Wer überlegt, wie er seine Weihnachtsgechenke sinnvoll anlegt, kann sich die unlängst erschienene, sehr ins Detail gehende Entstehungsgeschichte von „Alien“ und „Aliens“ zulegen (natürlich nur, wenn er sich für Filmgeschichte interessiert oder Fan der „Alien“-Filme ist), oder in der Januar-Krimibestenliste, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur, stöbern:
1 (–) Robert Galbraith: Das strömende Grab
Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz
Blanvalet, 1292 Seiten, 29,90 Euro
–
2 (5) Uta-Maria Heim: Tanz oder stirb
Gmeiner, 283 Seiten, 14 Euro
–
3 (–) Robert Brack: Schwarzer Oktober
Edition Nautilus, 158 Seiten, 16 Euro
–
4 (1) Regina Nössler: Kellerassel
Konkursbuch, 344 Seiten, 12,90 Euro
–
5 (–) S. A. Cosby: Der letzte Wolf
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
ars vivvendi, 383 Seiten, 24 Euro
–
6 (3) Pascal Garnier: Der Beifahrer
Aus dem Französischen von Felix Mayer
Septime, 139 Seiten, 20 Euro
–
7 (6) Monika Geier: Antoniusfeuer
Ariadne im Argumentverlag
432 Seiten, 24 Euro
–
8 (9) Frank Göhre: Harter Fall
CulturBooks, 163 Seiten, 17 Euro
–
9 (–) Doug Johnstone: Eingefroren
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
Polar, 393 Seiten, 26 Euro
–
10 (7) Gianrico Carofiglio: Groll
Aus dem Italienischen von Verena von Koskull
Folio, 239 Seiten, 25 Euro
–
In ( ) steht die Platzierung vom Vormonat.
–
1292 Seiten für einen Kriminalroman. Da sind sogar seitenstarke Literaturklassiker dünner. Oder anders gesagt: einmal Galbraith (aka J. K. Rowling) lesen oder die Plätze 2 bis 6 auf dieser Liste.
Face/Off – Im Körper des Feindes (Face/Off, USA 1997)
Regie: John Woo
Drehbuch: Mike Werb, Mike Colleary
FBI-Cop Sean Archer kann den Terroristen Castor Troy verhaften. Naja, fast. Denn Castor liegt jetzt im Koma und niemand weiß, wo in Los Angeles die von Castor deponierte Atombombe ist. Also lässt Archer sich auf eine gefährliche und geheime Operation ein: er nimmt das Gesicht von Troy an und schleicht sich in dessen Bande ein. Dummerweise erwacht Castor aus dem Koma und er beginnt Archer zu verfolgen. Mit der gesamten Polizei als willige Helfer. Denn für sie ist der böse Terrorist jetzt der tapfere Kollege Archer.
Grandioser Actionfilm von John Woo auf dem Höhepunkt seiner Hollywood-Karriere. Und das Spiel von John Travolta und Nicolas Cage als Feinde, die ihre Identität wechseln, ist ein großer Spaß.
„Eine faszinierende, atemberaubende Symphonie – virtuos von John Woo komponiert und dirigiert. (…) Hervorragend.“ (Fischer Film Almanach 1998)
mit John Travolta, Nicolas Cage, Alessandro Nivola, Gina Gershon, Dominique Swann, Nick Cassavetes, Colm Feore, CCH Pounder
Wiederholung: Mittwoch, 10. Januar, 01.15 Uhr (Taggenau! – Und dann mit Sicherheit ungekürtz. Der Film ist nämlich ‚frei ab 16 Jahre‘.)
Fotograf Jeffries liegt mit einem gebrochenen Bein in seinem Hinterhofzimmer und beobachtet gelangweilt seine Nachbarn. Eines Tages glaubt er, Mr. Thorwald habe seine Frau umgebracht. Aber wie kann er es beweisen?
Ein Meisterwerk. Ein perfekter Film über Männer und Frauen, über alle Facetten des Zusammenlebens (eigentlich der Unmöglichkeit des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau) und über Voyeure – gedreht in einem einzigen Studio (der gesamte Hinterhof wurde dort „funktionsfähig“ nachgebildet) aus einer einzigen Perspektive (wir sind mit James Stewart in seinem Zimmer gefangen).
Mit James Stewart, Grace Kelly, Thelma Ritter, Raymond Burr
Und wieder verliebt Michael Douglas sich in die falsche Frau:
RBB, 23.30
Eine verhängnisvolle Affäre (Fatal Attraction, USA 1987)
Regie: Adrian Lyne
Drehbuch: James Dearden
Der New Yorker Anwalt Dan Gallagher ist glücklich verheiratet. Als seine Familie für ein Wochenende die Stadt verlässt, lernt er Alex Forrest kennen. Für ihn ist sie nur ein Seitensprung. Aber sie will mehr und drängt sich in sein Leben.
