Die Jury begründet ihre Wahl so: „Krimis waren in der DDR sehr beliebt und obwohl sie bei den Offiziellen ein ungeliebtes Genre waren, ließ man ihre Veröffentlichung zu. Verbrechen wurden dem Kapitalismus zugeschrieben und kamen im Sozialismus nicht.
Da in den offiziellen Statistiken der DDR kaum Morde verzeichnet wurden, sollten auch die Autoren möglichst auf Morde in den Romanen verzichten, bzw. den Schauplatz notfalls in den Westen verlegen.
Max Annas ‚Morduntersuchungskommission – Der Fall Teo Macamo‘ schließt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung eine Lücke, indem er seinen Roman im letzten Jahrzehnt der DDR ansiedelt. Durch seinen fast protokollarischen Stil unterstreicht er in einer fast objektiv wirkenden Art und Weise, wie die Lebensverhältnisse in der DDR waren und wie die Menschen sich dort auf diese Lebensverhältnisse einstellten. Gewalt gegen Andere scheint hier beinahe die logische Konsequenz.
Mit dem Ermittler Otto Castorp hat er eine Figur geschaffen, deren Welt langsam in sich zusammenfällt, deren baldiges Ende aber noch nicht spürbar ist. Immer wieder muss sich der Leser innerhalb der Geschichte selbst positionieren. Wie hätte man sich selber in dem System verhalten?
Annas bedient sich bei dem historischen und bis heute nicht geklärten Mord an dem Mozambikaner Manuel Diogo, dem der Roman auch gewidmet ist. Er verdeutlicht, dass rassische Verbrechen in der DDR kein Einzelfall waren, aber eben auch kein DDR-Phänomen sind. Vielmehr stellt sich beim Lesen die Frage, wie wir heute mit „Anderen“ umgehen. Damit verleiht Max Annas dem Roman und der Thematik eine enorme Aktualität.“
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger. Pendragon, 586 Seiten, 22 Euro.
9. Tommie Goerz – Meier (Plazierung im Vormonat: 10)
Ars Vivendi, 164 Seiten, 18 Euro.
10. Scott Thornley – Der gute Cop (Plazierung im Vormonat: /)
Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet und Andrea O’Brien. Suhrkamp, 524 Seiten, 16 Euro.
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Ich lese gerade Sam Hawkens „Vermisst“ (Polar Verlag, sehr vielversprechender Anfang). Danach liegen James Ellroys „Jener Sturm“ (Ullstein; sollte schon im Frühjahr erscheinen und wurde dann coronabedingt auf den 14. September verschoben) und Marcie Rendons „Stadt Land raus“ (ariadne, ihr erster Cash-Blackbear-Roman gefiel mir ausnehmend gut) ganz oben auf meinem Zu-lesen-Stapel. Das liegt auch daran, dass sie zuletzt bei mir eingetroffen sind.
Am Ende lese ich dann ein, zwei, drei andere Krimis. Oder diesen in Afrika spielenden Scienc-Fiction-Roman, der es niemals auf diese Bestenliste schaffen wird.
Drehbuch: Aaron Kandell, Jordan Kandell, Davd Branson Smith
LV: Tami Oldham Ashcraft, Susea McGearhart: Red Sky In Mourning: A True Story Of Love, Loss And Survival At Sea, 2002 (Self-publishing 1998)
Spontan entschließt die Rucksacktouristin Tami Oldham (Shailene Woodley) sich, zusammen mit ihrer Urlaubsbekanntschaft Richard Sharp (Sam Claflin) ein Segelboot von Tahiti nach San Diego zu bringen. Während der Fahrt geraten sie in einen Hurrikan. Richard wird schwer verletzt. Das Schiff ist nur noch ein im Pazifik treibendes Wrack. Und Tami, die vom Segeln keine Ahnung hat, muss irgendwie zum nächsten rettenden Ufer gelangen. Das ist zweitausend Seemeilen entfernt.
TV-Premiere. Starkes, auf wahren Ereignissen basierendes Survival-Drama, das Baltasar Kormákur klug zwischen den Zeitebenen springend erzählt.
Jetzt feiert der Film an dem Ort seine Premiere, an den er nicht gehört. Jedenfalls nicht in der Erstauswertung. Denn „Mulan“ ist eindeutig für die Kinoleinwand inszeniert. Aber nachdem Disney sich entschlossen hat, seine neueste Real-Action-Verfilmung nicht im Kino anlaufen zu lassen, werde ich zu den wenigen Menschen gehören, die diesen Film, wenige Tage bevor die Coronavirus-Pandemie unser normales Leben beendete, auf einer großen Leinwand sehen konnte. Und, ja, es war eine sehr große Leinwand in einem sehr großen Kinosaal mit viel Beinfreiheit, bequemen Sitzen, einem guten Blick auf die Leinwand und ohne irgendeine den Filmgenuss störende Ablenkung. Und genau da gehört „Mulan“ mit seinen Massenszenen, seinen Kämpfen und Landschaftsaufnahmen hin.
