Neu im Kino/Filmkritik: Wer „One Life“ rettet, rettet die ganze Welt

März 28, 2024

Natürlich erinnert die Geschichte auf den ersten Blick an „Schindlers Liste“. Ein Mann hilft während der Nazi-Diktatur Juden bei ihrer Flucht aus Deutschland. Er rettet viele Leben. Nach dem Krieg kennt ihn niemand, auch weil der Retter über seine Taten schweigt. Fast zeitgleich, ungefähr vierzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erfuhr die große Öffentlichkeit von ihnen und ihren selbstlosen Taten.

Bei dem 1974 verstorbenen Oskar Schindler war es 1982 die Publikation von Thomas Keneallys halbdokumentarischem Roman „Schindlers Liste“. Er wurde mit dem Booker Prize ausgezeichnet und später von Steven Spielberg verfilmt.

Bei Sir Nicholas ‚Nicky‘ Winton (1909 – 2015) war es 1988 die BBC-Sendung „That’s Life“. In ihr wurde über seine Taten berichtet. Er war Gast in der Sendung und ein Millionpublikum erfuhr von seinen Taten.

Natürlich hat Sir Anthony Hopkins, dessen Name an erster Stelle auf dem Plakat steht und dessen Kopf das halbe Plakat einnimmt, nur eine durchaus wichtige Nebenrolle in der Verfilmung von Wintons Leben. Er spielt Sir Nicholas Winton, den britischen Oskar Schindler, als alten Mann. Im Zentrum stehen aber nicht die Ereignisse aus den achtziger Jahren, als er sich fragt, was aus den Kindern wurde, die er gerettet hat und er sich schuldig fühlt, weil er nicht mehr Kinder retten konnte, sondern die Ereignisse aus seinen jungen Jahren, als er in den späten dreißiger Jahren, vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, jüdischen Kindern half. Als er in Prag in den Flüchtlingslagern die vor sich vegetierenden Kinder sieht, ist der humanitär bewegte Börsenmakler schockiert. Er will ihnen helfen und das ginge, indem er sie nach Großbritannien bringt. Das tut er zusammen mit dem „British Commitee for Refugees in Czechoslovakia“, einer nur aus wenigen Mitgliedern bestehenden, finanziell klammen Organisation, und seiner energischen Mutter, die in London alles für die Ankunft der Kinder organisiert.

Dabei merkt Winton schnell, dass niemand diese Kinder will. Trotzdem gibt er nicht auf. Er erstellt Mappen, in denen er alles wichtige über sie notiert. Mit Hilfe dieser Mappen sucht seine Mutter in England Pflegefamilien, die für die Kosten selbst aufkommen werden. Das ist, nachdem der englische Staat alle anderen Optionen ablehnt, die einzige Möglichkeit, die Kinder vor dem sicheren Tod zu retten. Die Kinder, die für eine unbekannte Zeitdauer Adotivfamilien gefunden haben, sollen in Zügen von Prag quer durch Europa nach England gebracht werden. Falls der Zug sein Ziel erreicht.

Der für den 1. September 1939 geplante Transport mit 250 Kindern verließ nie den Bahnhof von Prag. Der am gleichen Tag erfolgte Überfall von Adolf Hitler auf Polen und der damit zusammenhängende Beginn des Zweiten Weltkriegs verhindern weitere Transporte.

Innerhalb eines knappen Jahres retteten Winton und seine Helfer 669 Kinder vor dem ziemlich sicheren Tod.

In seinem sich auf seine Schauspieler verlassendem Drama „One Life“ erzählt James Hawes diese Geschichte. Er erzählt Wintons Geschichte, beide Male chronologisch, auf zwei Zeitebenen. Dabei ist der in den späten achtziger Jahren spielende Teil ausführlicher als nötig und kann nur durch den Wunsch der Macher gerechtfertigt werden, mit Hopkins‘ Namen für den Film zu werben. Im Zentrum stehen Wintons Erlebnisse 1938/1939 in Prag. Der junge Winton wird von Johnny Flynn gespielt.

Insgesamt inszeniert Hawes Wintons Geschichte bewusst etwas spröde. Er vermeidet so weitgehend die potentiellen Kitschfallen. Die große Ausnahmen ist Wintons zweimalige Teilnahme an der leichtgewichtigen BBC-Verbraucherberatungssendung „That’s Life“. Beide Male steuert die Geschichte dann eindeutig auf den erwartbaren Taschentuchmoment hin.

Angesichts aktueller Debatten über Fluchthilfe ist das sehenswerte Drama erschreckend aktuell.

One Life“ ist das Spielfilmdebüt von James Hawes. Trotzdem ist er ein alter Profi. Seit 1990 inszenierte er TV-Filme und Episoden für TV-Serien wie „Doctor Who“, „Inspector Banks“, „Penny Dreadful“, „Snowpiercer“ und „Slow Horses“.

One Life – Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt (One Life, Großbritannien 2023)

Regie: James Hawes

Drehbuch: Lucinda Coxon, Nick Drake

LV: Barbara Winton: It it’s not impossible…: The Life of Sir Nicholas Winton, 2014

mit Anthony Hopkins, Johnny Flynn, Helena Bonham Carter, Lena Olin, Romola Garai, Alex Sharp, Marthe Keller, Jonathan Pryce

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „One Life“

Metacritic über „One Life“

Rotten Tomatoes über „One Life“

Wikipedia über „One Life“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Hawes‘ „Inspector Banks – Mord in Yorkshire: Die komplette erste Staffel`“ (DCI Banks, Großbritannien 2010/2011)

Meine Besprechung von John Hawes‘ „Der Verdacht des Mr. Whicher: Der Mord von Road Hill House“ (The Suspicions of Mr Whicher: The Murder at Road Hill House, Großbritannien 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Kleine schmutzige Briefe“, vorgelesen von gottesfürchtigen Damen

März 28, 2024

Es ist schon der 19. Brief voller Profanitäten, Vulgaritäten und Beleidigungen, den die gottesfürchtige Edith Swan (Olivia Colman) erhält. Sie lebt in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der kleinen südostenglischen Küstenstadt Littlehampton bei ihren strengen Eltern. Die Polizei hat keine Ahnung, von wem die Briefe sind.

Edith verdächtigt ihre aus Irland kommende Nachbarin Rose Gooding (Jessie Buckley). Sie ist das Gegenteil von Edith und wenn sie, garniert mit einigen Schimpfworten, behauptet, dass sie keine Briefe mit Schimpfworten schreibe, sondern es ihr direkt ins Gesicht sagen würde, dann hört sich das sehr glaubwürdig an.

Während die Feindschaft zwischen den beiden Nachbarinnen immer größer wird, beginnt die junge Polizistin Glady Moss (Anjana Vasan) zu ermitteln. Sie tut das vor allem in ihrer Freizeit und ohne die Erlaubnis ihrer Vorgesetzten. Denn als erste Polizeibeamtin in der Polizeistation und in Sussex wird sie von ihren Kollegin ständig als Kuriosität geduldet, die höchstens Hilfstätigkeiten ausüben kann. Entsprechend verächtlich reagieren sie auf Gladys Hinweis, dass die Handschriften des unbekannten Briefschreibers und von Rose verschieden sind.

Genervt von der Ignoranz ihrer Kollegen und Vorgesetzten verbündet Gladys sich mit einigen Frauen aus dem Dorf, die ebenfalls nicht an die Schuld von Rose glauben. Gemeinsam suchen sie den Briefschreiber. Und wer den in puncto Story arg irreführenden Trailer nicht gesehen hat, dürfte mit seinem Verdacht richtig liegen.

Denn für den anfangs angedeuteten Rätselplot interessieren sich Drehbuchautor Jonny Sweet und Regisseurin Thea Sharrock kaum. Ihr Film „Kleine schmutzige Briefe“ ist eine auf einer wahren Geschichte basierende britische Komödie, die von ihrem spielfreudigem Ensemble und dem Witz lebt, dass scheinbar ehrbare und gottesfürchtige Frauen obszöne Worte sagen und sich diebisch darüber freuen.

Davon abgesehen plätschert die Geschichte teils arg vorhersehbar und durchgehend erstaunlich harmlos vor sich hin zwischen leicht klamaukiger Komödie, Sittengemälde, luschtigem Krimi und Gerichtsposse. Aufgrund der Hauptdarstellerinnen und der damit verbundenen Geschichte, in der Männer Nebenfiguren sind, läuft das altbekannte Komödienprogramm dieses Mal feministisch konnotiert ab. Das ist nie furchtbar schlecht – eine Olivia Colman, die schmutzige Briefe vorliest, ist schon die halbe Miete -, aber auch nie so gut, wie es hätte sein können.

