TV-Tipp für den 7. Oktober: Heiße Küste

Oktober 6, 2020

Arte, 23.25

Heiße Küste (Un barrage contre le Pacifique, Frankreich/Belgien/Kambodscha 2008)

Regie: Rithy Panh

Drehbuch: Michel Fessler, Rithy Panh

LV: Marguerite Duras: Un barrage contre le Pacifique, 1950 (Heiße Küste)

Französisch-Indochina, 1931: die von Madame Dufresne als Versorgung für ihre Kinder geplante Reisplantage ist ein Verlustgeschäft. Als letzte Rettung vor dem Ruin will Madame Dufresne ihre sechzehnjährigen Tochter Suzanne mit einem reichen Chinesen verheiraten.

TV- und anscheinend auch Deutschlandpremiere von Rithy Panhs anscheinend nicht besonders gelungener Verfilmung von Marguerite Duras autobiographisch inspiriertem Roman „Heiße Küste“.

mit Isabelle Huppert, Gaspard Ulliel, Astrid Bergès-Frisbey, Randal Douc, Vanthon Duong, Stéphane Rideau, Lucy Harrison

Hinweise

Arte über „Heiße Küste“ (bis zum 13. Oktober in der Mediathek)

AlloCiné über „Heiße Küste“

Rotten Tomatoes über „Heiße Küste“

Wikipedia über „Heiße Küste“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 6. Oktober: Nachtschicht: Reise in den Tod

Oktober 5, 2020

ZDFneo, 21.45

Nachtschicht: Reise in den Tod (Deutschland 2012)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Während einer Polizeikontrolle verliert ein Schleuser einen Teil seiner aus Afrika kommenden Fracht, eine aus Afrika kommende Hausangestellte beschwert sich bei der Polizei über ihre Arbeitgeber und das bewährte „Nachtschicht“-Team erlebt wieder eine unruhige Nacht, in der alles mit allem zusammen hängt.

Das Lexikon des internationalen Films meint: „Dicht inszenierter und gut gespielter (Fernseh-)Kriminalfilm.“ Besser hätte ich es auch nicht sagen können.

Ach ja: gewohnt gut besetzt.

mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Götz George, Jeanette Hain, Peter Kremer, Hadnet Tesfai, Dominique Siassia, Clemens Schick, Filip Peeters, Christian Redl, Jan-Gregor Kremp

Hinweise

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. Oktober: Blue Steel

Oktober 4, 2020

Arte, 21.35

Blue Steel (Blue Steel, USA 1990)

Regie: Kathryn Bigelow

Drehbuch: Kathryn Bigelow, Eric Red

Während ihres ersten Einsatzes erschießt Streifenpolizistin Megan Turner in einem Supermarkt einen bewaffneten Räuber. Ein klarer Fall von gerechtfertigtem Einsatz der Schusswaffe, wenn nicht ein Kunde, Eugene Hunt, die Waffe des Räubers eingesteckt hätte. Kurz darauf beginnt Hunt mit dieser Waffe (und Megans Name auf den Kugeln) Menschen zu erschießen. Außerdem nähert er sich ihr als verständnisvoller Liebhaber.

In Bigelows optisch überzeugendem, spekulativem Polizistinnenthriller erlebt und tut eine Frau all die Dinge, die sonst nur ein Mann tut. Das war damals verdammt ungewöhnlich.

mit Jamie Lee Curtis, Ron Silver, Clancy Brown, Elizabeth Pena, Louise Fletcher, Philip Bosco, Kevin Dunn, Richard Jenkins, Tom Sizemore

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Blue Steel“

Wikipedia über „Blue Steel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirty“ (Zero Dark Thirty, USA 2012)

 


TV-Tipp für den 4. Oktober: Bohemian Rhapsody

Oktober 4, 2020

Pro7, 20.15

Bohemian Rhapsody (Bohemian Rhapsody, USA 2018)

Regie: Bryan Singer, Dexter Fletcher (ungenannt)

Drehbuch: Anthony McCarten (nach einer Geschichte von Anthony McCarten und Peter Morgan)

TV-Premiere. Nicht besonders tiefgründiges, aber fett rockendes Biopic über Freddie Mercury und die Rockband „Queen“, von der so Gassenhauer wie „Bohemian Rhapsody“, „We will rock you“ (funktioniert in jedem Stadion) und „We’re the Champions“ (funktioniert in jeder Fankurve) stammen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend, um 23.00 Uhr, zeigt Pro7 die spielfilmlange Doku „Queen – Days of our Lives“ (Großbritannien/Deutschland 2011) und danach, um 01.25 Uhr „Queen: Live at Wembley“ (Großbritannien 1986) und danach, um 02.30 Uhr, wieder „Bohemian Rhapsody“.

mit Rami Malek, Lucy Boynton, Ben Hardy, Joseph Mazzello, Mike Myers, Gwilym Lee, Aidan Gillen, Allen Leech, Tom Hollander, Aaron McCusker

Wiederholung: Montag, 6. Oktober, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Bohemian Rhapsody“

