Cover der Woche

Juli 1, 2025


TV-Tipp für den 1. Juli: Local Hero

Juni 30, 2025

Biergarten oder

HR, 22.30

Local Hero (Local Hero, Großbritannien 1983)

Regie: Bill Forsyth

Drehbuch: Bill Forsyth

Ölmagnat Happer (Burt Lancaster!) schickt den Jungmanager MacIntyre wegen seines schottischen Namens nach Schottland. Dort soll er die Bewohner eines kleinen Dorfes von einer Ölraffinierie in Sichtweite überzeugen. Dummerweise stellt sich ein am Strand lebender Einsiedler quer.

Wunderschönes, damals auch an der Kinokasse sehr erfolgreiches Märchen. Denn es ist „eine nuancenreiche Komödie voller origineller Figuren, deren Schwächen nie verletzend geschildert werden, und voller wehmütiger Sehnsucht nach einem anderen Leben“ (Fischer Film Almanach 1984)

Chris Menges war der Kameramann und Mark Knopfler („Dire Straits“) schrieb die Musik.

mit Burt Lancaster, Peter Riegert, Fulton Mackay, Denis Lawson, Peter Capaldi, Norman Chancer

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Local Hero“

Wikipedia über „Local Hero“ (deutsch, englisch)


„Harter Fall“, diese „Sizilianische Nacht“, Herr Göhre

Juni 30, 2025

Ist es sinnvoll, einen Roman, der zu einer Zeit spielt, die der Autor als erwachsener Mann aktiv erlebte, als historischen Roman zu bezeichnen? Vor allem wenn er damals mehrere hochgelobte und heute immer noch unbedingt lesenswerte Kriminalromane schrieb, die ihm den Ruf einbrachten, er sei der Chronist von St. Pauli; also des kriminellen Lebens auf dem Kiez und den verbrecherischen und korrumptiven Verflechtungen von Halbwelt und Politik in Hamburg.

Denn „Harter Fall“, Frank Göhres vorletzter Roman, spielt vor fast fünfzig Jahren im Winter 1978/79. Eine siebzehnjährige Dänin will in Deutschland ihren Freund besuchen. Sie trampt. In Hamburg legt sie einen Zwischenstopp ein. Einige Monate später wird Hamburg-Winterhude ihre Leiche gefunden. Kriminalpolizist Hinnerk ermittelt – und Göhre entwirft in knappen Szenen, die er wie Drehbuchszenen montiert und miteinander verknüpft, auf wenigen Seiten ein großes Panorama zwischen Kiez, Politik, Jugendkultur und Musikjournalismus zwischen Hamburg und Jamaika. Es ist die Zeit, als Reggae angesagt war. Und es ist die Zeit, als der Drogenhandel sich professionalisierte.

Der Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen ist in dem gewohnt Göhre-knappen Buch lange Zeit nur erahnbar und auch am Ende eher lose. Der Kriminalfall – immerhin bewirbt der Verlag das Buch als Kriminalroman – ist, wenn man vom traditionellen Modell einer Detektivgeschichte ausgeht, kaum vorhanden. Es gibt eigentlich keine zielgerichtete Ermittlungen eines Polizisten und der Ermittler ist nur eine Figur unter vielen. Göhre entwirft nämlich ein Noir-Gesellschaftsporträt, in dem Verbrechen, Schuld und, nun, Grenzüberschreitungen normal sind.

Eindeutig ein historischer Roman ist Frank Göhres neuestes Buch „Sizilianische Nacht“. In der titelgebenden Nacht stirbt im Juli 1933 in Palermo in einem Hotelzimmer im noblen Grand Hotel et des Palmes der vermögende, exzentrische sechsundfünfzigjährigen Dandy und Erfinder Jean-Paul Durand . War es ein Mord oder ein Suizid?

Göhre präsentiert seine Version der damaligen Ereignisse. Denn Durand ist Raymond Roussel.

Er erzählt die Geschichte chronologisch von Durands Ankunft im Hotel bis nach seinem Tod. Das ist, wenn man vorher nicht den Klappentext (oder diese Besprechung) gelesen hat, etwas problematisch. Denn der vom Verlag als „Kriminalroman“ gelabelte Roman liest sich sehr lange wie eine Reiseerzählung, in der Spannung und Verbrechen Fremdworte sind. Stattdessen geht es um einige Tage aus dem Leben eines seltsamen Mannes, der selten sein Zimmer verlässt. Wenn man allerdings weiß, dass Durand unter seltsamen Umständen sterben wird, hat jede Zeile ihre besondere Bedeutung. Schließlich könnte sie einen Hinweis auf das kommende Verbrechen geben. Es geht um Durands Medikamentenkonsum, seine seelischen Leiden, seine Entourage und die Menschen, die er im Hotel trifft, wenn er denn sein Zimmer verlässt. Und mit denen er Geschäfte macht. Die von Göhre präsentierte Auflösung verknüpft den Tod von Durand mit der damaligen italienischen Gesellschaft zwischen Mafia, Kapitalismus und Faschismus. Am Ende bleibt die Erkenntnis: So könnte es gewesen sein.