Erfolgreicher Thriller über die grausamen Strafen, die auf böse Taten, wie außerehelichen Sex, folgen und wie die bürgerliche Kleinfamilie bewahrt werden kann.
mit Michael Douglas, Glenn Close, Anne Archer, Ellen Hamilton Latzen, Stuart Pankin
Seinen Rückzug hat Hayao Miyazaki bereits öfter angekündigt. Und hat dann einen weiteren Film gemacht. Trotzdem könnte es dieses Mal stimmen. Schließlich ist er 83 Jahre und die Produktion seines aktuellen Films hat sieben Jahre (vier Jahre länger als ursprünglich geplant) gedauert. Ein Grund war, dass für diesen Animationsfilm zugunsten von Handzeichnungen auf Computertechnik weitgehend verzichtet wurde. Natürlich verzichtet das produzierende Studio Ghibli, die weltweit erfolgreiche und bewunderte japanischen Antwort auf Walt Disney, nicht vollkommen auf Computer. Aber die klassiche Animation wird gepflegt und das sieht man in den Bildern von Hayao Miyazakis neuem Film „Der Junge und der Reiher.“
Die Geschichte spielt während des Zweiten Weltkriegs. Bei einem Luftangriff auf Tokio verliert der elfjährige Mahito seine Mutter. Er wird zu seinem Vater aufs Land geschickt. Dort kommt er in einem alten Herrenhaus, das sich auf einem riesigen Landgut befindet, unter. Für einen Jungen ist das die ideale Gegend für einsame Streifzüge an verbotene Ort und damit verbundener Abenteuer. Wenn da nicht seine alles überwältigende Trauer über den Verlust seiner geliebten Mutter und ein sprechender Graureiher, der ihn anscheinend auf Schritt und Tritt begleitet und nervt, wären.
Eines Tages entdeckt er eine verfallene Turmruine. Als er sie betritt, betritt er, wie Alice in „Alice im Wunderland“, eine andere Welt. Der Graureiher begleitet ihn als Reiseführer mit unklarer Agenda in diese Welt, in der Mahito sich mit seinen Gefühlen und Wünschen auseinandersetzen muss.
Miyazaki, der für seinen Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ 2002 auf der Berlinale den Goldenen Bären und später auch den Oscar für den besten Animationsfilm erhielt, lässt in Mahitos Geschichte auch einige Details aus seiner Biographie einfließen. Das ist insofern ungewöhnlich, weil er das sonst nicht tut. Andererseits sind diese biographischen Details eher beliebig. So zog seine Familie während des Krieges aus der Stadt aufs Land. Sein Vater arbeitete ebenfalls in einer Fabrik, die Teile für Kampfflugzeuge herstellte. Mahito soll dem jungen Miyazaki ähneln. Allerdings wurde Miyazaki erst 1941 geboren und seine Mutter überlebte den Krieg um viele Jahre. Sie starb 1983.
Das gesagt, ändert das nichts daran, dass die Geschichte von „Der Junge und der Reiher“ persönlich und zugleich universell ist. Es geht um Trauer, Verlust und das Erwachsenwerden. Das erzählt Miyazaki ausufernd und mit vielen Anspielungen, die ohne Erklärungen wahrscheinlich nur mit der japanischen Kultur gut vertrautes Publikum versteht, in einer wunderschön gezeichneten fantastischen Welt.
In Japan, wo der Film ohne eine große Werbekampagne anlief, hatte er den besten Start eines Ghibli-Films. Auch in Frankreich und den USA war der Film in der Startwoche auf dem ersten Platz.
Und Hayao Miyazaki scheint seinen Ruhestand so zu genießen, dass er jeden Tag in sein Studio-Ghibli-Büro geht und Ideen für seinen nächsten Film aufschreibt.
Der Junge und der Reiher (Kimitachi wa Do Ikiru ka, Japan 2023)
Regie: Hayao Miyazaki
Drehbuch: Hayao Miyazaki
Länge: 124 Minuten
FSK: ab 12 Jahre (mit Eltern ab 6 Jahre – wobei ich die FSK-12 für sehr nachvollziehbar halte)
Internationaler Titel: The Boy and the Heron
–
Lektüretipp
Wer mehr über das Studio Ghibli und seine bisherigen Filme, die ausführlich vorgestellt werden, werden, sollte sich das informative Buch von Michael Leader und Jake Cunningham besorgen.