Metacritic über „Bohemian Rhapsody“

Rotten Tomatoes über „Bohemian Rhapsody“

Wikipedia über „Bohemian Rhapsody“ (deutsch, englisch) und Queen (deutsch, englisch)

Hollywood vs. History stellt die böhmische Wahrheitsfrage

AllMusic über Queen

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (X-Men: Days of Future Past, USA 2014)

Meine Besprechung von Bryan Singers „X-Men: Apocalypse“ (X-Men: Apocalypse, USA 2016)

Meine Besprechung von Bryan Singers „Bohemian Rhapsody“ (Bohemian Rhapsody, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Stoßseufzer eines Teenagers: „Gott, du kannst ein Arsch sein!“

Oktober 3, 2020

Eine UFA-Fiction-Produktion in Zusammenarbeit mit RTL; mit Til Schweiger in einer wichtigen Rolle. Das weckt bestimmte Erwartungen. Auch die Synopse ändert nichts daran.

Steffi Pape (Sinje Irslinger) hat gerade ihren Realschulabschluss in der Tasche. Die Sechzehnjährige hat das Leben vor sich, wozu der erste Sex mit ihrem Freund (in Paris in einem romantischen Hotelzimmer während einer Klassenfahrt) und der erste Job (sie freut sich wie Bolle auf ihre Arbeit als Polizistin) gehören. Da erfährt sie, dass sie Krebs hat und wahrscheinlich an Weihnachten tot ist.

Ihre Mutter Eva (Heike Makatsch) möchte am Liebsten sofort mit der mütterlichen Rundumversorgung beginnen und ihre Tochter in die Chemotherapie schicken. Ihr Vater Frank (Til Schweiger) ist da entspannter, aber auch ratloser und passiver.

Als Steffi den selbstmordgefährdeten Zirkusartisten Steve (Max Hubacher) kennen lernt, entschließen sie sich, gemeinsam nach Paris zu fahren. Mit wenig Geld in der Tasche und so viel Unverständnis gegeneinander, dass der kundige Zuschauer die nächsten Stationen des Dramas schon ahnt.

Da hilft auch nicht der Authentizität heischende Hinweis, dass „Gott, du kannst ein Arsch sein“ auf einer wahren Geschichte beruht, die Steffis Vater Frank Pape nach ihrem Tod aufschrieb. In der episodischen, sich weit von der Buchvorlage entfernenden Verfilmung reiht sich ein Klischee an das nächste und, immerhin reden wir hier von einer RTL-Produktion, bleibt alles an der hübsch anzusehenden Oberfläche. Mit etlichen Merkwürdigkeiten, die in der Realität vielleicht störend, in der TV-Parallelwelt normal sind: so macht Steffis Klasse ihre Abschlussfahrt nach der Abschlussfeier. So schenkt Vater Frank seiner Tochter einen Pickup zum Schulabschluss. Dass sie in dem Moment noch lange nicht volljährig ist und den Wagen höchstens auf dem selbstverständlich malerisch abgelegenem, großen Hof fahren darf: Geschenkt.

Regisseur André Erkau vermeidet in seinem neuen Film alle möglichen Tiefen des Themas. Stattdessen gibt es zwei parallel erzählte Roadmovies. In dem einem fährt Steve Steffi nach Paris. In dem anderen verfolgen Steffis Eltern die beiden, erfahren dabei von einigen Eskapaden ihrer Tochter und benehmen sich wie ein gut eingespieltes Comedy-Paar. Das sorgt selbstverständlich für einige vergnügliche Momente, wenn Frank sich nicht an die Nummer seiner Kreditkarte erinnert oder wenn sie Steffi und Steve im Hotel (selbstverständlich in der teuren Hochzeitssuite) erwischen, aber thematische Vertiefungen gehen anders.

Dabei hätte es in der Geschichte durchaus Ansätze gegeben, die dann nicht weiter beachtet wurden. So ist Frank Pape Pfarrer. Für die Filmgeschichte ist das allerdings vollkommen unwichtig. Dieser Beruf und die damit verbundene Auffassung vom Leben hätte einen Schlüssel geboten, um über den Sinn des Lebens und ob das Leben gerecht ist, zu erzählen. Es hätte auch dazu geführt, dass der Spruch „Gott, du kannst ein Arsch sein!“ mehr als nur ein larmoyantes Tattoo auf Steffis Brust und eine damit verbundene Provokation an ihren überaus liebevollen und knuddeligen Vater wäre.

Die Tätowierung markiert das Ende einer Nacht, die Steffi mit Tammy (Jasmin Gerat), einer allein auf einem Dorf lebenden, tätowierten Kellnerin, verbringt. Tammy ist auch für die Lebensweisheit des Films, die von den Indianern kommenden vier Stufen der Liebe, zuständig.

So bleibt nach knapp hundert Filmminuten Kitsch für Teenager lediglich eine „Lebe das Leben“-Botschaft in schönster Hochglanz-Werbefilmoptik. Aber wer hat von einem RTL-Film ernsthaft etwas anderes erwartet?