Aber in fast allen Ländern zeigt Disney „Mulan“ jetzt ausschließlich bei seinem neuen Streamingdienst „Disney+“. In Deutschland kostet der Film zusätzlich zu den normalen Abokosten (aktuell 6,99 Euro/Monat), für den VIP-Zugang, 21,99 Euro. Also insgesamt gut dreißig Euro. Das ist viel Geld für einen Film, aber letztendlich vielleicht doch immer noch günstiger als ein Kinobesuch mit Kindern, Lebensabschnittgefährten, besten Freunden des Kindes, der überdimensionierten Mega-Popcorntüte und den ungesunden Zuckergetränken. Nur das Erlebnis ist kein Kino, sondern Fernsehen. Genaugenommen ist es ein Videoabend mit (oder ohne) Freunde.
Die Geschichte von Mulan ist bekannt. In China ist Mulan eine bekannte Figur, die erstmals in einem Volksgedicht verewigt wurde. Seitdem wurde und wird Mulans Geschichte in verschiedenen Medien immer wieder neu interpretiert. Im Westen ist Mulans Geschichte vor allem aus dem 1998er Disney-Trickfilm „Mulan“ bekannt. Der Film war ein Kritiker- und Publikumserfolg. Jetzt erhielt er die Neubearbeitung, die viele andere Disney-Filme in den letzten Jahren erhielten und die aus finanzieller Sicht durchgehend überzeugte. Aus künstlerischer Sicht nicht unbedingt.
Für die Neuverfilmung als Realfilm engagierte Disney Niki Caro, die Regisseurin von „Whale Rider“ und „Die Frau des Zoodirektors“, die aus Mulans Geschichte eine farbenprächtige Abenteuergeschichte machte.
Als China aus dem Norden von einer mächtigen, scheinbar unbesiegbaren Armee bedroht wird, erlässt der Kaiser (lange vor den Tributen von Panem) ein Dekret nach dem aus jeder Familie ein Mann eingezogen werden soll.
In der glücklich in einem fotogenen Dorf lebenden Familie Hua wäre das Mulans Vater. Er ist ein aus früheren Kriegen geschätzter und geehrter Kämpfer, der jetzt als Bauer lebt und an körperlichen Gebrechen leidet. Der alte Mann würde den Kampf gegen die Invasoren nicht überleben.
Also verkleidet die abenteuerlustige, sportliche und unbekümmerte Mulan sich als Mann und tritt in die kaiserliche Armee ein. Schon in der Ausbildung überzeugt sie durch ihre überragenden Leistungen. Als sie gegen die schwarzgekleideten Invasoren, die dank übernatürliche Hilfe fast unbesiegbar sind, in den Kampf ziehen, erweist Mulan sich schnell als der tapferste und tödlichste Krieger in der gesamten Armee. Denn immer noch wissen Mulans Kampfgefährten nicht, dass Mulan eine Frau ist.
Gedreht wurde „Mulan“ in Neuseeland und China. Regisseurin Caro setzte die prächtigen Landschaften leinwandfüllend in Szene. Die oft scheinbar schwerelosen Kampfszenen wirken auf der großen Leinwand ebenfalls besser. Auch wenn wir sie aus asiatischen Filmen noch müheloser der Schwerkraft trotzend kennen. Und für die vielen Massenszenen wurden schon mal hunderte Statisten engagiert. Dummerweise sind diese Massenszenen Kriegsszenen, in denen Soldaten im Lager trainiert werden und sich verfeindete Armeen unblutig abschlachten.
Und genau hier kommen wir zu den Dingen, die „Mulan“ dann zu einem sehr problematischen und auf ideologischer Ebene reaktionärem Film werden lassen. „Mulan“ erzählt die Geschichte einer Frau, die ihre Träume verwirklicht und am Ende von allen für ihre Leistungen anerkannt wird. Allerdings wird Mulan nur anerkannt, weil sie ihren männlichen Kollegen in jedem Punkt hoffnungslos überlegen ist. Sie wird anerkannt, weil ihre Leistungen besser sind als die der anderen. Sie geht also nicht ihren eigenen Weg, sondern sie erfüllt die Anforderungen, die an Männer gestellt werden besser als die Männer. Das hat mit Emanzipation wenig zu tun.
Noch problematischer wird es durch das Arbeitsfeld, in dem Mulan anerkannt wird. Es geht nicht um sportliche oder intellektuelle Leistungen, sondern es ist das Handwerk des Kriegers. Die Leistung eines Kriegers bemisst sich daran, wie viele Menschen er ermordet. Mulan ist darin sehr gut.
Disney ließ die Schlachten so unblutig inszenieren, dass eine kindgerechte Kinofreigabe niemals gefährdet ist. Trotzdem sind es Massaker, in denen in einem Blutrausch tausende junge Menschen massakriert werden. In einem realistischen Kriegsfilm würden die Soldaten in dem Moment durch einen Matsch aus Blut, Gedärmen, abgeschlagenen Armen, Beinen und Köpfen waten und schreiende und wimmernde junge Männer hören, die gerade auf dem Feld der Ehre verrecken.
