TV-Tipp für den 20. September: Lone Star

September 19, 2014

MDR, 23.55

Lone Star (USA 1996, Regie: John Sayles)

Drehbuch: John Sayles

In Texas wird in der Wüste ein Skelett mit einem Sheriffstern gefunden. Sheriff Sam Deeds (Chris Cooper) versucht den vierzig Jahre alten Mordfall zu klären und schnell fragt er sich, was sein verstorbener Vater, der ungekrönte und immer noch geachtete Herrscher der Stadt, mit dem Mord zu tun hat und ob er sein Andenken beschmutzen soll.

„Sayles ist ein Meisterwerk mehrschichtigen Erzählens gelungen: mit knapp einem Dutzend wichtigen Rollen, mit überlegter Koppelung von Gegenwart und Vergangenheit, lakonisch-doppelsinnigen Dialogen, ausgefeilter Kameraarbeit, Musik, die drei Kulturen einfängt, und atemberaubenden Zeitübergängen.“ (Fischer Film Almanach 1998)

Bei dem Lob vergisst man fast, dass „Lone Star“ auch ein verdammt unterhaltsamer Krimi ist.

Das Drehbuch war für einen Oscar („Fargo“ gewann), einen Golden Globe, den BAFTA, den Independent Spirit Award und den Preis der Writers Guild of America (wieder gewann „Fargo“) nominiert.

mit Chris Cooper, Elisabeth Pena, Kris Kristofferson, Miriam Colon, Matthew McConaughey, Frances McDormand

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Lone Star”

Wikipedia über „Lone Star“ (deutsch, englisch)

Homepage von John Sayles

John Sayles in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Shirley – Visionen der Realität“ nach Gemälden von Edward Hopper

September 19, 2014

Edward Hopper war in seinen Gemälden vom Film inspiriert und er inspirierte etliche Filmemacher, aber auf die verwegene Idee, Bilder von Hopper im Film möglichst originalgetreu nachzustellen kam vor Gustav Deutsch noch niemand. Er nahm dreizehn Gemälde und die Filmbilder unterscheiden sich nur in Details von den Originalen. Es sind, in der Reihenfolge der filmischen Präsentation:
Sitzabteil (Chair Car, 1965)
Hotelzimmer (Hotel Room, 1931)
Zimmer in New York (Room in New York, 1940)
Kino in New York (New York Movie, 1939)
Nachts im Büro (Office at Night, 1940)
Hotelhalle (Hotel Lobby, 1943)
Morgensonne (Morning Sun, 1952)
Sonnenlicht auf braunem Sandstein (Sunlight on Brownstone, 1956)
Motel im Westen (Western Motel, 1957)
Exkursion in die Philosophie (Excursion into Philosophy, 1959)
Eine Frau in der Sonne (A Woman in the Sun, 1961)
Pause (Intermission, 1963)
Sonne in einem leeren Raum (Sun in an Empty Room, 1963)
Zu diesen Bildern erzählt Gustav Deutsch, der früher experimentelle Filmanalysen machte, die Geschichte der Schauspielerin Shirley (Stephanie Cumming), die sich zwischen den Dreißigern und den Sechzigern, zwischen Depression, Zweitem Weltkrieg, McCarthy-Ära und Bürgerrechtsbewegung, abspielt. Dabei ist die Historie und Shirleys Geschichte nur die akustische Klammer für die Bildbetrachtungen. Denn während die Kamera sich minimal in und aus den nachgestellten Bildern bewegt, die Schauspieler sich ebenfalls kaum bewegen, hören wir ihre Gedanken. Manchmal auch Gespräche oder Gedanken von anderen Menschen.
Das ist am Anfang ein faszinierendes Spiel mit dem Werk von Hopper, das Gustav Deutsch auf der visuellen Ebene unverändert übernimmt, während die Texte sich, ohne es direkt zu sagen, mit Hoppers Ansichten auseinandersetzen. Denn Hopper war ein Ultra-Konservativer, für den es selbstverständlich war, dass seine Frau ihre Karriere aufgab. Shirley dagegen ist eine Schauspielerin, die Mitglied des Group Theatres und des Living Theatres ist, auch andere Jobs annimmt (als Kartenabreißerin im Kino oder als Bürohilfe), linke Ansichten hat und im Hintergrund, aus dem Radio, wichtge historische Ereignisse angesprochen werden. Außerdem spielen die Segmente immer am 28. oder 29. August, weil am 28. August 1963 der erste große Marsch der Bürgerrechtsbewegung auf Washington war. Martin Luther King hielt dort seine legendäre „I have a Dream“-Rede.
Mit zunehmender Filmzeit wird allerdings auch deutlich, wie monothematisch Hoppers Bilder sind und wie sehr er seinem Stil treu blieb. So ordnete Deutsch die Bilder letztendlich chronologisch. Aber auch bei einer anderen Anordnung wäre nicht aufgefallen, dass die Bilder aus vier Jahrzehnten stammen, in denen große politische, soziale und ökonomische Veränderungen in den USA und der Welt stattfanden. In den Gemälden finden sie keinen Niederschlag.
Es geht in den dreizehn Gemälden immer um Einsamkeit. Fast immer ist Shirley allein oder isoliert von den anderen Charakteren, die ebenso isoliert in den anonymen Räumen sitzen. Es sind Büros, Hotellobbys, Hotelzimmer, Kinosäle und leere Wohnungen, die nichts über ihre Bewohner verraten. Transiträume.
Diese thematische und visuelle Begrenzung des Films zeigt dann auch die Grenzen in Edward Hoppers Werk. Denn letztendlich bewegt sich in ihnen nichts. Es herrscht Stillstand, verbunden mit einer Tendenz zur schön anzusehenden Leere.
Der überraschend zugängliche Experimentalfilm „Shirley – Visionen der Realität“ funktioniert vor allem als Meditation über die Gemälde und als fiktionale Auseinandersetzung mit dem Werk eines Künstlers.
Wobei man auch einfach in aller Ruhe die nachgestellten Bilder bewundern kann.

Shirley - Plakat

Shirley – Visionen der Realität (Österreich 2013)
Regie: Gustav Deutsch
Drehbuch: Gustav Deutsch
mit Stephanie Cumming, Christoph Bach, Florentin Groll, Elfriede Irrall, Tom Hanslmaier
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 0 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Shirley – Visionen der Realität“
Moviepilot über „Shirley – Visionen der Realität“
Wikipedia über Edward Hopper


Neu im Kino/Filmkritik: „Mea Culpa – Im Auge des Verbrechens“ gibt es viel Action

September 19, 2014

Nachdem „Ohne Schuld“, das mit „72 Stunden – The next three days“ ein US-Remake erhielt, und „Point Blank – Aus kurzer Distanz“, von dem ein US-Remake geplant ist, bei uns nur auf DVD erschienen, läuft Fred Cavayés neuer Thriller „Mea Culpa – Im Auge des Verbrechens“ bei uns auch im Kino. Naja, in einigen Kinos und, angesichts der wenigen Vorstellungen hier in Berlin, dürfte er auch schnell aus ihnen verschwinden.
Dabei ist „Mea Culpa“ für den Fan französischer Kriminalfilme einen Blick wert. Cavayé erzählt die Geschichte von Simon (Vincent Lindon), einem Ex-Polizisten, der seinen neunjährigen Sohn Théo vor skrupellosen Gangstern retten möchte. Denn Théo beobachtete einen Mord. Die Gangster wollen den Zeugen töten.
Ab diesem Moment brennt Cavayé ein wahres Actionfeuerwerk ab, das nie vollkommen den Boden der Realität verlässt, sich aber nicht mehr weiter um den Plot kümmert. Die Guten und die Bösen sind fein säuberlich getrennt. Die Hintergründe sind egal. Vor allem über die Gangster erfahren wir nur, dass sie Böse sind. Es geht, mit beeindruckenden Set-Pieces, nur noch um die Dynamik einer Menschenjagd. Das ist spannend und, dank der handgemachten Action und der guten Schauspieler, auch angenehm geerdet.
Außerdem behandelt Cavayé in allen Plots und fast jeder Szene die titelgebende Frage nach Schuld und dem Umgang mit ihr.
Dennoch ist „Mea Culpa“ Cavayés bislang enttäuschendster Film. Zu sehr folgt er den Konventionen des Polizeithrillers, zu umständlich führt er seine Charaktere ein, zu spät beginnt er mit dem Hauptplot und, bis auf einen Subplot, fehlen die großen Überraschungen.
Aber wer sich schon immer fragte, wie heute ein gelungener 80er-Jahre-Action-Thriller aussehen könnte, wird von „Mea Culpa“ begeistert sein.