Gott, du kannst ein Arsch sein! (Deutschland 2020)

Regie: André Erkau

Drehbuch: Tommy Wosch, Katja Kittendorf

LV: Frank Pape: Gott, du kannst ein Arsch sein!, 2016

Mit Sinje Irslinger, Max Hubacher, Til Schweiger, Heike Makatsch, Nuala Bauch, Jonas Holdenrieder, Benno Fürmann, Jürgen Vogel, Jasmin Gerat, Dietmar Bär, Inka Friedrich

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Filmportal über „Gott, du kannst ein Arsch sein!“

Moviepilot über „Gott, du kannst ein Arsch sein!“

Meine Besprechung von André Erkaus „Arschkalt“ (Deutschland 2011)

Meine Besprechung von André Erkaus „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ (Deutschland 2012)


TV-Tipp für den 3. Oktober: Der Baader Meinhof Komplex

Oktober 3, 2020

Tele 5, 20.15

Der Baader Meinhof Komplex (Deutschland 2008)

Regie: Uli Edel

Drehbuch: Bernd Eichinger

LV: Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex, 1985 (danach mehrere überarbeitete Neuausgaben)

Buch zum Film: Katja Eichinger: Der Baader Meinhof Komplex – Das Buch zum Film, 2008

Von der Länge her epische, vom Tempo her hektische Verfilmung der Geschichte der RAF von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende. Da stimmt die Ausstattung, aber für die Vertiefung der einzelnen Charaktere bleibt wenig Zeit.

Mit Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Simon Licht, Jan Josef Liefers, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch, Nadja Uhl, Hannah Herzsprung, Niels-Bruno Schmidt, Stipe Erceg, Daniel Lommatzsch, Volker Bruch, Bernd Stegemann, Tom Schilling, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Jasmin Tabatabai, Hans Werner Meyer

Hinweise

Film-Zeit über „Der Baader Meinhof Komplex“

Rotten Tomatoes über „Der Baader Meinhof Komplex“

Wikipedia über „Der Baader Meinhof Komplex“ (deutsch, englisch)

Hollywood Interview: mit Uli Edel üer den Film


TV-Tipp für den 2. Oktober: Jesse James – Mann ohne Gesetz

Oktober 1, 2020

 

Bayern, 22.45

Jesse James – Mann ohne Gesetz (Jesse James, USA 1939)

Regie: Henry King

Drehbuch: Nunnally Johnson (nach historischen Recherchen von Rosalind Shaffer und Jo Frances James)

Ein Westernklassiker, der die Geschichte der Brüder Frank und Jesse James erzählt, die sich an der Eisenbahngesellschaft für erlittenes Unrecht rächen wollen und zu Verbrechern werden.

mit Tyrone Power, Henry Fonda, Nancy Kelly, Randolph Scott, Henry Hull, Brian Donlevy, John Carradine, Lon Chaney jr.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Jesse James – Mann ohne Gesetz“

Wikipedia über „Jesse James – Mann ohne Gesetz“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Oktober: Shoplifters – Familienbande

Oktober 1, 2020

Servus TV, 22.05

Shoplifters – Familienbande (Manbiki Kazoku, Japan 2018)

Regie: Hirokazu Kore-eda

Drehbuch: Hirokazu Kore-eda

Die Familie Shibata hält sich mit kleinen Ladendiebstählen über Wasser. Aber sie sind auch eine herzensgute Familie, die spontan die kleine Yuri, die allein auf einem Balkon spielt, bei sich aufnehmen.

TV-Premiere. Gewohnt feinfühliger Film von Hirokazu Kore-eda über echte und falsche Familien, der verdient in Cannes die Goldene Palme erhielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Lily Franky, Sakura Ando, Mayu Matsuoka, Kilin Kiki, Kairi Jyo, Miyu Sasaki

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Shoplifters“

Metacritic über „Shoplifters“

Rotten Tomatoes über „Shoplifters“

Wikipedia über „Shoplifters“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Shoplifters – Familienbande“ (Manbiki Kazoku, Japan 2018)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „La Vérité – Leben und lügen lassen“ (La Vérité, Frankreich 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: „Persischstunden“ für einen SS-Hauptsturmführer

Oktober 1, 2020

Als Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) 1942 auf der Fahrt zu einem Durchgangslager ein halbes Baguette gegen ein in persisch geschriebenes Buch tauscht, sieht das nach einem schlechten Tauschgeschäft aus. Gilles kann kein Farsi und das, zugegeben teuer aussehende, Buch ist im Zweiten Weltkrieg nichts wert. Aber kurz darauf rettet es Gilles das Leben.

Die SS-Leute halten den Wagen an und erschießen auf einer Waldlichtung die Passagiere, die sie für Juden halten. Gilles hält das Buch hoch und behauptet, kein Jude, sondern ein Perser zu sein. Weil ihr Lagerkommandant, SS-Hauptsturmführer Klaus Koch, unbedingt Farsi lernen will, nehmen sie Gilles mit. Immerhin hat er zehn Dosen Fleisch als Belohnung ausgesetzt. Und den Juden können sie auch später umbringen.

