
„Biokrieg“ (The Windup Girl) erhielt unter anderem den Hugo Award, den John W. Campbell Memorial Award, den Locus Award, den Nebula Award und den Kurd-Laßwitz-Preis.

„Biokrieg“ (The Windup Girl) erhielt unter anderem den Hugo Award, den John W. Campbell Memorial Award, den Locus Award, den Nebula Award und den Kurd-Laßwitz-Preis.
Nitro, 20.15
Der Sinn des Lebens (Monty Python’s The Meaning of Life, Großbritannien 1983)
Regie: Terry Jones
Drehbuch: Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin
Was ist der Sinn des Lebens? In ihrem letzten Spielfilm beantwortet Monty Python diese Frage mit den nötigen Ernst und vielen zum Nachdenken anregenden Beispielen.
mit Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Der Sinn des Lebens“
Wikipedia über „Der Sinn des Lebens“ (deutsch, englisch) und über Monty Python (deutsch, englisch)
YouTube-Kanal von Monty Python (und wer mit dem Englischen Probleme hat, muss einfach seine Wunschsprache eingeben)
Monty Python’s Completely Useless Web Site (und außerdem nicht autorisiert)
Arte, 20.15
Berüchtigt (Notorious, USA 1946)
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Ben Hecht
Ein romantischer Thriller über eine Frau, die als Tochter eines Nazis zwischen zwei Männern steht (naja, am Ende eher liegt): einem FBI-Agenten, der Nazis jagt und sie daher undercover zu einem Freund ihres Vaters schicken will, und einem Schurken, der sie heiraten will. Oder in den Worten der großen Filmkritikerin Frieda Grafe: in dem Film geht es „um Männer, die Frauen verachten, weil sie tun, wozu Männer sie zwingen.“
Truffaut nannte „Notorious“ Hitchcocks Quintessenz. Recht haben beide.
In Deutschland wurde “Berüchtigt”in den Fünfzigern als “Weißes Gift” gestartet und aus den Nazis wurden Drogenhändler. Später wurde die Synchronisation geändert.
Mit Ingrid Bergman, Gary Grant, Claude Rains, Louis Calhern
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Berüchtigt“
Wikipedia über „Berüchtigt“ (deutsch, englisch) und über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)
Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″
Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)
Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock” (2010)
Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)
Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)
Mitten im halbverregneten Sommer präsentiert Deutschlandfunk Kultur in gewohnter Zuverlässigkeit die monatliche Krimibestenliste. Folgende Krimis, alles Übersetzungen, vor allem aus dem Englischen, werden empfohlen:
1 (–) Ross Thomas: Die Narren sind auf unserer Seite
(Aus dem Englischen von Gisbert und Julian Haefs)
Alexander, 580 Seiten, 20 Euro
2 (1) Megan Abbott: Wage es nur!
(Aus dem Englischen von Karen Gerwig)
Pulp Master, 342 Seiten, 16 Euro
3 (10) Liza Cody: Die Schnellimbissdetektivin
(Aus dem Englischen von Iris Konopik)
Ariadne/Argument, 351 Seiten, 18 Euro
4 (6) Liz Nugent: Seltsame Sally Diamond
(Aus dem Englischen von Kathrin Razum)
Steidl, 391 Seiten, 26 Euro
5 (2) Lisa Sandlin: Der Auftrag der Zwillinge
(Aus dem Englischen von Andrea Stumpf)
Suhrkamp, 366 Seiten, 17 Euro
6 (–) Davide Longo: Am Samstag wird abgerechnet
(Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner und Felix Mayer)
Rowohlt, 391 Seiten, 26 Euro
7 (–) Colin Niel: Darwyne
(Aus dem Französischen von Anne Thomas)
Suhrkamp, 303 Seiten, 18 Euro
8 (–) Leonardo Padura: Anständige Leute
(Aus dem Spanischen von Peter Kultzen)
Unionsverlag, 398 Seiten, 26 Euro
9 (9) Chris Whitaker: In den Farben des Dunkels
(Aus dem Englischen von Conny Lösch)
Piper, 589 Seiten, 24 Euro
10 (3) Fred Vargas: Jenseits des Grabes
(Aus dem Französischen von Claudia Marquardt)
Limes, 526 Seiten, 26 Euro
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
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Schön, dass es Ross Thomas auf die Liste geschafft hat; ungefähr mit der Begründung die ich vor der Veröffentlichung der Bestenliste in meinem Entwurf für die Buchkritik (demnächst) auch reingeschrieben habe. Nämlich dass der Roman als „Unsere Stadt muss sauber werden“ bereits in Deutschland veröffentlicht wurde, die Fassung aber so radikal auf 144 Seiten gekürzt war, dass in diesem Fall die Neuübersetzung eigentlich als Erstübersetzung betrachtet werden sollte. Da schrieb ich, dass „Die Narren sind auf unserer Seite“ wohl nicht in die Krimibestenliste aufgenommen wird, aber aufgenommen werden sollte.
