Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Die Bestseller-Verfilmung „Girl on the Train“

Oktober 27, 2016

Jeden Wochentag fährt Rachel im Pendlerzug nach London (im Film New York) und beobachtet dabei ein verliebtes Paar in einem lauschigen Vorstadthaus. Sie malt sich in den rosigsten Farben deren glückliches und erfülltes Leben aus.

Eines Tages beobachtet sie Megan beim Sex mit einem anderen Mann. Rachel ist schockiert, dass ihre Seifenblasen über das glückliche Eheleben von Megan und Scott zerplatzen.

Kurz darauf ist Megan spurlos verschwunden – und Rachel wacht in ihrem Bett mit einem Riesenkater, Verletzungen und einem Blackout auf.

Vor dem Film meinte ich, ohne das Buch zu kennen und ohne die Synopse genau studiert zu haben, zu einem Kumpel, die Lösung sei offensichtlich und nannte den Bösewicht, der es dann auch war.

Nach dem Film grummelte ich „typische missratene Bestseller-Verfilmung, die zu nah am Buch bleibt“. Und dabei hatte Drehbuchautorin Erin Cressida Wilson doch versucht aus einer Charakterstudie einen Thriller zu machen. Sie änderte auch etliche Details in der Geschichte.

Aber sie übernahm, anstatt beherzt und nach Lust und Laune die Romangeschichte so lange zu ändern, bis eine mitreisende Filmgeschichte entsteht, die Struktur des Romans, die im Roman besser als auf der Leinwand funktioniert. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Rachel Watson (Emily Blunt), Megan Hipwell (Haley Bennett) und Anna Watson (Rebecca Ferguson) erzählt. In der Gegenwart und der Vergangenheit. Und, bei Rachel, mit einigen Flashbacks, die mehr oder weniger wahr sind. Man ist also, auch wenn im Film immer wieder die Handlungszeit eingeblendet wird, mehr mit dem Auseinanderfriemeln der verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven, als mit dem Sich-Einlassen in die Geschichte beschäftigt. Dass Megan und Anna, wie im Roman, zwei gutaussehende, schlanke, gleichaltrige Blondinen sind, sorgt immer wieder für kurzzeitige Irritationen, in denen man sich fragt, ob man jetzt gerade Megan oder Anna in der Gegenwart oder der Vergangenheit sieht. Entsprechend distanziert und gelangweilt folgt man den durchschaubaren Geschehnissen auf der Leinwand, die Tate Taylor („The Help“, „Get on Up“) reichlich uninspiriert in Richtung austauschbarer ‚TV-Film der Woche für weibliche Zuschauer‘ inszenierte. Für die Frauen im Publikum gibt es dann auch mehrere Identifikationsangebote.

Da ist Rachel, eine schon seit Langem arbeitslose Alkoholikerin, die immer noch ihrer Ehe mit Tom Watson (Justin Theroux) hinterhertrauert, ihren Erinnerungen nicht trauen kann und die versucht, zu helfen. Denn selbstverständlich muss der Liebhaber, den sie auf der Terrasse gesehen hat, der Mörder sein. Nur: wen hat sie wirklich auf der Terrasse beim Sex mit Megan gesehen? Und woher kommen die Verletzungen, die sie sich an dem Abend als Megan verschwand zufügte oder ihr zugefügt wurden?

Da ist Megan, die verschwundene Frau, die unter dem Kontrollwahn von ihrem Mann Scott (Luke Evans) leidet und bei einem Psychiater (Edgar Ramírez) war, den sie bei den Sitzungen versuchte, zu verführen. Außerdem arbeitete sie kurz als Babysitterin bei den Watsons.

Und da ist Anna, die jetzige Frau von Tom, die ihm das Kind schenkte, das Rachel ihm nicht schenken konnte. Sie ist verärgert über Rachels ständige SMS-Nachrichten und nächtlichen Anrufe.

Weil die Polizei keine Hinweise auf Megans Liebhaber findet, richtet sich ihr Interesse schnell auf Rachel, die sich ungefragt, mit oft falschen Angaben, in die Ermittlungen einmischt. Ungefähr ebensoschnell können wir uns ausrechnen, wer der Täter ist. Auch wenn die drei Damen, die im Roman alle unzuverlässige Ich-Erzählerinnen sind, noch ein, zwei weitere Geheimnisse haben.

Für mich sind diese Krimischmonzetten, die auch als Romantic-Thriller beworben werden und in denen es nur um die Probleme der labilen Protagonistin mit ihrem Traummann geht, nichts. Dabei fehlen im Roman sogar die wenigen Spannungsmomente des Films. Hawkins‘ enorm erfolgreicher Bestseller, weltweit 15 Millionen verkaufte Exemplare und der am schnellsten verkaufte Roman für Erwachsene in der Geschichte, ist vor allem eine langweilige Charakterstudie dreier einsamer, in der Vorstadt lebender, gut situierter, junger Frauen.

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Girl on the Train (Girl on the Train, USA 2016)

Regie: Tate Taylor

Drehbuch: Erin Cressida Wilson

LV: Paula Hawkins: Girl on the Train, 2015 (Girl on the Train)

mit Emily Blunt, Rebecca Ferguson, Haley Bennett, Justin Theroux, Luke Evans, Allison Janney, Edgar Ramírez, Lisa Kudrow, Laura Prepon, Darren Goldstein

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Die Vorlage mit Filmcover

Girl on the TrainDu kennst sie nicht aber sie kennt dich von Paula Hawkins

Paula Hawkins: Girl on the Train

(übersetzt von Christoph Göhler)

Blanvalet, 2016

448 Seiten

12,99 Euro

–

Deutsche Erstausgabe

Blanvalet, 2015

–

Originalausgabe

Girl on the Train

Doubleday, 2015

–

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Girl on the Train“

Metacritic über „Girl on the Train“

Rotten Tomatoes über „Girl on the Train“

Wikipedia über „Girl on the Train“ (deutsch, englisch)

Homepage von Paula Hawkins

Perlentaucher über „Girl on the Train“

Meine Besprechung von Tate Taylors „The Help“ (The Help, USA 2010)

Meine Besprechung von Tate Taylors „Get on Up“ (Get on Up, USA 2014)


TV-Tipp für den 27. Oktober: Weiße Bestie

Oktober 27, 2016

Arte, 22.35

Weiße Bestie (USA 1981, Regie: Samuel Fuller)

Drehbuch: Samuel Fuller, Curtis Hanson

LV: Romain Gary: White Dog, 1970

Eine junge Schauspielerin fährt einen weißen Hund an und nimmt ihn bei sich auf. Später erfährt sie, dass er ein „White Dog“ ist. Der Schäferhund wurde von Weißen darauf abgerichtet, Afroamerikaner anzugreifen. Die Schauspielerin möchte, dass der Killerinstinkt des Hundes gebrochen wird.

Einer von Samuel Fullers letzten Filmen, der sich kompromisslos mit dem Thema Rassismus beschäftigt. In den USA lief der Film nicht in den Kinos (weshalb es auch keinen Trailer gibt). Bei uns erlebte er seine Premiere als Video. Heute genießt die bitterböse Parabel Kultstatus.

„Fullers unbequemer und unbehaglicher Film ist schnörkellos und direkt. Wie alle Fuller-Filme geht er rasch und kompromisslos auf sein Thema zu.“ (Fischer Film Almanach 1988)

Und das Thema ist heute immer noch aktuell.

mit Kristy McNichol, Paul Winfield, Burt Ives, Jameson Parker, Samuel Fuller, Paul Bartel

auch bekannt als „Die weiße Bestie“ und „Der weiße Hund von Beverly Hills“ (Titel der gekürzten und neu synchronisierten TV-Fassung)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Weiße Bestie“

Wikipedia über „Weiße Bestie“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Samuel Fullers „Der nackte Kuss“ (The naked kiss, USA 1964)

–

Es gibt natürlich Fan-Trailer

und Richard Linklater spricht über „White Dog“


DVD-Kritik (jaja, Blu-ray): Der Science-Fiction-Oldie „Unfall im Weltraum“

Oktober 26, 2016

Der deutsche Titel „Unfall im Weltraum“ ist Quatsch. Der Science-Fiction-Film spielt zwar auch im Weltraum, aber einen „Unfall“ gibt es nicht. Der letztendlich gewählte Originaltitel „Journey to the far side of the sun“ ist da schon ziemlich zutreffend und verrät die Pointe nicht. Der heute fast unbekannte UK-Titel „Doppelgänger“ (manchmal auch „Doppelganger“) verrät dagegen die Pointe. Ebenso die Synopse und heute ist „Unfall im Weltraum“ vor allem genau und nur wegen dieser Idee einer Parallelwelt bekannt.