Michael Leader/Jake Cunningham: Ghibliothek – Der inoffizielle Guide zu den Filmen von Studio Ghibli
San Francisco: Detective Nick Curran (Michael Douglas) soll den Mord an einem ehemaligen Rockmusiker aufklären. Die Hauptverdächtige ist Catherine Tramell (Sharon Stone), Bestsellerautorin von blutigen Sensationsthrillern. Während seiner Ermittlungen verliebt Curran sich in sie.
Der Plot ist 08/15-Noir-Ware. Aber wie Paul Verhoeven das inszeniert und wie er dabei im Rahmen eines Mainstream-Thrillers auf die Skandal- und Sensationslust des notorisch prüden US-amerikanischen Publikums spekuliert, ist große Kunst.
Damals war der Erotikthriller vor allem in den USA ein heftig umstrittener Kinohit und der Beginn einer Welle zahlreicher, bis auf wenige Ausnahmen, schlechterer Erotikthriller.
Heute ist „Basic Instinct“ ein Klassiker.
Mit Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Denis Arndt, Jeanne Tripplehorn
Emma Brackett (Kaley Cuoco) ist eine glücklich verheiratete Mutter von zwei Kindern und Profikillerin. Ihr Mann Dave (David Oyelowo) und ihre Kinder wissen das nicht. Sie glauben, dass Emma eine von den vielen Reisen gestresste Firmen-Beraterin ist, die auch mal den Hochzeitstag vergisst.
Die Feier soll in einem noblen Hotel in New York nachgeholt werden. Und um den Abend etwas peppiger zu gestalten, tun Emma und Dave so, als ob sie sich zufällig an der Hotelbar begegnen würden. Bevor Dave mit Emma extrem unbeholfen flirten kann, wird sie von einem älteren Mann (Bill Nighy) angesprochen. Er, Bob Kitterman (bzw. Kellerman), ist allerdings kein harmlos-nerviger Handelsreisender, sondern wie Emma ein Profikiller. Er will sie töten und so ein auf sie ausgesetztes Kopfgeld einstreichen.
Emma ist schneller. Und Bill Nighy verabschiedet sich in dem Moment aus dem Film.
Wenige Stunden später, nach einem Blick auf die Überwachungskameras und einem Gespräch mit dem Barkeeper, interessieren sich die New Yorker Polizei und höherrangige Behörden für Emma und Dave. In dem Moment ist Emma auf der Suche nach Antworten bereits in Richtung Berlin verschwunden.
Das könnte das Set-up für eine locker-flockige Actionkomödie sein, die möglicherweise auch einige ernstere Themen anspricht oder, wie Taika Waititi in seinem ebenfalls heute angelaufenem Feelgood-Sportfilm „Next Goal wins“, in einer Metaebene Genreklischees selbstironisch behandelt.
Könnte.
Denn „Role Play“, inszeniert von Thomas Vincent (u. a. einige Folgen der Serien „Bodyguard“ und „Reacher“) nach einem Drehbuch von Seth Owen (u. a. „Das Morgan Projekt“), ist ein Film, der sich nie entscheiden kann, ob er eine Komödie oder ein Thriller sein will. Unentschlossen pendelt er zwischen beiden Genres und findet niemals, oft noch nicht einmal innerhalb einer Szene, einen auch nur halbwegs einheitlichen Erzählton. Außér wir halten Witze, die nicht witzig sind und Spannungsmomente, die nicht spannend sind, für einen einheitlichen Erzählton. Die Action reicht nie über TV-Serienniveau hinaus. Und die Story ist eine vergessenswerte, wenig bis überhaupt nicht durchdachte Ansammlung vertrauter und schon lange nicht mehr ernst zu nehmender Plotelemente, über die ich hier kein weiteres Wort verlieren möchte. Das wären ja Spoiler.
Berlin und Brandenburg sind eine beliebig austauschbare Kulisse. Immerhin wurde der Film vor Ort gedreht.
Role Play (Role Play, USA/Frankreich/Deutschland 2023)
Regie: Thomas Vincent
Drehbuch: Seth Owen
mit Kaley Cuoco, David Oyelowo, Bill Nighy, Connie Nielsen, Rudi Dharmalingam
Nach einem cholerischen Anfall während eines Spiels haben Thomas Rongens Arbeitgeber genug. Sie entlassen den Trainer. Er ist untragbar und spätestens nach einem Blick auf die Aufzeichnung von seinem jüngsten Anfall will niemand mehr den Irren einstellen. Bis auf die Nationalmannschaft von Amerikanisch-Samoa. Die im südlichen Pazifik liegende Inselgruppe ist ein Außengebiet der USA. Die Mannschaft steht auf der FIFA-Rangliste seit Ewigkeiten auf dem letzten Platz. 2001 stellten sie beim Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft einen desaströsen Rekord auf. Ihr Gegner Australien schoss während des Spiels 31 Tore und stellte damit den Weltrekord für den höchsten Sieg in einem Fußballländerspiel auf.