Außerdem ist mir dieses Mal aufgefallen:
Kein Buch auf der Bestenliste hat unter 300 Seiten
Sieben Bücher haben zwischen 300 und 400 Seiten (wobei drei Bücher in der gedruckten Ausgabe auf jeweils 400 Seiten kommen)
Kein Buch hat zwischen 400 und 500 Seiten
Drei Bücher haben über 500 Seiten, zwei davon haben fast jeweils 600 Seiten.
Das sind definitiv keine „Das lese ich schnell an einem Abend“-Längen und, wenn man noch etwas anderes tut, oft auch keine „Das lese ich locker am Wochenende“-Längen.
Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen!
Pro7, 20.15
Prey (Prey, USA 2022)
Regie: Dan Trachtenberg
Drehbuch: Patrick Aison (nach einer Geschichte von Patrick Aison und Dan Trachtenberg, basierend auf Figuren von Jim Thomas und John Thomas)
September 1719, USA (vor der Gründung), Northern Great Plains, im Siedlungsgebiet der Comanchen: die Kriegerin Naru (Amber Midthunder) jagt allein ein Tier, das nach den Spuren, das es hinterläßt, kein Bär ist. Es ist – was sie nicht weiß – ein aus dem Weltall kommender, meist unsichtbarer und anscheinend unbesiegbarer Predator.
TV-Premiere. Nach vielen bestenfalls mediokren „Predator“-Filmen endlich ein „Predator“-Film, der es mit dem ersten „Predator“-Film aufnehmen kann und der aus unverständlichen Gründen ohne Kinoauswertung gleich verstreamt wurde.
Hochspannendes Western/Horror/Science-Fiction-B-Picture, das schnörkellos seine Geschichte mit einer starken Heldin vor einer prächtigen Naturkulisse erzählt.
Achtung: Wahrscheinlich wird um 20.15 Uhr eine stark gekürzte Version des FSK-16-Films ausgestrahlt. Die Nachtwiederholung sollte ungekürzt sein.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung
mit Amber Midthunder, Dakota Beavers, Stormee Kipp, Michelle Thrush, Julian Black Antelope
Wiederholung: Samstag, 10. August, 00.55 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Wikipedia über „Prey“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)
Meine Besprechung von Dan Trachtenbergs „10 Cloverfield Lane“ (10 Cloverfield Lane, USA 2016)
Meine Besprechung von Dan Trachtenbergs „Prey“ (Prey, USA 2022)
SWR, 21.50
El Dorado (El Dorado, USA 1966)
Regie: Howard Hawks
Drehbuch: Leigh Brackett
LV: Harry Brown: The Stars in their Courses, 1960
Ein versoffener Sheriff, ein behinderter Gunfighter und ein junger Messerwerfer legen sich mit der Bande eines skrupellosen Viehbarons an. Ihre Chancen den Kampf zu überlegen tendieren gegen Null.
Als Howard Hawks „Rio Bravo“ drehte, hatten sie beim Dreh viele gute Ideen, die allerdings nicht in diesen Film passten. Mit Leigh Brackett schrieb er dann, mit diesen Ideen, „El Dorado“; einen weiteren Western-Klassiker. Der dieses Mal sogar sehr witzig ist.
„‘El Dorado’ ist ein Film gegen ‘Rio Bravo’, wie ‘Rio Bravo’ ein Film gegen ‘High Noon’ war. (…) [‚El Dorado‘ ist] die radikale Entglorifizierung des Westernhelden.“ (Enno Patalas, Filmkritik 10/1967)
mit John Wayne, Robert Mitchum, James Caan, Charlene Holt, Michele Carey, Arthur Hunnicutt, R. G. Armstrong, Edward Asner
Hinweise
Rotten Tomatoes über „El Dorado“
Wikipedia über „El Dorado“ (deutsch, englisch)
Combustible Celluloid über “El Dorado”
Meine Besprechung von Leigh Bracketts „Das lange Morgen“ (The Long Tomorrow, 1955)


Die Hoffnungen waren riesig. Es wurde sogar vom Ende der Geschichte gesprochen. Denn jetzt war klar, welches System das bessere war. Der Kapitalismus hatte den Kommunismus besiegt. Und Autoren von Agentengeschichten standen vor der großen Sinnkrise. Mit der Implosion des Ostblocks war der seit Jahrzehnten gepflegte Gegner verschwunden. Der Kalte Krieg, der über Jahrzehnte der zuverlässige Hintergrund für spannende Agentengeschichten war, war vorüber.