Das ist nämlich der nächste hochproblematische Punkt an „Mulan“: wieder einmal wird die Armee zur Schule des Mannes, oder in diesem Fall zur Schule des Menschen, erhoben und das Morden (und Sterben) auf dem Schlachtfeld für das Vaterland ist dann die höchste Ehre.
„Mulan“ transportiert hier eine sehr konservative, reaktionäre Ideologie. Dass das in diesem Fall anhand eines chinesischen Nationalmythos erzählt wird, macht die Sache nicht besser. Nur exotischer.
Mulan (Mulan, USA 2020)
Regie: Niki Caro
Drehbuch: Rick Jaffa, Amanda Silver, Lauren Hynek, Elizabeth Martin (basierend auf dem Gedicht „Hua Mulan”)
mit Yifei Liu, Donnie Yen, Tzi Ma, Jason Scott Lee, Yoson An, Ron Yuan, Rosalind Chao, Nelson Lee, Cheng Pei-Pei, Gong Li, Jet Li
Nur ein kleiner Gefallen (A simple Favor, USA 2018)
Regie: Paul Feig
Drehbuch: Jessica Sharzer
LV: Darcey Bell: A simple Favor, 2017 (Nur ein kleiner Gefallen – A simple Favor)
Die mondäne, so überhaupt nicht in die Vorstadt passende Emily bittet Stephanie, für einige Stunden auf ihren Sohn aufzupassen. Die mustergültige Vorstadtmom Stephanie tut es: Als Emily ihren Sohn nicht abholt, sondern spurlos verschwindet, beginnt sie sie zu suchen und entdeckt so einige Geheimnisse.
TV-Premiere. Äußerst gelungener Drahtseilakt zwischen harmloser Krimikomödie und fiesem Neo-Noir, der gerade weil er so unvereinbare Stile miteinander kombiniert, bis zum Schluss spannend bleibt. Paul Feig inszenierte hier einen Krimi, der auch Alfred Hitchcock ohne den Schatten eines Zweifels gefallen hätte.
Spiel mir das Lied vom Tod (C’era una volta il west, Italien/USA 1968)
Regie: Sergio Leone
Drehbuch: Sergio Leone, Sergio Donati (nach einer Geschichte von Dario Argento, Bernardo Bertulucci und Sergio Leone)
Die Story – Killer Frank will für die Eisenbahn an das Land der Exhure Jill gelangen, während ‚Mundharmonika‘ ihm einen Strich durch die Rechnung macht – ist eher Nebensache gegenüber den von Ennio Morricone untermalten Bildern von Tonino Delli Colli.
Ein Western-Klassiker, der eigentlich auf die große Leinwand gehört.
mit Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards, Frank Wolff, Gabriele Ferzetti, Keenan Wynn, Lionel Stander, Jack Elam, Woody Strode
Am zweiten Samstag im Mai sollte der zehnte Gratis Comic Tag für viel Leben in den spezialisierten Comicgeschäften, normalen Buchläden und Stadtbüchereien (die Comics nicht verkaufen, aber Bildergeschichten verleihen und auch Veranstaltungen über grafische Literatur machen) sorgen. Aber am 9. Mai 2020 stand das Leben still.
Weil in dem Moment die 700.000 Gratis-Comics schon gedruckt waren und nur noch auf ihre Verteilung an 650 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz warteten, war klar, dass es auch dieses Jahr einen Gratis Comic Tag geben wird. Nur wann und in welcher Form war unklar.
Am Ende entschieden die Macher sich für eine Verschiebung des Termins auf den 5. September. An diesem Samstag sollen dann, natürlich unter Beachtung der Hygiene-Auflagen, die Gratis-Comics verteilt werden. Mit begleitenden Aktionen und die Fans dürfen selbstverständlich verkleidet kommen. Dabei sind einige Outfits bekannt-beliebter Comicfiguren, wie Spider-Man, perfekte Kostüme für die Pandemie.
Zum diesjährigen Gratis Comic Tag gibt es 34 verschiedene Hefte, die zeigen, wie vielfältig die Comicwelt ist. Denn Comics sind nicht nur die Bildergeschichten, mit denen man als Kind anfing zu lesen, oder Superheldengeschichten oder, wenn man als Erwachsener wieder einen Comic in die Hand nimmt, „Werner“-Blödeleien (dieses Jahr mit einem Heft dabei). Sondern Comics sind heute auch Geschichten für Erwachsene, die sich mit ihrem Leben beschäftigen. Stilistisch und thematisch ist in der inzwischen schon zehnten Ausgabe des Gratis Comic Tags wieder alles vertreten. Dabei gibt es einige speziell für den Tag zusammengestellte Hefte, einige Hefte, die eine abgeschlossene Geschichte erzählen und für meinen Geschmack zu viele Hefte, die nur den Anfang einer längeren Geschichte erzählen. Sie spekulieren offen darauf, dass das kostenlose Heft zum Kauf der weiteren Hefte führt. Denn, und das ist kein Geheimnis, der Gratis Comic Tag ist auch eine Verkaufsveranstaltung, die Menschen zum Kauf von Comics bewegen soll. In den vergangenen Jahren erzielten die Buchhandlungen an dem Tag hohe Umsätze. Jedes Jahr beteiligten sich mehr Geschäfte und es wurden mehr Hefte gedruckt.