Eine Raumsonde entdeckt auf der anderen Seite der Sonne, genau gegenüber der Erde, einen zweiten Planeten. Eurosec schickt ein Raumschiff los. Nach drei Wochen Flugzeit landen der amerikanische Astronaut Glenn Ross (Roy Thinnes) und der Astrophysiker John Kane (Ian Hendry) auf dem Planeten.

Kane wird bei der Landung schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

Ross wird von dem Eurosec-Direktor Jason Webb (Patrick Wymark) befragt, warum er bereits nach drei Wochen zurückgekehrt sei, obwohl er doch frühestens nach sechs Wochen hätte zurückkehren können.

Als Ross entdeckt, dass in dieser Welt alles spiegelverkehrt ist, hat er – und in dem Moment ist der Film fast um – eine fantastische, aber logische Erklärung: der Planet auf der anderen Seite der Sonne ist eine spiegelverkehrte Version der Erde. Er ist auf der anderen Erde, während sein Alter Ego auf seiner Erde ist – und in diesem Moment dem dortigen Eurosec-Direktor das gleiche erzählt.

Bis es zu diesem Storytwist kommt, vergeht, wie gesagt, viel Filmzeit und außer dieser Idee hatten die Macher nicht viele Ideen für den Hauptplot und die Probleme, die mit dieser Entdeckung zusammenhängen, aber genug Ideen für zahlreiche andere Geschichten. Also erzählen sie in gebotener Gemütlichkeit, wie der Zwillingsplanet entdeckt wird, wie die Raumfahrt vorbereitet wird, zuerst die finanzielle Seite, dann das Training der beiden Raumfahrer, etwas über die Eheprobleme des einen, wie die Rakete startet (okay, das war 1969 noch neu) und nach einer Stunde Filmzeit landen die beiden Astronauten auf dem Planeten. Kane wird dabei schwer verletzt und liegt fortan im Koma. Ross wird mit einer interessanten Technik verhört. Wie er danach entdeckt, dass er auf einem Zwillingsplaneten ist, ist zwar schön inszeniert (er kann im Badezimmerspiegel die Etikette der Parfümflaschen lesen), aber unlogisch. Denn schon davor muss er mehrmals Zahlen und Buchstaben gesehen haben. Aber Logik war in den Sechzigern nichts, was unbedingt zu einem Science-Fiction-Film gehörte.

Bei der damaligen Kritik kam das Werk von Produzent und Drehbuchautor Gerry Anderson (1929 – 2012) nicht besonders gut an: „Aufwendig, aber zähflüssig und verworren inszenierter Science -Fiction-Film. Wissenschaftliche naiv und nur mäßig spannend.“ (Lexikon des internationalen Films; danach erlebte der Film seine Deutschland-Premiere am 7. Januar 1971 in der ARD)

„Einen glanzlosen Science-Fiction-Film“ urteilte die von Phil Hardy herausgegebene „Die Science Fiction Filmenzyklopädie“ (1998)

Gerry Anderson produzierte für das Fernsehen „Thunderbirds“ (mit Puppen), „UFO“, „Space: 1999“ (Mondbasis Alpha) und noch einige weitere Serien. David Pringle schreibt über ihn in „Das ultimative Science-Fiction-Lexikon“ (1997): „Bei manchen weckt er nostalgische Kindheitserinnerungen, doch sonst gilt der Puppenspieler Anderson als einer der schlechtesten SF-Produzenten aller Zeiten, dessen Drehbücher vor wissenschaftlichen Fehlern strotzen.“

„Unfall im Weltraum“ funktioniert am Besten, wenn man sich nicht an der träge erzählten Geschichte, dem hölzernen Spiel der Schauspieler (die eher wie Puppen als wie Menschen agieren) und den banalen Dialogen stört, sondern ihn ohne große Erwartungen als eine Art Best-of-Sixties genießt. So wird aus dem banalen Film eine durchaus erfreulich nostalgische Angelegenheit, die für SF-Fans ein kurzer Trip in die Vergangenheit ist. Denn das Retro-Design mit den damals noch utopischen Geräten, wie Videotelefonie, den archaischen Computern und den flotten Sportwagen zeigt, wieder einmal, wie sehr Utopien immer in den Moden der Gegenwart verhaftet sind. Daran ändern die auch heute noch überzeugenden Tricks nichts.

Bei der jetzt von Koch Media veröffentlichten Blu-ray fällt das scharfe und detailreiche Bild auf. Als Bonusmaterial gibt es eine umfangreiche Bildergalerie mit über fünfzig Bildern, einen Audiokommentar von Gerry Anderson und die gekürzte deutsche und die Originalfassung.

P. S.: Am Anfang des Films gibt es noch einen James-Bond-würdigen Spionageplot, in dem ein Wissenschaftler ein Auge durch eine Kamera ersetzt, so Geheimdokumente fotografieren kann und sie, nach ausgiebiger Lektüre, zu seinem Auftraggeber schicken kann. Weil dieser Plot nach dem plötzlichen Ableben des Spions absolut keine Rolle mehr spielt, hätte man ihn auch ersatzlos streichen können. Erzählökonomisch betrachtet. Aber in den Sechzigern waren Geheimagenten und ihre Gadgets äußerst beliebt.

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Unfall im Weltraum (Journey to the far side of the moon, Großbritannien 1969)

Regie: Robert Parrish

Drehbuch: Gerry Anderson, Sylvia Anderson, Donald James

mit Ian Hendry, Roy Thinnes, Patrick Wymark, Lynn Loring, Loni von Friedl, Herbert Lom, George Sewell

auch bekannt als „Doppelgänger“

–

Blu-ray (in der Blechdose, die das Retro-Gefühl angenehm verstärkt; die FSK-Flatsche kann abgezogen werden)

Koch Media

Bild: 1,85:1 (HD 1080p 23,978 fps)

Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial: Deutsche Schnittfassung (97 Minuten), Audiokommentar von Autor und Produzent Gerry Anderson, zwei englisch Trailer, Deutscher Vorspann, Britischer Vorspann, Erweiterte Szenen der britischen Fassung, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Unfall im Weltraum“

TCM über „Unfall im Weltraum“

Wikipedia über „Unfall im Weltraum“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 26. Oktober: Das Kino des Ken Loach

Oktober 26, 2016

Arte, 21.55

Das Kino des Ken Loach (Großbritannien 2016, Regie: Louise Osmond)

Drehbuch: Louise Osmond

Spielfilmlange Doku über Ken Loach, das soziale Gewissen des englischen Kinos. Sein neuester, selbstverständlich sehenswerter Film „Ich, Daniel Blake“, der in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, läuft bei uns am 24. November an. In England hatte er jetzt den besten Kinostart eines Loach-Films.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Arte sein Sozialdrama „Sweet Sixteen“ (Großbritannien/Deutschland/Spanien 2002).

mit Ken Loach, Tony Garnett, Paul Laverty, Gabriel Byrne, Chris Menges, Alan Parker

Hinweise

Arte über Ken Loach

Wikipedia über Ken Loach (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ken Loachs „Jimmy’s Hall“ (Jimmy’s Hall, Großbritannien/Irland/Frankreich 2014)


DVD-Kritik: „Desierto – Tödliche Hetzjagd“ an der mexikanisch-amerikanischen Grenze

Oktober 25, 2016

Ein Tag wie jeder andere an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, zwischen Dritter und Erster Welt, zwischen Armut und schießwütigen Drogenkartellen und dem gelobten Land mit dem Versprechen auf Reichtum. Wie jeden Tag versuchen Dutzende Mexikaner die Grenze zu überqueren, ohne erwischt zu werden. Einige haben diese Reise schon öfter gemacht, andere versuchen ihr Glück zum ersten Mal. Wenn sie von der Border Patrol oder selbsternannten Grenzschützern erwischt werden, werden sie wieder zurückgeschickt – und sie versuchen wieder ihr Glück.

Aber an diesem Tag, der in „Desierto – Tödliche Hetzjagd“ geschildert wird, geht einiges schief. Schon in Mexiko bleibt das Auto der Schleuser in der Wüste liegen. Zwei der Schlepper wollen die zwölf Migranten über die Grenze bringen.