Nach einer kurzen Besinnungspause, schrieben Autoren wie John le Carré weitere Romane. Manchmal führten ihre Thriller zurück in die Welt des Kalten Kriegs. Meistens beschäftigten sie sich mit aktuellen Problemen und erkundeten verstärkt andere Ecken der Welt und Konfliktherde.
Auch James Bond, der Geheimagent ihrer Majestät mit der Lizenz zum Töten, machte nach einer längeren Pause weiter. Erst 1995 lief der erste James-Bond-Film nach dem Ende des Kalten Kriegs im Kino an.
„GoldenEye“ war auch der erste Bond-Film mit Pierce Brosnan als 007.
Seit dem vorherigen Bond-Films „Lizenz zum Töten“, für den John Gardner ebenfalls einen Roman zum Film schrieb, waren epische sechs Jahre vergangen. Das war bis dahin die längste Pause zwischen zwei Bond-Filmen. Der untypische Bond-Film „Lizenz zum Töten“ erschien im Sommer 1989. Bond kämpft gegen einen südamerikanischen Drogenhändler. Das ist ein schmutziger, brutaler Bond-Film, mit einem Bond, der auf eigene Faust ermittelt und Selbstjustiz übt. Inzwischen kann „Lizenz zum Töten“ als gelungene Vorstudie für die Daniel-Craig-Bond-Ära und für den letzten Craig-Bond „Keine Zeit zu sterben“ gesehen werden.
Vor dem Kinostart von „GoldenEye“ – die Premiere war am 13. November 1995 in New York, der deutsche Kinostart war am 28. Dezember 1995 – fragten sich alle, ob James Bond überhaupt noch relevant oder ein Relikt aus dem Kalten Krieg sei. „GoldenEye“ war dann das gelungene Update der Serie und die gelungene Einführung eines neuen James Bond. John Gardner, der damals bereits seit 1981 James-Bond-Romane schrieb, durfte seinen zweiten James-Bond-Filmroman schreiben.
General Ourumov und die ebenso schöne wie gefährliche Killerin Xenia Onatopp, die zur russischen Geheimorganisation/Verbrecherorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu dem Weltraumsatellitensystem „GoldenEye“ verschafft. Damit können sie die Welt in ein Chaos stürzen. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner globalen Hatz nach den Verbrechern trifft er auf schöne Frauen, schießwütige Soldeten und einen alten, totgeglaubten Bekannten.
Der von Martin Campbell inszenierte Film ist eine unterhaltsame Tour durch die vorherigen Bond-Filme mit einigen spektakulären Stunts, wie einem immer noch atemberaubendem Sprung von einem Staudamm und einer zerstörischen Panzerfahrt durch Sankt Petersburg, schönen Frauen, touristischen Locations und witzigen One-Linern. Pierce Brosnan überzeugt als neuer Bond für ein neues Jahrzehnt und eine neue Generation von Zuschauern.
Gardners Roman zum Film ist ein erstaunlich lustloses Werk, das nur für den Komplettisten wichtig ist. Der Text liest sich wie ein unter höchstem Zeitdruck herausgehauenes Werk, für das Gardner neben dem Drehbuch über keine weiteren Informationen über den Film oder Bilder von den Dreharbeiten verfügte. Er verzichtet, weil sie im Film anders als in seinem Buch aussehen könnten, auf jegliche Beschreibungen von Menschen und Orten.
Neueinsteiger sollten unbedingt, je nachdem, wo sie gerade einsteigen und weiterlesen wollen, zuerst einen anderen Bond-Roman von John Gardner oder irgendeinen Bond-Roman lesen. Es ist in diesem Fall fast egal, wo sie beginnen, aber natürlich sind die Bond-Romane von Ian Fleming und Anthony Horowitz (der bei seinen Bond-Romanen auf Ideen von Fleming zurückgriff) gute Startpunkte. Ebenso die anderen Bond-Romane von John Gardner. Gardner schrieb von 1981 bis 1996 vierzehn eigene James-Bond-Romane. Er versetzte Bond in die damalige Gegenwart der achtziger und neunziger Jahre.
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Wenige Wochen vor „GoldenEye“ erschien Gardners letzter Bond-Roman „KALT“ erstmals auf Deutsch. Im Original erschien er 1996.
Der Thriller spielt 1990 und 1994 und bevor Bonds Vorgesetzter M von einem Mann zu einer Frau wurde; also vor „GoldenEye“. Am Ende von „KALT“ fährt Bond zu seinem ersten Treffen mit der neuen M, die für uns immer wie Judi Dench aussehen wird.