Nicht nur von der Länge von unter hundertvierzig Seiten, sondern auch vom Stil und Inhalt erinnert Göhres „Sizilianische Nacht“ an die ebenso kurzen Romane von Leonardo Sciascia. Der vor allem für seine Kriminalromane bekannte Italiener sezierte in seinen Schriften Italien; mal mehr, mal weniger fiktiv, aber immer sehr nah an den Fakten und den realen Machtverhältnissen entlang. Er schrieb auch ein Buch über den Tod von Raymond Roussel.

Harter Fall“ und „Sizilianische Nacht“ sind zwei unbedingte Leseempfehlungen. In beiden Romanen zeigt Frank Göhre, was im Rahmen eines Kriminalromans (wenn man die Genregrenzen großzügig definiert) möglich ist.

Frank Göhre: Harter Fall

Culturbooks, 2023

168 Seiten

17 Euro

Frank Göhre: Sizilianische Nacht

Culturbooks, 2025

168 Seiten

17 Euro

Hinweise

Culturbooks über Frank Göhre

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Wikipedia über Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Verdammte Liebe Amsterdam“ (2020) (ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis 2020 und dem Stuttgarter Krimipreis 2021)

Meine Besprechung von Frank Göhres “ Die Stadt, das Geld und der Tod“ (2021)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. Juni: Dead for a Dollar

Juni 29, 2025

ZDF, 22.15

Dead for a Dollar (Dead for a Dollar, USA 2022)

Regie: Walter Hill

Drehbuch: Walter Hill (nach einer Geschichte von Matt Harris und Walter Hill)

TV-Premiere. New Mexico, 1897: ein Kopfgeldjäger soll die angeblich entführte Frau eines Geschäftsmannes aus Mexiko zurückholen. – Und wie schon in Richard Brooks‘ „Die gefürchteten Vier“ (The Professionals, USA 1966) sind die Dinge erstens nicht so wie sie scheinen und zweitens entwickelt sich die Geschichte anders als von dem Auftraggeber erwartet. Ein weiterer Einfluss sind die Western von Budd Boetticher; ihm widmete Walter Hill seinen neuesten Film.

Dead for a Dollar“ ist nicht schlecht, aber auch nie so gut, wie es angesichts der involvierten Personen sein sollte. Walter Hill hat schon bessere Filme gemacht.

Für Western-Fans bleibt ein top besetztes, straff inszeniertes, aber auch weitgehend vorhersehbares traditionsbewusstes Western-Abenteuer mit vertrauten Versatzstücken, die in vertrauter Weise präsentiert werden, oft hölzernen Dialogen und durchgehend nerviger Farbgebung.

mit Christoph Waltz, Willem Dafoe, Rachel Brosnahan, Warren Burke, Benjamin Bratt, Brandon Scott, Luis Chavez, Hamish Linklater

Wiederholung: Mittwoch, 2. Juli, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Dead for a Dollar“

Wikipedia über „Dead for a Dollar“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Walter Hills “Straßen in Flammen” (Streets on Fire, USA 1984)

Meine Besprechung von Walter Hills “Shoutout – Keine Gnade” (Bullet to the Head, USA 2013)

Walter Hill in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. Juni: Action, Sand und Endzeit: Die Mad-Max-Saga

Juni 28, 2025

Arte, 23.40

Action, Sand und Endzeit: Die Mad-Max-Saga (Frankreich 2025)

Regie: Julien Dupuy

Drehbuch: Julien Dupuy

Brandneue, knapp einstündige Doku über die an der Kinokasse enorm erfolgreichen und popkulturell unglaublich einflussreichen „Mad Max“-Filme.

Davor, um 22.05 Uhr, zeigt Arte „Mad Max“; danach, um 00.35 Uhr, „Mad Max II – Der Vollstrecker“ und am kommenden Sonntag, den 6. Juli, im Rahmen eines Tina-Turner-Abends, den dritten Mad-Max-Film „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“. Als George Miller sich 2015 wieder in die postapokalyptische Wüstenwelt von Mad Max begab, fragte niemand, ob Mel Gibson die Rolle, die Rolle, die ihn zum Star machte, wieder übernehmen würde.