Kurz hinter der Grenze, als die Gruppe sich in zwei kleinere Gruppen getrennt hat, erschießt ein selbsternannter Grenzschützer (grandios: Jeffrey Dean Morgan) kaltblütig den größeren Teil der Gruppe.

Die überlebenden vier Illegalen und der Gehilfe des Schleusers, der die Gegend nicht kennt, können flüchten.

Zunächst. Denn der Redneck hat sie entdeckt und mit seinem über alle geliebten Hund beginnt er sie zu jagen.

„Desierto – Tödliche Hetzjagd“, der zweite Spielfilm von „Gravity“-Drehbuchautor Jonás Cuarón, ist ein spannender Survival-Thriller vor einer prächtigen Western-Kulisse. An einen Western erinnert Cuaróns Film auch fast durchgehend. Nur dass hier die Indianer Mexikaner sind und unsere Sympathien bei ihnen liegen. Auch wenn wir nichts über sie wissen und im Lauf des Films eigentlich nichts über sie erfahren. Über den Redneck und seine Motive erfahren wir auch nichts. Denn Cuarón konzentriert sich, wie in „Gravity“, auf die Situation und den Kampf des Einzelnen ums Überleben. In „Gravity“ war es eine Frau, die zur nächsten Raumstation gelangen musste, ehe ihr die Luft ausging. In „Desierto“ ist es letztendlich ein Mann (Gael García Bernal), der einfach nur am Leben bleiben will, unbewaffnet ist und niemanden verletzten will. Insofern geht es um den Zusammenprall von Humanität und Barbarei.

Das ist spannend inszeniert. Mit wenigen Dialogen und fotogener, nach der großen Leinwand schreiender Kulisse.

Es ist allerdings auch ein Film, der auf jeglichen gesellschaftskritischen Kommentar verzichtet oder auch nur irgendwie die Situation an der amerikanisch-mexikanischen Grenze vertieft. Sie ist nur die austauschbare Kulisse für eine Menschenjagd, bei der die Gejagten auf ihrer Flucht erstaunlich lange auf jegliche Gegenwehr verzichten.

Beim Toronto International Film Festival 2015 erhielt „Desierto“ den International Critics‘ Award (FIPRESCI) „for using pure cinema to create a strong physical sensation of being trapped in a vast space and hunted down by hatred in its most primal form.“

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Desierto – Tödliche Hetzjagd (Desierto, Mexiko/Frankreich 2015)

Regie: Jonás Cuarón

Drehbuch: Jonás Cuarón, Mateo Carcía Elizondo

mit Gael García Bernal, Jeffrey Dean Morgan, Alondra Hidalgo, Diego Cataño, Marco Pérez, Oscar Flores, David Lorenzo

–

DVD

Ascot Elite

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 85 Minuten

FSK: ab 18 Jahre (keine Ahnung warum)

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Desierto“

Metacritic über „Desierto“

Rotten Tomatoes über „Desierto“

Wikipedia über „Desierto“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 25. Oktober: Shootout – Keine Gnade

Oktober 25, 2016

Pro7 Maxx, 22.25

Shootout – Keine Gnade (Bullet to the Head, USA 2013)

Regie: Walter Hill

Drehbuch: Alessandro Camon

LV: Alexis Nolent: Du plomb dans la tête (Graphic Novel)

Feines Alterswerk von Walter Hill, der hier, wie schon in „Nur 48 Stunden“ und „Red Heat“, letztendlich einfach noch einmal die Geschichte von zwei gegensätzlichen Charakteren erzählt, die gegen einen Verbrecher zusammen arbeiten müssen.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sylvester Stallone, Sung Kang, Sarah Shahi, Adewale Akinnouye-Agabje, Christian Slater, Jon Seda, Jason Momoa

Wiederholung: Mittwoch, 26. Oktober, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Shootout – Keine Gnade“

Metacritic über „Shootout – Keine Gnade“

Rotten Tomatoes über „Shootout – Keine Gnade“

Wikipedia über „Shootout – Keine Gnade“ (deutsch, englisch) und  Walter Hill (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills “Shoutout – Keine Gnade” (Bullet to the Head, USA 2013)

Walter Hill in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. Oktober: Ein Abend mit John le Carré: Dame, König, As, Spion/Der Spion, der aus der Kälte kam

Oktober 24, 2016

Arte, 20.15

Dame, König, As, Spion (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Regie: Tomas Alfredson

Drehbuch: Bridget O’Connor, Peter Straughan

LV: John le Carré: Tinker, Tailer, Soldier, Spy, 1974 (Dame, König, As, Spion)

Wer ist der Maulwurf im britischen Geheimdienst? George Smiley sucht den für die Sowjetunion arbeitenden Verräter.

Grandiose Verfilmung des verschachelten Agententhrillers von John le Carré.

mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Ciarán Hinds, David Dencik, Simon McBurney, Kathy Burke, Stephen Graham, Svetlana Khodchenkova, John le Carré (Komparse bei der MI6-Silvesterfeier; also genau aufpassen)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Dame, König, As, Spion“

Rotten Tomatoes über „Dame, König, As, Spion“

Wikipedia über die Verfilmung „Dame, König, As, Spion“ (deutsch, englisch)

–

Arte, 22.15

Der Spion, der aus der Kälte kam (GB 1965, Regie: Martin Ritt)

Drehbuch: Paul Dehn, Guy Trosper

LV: John le Carré: The spy who came in from the cold, 1963 (Der Spion, der aus der Kälte kam)

Der britische Geheimdienstler Leamas wechselt zum Schein die Seiten – und gerät in Teufels Küche.

Realistischer, kritischer, kalter Agententhriller über die Suche nach Doppelagenten und Überläufern. Mit le Carrés Buch (ein Welterfolg) und der gelungenen Verfilmung wandelte sich das heroische Bild des Spions zu eines sehr gewöhnlichem. Denn überall sind Spione „eine schmutzige Prozession von hohlen Narren und Verrätern. Ja, auch von Schwulen, Sadisten und Trinkern, von Leuten, die Räuber und Gendarm spielen, im ihrem erbärmlichen Leben etwas Reiz zu geben.“ (John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam).

Mit Richard Burton, Oskar Werner, Claire Bloom, Peter van Eyck, Rupert Davies, Sam Wanamaker, Cyril Cusack, Bernard Lee

Hinweise

Arte über John le Carré

Rotten Tomaites über „Der Spion, der aus der Kälte kam“

Wikipedia über „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

–

Bonushinweis

le Carre - Der Taubentunnel - 4

Am 9. September erschien „Der Taubentunnel“, die Memoiren von John le Carré, der am 19. Oktober seinen 85. Geburtstag feierte.

Über „Die Memoiren eines Jahrhundertautors“ schreibt der Verlag:

„Was macht das Leben eines Schriftstellers aus? Mit dem Welterfolg „Der Spion, der aus der Kält kam“ gab es für John le Carré keinen Weg zurück. Er kündigte seine Stelle im diplomatischen Dienst, reiste zu Recherchezwecken um den halben Erdball – Afrika, Russland, Israel, USA, Deutschland –, traf die Mächtigen aus Politik- und Zeitgeschehen und ihre heimlichen Handlanger. John le Carré ist bis heute ein exzellenter und unabhängiger Beobachter, mit untrüglichem Gespür für Macht und Verrat. Aber auch für die komischen Seiten des weltpolitischen Spiels.

In seinen Memoiren blickt er zurück auf sein Leben und sein Schreiben.“

–

John le Carré: Der Taubentunnel

(aus dem Englischen von Peter Torberg)

Ullstein, 2016

384 Seiten

22,00 Euro


TV-Tipp für den 23. Oktober: Der ewige Gärtner

Oktober 23, 2016

Arte, 20.15

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, Regie: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Wiederholung: Mittwoch, 26. Oktober, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der ewige Gärtner“

Wikipedia über „Der ewige Gärtner“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

–

Bonushinweis

le Carre - Der Taubentunnel - 4

Am 9. September erschien „Der Taubentunnel“, die Memoiren von John le Carré, der am 19. Oktober seinen 85. Geburtstag feierte.

Über „Die Memoiren eines Jahrhundertautors“ schreibt der Verlag:

„Was macht das Leben eines Schriftstellers aus? Mit dem Welterfolg „Der Spion, der aus der Kält kam“ gab es für John le Carré keinen Weg zurück. Er kündigte seine Stelle im diplomatischen Dienst, reiste zu Recherchezwecken um den halben Erdball – Afrika, Russland, Israel, USA, Deutschland –, traf die Mächtigen aus Politik- und Zeitgeschehen und ihre heimlichen Handlanger. John le Carré ist bis heute ein exzellenter und unabhängiger Beobachter, mit untrüglichem Gespür für Macht und Verrat. Aber auch für die komischen Seiten des weltpolitischen Spiels.