James Bond wird nach Washington geschickt. Dort explodierte während der Landung auf dem Dulles International Airport eine vollbesetzte Passagiermaschine von Bradbury Airlines. Schon als Bond und M das Unglück am Fernseher sehen, wissen sie, dass es sich um einen Anschlag handelt. Aber sie wissen nicht wer ihn warum verübte.
In Washington trifft er Principessa Sukie Tempesta, eine frühere Geliebte von ihm. Sie hätte, wie der Selfmade-Multimillionär Harley Bradbury, der Besitzer der Airline, in dem Flugzeug hätte sitzen sollen. Kurz darauf stirbt Sukie durch eine Autobombe.
Bond will mehr über ihren Tod herausfinden.
Als Täter bieten sich die Familie Tempesta und die geheminisumwitterte Organisation KALT an. Die Tempestas sind eine italienische Verbrecherfamilie, die so sehr im Hintergrund operiert, dass sie bislang von den Geheimdiensten übersehen wurde. KALT ist die Abkürzung für eine geheimnisvolle Organisation, die sich „Kinder der Allerletzten Tage“ nennt. Zu ihr gehören Verbrecher jeglicher Couleur, die durch die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden aus dem Geschäft gedrängt wurden und jetzt, so erklärt es der FBI-Beamte Rhabb Bond, eine Mission haben: „Diese Leute glauben, dass die einzige Möglichkeit, das Verbrechen zu bekämpfen, darin besteht, Kriminelle in die Regierung zu bringen. Diese netten Leute, die an der Spitze von KALT stehen, wollen, dass das Land fast wie ein Polizeistaat geführt wird. Sie nennen sich selbst Kinder der Allerletzten Tage, weil sie glauben, dass wir uns in der Endzeit befinden, die der Demokratie ein Ende bereiten wird.“
Ihre Methoden sind die von Mafiosi. Und eine Zusammenarbeit zwischen KALT und der Familie Tempesta wäre für die Demokratie ein Alptraum.
Auf Einladung von Toni Nicolletti, einer FBI-Undercover-Agentin, die sich über mehrere Jahre das Vertrauen der Tempestas erschlich, besucht Bond die in der Toskana abgelegen am Lago di Massaciuccoli gelegene Villa der Tempestas.
Im Gegensatz zu anderen Bond-Geschichten, in denen Bond von seinem Vorgesetzten M einen Auftrag bekommt und er diesen dann erfüllt, steht Bond hier mehr am Rand des Geschehens. Zuerst soll er in einem Team mit anderen Agenten und Spezialisten aus mehreren Ländern herausfinden, wie und warum das Flugzeugunglück geschah. Später hilft er in der Villa der Tempestas einer anderen Agentin und auch ins Finale wird er primär als Mitglied einer größeren Operation geschoben. Das und dass die Geschichte sich in zwei Teile teilt, von denen der 1990 spielende Teil der umfangreichere Teil des Thrillers ist, macht „KALT“ zu einem ungewöhnlichen Bond-Roman mit einem etwas blassem Gegner. Dafür ist deren teuflischer, im Buch nur skizzierter Plan fast schon eine prophetische Vorwegnahme aktueller Probleme.
„KALT“ ist der würdige Abschluss von John Gardners James-Bond-Serie, die immer noch im Schatten von Ian Flemings Werk steht.
–
John Gardner: James Bond 007: GoldenEye
(übersetzt von Johannes Neubert)
Cross Cult, 2024
288 Seiten
18 Euro
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Originalausgabe
GoldenEye
Hodder & Stoughton, 1995
–
Die Vorlage
James Bond 007: GoldenEye (GoldenEye, Großbritannien 1995)
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)
mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen, Judi Dench, Gottfried John, Joe Don Baker, Robbie Coltrane, Alan Cumming, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen,
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John Gardner: James Bond 007: KALT
(übersetzt von Johannes Neubert)
Cross Cult, 2024
352 Seiten
18 Euro
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Originalausgabe
COLD
Hodder & Stoughton, 1996
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Hinweise
Wikipedia über John Gardner (deutsch, englisch), „GoldenEye“ (deutsch, englisch), die Figur James Bond (deutsch, englisch), die James-Bond-Romane und die James-Bond-Filme (deutsch, englisch)
zu James-Bond-Romanen
Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)
Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)
Meine Besprechung von Kim Sherwoods „Doppelt oder nichts“ (Double or nothing, 2022)
zu James-Bond-Filmen
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)
zu anderem James-Bond-Zeug
Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)
Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)
James Bond in der Kriminalakte
Ian Fleming in der Kriminalakte
BR, 22.50
Gosford Park (Gosford Park, Großbritannien/Italien/USA/Deutschland 2001)
Regie: Robert Altman
Drehbuch: Julian Fellowes (nach einer Idee von Robert Altman und Bob Balaban)
Auf dem Landsitz Gosford Park trifft sich eine Jagdgesellschaft mit ihrer Dienerschaft. Als der Hausherr ermordet wird, muss ein Inspektor den Mörder suchen.