Im Lager kann Gilles den herrischen Lagerkommandanten Koch (Lars Eidinger), der selbstverständlich überzeugt ist, Lügner sofort enttarnen zu können, mit einigen Worten überzeugen, dass er ein Perser ist. Koch zwingt ihn, ihm die fremde Sprache beizubringen. Nach dem Krieg will er in Teheran mit seinem dort lebendem Bruder ein Restaurant eröffnen.

Also bringt Gilles Koch Farsi bei. Weil Gilles kein Farsi spricht, muss er eine orientalisch klingende Sprache erfinden.

Im Lager ist seine Situation einerseits privilegiert, immerhin erhält er als Kochs Lehrer einige Vergünstigungen, und andererseits hochgradig gefährdet. Bei der ersten falschen Vokabel wird Koch ihn umbringen. Und Kochs Untergebene wollen den Betrüger Gilles enttarnen und so in der SS-Hierarchie aufsteigen.

Persischstunden“, der neue Film von Vadim Perelman („Haus aus Sand und Nebel“) basiert auf der Kurzgeschichte „Die Erfindung einer Sprache“ von Wolfgang Kohlhaase und erzählt eine schöne Köpenickiade oder Schwejkiade. Immerhin schlawinert Gilles sich bauernschlau durch das Lager, während die Filmgeschichte die Nazis und ihre Ränkespiele bloßstellt. Denn hier intrigieren die Nazis munter gegeneinander. In jeder Szene geht es auch um den Widerspruch von Schein und Sein und um sich stetig verändernde Machtverhältnisse. Perelman erzählt das ohne jeglichen satirischen Furor ziemlich brav und bieder als Drama mit differenziert gezeichneten Figuren und didaktischer Absicht.

Dagegen sind dann ein immer nett verhuscht in die Kamera blickender Nahuel Pérez Biscayart und ein grandios aufspielender Lars Eidinger machtlos. Eidingers Rolle lebt, zugegeben, von dem für uns offensichtlichen Widerspruch zwischen den tiefen Gefühlen, die Koch in seine auf Farsi gesprochenen Sätze legt, und unserem Wissen, dass es sich um vollkommen sinnloses Gebrabbel handelt. Dass er betrogen wird.

Persichstunden“ ist ein gut gemachter, aber auch etwas dröger Film.

Persischstunden (Deutschland/Russland 2020)

Regie: Vadim Perelman

Drehbuch: Ilya Zofin

LV: Wolfgang Kohlhaase: Die Erfindung einer Sprache (Kurzgeschichte)

mit Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Jonas Nay, Leonie Benesch, Alexander Beyer, David Schütter, Luisa-Céline Gaffron, Giuseppe Schillaci, Antonin Chalon, Mehdi Rahim-Silvioli

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Facebook-Seite zum Film

Filmportal über „Persischstunden“

Moviepilot über „Persischstunden“

Rotten Tomatoes über „Persischstunden“

Wikipedia über „Persischstunden“


TV-Tipp für den 30. September: Eva

September 29, 2020

Arte, 20.15

Eva (Eva, Frankreich/Belgien 2018)

Regie: Benoît Jacquot

Drehbuch: Benoît Jacquot, Gilles Taurand

LV: James Hadley Chase: Eve, 1945 (Eva)

Callboy Betrand gibt ein geklautes Manuskript für sein Werk aus. Das Stück wird ein Erfolg. Jetzt soll Bertrand ein neues Stück veröffentlichen. Er zieht sich zum Schreiben auf eine Berghütte zurück. Dort trifft er die alte Edelprostituierte Eva, in die er sich verliebt, – was keine gute Idee ist.

Auf der Berlinale, wo der Film 2018 im Wettbewerb lief, kam der Film nicht so gut an. Einen deutschen Kinostart gab es nicht. Und so ist das heute die Gelegenheit, Jacquots Erotic-Thriller zu entdecken.

Denn ein Film mit Isabelle Huppert kann nicht ganz schlecht sein.

Joseph Losey verfilmte den Roman 1962 mit Jeanne Moreau und Stanley Baker.

mit Isabelle Huppert, Gaspard Ulliel, Julia Roy, Marc Barbé, Richard Berry

Wiederholung: Freitag, 9. Oktober, 00.30 Uhr (Taggenau! – anschließend läuft Claude Chabrols „Geheime Staatsaffären“, ebenfalls mit Isabelle Huppert)

Hinweise

AlloCiné über „Eva“

Moviepilot über „Eva“

Metacritic über „Eva“

Rotten Tomatoes über „Eva“

Wikipedia über „Eva“ (deutsch, englisch, französisch)

Mordlust über James Hadley Chase

Crimetime über James Hadley Chase

Kirjasto über James Hadley Chase

Wikipedia über James Hadley Chase (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Manfred R. Köhlers James-Hadley-Chase-Verfilmung „Ein Sarg aus Hongkong“ (Schweiz/Deutschland/Frankreich 1964)


TV-Tipp für den 29. September: Nachtschicht: Ein Mord zu viel

September 29, 2020

ZDFneo, 21.45

Nachtschicht: Ein Mord zu viel (Deutshland 2010)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Pinky Brühl behauptet, der vierte Mord gehe nicht auf sein Konto und weil die Polizei ihm nicht glaubt, flüchtet er aus der Haft. Das Nachtschicht-Team jagt ihn.

