45 Tage hat David Zeit, um in einem Paarungshotel seine künftige Frau zu finden. Wenn nicht, wird er in einen Hummer verwandelt. Als er kein Glück hat, flieht er und trifft im Wald auf eine Gruppe radikaler Einzelgänger, die mindestens genauso streng-absurde Regeln befolgen.
Köstliche Satire, die in Cannes den Preis der Jury erhielt.
mit Colin Farrell, Rachel Weisz, John C. Reilly, Léa Seydoux, Ben Whishaw, Olivia Colman, Jessica Barden
Regie: Val Guest, Ken Hughes (als Kenneth Hughes), John Huston, Joseph McGrath, Robert Parrish
Drehbuch: Wolf Mankowitz, John Law, Michael Sayers, Woody Allen (ungenannt), Val Guest (ungenannt), Ben Hecht (ungenannt), Joseph Heller (ungenannt), Terry Southern (ungenannt), Billy Wilder (ungenannt), Peter Sellers (ungenannt)
LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953
Sir James Bond wird aus dem Ruhestand geholt, um die nach der Weltherrschaft strebende Gangsterorganisation SMERSH zu besiegen. Sir James Bond entwirft einen genialen Plan: er schickt mehrere James Bonds los.
Albert Broccoli und Harry Saltzman gelang es nicht, sich die Rechte an diesem Bond-Roman zu sichern. So konnte Charles K. Feldman diesen Bond produzieren. Weil Feldman nicht einfach nur Flemings Buch verfilmen wollte, entschloss er sich zu etwas vollkommen anderem.
Feldman: „Wir hatten die Idee von vielen Bonds, vielen Regisseuren, vielen Autoren und vielen Sets, so wie das auch bei [dem Kriegsfilm] ‚Der längste Tag’ geschah. Das war der einzige Weg, den Film zu realisieren. Ich hatte die Vision eines gigantischen Happenings mit Bonds, soweit das Auge reicht, mit ganzen Armeen von Girls, in wilder Pop-Art ausgemalt und von wilder Pop-Musik erfüllt.“
Letztendlich gab es bis zu fünfzehn verschiedene Drehbücher. Drei Wochen vor Drehbeginn gab es noch kein endgültiges Drehbuch, aber bereits ein veritables Chaos, das sich durch die gesamte Produktion zog. Die Drehbarbeiten zogen sich in die Länge, spontan wurden Gaststars engagiert, Drehbücher umgeschrieben und das Budget überzogen.
Das Ergebnis war niederschmetternd.
„Casino Royale ist ein Ian-Fleming-Titel, aber nur ein falsch nachgemachter Pseudo-Bond-Film…Casino Royale ist ein Alptraum.“ (Michael Scheingruber: Die James-Bond-Filme)
„Ich glaube, ich kann – mit der Hand in der Magengrube – ehrlich sagen, dass Casino Royale der schlechteste Film ist, den ich je genossen habe.“ (Donald Zec, Daily Mirror)
Und das zahlende Publikum ging lieber in die echten Bond-Filme.
Mit Peter Sellers, Ursula Andress, David Niven, Orson Welles, Joanna Pettet, Daliah Lavi, Woody Allen, Deborah Kerr, William Holden, Charles Boyer, John Huston, George Raft, Jean-Paul Belmondo, Jacqueline Bisset, Anjelica Huston (Hände von Agent Mimi; Debüt), Peter O’Toole (ungenannt), David Prowse (ungenannt, Debüt von „Darth Vader“)
Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Dr. Strangelove or: How I learned to stop worrying and love the Bomb, GB 1964)
Reige: Stanley Kubrick
Drehbuch: Stanley Kubrick, Peter George, Terry Southern
LV: Peter George: Red Alert. 1958 (Die Welt der letzten Tage)
Buch zum Film: Peter Bryant (Pseudonym von Peter George): Dr. Strangelove Or: How I learned to stop worrying and love the bomb, 1963
Air-Force-Kommandant Jack D. Ripper glaubt, dass die Russen für seine Impotenz verantwortlich sind. Also gibt er den Befehl aus, das Reich des Bösen anzugreifen. Seine Vorgesetzten versuchen einen dritten Weltkrieg zu verhindern. Doch das ist nicht so einfach.