Sehr gelungene Gesellschaftskomödie mit einem Hauch Agatha Christie und einem „Was? Die ist auch dabei?“-Ensemble.
Der Film erhielt, neben vielen anderen Preisen, den BAFTA als bester Film, eine Golden Globe für die Regie, einen Oscar für das Drehbuch und die Screen Actors Guild zeichnete gleich das gesamte Ensemble aus.
Drehbuchautor Julian Fellowes ist auch der Erfinder von „Downtown Abbey“.
mit Maggie Smith, Michael Gambon, Kristin Scott Thomas, Camilla Rutherford, Charles Dance, Geraldine Somerville, Tom Hollander, Natasha Wightman, Jeremy Northam, Bob Balaban, James Wilby, Claudie Blakley, Laurence Fox, Ryan Phillippe, Stephen Fry, Kelly Macdonald, Clive Owen, Helen Mirren, Eileen Atkins, Emily Watson, Alan Bates, Derek Jacobi, Richard E. Grant
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Gosford Park“
Wikipedia über „Gosford Park“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Ron Manns Doku „Altman“ (Altman, Kanada 2014)
„Berlin Nobody“ ist kein Thriller und auch kein Krimi. Er hat zwar die Zutaten für einen Thriller – Leichen, viele Leichen, ermittelnde Kriminalbeamte, ein Uni-Professor, der Teil der Ermittlungen ist, eine Sekte, die irgendetwas mit den Morden zu tun hat, eine böse Sektenführerin und eine junge Frau (die Tochter des Professors), die in die Fänge der Sekte gerät – , aber „Berlin Nobody“ ist ein zähes, absolut vorhersehbares und absurdes Drama.
Im Mittelpunkt stehen Ben Monroe, seine Tochter Mazzy und eine Endzeit-Sekte. Der allein lebende, kürzlich geschiedene Professor Ben Monroe (Eric Bana) unterrichtet seit kurzem in Berlin an einer Universität. Von der Polizei und dem Bundesverfassungsschutz wird der Sozialpsychologe, Bestsellerautor und Sektenexperte immer wieder als Experte angefragt. So auch jetzt bei einem Familienselbstmord in einem Vorstadthaus, das seltsamerweise wie eine bayerische Hütte aussieht. Es ist unklar, warum sich die Hausbewohner nacheinander töteten.
Zur gleichen Zeit besucht ihn seine Tochter Mazzy (Sadie Sink). Auf dem Weg vom Flughafen zur Wohnung ihres Vaters wird die Sechzehnjährige von Martin (Jonas Dassler) angesprochen. Sie findet den Jungen sympathisch. Als sie sich wieder mit ihm trifft, stellt er sie seinen Freunden vor. Sie sind alle Mitglieder in einer religiös motivierten, öko-fundamentalistischen Endzeit-Sekte.
Dass die Sekte etwas mit den Morden zu tun hat, ist bereits beim ersten Auftritt der fiesen Sektenführerin Hilma (Sophie Rois, irre) offensichtlich.
Inszeniert und geschrieben wurde der Film von Jordan Scott. Sie ist die Tochter von Ridley Scott, der auch zu den Produzenten des Films gehört. Ihr erster Spielfilm war 2009 „Cracks“. Außerdem inszenierte sie Kurz- und Werbefilme. Trotzdem wirkt ihr zweiter Spielfilm wie ein unbeholfen inszeniertes Debüt, das Potential hat. Das Drehbuch ist vorhersehbar, voller Lücken, krude und unglaubwürdig. Die Inszenierung lehnt sich an Ridley Scotts episch getragenen Stil an, in dem jedes Bild von seiner eigenen Wichtigkeit maßlos überzeugt ist. Hier führt er nur dazu, dass sich der Film wie Kaugummi zieht. Über die Sekte und warum Menschen von Hilma fasziniert sind und für sie Selbstmord begehen, bleibt nebulös. Warum Mazzy sich sofort in die Hände der Sekte begibt, erklärt sich nur aus den Erfordernissen der Geschichte und weil die Drehbuchautorin das so will.
Das, also dass die Sekte immer wie ein Fantasiekonstrukt wirkt, die Handlungen der Figuren keinen Bezug zu irgendeiner Realität haben und Scotts Deutschland wie aus einem Reiseprospekt zusammengestellt wirkt, kann an der Produktionsgeschichte liegen. Die Vorlage, der 2015 erschienene Roman „Tokyo“ von Nicholas Hogg, spielt in Japan. Wegen der Corona-Pandemie waren Dreharbeiten in Tokio nicht möglich. Also verlegte Scott die Geschichte nach Berlin und schrieb sie etwas um. Dummerweise unterscheidet sich die deutsche Kultur im für den Film wichtigen Punkten fundamental von der japanischen Kultur. Entsprechend absurd wirken die Kollektivsuizide der Sekte. Im Endergebnis spielt die Geschichte in einem luftleeren Raum irgendwo im nirgendwo.