Wer einen Blick auf die Umschläge der 34 Gratis-Hefte wirft, wird viele aus den vorherigen Gratis Comic Tagen bekannte Figuren, Serien und Verlage wieder sehen (selbstverständlich sind die „Horrorschocker“ wieder dabei) und etliche neue Comics und Mangas sehen. Einige, wie der französische Slapstick-Comic „Valerian“ (von René Goscinny und Jean Tabary, die ihren sympathischen Landstreicher durch eine wüste Kriminalgeschichte stolpern lassen) und „Onkel Dagobert und Donald Duck“ (Don Rosas 1987 erschienene Geschichte „Der Sohn der Sonne“ [vielleicht für einige schon keine Kindheitserinnerung mehr]) wecken wohlige Erinnerungen an die Kindheit.
„Blueberry“ ist zwar nicht für Kinder, aber ein Klassiker, der seit über fünfzig Jahren immer wieder neu aufgelegt wird und den guten Ruf des francobelgischen Comics mit begründete. Als Gratis-Comic wird heuer die von Jean ‚Moebius‘ Giraud und Jean-Michael Charlier erzählte Geschichte „Der Sheriff“ präsentiert.
Für Westernfans gibt es außerdem Paolo Eleuteri Serpieris unveröffentlichte Geschichte „Der Bote“. Sie ist Teil der „Serpieri Collection“ und ziemlich düster. Weniger düster ist der erste Auftritt von „Lincoln“. Das liegt aber daran, dass der maulfaule Verbrecher Lincoln in „Auf Teufel komm raus“ ständig schlecht gelaunt ist und Gott und der Teufel mit ihm böse Spiele treiben.
Im Bereich „Comics für Kids“ gibt es außerdem die „Minions“, die von Fußballspieler Cristiano Ronaldo erfundene Serie „Strike Force 7“ (mit dem Fußballer als Helden; naja) und in den Heften „Hallo Justice League“ und „Harley Quinn“ gibt es jeweils drei Leseproben in denen bekannte Superhelden kindgerechte Abenteuer erleben.
Die Superhelden sind auch bei den Erwachsenen vertreten mit „Spider-Man“ (zwei abgeschlossene Geschichten), „Invincible“ (eine neue Serie von „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman) und dem ersten Auftritt der „Teenage Mutant Ninja Turtles“. Der war 1984. Damals waren die Turtles noch kein infantiles Hollywoodabenteuer, sondern tiefster Underground.
Bei den Superhelden gibt es auch bayerische und österreichische Gewächse wie „Tracht Man“ und „Ash Austrian Superheroes“, die für mich dann doch zu sehr in den altbekannten Klamauk gehen, bei dem regionale Befindlichkeiten und Traditionen starkbierig mit Superhelden aufgehübscht werden. Das war mir schon als Jugendlicher zu infantil.
Werke wie das Historienepos „ Die Ilias“ (Teil 1 von 3), „Ein Leben für den Fußball – Die Geschichte von Oskar Rohr“ (ein deutscher Torschützenkönig, der 1932 für den FC Bayern spielte, nach Frankreich ging und später in eine Konzentrationslager interniert wurde; auch hier gibt es leider nur die ersten Seiten) und, ebenfalls nur die ersten Seiten von Pénélope Bagieus Roald-Dahl-Interpretion „Hexen hexen“ sind dann nur der vielversprechende Anfänge.
Auch „Pik As – Die fantastische Detektei“ (die erste Hälfte des ersten Falls, der um die Jahrhundertwende in Paris spielt und in dem eine junge naseweise Frau Detektivin sein möchte und daher mit dem Meisterdetektiv Auguste Dupin ermitteln möchte. Der glaubt allerdings, auf weibliche Hilfe verzichten zu können) und das von Alan Moore initiierte Projekt „Cinema Purgatorio“ fungieren vor allem als Appetitanreger.
Das kann über die höchst vergnügliche „Die Rückkehr auf Land: Das wahre Leben“, in dem Jean-Yves Ferri und Manu Larcenet ihre Stadtflucht humorvoll verarbeiten, nicht gesagt werden. Eine dicke Empfehlung für diesen Comic.
Insgesamt zeigen die 34 Hefte, wie vielfältig die aktuelle Comicwelt ist.
Ein ermordeter Binnenschiffer treibt im Hafenbecken von Duisburg-Ruhrort. Die Kommissare Schimanski und Thanner suchen seinen Mörder.