Mea Culpa - Plakat

Mea Culpa – Im Auge des Verbrechens (Mea Culpa, Frankreich 2014)
Regie: Fred Cavayé
Drehbuch: Fred Cavayé, Guillaume Lemans (nach einer Idee von Olivier Marchal)
mit Vincent Lindon, Gilles Lellouce, Nadine Labaki, Gilles Cohen, Max Baisette de Malglaive
Länge: 91 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Mea Culpa“
Moviepilot über „Mea Culpa“
Rotten Tomatoes über „Mea Culpa“
Wikipedia über „Mea Culpa“
Meine Besprechung von Fred Cavayés „Point Blank – Aus kurzer Distanz“ (À bout portant, Frankreich 2010)


TV-Tipp für den 19. September: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

September 19, 2014

Pro7, 22.45

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (USA 1989, Regie: Steven Spielberg)

Drehbuch: Jeffrey Boam, George Lucas, Menno Meyjes

Dritter Auftritt von Indiana Jones. Dieses Mal sucht der Archäologe mit der Peitsche den Heiligen Gral, tut alles, damit er nicht den Nazis in die Hände fällt (das ist der leichte Teil) und er begegnet seinem Vater.

Und weil dieser von ‘James Bond’ Sean Connery gespielt wird, der wenig von seinem Sohn hält, ist für Spaß gesorgt. Und es gibt, selbstverständlich, Action satt.

Davor läuft, um 20.15 Uhr, „Indiana Jones und der Tempel des Todes“. Wahrscheinlich in einer gekürzten Fassung.

mit Harrison Ford, Sean Connery, River Phoenix, Denholm Elliott, John Rhys-Davies, Julian Glover, Michael Byrne

Hinweise

Metacritic über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“

Rotten Tomatoes über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“

Wikipedia über „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung des vierten Indiana-Jones-Films “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the Kingdom of the Skull, USA 2008) und des darauf basierenden, wesentlich gelungeneren „Roman zum Film“ von James Rollins

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Der Noir geht weiter: „Sin City 2: A Dame to kill for“

September 18, 2014

Dass der zweite „Sin City“-Film nicht mehr den Überraschungseffekt des ersten „Sin City“-Films hat, dürfte niemand überraschen. Denn als das Gemeinschaftswerk von Regisseur Robert Rodriguez und Comicautor und Zeichner Frank Miller, dessen Hollywood-Erfahrungen bis dahin eher ernüchternd waren und Rodriguez ihn mit dem Versprechen der absoluten Werktreue überzeugte, in die Kinos kam, war das im Kino absolut neu. Sie übertrugen Frank Millers formal sehr experimentellen in Schwarz und Weiß gehaltene „Sin City“-Comics, die sich lustvoll und gelungen durch die bekannten Noir- und Hardboiled-Klischees pflügten, Eins-zu-Eins auf die große Leinwand. Auch der Film war Schwarz-Weiß, mit wenigen Farbtupfern. Die Bilder wurden immer wieder zu abstrakten und stilisierten Montagen, teils auch zu Schattenrissen. Und weil die Schauspieler, eine beeindruckende Schar bekannter Gesichter, meistens vor einem Green Screen agierten, konnten später Stadtlandschaften und Räume hinzugefügt werden, die zwischen hyperreal und abstrakt schwankten. Und die Kamera musste sich wirklich nicht um die normalen Begrenzungen kümmern. In der von Frank Miller und Robert Rodriguez gedrehten Kinofassung verbanden sie in „Pulp Fiction“-Manier mehrere „Sin City“-Geschichten zu einem Film, der bei der Kritik, dem Publikum und den Comicfans gut ankam. Ein Klassiker, ein Kultfilm und eine der wirklich bahnbrechenden Comicverfilmungen.
Seitdem wurde über einen zweiten „Sin City“-Film gesprochen. Genug Geschichten waren vorhanden. Bei uns sind alle von Frank Miller geschriebenen „Sin City“-Geschichten bei Cross-Cult in sieben Büchern veröffentlicht worden. Die Namensliste der jetzt beim zweiten „Sin City“-Film beteiligten Schauspieler ist, wieder einmal, beeindruckend. Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt, Rosario Dawson, Bruce Willis, Eva Green, Powers Boothe, Dennis Haysbert, Ray Liotta, Christopher Meloni, Jeremy Piven, Christopher Lloyd, Jamie King, Juno Temple, Stacy Keach, Marton Csokas, Jude Ciccolella, Jamie Chung, Julia Garner, Lady Gaga und Alexa Vega sind dabei. Das liest sich nach einem gelungen Mix aus aus dem ersten Film bekannten Gesichtern und neuen Charakteren. Die ersten Bilder aus dem Film hätte man auch als Promo-Bilder für den ersten „Sin City“-Film veröffentlichen können. Und dass Frank Millers Ruf in den vergangenen Jahren arg gelitten hat – geschenkt. Immerhin sollten ja ältere Werke von ihm verfilmt werden und Robert Rodriguez war ja auch dabei.
Entsprechend hoch waren die Erwartungen, die ziemlich umfassend enttäuscht werden. Unter anderem weil „Sin City 2: A Dame to kill for“ auf den ersten Blick wie „Sin City“ aussieht. Wieder SW, wieder mit einer Armada bekannter Namen, wieder wurde vor dem Green Screen gedreht.
Wobei das schon ein Problem des Films ist. Denn jetzt wurde nur noch vor dem Green Screen gedreht. Die Schauspieler hatten, außer Minimal-Requisiten wie einem Stuhl und einem Tisch, überhaupt keine Requisiten mehr. Im Endeffekt spielten sie in einer leeren Halle. Oft entstanden ihre gemeinsamen Szenen auch an verschiedenen Tagen und wurden dann im Schneideraum zusammengefügt. So gelungen das auf technischer Ebene ist, so leblos wirkt dann auch der gesamte Film, der fast ausschließlich am Computer entstand.
Das zweite Problem ist das nervige 3D. Denn, wie in Millers Comics, wird viel mit irrationalen Noir-Perspektiven gespielt, die in 3D noch extremer ausfallen. Dazu kommt der Regen (es regnet immer in Sin City) und das hohe Schnitttempo, das, in Verbindung mit 3D, eher für Verwirrung sorgt.
Vor allem weil Rodriguez und Miller wie kleine Kinder möglichst viel, gerne auch gleichzeitig ausprobieren wollen, wozu auch Spielereien mit Farben gehören. Das erinnert dann eher an einen Jahrmarktbesuch, auf dem einem nacheinander, sehr beliebig und marktschreierisch die verschiedenen Attraktionen angeboten werden.
Wieviel gelungener war dagegen Tim Burtons ebenfalls in SW gedrehter Stop-Motion-Film „Frankenweenie“. Er setzte 3D sehr überlegt ein und die Charaktere wurden auch alle lebendig. Im Gegensatz zu den „Sin City“-Pappkameraden, die alle fest in ihren Klischees stecken bleiben.
Dazu kam die fatale Entscheidung, die Geschichten hintereinander zu erzählen. Dabei nimmt die titelgebende Hauptgeschichte „A Dame to kill for“ (die der grandiosen Comicvorlage ziemlich genau folgt) die meiste Filmzeit in Anspruch. Vor dieser Geschichte werden mehrere „Sin City“-Charaktere knapp eingeführt und wir erleben „Just another Saturday Night“ mir Marv (Mickey Rourke), die mit einigen Leichen endet. Nach der tödlichen Dame gibt es noch die deutlich kürzeren Geschichten „The long, bad Night“ (über einen Spieler, der sich den falschen Gegner aussucht) und „Nancy’s last Dance“ (über Nancys Rache an dem Verantwortlichem für Hartigans Tod). Beide Stories schrieb Frank Miller extra für den Film. Formal zeigen uns Rodriguez und Miller daher, in dieser Reihenfolge, eine Kurzgeschichte, einen Roman, zwei Kurzgeschichten bzw. Subplot, Hauptplot, Subplot, Subplot. Emotional ist der Film allerdings mit dem Ende der „A Dame to kill for“-Geschichte zu Ende. Danach gibt es noch zwei Nachschläge, die man eher gelangweilt verfolgt, weil man sich für keinen der Charaktere interessiert. Auch weil man sich in dem Moment schon daran gewöhnt hat, dass jeder Charakter, dem auch nur etwas Individualität gestattet wird, eine sehr überschaubare Restlebenszeit hat.
Die Hauptgeschichte „A Dame to kill for“ ist dabei als typische Noir-Geschichte gar nicht so schlecht. Dwight McCarthy (Josh Brolin) arbeitet als Privatdetektiv und er hat ein Problem mit seinem Temperament. Da meldet sich seine frühere Freundin Ava Lord (Eva Green), die ihn für den reichsten Mann der Stadt verlassen hat, wieder bei ihm. Die Femme Fatale benutzt Männer wie Spüllappen, weshalb Dwight auch nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Aber er verfällt ihr wieder. Er glaubt ihr, dass sie von ihrem Mann Damien gefangen gehalten will. Als er sie befreien will, endet die Aktion mit Damiens Tod. Er selbst kann, angeschossen von Ava, schwer verletzt entkommen. Der Polizei erzählt Ava eine Lügengeschichte, die ihn zum Mörder und Psychopathen macht. Während Dwight seine Wunden leckt, becirct Ava den grundehrlichen ermittelnden Polizisten Mort (Christopher Meloni). Er soll Dwight umbringen.
„Sin City 2: A Dame to kill for“ ist ein ziemlich überflüssiger Nachschlag zu „Sin City“, der dem Original nichts Neues hinzufügt und mindestens acht Jahre zu spät kommt. Jedenfalls erscheint die Noir-Atmosphäre hier nur noch als ein liebloses, aus der Zeit gefallenes und unentschlossenes Abspulen der bekannten Klischees mit viel Sex und Gewalt. Beides eher lustlos, aber exzessiv präsentiert.