Und wieder gibt es eine aufregende Nacht für die Hamburger Polizisten mit gut aufgelegten Schauspielern und pointierten Dialogen.

mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Peter Kremer, Misel Maticevic, Lars Rudolph, Katja Flint, Olli Dietrich, Joachim Król

Hinweise

ZDF über „Nachtschicht“

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 28. September: Im Labyrinth des Schweigens

September 27, 2020

Arte, 20.15

Im Labyrinth des Schweigens (Deutschland 2014)

Regie: Giulio Ricciarelli

Drehbuch: Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli

Die spannend wie ein Polit-Thriller erzählte Vorgeschichte zum Auschwitz-Prozess, der von 1963 bis 1967 unter großer öffentlicher Anteilnahme in Frankfurt am Main vor Gericht verhandelt wurde.

In dem Film versucht ein junger Staatsanwalt, unter der Aufsicht von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, in jahrelanger mühseliger Kleinarbeit die nötigen Beweise für eine Anklage gegen die Täter in dem Konzentrationslager Auschwitz zu bekommen, während in Deutschland gerade das Wirtschaftswunder und das kollektive Vergessen gefeiert wurden.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht, Gert Voss, Johannes Krisch, Hansi Jochmann, Johann von Bülow, Robert Hunger-Bühler, Lukas Miko, Lisa Martinek

Wiederholung: Dienstag, 29. September, 13.45 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Im Labyrinth des Schweigens“

Moviepilot über „Im Labyrinth des Schweigens“

Metacritic über „Im Labyrinth des Schweigens“

Rotten Tomatoes über „Im Labyrinth des Schweigens“

Wikipedia über „Im Labyrinth des Schweigens“ (deutsch, englisch)

taz: Interview mit Ex-Staatsanwalt Gerhard Wiese (einer der Ankläger im Auschwitz-Prozess und eines der Vorbilder für Johann Radmann) über die historischen Hintergründe (6. November 2014)

Meine Besprechung von Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“ (Deutschland 2014)


TV-Tipp für den 27. September: Detroit

September 26, 2020

Arte, 20.15

Detroit (Detroit, USA 2017)

Regie: Kathryn Bigelow

Drehbuch: Mark Boal

TV-Premiere. Kathryn Bigelows technisch brillante, emotional packende, genau recherchierte, aber analytisch und politisch äußerst bedenkliche Chronik der mehrtägigen Rassenunruhen in Detroit im Juli 1967, bei denen 43 Menschen starben. 33 von ihnen waren Afroamerikaner. 24 von ihnen wurden von Polizisten und National Guardsmen erschossen.

Im Zentrum von „Detroit“ stehen die fast in Echtzeit geschilderten Ereignisse im Algier Motel in der Nacht vom 25. zum 26. Juli, als weiße Polizisten gnadenlos ihre Macht gegenüber den afroamerikanischen Verdächtigen und zwei weißen jungen Frauen ausnutzen und auch vor Mord nicht zurückschrecken.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung, in der ich mich ausführlich mit den bedenklichen Teilen des Films beschäftige.

mit John Boyega, Anthony Mackie, Will Poulter, Algee Smith, Samira Wiley, John Krasinski, Hannah Murray, Jacob Latimore, Jason Mitchell

Wiederholung: Freitag, 2. Oktober, 00.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Detroit“

Metacritic über „Detroit“

Rotten Tomatoes über „Detroit“

Wikipedia über „Detroit“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Detroit“

Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirty“ (Zero Dark Thirty, USA 2012)

Meine Besprechung von Kathryn Bigelows „Detroit“ (Detroit, USA 2017) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: „Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter“ geh ich durch die Hölle

September 26, 2020

Wiebke betreibt einen Pferdehof, auf dem sie für die Reiterstaffel der Polizei Pferde trainiert. Bei ihr lebt ihre nette Tochter. Und wenn sie wie ein Cowboy über ihre Ranch geht, wirkt sie glücklich. Zu ihrem Glück fehlt nur noch, nein, kein Mann, sondern ein zweites Kind, das wieder eine Auslandsadoption sein soll.

Katrin Gebbe („Tore tanzt“) lädt die ersten Bilder in ihrem neuen Film „Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter “ mit einem so hohen Kitschfaktor auf, dass alle Inga-Lindström/Rosamunde-Pilcher-Filme dagegen blass wirken. Aber Wiebke wird von Nina Hoss gespielt, die in so einem banalen Sonntagabendkitschfilm niemals mitspielen würde. Später ändern sich in „Pelikanblut“ die Farben und der Kamerastil. Aus der Schnulze geht es in Richtung eines Horrorfilms und eines düsteren Psychodramas, in dem die Protagonistin sich mit ihrem Tunnelblick konsequent Richtung Verderben bewegt. Die Bilder sind eine offensichtliche und äußerst plakative Illustration von Wiebkes seelischem Zustand. Sie zeigen, wie sie sich fühlt und wie sie die Welt wahrnimmt.

