganze ist ein intellektuelles Spiel mit Genre-Elementen und den Erwartungen eines an unzähligen Filmminuten geschulten Publikums. (…) Die Besonderheit an The Game ist nun, dass Fincher gerade darauf zielt, seinen Film als Spielmaterial kenntlich zu machen; methodisch tut er dies mit Sigmund Freud als Aushilfsregisseur, stilistisch mit den Mitteln des Verfolgungswahns.“ (Michael Kohler in Frank Schnelle, Hrsg.: David Fincher)
Mit Michael Douglas, Sean Penn, Deborah Kara Unger, James Rebhorn, Peter Donat, Carroll Baker, Armin Mueller-Stahl, Jack Kehoe (sein bislang letzter Auftritt, als Lieutenant Sullivan), Spike Jonze (kleine Nebenrolle), Michael Massee (dito kleine Nebenrolle)
Hinweise
Senses of Cinema über David Fincher
Drehbuch „The Game“ von John Brancato und Michael Ferris (19. Oktober 1995)
The Works and Genius of David Fincher (Fan-Blog)
Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tatoo, USA 2011)
David Fincher in der Kriminalakte
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Bonushinweis zu Michael Douglas
Auf „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll“ (Behind the Candelabra) von Steven Soderbergh dürft ihr euch freuen. In den USA lief das Biopic nur im TV. Deshalb wird Michael Douglas für seine Interpretation des Entertainers Liberace keinen Oscar bekommen. Bei uns ist der Film ab dem 3. Oktober im Kino:
Veröffentlicht von AxelB 