Sin City 2 - Plakat

Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez
Drehbuch: Frank Miller
LV: Frank Miller: Sin City: A Dame to kill for, 1993/1994 (Sin City: Eine Braut, für die man mordet)
mit Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt, Rosario Dawson, Bruce Willis, Eva Green, Powers Boothe, Dennis Haysbert, Ray Liotta, Christopher Meloni, Jeremy Piven, Christopher Lloyd, Jamie King, Juno Temple, Stacy Keach, Marton Csokas, Jude Ciccolella, Jamie Chung, Julia Garner, Lady Gaga, Alexa Vega
Länge: 102 Minuten
FSK: ab 18 Jahre

Die Vorlage
Zum Filmstart veröffentlichte Cross-Cult die mit dem Eisner-Award ausgezeichnete Hauptgeschichte des Films in einer günstigen Ausgabe, die ein guter Einstieg in Frank Millers „Sin City“-Kosmos ist.

Miller - Sin City 2 - Eine Braut für die man mordet - Filmedition
Frank Miller: Sin City: Eine Braut, für die man mordet
(übersetzt von Karlheinz Borchert, Paul Scholz und Lutz Göllner)
Cross-Cult, 2014
224 Seiten
10 Euro

Originalausgabe
Sin City: A Dame to kill for
Dark Horse, 1993/1994

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Sin City: A Dame to kill for“
Moviepilot über „Sin City: A Dame to kill for“
Metacritic über „Sin City: A Dame to kill for“
Rotten Tomatoes über „Sin City: A Dame to kill for“
Wikipedia über „Sin City: A Dame to kill for“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Frank Miller/Geoff Darrows „Hard Boiled“ (Hard Boiled, 1990/1992)

Meine Besprechung von Frank Miller/Dave Gibbons’ “Martha Washington – Ein amerikanischer Traum (Band 1)” (Give me liberty, 1990)

Meine Besprechung von Frank Miller/Jim Lee/Scott Williams’ “All-Star Batman” (All Star Batman & Robin: The Boy Wonder, 2005 – 2008)

Meine Besprechung von Frank Millers “Holy Terror” (Holy Terror, 2011)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Machete Kills“ (Machete Kills, USA 2013)

Ein Gespräch mit Frank Miller über den Film

Das Comic-Con-Panel mit den Regisseuren und einigen Schauspielern

Die Pressekonferenz vom 3. August 2014 in Los Angeles


Neu im Kino/Filmkritik: „Wenn ich bleibe“, wenn ich sterbe – wen kümmert’s?

September 18, 2014

Beginnen wir mit der Musik. Nicht, dass sie furchtbar schlecht ist. Sie ist nur furchtbar unpassend. Denn „Wenn ich bleibe“ spielt ungefähr heute. Die Protagonistin Mia Hall ist ein Teenager zwischen erster Liebe und Schulabschluss. Sie wurde also so um 1997 herum geboren.
Ihre Eltern sind in den Vierzigern. Sie wurden also in den Siebzigern geboren. Ihr Vater war als Jugendlicher und Jungerwachsener – das muss dann in den frühen Neunzigern gewesen sein – ein Rockmusiker und ihre Mutter war schon damals seine Geliebte. Nach der Geburt von Mia und ihrem jüngeren Bruder, also so um die Jahrtausendwende, änderten sie ihren Lebensstil radikal. Jetzt sind sie liebende Eltern mit bürgerlichen Berufen.
Mia ist eine begnadete Cellistin, die sich für die Julliard School beworben hat. Klassik ist also ihre Musik. Ihr Freund Adam ist dagegen Sänger einer in der Schule angesagten Rockband.
Nun: was sind die wahrscheinlichen musikalischen Referenzpunkte der Rockfraktion? Nirvana? Pearl Jam? Soundgarden? Alice in Chains? Die halbe Grunge-Bewegung? R. E. M.? Der damalige College-Rock? Punkrock vielleicht? Green Day? Social Distortion? Helmet? Metallica? Wobei die letztgenannten vielleicht zu wenig Mainstream für einen Hollywood-Film sind. Vielleicht auch Neil Young, der damals eine gloriose Rückkehr feierte?
Alles falsch. Es sind Alice Cooper und Iggy Pop. Von Cooper wird 1972er Hit „School’s Out“ zitiert und von Iggy Pop hält Mias Vater nur seine Werke vor 1977 für satisfaktionsfähig. Er meint also seine ersten „The Stooges“-Aufnahmen (wobei das ja eine Band war) und die ersten beiden Pop-Platten „The Idiot“ und „Lust for Life“. Sein 1993er-Album „American Caesar“, seine gloriose Rückkehr zur alten Form, zählt nicht.
Diese für das Alter der Charaktere falschen Referenzen bei Bands und Musikern gibt es zwar auch in anderen Filmen (so scheinen in Filmen heute Vierzigjährige ihre musikalische Sozialisation in den Siebzigern mit der Muttermilch gehabt zu haben, was sie mindestens zehn bis zwanzig Jahre älter macht), aber bei einem Film, in dem Musik für alle Charaktere ihr Lebensinhalt sein soll, sind diese falschen Referenzen noch ärgerlicher. Allerdings ist diese Schlampigkeit, die sich durch den gesamten Film zieht, auch nachvollziehbar. Denn letztendlich ist für keinen Charakter Musik wirklich wichtig. Niemand drückt hier, im Gegensatz zu „Can a Song save your Life?“, irgendetwas durch die Musik aus und sie ist auch nicht der Lebensinhalt von Mia, ihren Eltern und ihrem Freund. Sie ist ein austauschbar-beliebiges Lifestyle-Element.
Auch die Geschichte, die auf Gayle Formans 2009er Young-Adult-Roman „If I stay“ basiert, ist letztendlich nur eine 08/15-Schmonzette. Auf den ersten Blick dreht die für ein weibliches und sehr junges Publikum erzählte Geschichte sich um die Frage, ob Mia nach einem Autounfall weiterleben will. Während sie im Krankenhaus im Koma liegt, erinnert sie sich an ihr bisheriges Leben. Gleichzeitig wandelt ihr Geist durch das Krankenhaus. Türen sind ein Problem, durch Wände kann sie auch nicht gehen, aber dank irgendeiner Magie läuft niemals irgendwer in sie hinein. Jedenfalls erfährt sie auf den kalten Fluren des Krankenhauses, dass ihre Eltern und ihr Bruder bei dem Autounfall gestorben sind oder im Lauf der Nacht sterben. Sie erfährt auch, was ihre Großeltern und ihre Freunde denken und fühlen. Jedenfalls solange sie es aussprechen.
Das erinnert entfernt an Frank Capras Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart, der sich in dem Film umbringen möchte, weil er sein Leben für vollkommen verpfuscht hält, aber von einem Engel gezeigt bekommt, wie trist das Leben in der Stadt ohne ihn wäre.
Das ist ein Film, der genau das hat, was „Wenn ich bleibe“ fehlt: Drama. Einen echten Konflikt. In „Wenn ich bleibe“ haben wir dagegen nur einen auf spielfilmlänge aufgeplusterten Scheinkonflikt und eine gut zweistündige, erschreckend konfliktfreie Schmonzette über ein junges Mädchen, das in einer Eliteschule aufgenommen werden könnte (ob sie es geschafft hat, wird am Filmende verraten), liebevolle Eltern, die sofort von ihrem Freund begeistert sind, und liebevollen Großeltern und einen bis über beide Ohren in sie verliebten Freund hat, der sie während ihres ersten Dates natürlich in ein Klassikkonzert entführt. Kurz: sie hat das perfekte Leben, das aus dramaturgischer Sicht genauso langweilig ist, wie es klingt.
Die im Titel „Wenn ich bleibe“ angedeutete Frage wird dagegen nicht weiter thematisiert. Es geht nur um Mias Vergangenheit, die fortgeschrieben in die Zukunft, entsprechend rosig aussieht. Halt ohne ihre Eltern und ihren Bruder, aber mit ihren Großeltern, ihrem Freund und einer möglichen Karriere als Musikerin – und das klingt doch gar nicht so schlecht.
Entsprechend spannungsfrei plätschert die kitschige Heile-Welt-Klischeeparade auf ihr vorhersehbares Ende zu. Auch die Zeitsprünge machen „Wenn ich bleibe“ nicht interessanter. Sie gaukeln nur in den ersten Minuten eine nicht vorhandene Komplexität vor.
„Wenn ich bleibe“ ist höchstens für schmachtende Teenager interessant, die sich in den jugendlichen Rocksänger der soften Sorte (Jamie Blackley) verguckt haben. Aber auch Teenager haben gute Filme verdient.
Fans von Hauptdarstellerin Chloë Grace Moretz, die sie als Hit-Girl lieben, sollten dagegen einen großen Bogen um den Film machen. Denn wir sollen glauben, dass Hit-Girl sich fragt, ob sie am Leben bleiben will. No Way! Aber ab dem 9. Oktober überzeugt sie in „The Equalizer“ als Prostituierte.