Kleine schmutzige Briefe (Wicked little Letters, Großbritannien 2023)

Regie: Thea Sharrock

Drehbuch: Jonny Sweet

mit Olivia Colman, Jessie Buckley, Anjana Vasan, Timothy Spall, Joanna Scanlan, Hugh Skinner, Malachi Kirby, Gemma Jones, Lolly Adefope, Eileen Atkins, Alisha Weir

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Kleine schmutzige Briefe“

Metacritic über „Kleine schmutzige Briefe“

Rotten Tomatoes über „Kleine schmutzige Briefe“

Wikipedia über „Kleine schmutzige Briefe“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood listet die Flunkereien auf


TV-Tipp für den 28. März: Es

März 27, 2024

Kabel 1, 20.15

Es (It, USA 2017)

Regie: Andy Muschietti (eigentlich Andres Muschietti)

Drehbuch: Chase Palmer, Cary Fukunaga, Gary Dauberman

LV: Stephen King: It, 1986 (Es)

Alle 27 Jahre taucht in der Kleinstadt Derry, Maine, der Mörderclown Pennywise aus der Kanalisation auf und schnappt sich einige Kinder. Sieben Kinder, die sich der Club der Loser nennen, wollen nicht zu Pennywises Opfern werden.

Sehr gelungene und an der Kinokasse sehr erfolgreiche Verfilmung von Stephen Kings sehr dickem Horrorroman.

Der zweite Teil folgt im Anschluss um 23.00 Uhr.

Mehr in einer ausführlichen Besprechung (Teil 1, Teil 2)

mit Jaeden Lieberher, Jeremy Ray Taylor, Sophia Lillis, Finn Wolfhard, Chosen Jacobs, Jack Dylan Grazer, Wyatt Oleff, Bill Skarsgård, Nicholas Hamilton, Jake Sim, Logan Thompson, Owen Teague, Jackson Robert Scott, Stephen Bogaert, Stuart Hughes

Die Vorlage (hier mit dem Filmcover)

Stephen King: Es

(übersetzt von Alexandra von Reinhardt und Joachim Körber, bearbeitet und teilweise neu übersetzt von Anja Heppelmann)

Heyne, 2017 (Movie Tie-In)

1536 Seiten

18 Euro (aktueller Preis)

Erstausgabe der ungekürzten Übersetzung: 2011

Ältere Ausgaben enthalten eine gekürzte Übersetzung.

Originalausgabe

It

Viking, 1986

Hinweise

Moviepilot über „Es“

Metacritic über „Es“

Rotten Tomatoes über „Es“

Wikipedia über „Es“ (deutsch, englisch) und Stephen King (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Mama“ (Mama, Spanien/Kanada 2012)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis Stephen-King-Verfilmung „Es“ (It, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis Stephen-King-Verfilmung „Es Kapitel 2“ (It Chapter 2, USA 2019)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „The Flash“ (The Flash, USA 2023)

zu Stephen King

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag (2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Doctor Sleep“ (Doctor Sleep, 2013)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Später“ (Later, 2021)

Meine Besprechung von Joe Hill/Stephen King/Richard Mathesons „Road Rage“ (Road Rage, 2012)

Meine Besprechung der auf Stephen Kings Novelle “The Colorado Kid” basierenden TV-Serie “Haven”

Meine Besprechung von Kimberly Peirces Stephen-King-Verfilmung “Carrie” (Carrie, USA 2013)

Meine Besprechung von Tod Williams‘ Stephen-King-Verfilmung „Puls“ (Cell, USA 2016)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Der dunkle Turm: Schwarz“ (The Dark Tower: The Gunslinger, 1982) und von Nikolaj Arcels Romanverfilmung „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)

Meine Besprechung von Andy Muschiettis „Es“ (It, USA 2017)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, 1983) und Kevin Kölsch/Dennis Widmyers Romanverfilmung „Friedhof der Kuscheltiere“ (Pet Sematary, USA 2019)

Meine Besprechung von Andy Muschietti Stephen-King-Verfilmung „Es Kapitel 2″ (It Chapter 2, USA 2019)

Meine Besprechung von Mike Flanagans „Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen“ (Doctor Sleep, USA 2019) (wahrscheinlich einer der Filmtitel, die kein Mensch an der Kinokasse vollständig ausgesprochen hat)

Meine Besprechung von Rob Savages Stephen-King-Verfilmung „The Boogeyman“ (The Boogeyman, USA 2023)

Stephen King in der Kriminalakte, in seinem Trailer-Park und auf Europa-Tour


(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: Über Uli Edels Terrorgruppen-Biopic „Der Baader Meinhof Komplex“

März 27, 2024

Dass „Der Baader Meinhof Komplex“ am Dienstag, den 2. April, im Rahmen der „Best of Cinema“-Reihe im Kino gezeigt wird, hatte Studiocanal lange geplant. Dass wenige Wochen vor der eintägigen Kino-Wiederaufführung Daniela Klette, ein seit über dreißig Jahren untergetauchtes Mitglied der dritten Generation der RAF (Rote Armee Fraktion), verhaftet wurde, war nicht geplant, dürfte aber die Neugierde für eine erneute (?) Sichtung des starbesetzten Terrorgruppen-Biopics erhöhen.

Uli Edel erzählt nach einem Drehbuch von Bernd Eichinger und ausgehend von Stefan Austs Sachbuch-Bestseller die Geschichte der RAF von 2. Juni 1967, beginnend mit dem Schah-Besuch und der Ermordung von Benno Ohnesorg, bis zum 18. Oktober 1977, als sich in Stuttgart im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe umbrachten. Irmgard Möller überlebte. Ulrike Meinhof tötete sich in ihrer Zelle bereits am 9. Mai 1976.

Edel erzählt die Geschichte der ersten und, jedenfalls bis zum 18. Oktober 1977, auch der zweiten Generation der RAF. Ihre Namen waren allgemein bekannt. Sie waren Popstars und, nicht nur in Deutschland, war der Kampf gegen das abgelehnte kapitalistische Unterdrückersystem mit Bomben und Kugeln ein für Jugendliche faszinierender Way of Life. Die Bekennerschreiben der RAF wurden breit diskutiert.

Die Namen der Mitglieder der nachfolgenden RAF-Generationen waren deutlich unbekannter. Immer perfekter gelang das Versteckspiel vor dem Staat. Auch heute, dreißig, vierzig Jahre später wissen die Ermittler und die Öffentlichkeit wenig bis nichts über sie. Die Bekennerschreiben wurden immer formelhafter. 1998 erklärte die RAF ihre Selbstauflösung.

Danach entstanden über diesen Teil der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Schwemme von Dokumentar- und Spielfilme, die teils sehr genau den Fakten folgten. Zu den wichtigsten Werken gehören „Die innere Sicherheit“ (D 2000, Regie: Christian Petzold), „Die Stille nach dem Schuss“ (D 2000, Regie: Volker Schlöndorff), „Black Box BRD“ (D 2001, Regie: Andres Veiel), „Baader“ (D 2002, Regie: Christopher Roth), „Starbuck Holger Meins“ (D 2003, Regie: Gerd Conradt), „Die RAF“ (D 2007, Regie: Stefan Aust und Helmar Büchel), „Mogadischu“ (D 2008, Regie: Roland Suso Richter), „Die Geschichte der RAF“ (D 2014, sechsteiliger Dokumentarfilm von Bernd Reufels und Anne Kauth) und eben Uli Edels 2008 beim Kinostart wegen seiner Länge, seinem Cast und seiner Ausstattung als monumental empfundener „Der Baader Meinhof Komplex“. Von den genannten Filmen hat er als bis in kleinste Nebenrollen prominent besetztes Epos voller Action und stimmigem Zeitkolorit am eindeutigsten das große Publikum im Visier.

Angesichts neuer Kinoerfolge – „Oppenheimer“ ist drei Stunden, „Avatar: The Way of Water“ ist länger und „Killers of the Flower Moon“ ist noch länger – erscheinen die hundertfünfzig Minuten, die die Kinofassung von „Der Baader Meinhof Komplex“ dauert, (es gibt eine um wenige Minuten längere TV-Fassung) gar nicht mehr so lang. Trotzdem ist Uli Edels Film von der Länge her eine epische, vom Tempo her hektische Verfilmung der Geschichte der RAF von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende. Da stimmt die Ausstattung und die mitreißend inszenierte Action, aber für die Vertiefung der einzelnen Charaktere oder für das Erklären der politischen Hintergünde, abseits einiger Schlagworte und Soundbytes, bleibt zu wenig Zeit. Edel muss einfach zu viele Personen und Ereignisse in einer zu kurzen Zeit abarbeiten.

Als schnelle Auffrischung historischen Wissens, inzwischen sogar mit einem kräftigen doppelten Nostalgiebonus, taugt Edels Terrorgruppen-Biopic Film trotzdem. Auch als ebenso schnelle, aber oft auch arg kryptische Einführung in die Geschichte der RAF taugt der Film.

Wer mehr über die RAF erfahren möchte, sollte einen Blick auf das umfangreiche Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung über die RAF werfen. Es muss ja nicht immer Wikipedia sein.