Als Wiebke aus Bulgarien die Nachricht erhält, dass sie die fünfjährige Raya adoptieren kann, ist sie glücklich. Vor allem, weil Raya sich bei ihrer ersten Begegnung als ein überaus liebenswertes Kind präsentiert.

Das ändert sich, als Raya in Deutschland ihr wahres Gesicht zeigt. Raya ist ein vollkommen gefühlloser Mensch. Gefühle und menschliche Reaktionen imitiere sie nur. Gleichzeitig verdränge sie, so erklärt ein Kinderpsychologe Wiebke, ein schweres Trauma. Wiebke möchte Raya helfen. Aber Ray ist ein tobendes, schreiendes und intrigantes Kraftbündel, das Wiebke, ihre erste Adoptivtochter, die neunjährige Nikolina, und ihre Umgebung mal mehr, mal weniger subtil terrorisiert.

Aber Wiebke will Raya nicht weggeben. Im Gegensatz zu Rayas vorherigen Eltern will sie Raya behalten und, wie ihre Pferde, erziehen. Dabei entfernt sie sich immer mehr von ihrem bisherigen Leben.

Dieser Wahn und der damit verbundene Tunnelblick wird von Nina Hoss gut gespielt und stilistisch, wie gesagt, von der Regie unterstützt. Die anfänglichen Pilcher-Bilder werden düsterer. Die Farben bleichen immer mehr aus. Die Kamera wird unruhiger und rückt näher an die Figuren. Es scheint keinen Ausweg mehr zu geben.

Allerdings wird auch immer unklarer, warum Wiebke sich so sehr für Raya engagiert und sie dabei jede Grenze überschreitet. Grenzen, die sie bei ihren geliebten Pferden mühelos einhalten kann.

Damit kommen wir zum dritten Akt und einer Wendung, bei der ich mich fragte, ob Gebbe das wirklich ernst meint. Plötzlich verlässt sie zugunsten eines Eso-Trips das Feld rationaler Erklärungen, die bis dahin den Film bestimmten. Da zweifelt dann nicht nur ihr neuer Freund, der überaus nette, alleinerziehende und zur Polizeireiterstaffel gehörende Benedikt, an ihrem Verstand.

Pelikanblut – Aus Liebe zu meiner Tochter (Deutschland 2019)

Regie: Katrin Gebbe

Drehbuch: Katrin Gebbe

mit Nina Hoss, Adelina-Constance Ocleppo, Murathan Muslu, Yana Marinova, Katerina Liposvksa

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Pelikanblut“

Moviepilot über „Pelikanblut“

Metacritic über „Pelikanblut“

Rotten Tomatoes über „Pelikanblut“

Wikipedia über „Pelikanblut“


Neu im Kino/Filmkritik: „Blackbird – Eine Familiengeschichte“ über das Sterben

September 26, 2020

Die gesamte Familie kommt zu einem Wochenende zusammen. Der Mutter Lily geht es nicht gut. Schon die ersten Bilder, wenn sie mühsam aufsteht, sich anzieht und die Treppe zur Küche hinuntergeht, zeigen, dass sie nicht mehr lange Leben wird. Etwas später erfahren wir, dass dies ihr letztes Wochenende ist. Sie will noch einmal ihre Kinder, deren Familien und ihre beste Freundin sehen. Danach will sie sich töten. Sie hat ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Sie weiß, dass sie die Beherrschung über ihren Körper bald vollständig verlieren wird.

Blackbird – Eine Familiengeschichte“ ist das Remake von Bille Augusts Drama „Silent Heart – Mein Leben gehört mir“. Christian Thorpe schrieb wieder das Drehbuch. Roger Michell („Notting Hill“, „Morning Glory“, „Meine Cousine Rachel“) übernahm die Regie. Er entschied sich, seinen Film in einem Haus, mit natürlichem Licht und fast vollständig chronologisch zu drehen. Die Schauspieler waren daher, wie ein Theaterensemble, während des gesamten Drehs anwesend. Außerdem entschied Michell sich, sein Ensemble – Susan Sarandon, Sam Neill, Kate Winslet, Mia Wasikowska, Bex Taylor-Klaus, Rainn Wilson, Lindsay Duncan und Anson Boon – immer möglichst zusammen und in einem Bild zu präsentieren. Das sind, auch wenn in Innenräumen, wie dem großen Wohnzimmer des Anwesens, gedreht wurde, Bilder für eine große Leinwand. Denn nur dort sind alle Schauspieler und ihre Reaktionen aufeinander gut zu sehen. Halt wie in einem Theater.

Die Filmgeschichte dreht sich dann kaum um den von Lily geplanten Suizid, bei dem ihr Mann Paul, ein pensionierter Arzt, ihr helfen wird. Darüber hat die Familie bereits vor längerem gesprochen und den einstimmigen Beschluss gefällt, Lilys Wunsch zu respektieren. Im Film ist Lilys geplanter Suizid und Pauls damit verbundene Sterbehilfe nur noch der MacGuffin, der Lilys Familie dazu bringt, sich an ihrem Totenbett zu versammeln.