„Berlin Nobody“ erzählt eine unglaubwürdige, edel gefilmte, arg langsam und todernst erzählte vollkommen absehbare und absurde Geschichte.
In der Originalfassung wird nachvollziehbar zwischen Deutsch und Englisch gewechselt. Die synchronisierte Fassung soll komplett eingedeutscht sein.

Berlin Nobody (A Sacrifice, USA/Deutschland 2024)
Regie: Jordan Scott
Drehbuch: Jordan Scott
LV: Nicholas Hogg: Tokyo, 2015
mit Sadie Sink, Eric Bana, Sophie Rois, Jonas Dassler, Sylvia Hoeks, Alexander Schubert, Lara Feith, Stephan Kampfwirth
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Berlin Nobody“
Moviepilot über „Berlin Nobody“
Metacritic über „Berlin Nobody“
Servus TV, 20.15
Kursk (Kursk, Belgien/Frankreich/Norwegen 2018)
Regie: Thomas Vinterberg
Drehbuch: Robert Rodat
LV: Robert Moore: A Time to Die: The Untold Story of the Kursk Tragedy, 2002 (aktualisierte Neuausgabe unter „Kursk“)
Angenehm unpathetische Rekonstruktion der Tragödie der „Kursk“. Im August 2000 explodiert in dem russischen U-Boot ein Torpedo. Die meisten Besatzungsmitglieder sterben sofort. 23 Männer überleben die Explosion und kämpfen anschließend um ihr Leben, während die Rettungsaktionen erschreckend langsam anlaufen und das russische Militär internationale Hilfe ablehnt.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Matthias Schoenaerts, Léa Seydoux, Peter Simonischek, August Diehl, Max von Sydow, Colin Firth, Bjarne Henriksen, Magnus Millang, Artemiy Spiridonov, Joel Basman, Matthias Schweighöfer, Pernilla August, Martin Brambach
Hinweise
Wikipedia über „Kursk“ und die Kursk (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Thomas Vinterbergs „Die Kommune“ (Kollektivet, Dänemark 2016)
Meine Besprechung von Thomas Vinterbergs „Kursk“ (Kursk, Belgien/Frankreich/Norwegen 2018)

Hannah Abram war Polizistin. Bis sie ihren Vorgesetzten in den Kanal stieß. Danach wurde sie aus der London Metropolitan Police geworfen. Inzwischen wohnt die Endzwanzigerin zur Untermiete in einer Dachkammer und arbeitet in Digbys Imbissbude. Wenn der „erzbigotte Ausbeuter“ (Hannah über Digby) sie wegen irgendeiner Unverschämtheit nicht gerade entlassen hat, um sie einige Tage später wieder einzustellen. Sie ist zwar frech, unbeherrscht und undiplomatisch, aber auch seine beste Arbeiterin. Daneben arbeitet sie als Privatdetektivin. Sie übernimmt die kleinen Fälle der kleinen Fälle. Nachbarschaftsstreitigkeiten, nach Sonnenuntergang vor Haustüren abgelegter Müll, aus einem Garten geklautes Gemüse und entlaufene Hunde. Opfer und Täter wohnen oft Tür an Tür. Und manchmal gehören sie auch zu den Stammkunden von Digbys Imbissbude, die, nun, eine stinknormale Arbeiterklasse-Imbissbude ist.
Schwieriger als diese Kleinkram-Fälle sind für sie die beiden Fälle, in denen sie spurlos verschwundene Frauen suchen soll. In dem einen Fall will ein zu extrem zwanghaftem Verhalten neigender Auftraggeber, dass sie eine Frau findet, deren Stimme er bei einem Betrugsanruf hörte und die ihm bekannt vorkam. Er glaubt, dass es sich um seine Stiefschwester handelt. Er hat seit Jahren nichts von ihr gehört. In dem anderen Fall möchte ein Mann, dass Hannah seine untergetauchte deutlich jüngere Frau findet. Er möchte sie aus ihrer Ehe entlassen und ihr ihren Pass geben.
Diese beiden Fälle sind ermittlungsintensiver. Aber insgesamt würden Hannahs Fälle und die damit verbundene Ermittlungsarbeit auch gut in einem Kinderkrimi oder einer dieser 25-minütigen TV-Vorabendserien, die es früher gab, passen. Sogar wenn auf Seite 97 des Romans eine chronisch eifersüchtige Stalkerin ermordet aufgefunden wird, ändert sich nichts grundlegendes an Hannahs Arbeit und Leben.