Der Baader Meinhof Komplex (Deutschland 2008)

Regie: Uli Edel

Drehbuch: Bernd Eichinger

LV: Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex, 1985 (danach mehrere überarbeitete Neuausgaben)

Buch zum Film: Katja Eichinger: Der Baader Meinhof Komplex – Das Buch zum Film, 2008

Mit Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Simon Licht, Jan Josef Liefers, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch, Nadja Uhl, Hannah Herzsprung, Niels-Bruno Schmidt, Stipe Erceg, Daniel Lommatzsch, Volker Bruch, Bernd Stegemann, Tom Schilling, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Jasmin Tabatabai, Hans-Werner Meyer, Michael Gwisdek, Thomas Winter, Sebastian Blomberg, Vinzenz Kiefer, Sunnyi Melles, Hans Peter Hallwachs, Alexander Held, Hubert Mulzer

Länge: 150 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Der Baader Meinhof Komplex“

Rotten Tomatoes über „Der Baader Meinhof Komplex“

Wikipedia über „Der Baader Meinhof Komplex“ (deutsch, englisch)

Hollywood Interview: mit Uli Edel über den Film

Meine Besprechung von Uli Edels „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (Deutschland 1981)

Zum Vormerken: die nächsten Filme der monatlichen „Best of Cinema“-Reihe sind:

Dienstag, 7. Mai: The Doors

Dienstag, 4. Juni: Der bewegte Mann

Dienstag, 2. Juli: Thelma & Louise

Dienstag, 6. August: Gefährliche Brandung (das Original)

Dienstag, 3. September: Robocop (das Original, obwohl das Remake auch einen Blick wert ist)

 


TV-Tipp für den 27. März: The Blair Witch Project

März 26, 2024

Tele 5, 22.05

The Blair Witch Project (The Blair Witch Project, USA 1998)

Regie: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez

Drehbuch: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez

1994 machen sich die Filmstudenten Heather Donahue, Michael C. Williams und Joshua Leonard auf den Weg nach Burkittsville, Maryland. In den Black Hills suchen sie, bewaffnet mit jugendlichem Enthusiasmus und ihren immer alles aufzeichnenden Videokameras, nach Spuren der legendären Hexe von Blair. Sie verschwinden spurlos im Wald. Ein Jahr später werden die von ihnen gemachten Aufnahmen gefunden. Der Film „The Blair Witch Project“ zeigt diese Aufnahmen.

Der für weniger als ein Taschengeld gedrehte Horrofilm war an der Kinokasse unglaublich erfolgreich und startete das meistens nur nervige „Found Footage“-Horrorsubgenre, in dem alle technischen und erzählerischen Unzulänglichkeiten mit dem Hinweis, dass es sich um gefunde Amateuraufnahmen handele, erklärt wurden.

Der Kinostart wurde von einer gelungenen Werbekampagne begleitet, in der betont wurde, dass das alles wahr sei. Ist es natürlich nicht.

mit Heather Donahue, Michael Williams, Joshua Leonard

Wiederholung: Freitag, 29. März, 00.00 Uhr (Mitternachtsgenau! – Und der Mond schien helle im dunklen Wald.)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Blair Witch Project“

Wikipedia über „The Blair Witch Project“ (deutsch, englisch)


Cover der Woche

März 26, 2024

Aus ziemlich aktuellem Anlass

 


DVD-Kritik: „The Quiet Girl“ und die schweigsamen Erwachsenen

März 26, 2024

Eine kleine Geschichte erzählt Colm Bairéad, nach mehreren Kurz-, Dokumentar- und TV-Filmen, in seinem Spielfilmdebüt „The Quiet Girl“. Es basiert auf Claire Keegans hochgelobter Kurzgeschichte „Foster“, die ursprünglich im Magazin „The New Yorker“ erschien und von Keegan für die spätere Buchveröffentlichung etwas erweitert wurde.

In der in Irland spielenden Geschichte geht es um die schweigsame neunjährige Cáit. Im Sommer 1981 wird sie von ihren Eltern zu einer Cousine ihrer hochschwangeren, von allem überforderten Mutter geschickt. Cáit soll dort über den Sommer bei den Cinnsealachs auf deren Farm bleiben. Vielleicht auch länger. Eibhlin hat Cáit zuletzt als Baby gesehen.

Eibhlín ist freundlich zu der schüchternen Cáit. Ihr Mann Seán schweigt währenddessen vor sich hin. Langsam fassen sie Vertrauen zueinander und Cáit blüht etwas auf. Am Ende des stillen Dramas des Sommers wird sie von Seán und Eibhlin zu ihren Eltern zurückgebracht. Aber Cáit ist jetzt ein anderer Mensch. Sie hat ein anderes Leben und andere Erwachsene kennen gelernt.

Viel passiert nicht in „The Quiet Girl“. Und doch passiert viel. Denn Bairéad erzählt, betont undramatisch, wie sich drei Menschen langsam näherkommen. Er erzählt, wie ein Kind endlich Geborgenheit findet. Und er zeigt, ebenfalls ohne alle Hintergründe zu verraten, wie Eltern mit dem Verlust eines Kindes umgehen. Dabei wird wenig geredet. Und trotzdem ist es ein sehr beredsames Schweigen, das sich im Lauf des Films verändert und den drei Hauptfiguren ihre Geheimnisse lässt. Das liegt auch an Bairéads distanziert-beobachtender, bis auf einige sehr wenige Szenen, betont undramatischer Regie.

The Quiet Girl“ gewann 2022 auf der Berlinale in der Sektion „Generationen“ den Hauptpreis. Bairéads Film war, als erster irischer Film, 2023 für den Oscar als bester internationaler Film nominiert. Er gewann, unter anderem von der Irish Film & Television Academy, etliche irische Filmpreise. Und er war in Irland ein Publikumshit.

Das Bonusmaterial der DVD besteht aus einem knapp elfminütigem, informativem Interview mit dem Regisseur und Drehbuchautor Colm Bairéad.

The Quiet Girl ( An Cailín Ciúin, Irland 2022)

Regie: Colm Bairéad

Drehbuch: Colm Bairéad

LV: Claire Keegan: Foster, 2010 (Das dritte Licht)

mit Carrie Crowley, Andrew Bennett, Catherine Clinch, Michael Patric, Kate Nic Chonaonaigh

DVD

Good!movies/Neue Visionen

Bild: 1,33:1 in 16:9

Ton: Deutsch, Irisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: interview mit Regisseur Colm Bairéad, Trailer

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Quiet Girl“

Metacritic über „The Quiet Girl“

Rotten Tomatoes über „The Quiet Girl“

Wikipedia über „The Quiet Girl“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 26. März: Sherlock: Die sechs Thatchers

März 25, 2024

One, 20.15

Sherlock: Die sechs Thatchers (The Six Thatchers, Großbritannien 2017)

Regie: Rachel Talalay

Drehbuch: Mark Gatiss

Erfinder: Steven Moffat, Mark Gatiss

LV: Charakter von Sir Arthur Conan Doyle

Ein Ministersohn wird ermordet. Auf einem Beistelltisch mit Margaret-Thatcher-Devotionalien fehlt eine Thatcher-Gipsbüste. Sherlock Holmes fragt sich, warum die Thatcher-Büste verschwunden ist – und was das Geheimnis der Thatcher-Büsten ist.

Die Inspiration für „Die sechs Thatchers“ ist die Sherlock-Holmes-Geschichte „Die sechs Napoleons“.

Ziemlich furioser Auftakt der vierten „Sherlock“-Staffel, die wieder aus drei spielfilmlangen Episoden besteht. Nachdem bei der dritten Staffel die Fälle so nebensächlich wurden, dass man sie schon während des Sehens vergaß, sind die Fälle jetzt wieder gelungener. Allerdings sind sie wieder kaum nacherzählbar und zunehmend durchgeknallter und immer mehr miteinander und mit den Biographien von Sherlock Holmes und Dr. John Watson verknüpft und sie gehen immer mehr in Richtung einer großen, großen Verschwörung. Das ist nicht uninteressant und flott erzählt, aber auch der Stoff, der sich (schlechter) in ungefähr jeder zweiten Serie findet.

Denn auch Sherlock Holmes‘ brave Haushälterin Mrs. Hudson hat eine Vergangenheit, die wir bis jetzt nicht kannten.

Mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Amanda Abbington, Una Stubbs, Louise Brealey, Rupert Graves, Mark Gatiss, Lindsay Duncan, Simon Kunz, Sacha Dhawan

Wiederholung: Mittwoch, 27. März, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

BBC über „Sherlock“

ARD über „Sherlock“

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes – Sämtliche Werke in 3 Bänden“ (Die Erzählungen I, Die Erzählungen II, Die Romane) (3 Bände im Schuber)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes – Seine Abschiedsvorstellung“ (His last Bow, 1917)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle“ (The Case-Book of Sherlock Holmes, 1927)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Der Fall Moriarty“ (Moriarty, 2014)

Meine Besprechung von Mattias Boströms „Von Mr. Holmes zu Sherlock“ (Fran Holmes till Sherlock, 2013)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von “Sherlock: Eine Legende kehrt zurück -Staffel 2″ (Sherlock, GB 2012)

Meine Besprechung von „Sherlock – Staffel 3“ (Sherlock, GB 2014)

Meine Besprechung von „Sherlock: Die Braut des Grauens“ (Sherlock: The Abominable Bride, Großbritannien 2016)

Mein Hinweis auf „“Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 4“ (Sherlock, GB 2017)

Meine Besprechung von “Sherlock: Ein Skandal in Belgravia” (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Bill Condons „Mr. Holmes“ (Mr. Holmes, Großbritannien 2015)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 25. März: Beverly Hills Cop – Ich lös‘ den Fall auf jeden Fall

März 24, 2024

Kabel 1, 20.15

Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall (Beverly Hills Cop, USA 1984)

Regie: Martin Brest

Drehbuch: Daniel Petrie jr. (nach einer Geschichte von Danilo Bach und Daniel Petrie jr.)