Im Mittelpunkt des Dramas stehen die kleinen Konflikte einer gutsituierten Familie. So sind die beiden Schwestern sehr verschieden. Jennifer ist eine stockkonservative, pedantische Vorstadtmutter. Ihre jüngere Schwester Anna ist eine in einer chaotischen Beziehung lebende, sich selbst verwirklichende Künstlerin. Lilys beste Freundin ist selbstverständlich ebenfalls dabei. Sie ist immer dabei. Se sind seit der gemeinsam verbrachten Studienzeit miteinander befreundet. Damals lernte Lily auch ihren Mann Paul kennen. Und Jennifers Sohn ist in dem Alter, in dem er von den Älteren gefragt wird, was er später werden möchte. Da werden dann ein, zwei Geheimnisse aufgedeckt, es geht emotional etwas hoch her und Lilys letzter Wunsch vor ihrem Tod wird erfüllt. Sie möchte, Monate vor Weihnachten, stilecht Weihnachten feiern.

Das plätschert unaufgeregt vor sich hin. Die Stimmung ist heiter bis freundlich, selten dramatisch und eigentlich nie traurig. Auf die Tränendrüse drückende schmalzige Taschentuchmomente gibt es auch nicht. Dafür einige großmütterliche Lebensweisheiten.

Diese Konfliktchen und das größtmögliche Umschiffen aller mit der Sterbehilfe zusammenhängenden Fragen lenken die gesamte Aufmerksamkeit schnell auf das Ensemble und ihr Zusammenspiel. Hier sind großartige Schauspieler versammelt, die sich elegant die Bälle zuspielen. Das ist großes Theater um fast nichs.

Blackbird – Eine Familiengeschichte (Blackbird, USA/Großbritannien 2019)

Regie: Roger Michell

Drehbuch: Christian Torpe

mit Susan Sarandon, Sam Neill, Kate Winslet, Mia Wasikowska, Bex Taylor-Klaus, Rainn Wilson, Lindsay Duncan, Anson Boon

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Blackbird“

Metacritic über „Blackbird“

Rotten Tomatoes über „Blackbird“

Wikipedia über „Blackbird“

Meine Besprechung von Roger Michells „Morning Glory“ (Morning Glory, USA 2010)

Meine Besprechung von Roger Michells  Daphne-du-Maurier-Verfilmung „Meine Cousine Rachel“ (My Cousin Rachel, USA/Großbritannien 2017)


TV-Tipp für den 26. September: Ein einfacher Plan

September 25, 2020

Servus TV, 22.00

Ein einfacher Plan (A simple plan, USA 1998)

Regie: Sam Raimi

Drehbuch: Scott B. Smith

LV: Scott B. Smith: A simple plan, 1993 (Ein ganz einfacher Plan, Ein einfacher Plan)

Im verschneiten Minnesota finden drei Freunde in einem abgestürzten Flugzeug einen Koffer mit vier Millionen Dollar. Sie wollen das Geld behalten, aber Eifersucht, Paranoia und Dummheit führen zu einem anderen Ergebnis.

Temporeiche, schwarze Komödie, die natürlich an „Fargo“ erinnert, aber über eigene Qualitäten verfügt und von Raimi erstaunlich unblutig und psychologisch glaubwürdig inszeniert wurde. Denn damals war Raimi in erster Linie als der „Tanz der Teufel“-Macher bekannt, heute ist er selbstverständlich der Mann, der Spiderman inszenierte.

Mit Bill Paxton, Bridget Fonda, Billy Bob Thornton, Jack Walsh

Wiederholung: Sonntag, 27. September, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein einfacher Plan“

Wikipedia über „Ein einfacher Plan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Smiths „Dickicht“ (The Ruins, 2006)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III)“ (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)

Meine Besprechung von Sam Raimis „Die fantastische Welt von Oz“ (Oz, the Great and Powerful, USA 2013)


TV-Tipp für den 25. September: Janis: Little Girl Blue

September 24, 2020

Nachdem ich mich die Woche vor allem mit inzwischen weitgehend gelösten Computerproblemen herumschlug, werden die aktuellen Kinostarts (Blackbird, Pelikanblut, Persischstunden) später als erhofft besprochen. Hierfür sollte es noch eine längere Ankündigung geben. Und dann sind noch einige Buchbesprechungen in der Pipeline und dieser Mann hat demnächst einen runden Geburtstag. Deshalb gibt es im Moment nur einen rockigen TV-Tipp

Arte, 22.00

Janis: Little Girl Blue (Janis: Little Girl Blue, USA 2015)

Regie: Amy J. Berg

Drehbuch: Amy J. Berg

Die Doku „Janis: Little Girl Blue“ über die Sänderin Janis Joplin ist informativ, kurzweilig und geizt nicht mit Konzertaufnahmen; wobei die durchaus etwas kürzer hätten ausfallen können. Aber andererseits: wer kann schon etwas gegen gute Musik einwenden?