Zehn Jahre später hat sich für die Mannschaft von Amerikanisch-Samoa nichts geändert. Sie stehen immer noch auf dem letzten Platz und sie schießen immer noch keine Tore. Rongen soll das ändern. Als er die Mannschaft sieht, ist er schockiert. Es ist eine Gruppe hoffnungsloser Amateure, die begeistert spielt, aber nicht unbedingt gewinnen möchte.
Die Idee für den Film hatte Taika Waititi schon vor fast zehn Jahren als er die 2014 entstandene Doku „Next Goal wins“ sah. Sie erzählt die Geschichte der Fußballmannschaft von Amerikanisch-Samoa, ihrem Trainer Thomas Rongen und wie es ihnen gelangt, den letzten Platz auf der FIFA-Rangliste zu verlassen. Das war eine herzerwärmende Geschichte, die ein gutes Fundament für einen komischen Feelgood-Film bot. Bis es dann zu den Dreharbeiten und dem jetzt fertigen Film „Next Goal wins“ kam, vergingen einige Jahre. Waititi und sein Co-Drehbuchautor Iain Morris interessierten sich nicht für eine faktengetreue Nacherzählung des Dokumentarfilms und der wahren Geschichte; – wer sich dafür interessiert, sollte sich die spielfilmlange Doku ansehen. Sie ließen sich von der wahren Geschichte inspirieren und fantasierten munter drauflos.
Trotzdem entspricht die Figur, die auf den ersten Blick wie eine sich an den Zeitgeist anbiedernde Modernisierung wirkt, der Realität. Jaiyah Saelua ist eine Faʻafafine; ein in der samoanischen Kultur breit akzeptiertes soziales Geschlecht zwischen Mann und Frau. Sie spielte damals in der Mannschaft mit und wollte als Frau angesprochen werden. Saelua war die erste transsexuelle Spielerin in einem FIFA-Qualifikationsspiel für eine Weltmeisterschaft. Nach den im Film geschilderten Ereignissen spielte sie weiter Fußball und wurde zur FIFA-Botschafterin.
„Next Goal wins“ ist sicher Waititis konventionellster Film. Er gibt sich damit zufrieden, die Konventionen eines Feelgood-Films, in dem ein Underdog (in diesem Fall ist der Underdog eine ganze Fußballmannschaft) einen für unmöglich gehaltenen Sieg erringt, zu befolgen. Dabei ironisiert er die Klischees dieser Feelgood-Sportfilme ein wenig. Das gefällt, unterhält kurzweilig, aber auch überraschungsfrei.
Das Ergebnis ist ein zur Toleranz und Akzeptanz aufrufender, altmodischer Feelgood-Film, der tief in den Klischees über das Leben auf einer malerischen Südsee-Insel badet. Die Einwohner von Amerikanisch-Samoa sind so leger und gewitzt, dass sie dem Stinkstiefel Rongen mehr als eine Lektion erteilen. Und für einen Witz hat Waititi immer Zeit.
Next Goal wins (Next Goal wins, USA 2023)
Regie: Taika Waititi
Drehbuch: Taika Waititi, Iain Morris
mit Michael Fassbender, Oscar Kightley, Kaimana, David Fane, Rachel House, Boulah Koale, Uli Latukefu, Taika Waititi, Will Arnett, Elisabeth Moss
1959 trifft Priscilla Beaulieu in Deutschland auf einer US-Militärbasis Elvis Presley. Der 24-jährige Weltstar musste für seinen zweijährigen Militärdienst seine gut laufende Karriere als Musiker unterbrechen. Sie ist vierzehn Jahre und, wie viele Teenager, über beide Ohren verliebt in den Rockmusiker. Vor allem nachdem der an Einsamkeit und Heimweh leidende, feinfühlige und sehr höfliche Musiker sich für sie interessiert.
Ihre Eltern sind zunächst skeptisch, aber nachdem Elvis ihnen verspricht, auf Priscilla aufzupassen, darf sie ihn abends begleiten. Nach dem Ende seines Militärdienstes halten sie weiter Kontakt. 1963 zieht die siebzehnjährige Schülerin, mit dem Einverständnis ihrer Eltern, zu Elvis nach Graceland. Elvis hat ihnen versprochen, Priscilla zu heiraten, sobald sie volljährig ist. 1967 heiraten sie. Ihre 2023 verstorbene Tochter Lisa Marie Presley kommt neun Monate nach der Hochzeitsnacht auf die Welt. 1972 trennen Elvis und Priscilla Presley sich. Ein Jahr später erfolgt die Scheidung.