Als ein alter Freund von Detroit-Cop Axel Foley ermordet wird, nimmt Foley Urlaub und beginnt im noblen Beverly Hills den Mörder zu jagen. Dort fällt er nicht nur wegen seiner Hautfarbe, seinen Klamotten, seinem Mundwerk, sondern auch wegen seinen Methoden (die jede geschriebene und ungeschriebene Dienstvorschrift ignorieren) auf.

Die Action-Comedy war damals ein Kassenschlager und zog zwei schwächere Fortsetzungen nach sich. Einen vierten Film mit Axel Foley (Eddie Murphy) wird, nachdem er Ewigkeiten im Gespräch war, im Sommer bei Netflix veröffentlicht.

„Meisterwerk des Kommerzes“ (Fischer Film Almanach 1986)

„pures Entertainment“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Tja, das Team Simpson/Bruckheimer wusste schon damals, wie sie an unser Geld kommen. Ihr nächster Film war „Top Gun“.

Das Drehbuch war für einen Oscar und den Edgar-Allan-Poe-Preis nominiert.

mit Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Lisa Eilbacher, Steven Berkoff, James Russo, Jonathan Banks, Stephen Elliott

Wiederholung: Montag, 1. April, 13.45 Uhr (davor zeigt Kabel 1 um 9.55 Uhr „Beverly Hills Cop III“ und um 11.50 Uhr „Beverly Hills Cop II“)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Beverly Hills Cop“

Wikipedia über „Beverly Hills Cop“ (deutsch, englisch)


Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2024: Lauter nette Krimiautor*innen

März 24, 2024

Nächstes Jahr sollte ich auf der Leipziger Buchmesse endlich die vielen Cosplayer*innen aus dieser und allen anderen Welten fotografieren. Die scheinen das Posieren zu genießen. Deadpool – auch ihn habe ich auf der Messe gesehen – wohl auch.

Dieses Jahr habe ich Interviews mit Christine Lehmann (über „Alles nicht echt“), Stefán Máni (über „Abgrund“) und Anthony J. Quinn (über „Frau ohne Ausweg“) geführt. Ich muss sie die Tage noch etwas bearbeiten.

Bis dahin gibt es einige Schnappschüsse von gutgelaunten Krimiautor*innen mit ihren neuesten Kriminalromanen. In alphabetischer Reihenfolge:

Frauke Buchholz ist mit „Skalpjagd“ (Pendragon) am Ende einer Trilogie um den kanadischen Profiler Ted Garner, die vielleicht doch eine aus vier (oder mehr) Romanen bestehende ‚Trilogie‘ wird. Sie meinte, es gebe noch offene Fragen.

Jürgen Heimbach entführt uns in seinem neuen Krimi „Waldeck“ (Unionsverlag) in die sechziger Jahre zum ersten Burg-Waldeck-Festival. Während dort noch heute bekannte Musiker klampfen, sucht Journalist Ferdinand Broich einen untergetauchten SS-Arzt.

Chrstine Lehman lässt in ihrem 13. Lisa-Nerz-Krimi „Alles nicht echt“ (Ariadne) ihre Heldin in der Nachrichtenredaktion eines ÖRR-Senders ermitteln. Sie soll herausfinden, wer einige Daten aus dem Sender geklaut hat. Kurz darauf sucht sie einen Mörder.

Stefán Máni führt in Island seinen jungen Helden an den „Abgrund“ (Polar). Der Naivling glaubt, irgendetwas mit dem Verschwinden einer jungen Videothek-Mitarbeiterin zu tun zu haben. „Abgrund“ ist auch der erste Roman mit Kriminalpolizist Hörður Grímsson.

Anthony J. Quinn ist mit einer untergetauchten, aus Osteuropa kommenden „Frau ohne Ausweg“ (Polar) und seinem Ermittler Celcius Daly im irisch/nordirischen Grenzgebiet unterwegs. Daly sucht den Mörder ihres Zuhälters. Troubles garantiert

Das sind jetzt mindestens fünf leichengesättigte Lesetipps für den qualitätsbewussten Krimifan.


Neu im Kino/Filmkritik: Über Hirokazu Kore-Edas „Die Unschuld“

März 24, 2024

Als ihr Sohn Minato mal verstört, mal schmutzig, mal nur mit einem Schuh und auch mal verletzt aus der Schule kommt, ist seine ihn liebende Mutter Saori Mugino zunehmend irritiert und auch entsetzt. Sie will wissen, was vorgefallen ist. Aber Minato schweigt. An der Schule wird die alleinerziehende Witwe von den Lehrern höflich-abweisend behandelt. Die Entschuldigung von Minatos Lehrer Michitoshi Hori ist so gekünstelt, dass sie nicht mehr als eine für alle peinliche und steife Übung in japanischer Höflichkeit ist. Danach hat Saori noch mehr Fragen als vorher.

Diese Antworten gibt Hirokazu Kore-Eda im Lauf seines neuen Films „Die Unschuld“. Erstmals seit seinem Debüt „Maboroshi – Das Licht der Illusion“ (Maboroshi no Hikari, 1995) verfilmte er wieder ein von einem anderen Autor geschriebenes Drehbuch. Es ist von Yûji Sakamoto. Sakamoto ist in Japan vor allem als TV-Autor bekannt. Kore-Eda sagt über ihn und warum sie für diesen Film zusammen arbeiteten: „Sakamoto ist der Drehbuchautor, den ich von den heute noch aktiven Autoren am allermeisten schätze. Unsere Geschichten haben ähnliche Inhalte und Themen, obwohl wir sie an verschiedenen Zeitpunkten verhandeln und eine jeweils ganz eigenen Herangehensweise und Sichtweise haben. Es ist, als würden wir dieselbe Luft einatmen, aber auf unterschiedliche Weise ausatmen.“

Das Rätsel über Minatos seltsames Verhalten lösen Kore-Eda und Sakamoto, indem sie sich ihm aus drei unterschiedlichen Perspektiven nähern. Sie erzählen sie nacheinander, quasi wie thematisch zusammenhängende, sich zeitlich teilweise überlappende Kurzgeschichten. Aus einem Spielfilm, der die Geschichte einer Person erzählt, machen sie drei Kurzfilme, in denen einige Ereignisse und das Verhalten einiger Personen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird.

Nachdem in „Die Unschuld“ zuerst die Sicht der besorgten Mutter Saori erzählt wird, wird das Geschehen anschließend aus der Sicht des jungen, allgemein beliebten und um seine Schüler bemühten Lehrers Hori erzählt. Auf den ersten Blick ist undenkbar, dass er irgendetwas Schlimmes getan haben könnte. Die dritte Annäherung erfolgt aus Minatos Sicht. Mit jeder neuen Perspektive erfahren wir mehr über die beschwiegenen Ereignisse, die Motive der mehr oder weniger daran beteiligten Menschen, wie sie sich fühlen, wie sie sie wahrnahmen und warum sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten. Dabei lässt Kore-Eda auch immer einiges in der Schwebe. Er lässt jeder Figur ihre Sicht auf die Geschehnisse. Er will, wie auch in seinen anderen Filmen, nicht verurteilen, sondern verstehen.

Ein Problem bei diesem gleichberechtigten Erzählen aus verschiedenen Perspektiven in in sich abgeschlossenen Erzählblöcken ist, dass in jeder Geschichte vieles, das bereits aus einer anderen Geschichte bekannt ist, mit kleinen Akzentverschiebungen, noch einmal erzählt wird. Das Geheimnis um das von allen beschwiegene Ereignis ist ziemlich schnell offensichtlich. „Die Unschuld“ ist halt kein Rätselkrimi, in dem ein Mörder überführt werden soll, wie in Akira Kurosawas Klassiker „Rashomon“, sondern eine Geschichte von Schule und Kindheit. Mit zwei Jungen, die im Wald gemeinsam viel Zeit verbringen.

Das erzählt Kore-Eda gewohnt feinfühlig und seinen Figuren zugewandt. Trotzdem hatte ich während des Films immer das Gefühl, dass der Gimmick mit den drei Perspektiven überflüssig ist und mehr stört als hilft.