Der erste Auftritt von Götz George als Horst Schimanski. Damals ein Skandal (Seine Manieren! Seine Sprache! Sein Umgang mit den Dienstvorschriften!), heute ein „Tatort“-Klassiker. Schimanski war schnell der beliebteste „Tatort“-Kommissar, der auch zweimal im Kino ermitteln durfte.
mit Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Michael Lech, Michael Rastl, Brigitte Janner, Max Volkert Martens, Barbara Focke
Auf dem Plakat steht Daniel mit ausbreiteten Armen und einem Rockstar-Kreischen, das ihn sofort zum Leadsänger einer Rockband qualifiziert. Wenn da nicht die tiefkatholische Priesterkluft wäre.
Diese Irritation macht neugierig und sie verrät auch schon viel über den Film, der Gegensätze aufeinanderprallen lässt und die Frage stellt, wie ein Pfarrer sein muss.
Denn Daniel ist kein Heiliger und auch kein verhinderter Rockstar, sondern ein Verbrecher mit einem Hang zum unchristlichen Leben. Im Jugendgefängnis hilft er dann als Messdiener bei den Gottesdiensten. Schon vor dem Beginn der Filmgeschichte erfolgte dabei bei ihm eine Bekehrung. Er würde, nach der Verbüßung seiner Strafe, gerne Priester werden. Aber davor stehen zwei Hürden. Die eine, seine mangelhafte schulische Bildung, könnte er überwinden. Die andere nicht. Denn Vorbestrafte werden nicht zum Priesterseminar und dem darauf folgendem Priesteramt zugelassen.
Nach der Entlassung aus der archaischen Strafanstalt soll er sich am anderen Ende Polens bei dem Besitzer eines Sägewerks melden. Der Unternehmer ist dafür bekannt, ehemaligen Gefangenen eine zweite Chance zu geben. Als Daniel vor dem abseits gelegenem Sägewerk steht, ist er unschlüssig.
Er geht zum nahe gelegenem Dorf in die Kirche. Dort sagt er gegenüber einer Besucherin, er sei Priester und zeigt ihr seine Soutane. Diese kleine Angeberei führt dazu, dass er im Haus des Dorfpfarrers aufgenommen wird. Weil dieser für einige Tage weg muss, vertraut er Daniel das Amt und seine Gläubigen an.
Daniel klärt den Irrtum nicht auf. Am nächsten Tag steht er in der Kirche vor den Gläubigen, die seiner Predigt lauschen wollen. Und mit seine unorthodoxen Predigten und Taten beginnt er das Leben seiner Gemeindemitglieder zu beeinflussen.
Dieses Jahr war Jan Komosas „Corpus Christi“ Polens Kandidat für den prestigeträchtigen Auslandsoscar. Gegen den überragenden Gewinner und großen Abräumer der Oscar-Nacht, Bong Joon Hos „Parasite“, hatte er dann keine Chance. Beim Polnischen Filmpreis sah das ganz anders aus. Dort erhielt das Drama alle wichtigen Preise, wozu die Preise für bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Kamera, beste Haupt- und Nebendarsteller (beide Geschlechter) und der Publikumspreis gehörten. Insgesamt erhielt er elf von fünfzehn möglichen Auszeichnungen. Mit über 1,5 Millionen Zuschauern war er letztes Jahr in Polen ein Kinohit. In den Jahrescharts steht er auf dem achten Platz. Direkt hinter „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“.
Und es fand sich ein deutscher Verleih, der den Film jetzt in unsere Kinos bringt. Damit gehört „Corpus Christi“ zu den wenigen Filmen aus unserem Nachbarland, der bei uns im Kino läuft.
„Corpus Christi“ ist sperrige Kost, die so gar nichts mit den üblichen Blockbuster und Arthaus-Hits zu tun hat. Komosa zeigt eine düstere Welt, in der sich Daniel immer mehr in Schuldgefühle und Schuld verstrickt. Er stochert im großen Trauma des Dorfes – ein nächtlicher Autounfall, bei dem sieben Mitglieder der Dorfgemeinschaft, sechs davon Jugendliche, starben – herum. Er will herausfinden, was damals geschah und er will diese Wunde in der Seele des Dorfes schließen. Mit seinen die Konventionen eines streng reglementierten Gottesdienst sprengenden Predigten und Taten irritiert er die Gläubigen. Es ist eine Irritation, die sie ihr Leben und ihren Glauben neu betrachten lassen.
Er bringt frischen Wind in ein Dorf, das wie ein deutsches Dorf aus den fünfziger Jahren aussieht. Die Dorfgemeinschaft, vor der Daniel predigt, vervollständigt das Bild. Sie erinnert an damalige Gemeinschaften, in denen Autoritäten und die Kirche nicht hinterfragt wurden. Die richtige Kleidung ist der Ausweis für die Kompetenz. Es ist damit auch eine engstirnige Dorfgemeinschaft, in der das Wort des Patriarchen, von dem alle abhängig sind, und der Kirche Gesetz sind. Das ist dann, wenn die Dörfler die Witwe des Verursachers des tödlichen Unfalls zur Aussätzigen erklären und Daniel mit den trauernden Hinterbliebenen der Opfer des Unfalls eine Urschreitherapie ausprobiert, nicht allzu weit von den „Jagdszenen aus Niederbayern“ entfernt.