Das sind die historisch verbürgten, allgemein bekannten Eckpunkte, die auch den Rahmen für Sofia Coppolas neuen Film „Priscilla“ liefern. Und die sie zu einer weiteren Studie in Ennui benutzt.
Elvis hängt zwar manchmal zwischen Konzerten und Filmdrehs mit seinen Freunden in Graceland ab, aber in Coppolas Film ist er nur eine Nebenfigur. Im Zentrum steht Priscilla, die sich in Graceland langweilt, alleine ist und melancholisch aus dem Fenster starrt. Sie ist eine Quasi-Gefangene. Sie macht Hausaufgaben, während unten gefeiert wird. Sie erträgt in ihren Privatgemächern die wechselnden Launen von Elvis. Mal ist er herrisch, mal liebevoll, mal wissbegierig.
Dazu präsentiert Coppola Rocksongs, die zu Priscillas Gefühlen passen. Auch wenn die Songs erst später veröffentlicht wurden. Einige Cover-Versionen von Elvis-Presley-Songs sind auch dabei. Diesen freimütigen Umgang mit der Musik praktizierte sie erstmals in ihrem Biopic „Marie Antoinette“. In dem im 18. Jahrhundert in Versailles spielendem Historiendrama kommentieren moderne, teils bekannte Rocksongs die Handlung. Das funktioniert überraschend gut und wurde seitdem von anderen Regisseuren kopiert. Zum Beispiel zuletzt von Frauke Finsterwalder in ihrem Kaiserin-Sisi-Film „Sisi & Ich“.
In „Priscilla“ wurde ihr dieser Schritt von den Rechteinhabern der Elvis-Presley-Songs aufgezwungen. Sie verweigerten ihr die Benutzung und zwangen sie zu der jetzt zu hörenden Musikauswahl. Ihr Mann Thomas Mars und seine Indie-Rockband Phoenix waren für die Songauswahl und Teile der Filmmusik verantwortlich.
Auch sonst bewegt Sofia Coppola sich in „Priscilla“ mit vertrauten Stilmitteln auf vertrautem Terrain. Wieder, wie vor allem in „Lost in Translation“, „Somewhere“ und, mit Einschränkungen, „Die Verführten“ (The Beguiled), vermittelt sie überzeugend das Gefühl, das ihre Protagonistin in einem ereignislosen Warte- und Schwebezustand sind. Priscilla lernt Elvis als Kind kennen und verlässt ihn vierzehn Jahre später als Frau, die die Welt außerhalb ihres goldenen Käfigs nicht kennt. Dazwischen wartet sie auf ihren ständig abwesenden Mann.
Coppola inszeniert diese Ereignislosigkeit sehr gut, aber auch mit einem Hang zur gepflegten Langeweile. Die farbentsättigten Bilder gefallen, die Ausstattung ist stimmig, die Schauspieler sind gut, die Musik ist wohlig vertraut, die Story plätschert vor sich hin. Wenn Priscilla am Filmende Elvis und Graceland verlässt, passiert das weniger wegen eines bestimmten Ereignisses, sondern weil Elvis‘ Verhalten in dem Moment der berühmte letzte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es ist der Moment, in dem sie sich sagt, dass der Rest ihres Lebens anders sein soll.
Wer dagegen mehr über Priscilla Presley oder Einzelheiten über ihre Beziehung erfahren möchte, muss andere Filme und Bücher, wie Priscilla Presleys Biographie, auf der Coppolas Film lose basiert, studieren.
Priscilla(Priscilla, USA 2023)
Regie: Sofia Coppola
Drehbuch: Sofia Coppola
LV: Priscilla Presley: Elvis and Me, 1985 (Elvis und ich)
mit Cailee Spaeny, Jacob Elordi, Ari Cohen, Dagmara Domińczyk, Tim Post, Lynne Griffin
A bigger Splash (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015)
Regie: Luca Guadagnino
Drehbuch: David Kajganich
Die Rockmusikerin Marianne (Tilda Swinton) und ihr Freund Paul (Matthias Schoenaerts) wollen auf der italienischen Insel Pantelleria einige ruhige Tage verbringen. Als ihr Ex-Freund Harry (Ralph Fiennes) und seine Tochter Penelope (Dakota Johnson) bei ihnen auftauchen, ist in dem einsam gelegenem Haus mit der Ruhe vorbei.
In der Krimibestenliste wird der Agententhriller als „Meisterwerk des deutschen John le Carré“ abgefeiert. Das ist so werbewirksam, wie falsch. Denn beim Lesen dachte ich fast nie an John le Carré. Aber weil alle John le Carré kennen, wird jeder Spionageroman, der sich um einen realistischen Anstrich als ein James-Bond-Kinoabenteuer bemüht und jeder Autor, der auf einem gewissen Niveau über Agenten schreibt, mit John le Carré verglichen.