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Janis Joplin, Peter Albin, Sam Andrew, Karleen Bennett, Dick Cavett, John Cooke, David Dalton, Cornelius ‚Snooky‘ Flowers, Country Joe McDonald, Clive Davis, Melissa Etheridge, Dave Getz, Laura Joplin, Michael Joplin, Michael Joplin, Julius Karpen, Juliette Lewis, Alecia Moore, J. Dave Moriaty, Dave Niehaus, D.A. Pennebaker, Travis Rivers, Powell St. John, Bob Weir, Jae Whitaker, Chan Marschall (Cat Power, Erzählerin in der Originalfassung)

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Janis: Little Girl Blue“
Metacritic über „Janis: Little Girl Blue“
Rotten Tomatoes über „Janis: Little Girl Blue“
Wikipedia über „Janis: Little Girl Blue“ und Janis Joplin (deutsch, englisch)
AllMusic über Janis Joplin

Meine Besprechung von Amy J. Bergs „Janis: Little Girl Blue“ (Janis: Little Girl Blue, USA 2015)


TV-Tipp für den 24. September: Mein Leben als Zucchini

September 23, 2020

WDR, 23.30

Mein Leben als Zucchini (Ma vie de courgette, Schweiz/Frankreich 2016)

Regie: Claude Barras

Drehbuch: Céline Sciamma, Germano Zullo (Mitarbeit), Claude Barras (Mitarbeit), Morgan Navarro (Mitarbeit)

LV: Gilles Paris: Autobiographie d’une Courgette, 2002 (Autobiographie einer Pflaume, Mein Leben als Zucchini)

Nach dem Tod seiner Mutter wird der neunjährige Zucchini in das Kinderheim von Madame Papineua geschickt. Er muss neue Freunde finden und verliebt sich auch ein wenig in Camille. Doch dann soll Camille das Heim verlassen.

Wunderschöner, sehr gelungen sehr viele, sehr ernste Themen ansprechender Trickfilm, der auch für den Oscar als bester Animationsfilms des Jahres nominiert war. Den Preis als Bester Europäischer Animationsfilm und den Preis des Züricher Filmfest als bester Kinderfilm erhielt er. Neben einigen anderen.

Die heutige Nachtausstrahlung dient natürlich nur dazu, dass Erwachsene sich den Film ansehen und ihn dann, so schnell es geht, mit ihren Kindern wieder ansehen.

Die DVD

 

Polyband

Bild: 16:9 (1,85:1)

Ton: Deutsch, Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Fortgeschrittene

Bonusmaterial: Making-Of, Behind the Scenes-Clips, Zucchini beim Casting, Trailer

Länge: 63 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

AlloCiné über „Mein Leben als Zucchini“

Moviepilot über „Mein Leben als Zucchini“

Rotten Tomatoes über „Mein Leben als Zucchini“

Wikipedia über „Mein Leben als Zucchini“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 23. September: Gundermann

September 22, 2020

Arte, 20.15

Gundermann (Deutschland 2018)

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Laila Stieler

TV-Premiere. Andreas Dresens breit abgefeiertes Biopic über Gerhard Gundermann, Tagebau-Baggerfahrer in der Lausitz und von seinen Fans verehrter DDR-Musikerstar.

Im Gegensatz zur allgemeinen Euphorie fand ich den Film letztendlich ärgerlich.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl, Thorsten Merten, Eva Weißenborn, Benjamin Kramme, Kathrin Angerer, Milan Peschel, Bjarne Mädel, Peter Sodann, Alexander Schubert, Horst Rehberg

Das Buch zum Film

Andreas Leusink (Herausgeber): Gundermann – Von jedem Tag will ich was haben, was ich nicht vergesse…

Ch. Links Verlag, 2018

184 Seiten

20 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Gundermann“

Moviepilot über „Gundermann“

Wikipedia über „Gundermann“ und Gerhard Gundermann

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Als wir träumten“ (Deutschland/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Andreas Dresens James-Krüss-Verfilmung „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ (Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Andres Dresens „Gundermann“ (Deutschland 2018)


TV-Tipp für den 22. September: Wie ein wilder Stier

September 22, 2020

Servus TV, 22.05

Wie ein wilder Stier (Raging Bull, USA 1980)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Paul Schrader, Mardik Martin

LV: Jake La Motta mit Joseph Carter und Peter Savage: Raging Bull: My Story, 1970

Düsteres Biopic über den Boxer Jake La Motta. Scorsese drehte die zwischen 1941 und 1964 spielende Geschichte eines schnellen Aufstiegs und tiefen Falls stilbewusst in Schwarzweiß und Hauptdarsteller Robert De Niro ging vollständig in seiner Rolle auf. Dafür erhielt er einen Oscar und einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller.

Mit Robert De Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci, Frank Vincent

Wiederholung: Mittwoch, 23. September, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wie ein wilder Stier“

Wikipedia über Jake La Motta und „Wie ein wilder Stier“ (deutsch, englisch)

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ (The Wolf of Wall Street, USA 2013) und ein Infodump dazu

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Silence“ (Silence, USA 2016)

Martin Scorsese in der Kriminalakte