Die ermordete Stalkerin hat in der Vergangenheit so viele Menschen verärgert, dass es viele Verdächtige gibt. Sie verfolgte auch Hannah mit grundlosen Anschuldigungen. Aber eine Mordermittlung ist kein Fall für eine Schnellimbissdetektivin, sondern für die Polizei, die eine solche Ermittlung mit den nötigen Mitteln und Rechten vorantreiben kann. Außerdem will Liza Cody diesen Fall in ihrem neuem Roman „Die Schnellimbissdetektivin“ nicht erzählen. Sie will lieber weiter von Hannahs kleinen Fällen und dem Alltag im Viertel erzählen.
Und so entsteht durch die Augen von Liza Codys Ich-Erzählerin Hannah Abram das Porträt einer Gemeinschaft und des Lebens in einem der weniger noblen Viertel im heutigen London. Insofern ist „Die Schnellimbissdetektivin“ mehr schwarzhumorige Sozialstudie als spannender Kriminalroman.
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Liza Cody: Die Schnellimbissdetektivin
(übersetzt von Iris Konopik)
Ariadne/Argument Verlag, 2024
352 Seiten
18 Euro
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Originalausgabe
The Short-Order Detective
2024
(in Großbritannien noch nicht veröffentlicht)
–
Hinweise
Perlentaucher über Liza Cody und „Die Schnellimbissdetektivin“
Wikipedia über Liza Cody (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Liza Codys „Miss Terry“ (Miss Terry, 2012)
RBB, 22.30
Kampf um Wahrheit – Julian Assange und die dunklen Geheimnisse des Krieges (Deutschland 2024)
Regie: Can Dündar, Sarah Mabrouk (Co-Regie)
Neue, knapp einstündige Doku über Julian Assange und Wikileaks. Dündar und Mabrouk begleiteten Stella Assange in den letzten Monaten vor der überraschenden Entlassung von ihrem Ehemann Julian Assange.
Hinweise
Wikipedia über Wikileaks (deutsch, englisch) und Julian Assange (deutsch, englisch)
MDR, 00.20
Der Unbestechliche – Mörderisches Marseille (La French, Frankreich/Belgien 2014)
Regie: Cédric Jimenez
Drehbuch: Audrey Diwan, Cédric Jimenez
Marseille, siebziger Jahre: Richter Pierre Michel will den lokalen Drogenlord Gaetano Zampa zur Strecke bringen.
Toller Franco-Thriller, der die französische Seite der „French Connection“ zeigt.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechungen.
mit Jean Dujardin, Gilles Lellouche, Céline Sallette, Mélanie Doutey, Benoît Magimel, Guillaume Gouix, Bruno Todeschini, Féodor Atkine, Moussa Maaskri
Hinweise
AlloCiné über „Der Unbestechliche“
Rotten Tomatoes über „Der Unbestechliche“
Wikipedia über „Der Unbestechliche“ (deutsch, englisch, französisch)
Meine Besprechung von Cédric Jimenez‘ „November“ (Novembre, Frankreich 2022)
RTL, 23.45
The Forever Purge (The Forever Purge, USA 2021)
Regie: Everardo Valerio Gout
Drehbuch: James DeMonaco
Immer nur eine Nacht lang purgen ist doof, denkt sich eine Bürgerwehr. Sie nennt sich „Forever Purge“ und macht im ganzen Land Jagd auf alles, was ihnen nicht gefällt. In Texas jagen sie einige Menschen, die in Richtung Mexiko flüchten.
TV-Premiere. Gewohnt knalliges Exploitation-Kino, das damals, nach der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten, etwas aus der Zeit gefallen war (ach, was waren wir damals naiv) und heute, angesichts der Reden von Republikanern und ihrem Umfeld, wieder erschreckend aktuell ist.
Und so ist der fünfte „The Purge“-Film, damals und heute, ein aktuelle politische Diskurse kommentierendes Roadmovie mit viel Action, Blut, Gewalt, einigen, eher wenig überraschenden Wendungen und starken Rollen für Native Americans, Mexikaner und Frauen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Ana de la Reguera, Tenoch Huerta, Josh Lucas, Cassidy Freeman, Leven Rambin, Will Patton, Alejandro Edda, Sammi Rotibi, Zahn McClarnon
Hinweise
Deutsche Facebook-Seite zum Film
Moviepilot über „The Forever Purge“
Metacritic über „The Forever Purge“
Rotten Tomatoes über „The Forever Purge“
Wikipedia über „The Forever Purge“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Die Säuberung“ (The Purge, USA 2013)
Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Anarchy“ (The Purge: Anarchy, USA 2014)
Meine Besprechung von Gerard McMurrays „The First Purge“ (The First Purge, USA 2018)
Meine Besprechung von Everardo Valerio Gouts „The Forever Purge“ (The Forever Purge, USA 2021)
RTL II, 20.15
12 Years a Slave (12 Years a Slave, USA 2013)
Regie: Steve McQueen
Drehbuch: John Ridley
LV: Solomon Northup: Twelve Years a Slave, 1853
New York, 1841: Solomon Northup wird von Sklavenhändlern entführt und in die Südstaaten verkauft.