Im Mittelpunkt von Andreas Pflügers neuem Agentenroman steht die junge BND-Agentin Nina Winter, Deckname Elsa Opel. 1983 soll sie in Berlin auf der Glienicker Brücker bei einem Agentenaustausch dabei sein. Nur sie kann die Identität von Rem Kukura, Deckname Pilger, bestätigen.
Während des Austauschs wird ein Anschlag verübt. Winter landet in der Spree – und Andreas Pflüger springt drei Jahre zurück zu dem Moment, als Nina Winter den Auftrag erhält nach Moskau zu gehen und den hochrangigen KGB-Offizier Rem Kukura zu kontaktieren. Dieser war für den deutschen Geheimdienst in den vergangenen sieben Jahren eine wichtige und sehr geheime Quelle. Zuletzt hat der BND vor drei Monaten von ihm gehört. Auch Kukuras Verbindungsführer ist spurlos verschwunden. Vier Tage bevor Winter den Auftrag erhält, nach Moskau zu fliegen, warf Kukura in den Briefkasten einer Schreibkraft der deutschen Botschaft einen Zettel. Auf den Zettel hatte er ein Zitat geschrieben, das vom BND als sein Wunsch interpretiert wird, Winter als künftige Kontaktperson zu haben.
Und viel mehr soll hier über den Plot nicht verraten werden. Denn Pflüger erzählt die Geschichte weitgehend chronologisch und sehr detailreich. Entsprechend langsam entwickelt sie sich. Dabei scheinen alle, auf der einen Ebene mit offenen Karten zu spielen, während sie gleichzeitig vermuten, dass sie gerade betrogen werden. Diese Ungewissheit sorgt in der sich über weite Strecken überraschungsfrei entfaltenden Geschichte für eine gewisse Grundspannung. Außerdem hat Pflüger vor dem missglückten Agentenaustausch auf der Glienicker Brücke angedeutet, dass zwischen Winter und Kukura in Moskau einiges passiert ist, das sie ihren Vorgesetzten nicht berichtete und das nicht nur ihre berufliche Karriere gefährden könnte.
Während Winter auf ihren Einsatz in Moskau vorbereitet wird, sie in Moskau unter ihrer Tarnidentität arbeitet, dabei auf eine Kontaktaufnahme von Kukura wartet, sich verliebt und versucht zusammen mit Kukura und seinem Sohn den KGB auszutricksen, liefert Pflüger viele, klug in die Geschichte eingefügte Informationen über die damalige Zeit. Das beschwört Erinnerungen an den Kalten Krieg herauf und sorgt dafür, dass die Geschichte fest in einer bestimmten Zeit und einem gesellschaftlichem Klima verortet ist.
Der Vergleich mit John le Carré führt allerdings in die Irre. le Carré schrieb immer darüber, wie kleine Agenten und normale Menschen, die von Geheimagenten für eine bestimmte Mission angeworben wurden, zu Spielbällen im Spiel der Geheimdienste und global tätiger Konzerne werden. Nach dem Ende des Kalten Krieges beschäftigte le Carré sich in seinen Thrillern zunehmend mit verschiedenen Aspekten der Wirtschaftskriminalität und der Verflechtung von Wirtschaft und Politik. In diesem Spiel ist der kleine Mann immer der Gelackmeierte.
Bei Andreas Pflüger ist das anders. Relativ schnell wird deutlich, dass Nina Winter eine Art Überfrau ist. Es gibt eigentlich nichts, das sie nicht kann und in dem sie überragend gut ist. Das liest sich dann manchmal wie Jane Bond in einem John-le-Carré-Thriller. Oder wie eine Marvel-Superheldin in einem deutschen Agententhriller.
Heute würde Leigh Bracketts 1956 für den Hugo Award nominierte Dystopie “Das lange Morgen” als Young Adult verkauft werden. Vielleicht auch mit einem Hinweis auf “The Walking Dead”, minus die Zombies. Denn wieder einmal haben die Menschen es geschafft, die Erde, wie wir sie kennen, zu zerstören.