Tiefschwarze Satire auf den Rüstungswahnsinn und das Denken der Militärs, Technokraten und Politiker, die beängstigend nahe an der Wirklichkeit ist und auch nach dem Ende des Kalten Krieges immer noch aktuell ist. Eine Alptraum-Komödie
Mit Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden, Keenan Wynn, Slim Pickens, Peter Bull, James Earl Jones, Tracy Reed
Fünf Studenten wollen ein ruhiges Wochenende in einer Berghütte verbringen und wecken durch ihre Dummheit eine Horde extrem böswilliger Dämonen. Immerhin wächst Ash (Bruce Campbell!) in dem ganzen Gemetzel über sich hinaus.
Ein Horrorfilmklassiker der wenig subtilen Schule, der damals bei der deutschen Kritik nicht gut ankam: „geradezu sensationeller Geschmacklosigkeit“ (Die Zeit), „einen Beitrag mehr zum Niedergang eines Genres geleistet (…) Bilder aus dem Schlachthaus“ (Fischer Film Almanach 1985), „dass es angeraten ist, Kotztüten bereitzuhalten“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Horrorfilms). Die US-Kritik war anscheinend durchgehend positiver und der kommerzielle Erfolg überragend.
Inzwischen kommt der „stilbildende Slapstick-Horror-Splattermovie“ (Frank Schnelle/Andreas Thiemann: Die 50 besten Horrorfilme, 2010) in einem Meta-Ranking der 50 besten Horrorfilme auf den 18. Platz.
2017 erfolgte die ungekürzte (!) TV-Premiere des in Deutschland lange Zeit verbotenen Films. Wer will, kann sich die damaligen Diskussionen über das damalige Verbot durchlesen. Einen Einstieg dazu ermöglicht die entsprechende Wikipedia-Seite.
mit Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Hal Delrich, Betsy Baker
Das „Negro Motorist Green Book“ war ein Reiseratgeber, der Tony ‚The Lip‘ Vallelonga (Viggo Mortensen) am Anfang seiner Tätigkeit als Fahrer, Bodyguard und Problemlöser für Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) in die Hand gedrückt wird. In dem Buch sind die Hotels und Gaststätten aufgeführt, in denen Afroamerikaner in den Südstaaten bedient werden. Das war 1962 und Dr. Don Shirley war damals ein anerkannter klassischer Pianist, der in New York in einem riesigen Apartment über der Carnegie Hall wohnte. Jetzt hat er sich entschlossen, mit seinem Trio eine mehrwöchige, an Weihnachten endende Tour durch die Südstaaten zu machen. Dafür braucht der distinguierte Schwarze einen Fahrer, der auch mal zulangen kann.
Vallelonga ist Rausschmeißer im legendären Nachtclub „Copacabana“. Als Shirley sich nach einem geeigneten Fahrer umhörte, empfahlen ihm mehrere Personen Vallelonga. Weil das „Copacabana“ gerade für mehrere Monate geschlossen ist, hat der Italo-Amerikaner Zeit. Das Geld kann er auch gut gebrauchen. Vor allem, weil er keine Jobs für Mafiosi erledigen will.
Vallelonga ist vor allem streetsmart (Bauernschlau beschwört das falsche Bild herauf). Er ist ungebildet und ein Rassist. So wirft er in der eigenen Wohnung die Gläser, aus denen die schwarzen Handwerker getrunken haben, in den Müll (und seine Frau holt sie wieder heraus). Aber er hat letztendlich das Herz auf dem rechten Fleck und er sieht den einzelnen Menschen, der anständig behandelt werden soll.
Denn während er auf der Tour in ordentlichen Hotels übernachtet, muss Shirley mit Absteigen vorlieb nehmen. Vor einem Konzert in einer Villa soll Shirley die im Gebüsch stehende Holzlatrine benutzen und selbstverständlich darf er in einem Nobelhotel, in dem er auftritt, nicht mit den weißen Gästen zu Abend essen.
Der New Yorker Vallelonga beobachtet das zunächst befremdet. Auch dass Shirley all die offenen und versteckten Diskriminierungen geduldig erträgt.