Wenn ich bleibe - Plakat

Wenn ich bleibe (If I stay, USA 2014)
Regie: R. J. Cutler
Drehbuch: Shauna Cross
LV: Gayle Forman: If I stay, 2009 (Wenn ich bleibe)
mit Chloë Grace Moretz, Mireille Enos, Jamie Blackley, Joshua Leonard, Liana Liberato, Stacy Keach, Gabrielle Rose, Jakob Davies, Ali Milner, Aisha Hinds
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Wenn ich bleibe“
Moviepilot über „Wenn ich bleibe“
Metacritic über „Wenn ich bleibe“
Rotten Tomatoes über „Wenn ich bleibe“
Wikipedia über „Wenn ich bleibe“


Vielversprechende Krimiverfilmungen

September 18, 2014

Beginnen wir chronologisch mit David Finchers Gillian-Flynn-Verfilmung „Gone Girl – Das perfekte Opfer“. Der Film startet am 2. Oktober.

Weiter geht’s mit „The Drop – Bargeld“ von Michael R. Roskam (Bullhead) mit Tom Hardy, Noomi Rapace und James Gandolfini (sein letzter Spielfilm). Das Drehbuch schrieb Dennis Lehane nach seiner Kurzgeschichte „Animal Rescue“.

Für „Good People“, das US-Debüt des Dänen Henrik Ruben Genz (u. a. „Kommissarin Lund“), nach einem Drehbuch von Kelly Masterson („Tödliche Entscheidung“), basierend auf dem Roman“Im Augenblick der Angst“ (Good People, 2008) von Marcus Sakey, gibt es noch  keinen deutschen Starttermin. Aber bei der Besetzung (James Franco, Kate Hudson, Tom Wilkinson, Omar Sy) müsste es doch mit dem Teufel zugehen…

 

 


TV-Tipp für den 18. September: Das A-Team – Der Film

September 17, 2014

Vox, 20.15

Das A-Team (The A-Team, USA 2010)

Regie: Joe Carnahan

Drehbuch: Joe Carnahan, Skip Wood, Brian Bloom

Eine Gruppe von unschuldig verurteilten Elite-Soldaten, das A-Team, will seine Unschuld beweisen und verursacht dabei beträchtliche Kollateralschäden.

Die kurzweilige Kinoversion der gleichnamigen 80er-Jahre-Serie „Das A-Team“ ist natürlich in jeder Beziehung einige Nummern größer als das Original und passt sich den zeitgenössischen Sehgewohnheiten an.

Joe Carnahan, der zuvor den düsteren Cop-Thriller „Narc“ und das krachige Jungskino „Smokin’ Aces“ (läuft anschließend um 22.35 Uhr und um 02.50 Uhr) inszenierte, nahm den Job an, weil er mit seinen beiden anderen Projekten, dem Pablo-Escobar-Biopic „Killing Pablo“ und der James-Ellroy-Verfilmung „White Jazz“, nicht weiterkam. „Das A-Team“ richtet sich, wenig überraschend, vor allem an die „Smokin’ Aces“-Fans.

Ebenfalls wenig überraschend ist, dass „Das A-Team“ jahrelang in Hollywood entwickelt wurde und wahrscheinlich jeder bekannte Regisseur und Schauspieler irgendwann im Gespräch war.

Mit Liam Neeson arbeitete Joe Carnahan auch bei seinem nächsten Film „The Grey – Unter Wölfen“ zusammen.

mit Liam Neeson, Bradley Cooper, Jessica Biel, Quinton ‘Rampage’ Jackson, Sharlto Copley, Patrick Wilson, Gerald McRaney

Wiederholung: Freitag, 19. September, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Das A-Team“

BR-Online: Interview mit Joe Carnahan (10. August 2010)

IndieLondon: Interview mit Joe Carnahan (kurz, nach der Premiere in London)

FilmSchoolRecects: Interview mit Joe Carnahan (11. Juni 2010)

UGO: Interview mit Joe Carnahan (kurz, 14. Juni 2010)

Cinematical: Interview mit Joe Carnahan (20. Januar 2010)

Meine Besprechung von Joe Carnahans „The Grey – Unter Wölfen“ (The Grey, USA 2012)


TV-Tipp für den 17. September: Das fünfte Element

September 16, 2014

EinsPlus, 22.15
Das fünfte Element (Frankreich 1997, Regie: Luc Besson)
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen (nach einer Geschichte von Luc Besson)
Zukunft, Erde: Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis), der noch nicht einmal sein Leben auf die Reihe bekommt, muss mal eben das Universum retten und besucht dafür auch einige ferne Planeten in weit entfernten Galaxien. Aliens und andere seltsame Wesen gibt es auch. Action und Spaß sowieso.
Quietschbuntes, vollkommen durchgeknalltes Science-Fiction-Abenteuer, das den Fans der „Guardians of the Galaxy“ gefallen dürfte.
Hier hat Luc Besson, nach „Subway“, „Nikita“, „Leon – Der Profi“, noch einmal gezeigt, was er kann: „ein Fest für die Augen“ (Annette Kilzer, Herausgeberin: Bruce Willis)
mit Bruce Willis, Gary Oldman, Ian Holm, Milla Jovovich, Chris Tucker, Luke Perry, Brion James, Lee Evans, Tricky, Mathieu Kassovitz
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Das fünfte Element“
Wikipedia über „Das fünfte Element“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luc Bessons „The Lady – Ein geteiltes Herz“ (The Lady, Frankreich/Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Luc Bessons „Lucy“ (Lucy, Frankreich 2014)

Luc Besson in der Kriminalakte


Cover der Woche

September 16, 2014

Block - A Walk among the Tombstones

Das gibt mir die Gelegenheit, auch gleich das deutsche Cover der für Mitte Oktober angekündigten deutschen Neuausgabe des Romans zu posten:

Block - Ruhet in Frieden - 4

Der Anlass für die Neuausgabe – ihr habt natürlich erkannt, dass da Liam Neeson auf euch zumarschiert – ist die am 13. November 2014 in unseren Kinos startende Verfilmung, über die ich ja schon am 31. Mai geschrieben habe.

Scott Frank (yeah, der Mann, der die Bücher für die genialen Elmore-Leonard-Verfilmungen „Out of Sight“ und „Get Shorty“ schrieb) schrieb das Drehbuch und führte wieder Regie.