Komasa zeigt diese uns so seltsam vertraut erscheinende Welt mit einer ruhig beobachtenden Kamera, die oft Aktion und Reaktion in einem Bild zeigt und einfache Antworten vermeidet.
Corpus Christi (Boże Ciało, Polen 2019)
Regie: Jan Komasa
Drehbuch: Mateusz Pacewicz
mit Bartosz Bielena, Eliza Rycembel, Aleksandra Konieczna, Tomasz Zietek, Leszek Lichota, Lukasz Simlat
Aus der Mitte entspringt ein Fluss (A River runs through it, USA 1992)
Regie: Robert Redford
Drehbuch: Richard Friedenberg
LV: Norman MacLean: A River runs through it, 1976 (Aus der Mitte entspringt ein Fluss)
In poetischen Bildern (Philippe Rousselot erhielt dafür einen Oscar) erzählt Robert Redford in seiner dritten Regiearbeit die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die in Montana vor ungefähr hundert Jahren aufwachsen und von ihrem Vater, einem presbyterianischen Pfarrer, zu passionierten Fliegenfischen erzogen werden. Dabei steht das Fliegenfischen für eine bestimmte Geisteshaltung.
„Ein Plädoyer für eine natürliche Ordnung und eine Abkehr von materieller Raffgier. Ein schöner Gegenentwurf zur inhaltsleeren Konsumware Hollywoods.“ (Fischer Film Almanach 1994). Inszeniert von einem Hollywood-Star, mit einem Hollywood-Star am Anfang seiner Karriere in der Hauptrolle.
mit Brad Pitt, Craig Sheffer, Tom Skerritt, Brenda Blethyn, Emily Lloyd
Election Game – Amerikas Wahlsystem in der Krise (Deutschland/USA 2020)
Regie: Jan Schäfer
Drehbuch: Jan Schäfer
In der 45-minütigen Doku geht es um Probleme innerhalb des US-Wahlrechts und Wahlsystems, das vor allem von den Republikanern schamlos zu ihren Gunsten manipuliert wird.
Die Doku ist Teil eines sehr sehenswerten, informativen und langen USA-Abends mit brandneuen und etwas älteren Dokus über die nicht mehr so vereinigten Staaten unter Präsident Trump.
Davor läuft um 18.45 Uhr „Liebe und Sex in den USA – Profit, Prüderie und Polyamorie“ (USA 2019), um 19.30 Uhr „Amerikas neue Gurus – Auf der Suche nach Erleuchtung“ (ebenfalls eine TV-Premiere); danach, um 21.00 Uhr „Trumps schmutziger Deal – Der Präsident und die Ukraine-Affäre“ (Frankreich 2020, noch eine TV-Premiere), um 21.55 Uhr „Macht und Machenschaften USA – Gekaufte Politik“ (Deutschland/USA 2020), um 22.40 Uhr „Bibeltreue Supermacht – Evangelikale in den USA“ (Frankreich 2019), um 23.25 Uhr „Citizen Trump – Eine amerikanische Karriere“ (Frankreich 2019), um 00.10 Uhr „Die Trumps – Aus der Pfalz ins Weiße Haus“ (GB 2017) und, nach einer kurzen „heute journal“-Verschnaufpause, um 01.20 Uhr die spielfilmlange, sehr gelungene Doku „Sex, Trump & Fox News – Aufstieg und Fall des Roger Ailes“.
Als „Die Truman-Show“ im Kino lief, war es Science-Fiction. Aber das war auch, bevor es die TV-Show „Big Brother“ gab und danach erschien „Die Truman Show“ nicht mehr soo abwegig. Denn der titelgebende Truman Burbank wird ständig von Kameras überwacht. Sein Leben ist eine Reality Show mit einem Millionenpublikum. Dummerweise hat Truman davon keine Ahnung. Als eines Tages ein Scheinwerfer vom Himmel fällt, beginnt der Dreißigjährige Fragen zu stellen.
Die grandiose Mediensatire gewann unter anderem einen Hugo.
„ein modernes Märchen mit existentieller Tiefenschärfe (…) ein Filmereignis“ (Fischer Film Almanach 1999)
Die Musik ist von Philip Glass.
mit Jim Carrey, Laura Linney, Noah Emmerich, Natascha McElhone, Peter Krause, Paul Giamatti
Mitten in einer Oktobernacht erschießt Billy Flynn auf einer einsamen Landstraße im ländlichen Florida den jungen Afroamerikaner Derek Willis. Auf den ersten Blick ist Billys Schusswaffeneinsatz während der Routine-Verkehrskontrolle gerechtfertigt gewesen. Immerhin wollte Willis fliegen, neben der Leiche liegt ein Revolver und im Kofferraum des Autos finden sich in einer Nylontasche weitere Schusswaffen. Außerdem gehört das Auto nicht Willis.