Steve McQueens grandioser Film schildert die wahre Geschichte von Solomon Northup. Der vielfach ausgezeichnete und hochgelobte Film erhielt, unter anderem, den Oscar als Bester Film.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Lupita Nyong’o, Benedict Cumberbatch, Brad Pitt, Paul Dano, Paul Giamatti, Sarah Paulson, Alfre Woodard
Hinweise
Moviepilot über „12 Years a Slave“
Metacritic über „12 Years a Slave“
Rotten Tomatoes über „12 Years a Slave“
Wikipedia über „12 Years a Slave“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steve McQueens „Shame“ (Shame, Großbritannien 2011)
Meine Besprechung von Steve McQueens „12 Years a Slave“ (12 Years a Slave, USA 2013)
Meine Besprechung von Steve McQueens „Widows – Tödliche Witwen“ (Widows, USA 2018)
Halberstadt, DDR, Juli 1990: in Berlin und Bonn wird gerade die DDR abgewickelt, windige Händler verkaufen den DDRlern den Schrott, den sie im Westen schon lange nicht mehr loswerden und in einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt wird in der Sommerhitze vor sich hin gedöst. Ändern kann man eh nichts und passieren tut hier noch weniger.
Das ändert sich, als Republikflüchtling Volker (Ronald Zehrfeld) aus dem Westen, der ihm nicht gefiel, zurückkehrt und er wieder mit Maren (Sandra Hüller) anbandelt. Sie ist zusammen mit Robert (Max Riemelt). Die drei kennen sich seit ihrer Kindheit. Während sie versuchen, ihre Gefühle und Beziehungen zu klären, entdecken sie in einer von der NVA bewachten Tunnel- und Stollenanlage eine riesige Menge DDR-Papiergeld. Das inzwischen wertlose Geld wurde dort im Komplexlager 12 zum Vermodern abgelegt. Aus Spaß füllen sie ihre Rücksäcke mit dem Geld.
Kurz darauf erklärt ihnen einer der aus dem Westen kommenden Händler, dass sie selbstverständlich auch ungültige DDR-Mark annehmen. Im Gegensatz zu den Ostlern können sie sie noch einige Tage umtauschen.
Maren, Robert und Volker starten sofort einen riesigen Ware-gegen-DDR-Geld-Tauschhandel mit den Händlern. Schnell wird die gesamte Nachbarschaft daran beteiligt.
Wie wahr die Filmgeschichte ist, werden wir wahrscheinlich niemals erfahren. Aber es stimmt, dass in Halberstadt im Komplexlager 12 ungefähr 3000 Tonnen DDR-Papiergeld mit einem Nennwert von 109 Milliarden DDR-Mark zum Verrotten eingelagert wurden und dass eine unbekannte Zahl Scheine geklaut wurde. Zwei Diebe wurden gefasst und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. 2002 wurden die Banknoten verbrannt.
Aus diesem wahren Kern hätte man viel machen können. Natja Brunckhorst, Drehbuch und Regie, machte daraus eine überaus harmlose Schnurre, die mit einem guten Ensemble schamlos unter ihren Möglichkeiten bleibt.
„Zwei zu Eins“ ist kein Heist-Movie. Dafür interessiert sie sich zu wenig für den Ablauf der Diebstähle aus der bewachten Tunnelanlage. Es wird auch niemals spannend oder bedrohlich für die Diebe, die in einer atemberaubenden Geschwindigkeit ein großes und durchaus anspruchsvolles Betrugssystem mit vielen Mitwissern aufbauen. Es hätte eine Wendesatire werden können. Dafür hätte sie alles mehr zuspitzen müssen. Für ein Drama fehlen dann die dramatischen Verwicklungen und bei den Figuren die nötige Tiefe. Und für eine Komödie gibt es nicht genug gelungene Gags.

Zwei zu Eins (Deutschland 2024)
Regie: Natja Brunckhorst
Drehbuch: Natja Brunckhorst
mit Sandra Hüller, Max Riemelt, Ronald Zehrfeld, Ursula Werner, Peter Kurth, Martin Brambach, Kathrin Wehlisch, Olli Dittrich
Länge: 116 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Zwei zu Eins“