In seinen Memoiren blickt er zurück auf sein Leben und sein Schreiben.“

–

John le Carré: Der Taubentunnel

(aus dem Englischen von Peter Torberg)

Ullstein, 2016

384 Seiten

22,00 Euro


TV-Tipp für den 22. Oktober: Das Russland-Haus

Oktober 22, 2016

ZDFneo, 20.15

Das Russland-Haus (USA 1990, Regie: Fred Schepisi)

Drehbuch: Tom Stoppard

LV: John le Carré: The Russia House, 1989 (Das Rußland-Haus)

Ein russischer Physiker bietet dem britischen Verleger Blair brisantes Material an. Im Auftrag des Rußland-Hauses, einer Abteilung des britischen Geheimdienstes, fährt Blair wieder nach Moskau, verliebt sich und sein Auftrag wird für ihn immer unwichtiger.

Spionagedrama und Liebesfilm, bei dem alles stimmt. „Das Russland-Haus“ ist ein bittersüßer Abgesang auf den alten Spionagefilm. Die Außenaufnahmen entstanden – erstmals –  in Moskau und Leningrad.

mit Sean Connery, Michelle Pfeiffer, Roy Scheider, Klaus Maria Brandauer, James Fox, J. T. Walsh

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das Russland-Haus“

Wikipedia über „Das Russland-Haus“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

–

Bonushinweis

le Carre - Der Taubentunnel - 4

Am 9. September erschien „Der Taubentunnel“, die Memoiren von John le Carré, der am 19. Oktober seinen 85. Geburtstag feierte.

Über „Die Memoiren eines Jahrhundertautors“ schreibt der Verlag:

„Was macht das Leben eines Schriftstellers aus? Mit dem Welterfolg „Der Spion, der aus der Kält kam“ gab es für John le Carré keinen Weg zurück. Er kündigte seine Stelle im diplomatischen Dienst, reiste zu Recherchezwecken um den halben Erdball – Afrika, Russland, Israel, USA, Deutschland –, traf die Mächtigen aus Politik- und Zeitgeschehen und ihre heimlichen Handlanger. John le Carré ist bis heute ein exzellenter und unabhängiger Beobachter, mit untrüglichem Gespür für Macht und Verrat. Aber auch für die komischen Seiten des weltpolitischen Spiels.

In seinen Memoiren blickt er zurück auf sein Leben und sein Schreiben.“

–

John le Carré: Der Taubentunnel

(aus dem Englischen von Peter Torberg)

Ullstein, 2016

384 Seiten

22,00 Euro


Neu im Kino/Filmkritik: „Where is Rocky II?“ und Warum will Ed Ruscha nicht darüber reden?

Oktober 21, 2016

Regisseur Pierre Bismuth nennt seinen Film „Where is Rocky II?“ „Fake Fiction“ und beim Spiel zwischen verschiedenen Ebenen steht er in der Tradition von „Vergiss mein nicht“ (Eternal Sunshine of the Spotless Mind, USA 2004). Für diesen Film erhielt er, zusammen mit Charlie Kaufman, den Drehbuch-Oscar. Kurz danach erfuhr er durch eine halbstündige BBC-Dokumentation von 1979 über Edward ‚Ed‘ Ruschas Kunstprojekt „Rocky II“, das in Ruschas Werkkatalog nicht gelistet ist. Damals stellte der bekannte Pop-Art-Künstler einen falschen Felsen aus Kunstharz her und versteckte ihn in der Mojave-Wüste. Seitdem ist das Werk verschollen, oder sagen wir ’niemand hat es bewusst gesehen‘. Falls es überhaupt noch existiert.

Für Bismuth ist dieses unauffindbare Kunstwerk der Ausgangspunkt für „Where is Rocky II?“. 2009 fragt er auf einer Ausstellungseröffnung Ruscha nach dem Werk. Der Popart-Künstler gibt eine kryptische Antwort und wünscht viel Spaß bei der Suche. Bismuth, und hier beginnt der Film, der unbekümmert Fakten und Fiktion und Metafiktion miteinander vermischt, beauftragt einen Privatdetektiv mit der Suche. Gleichzeitig befragt Bismuth verschiedene Mitglieder der Kunstwelt nach Ruscha und Rocky II. In diesen Interviews werden ganz konventionell dem Zuschauer Informationen über den Künstler vermittelt; wobei sie vor allem Ruscha als bedeutenden Künstler loben.

Schon in diesen Minuten gibt es mit professionellen Schauspielern inszenierte Szenen, deren Bedeutung und Zusammenhang mit den aktuellen Recherchen unklar ist. Später wird klar, dass das eine Verfilmung des „Drehbuch“, oder genauer der Drehbuchentwürfe und Gedankenspielereien von D. V. DeVincentis und Anthony Peckham ist. DeVincentis ist Autor von „Grosse Pointe Blank“ und „Lady Vegas“. Peckham von „Invictus – Unbezwungen“ und „Sherlock Holmes“. Beide werden in der zweiten Hälfte des Films wichtiger. Bismuth beobachtete sie bei ihren Drehbuchbesprechungen und wie sie gemeinsam eine Geschichte erfinden, die erklären kann, warum Ruscha den riesigen falschen Stein herstellte und vor der Öffentlichkeit versteckte. Es ist eine wahre Räuberpistole, die selbstverständlich von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist.

Dieses von Pierre Bismuth angestoßene und inszenierte Spiel macht Spaß, auch wenn die zweite Hälfte des Films schwächer als die erste ist. Denn das Drehbuch ist einfach zu fantastisch, um auch nur irgendeinen Zusammenhang mit dem wahren Ed Ruscha zu haben. Dieser Teil des Spiels zwischen Fakten und Fiktion und wie Autoren Geschichten aufbauen, gerät außerdem arg platt und vorhersehbar in den bekannt-bewährten Hollywood-Erzählkonventionen, über die entweder gesprochen oder deren Anwendung in „Monument One“ (der Verfilmung des Drehbuchs von DeVincentis und Peckham) gezeigt wird.

Dabei hätte wenigstens ich gerne mehr über Ed Ruscha und Rocky II erfahren. Aber da belässt es Bismuth bei den wenigen, in dieser Besprechung in den ersten Zeilen zusammengefassten Fakten, die natürlich auch Fiktion sein könnten. Denn die Kunstszene macht gerne bei einem kleinem Spaß mit.

Dabei gibt es Ed Ruscha und auch die BBC-Dokumentation, aus der im Film einige Ausschnitte gezeigt werden, wirklich.

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Where is Rocky II? (Where is Rocky II?, USA 2016)

Regie: Pierre Bismuth

Drehbuch: Pierre Bismuth, D. V. DeVincentis, Anthony Peckham (Segment „Monument One“

mit (für „Monument One“) Robert Knepper, Milo Ventimiglia, Richard Edson, Barry O’Rourke, Tania Raymonde, Roger Guenveur Smith, Stephen Tobolowsky

und, als ’sie selbst‘ Michael Scott, Jim Ganzer, D. V. DeVincentis, Anthony Peckham, Mike White, Michael Govan, Philippe Vergne, Eli Broad, Connie Butler, Pierre Bismuth

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Where is Rocky II?“

Rotten Tomatoes über „Where is Rocky II?“ (noch keine Bewertung)

Wikipedia über Pierre Bismuth“ (deutsch, englisch) und Ed Ruscha (deutsch, englisch)

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Pierre Bismuth spricht über seinen Film


TV-Tipp für den 21. Oktober: Verfluchtes Amsterdam

Oktober 21, 2016

3sat, 22.35

Verfluchtes Amsterdam (Amsterdamned, Niederlande 1988, Regie: Dick Maas)

Drehbuch: Dick Maas

Inspektor Vissner jagt in den Grachten von Amsterdam einen psychopathischen Mörder.