Aber Sara Cross, die frühere Freundin von Billy und, nach Billys Meldung in die Zentrale, erste Beamtin am Tatort, fragt sich trotzdem, ob es wirklich so war, wie Billy erzählt. Immerhin ist der zweiundzwanzigjährige Willis bislang ein unbescholtener Bürger, der brav in Newark, New Jersey, an der Universität studiert und eine Familie gründen will. Cross fragt sich, was Willis auf der einsamen Landstraße so weit weg von seiner Heimat gesucht hat.
Währenddessen beauftragt in Newark der Drogenboss Mikey-Mike den Killer Morgan, ihm sein Geld wieder zu besorgen. Denn in Willis‘ Auto sind neben den Waffen 350.000 Dollar versteckt. Mit dem Geld sollten Drogen bezahlt werden. Morgan soll, wenn er schon in Florida ist, auch gleich Billy und Sara töten. Immerhin sind sie die Polizisten, die als erste am Tatort waren, und damit für den Tod seines Kuriers verantwortlich sind.
Auf dem Cover von „Zum Greifen nah“ steht „Sara-Cross-Krimi“. Das erweckt den Eindruck, dass es sich um den Auftakt einer Serie handelt. Dabei ist „Zum Greifen nah“ ein Einzelroman. Die alleinerziehende Cross ist nur die Protagonistin von diesem Krimi, den Wallace Stroby genauso schnörkellos wie seine vier Romane um die Profieinbrecherin Crissa Stone erzählt. Nur dass dieses Mal, wie man es aus den Romanen von George Pelecanos kennt, Musik und damit verbundene popkulturelle Referenzen eine wichtige Rolle spielen. Besonders Morgan achtet immer auf den richtigen Soundtrack. Die Story selbst läuft, mit kleinen Überraschungen geradlinig auf das finale Duell zwischen Morgan und Sara Cross hinaus.
Bis es dazu kommt, steigt in Hopedale die Mordrate kräftig.
Für die Hardboiled-Fans ist „Zum Greifen nah“ ein echter Pageturner, der für seine Story nicht allzu viele Seiten und Worte benötigt.
Hoffentlich entschließt der Pendragon-Verlag sich noch, die anderen Romane von Wallace Stroby zu übersetzen. Im Moment sind nämlich keine weiteren Übersetzungen geplant. Bis dahin kann man die schon übersetzten Crissa-Stone-Gangsterromane lesen. Die Reihenfolge ist egal. Sie sind als zeitgemäßes, menschliches Update von Richard Starks Parker eine ausgezeichnete, spannende und sehr kurzweilige Lektüre.
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Wallace Stroby: Zum Greifen nah
(übersetzt von Bernd Gockel)
Pendragon, 2020
360 Seiten
18 Euro
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Originalausgabe
Gone ‚til November
Minotaur Books/St. Martin’s Press, 2010
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Die bisherigen Verbrechen des Herrn Stroby
Harry Rane
1. The Barbed-Wire Kiss (2003)
2. The Heartbreak Lounge (2005)
Crissa Stone
1. Kalter Schuss ins Herz (Cold Shot to the Heart, 2011)
2. Geld ist nicht genug (Kings of Midnight, 2012)
3. Fast ein guter Plan (Shoot the Woman First, 2013)
Christian Wolff (Ben Affleck) ist Autist, Chef von „ZZZ Accounting“ und Kreditberater. Außerdem ist das auf seine Aufgaben fokussierte Mathegenie der Buchprüfer für verschiedene Verbrecherkartelle.
Für Living Robotics, einer Firma die auch Prothesen herstellt, soll er die Bücher prüfen. Ein hundertprozentig legaler Auftrag, der ihn in Teufels Küche bringt. Jetzt werden seine Fähigkeiten als Auftragskiller benötigt.
Wenn man darüber hinwegsieht, dass „The Accountant“ Humbug ist, ist Gavin O’Conner ein angenehm altmodischer Gangsterfilm gelungen, der seine Geschichte etwas intelligenter als erwartet zusammenfügt.
mit Ben Affleck, Anna Kendrick, J. K. Simmons, Jon Bernthal, Jean Smart, Cynthia Addai-Robinson, Jeffrey Tambor, John Lithgow, Rob Treveiler, Andy Umber, Ron Prather, Susan Williams
Auf dem Cover wird Ulrike Blatters neues Buch „Töchter des Todes“ „Roman“ genannt und auch im Klappentext steht „Roman“, obwohl es um einen islamistischen Anschlag in dem nah an der Grenze zur Schweiz liegendem Ort Taufingen geht und eine der Töchter der Stadt, die seit kurzem als Kämpferin für den Islamischen Staat aus dem Kalifat hetzerische Videos postet, in den Anschlag verwickelt ist.