Damals – Bracketts Roman erschien in den USA 1955 – war es ein Atomkrieg. Aber Bracketts Post-Atomkriegswelt existiert noch ohne das Wissen über die Neben- und Nachwirkungen von Atomkriegen, das wir heute, nach Hiroshima, Nagashaki, den Test in der Wüste von Nevada und Tschernobyl, haben. Brackett beschäftigt sich nicht mit den Neben- und Langzeitwirkungen eines Atomkriegs. Eigentlich braucht sie ihn nur als Erklärung für den Zustand der Gesellschaft, die sie beschreibt. Und im letzten Drittel ist er in einem gewissen Rahmen für eine in diesem Moment diskutierte moralische Frage wichtig; – ja, das klingt jetzt sehr nebulös verschwurbelt, aber wenn ich konkreter werde, verrate ich viel mehr über das Ende der Geschichte als ich möchte.
In „Das lange Morgen“ zerstörte ein Atomkrieg die großen Städte. Danach zogen in den USA die Menschen sich in kleine Gemeinschaften von unter tausend Einwohnern zurück. Sie ernähren sich von dem, was die Erde ihnen gibt. Technik, also Dinge wie Autos, Radios und Computer gibt es nicht. Die herrschenden Gruppen sind religiöse Gruppen: die Neu- und Alt-Mennoniten und die Amisch. Nach dem Atomkrieg hatten sie dank ihres technikabgewandten, vorindustriellen Lebens die Fähigkeiten, die ihnen das Überleben ermöglichten. Ihr Glaube und die damit verbundenen Regeln sorgen für Stabilität in der neuen Welt.
Als der vierzehnjährige Len Colter, der zu den Neu-Mennoniten gehört, und sein ein Jahr älterer Vetter Esau auf einem Jahrmarkt während einer Predigt von der legendären Stadt Bartorstown hören, ist ihre Neugierde geweckt. Sie wollen mehr über Bartorstown erfahren. Sie verlassen ihr Dorf und beginnen die legendäre Stadt zu suchen.
Brackett schildert diese Wanderung durch ein ländliches, vorindustrielles, religiös geprägtes Amerika und die Erlebnisse der beiden Jungs in Bartorstown (ja, den Ort gibt es) im Stil eines Entwicklungsromans, in dem Len und Esau mehrere religiöse und quasi-religiöse Gemeinschaften und deren strikte Regeln kennen lernen. Wer sich nicht anpassen will, kann kein Mitglied der Gemeinschaft sein und muss weiterziehen. Len und Esau stehen mehrmals, auch in Bartorstown, vor der Frage, ob sie gehen oder bleiben wollen.
Wie alle gute Science-Fiction-Geschichten spiegelt auch Bracketts „Das lange Morgen“ die Zeit, in der sie geschrieben wurde, und die damaligen Konflikte wieder. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, wie mühelos ihr fast siebzig Jahre alter Roman auf die Gegenwart und aktuelle Konflikte übertragbar ist. Die Beschreibung von in sich abgeschlossenen, technikfeindlichen religiösen Gemeinschaften, die Gesellschaft von Bartorstown als Gegenmodell und die Diskussion über Glaube, Wissenschaft und Fortschritt, also zwischen glaubensbasiertem und wissenschaftlich-kritischem Denken, liest sich oft wie eine Beschreibung der aktuellen Konflikte in den USA. Ein Grund ist, dass Brackett in ihrem Science-Fiction-Roman zeitlose Fragen anspricht.
Leigh Brackett wurde am 7. Dezember 1915 in Los Angeles, Kalifornien, geboren. Sie starb am 18. März 1978 in Lancaster, Kalifornien. Am 31. Dezember 1946 heiratete die „Königin der Space Opera“ Edmond Hamilton. Er erfand und schrieb die „Captain Future“-Romane.
Sie schrieb vor allem kurze und lange Science-Fiction-Geschichten und innerhalb des Genres Space Operas. Dazwischen schrieb sie einige Kriminalromane und Western.
Ihre erste Veröffentlichung war 1940 in der Februar-Ausgabe von „Astounding Science Fiction“ die SF-Geschichte „Martian Quest“. Ihr erster Roman, der Hardboiled-Kriminalroman „No Good from a Corpse“, erschien 1944. Etliche ihrer Romane wurden zu ihren Lebzeiten ins Deutsche übersetzt. Seit Ewigkeiten sind sie nur noch antiquarisch erhältlich.
Für Hollywood schrieb sie, teils mit Co-Autoren, die Drehbücher für Klassiker wie „Tote schlafen fest“ (The Big Sleep, 1946), „Rio Bravo“ (1959), „Hatari!“ (1962), „El Dorado“ (1966), „Rio Lobo“ (1970) und „Der Tod kennt keine Wiederkehr“ (The Long Goodbye, 1973).
Ihre letzte Arbeit in Hollywood war für den „Star Wars“-Film „Das Imperium schlägt zurück“. Sie schrieb den ersten Drehbuchentwurf. Wie die Legende, die Helmut W. Pesch in „Leigh Brackett – Die Königin der Space Opera“ (abgedruckt in „Vor der Revolution – Ein phantastischer Almanach“) erzählt, hat George Lucas sie angerufen, weil sie eine von ihm bewunderte Autorin von Pulp-Science-Fiction war. Er hatte keine Ahnung, dass sie auch einige Drehbücher geschrieben hatte.