Bekannt wurde Peter Farrelly mit den Komödien „Dumm und Dümmer“ und Verrückt nach Mary“. Sein neuer, aus Vallelongas Perspektive erzählter Film „Green Book“ passt überhaupt nicht zu seinem bisherigen Werk. Denn „Green Book“ ist ein Feelgood-Movie, das sich entlang vertrauter Pfade und Konflikte bewegt und immer wieder eindrückliche Bilder für die damals alltägliche Diskriminierung von Schwarzen findet. Die Inszenierung ist punktgenau. Die Schauspieler überzeugen. Viggo Mortensen und Mahershala Ali wurden für zahlreiche Preise, aktuell die Oscars, nominiert und sie erhielten auch schon etliche Preise. Wobei Mahershala Ali als Dr. Don Shirley und als Vector in dem am 14. Februar startendem Science-Fiction-Film „Alita: Battle Angel“ etwas zu sehr die Rolle des leicht hochnäsigen, extrem beherrschten Schwarzen kultiviert.
Seit seiner Premiere beim Toronto International Film Festival erhielt „Green Book“, neben Kritikerlob, zahlreiche Preise und Nominierungen. Zuletzt die Golden Globes als Bester Film (in der Kategorie „Comedy/Musical“ [beides ist der Film nicht – und „Bohemian Rhapsody“ erhielt den Golden Globe als Bester Film]), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali) und Bestes Drehbuch. Er ist für fünf Oscar nominiert. Nämlich in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Filmdrehbuch (Nick Vallelonga, Brian Currie, Peter Farrelly) und Bester Schnitt (Patrick J. Don Vito).
Green Book – Eine besondere Freundschaft (Green Book, USA 2018
Regie: Peter Farrelly
Drehbuch: Peter Farrelly, Nick Vallelonga, Brian Currie
mit Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini, Sebastian Maniscalco, Dimiter D. Marinov, P. J. Byrne
Der amerikanische Traum war schon immer mit Geld und dem Zeigen des Reichtums verbunden. Es war auch schon immer eine Kultur, die den Exzess beförderte. In den vergangenen Jahrzehnten immer mehr, immer unverhohlener und auch immer geschmackloser.
In ihrem neuen Film „Generation Wealth“ will „The Queen of Versailles“-Regisseurin und Fotografin Lauren Greenfield diesen Exzess des amerikanischen Traums genauer untersuchen. Denn ein solcher Exzess ist auch immer das Zeichen einer dekadenten Gesellschaft. Einer Gesellschaft auf dem absteigenden Ast.
„Im Grunde hat meine Nation, und damit der Rest des Westens – wenn nicht die ganze Welt, ihren moralischen Kompass verloren. Unser Verlangen zu konsumieren zehrt an uns. Wir haben immer das Gefühl, dass wir so wie wir sind, nicht richtig sind, dass wir mehr brauchen, dass wir mehr kaufen müssen, dass die anderen glücklicher sind. Angetrieben von der suchterzeugenden Natur der Populärkultur vergleichen wir uns mit Prominenten, mit denen wir mehr Zeit verbringen, als mit unseren eigentlichen Nachbarn. ‚Generation Wealth‘ ist das Endergebnis von drei Jahrzehnten Arbeit und die Erkenntnis, dass keiner von uns immun ist gegen die süchtig machende Natur unserer Konsumkultur – mich eingeschlossen. Meine eigene Arbeitsmoral war obsessiv geworden. Je mehr ich hatte, desto mehr wollte ich, und je mehr ich dachte, dass ich es brauchte, ging dies oft auf Kosten meines wertvollen Familienlebens“, sagt Greenfield über ihren Dokumentarfilm.
„Generation Wealth“ Film beginnt mit einem Rückblick auf ihre erste große Arbeit „Fast Forward: Growing Up in the Shadow of Hollywood“ und damit einem Rückblick auf die Jugendkultur in Los Angeles in den Neunzigern. Es war eine auf den eigenen Körper, Drogenkonsum und, nun, exzessiven Konsum und das Ausstellen dieses Konsums fixierte oberflächliche Kultur der Kinder der Superreichen und ihrer Mitschüler, die Teil dieser auf den schönen Schein fixierten Kultur sein wollten. Für ihren Film besuchte Greenfield einige der Jugendlichen, die sie damals fotografierte, wieder. Sie leben inzwischen fast alle ein ziemlich normal bürgerliches Leben. Andere Interviewpartner von ihr, wie der bekannte Hedgefonds-Manager Florian Homm (ein Deutscher, der aufgrund eines FBI-Haftbefehls Deutschland nicht verlassen kann), das Ehepaar Siegel, das das größte Haus in den USA errichten wollte (ihr Versailles ist jetzt eine leerstehende, zwangsversteigerte Ruine), eine sehr beschäftigte Managerin, die unbedingt ein Kind haben will, ein auf kleinen Bühnen auftretender, von ihrer Mutter bedingungslos auf Erfolg getrimmter Kinderstar (so eine „Little Miss Sunshine“, nur ohne deren kindlichen Unschuld), und eine Porno-Schauspielerin, passen da im ersten Moment schon eher in das Schema von der Gier nach Schönheit, Reichtum und Statussymbolen.