„Dick Maas lässt in flotter Actionregie und recht dichter Atmosphäre die alte Tradition des Billigreißers mit ihren Mythen und Klischees, allerdings auch mit aufgesetzter Brutalität und Ekeleffekten, wiederauferstehen.“ (Fischer Film Almanach 1989)

Bekannt ist der kommerziell erfolgreiche Film vor allem wegen seiner Actionszenen, die man auch teilweise im Trailer bestaunen kann.

mit Huub Stapel, Monique van de Ven, Serge-Henri Valcke, Tanneke Hartzuiker

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Verfluchtes Amsterdam“

Wikipedia über „Verfluchtes Amsterdam“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Accountant“: Buchhalter, Mathegenie, Killer

Oktober 20, 2016

Christian Wolff (Ben Affleck) ist Chef von „ZZZ Accounting“. Ein Firmenname, der garantiert ganz hinten im Telefonbuch steht. Er ist ein kleiner Kreditberater, der Zahlen und Steuersparmöglichkeiten schneller als ein Computer durchrechnet. Im privaten Umgang ist der Autist eher gehemmt. Der Ordnungsfreak, der jede Aufgabe zu Ende führen muss, lebt alleine.

Er ist auch ein Buchprüfer für verschiedene Verbrecherkartelle, die in den vergangenen Jahren auf seine analytischen Fähigkeiten zurückgriffen. Denn er versinkt regelrecht in den Zahlen und spürt innerhalb kürzester Zeit die Fehler und die dafür Verantwortlichen auf.

Sein neuester, sogar hundertprozentig legaler Auftrag führt ihn zu Living Robotics, einer Firma die auch Prothesen herstellt.

Dort trifft er Dana Cummings (Anna Kendrick). Ihr fielen in der Buchhaltung seltsame Buchung auf. Sie ist, wie Christian, etwas merkwürdig.

Zur gleichen Zeit erpresst Steuerfahnder Ray King (J. K. Simmons) die junge Analystin Marybeth Medina (Cynthia Addai-Robinson) den Buchhalter zu finden. In seinem Kopf müssen doch unglaubliche Informationen über das Organisierte Verbrechen, Waffenhändler und andere Verbrecherbanden und Wirtschaftskriminelle sein.

Sei wissen allerdings nicht, dass Christian von seinem strengen Vater, einem Soldaten, eine umfassende militärische Ausbildung erhielt. Christian ist auch ein im Untergrund mit mehreren Tarnidentitäten lebender Elitesoldat ohne Dienstrang, ein Scharfschütze und ein Killer, – was, immerhin will niemand einen Spielfilm sehen, in dem ein Nerd sich zwei Stunden über Zahlenkolonnen beugt, überaus nützliche Fähigkeiten für die hübsch verschachtelte Filmgeschichte sind, in der auch ein geheimnisvoller Killer Christian verfolgt.

Bill Dubuque („Der Richter – Recht oder Ehre“) springt in seinem Drehbuch zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her und mit zunehmender Laufzeit fügt sich alles, aber auch wirklich alles, wie bei einem Puzzlespiel, zu einem Bild zusammen. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind vielschichtiger, als es für einen Action-Thriller nötig wäre. Deshalb wirkt der Film gegen Ende etwas überkonstruiert und überladen.

Regisseur Gavin O’Connor („Das Gesetz der Ehre“) setzte diese Geschichte elegant und wuchtig um und es macht schon Spaß, zu sehen, wie sich nacheinander alles etwas intelligenter zusammenfügt als erwartet. Auch wenn einige Überraschungen schon allein aufgrund des Castings keine wirklichen Überraschungen sind und die gesamte Geschichte, wenn man über sie nachdenkt, Humbug ist.

Trotzdem, oder gerade deswegen, ist „The Accountant“ ein angenehm altmodischer Gangsterfilm, der seine Geschichte als absolut glaubwürdige und ernste Geschichte verkauft und in der Ben Affleck etwas von der Einsamkeit des eiskalten Engels umweht. In der Gestalt eines biederen Buchhalters.

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The Accountant (The Accountant, USA 2016)

Regie: Gavin O’Connor

Drehbuch: Bill Dubuque

mit Ben Affleck, Anna Kendrick, J. K. Simmons, Jon Bernthal, Jean Smart, Cynthia Addai-Robinson, Jeffrey Tambor, John Lithgow, Rob Treveiler, Andy Umber, Ron Prather, Susan Williams

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Accountant“

Metacritic über „The Accountant“

Rotten Tomatoes über „The Accountant“

Wikipedia über „The Accountant“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Gavin O’Connors „Jane got a Gun“ (Jane got a Gun, USA 2015)

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Ein aktuelles Gespräch mit Gavin O’Connor (maue Tonqualität)

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Das schon 2011 geführte DP/30-Gespräch mit Gavin O’Connor

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Ouija: Ursprung des Bösen“ – ein sehenswertes Prequel

Oktober 20, 2016

San Francisco, 1967: Alice Zander verdient als Medium ihr Geld und sie ist dabei nicht ehrlicher als Blanche Tyler in Alfred Hitchcocks „Familiengrab“. Ihre beiden Töchter, die neunjährige Doris und die fünfzehnjährige Paulina, helfen der alleinerziehenden Mutter bei ihrem Hokuspokus, den sie als Lebenshilfe verkauft. Immerhin sind ihre Kunden, nachdem sie bezahlt und die beruhigenden Stimmen aus dem Jenseits gehört haben, glücklicher.

Und wie in jedem Geschäft muss auch ab und an in die Ausrüstung investiert werden. Alice hält ein Ouija-Brett für eine gute Ergänzung bei ihren Geisterbeschwörungen.

Aber dieses Ouija-Brett entwickelt schnell ein unangenehmes Eigenleben. Doris ist besonders empfänglich dafür und schnell von einem besonders fiesen Geist besessen.

Zum Glück – oder habt er geglaubt es geht ohne? – interessiert der katholische Geistliche Pater Tom sich für Alice und ihre beiden Kinder.

Wenn die Tricks nicht wären, könnte man „Ouija: Ursprung des Bösen“ für einen verschollenen Horrorfilm aus den Sechzigern halten. Die Ausstattung ist liebevoll im damaligen Stil gehalten; wobei im lauschigen Zander-Haus die Einrichtung schon einige Jahre und Jahrzehnte älter ist. Schließlich richtet man seine Wohnung nicht alle paar Tage neu ein. Die Geschichte wird, wie es sich für einen Geisterhorrorfilm gehört, eher gemächlich bis zum großen Finale erzählt. So lernen wir die Hauptpersonen kennen und der Schrecken kann langsam sein Wirkung entfalten.

Lulu Wilson als vom Bösen besessene Doris, die dann mit ihrem ausdruckslosen Kindergesicht, den geweiteten Augen und der unemotionalen, vom Bösen besessenen Stimme einem nachhaltiger Angst einjagt als die auch irgendwann körperlich in Erscheinung tretenden bösen Geister. Das bemerkt auch Paulinas Freund.

„Ouija: Ursprung des Bösen“ ist, – immerhin ist der Film in den USA PG-13 und auch in Deutschland war eine FSK-12-Freigabe beantragt -, eher ein sanfter Grusler, ein Geisterhorrorfilm mit wenig Blut, vielen Schreien und furchterregenden Geräuschen. Er ist auch das Prequel zu dem 2014er Horrorfilm „Ouija“, der an der Kinokasse sein bescheidenes Budget mehr als einspielte und von der Kritik gehasst wurde. Dabei kann der „Ursprung des Bösen“ kann ganz gut für sich alleine stehen als Geisterhorrrorfilm, der gelungen die bekannte Formel ausfüllt und dabei einige eigene Akzente setzt.

P. S.: Es gibt eine Post-Credit-Szene.

P. P. S.: Mike Flanagans bereits 2013 gedrehter, aufgrund diverser Probleme und Startterminverschiebungen erst 2016 der Öffentlichkeit gezeigter Horrorfilm „Before I wake“ läuft am 24. November in unseren Kinos an. Das Drehbuch schrieb er mit Jeff Howard.

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Ouija: Ursprung des Bösen (Ouija: Origin of Evil, USA 2016)

Regie: Mike Flanagan

Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard (nach dem Hasbro-Spiel Ouija)

mit Elizabeth Reaser, Annalise Basso, Lulu Wilson, Henry Thomas, Parker Mack, Sam Anderson, Halle Charlton, Alexis G. Zall, Kate Siegel

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ouija: Ursprung des Bösen“

Metacritic über „Ouija: Ursprung des Bösen“

Rotten Tomatoes über „Ouija: Ursprung des Bösen“

Wikipedia über „Ouija: Ursprung des Bösen“

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Ein „Collider“-Gespräch mit Mike Flanagan und seiner Frau und Partnerin Kate Siegel über „Ouija: Ursprung des Bösen“, „Before I wake“ und, vor allem, „Hush“


Neu im Kino/Filmkritik: „Human – Die Menschheit“, nur visuell überzeugend

Oktober 20, 2016

„Drei Jahre Produktionszeit

Drehorte in 60 Ländern

2.020 Interviews in 63 Sprachen

500 Stunden Luftaufnahmen“

Wow.