Sein Regiedebüt war der übersehene Noir-Gangsterfilm „The Lookout – Die Regeln der Gewalt“. Sein nächster Film, ein TV-Film, heißt „Hoke“ und Paul Giamatti spielt Hoke Moseley, den von Charles Willeford erfundenen Polizisten. Muss ich noch mehr sagen?

Ach ja, inzwischen gibt es auch einen deutschen Trailer für den Noir:

 

 


TV-Tipp für den 16. September: Dame, König, As, Spion

September 16, 2014

Pro7 Maxx, 20.15

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Tomas Alfredson

Drehbuch: Bridget O’Connor, Peter Straughan

LV: John le Carré: Tinker, Tailer, Soldier, Spy, 1974 (Dame, König, As, Spion)

Wer ist der Maulwurf im britischen Geheimdienst? George Smiley sucht den für die Sowjetunion arbeitenden Verräter.

Grandiose Verfilmung des verschachelten Agententhrillers von John le Carré.

Und dann läuft die TV-Premiere auch noch zu einer normalen Uhrzeit, während das ZDF um 00.50 Uhr das ebenfalls grandiose Südstaatendrama „The Help“ arg lieblos versendet. Immerhin ist „The Help“ produziert von Disney, starbesetzt, Oscar-prämiert, mehrfach ausgezeichnet und war ein überraschender Kassenhit in den USA.

mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Wikipedia über die Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Dame, König, As, Spion“

Rotten Tomatoes über „Dame, König, As, Spion“

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014)

John le Carré in der Kriminalakte


„Die Entdeckung Deutschlands“ in einem ganz alten Science-Fiction-Film

September 15, 2014

Lange - Die Entdeckung Deutschlands

Das ist jetzt ein bisschen wie früher, als man spannende Texte über Filme las, die man spätestens danach unbedingt sehen wollte, aber aus verschiedenen Gründen nicht sehen konnte. Meistens war es eine Mischung aus im Kino läuft der Film nicht mehr, im Fernsehen läuft er auch nicht und auf Video gibt dieses obskure Zeug sowieso nicht.
Auch „Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner“ kann man sich nicht ansehen. Es ist einer der vielen verschwundenen Stummfilme. Es scheint auch kein wirklich großartiger Film gewesen zu sein, aber, wie Britta Lange in ihrem Essay „Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda“ überzeugend zeigt, ist es ein durchaus wichtiger Film, der heute auch wegen seiner historischen Aufnahmen sehenswert wäre. Es wurde in München, Berlin und in Fabriken, die Kriegsgerät herstellten, wie der optischen Fabrik von Karl Zeiß in Jena, der Daimler Motorengesellschaft, der Werft der Aktiengesellschaft Weser und dem Martinstahlwerk von Friedrich Krupp in Essen, gedreht. Die ursprüngliche Länge, genehmigt durch die Berliner Polizeizensur, betrug 1729 Meter.
Heute gibt es in verschiedenen Filmarchiven nur noch einige Fragmente, Bilder und Texte zum und über den Film. Einiges von dem Material ist auch in Langes Buch abgedruckt.
„Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewoher“ entstand 1916 unter der Regie von Georg Jacoby und Richard Otto Frankfurter. Es war der erste deutsche Propagandafilm, der vor allem zeigen sollte, dass Deutschland, entgegen den Behauptungen der anderen Kriegsparteien nicht unter dem Krieg leidet. Aber wie kann man diese Botschaft vor allem im Ausland glaubwürdig verbreiten? Ein deutscher Journalist oder ein Beobachter aus einem befreundeten Staat wäre parteiisch. Ein Beobachter aus einem verfeindetem Land wäre als neutraler Berichterstatter ebenso unglaubwürdig. Also wurde ein Besuch einer Delegation vom Mars erfunden, die herausfinden soll, ob die Meldungen, dass Deutschland kurz vor dem Zusammenbruch stehe und die Bevölkerung demoralisiert sei und hungere, stimmen.
Nun, die Marsianer erleben ein Deutschland, in dem alles paradiesisch ist.
Britta Lange, Wissenschaftlerin am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universit#t Berlin, analysiert in ihrem Essay „Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda“ vor allem die Konstruktion der Filmgeschichte, wie Propaganda im Gewand von Science-Fiction in diesem Film funktioniert, die historischen Hintergründe der Produktion, die Wirkung des Films und den Umgang mit Propaganda. Denn die Marsianer glauben nicht einfach, was die Medien verbreiten, sondern sie gehen zum Ort des Geschehens. Sie versuchen sich ein eigenes Bild von den Fakten zu machen, die – was natürlich eine schöne Wendung ist – so selbst für propagandistische Zwecke verwandt werden.

Britta Lange: Die Entdeckung Deutschlands – Science-Fiction als Propaganda
(Filit Band 13)
Verbrecher Verlag, 2014
112 Seiten
14 Euro


TV-Tipp für den 15. September: James Bond: GoldenEye

September 15, 2014

ZDF, 22.15
James Bond: GoldenEye (Großbritannien 1995, Regie: Martin Campbell)
Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)
General Ourumov (der am 1. September verstorbene Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.
Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.
Thriller-Autor John Gardner (u. a. ein Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.
Das ZDF zeigt bis zum Jahresende siebzehn (!!!) James-Bond-Filme, unter anderem alle Pierce-Brosnan- und Daniel-Craig-Bonds. Die mit Daniel Craig laufen zum Jahresende und „Skyfall“ bildet den bondinischen Abschluss.
Dazwischen gibt es Auftritte der anderen James Bonds, also Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore und Timothy Dalton. Immer ohne Werbepausen und jedenfalls die nächsten Montage sind Bond-Tage.
Die weiteren Sendetermine sind noch nicht bekannt. Die Filme aber schon. Es sind, wohl ungefähr in der geplanten Ausstrahlungsreihenfolge: „Der Morgen stirbt nie“, „Die Welt ist nicht genug“, „Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond 007 – jagt Dr. No“, „Der Mann mit dem goldenen Colt“, „Liebesgrüße aus Moskau“, „Man lebt nur zweimal“, „Leben und sterben lassen“, „Diamantenfieber“, „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“, „Sag niemals nie“, „Im Angesicht des Todes“, „Skyfall“ und „Lizenz zum Töten“.

Fleming - Cross-Cult-James-Bond-Gesamtbox
Wer noch mehr Bond, James Bond, will: bei Cross Cult gibt es die Bond-Romane von Ian Fleming inzwischen in einer schönen Box. Der Bond-Roman „Colonel Sun“ von Robert Markham (ein Pseudonym von Sir Kingsley Amis) und der erste Bond-Roman „Kernschmelze“ von John Gardner erscheinen die Tage. Im März 2015 soll es mit den Gardner-Bonds „Der Kunstsammler“ und Eisbrecher“ weitergehen.
Mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M bezeichnet sie ihn als „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen
Wiederholung: ZDFneo, Dienstag, 16. September, 00.15 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
ZDF über „GoldenEye“ (und die nächsten James-Bond-Filme)
Rotten Tomatoes über „GoldenEye“
Wikipedia über „GoldenEye“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung des James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Martin Campbells TV-Serie “Am Rande der Finsternis” (Edge of Darkness, GB 1985 – DIE Vorlage für “Auftrag Mord”)

Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern” (Green Lantern, USA 2011)


TV-Tipp für den 14. September: George Gently – Der Unbestechliche: Todfreunde

September 14, 2014

ZDF, 22.15
George Gently – Der Unbestechliche: Todfreunde (Großbritannien 2012, Regie: Nicholas Renton)
Drehbuch: Peter Flannery
Erfinder: Peter Flannery
LV: Charakter von Alan Hunter
Durham, 1968: Das Organisierte Verbrechen macht sich auch in Durham breit. Inspektor George Gently konnte zwar Melvyn Rattigan hinter Gitter bringen. Aber der beschuldigt Gently der Korruption und auch in London soll Gently in illegale Geschäfte verwickelt gewesen sein. Während Gentlys Kollege Bacchus gerne dem Ruf von London folgen würde, kämpft Gently um seinen Ruf.
„Todfreunde“ ist vor allem ein Gangsterkrimi und ein leichengesättigter Thriller, in dem der Held als Verdächtiger im Mittelpunkt steht. Und wie auch in anderen Krimiserien, in denen wir plötzlich glauben sollen, dass unser ehrlicher und tadelloser Held plötzlich ein Verbrecher sein soll, funktioniert „Todfreunde“ nur bedingt, weil die wirklichen Überraschungen ausbleiben und es auch nichts zu rätseln gibt. Denn selbstverständlich sind die Anschuldigungen ein Komplott gegen ihn. Immerhin gibt es etwas Zeitkolorit und schöne Bilder von der nordenglischen Landschaft.
Der vorerst letzter neue George-Gently-Krimi ist auch der blutige Abschluss der fünften Staffel. In England wurde im Februar 2014 die sechste, aus vier Folgen bestehende Staffel mit Gently und Bacchus gezeigt. Eine siebte Staffel ist bereits für nächstes Jahr angekündigt. Für Nachschub ist also gesorgt.
Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Simon Hubbard, Ralph Brown, Kevin Whately, Diana Quick
Wiederholung: Montag, 15. September, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)