–
Leigh Brackett: Das lange Morgen
(übersetzt von Hannes Riffel)
Carcosa Verlag, 2023
288 Seiten
22 Euro
–
Originalausgabe
The Long Tomorrow
Doubleday, New York, 1955
–
Ältere deutsche Übersetzungen von M. F. Arnemann und Horst Hoffmann. Sie erschienen als Utopia Grossband 110, Terra Textra 86 und Utopia Classics 50.
–
Ergänzende Lektüre
In „Vor der Revolution – Ein phantastischer Almanach (Erste Folge)“ gibt es den lesenswerten Aufsatz „Leigh Brackett – Die Königin der Space Opera“ von Helmut W. Pesch.
–
Hannes Riffel (Hrsg.): Vor der Revolution – Ein phantastischer Almanach (Erste Folge)
LV: Léo Delibes: Coppélia ou La Fille aux yeux d’émail, 1870 (Coppelia oder Das Mädchen mit den Glasaugen)
TV-Premiere. Swan und ihre Freunde leben in ihrem Dorf ein mediterran entspanntes Leben. Das ändert sich als Doktor Coppelius eine Schönheitsklinik errichtet und beginnt, zusammen mit seiner Muse, der überirdisch schönen Roboterfrau Coppelia, die Dorfbewohner zu verführen. Er verspricht ihnen Schönheit, sagt aber nichts über den Preis.
Als Swans Freund in die Klinik entführt wird, versucht sie ihn zu retten. Gemeinsam mit ihren Freunden entdecken sie das Geheimnis des Doktors.
Stars der internationalen Ballettszene tanzen sich durch einen weitgehend gezeichneten Stummfilm. Das Ergebnis ist herziges Märchen mit Humor, Musik und Tanz.
Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.
mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara
Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.
Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.
Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)
Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)
Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.
mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen
Los geht es zu nachtschlafender Zeit um 05.30 Uhr mit Carole King. Weiter geht es mit Bob Dylan (um 06.15 Uhr gibt es sein neues Werk „Shadow Kingdom – The Early Songs“), den Highwaymen (um 07.05 Uhr), Lynyrd Skynyrd (um 08.20 Uhr), Mick Fleetwood (um 09.15 Uhr), Eric Clapton (um 10.30 Uhr), Peter Gabriel (um 11.30 Uhr), Sting (um 12.45 Uhr), Céline Dion (um 14.00 Uhr), Herbert Grönemeyer (um 14.45 Uhr), Paul McCartney & Wings (um 16.45 Uhr), George Michael (um 17.45 Uhr), P!NK (um 19.00 Uhr), Tina Turner (um 20.15 Uhr), Rolling Stones (um 21.30 Uhr – natürlich sind die Stones dabei), Madonna (um 23.30 Uhr), Bryan Adams (um 01.30 Uhr), Backstreet Boys (um 02.30 Uhr), Santana (um 03.45 Uhr) und endet um 05.00 Uhr mit Rita Ora (um 05.00 Uhr).
Die Konzerte sind meist neueren Datums – Ausnahmen sind Carole King (von 1973), die Highwaymen (von 1990), Eric Clapton (von 1990/1991), Peter Gabriel (von seiner 1994er „Secret World“-Tour), Paul McCartney (mit den Wings trat er in den Siebzigern auf), Tina Turner (von 2009) und den Rolling Stones (GRRR von 2012). Diese Konzerte sind teilweise erst jetzt in der hier präsentierten Version veröffentlicht worden.
Das Programm besteht, wie gewohnt, vor allem aus alten Bekannten, die schon vor Jahrzehnten auftraten. Das gefällt, ist aber wenig aufregend. Ich würde mir da etwas mehr Experimentier- und Entdeckerfreude wünschen.
Brexit – Chronik eines Abschieds(Brexit: The uncivil war, Großbritannien 2019)
Regie: Toby Haynes
Drehbuch: James Graham
Packendes satirisches, äußerst dicht und flott erzähltes Drama über die Kampagne, die dazu führte, dass die Briten am 23. Juni 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union stimmten. Im Mittelpunkt des Films steht der skrupellose Spindoktor Dominic Cummings (Benedict Cumberbatch, grandios!), der die manipulative und vor Lügen strotzende „Vote Leave“-Kampagne zum Erfolg führte.
mit Benedict Cumberbatch, John Heffernan, Rory Kinnear, Simon Paisley Day, Lee Boardman