Weil Greenfield viele ihre Interviewpartner über eine längere Zeit begleitet, bröckelt dann die Fassade. Denn die Pläne, die sie in den ersten Gesprächen hatten, kollidierten mit der Wirklichkeit oder es handelte sich nur um biographische Stationen. Gleichzeitig rückt sie ihre eigene Biographie immer mehr ins Zentrum. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter, einer Psychologieprofessorin, und ihrem Sohn, der seine Mutter für arbeitssüchtig hält, werden thematisiert.
Damit wird „Generation Wealth“ zunehmend zu einer Ansammlung beliebiger Episoden, die dann erschreckend wenig verraten. Das liegt auch daran, dass Greenfields Film keinen analytischen Fokus hat.
Und so geht es dann mal um materiellen Reichtum, mal um die Sucht nach Ruhm, mal um exzessive Arbeitssucht, illustriert mit Personen, die auch in der nächsten Reality Show einen guten Platz fänden. Über die USA und den Kapitalismus, immerhin besucht sie auch einige andere Länder, verrät „Generation Wealth“ dann sehr wenig. Das im Titel angedeutete Generationenporträt entsteht so auch nicht.
Generation Wealth (Generation Wealth, USA 2018)
Regie: Lauren Greenfield
Drehbuch: Lauren Greenfield
mit Limbo Bob, Chris Hedges, Florian Homm, Tiffany Masters, Kacey Jordan, Jaqueline Siegel, Eden Wood, Mickie Wood, Bobby Strauser, Robert Strauser
Pete und Ellie Wagner haben keine Kinder und sie sind glücklich über diese schon vor langem getroffene Entscheidung. Bis durch eine blöde Bemerkung Ellie recherchiert, wie man ein Kind adoptieren könne und die Kinder auf der Seite der Adoptionsagentur sehen wirklich sehr süß aus. Auch Pete ist von den schönen Bildern auf der Homepage berührt. Ein Kind ginge schon sagen sie sich.
Und weil „Plötzlich Familie“ eine rundum gelungene Wohlfühlkomödie ist, ist auch klar, dass es für die Wagners nicht bei einem Kind bleiben wird. Denn mit der fünfzehnjährigen Lizzy, die sie adoptieren möchten, kommen auch ihre beiden jüngeren Geschwister Juan und Lita in das Haus der Wagners.
„Daddy’s Home“-Regisseur Sean Anders inszenierte seinen neuen Film „Plötzlich Familie“ nach einem von ihm mit John Morris geschriebenem Drehbuch. Die Inspiration für den Film war, dass Anders und seine Frau selbst drei Kinder adoptierten und dann viele Probleme, aber auch erfreuliche und lustige Erlebnisse mit ihnen hatten. Diese Erlebnisse und Geschichten, die ihm andere Familien und Betreuerinnen von Adoptionskindern erzählten, verarbeitete er jetzt in einem Film, der all das zeigt und der eine unverhohlene Werbung für das adoptieren von Kindern ist. Diese Botschaft bringt er überzeugend rüber.
Das liegt auch an dem Ensemble. Mark Wahlberg und Rose Byrne als glücklich kinderloses Ehepaar, das gleich drei Kinder adoptiert, die Kinder Isabela Moner (die große Schwester), Gustavo Quiroz (der überängstliche Juan) und Julianna Gamiz (die kleine Schwester mit den speziellen Essgewohnheiten [wenn es doch nur Nudeln mit Ketchup wären]) und Octavia Spencer und Tig Notaro als Betreuerinnen, die ein wundervoll gegensätzliches und sich deshalb wundervoll ergänzendes Paar sind, überzeugen.