Wikipedia über “George Gently – Der Unbestechliche”(deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 1)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 2 und 3)


Neu im Kino/Filmkritik: Sensation! Der Stein der Weisen ist in den „Katakomben“ von Paris

September 13, 2014

Jetzt weiß ich, warum die Ägypter Grabräuber nicht mögen.
Der Found-Footage-Murks „Katakomben“ spielt zwar nicht in Ägypten, sondern in Paris und die Heldin behauptet selbst von sich, dass sie keine Grabräuberin sei. Aber sie prescht mit einer Eleganz durch die Katakomben von Paris (laut Presseheft wurde sogar alles vor Ort gedreht, aber sie hätten das Werk genausogut in irgendeinem Hinterhofstudio drehen können), dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Mauern werden eingerissen, Skelette flugs zur Seite geräumt und ein riesiger Klunker, der „Stein der Weisen“, wird mit roher Gewalt aus einem Fresko entfernt. Dass bei diesem feinfühligem Vorgehen einige Decken und Gänge einstürzen ist ein akzeptabler Kollateralschaden bei der Schatzsuche. Außerdem können die jungerwachsenen Protagonisten in dem Moment eh schon nicht mehr so richtig zwischen Wahn und Wirklichkeit oder zwischen Hölle und Normalität unterscheiden.
Dabei haben die sechs Twenty-Somethings, zusammengewürfelt aus der hyperbrillanten Schatzsucherin Scarlett Marlowe (die das alles tut, um das Vermächtnis ihres toten Vaters zu vollenden, unzählige Sprachen kann, Doktortitel wie Fliegenstiche sammelt, wagemutiger als Indiana Jones und verdammt jung ist), ihrem Freund (der wegen des Todes seines kleinen Bruders eine ausgewachsene Abneigung gegen Höhlen hat), einem klaustrophobischem Dokumentarfilmer und drei Pariser Urban Explorer, die just for fun bei der Schatzsuche helfen, auf den Weg in die verbotenen Gänge der Katakomben gemacht, weil Scarlett einen unterirdischen Raum unter dem Grab von Nicolas Flamel vermutet. Flamel war Alchemist und in diesem seit Jahrhunderten nicht entdecktem Raum ist der Stein der Weisen, der jedes Metall in Gold verwandeln und das ewige Leben schenken kann. Also macht sich die zusammengewürfelte Truppe auf den Weg in die Unterwelt.
Weil sie in den Katakomben eine Abkürzung benutzen wollen, vor der sie ihr einheimischer Tourguide Papillon warnt, öffnen sie auch gleich das Tor zur Hölle und, nun, seltsame Dinge geschehen, Erinnerungen materialisieren sich und einige werden den Tag nicht überleben.
Dieses Spiel mit Wahn und Wirklichkeit hilft auch den Drehbuchautoren Drew Dowdle und John Erick Dowdle (der auch Regie führte), die auch für „Quaranäne“ und „Devil – Fahrstuhl zur Hölle“ verantwortlich sind. Denn nachdem Scarlett und die anderen das unterirdische Paris betreten haben, verabschiedet sich schnell auch die Restlogik aus „Katakomben“. Dafür sind ein verstaubtes, aber klingelndes Telefon, ein altes Klavier mit einer lädierten Taste und ein brennendes Auto mit einem schreiendem Insassen in den Katakomben (keine Ahnung, wie es dahin kam) einfach zu gute Bilder. Einige geisterhafte Figuren dürfen auch durch das Bild huschen – und es gibt eine Unzahl vollkommen absurder Momente. Wenn die Jugendlichen vor einer schon vor Jahrhunderten gestorbenen Person stehen und sich gegenseitig mehrmals versichern, dass er tot ist; wenn sie an einem Mönch vorbeischleichen und ihn dabei mit ihren Lampen anstrahlen (naja, vielleicht ist er blind, aber nicht taub), dann werden, auch ohne die Spielerei mit oben und unten (der Originaltitel ist „As above, so below“), im eh schon logikfernen Found-Footage-Genre neue Höhen der Absurdität erreicht, die sicher in einigen Mitternachtsscreenings für noch mehr Lacher sorgen als während der Pressevorführung. Denn bei dem Mitternachtsscreening kann dann jeder unbefangen seine Kommentare zum Leinwandgeschehen in den Raum brüllen.
Zu den gruseligen Dialogen (wahrscheinlich war die Regieanweisung: „Sagt einfach, was euch so einfällt.“) und der kopfschmerzförderlichen Wackel-Wackelkamera (herrje, sogar mein an Parkinson leidender Urgroßvater hat eine ruhigere Hand) sag ich jetzt nichts. Das gehört ja seit dem „Blair Witch Project“ zum gut gepflegten Found-Footage-Ton. Genauso wie Bilder, die unmöglich von einem der Charaktere aufgenommen worden sein können.

Katakomben - Plakat

Katakomben (As above, so below, USA 2014)
Regie: John Erick Dowdle
Drehbuch: John Erick Dowdle, Drew Dowdle
mit Perdita Weeks, Ben Feldman, Edwin Hodge, Francis Civil, Marion Lambet, Ali Marhyar
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Katakomben“
Moviepilot über „Katakomben“
Metacritic über „Katakaomben“
Rotten Tomatoes über „Katakomben“
Wikipedia über „Katakomben“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. September: Tatort: Schicki-Micki

September 13, 2014

BR, 21.50

Tatort: Schicki-Micki (Deutschland 1985, Regie: Hans-Reinhard Müller)

Drehbuch: Herbert Riehl-Heyse, Ernst Fischer

Ein Journalist wird erschlagen und Kommissar Lenz muss, sich sichtlich unwohl fühlend, in der Münchner Schickeria ermitteln.

Etwa zeitgleich mit „Kir Royal“ entstand auch dieses satirische Sittengemälde der Münchner Gesellschaft. Kein Wunder, schließlich schrieb der 2003 verstorbene Herbert Riehl-Heyse von der Süddeutschen Zeitung mit am Drehbuch.

„Schicki-Micki“ ist Teil eines „Tatort“-Abends, den der BR irreführend „Themenabend: 50 Jahre Bayerisches Fernsehen“ nennt. Um 20.15 Uhr läuft „Münchner Kindl“ (1972, der erste Auftritt von Kommissar Veigl), um 23.20 „Pension Tosca“ (1987, der einzige und extrem selten gezeigte Auftritt von Kommissar Brenner) und um 01.15 Uhr „Animals“ (1991, der erste Auftritt der Herren Batic und Leitmayr; die dürfen auch am Sonntag um 20.15 gegen den „Wüstensohn“ ermitteln).