Die Unschuld (怪物 [Kaibutsu], Japan 2023)

Regie: Hirokazu Kore-Eda

Drehbuch: Yûji Sakamoto

Musik: Ryuichi Sakamoto

mit Sakura Ando, Eita Nagayama, Soya Kurokawa, Hinata Hiiragi, Yuko Tanaka

Länge: 127 min

FSK: ab 12 Jahren

internationaler Titel: Monster

Hinweise

Moviepilot über „Die Unschuld“

Metacritic über „Die Unschuld“

Rotten Tomatoes über „Die Unschuld“

Wikipedia über „Die Unschuld“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Shoplifters – Familienbande“ (Manbiki Kazoku, Japan 2018)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „La Vérité – Leben und lügen lassen“ (La Vérité, Frankreich 2019)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Broker – Familie gesucht“ (Beurokeo, Südkorea 2022) und der DVD


TV-Tipp für den 24. März: Bullitt

März 23, 2024

Tele 5, 20.15

Bullitt (Bullitt, USA 1968)

Regie: Peter Yates

Drehbuch: Alan Trustman, Harry Kleiner

LV: Robert L. Pike (Pseudonym von Robert L. Fish): The mute witness, 1963 (später “Bulitt”)

Lieutenant Bullitt soll einen Mafia-Kronzeugen bewachen. Als dieser umgebracht wird, beginnt Bullitt die Täter zu suchen.

In die Filmgeschichte ging Bullitt wegen seiner arschlangen Autoverfolgungsjagd durch San Francisco ein. An der Kinokasse war der Film besonders wegen der Besetzung erfolgreich: Steve McQueen und Jacqueline Bisset. – Inzwischen hat „Bullitt“ mächtig Patina angesetzt: die Story ist wirklich simpelst, die Kamera von einer unerträglichen Glätte und, seitdem eine Autoverfolgungsjagd zum Inventar eines Polizeifilms (und selbstverständlich eines Action-Films) gehört, ist die „Bullitt“-Verfolgung auch nicht mehr so sensationell.

Das Drehbuch von Alan Trustman und Harry Kleiner erhielt einen Edgar als bestes Spielfilmdrehbuch.

Mit Steve McQueen, Robert Vaughn, Jacqueline Bisset, Don Gordon, Robert Duvall, Simon Oakland

Wiederholung: Montag, 25. März, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Bullitt“

Wikipedia über „Bullitt“ (deutsch, englisch)

Mein Nachruf auf Peter Yates


Neu im Kino/Filmkritik: Nicolas Cage ist im „Dream Scenario“ gefangen

März 23, 2024

Paul Matthews (Nicolas Cage) ist ein ganz gewöhnlicher, unauffälliger, biederer, glücklich verheirateter Familienvater, studierter Naturwissenschaftler und Collegeprofessor an einer absolut okayen Schule. Nichts an ihm ist außergewöhnlich. Alles ist durchschnittlicher Durchschnitt. Bis eine frühere Freundin in einen Artikel über sein Auftauchen in ihren Träumen schreibt. Danach sagen immer mehr Menschen, die ihn vorher noch nie gesehen haben, dass er seit einiger Zeit auch in ihren Träumen auftaucht. Egal was in den Träumen passiert, er steht einfach nur so da und beobachtet alles teilnahmslos. Das entfaltet bei Katastrophen und ungewöhnlichen, nur in der Fantasie möglichen Ereignissen natürlich eine absurde Komik, die Regisseur Kristoffer Borgli („Sick of Myself“) weidlich ausnutzt. Gleichzeitig schildert er, ebenfalls mit einem Gespür für die komischen und absurden Sollburchstellen, wie sich Pauls Leben verändert. Plötzlich ist er ein weltweites Phänomen. Alle wollen mit ihm reden, ein Selfie machen und Ratschläge erhalten. Eine Agentur möchte ihn gewinnbringend vermarkten.

Alles ist perfekt, bis er beginnt, sich in den Träumen der Menschen anders zu verhalten. Als erstes erzählt ihm die junge Assistentin der Agentur davon. Sie kennt ihn aus ihren Träumen als Sexmonster. In anderen Träumen mordet er. Seine Schüler haben, weil er in ihren Träumen schlimme Dinge tat, plötzlich Angst vor ihm. Sie wollen seine Kurse nicht mehr besuchen. Die Schulleitung möchte die Sorgen und Ängste ihrer Schüler berücksichtigen. Und Paul, der nichts getan hat, ist plötzlich das Opfer in einem kafkaeskem Cancel-Culture-Alptraum.

Dream Scenario“ ist eine köstliche, wundervoll reduziert und unaufgeregt inszenierte Schwarze Komödie über einen Mann, der berühmt wird, weil er plötzlich in jedem Traum auftaucht. Was am Anfang wie ein absurder Gag wirkt, entwickelt sich zu einem globalen Alptraum. Mit einigen Seitenhieben gegen die Cancel Culture, etwas Mediensatire und einem etwas unbefriedigendem Ende. 

Das unbestrittene Highlight in Borglis deprimierend unterhaltsamer Komödie ist Nicolas Cage. Er spielt diesen biederen, absolut durchschnittlichen Collegeprofessor, der plötzlich berühmt wird, sehr überzeugend und sehr reduziert als einen von der Situation überforderten Jedermann, an den sich niemand erinnert und der in einer Menschenmasse nicht auffällt.

Dream Scenario (Dream Scenarion, USA 2023)

Regie: Kristoffer Borgli

Drehbuch: Kristoffer Borgli

mit Nicolas Cage, Julianne Nicholson, Michael Cera, Tim Meadows, Dylan Baker, Dylan Gelula

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Dream Scenario“

Metacritic über „Dream Scenario“

Rotten Tomatoes über „Dream Scenario“

Wikipedia über „Dream Scenario“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kristoffer Borglis „Sick of myself“ (Syk Pke, Norwegen 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: „Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt“ in den eigenen vier Wänden

März 23, 2024

Vor einigen Monaten zeigte Wim Wenders in „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ die Bibliothek von Anselm Kiefer. Der Künstler hat sie eher minderprächtig in einer riesigen alten Lagerhalle untergebracht.

Jetzt zeigt Davide Ferrario in „Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt“ die Bibliothek von Umberto Eco, die es so nicht mehr gibt. Einerseits weil der am 5. Januar 1932 geborene Umberto Eco am 19. Februar 2016 verstorben ist, andererseits weil seine Familie Anfang 2021 mit dem Kulturministerium eine Vereinbarung unterzeichnete, nach der die über 30.000 zeitgenössischen Werke aus Ecos Bibliothek der Universität von Bologna und die 1.500 antiken und seltenen Bücher nach Mailand an die Biblioteca Braidense übergeben werden sollen. Ecos Bibliothek soll dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Und das geht in einem verwinkelten Mailänder Privathaus nicht.

Umberto Eco war Semiotiker, Medienwissenschaftler, Philosoph, Essayist, in Italien ein bekannter, respektierter, humorvoller Intellektueller und Romanautor. Sein bekanntestes Buch ist „Im Namen der Rose“. Wobei seine nächsten Romane viel besser seien, sagt er in einem Interview, das Ferrario in „Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt“ zeigt. Ferrarios essaystischer Dokumentarfilm beginnt mit einem Blick in Umberto Ecos riesige Bibliothek. Ein Jahr vor seinem Tod bat Ferrario Eco durch die Bibliothek zu gehen und dabei den umständlichsten Weg zu dem entlegensten Buch zu wählen. Eco tat ihm, begleitet von einem Kameramann, den Gefallen.

Ausgehend von dem Gang durch die Bibliothek spannt Ferrario einen Bogen zu Umberto Ecos Schaffen und Denken. In drei Kapiteln und einem Epilog nähert er sich essaystisch und sehr verspielt dem Denker. Immer ist eine Tür für eine andere Interpretation offen oder es handelt sich um gleichzeitig kluge und witzige Beobachtungen. So lehnt Eco E-Books ab, weil er im Text nichts unterstreichen und sich am Textrand keine Notizen machen kann (das Problem sollte inzwischen technisch gelöst sein) und er keine Marmeladenflecken im Buch hinterlassen kann. Den Wert eines Mobiltelefons – er besitzt eines, hat es aber immer ausgeschaltet – sieht er als Notizbuch. Das Internet sieht er, mit gut nachvollziehbaren Argumenten, kritisch. Ergänzt werden Ecos Interviews und öffentliche Auftritte von Schauspielern, die Texte von Eco in einer theaterhaften Performance vortragen. Diese Auftritte inszenierte Ferrario in verschiedenen anderen Bibliotheken. Familienmitglieder erzählen über ihr Leben mit Umberto Eco. Und selbstverstänlich zeigt Ferrario auch die Bücher, die in Ecos Bibliothek stehen. Es sind, wenig überraschend für alle, die Ecos Werk (und seine Romane) kennen, vergessene und obskure Werke,

Das ergibt eine spielerische und kurzweilige Annäherung an Umberto Eco, sein Denken und Werk, in der die eine Ansicht die andere Ansicht nicht ausschließt.

Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt ( Umberto Eco: La biblioteca del mondo, Italien 2022)

Regie: Davide Ferrario

Drehbuch: Davide Ferrario

mit Umberto Eco, Giuseppe Cederna, Niccolò Ferrero, Paolo Giangrasso, Walter Leonardi, Zoe Tavarelli, Mariella Valentini, Bücher

Länge: 80 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt“

Metacritic über „Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt“

Rotten Tomatoes über „Umberto Eco: Eine Bibliothek der Welt“

Wikipedia über Umberto Eco (deutsch, englisch, italienisch)


TV-Tipp für den 23. März: Parasite

März 22, 2024

RBB, 23.25

Parasite (Gisaengchung, Südkorea 2019)

Regie: Bong Joon Ho

Drehbuch: Bong Joon Ho, Han Jin Won

Eine Großstadt in Südkorea, Gegenwart: Familie Kim lebt in einer verwanzten, auch mal überschwemmten, viel zu kleinen Kellerwohnung. Die ebenfalls vierköpfige Familie Park lebt in einem schicken Haus. Als der Sohn der Familie Kim bei den Parks einen Job als Nachhilfelehrer erhält, öffnet sich für die Kims die Tür zu einem besseren Leben, die sie skrupellos wahrnehmen.

„Parasite“ ist eine tiefschwarze, sehr präzise Gesellschaftssatire, bei der schnell unklar ist, wer die titelgebenden Parasiten sind. Nachdem der in jeder Beziehung überzeugende Thriller in Cannes abgefeiert wurde, erhielt er u. a. den Oscar als bester Film und den Oscar als bester ausländischer Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, Cho Yeo Jeong, Choi Woo Shik, Park So Dam, Lee Jung Eun, Chang Hyae Jin

Hinweise

Moviepilot über „Parasite“

Metacritic über „Parasite“

Rotten Tomatoes über „Parasite“

Wikipedia über „Parasite“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Snowpiercer (Snowpiercer, Südkorea/USA/Frankreich 2013)

Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Okja“ (Okja, USA/Südkorea 2017)

Meine Besprechung von Bong Joon Hos „Parasite“ (Gisaengchung, Südkorea 2019)


TV-Tipp für den 22. März: Equilibrium

März 21, 2024

RTL 2, 22.20

Equilibrium (Equilibrium, USA 2002)

Regie: Kurt Wimmer

Drehbuch: Kurt Wimmer

Nach dem nächsten Weltkrieg verbietet ein Diktator, der sich „Vater“ nennt, die Ursache für alles Übel: Gefühle. Als einer seiner Vollstrecker, der gnadenlos gegen Menschen, die doch Gefühle entwickeln (und damit so etwas wie einen freien Willen haben), jagt, dann doch Gefühle entwickelt…

Kleiner Kultfilm, der ganz hübsch „Fahrenheit 451“ (und ähnliche Dystopien, in denen die Regierung alles ausmerzt, was ihnen nicht in den Kram passt und eine Schöne Neue Welt errichtet) mit „Matrix“-artigen Kämpfen verbindet und das alles mit vielen Aufnahmen aus Berlin (einerseits weil in Babelsberg gedreht wurde, andererseits weil die Architektur zwischen Faschismus und Moderne einfach toll aussieht), etwas „Metropolis“-Style und Faschismus-Look garniert. Die meisten Kritiker mochten den Film nicht (der Rotten-Tomatoes-Frischegrad ist 40 Prozent), die wenigen Zuschauer (in Deutschland war’s eine DVD-Premiere) mochten den durchaus geschickt bekannte Versatzstücke miteinander verbindenden Film und die Phoenix Film Critics Society nominierte den Film in der Kategorie „Übersehener Film des Jahres“.

Kurt Wimmer verspielte seinen Credit in der SF-Szene mit dem komplett misslungenen SF-Film „Ultraviolet“, rehabilitierte sich etwas mit seinem “Total Recall”-Drehbuch und Christian Bale wurde Batman.

mit Christian Bale, Emily Watson, Taye Diggs, William Fichtner, Sean Bean, Dominic Purcell, Angus MacFadyen, Mehmet Kurtulus, David Hemmings

Wiederholung: Samstag, 23. März, 03.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Equilibrium“

Wikipedia über „Equilibrium“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kurt Wimmers Stephen-King-Verfilmung „Kinder des Zorns“ (Children of the Corn, USA 2020)

 


Neu im Kino/Filmkritik: Ist das Kunst oder „The Kill Room“?

März 21, 2024

Gordon Davis (Samuel L. Jackson) und sein Auftragskiller Reggie Pitt (Joe Manganiello) sind gut im Geschäft. Deshalb sucht Gordon nach einer weiteren Möglichkeit, ihr illegal erworbenes Geld so anzulegen, dass die Herkunft ohne große Verluste verschleiert wird. Gordon ist dabei das Gehirn. Er besorgt die Aufträge von der Mafia. Er betreibt als Tarnung eine Bäckerei. Als er zufällig erfährt, dass mit Kunst viel Geld gemacht werden kann und dass die Preise für Kunstwerke in einem gewissen Rahmen willkürlich festgelegt werden, sieht er eine Möglichkeit zur Geldwäsche. Er fragt die finanziell klamme New Yorker Galeristin Patrice Capullo (Uma Thurman) ob sie für ihn Geld waschen würde. Nach einem kurzen Zögern ist sie einverstanden. Aber sie besteht darauf, dass sie irgendwelche Kunstwerke haben muss. Die Qualität der Werke ist egal. Sie sollen der illegalen Geldwäsche lediglich einen legalen Anschein geben. Also beauftragt Gordon Reggie mit der Herstellung dieser Werke. Es sind dilletantische Farbkleksereien und Abfall-Installationen, die er als „The Bagman“ signiert.

Ungeahnt schnell werden die Werke von „The Bagman“ zum letzten Schrei in der New Yorker Kunstszene. Jeder Sammler will ein Bagman-Werk haben. Sie bieten Patrice Höchstpreise für die Werke des unbekannten, öffentlichkeitsscheuen Künstlers. Patrices Galerie wird belagert. Gordon fragt sich, wie er seine Geschäftidee, die unter dem Radar der Öffentlichkeit ablaufen soll, retten kann. Und der etwas tumbe Reggie genießt die Anerkennung, die er plötzlich als Künstler für seine Arbeit erhält, Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis der ganze Schwindel auffliegt.

The Kill Room“ ist einer dieser Filme, die meist direkt auf DVD/Blu-ray/Stream erscheinen und die man sich wegen der Hauptdarsteller als „werde ich mir irgendwann einmal ansehen“ notiert. In diesem Fall sind das Uma Thurman und Samuel L. Jackson. „The Kill Room“ ist ihr erster gemeinsamer Film seit Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“; – wobei sie, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, in dem Film keine gemeinsame Szene haben. Samuel L. Jackson ist immer angenehm anzusehen, aber besonders wählerisch ist er bei seiner Rollenwahl nicht. Uma Thurman war vor Jahrzehnten ein Star. Ihr letzter großer Film ist „Kill Bill“. Das war vor zwanzig Jahren. Seitdem drehte sie emsig weiter. Sie spielte in Lars von Triers „Nymphomaniac“ und „The House that Jack built“ mit. Aber diese beiden Filme hat man sich nicht wegen ihr, sondern wegen von Trier angesehen.

Wegen lobender Besprechungen wandert das B-Picture dann auf der Watchlist etwas weiter nach oben und man vergisst den Film, bis er im Fernsehen gezeigt wird. Weil er aber zu einem so ungünstigen Zeitpunkt gezeigt wird, vergisst man ihn wieder – und, ehrlich gesagt, man hat auch nichts großartiges verpasst. Aber, wenn einem kleine, launige Gaunerkomödie mit gut aufgelegten Schauspielen gefallen, wird man vergnügliche hundert Minuten haben.

Regisseurin Nicol Paone vermengt in „The Kill Room“ locker-flockig, durchgehend selbstironisch die snobistische Welt der Kunstwelt mit der Working-Class-Gangsterwelt. Dabei entfaltet die Galeristin schnell eine beachtliche kriminelle Energie. Und der tumbe Killer wird mit seinen primitiven Werken schnell zur Sensation. Das erinnert ein wenig an Tarantinos „Pulp Fiction“ (ohne die Gewalt und Tarantinos Dialoge) und mehr an Woody Allens Gaunerkomödie „Schmalspurganoven“ (Small Time Crooks, 2000), in der eine zur Tarnung eröffnete Bäckerei gewinnbringender als der geplante Bankraub ist.