Wie bei einem Blockbuster wird man im Presseheft mit Zahlen und Superlativen erschlagen, die nichts über die Qualität des Endprodukts aussagen und oft in einem eklatantem Missverhältnis dazu stehen. Der betriebene Aufwand rechtfertigt in keinster Weise das Ergebnis. Dafür kann man mit dem größten Budget aller Zeiten punkten und von einem Blockbuster erwartet man auch nicht ernsthaft zum Nachdenken anregende Unterhaltung.

„Human – Die Menschheit“ fragt dagegen ambitioniert nach dem „Sinn des Lebens“ (Presseheft). Den wollte Regisseur Yann Arthus-Bertrands herausfinden, indem er und sein Team auf der ganzen Welt Menschen interviewten. Ganz normale Menschen. Keine Prominenten und auch keine als Wissenschaftler, Politiker oder Aktivisten lokal und global anerkannte Personen. Die Gespräche dauerten oft über eine Stunde und jedem Interviewpartner wurden die gleichen Schlüsselfragen gestellt: Fühlen Sie sich frei? Worin besteht der Sinn des Lebens? Was war die größte Herausforderung Ihres Lebens und was lernten Sie daraus? Haben Sie eine Botschaft an die Bewohner dieses Planeten?

Die Gespräche wurden alle vor einem schwarzen Hintergrund mit der immergleichen Kameraeinstellung und Beleuchtung aufgenommen. Falls nicht einmal Schmeißfliegen durch das Bild fliegen würden, könnte man glauben, alle Gespräche seien in einem Zimmer aufgenommen worden.

Aus diesen Gesprächen und den fünfhundert Stunden Naturaufnahmen kondensierte Arthus-Bertrands dann mehrere Fassungen seines Films, in denen er durch eine Fusion von Naturaufnahmen, Musik und Statements zeigen möchte, was das Menschsein, vulgo die Menschheit, ausmacht. Was verbindet alle Menschen miteinander? Egal wo und wie sie leben und egal wie alt sie sind.

In der „eigens für den deutschen Markt erstellten Fassung“ (Presseheft) von „Human – Die Menschheit“, die auch „die kurze Kinoversion“ genannt wird, dauert Arthus-Bertrands Film 149 Minuten. Es gibt auch eine über dreistündige Kinoversion, verschiedene andere Versionen, auch eine mehrteilige TV-Version, und eine Ausstellung ist geplant.

Die deutsche Kinoversion ist eigentlich nur eine epische Version des Trailers: im Sekundentakt werden Menschen gezeigt, die vor einem schwarzen Hintergrund ein, zwei Sätze sagen.

In den kurzen Schnipseln erfährt man niemals ihre Namen, wer sie sind oder woher sie kommen. Kein Gesicht taucht öfter auf. Es sind einfach nur Gesichter in einem Raum. Die einzelnen Statements haben dabei, weil sie aus dem Zusammenhang gerissen sind, die Qualität von Binsenweisheiten. Denn was soll man davon halten, wenn eine Frau, die wir nur einmal kurz sehen, sagt, dass sie glücklich sei, dass ihr endlich einmal jemand zugehört habe? Das war ihr Auftritt in dem Film. Ob sie in dem Interview irgendetwas interessantes sagte oder nur Stuss erzählte, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass wir ihr nicht zugehört haben.

Dass den über zweitausend Interviewten bei den Gesprächen die gleichen Fragen gestellt wurden: geschenkt. Denn weil man die Fragen im Film nicht erfährt und nicht alle Antworten kennt, kann man, auch wenn ein Dokumentarfilm keine wissenschaftliche Arbeit ist, überhaupt nicht einschätzen, wie und welche Auswahl getroffen wurde. Also ob das ausgewählte Zitat irgendetwas wichtiges über die Person aussagt, ob seine vorgetragene Reue echt oder gespielt ist, und ob das ausgewählte Statement repräsentativ für alle Antworten zu dieser Frage ist oder es nur die Antwort ist, die dem Regisseur am besten gefiel. Man weiß es nicht und es ist auch egal.

Schnell wird „Human – Die Menschheit“ zu einer monotonen Abfolge von Statements und musikalisch unterlegten, bedeutungsschwangeren Naturaufnahmen, mal mit, mal ohne Menschen. Das sieht natürlich gut aus, ist aber insgesamt nicht mehr als ein Bildband ohne echten Mehrwert. Im Fernsehen oder in einer Kunstinstallation kann die zusammenhanglose Aneinanderreihung von Statements und Natur- und Stadtaufnahmen funktionieren. Beide Male kann man sich entscheiden, ob man zen-mäßig die Bilder genießt oder den Raum verlässt.

Im Kino starrt man dagegen regungslos mit einem Gefühl der Ennui auf die Leinwand. Wenn man nicht gerade eine Strichliste über die Zahl der gezeigten Köpfe führt.

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Human – Die Menschheit (Human, Frankreich 2015)

Regie: Yann Arthus-Bertrand

Drehbuch: Yann Arthus-Bertrand

Länge: 149 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film 

AlloCiné über „Human – Die Menschheit“

Moviepilot über „Human – Die Menschheit“

Rotten Tomatoes über „Human – Die Menschheit“

Wikipedia über „Human – Die Menschheit“ (deutsch, englisch, frazösisch)


TV-Tipp für den 20. Oktober: Ferien in der Hölle

Oktober 20, 2016

Zweiter Versuch, auch wenn Arte die Anfangszeit für den nachfolgenden Film „In den Krallen des Hexenjägers“ noch nicht berichtigt hat. Der müsste kurz nach Mitternacht als echter Mitternachtsfilm laufen.

Arte, 22.15

Ferien in der Hölle (Australien/USA 1971, Regie: Ted Kotcheff)

Drehbuch: Evan Jones

LV: Kenneth Cook: Wake in Fright, 1961

Lehrer John Grant will während der Weihnachtsferien aus dem Kaff Tiboonda nach Sydney flüchten, aber schon auf der ersten Reisestation trifft er auf einen Polizisten, der ihm ein Glas Bier anbietet und damit beginnen die titelgebenden „Ferien in der Hölle“.

Ted Kotcheffs Frühwerk, das damals in Cannes im Wettbewerb seine Premiere erlebte und von der Kritik gelobt wurde, galt lange als verschollen. Erst 2009 wurde, wieder in Cannes, eine restaurierte Fassung gezeigt und die Kritiker waren wieder sehr angetan von dem existenzialistischem Trip in den Outback. Roger Ebert meinte: „It’s not dated. It is powerful, genuinely shocking and rather amazing. It comes billed as a ‚horror film‘ and contains a great deal of horror, but all of the horror is human and brutally realistic.“ und gab 3,5 von 4 Sternen.

Nick Cave meint: „the best and most terrifying film about Australia in existence“.

Und die grausamen Bilder von der Känguru-Jagd entstanden während einer echten Jagd. Während der Präsentation des Films in Cannes 2009 verließen während dieser Szene zwölf Zuschauer den Saal.

Kotcheff inszenierte auch „Rambo“.

mit Gary Bond, Donald Pleasance, Chips Rafferty, Sylvia Kay, John Meillon

Wiederholung: Freitag, 28. Oktober, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ferien in der Hölle“

Wikipedia über „Ferien in der Hölle“


DVD-Kritik: „La belle Saison – Eine Sommerliebe“ hält auch im Winter warm

Oktober 19, 2016

Zum Kinostart schrieb ich ziemlich begeistert:

Frankreich, 1971: In Paris feiern die 68er noch fröhlich die Revolution. In der Provinz kümmern sich die Bauern um ihre alltäglichen Probleme. Da ist eine Liebesheirat nett, aber letztendlich muss halt ein Hof bewirtet werden und das ist wichtiger als irgendwelche romantischen Vorstellungen von Liebe.

Auch Delphine (Izïa Higelin) weiß das. Aber sie ist lesbisch und zieht nach Paris.