Mit Helmut Fischer, Henner Quest, Rolf Castell, Willy Harlander, Hannelore Elsner, Erich Hallhuber, Felix von Manteuffel, Hans-Reinhard Müller

Hinweis

Tatort-Fundus über Kommissar Lenz


Neu im Kino/Filmkritik: „Der Junge Siyar“ soll seine Schwester ermorden

September 12, 2014

Beginnen wir mit der für Krimifans wichtigen Information: Das Drehbuch ist von Kjell Ola Dahl und Regisseur Hisham Zaman.
Genau, der Krimiautor Kjell Ola Dahl hat mitgeschrieben und das sieht man. Denn „Der Junge Siyar“ erzählt seine Ehrenmord-Geschichte als Noir-Thriller, dem der Spagat zwischen Spannung und Drama gelingt und der ein breites Publikum ansprechen will mit seiner Geschichte über den sechzehnjährigen Siyar, der im kurdischen Norden des Iraks lebt. Es ist eine ländliche Gegend, in der die Zivilisation noch nicht angekommen ist. Als ältestes Familienmitglied ist er, nach dem Tod seines Vaters, das Familienoberhaupt, das alle wichtigen Entscheidungen treffen muss. Eine betrifft die Heirat seiner älteren Schwester Nermin mit dem Sohn eines mächtigen und wohlhabenden Stammesfürsten aus dem Nachbardorf. Siyar stimmt, notgedrungen, der Hochzeit zu. Seine Schwester, die einen anderen liebt, flüchtet mit ihrem Freund nach Istanbul.
Siyar muss die Familienehre wieder herstellen; indem er seine Schwester tötet. Er, der bislang noch nie sein Dorf verlassen hat und der noch ein Kind ist, macht sich auf den Weg in eine für ihn fremde Welt.
In Istanbul lernt er das chaotische und von der Natur entfremdete Großstadtleben mit seinen Verlockungen und Gefahren kennen. Er befreundet sich mit dem Straßenmädchen Evin, das sich mit Taschendiebstählen durchschlägt. Gemeinsam machen sie sich, nachdem Siyar seine Schwester entdeckte und sie flüchten konnte, auf den Weg in die Festung Europa.
Griechenland, Berlin, Oslo und die Einöde Norwegens sind die Stationen von Siyars Verfolgungsjagd nach seiner Schwester. Geholfen wird ihm auf seiner Rachemission von Landsleuten, die ihn mit Informationen versorgen, Waffen besorgen und auch über Grenzen schmuggeln. Er wird wie ein Gegenstand, der nur für eine Aufgabe gedacht ist, weitergereicht zu seinem Ziel.
Gleichzeitig ist es eine Reise, die Siyars Werte auf die Probe stellt. Erstmals ist er auf sich alleine gestellt, er verliebt sich in Evin und er muss sich fragen, ob der Mord an seiner Schwester richtig ist.
Hisham Zaman, der selbst als Jugendlicher mit seiner Familie aus dem Irak floh, erzählt in seinem Spielfilmdebüt nach mehreren Kurzfilmen, eine einfache Geschichte mit einem zwiespältigem Protagonisten. Denn Siyar ist eigentlich ein Killer, der einen Mordauftrag ausüben soll. Dass er dann daran zu zweifeln beginnt, dass er sich mit seinem Wertesystem auseinandersetzen muss (ohne wirklich ein anderes zu haben oder, abgesehen von seiner Liebe zu Evin, angeboten zu bekommen), gibt der Geschichte einen zweiten Plot. Wobei diese Coming-of-Age-Geschichte nie Siyars ursprüngliche Mission überlagert und sie, ohne den Zuschauern große Hoffnungen auf ein positives Ende zu machen, konsequent auf ein blutiges Ende zusteuert. Insofern ist „Der Junge Siyar“ ziemlich noir und auch ziemlich realistisch. Er zeigt seine Charaktere als Opfer der Umstände und Traditionen, aus denen ein Ausbruch kaum möglich ist. Jedenfalls nicht für Siyar. Und auch nicht für seine Schwester, die vor ihm aus ihrer Heimat in den Norden Europas flüchtet.
Hisham Zaman arbeitete mit Kjell Ola Dahl bereits 2007 bei seinem Kurzfilm „Winterland“, der die Liebesgeschichte von zwei in Norwegen lebenden Kurden erzählt, zusammen. Nach „Der Junge Siyar“ war Dahl Script Consultant für Zamans neuen Film „Brev til Kongen“, der sich mit dem Leben von fünf Flüchtlingen in Oslo beschäftigt.

Der Junge Siyar - Plakat

Der Junge Siyar (Før snøen faller, Norwegen/Deutschland/Irak 2013)
Regie: Hisham Zaman
Drehbuch: Hisham Zaman, Kjell Ola Dahl
mit Taher Abdulla Taher, Suzan Ilir, Bahar Özen, Nazmi Kirik, Ahmet Zirek, Muafaq Rushdie, Birol Ünel
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Der Junge Siyar“
Moviepilot über „Der Junge Siyar“
Rotten Tomatoes über „Der Junge Siyar“
Wikipedia über Hisham Zaman und Kjell Ola Dahl
Homepage von Kjell Ola Dahl


TV-Tipp für den 12. September: The Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls

September 12, 2014

3sat, 22.35
The Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls (The Girlfriend Experience, USA 2009)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: David Levien, Brian Koppelman
Porno-Schauspielerin Sasha Grey spielt ein Luxus-Callgirl – und wer jetzt denkt, dass „The Girlfriend Experience“ viel nackte Haut zeigt, kann getrost den Fernseher auslassen. Denn Steven Soderbergh beobachtet das Leben von Chelsea: wie sie Kunden besucht, sich mit ihrem Freund unterhält und versucht über die Runden zu kommen.
Das ist weniger ein durchdachter Film oder eine zwingende Charakterstudie, sondern eine Skizze, ein Nebenwerk von Steven Soderbergh, eine Entspannungsübung und auch eine Vorstudie zu „Magic Mike“.
Mehr zum Film in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Sasha Grey, Chris Santos, Philip Eytan, T. Colby Trane, Peter Zizzo, David Levien

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „Girlfriend Experience“

Rotten Tomatoes über „Girlfriend Experience“

Wikipedia über „Girlfriend Experience“

Schnittberichte: Vergleich Kinofassung und Alternativer Director’s Cut

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: David Cronenberg präsentiert die „Maps to the Stars“ mit vielen Stars

September 11, 2014

Natürlich muss in einem Film nicht alles logisch sein. Manchmal muss man halt die Logik links liegen lassen und wenn der Rest stimmt, habe ich als alter Alfred-Hitchcock-Fan kein Problem damit. Auch eine Abfolge absurder Zufälle kann ich akzeptieren. Wenn der Rest stimmt.
In David Cronenbergs neuem Film „Maps to the Stars“ gibt es eine überschaubare Zahl absurder Zufälle, aber viel zu viele vollkommen unlogische Momente; sowohl in der Realität als auch in der Fantasie und wie beide Welten miteinander zusammenhängen. Denn „Maps to the Stars“ spielt in Hollywood. Die Traumfabrik ist natürlich Thema des Films und fast alle Charaktere haben Probleme mit der Realität. Sie haben immer wieder Visionen und Geister hängen überall herum in der Stadt der Engel. Insofern zeigt Cronenberg wieder einmal eine dystopische Welt, in der Schauspieler von ihren Alpträumen verfolgt werden und sie ein gestörtes Verhältnis zu sich und ihrem Körper haben.
So will Havanna Segrand (Julianne Moore), deren Karriere vor sich hin dümpelt, in einem Biopic unbedingt ihre Mutter, zu der sie keine gute Beziehung hatte, spielen. In ihren Tagträumen wird sie von ihrem Geist verfolgt.
Auch der dreizehnjährige Jungstar Benji Weiss (Evan Bird) sieht Geister. Denn der drogensüchtige, frisch aus der Therapie entlassene Kotzbrocken glaubt, dass alle jüngeren Schauspieler ihm die Show stehlen wollen.
Seine Eltern kümmern sich, abgesehen von seiner Karriere, nicht um ihn. Sie pflegen die Fassade des heilen Familienlebens. Benjis Mutter Cristina (Olivia Williams) managt seine Karriere und damit ihr Einkommen. Sein Vater Stafford (John Cusack) ist ein gut verdienender Selbsthilfeguru mit einer TV-Show, der seine Hollywood-Patienten mit einer Gaga-Therapie therapiert, die – immerhin sind wir in einem Cronenberg-Film – an eine Vergewaltigung, bei der das Opfer Geld dafür bezahlt, erinnert.
Ihre Tochter verleugnen sie so gut, dass anscheinend niemand etwas über sie weiß. Sie wurde einfach vor einigen Jahren aus der Familie ausradiert.
Agatha (Mia Wasikowska), die diese Tochter ist, was wir allerdings erst relativ spät im Film erfahren (bis dahin ist sie nur eine junge, schüchterne Frau mit Verbrennungen), kehrt am Filmanfang aus einer geschlossenen Anstalt (auch das erfahren wir erst sehr spät und noch später erfahren wir, warum sie dort war) vom anderen Ende des Landes in einem Greyhound-Bus nach Hollywood zurück, lässt sich von einem Chaffeur (Robert Pattinson), der natürlich in Hollywood Karriere machen möchte, in einer Nobellimousine wie ein Landei, das zum ersten Mal in Hollywood ist, durch die Stadt kutschieren, steigt dann in einem billigem Motel ab und erhält zufällig eine Arbeit bei Havanna Segrand.
Bei ihren Eltern meldet sie sich nicht. Die erfahren auch nur zufällig, dass ihre Tochter wieder zurück ist.
Gerade am Anfang sieht „Maps to the Stars“ wie eine weitere Satire auf Hollywood auf, die gelungen und mit offensichtlichen Anspielungen an Meisterwerke wie Billy Wilders „Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung“, Robert Altmans „The Player“ oder David Lynchs „Mulholland Drive“ anknüpft. Schon früh bewegt Cronenberg sich allerdings von der Hollywood-Satire weg zu einem Geisterfilm. Plötzlich hängen überall Geister herum und sie erscheinen auch jedem; oft ohne dass ein direkter und konkreter Bezug zu den Taten, Wünschen und Ängsten der Person, die sie sieht, erkennbar ist. Eben diese Beliebigkeit, die eine gute Szene mehr schätzt als eine sinnvolle Gesamtkonstruktion der Geschichte, lässt das Interesse schnell erlahmen. Denn ein irgendwie nachvollziehbarer Ursache-Wirkungszusammenhang ist nicht mehr zu erkennen.
Aber das ist noch nicht die letzte Drehung in dieser Geschichte, die zunächst wie ein Ensemblefilm angelegt ist. Die verschiedenen Plots laufen, ziemlich gewollt, zu einem Porträt einer dysfunktionalen und vollkommen verkorksten Familie zusammen, das allerdings wenig interessiert, weil in dem Moment nur noch ein Anything-goes-Gefühl herrscht. Entsprechend wenig schockierend fallen dann die letzten Enthüllungen der Geheimnisse der Familie Weiss aus.
Sie bestätigen nur den Eindruck, dass Regisseur David Cronenberg und Autor Bruce Wagner („Wild Palms“) nicht wussten, was sie letztendlich erzählen wollten.
Wenn man den Film allerdings als einen surrealen Traum sieht, bei dem nichts wirklich zusammenpasst, bei dem jede Erklärung von dem nächsten Bild sabotiert wird, bei dem man sich nur auf den Augenblick konzentriert, dann entwickelt er sicher ungeahnte Qualitäten.