The Kill Room (The Kill Room, USA 2023)

Regie: Nicol Paone

Drehbuch: Jonathan Jacobsen

mit Uma Thurman, Samuel L. Jackson, Joe Manganiello, Maya Hawke, Debi Mazar, Dree Hemingway

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Kill Room“

Metacritic über „The Kill Room“

Rotten Tomatoes über „The Kill Room“

Wikipedia über „The Kill Room“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Ghostbusters: Frozen Empire“ muss besiegt werden

März 21, 2024

Der vorherige „Ghostbusters“-Film „Legacy“ (Ghostbusters: Afterlife, USA 2021) wirkte wie eine gelungene Staffelübergabe an eine neue Generation Geisterjäger. Regisseur Jason Reitman verlegte die Handlung ins ländliche Oklahoma, führte eine neue Generation teils jugendlicher Ghostbusters ein und zitierte nebenbei das Original so, dass die Zitate niemals störten. Danach hätte es, während das alte Team seinen Ruhestand genießt, mit dem neuen Team weitergehen können. Aber jetzt sind wir mit der Fortsetzung „Frozen Empire“ gefangen in einem Film, der wie ein liebloses Abhaken der Wunschliste der „Ghostbusters“-Fans wirkt.

Die Geschichte von „Frozen Empire“ spielt, wie die Prä-“Legacy“-Filme, in New York. Die in „Legacy“ eingeführte Spengler-Familie und ihre Freunde aus Summerville, Oklahoma, sind in New York. Die Spenglers, also die superschlaue Phoebe, ihr älterer Bruder Trevor, ihre Mutter Callie und ihr Freund Gary Grooberson, leben in Tribeca in der altbekannten Ghostbusters-Zentrale und sie jagen Geister. Regisseur Gil Kenan, der bei „Legacy“ Co-Drehbuchautor war und 2015 das überflüssige „Poltergeist“-Remake inszenierte (ein Film, den auch Sam Rockwell nicht retten konnte), übernahm die Regie. Sein Film beginnt mit einer großen Actionszene, die auch gleichzeitig der Action-Höhepunkt ist. Dafür hat das Finale mit den aus dem Trailer bekannten Bildern vom vereisten New York die besseren Bilder. Am Filmanfang jagt die Spengler-Familie im altbekannten Ghostbuster-Mobil Ecto-1 am helllichten Tag durch die engen Gassen von Manhattan den Hell’s Kitchen Kanaldrachen, den sie letztendlich fangen können. Bis dahin missachten sie ungefähr jede Verkehrsregel und sie hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Danach mäandert die Story ziellos zwischen mehr oder weniger schrecklichen Auftritten von teils bekannten Geistern, lahmen Witzen, der Vorbereitung des Auftritts des Oberbösewichts Garraka und dem Vorstellen der vielen, vielen, sehr vielen Ghostbusters.

In „Legacy“ konzentrierte sich die Geschichte auf die damals zwölfjährige Phoebe und ihre Familie. Das war ein überschaubares Ensemble, in dem jede Figur im Gedächtnis blieb. In „Frozen Empire“ sind alle, die jemals zu den Ghostbusters gehörten, sofern sie nicht verstorben sind, dabei.

Aus „Ghostbusters: Legacy“ sind

Mckenna Grace als Phoebe Spengler,

Finn Wolfhard als Trevor Spengler,

Carrie Coon als Callie Spengler,

Paul Rudd als Gary Grooberson

Logan Kim als Podcast und

Celeste O’Connor als Lucky Domingo

wieder dabei. Das sind alle Figuren, die vor drei Jahren in „Legacy“ als Haupt- und Nebengeisterjäger in das „Ghostbusters“-Universum eingeführt wurden.

Aus dem ersten „Ghostbusters“-Filmen sind

Bill Murray als Dr. Peter Venkman,

Dan Aykroyd als Dr. Raymond Stantz,

Ernie Hudson als Dr. Winston Zeddemore,

Annie Potts als Janine Meinitz und, auch wenn er kein Geisterjäger, sondern ein Geisterjäger-Jäger ist,

William Atherton als Bürgermeister Walter Peck

dabei.

In „Legacy“ hatte sie kurze, ans Ende geklatschte Cameo-Auftritte, die für den Film egal, für die Werbung und das Fanherz wichtig waren. Dieses Mal haben sie umfangreichere, für die Geschichte wichtigere Rollen.

Und, als ob das nicht genug Ghostbuster wären, führt Regisseur Gil Kenan noch einige weitere Ghostbusters ein. Nämlich

Kumail Nanjiani als Nadeem Razmaadi,

James Acaster als Lars Pinfield und wenn ich jetzt vielleicht einen weiteren Neuzugang vergessen habe, dann tut es mir leid. Irgendwann geht der Überblick verloren und aus individuellen, wiedererkennbaren Figuren, mit denen man mitfiebert, wird nur noch eine Masse austauschbarer Fußsoldaten. Patton Oswalt hat, obwohl er im Trailer prominent auftaucht, nur einen Auftritt als Dr. Hubert Wartzki. Und das ist gut so.

Acaster arbeitet in Winston Zeddemores Paranormal Research Center. Das baute er in den vergangenen Jahren als zweiten Standort neben dem Ghostbusters-Hauptquartier auf (Frag nicht. Ist halt so.). Neben dem altbekannten Ghostbusters-Hauptquartier ist Zeddemores Forschungszentrum ein zweiter wichtiger Handlungsort.

Razmaadi ist ein Taugenichts, der am Anfang der Horrorkomödie ein Erbstück verkauft, ohne zu wissen, dass in der fußballgroßen Kugel seit Jahrzehnten der Dämon Garraka gefangen ist. Garraka ist der Anführer der Untoten. In Sekundenbruchteilen kann er Menschen zu Eis gefrieren lassen. Falls er sich aus der Kugel befreit, könnte sein Auftauchen das Ende der Welt bedeuten. Im Lauf des Films erfährt Razmaadi einiges über seine Familie. Am Ende gehört er zu den Geisterjägern.

Das sind jetzt zwölf Ghostbuster, die alle im Finale irgendetwas tun müssen. Auch wenn der geneigte Zuschauer sich nachher fragt, was denn diese Figur im Finale genau getan hat.

Der Weg bis zum Finale, in dem die Ghostbusters gegen Garraka kämpfen und Manhattan, New York und die Welt retten wollen, gestaltet sich arg langwierig. Das liegt auch daran, dass Garraka erst im Finale auftaucht und dann schwuppdiwupp New York und seine Bewohner gefrieren lässt. Bis dahin gibt es einige Hinweise auf sein Auftauchen, das Auftauchen anderer Geister, Witzeleien und jeder Ghostbuster darf einmal durch das Bild laufen.

Das Ergebnis ist das als Horrorkomödie getarnte Abarbeiten einer Checkliste. Lustlos, ohne besonderes Engagement und mit viel zu vielen Geisterjägern. Als Auftakt für eine TV-Serie mag das funktionieren. Als Spielfilm nicht.

Ghostbusters: Frozen Empire (Ghostbusters: Frozen Empire, USA 2024)

Regie: Gil Kenan

Drehbuch: Gil Kenan, Jason Reitman (basierend auf dem 1984er Film „Ghostbusters“ von Ivan Reitman [Regie], Dan Aykroyd [Drehbuch] und Harold Ramis [Drrehbuch])

mit Mckenna Grace, Finn Wolfhard, Carrie Coon, Paul Rudd, Logan Kim, Celeste O’Connor, Bill Murray, Dan Aykroyd, Ernie Hudson, Annie Potts, William Atherton, Kumail Nanjiani, James Acaster, Patton Oswalt, Emily Alyn Lind

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Ghostbusters: Frozen Empire“

Metacritic über „Ghostbusters: Frozen Empire“

Rotten Tomatoes über „Ghostbusters: Frozen Empire“

Wikipedia über „Ghostbusters: Frozen Empire“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Feigs „Ghostbusters“ (Ghostbuster, USA 2016) (Ach, war der gut.)

Meine Besprechung von Gil Kenans Remake „Poltergeist“ (Poltergeist, USA 2015)


TV-Tipp für den 21. März: Alice im Wunderland

März 20, 2024

Disney Channel, 20.15

Alice im Wunderland (Alice in Wonderland, USA 2010)

Regie: Tim Burton

Drehbuch: Linda Woolverton

LV: Lewis Carroll: Alice’s Adventures in Wonderland, 1865 (Alice im Wunderland), Through the Looking-Glass, 1871 (Alice hinter Spiegeln)

Tim Burtons Interpretation der allseits bekannten Geschichte von Alice, die als Kind im Wunderland phantastische Figuren trifft und phantastische Abenteuer erlebt. Bei Burton kehrt sie als junge Erwachsene zurück in das Wunderland, wo sie ihre alten Freunde wieder trifft und ihnen beim Kampf gegen die böse Rote Königin helfen soll.

mit Mia Wasikowska, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Crispin Glover, Matt Lucas

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alice im Wunderland“

Wikipedia über „Alice im Wunderland“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tim Burtons “Frankenweenie” (Frankenweenie, USA 2012, nach einem Drehbuch von John August)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Big Eyes“ (Big Eyes, USA 2014)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Die Insel der besonderen Kinder“ (Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children, USA 2016)

Meine Besprechung von Tim Burtons „Dumbo“ (Dumbo, USA 2019)