Aber dann interessiert die Krimiautorin Blatter sich nicht für den Krimiplot. Den erzählt sie fast ausschließlich über einige, im Roman verstreute Zeitungsartikel. Bei ihr stehen dieses Mal die Menschen im Mittelpunkt der Geschichte, die das Geschehen nur vom Rand beobachten. Aylin, Jordan, Kristina und Stefanie dürfen die Geschichte erzählen. Die fünfte Erzählstimme gehört einer Frau, die Star genannt wird, im Kalifat lebt und von dort flüchten möchte. Wie Stars Geschichte mit den Ereignissen in Taufingen zusammen hängt, wird erst am Ende des Romans deutlich.
Von den Erzählerinnen ist Aylin Hodzic sicherlich die wichtigste Erzählerin. Sie ist die jüngere Schwester von Semina. Ihre Eltern flüchteten in den neunziger Jahren aus Bosnien nach Deutschland. Semina ist nach Aylins Ansicht die am besten angepasste Migrantin, die man sich vorstellen kann. Zum Sozialpädagogikstudium geht sie nach Köln, schließt sich dem Islamischen Staat an, reist in das Kampfgebiet, postet IS-Videos und verübt jetzt, während des Solidaritäts- und Bürgerfest, in Taufingen in der Metzgerei ein Selbstmordattentat. Jedenfalls gehen die Polizei, die Medien und die Öffentlichkeit sofort davon aus. Aylin will dagegen nicht glauben, dass ihre weltliche Schwester zur Terroristin wurde. Aylin hat gerade Abitur gemacht und sich jetzt in den einige Jahre älteren Jordan verliebt. Er ist ihre erste große Liebe.
Jordan studiert Theaterpädagogik und macht ein Praktikum an Aylins Schule. Dort leitet er, nachdem die Leiterin der Theater-AG erkrankte, einen Theaterworkshop zum Thema „Deine Menschenrechte – Meine Träume“. Aylin hilft bei dem Projekt mit.
Kristina ist Aylins Mutter und arbeitet im Kindergarten. Und Stefanie ist die rechte Hand des Baudezernenten. Sie ist schon seit Ewigkeiten mit Kristina und ihrer Familie befreundet. Außerdem ist Aylin die Babysitterin von ihrem Sohn Tim.
Durch sie und ihr Umfeld entsteht ein Porträt des linksliberalen Bürgertums von Taufingen, ihren Befindlichkeiten und Problemen. Und des Lebens in einer sehr gewöhnlichen Kleinstadt und wie sich durch von außen kommende Ereignisse und Stimmungen verändert. Den Fortgang der Ermittlungen erfahren sie (und wir) aus der Zeitung.
„Töchter des Todes“ ist ein Kleinstadtporträt, das den Thrillerplot als MacGuffin benutzt, und davon erzählt, welche Auswirkungen ein Verdacht auf die Familie und die Bekannten der Täterin haben kann. Diese ist in „Töchter des Todes“, abgesehen von kryptischen Textnachrichten abwesend. Die von Blatter gewählte Perspektive, die genaugenommen eine Komposition aus fünf Ich-Erzähler*innen ist, eröffnet einen neue Sicht auf eine vertraute Geschichte.
Und, ja, am Ende gibt es einige Überraschungen. Denn der Gesellschaftsroman ist auch ein Kriminalroman; nur halt kein Kriminalroman im vertrauten „Tatort“-Format. Und das ist gut so.
Harold ist 19 Jahr alt und hat keine Lust zu leben. Da trifft er bei einer Beerdigung die 79-jährige Maude, die immer noch ein fröhlich Regeln missachtendes Energiebündel ist. Harold verliebt sich in Maude.
Immer wieder gern gesehener Kultfilm!
Mit der Musik von Cat Stevens.
Mit Bud Cort, Ruth Gordon, Vivian Pickles, Cyril Cusack, Charles Tyner, Ellen Geer
Nick Dunnes Ehefrau Amy ist spurlos verschwunden. Noch während er sich in der Öffentlichkeit als besorgter, seine Frau innig liebender Ehemann inszeniert, taucht Amys Tagebuch auf, das eine ganz andere Geschichte ihrer Ehe erzählt.
Finchers bislang letzter Kinofilm (seitdem arbeitete er für den kleinen Bildschirm): ein hübscher Noir über das Lieben und Morden glückliche verheirateter Thirty-Somethings.
mit Ben Affleck, Rosamund Pike, Neil Patrick Harris, Tyler Perry, Carrie Coon, Kim Dickens, Patrick Fugit, David Clennon, Lisa Banes, Missi Pyle, Emily Ratajkowski, Casey Wilson, Sela Ward
Henri Charrière, genannt Papillon, wird 1931 zu lebenslanger Strafarbeit in der Strafkolonie Bagno auf der Teufelsinsel Cayenne in Französisch-Guayana verurteilt. Er soll einen Zuhälter ermordet haben. Kaum angekommen, denkt Papillon nur an eine scheinbar unmögliche Flucht.
Tolle Verfilmung der beeindruckenden und höchst erfolgreichen Autobiographie von Charrière. Das Nachfolgewerk „Banco“ war dann mehr episodisch.
Mit Steve McQueen, Dustin Hoffman, Dalton Trumbo (Nebenrolle)