Dort trifft sie Carole (Cécile de France), die mit anderen Frauen in einer überdrehten Spaß-Aktion gegen normalchauvinistische Männer protestiert. Damals, das muss wahrscheinlich heute extra betont werden, war ein Klaps auf den Po einer wildfremden Frau nichts, worüber sich diese Frau aufregen sollte. Jedenfalls solange es ein Mann tat. Als die Frauengruppe um Carole es bei wildfremden, anzugtragenden Männern tut, halten die Betroffenen es für ein mehr als unverschämtes Verhalten.

Anschließend lädt Carole Delphine, die ihr spontan gegen einen dieser Männer half, zu einem Treffen der Frauengruppe in der Universität ein. Delphine kommt – und wir erleben die erste, sehr angenehme Überraschung. Delphine, die Frau vom Land, ist der aktive Teil, während die hippe, politisch engagierte Carole noch in einer heterosexuellen Beziehung lebt und erst langsam von ihren Gefühlen überzeugt werden muss.

Die glücklichen Tage in Paris enden, als Delphines Vater einen Schlaganfall hat, von dem er sich nicht mehr erholt. Sie kehrt zurück auf den elterlichen Hof, bewirtet ihn mit ihrer Mutter (Noémie Lvovsky) und steht, in der zweiten Hälfte des Films, vor der Frage, was sie tun soll: den Hof übernehmen und ein bürgerliches Leben führen oder sich zu ihrer Liebe bekennen und für immer den Hof, das Dorf und die Gemeinschaft, in der sie groß wurde, verlassen. Oder, – immerhin ist Carole, zunächst nur für den Sommer, bei ihr -, vielleicht muss Delphine sich nicht zwischen diesen beiden Lebensentwürfen entscheiden.

In ihrem neuesten Film „La belle saison – Eine Sommerliebe“ entfaltet Catherine Corsini („Die Affäre“ mit Kristin Scott Thomas) ihre Liebesgeschichte vor einem satten Siebziger-Jahre-Zeitkolorit, in dem Konventionen hinterfragt und für eine bessere Gesellschaft gekämpft wurde. Dabei konzentriert sie sich auf wenige Charaktere und ihre Konflikte, die sie facettenreich auslotet. Oft zeigt sie in nur einem Satz oder einer Geste, in welchen Traditionen und Konventionen die Menschen, vor allem natürlich Delphine, ihre Freundin und ihre Mutter, stecken.

Vor den damaligen gesellschaftlichen Umbrüchen, die erst mit einer Verzögerung in der Provinz ankamen, entfaltet sich die Liebesgeschichte zwischen Carole und Delphine, die sich zwischen Liebe und Beruf entscheiden muss. In der durchaus freizügig erzählten Liebesgeschichte werden immer wieder die Erwartungen des Zuschauers gebrochen und die Erzählkonventionen über die Geschichte der großen, wahren und einzigen Liebe so weit gegen den Strich gebürstet, dass die Geschichte von „La belle saison“ absolut realistisch wirkt. Damals und heute.

 

Das Bonusmaterial wirkt auf den ersten Blick enttäuschend. Es gibt nur „Interviews“ und „Deleted Scenes“. Auf den zweiten Blick, beim Ansehen, überzeugen die gut fünfzig Minuten allerdings restlos.

Hinter „Interviews“ verbirgt sich ein am 27. Oktober 2015 aufgenommenes, sehr informatives, gut halbstündiges Gespräch mit Regisseurin Catherine Orsini und Produzentin Elisabeth Perez, in dem sie auf verschiedene Hintergründe zum Film eingehen. Das Interview wird mit Fotos von den Dreharbeiten illustriert.

Die „Deleted Scenes“, ebenfalls eine gute halbe Stunde, sind eine Mischung aus geschnittenen Szenen, erweiterten Fassungen und Alternativfassungen, die die Filmgeschichte vertiefen, ohne ihr etwas wesentlich Neues hinzuzufügen.

Aber spätestens danach will man sich „La belle saison“ wieder ansehen, in die damalige Zeit eintauchen und wieder diese kurze, heftige, hemmungslose, herzerwärmende und wahrhaftige Sommerliebe erleben.

La belle saison - Plakat

La belle saison – Eine Sommerliebe (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015)

Regie: Catherine Corsini

Drehbuch: Catherine Corsini, Laurette Polmanss

mit Cécile de France, Izïa Higelin, Noémi Lvovsky, Kévin Azais, Laetitia Dosch, Benjamin Bellecour

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Blu-ray

Alamode Film

Bild: 2,35:1 (1080p)

Ton: Deutsch, Französisch (DTS-HD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Interviews, Deleted Scenes, Trailer, Wendecover

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „La belle saison“

Rotten Tomatoes über „La belle saison“

Wikipedia über „La belle saison“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Catherine Orsinis „La belle saison – Eine Sommerliebe“ (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015)


TV-Tipp für den 19. Oktober: Ferien in der Hölle

Oktober 19, 2016

Achtung, geändertes Programm: wegen des Todes von Andrzej Wajda zeigt Arte um 20.15 Uhr seinen ewig nicht mehr gezeigten Film „Danton“ und um 23.20 Uhr die Doku „Andrzej Wajda, großes Kino aus Polen„. Die Doku gibt es auch in der Mediathek und natürlich sind auch diese Sendungen sehenswert.

Die „Ferien in der Hölle“ gibt es am Donnerstag, den 20. Oktober, um 22.15 Uhr.

Arte, 22.40

Ferien in der Hölle (Australien/USA 1971, Regie: Ted Kotcheff)

Drehbuch: Evan Jones

LV: Kenneth Cook: Wake in Fright, 1961

Lehrer John Grant will während der Weihnachtsferien aus dem Kaff Tiboonda nach Sydney flüchten, aber schon auf der ersten Reisestation trifft er auf einen Polizisten, der ihm ein Glas Bier anbietet und damit beginnen die titelgebenden „Ferien in der Hölle“.

Ted Kotcheffs Frühwerk, das damals in Cannes im Wettbewerb seine Premiere erlebte und von der Kritik gelobt wurde, galt lange als verschollen. Erst 2009 wurde, wieder in Cannes, eine restaurierte Fassung gezeigt und die Kritiker waren wieder sehr angetan von dem existenzialistischem Trip in den Outback. Roger Ebert meinte: „It’s not dated. It is powerful, genuinely shocking and rather amazing. It comes billed as a ‚horror film‘ and contains a great deal of horror, but all of the horror is human and brutally realistic.“ und gab 3,5 von 4 Sternen.

Nick Cave meint: „the best and most terrifying film about Australia in existence“.

Und die grausamen Bilder von der Känguru-Jagd entstanden während einer echten Jagd. Während der Präsentation des Films in Cannes 2009 verließen während dieser Szene zwölf Zuschauer den Saal.

Kotcheff inszenierte auch „Rambo“.

mit Gary Bond, Donald Pleasance, Chips Rafferty, Sylvia Kay, John Meillon

Wiederholung: Freitag, 28. Oktober, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ferien in der Hölle“

Wikipedia über „Ferien in der Hölle“


TV-Tipp für den 18. Oktober: Inside Llewyn Davis

Oktober 17, 2016

ZDF, 00.20 Uhr

Inside Llewyn Davis (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich 2013)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

TV-Premiere eines Coen-Films zu einer vollkommen unmöglichen Uhrzeit. Da hofft man doch auf baldige Wiederholungen des Meisterwerks über den erfolglosen Folkmusiker Llewyn Davis und die New Yorker Folkmusikszene der frühen Sechziger. Kurz bevor ein Mann in Greenwich Village auftauchte, der vor wenigen Tagen den Literaturnobelpreis erhielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung. Mit mehreren Interviews.

mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, Adam Driver, Max Casella, F. Murray Abraham

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Inside Llewyn Davis“

Moviepilot über „Inside Llewyn Davis“

Metacritic über „Inside Llewyn Davis“

Rotten Tomatoes über „Inside Llewyn Davis“

Wikipedia über „Inside Llewyn Davis“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans „Gambit – Der Masterplan“ (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung ces Coen-Films „Hail, Caesar! (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Nice, „The Nice Guys“ beim Hausbesuch

Oktober 17, 2016

Zum Kinostart schrieb ich ziemlich begeistert:

Los Angeles, siebziger Jahre, als Philip Marlowe schon den long goodbye eingeläutet hat und Jim Rockford in seinem Büro am Strand (mit Anrufbeantworter!) auf Kundschaft wartet, treffen Holland March (Ryan Gosling) und Jackson Healy (Russell Crowe) aufeinander. Eigentlich bricht Healy, ein Mann fürs Grobe, March den Arm. Rein beruflich. March ist ein glückloser Privatdetektiv mit, was weder Marlowe noch Rockford passiert wäre, pubertierender, Nancy Drew spielender Tochter. Manchmal, wenn sie sich nicht gerade in den nicht jugendfreien Fall einmischt, liest Holly (Angourie Rice) auch ein Buch von Agatha Christie.