„Plötzlich Familie“ ist ein sehr sympathischer Film mit einer sehr sympathischen Botschaft.
Plötzlich Familie(Instant Family, USA 2018)
Regie: Sean Anders
Drehbuch: Sean Anders, John Morris
mit Mark Wahlberg, Rose Byrne, Isabella Moner, Gustavo Quiroz, Julianna Gamiz, Octavia Spencer, Tig Notaro, Margo Martindale, Julie Haggerty, Michael O’Keefe, Joan Cusack
Megan Reed ist eine Ex-Polizistin, die seit einigen Nächten in der Leichenhalle des Boston Metro Hospital arbeitet. Das mitten in der Großstadt liegende Krankenhaus ist ein fotogen brutalistischer Bau. Trotzdem (und gegen jede Wahrscheinlichkeit) ist das Krankenhaus nach Sonnenuntergang vollkommen verwaist. Reed verbringt ihren Dienst allein in den Gängen der Leichenhalle. Neben ihr scheinen nur zwei Nachtwächtern und ganz wenige Krankenschwestern Dienst zu haben.
Das schränkt die potentiellen Opfer von Hannah Grace ein. Denn Hannah Grace ist eine von einem besonders fiesen Dämon besessene junge Frau. Der an ihr durchgeführte Exorzismus ging gründlich schief und jetzt wird sie, Monate nach ihrem offiziellen Tod, bei Reed eingeliefert.
Für Reed ist die junge, schwer misshandelte und verstümmelte Frauenleiche zuerst eine weitere Leiche, die sie aufnehmen muss. Aber schnell geschehen merkwürdige Dinge in den einsamen Gängen der Leichenhalle und der Dämon sucht weitere Opfer.
„The Possession of Hannah Grace“ ist ein typischer Direct-to-DVD-Horrorfilm, gedreht mit einem überschaubarem Budget, ohne nervige Wackelkamera und, immerhin, einigen Schauspielern, die nicht ständig schreiend durch Gänge laufen müssen. Man wird auch kaum von den üblichen Horrorfilmklischees – Jump-Scares und plötzlichen, lauten Geräuschen – belästigt. Spannender wird es dadurch nicht. Das liegt auch daran, dass das Drehbuch sich beim Abhaken der bekannten Horrrorfilmklischees nicht bemüht, eine in sich stimmige Geschichte zu erzählen. So verschwindet irgendwann in der Nacht der jüngere der beiden Nachtwächter. Sein Kollege und Reed fragen sich zwar, wo er denn sei. Aber sie suchen nicht nach ihm. Dabei ist in dem Moment schon klar, dass irgendetwas in der Leichenhalle nicht stimmt.
P. S. für Architekturfreaks: die City Hall und das Hurley Building in Boston waren für einige Aufnahmen die Kulisse des Film-Krankenhaus.
The Possession of Hannah Grace (The Possession of Hannah Grace, USA 2018)
Regie: Diederik Van Rooijen
Drehbuch: Brian Sieve
mit Shay Mitchell, Grey Damon, Kirby Johnson, Stana Katic, Nick Thune, Jacob Ming-Trent, Max McNamara, Louis Herthun
Salon Kitty (Salon Kitty, Deutschland/Italien/Frankreich 1975)
Regie: Tinto Brass
Drehbuch: Ennio De Concini, Maria Pia Fusco, Tinto Brass (nach einer Geschichte von Antonio Colantuoni, Ennio De Concini und Maria Pia Fusco)
Lust und Leid und Liebe in einem Berliner Luxusbordell, das von den Nazis zu Spionagezwecken eingerichtet wurde. Entsprechend viele Uniformen und nackte Haut gibt es zu sehen.
Heute ist die TV-Premiere des damaligen Skandalfilms. In Deutschland kam der aufwändig produzierte Film damals in einer von um eine gute halbe Stunde gekürzten Fassung in die Kinos kam. Diese 106-minütige Fassung wird heute wahrscheinlich gezeigt.
„Ein spekulativer Film ohne zeitkritischen Wert.“ (Lexikon des internationalen Films) Aber damals war Naziploitation der letzte Schrei und als Jugendlicher wollte man sich so einen Film nicht wegen der historischen Fakten ansehen.
mit Helmut Berger, Ingrid Thulin, Teresa Ann Savoy, John Steiner