Tim Burton in der Kriminalakte


(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: „Stop Making Sense“, das ist ein Auftritt der Talking Heads

März 20, 2024

Regulär startet die grandios aussehende 4K-Restaurierung von Jonathan Demmes „Stop Making Sense“ erst am 28. März. Aber bereits am 22., 23. und 24. März gibt in zahlreichen Kinos Previews, für die sich bereits einige Tage vorher einige Karten gekauft werden können. Und, ja, es lohnt sich, den Konzertfilm wieder oder erstmals im Kino zu sehen. Nicht umsonst wird „Stop Making Sense“ immer noch, vierzig Jahre nach seiner Premiere, als einer der besten Konzertfilme genannt. Das liegt an der betont minimalistischen Inszenierung. Nichts lenkt von dem Konzert der Talking Heads und seiner ebenso einfachen, wie durchdachten, schlüssigen und überzeugenden Dramaturgie ab. Jonathan Demme verzichtet auf die bei Rockkonzerten immer wieder nervende Kamera, die hektisch wackelt und zoomt als gäbe es kein Morgen und die nur eine Aufgabe erfüllt: vom Spiel der Band abzulenken. Gleiches gilt für die Bilder vom begeistert klatschendem und mitgröhlendem Publikum. In „Stop Making Sense“ ist das Publikum erst am Filmende für einige Sekunden zu sehen. Bis dahin wird nur die Bühne und was auf ihr geschieht, gezeigt. Ohne Brimborium und von der Musik und dem Spiel der Musiker ablenkenden Effekthaschereien.

An drei Abenden im Dezember 1983 nahm „Das Schweigen der Lämmer“-Regisseur Jonathan Demme mit sieben Kameras im Pantages Theater in Hollywood, Los Angeles, die Konzerte der Talking Heads auf. Dabei konzentrierten sich die Kameras an jedem Abend auf einen anderen Teil der Bühnenpräsentation. Deshalb sehen wir in den Totalen von der Bühne keine Kameras auf der Bühne. Damit es beim späteren Zusammenschnitt keine Probleme mit den Outfits der Musiker gab, trugen sie während der Konzerte immer das gleiche Outfit. Bevorzugt nicht reflektierende dunkle oder neutrale Kleidung. Kein Bandmitglied sollte besonders hervorhoben werden und so den Gesamteindruck stören. Für die Abwesenheit von Publikumsbildern gibt es, auch wenn heute unklar ist, ob das von Anfang an so geplant oder eine glückliche Fügung war, eine einfache Erklärung. An einem Abend wurden auch das Publikum aufgenommen. Dafür musste im Saal Licht eingeschaltet werden. In dem beleuchteten Saal und vor den Kameras reagierte das Publikum verhaltener als in den anderen Shows und die Band spielte, so heißt es, ihr vielleicht schlechtestes Konzert.

Es waren also einige Zufälle und technische Notwendigkeiten, die zu dem gelungenen Gesamteindruck beitragen. Dass an mehreren Abende gefilmt wurde, half. Ebenso dass die Talking Heads für dieses Konzert ein ebenso einfaches, wie überzeugendes, in der vorherigen Tour erprobtes Konzept hatten. Mit jedem Song, beginnend mit David Byrnes Solo-Interpretation von „Psycho Killer“, betreten weitere Bandmitglieder die Bühne. Bühnenarbeiter schieben während der einzelnen Songs immer mehr Bühnenteile und Instrumente auf die zunächst leere Bühne. Später verändert sich das Bühnenbild mit minimalen Mitteln. Während des Konzerts werden auf die hintere Wand der Bühne nur einige Bilder projeziert. Das Bühnenlicht setzt einige Akzente. Es gibt eine schon damals schreiend altertümliche Stehlampe. Und David Byrne tritt in einem Big Suit auf.

Dabei fällt in der Physiognomie eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen Band-Mastermind David Byrne und „Oppenheimer“-Schauspieler Cillian Murphy auf. Falls es also demnächst ein Biopic über die Talking Heads gibt, wäre der Hauptdarsteller schon gefunden.

Für die jetzige Kinopräsentation wurde der Film vom Original-Negativ, das seit 1992 unangetastet bei MGM im Filmlager lag, in 4K und Dolby Atmos restauriert. Das Ergebnis überzeugt restlos und die Musik, über die ich jetzt kein Wort verloren habe, ist immer noch grandios.

Stop Making Sense (Stop Making Sense, USA 1984)

Regie: Jonathan Demme

Drehbuch: Jonathan Demme, Talking Heads

mit David Byrne, Chris Frantz, Jerry Harrison, Tina Weymouth, Ednah Holt, Lynn Mabry, Steve Scales, Alex Weir, Bernie Worrell

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Regulärer Kinostart: 28. März 2024

Die Previews (sortiert nach Ort, Tag, Kino – Mein Tipp: das größte Kino mit dem besten Sound wählen)

Aachen Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Capitol (Cineplex)

Aschaffenburg Freitag, 22.03.2024 20.30 Uhr Casino

Augsburg Samstag, 23.03.2024 21.00 Uhr Liliom

Bayreuth Freitag, 22.03.2024 19.00 Uhr Cineplex

Berlin Freitag, 22.03.2024 21.30 Uhr Babylon Kreuzberg

Berlin Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Cineplex Titania

Berlin Freitag, 22.03.2024 18.00 Uhr Kant-Kino

Berlin Samstag, 23.03.2024 18.00 Uhr Kant-Kino

Berlin Samstag, 23.03.2024 23.00 Uhr Zoo-Palast

Berlin Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Zoo-Palast

Berlin Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Collosseum

Berlin Samstag, 23.03.2024 22.30 Uhr Collosseum

Bochum Samstag, 23.03.2024 21.00 Uhr Metropolis

Bonn Samstag, 23.03.2024 21.00 Uhr Rex

Bremen Freitag, 22.03.2024 20.30 Uhr Schauburg

Bremen Sonntag, 24.03.2024 17.00 Uhr Schauburg

Burghausen Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Quadroscope

Dettelbach Samstag, 23.03.2024 22.45 Uhr Cineplex Cineworld

Dettelbach Freitag, 22.03.2024 18.00 Uhr Cineplex Cineworld

Dresden Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Cineplex Rundkino

Dresden Samstag, 23.03.2024 21.00 Uhr Programmkino Ost

Düsseldorf Freitag, 22.03.2024 21.30 Uhr Cinema

Düsseldorf Samstag, 23.03.2024 21.30 Uhr Cinema

Erding Freitag, 22.03.2024 18.00 Uhr Cineplex

Feuchtwangen Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Regina Kulturkino

Frankfurt Freitag, 22.03.2024 20.30 Uhr Harmonie

Gauting Freitag, 22.03.2024 20.15 Uhr Breitwand

Gelsenkirchen Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Apollo

Halle/Saale Freitag, 22.03.2024 21.00 Uhr Puschkino

Hamburg Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Abaton

Hamburg Freitag, 22.03.2024 20.30 Uhr Astor Hafencity

Hamburg Samstag, 23.03.2024 19.45 Uhr Savoy

Hamburg Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Zeise-Kinos

Hannover Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Apollo

Hannover Samstag, 23.03.2024 22.30 Uhr Apollo

Kassel Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Filmpalast

Kiel Samstag, 23.03.2024 22.30 Uhr Studio Filmtheater

Köln Samstag, 23.03.2024 21.00 Uhr Odeon

Leipzig Samstag, 23.03.2024 21.45 Uhr Kinobar Prager Frühling

Lörrach Freitag, 22.03.2024 19.00 Uhr Cineplex

Lübeck Freitag, 22.03.2024 20.30 Uhr Kommunales Kino

Lübeck Samstag, 23.03.2024 20.30 Uhr Kommunales Kino

Lüneburg Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Filmpalast

Mannheim Freitag, 22.03.2024 19.30 Uhr Cineplex

Marburg Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Cineplex

München Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr City-Kinos

Münster Samstag, 23.03.2024 22.30 Uhr Cinema

Neu-Ulm Freitag, 22.03.2024 19.00 Uhr Dietrich-Theater

Neufahrn Freitag, 22.03.2024 18.00 Uhr Cineplex

Neustadt ad Weinstr Freitag, 22.03.2024 19.30 Uhr Cineplex

Nürnberg Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Casablanca

Oldenburg Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Casablanca

Oldenburg Samstag, 23.03.2024 18.00 Uhr Casablanca

Paderborn Freitag, 22.03.2024 22.00 Uhr Pollux Cineplex

Stuttgart Freitag, 22.03.2024 22.30 Uhr Atelier am Bollwerk

Wiesbaden Freitag, 22.03.2024 00.00 Uhr Thalia-Hollywood

Wuppertal Freitag, 22.03.2024 20.00 Uhr Rex

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Stop Making Sense“

Metacritic über „Stop Making Sense“

Rotten Tomatoes über „Stop Making Sense“

Wikipedia über „Stop Making Sense“ (deutsch, englisch) und die Talking Heads (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jonathan Demmes „Ricki – wie Familie so ist“ (Ricki and the Flash, USA 2015)