Kurz darauf wird Healy höchst unprofessionell von einigen Typen zusammengeschlagen, die seine inzwischen spurlos verschwundene Auftraggeberin suchen.

Healy engagiert March, der Amelia bereits im Auftrag einer anderen Person gesucht hat, für diese Suche und gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was der Tod eines Pornostars mit einer vermissten jungen Frau und politischen Ränkespielen zu tun hat. Die mit viel Humor gewürzte, labyrinthische Handlung lässt „Tote schlafen fest“ wie ein Kinderrätsel wirken; – wobei schon damals die Atmosphäre wichtiger als der nach dem Lehrbuch aufgebaute, strikt logische Plot war.

„Los Angeles war in den 1970er Jahren von Verfall geprägt. Smog bedeckte die ganze Stadt und aus dem Hollywood Boulevard war ein Pfuhl der Pornographie geworden. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich die Geschichte zweier Schwachköpfe, die in eine Sache hineinstolpern, der sie nicht gewachsen sind, als sie versuchen eine gewaltige Verschwörung aufzudecken. Es gibt in dieser Story also Korruption und Dekadenz, und es stellte sich für mich die Frage, wie beunruhigend ungeeignet und überfordert man diese beiden Typen für diese Aufgabe zeichnen und zeigen durfte, auf die sie sich eingelassen hatten.“ (Shane Black)

„The Nice Guys“ ist in seiner großen Lust, jedes Privatdetektiv-Klischee aus Buch und Film zu zitieren und gegen den Strich zu bürsten, ein großer Spaß für die Freunde des Genres. Und Shane Black ist einer. Er schrieb die Drehbücher für „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“, „Last Boy Scout“, „Last Action Hero“ und „Tödliche Weihnachten“, die als Actionkomödien immer dann besonders gut waren, wenn sie auch ein Buddy-Movie waren. Das war schon bei dem ersten „Lethal Weapon“-Film keine neue Formel, aber Shane Black erfüllte sie besser, gewitzter und intelligenter als die meisten anderen Autoren. Die brachiale Action half dann beim Kassenerfolg.

Zuletzt inszenierte er „Iron Man 3“ und auch der war letztendlich ein Buddy-Movie.

Aber die Blaupause für „The Nice Guys“ ist „Kiss Kiss Bang Bang“. Diese noirische Actionkomödie/Buddy-Movie war vor elf Jahren, nachdem man lange nichts von ihm hörte, sein Regiedebüt und seine Rückkehr nach Hollywood. Mit Robert Downey Jr. und Val Kilmer als Freunde wider Willen, die in Los Angeles ein vollkommen undurchschaubares Komplott aufklären müssen. „Kiss Kiss Bang Bang“ basiert offiziell auf einem Roman von Brett Halliday, der wahrscheinlich sein Buch nicht mehr erkannte. Er war vor Jahrzehnten ein enorm erfolgreicher Pulp-Autor, der mit dem Privatdetektiv Michael ‚Mike‘ Shayne einen langlebigen Privatdetektiv erschuf, der – jedenfalls in den Romanen, an die ich mich noch erinnere – in einer Nacht mehr Abenteuer erlebte als Jack Bauer in einer Handvoll „24“-Staffeln. In „The Nice Guys“ gibt es im Abspann einen ‚besonderen Dank‘ den 1977 verstorbenen Erfinder von Mike Shayne.

Das ist die Welt, in der „The Nice Guys“ existiert und der gerade wegen des liebevollen Porträts dieser Welt, Zeit und Charaktere ein großer Spaß ist. Auch wenn „The Nice Guys“ letztendlich „Kiss Kiss Bang Bang“ in den Siebzigern ist.

Störend in diesem 1977 spielendem Retro-Fest ist eigentlich nur Kim Basinger als Leiterin des kalifornischen Justizministeriums. Die alterslose Schönheit, die hier mehr einem Avatar als einem Menschen ähnelt, spielt den Bösewicht, den Quasi-Strippenzieher, der in einem Amt ist, in das damals niemals eine Frau gekommen wäre. Immerhin hat sie eine afroamerikanische Sekretärin, die nicht nur in die Tasten der Schreibmaschine schlagkräftig bedienen kann.

Und die Chemie zwischen den Buddys Russell Crowe und Ryan Gosling, beide mit Mut zur Hässlichkeit, ist, wenn sie zwischen Schießereien und Kloppereien Einzeiler austauschen, glänzend.

 

Beim zweiten Ansehen, und auch nach der Lektüre von Charles Ardais Filmroman (der einiges umstellte, was die Story nachvollziehbarer und nacherzählbarer macht, aber den lakonischen Humor des Films vermissen lässt), fällt auf, wie gut die Chemie zwischen den drei Hauptdarstellern, also Russell Crowe, Ryan Gosling und seiner Filmtochter Angourie Rice ist. Das kann einfach nicht in einen Roman (der nicht übersetzt wurde und der auch nie übersetzt wird) übertragen werden. Dazu kommen im Film feinste Retro-Optik, knackiger Seventies-Soul, glänzend aufgelegte Schauspieler, die alle ihre unvergesslichen Auftritt haben und lakonische Einzeiler. „The Nice Guys“ ist eine wundervoll kurzweilige Liebeserklärung an das Privatdetektiv-Genre.

Im Bonusmaterial erfährt man zwar ein, zwei interessante Details (vor allem in dem Featurette „Die schlechtesten Detektive aller Zeiten. Making The Nice Guys“), aber insgesamt sind die zwei Featurettes (insgesamt knapp zwölf Minuten) und die Interviews mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Kim Basinger, Matt Bomer und Margaret Qualey (insgesamt ebenfalls knapp zwölf Minuten) enttäuschend.

Oh, und es gibt insgesamt sieben Trailer zum Film.

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The Nice Guys (The Nice Guys, USA 2016)

Regie: Shane Black

Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi

mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Keith David, Yaya DaCosta, Beau Knapp, Kim Basinger, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard

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Blu-ray

Concorde

Bild: 1080p High Definition, 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1, DD 2.0), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Featurettes, Interviews, Trailer

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Der Roman zum Film

Wie es sich für einen schundigen 70er-Jahre-Retro-PI-Film gehört, gibt es auch einen pulpigen Roman zum Film, veröffentlicht in dem Verlag, der darauf spezialisiert ist.

Ardai - The Nice Guys

Charles Ardai: The Nice Guys

Hard Case Crime, 2016

288 Seiten

7,99 US-Dollar (derzeit bei Amazon 7,64 Euro)

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Nice Guys“

Metacritic über „The Nice Guys“

Rotten Tomatoes über „The Nice Guys“

Wikipedia über „The Nice Guys“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016)


TV-Tipp für den 17. Oktober: Gätjens großes Kino

Oktober 16, 2016

ZDF, 00.05

Gätjens großes Kino

So spät (nach Mitternacht), so kurz (25 Minuten), aber immerhin ein Kinomagazin, das den gepflegten Mainstream mit Arthouse-Tendenz pflegt. Jedenfalls in der ersten Ausgabe des monatlichen Magazins.

Das ZDF schreibt: „In der ersten Folge von „Gätjens großes Kino“ ist Steven Gätjen viel unterwegs: Hollywoodstars wie Tom Hanks, Daniel Radcliffe, Renée Zellweger, Ben Affleck oder Colin Firth geben sich für Interviews die Ehre. Auch deutschen Kinostars wie Elyas M’Barek, Florian David Fitz und Film-Neuling CRO begegnet Steven Gätjen auf seiner Reise durch den Kinomonat Oktober mit folgenden Filmen: „Bridget Jones‘ Baby“, „Inferno“, „Girl on the Train“, „Willkommen bei den Hartmanns“, „Swiss Army Man“ und „Unsere Zeit ist jetzt“.

Die kommenden Ausgaben von „Gätjens großes Kino“ folgen am Dienstag, 22. November, und Dienstag, 13. Dezember, gegen 0.00 Uhr.“

Verdammt viel Programm in verdammt wenigen Minuten.

Und: Warum gibt es kein cineastisches Quartett?