Maps to the Stars - Plakat - 4

Maps to the Stars (Maps to the Stars, Kanada/USA/Deutschland/Frankreich 2014)
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: Bruce Wagner
mit Julianne Moore, Robert Pattinson, Mia Wasikowska, John Cusack, Evan Bird, Olivia Williams, Sarah Gadon, Carrie Fisher
Länge: 112 Minuten
FSK: ab 16 Jahre

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Maps to the Stars“
Moviepilot über „Maps to the Stars“
Metacritic über „Maps to the Stars“
Rotten Tomatoes über „Maps to the Stars“
Wikipedia über „Maps to the Stars“ 

Meine Besprechung von Marcus Stigleggers “David Cronenberg” (2011)

Meine Besprechung von David Cronenbergs „Cosmopolis“ (Cosmopolis, Frankreich/Kanada 2012)

Die brandaktuelle Pressekonferenz vom Toronto International Film Festival (TIFF)


Neu im Kino/Filmkritik: Philip Seymour Hoffman ist kein „A most wanted man“

September 11, 2014

Auch wenn es noch zwei „Die Tribute von Panem“-Filme mit Philip Seymour Hoffman gibt, ist Anton Corbijns John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ der letzte richtige Film des am 2. Februar 2014 verstorbenen Charakterschauspielers. Denn in dem Film spielt er, der oft prägnante Nebenrollen hatte und großartige Bösewichter spielte, die Hauptrolle: den deutschen Geheimagenten Günther Bachmann, der in Hamburg eine kleine Agenteneinheit leitet. Im Film wird die Einheit nicht genauer spezifiziert. Im Roman ist es, bitte nicht Lachen, die Spezialeinheit Hintergrund des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz. Bachmann will nicht den kurzfristigen Erfolg, sondern die Hintermänner des islamistischen Terrors finden. Als Issa Karpov auftaucht, wittert er seine große Chance.
Karpov, ein über den Hafen illegal eingereister Flüchtling mit deutlichen Spuren von Folter an seinem Körper, will an das Geld von seinem Vater, einem Russen, der nach dem Ende der Sowjetunion Geschäfte mit der russischen Mafia machte und vermögend wurde. Das Geld ist bei einer auf Diskretion bedachten Privatbank.
Bachmann glaubt, dass der Halbtschetschene Karpov mit dem Geld den internationalen Terrorismus fördern will.
Auch andere Geheim- und Sicherheitsdienste und die Amerikaner glauben das. Aber die Ansichten, wie man Karpov behandeln soll, gehen auseinander und schnell erleben wir ein Karussell von Geheimdienstintrigen, in die auch eine junge, idealistische Anwältin und ein älterer Bankierssohn, verwickelt werden, während Karpov immer nur die Projektionsfläche der verschiedenen Dienste bleibt. Denn es gibt absolut keinen handfesten Beweis für die Vermutungen der Agenten.
Das alles ist bester le-Carré, der von „Lantana“-Drehbuchautor Andrew Bovell sparsam von 2008 (Prä-NSA, Prä-NSU) in die Gegenwart (Post-NSA, Post-NSU) übertragen wurde. Wahrscheinlich deshalb wirkt die Geschichte, die politischen Hintergründe und die verwandte Technik etwas anachronistisch. Die Schauspieler sind gut. Neben US-Stars wie Hoffman (dem unumstrittenem Zentrum des Films), Rachel McAdams, Willem Dafoe und Robin Wright, spielen auch deutsche Stars, wie Nina Hoss, Daniel Brühl (der zwar viel Screentime, aber nur ungefähr einen Dialogsatz hat), Rainer Bock und Martin Wuttke, mit. Die Bilder (Kamera: Benoit Delhomme) sind, wie bei Corbijn gewohnt, prächtig. Corbijn war vorher ein bekannter Fotograf und so ist auch jedes Bild von „A most wanted man“ geeignet, als Einzelbild gedruckt zu werden. Es gibt auch einen Bildband zum Film.
Aber diese Bilder von Hamburg erinnern in ihrer Stilisierung immer an das Berlin der achtziger Jahre; jedenfalls wie wir es heute von SW-Fotos kennen. Es sieht nie – obwohl ich schon länger nicht mehr in Hamburg war – wie das heutige Hamburg aus.
Außerdem irritiert in der Originalfassung, dass alle Englisch sprechen. Denn es wird eine deutsche Geschichte erzählt wird, die in Deutschland spielt mit deutschen Charakteren, die in der Realität natürlich in ihrer Landessprache sprechen würden. Bis auf die von Robin Wright gespielte CIA-Mitarbeiterin sind die Hauptcharaktere Deutsche, die in den wichtigen Rollen von US-Amerikanern gespielt werden, und alle reden immer Englisch. Deutsch wird höchstens bei der Getränkebestellung gesprochen. Das fühlt sich dann, jedenfalls für uns Deutsche, schon sehr seltsam an.
Corbijn will, wie schon in seinem vorherigen Film „The American“ (mit George Clooney), nicht thrillen. Er inszeniert deshalb diese Episode aus dem Kampf der Geheimdienste, die wie der Roman abrupt endet, in einem getragenen Tempo, in dem jeder Schauspieler seinen langsam gesprochenen Sätzen hinterherlauscht und es meist eine Kunstpause vor dem nächsten Satz gibt. Das ist als Schauspielerkino nicht ohne Reiz, aber es ist auch teilweise genauso spannend, wie Farbe beim Trocknen zuzusehen.
„A most wanted man“ ist ein Agententhriller der im Ränkespiel der Dienste konsequent jeden Thrill vermeidet und so nicht so gut ist, wie er hätte sein können.

A most wanted man - Plakat

A most wanted man (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014)
Regie: Anton Corbijn
Drehbuch: Andrew Bovell
LV: John le Carré: A most wanted man, 2008 (Marionetten)
mit Philip Seymour Hoffman, Rachel McAdams, Grigoriy Dobrygin, Willem Dafoe, Robin Wright, Homayoun Ershadi, Nina Hoss, Franz Hartwig, Daniel Brühl, Kostja Ullmann, Vicky Krieps, Rainer Bock, Herbert Grönemeyer, Charlotte Schwab, Martin Wuttke
Länge: 122 Minuten
FSK: ab 6 Jahre

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „A most wanted man“
Moviepilot über „A most wanted man“
Metacritic über „A most wanted man“
Rotten Tomatoes über „A most wanted man“
Wikipedia über „A most wanted man“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés „Empfindliche Wahrheit“ (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

John le Carré in der Kriminalakte