Hinweise

Arte über die Doku (bis zum 26. September 2025 in der Mediathek)

Wikipedia über Mad Max (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Meine Besprechung von George Millers „Three Thousand Years of Longing“ (Three Thousand Years of Longing, USA/Australien 2022)

Meine Besprechung von George Millers „Furiosa: A Mad Max Saga“ (Furiosa: A Mad Max Saga, Australien/USA 2024)

Meine Besprechung von George Miller/Mark Sexton/Nico Lathaoris/Tristan Jones/Riccardo Burchiellis „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road – Max 1 – 2; Mad Max: Fury Road – Furiosa 1; Mad Max: Fury Road – Nux & Immortan Joe 1, 2015) (Comic-Vorgeschichte zum Film)


TV-Tipp für den 28. Juni: In der Nacht des 12.

Juni 27, 2025

ZDF, 23.00

In der Nacht des 12. (La nuit du 12, Frankreich/Belgien 2022)

Regie: Dominik Moll

Drehbuch: Gilles Marchand, Dominik Moll

LV: Pauline Guéna: 18.3: Une année à la PJ, 2021 (Sachbuch; eigentlich keine Verfilmung, sondern eher „lose inspiriert von einem in der Reportage geschildertem Mord“)

Am 12. Oktober 2016 wird in Saint-Jean-de-Maurienne eine junge Frau auf dem Heimweg von einer Feier mit Benzin übergossen und angesteckt. Yohan und sein Team suchen den Mörder.

TV-Premiere. Polizeithriller, der einen präzisen und nüchternen Einblick in die alltägliche Polizeiarbeit gibt.

Dabei wird, wie Moll schon am Filmanfang verrät, der Fall nicht aufgeklärt. Dieses Ende gefällt nicht jedem.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Bastien Bouillon, Bouli Lanners, Pauline Serieys, Théo Cholbi, Johann Dionnet, Thibaut Evrard, Anouk Grinberg

Hinweise

AlloCiné über „In der Nacht des 12.“

Moviepilot über „In der Nacht des 12.“

Rotten Tomaotes über „In der Nacht des 12.“

Wikipedia über „In der Nacht des 12.“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Dominik Molls „Die Verschwundene“ (Seules les bêtes, Frankreich/Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Dominik Molls „In der Nacht des 12.“ (La nuit du 12, Frankreich/Belgien 2022)


TV-Tipp für den 27. Juni: Don Mariano weiß von nichts

Juni 26, 2025

BR, 00.40

Don Mariano weiß von nichts (Il giorno della civetta, Italien/Frankreich 1967)

Regie: Damiano Damiani

Drehbuch: Ugo Pirro, Damiano Damiani

LV: Leonardo Sciascia: Il giorno della civetta, 1961 (Der Tag der Eule)

In Sizilien wird ein Bauunternehmer ermordet. Hauptmann Bellodi will den Fall aufklären und legt sich mit den Mächtigen der Insel an.

„Der Tag der Eule“ ist der erste der sizilianischen Romane von Sciascia, in denen er gegen die Mafia und deren Verflechtungen mit der Politik anschrieb. Seine Bücher waren die Vorlagen für einige der besten italienischen Polit-Thriller.

Damianis Verfilmung ist einer der frühen, stilbildenden Polit-Thriller in der Tradition von Costa-Gavras, Petri und Rosi. Damiani begründete unter anderem mit diesem Film seinen Ruhm.

„Sciascias extrem knappem Erzählstil entspricht in den Filmen eine vergleichsweise hastige Montage, die ein wenig von jener unerbittlichen Zwangsläufigkeit an sich hat, die sich in rasch und ohne Schnörkel inszenierten Szenenwechsel präsentiert. Sicher, die zynisch-spitzfindigen Dialoge Sciascias sind, verkürzt, doch die Filme gewinnen (…) gegenüber den Romanen an Anschaulichkeit.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Mit Franco Nero, Claudia Cardinale, Lee J. Cobb, Serge Reggiani

Auch bekannt als „Der Tag der Eule“

Hinweise

Wikipedia über „Don Mariano weiß von nichts“ (deutsch, englisch) und Leonardo Sciascia (deutsch, englisch, italienisch)

Krimi-Couch über Leonardo Sciascia

Amici di Leonardo Sciascia

Meine Besprechung von Damiano Damianis „Töte Amigo“ (Quien Sabe?, Italien 1966)

Mein Nachruf auf Damiano Damiani (23. Juli 1922 – 7. März 2013)

Meine Besprechung von Leonardo Sciascias „Die Affaire Moro. Ein Roman“ (L’Affaie Moro, 1978)


Neu im Kino/Filmkritik: „F1 – Der Film“ über im Kreis fahrende Männer

Juni 26, 2025

Ruben Cervantes (Javier Bardem) bittet Sonny Hayes (Brad Pitt) um Hilfe. Vor dreißig Jahren fuhren sie in der Formel 1. Ein Unfall beendete Sonnys Karriere und verschaffte ihm den hämischen Namenszusatz „Der Beste, der es niemals geschafft hat“. Seitdem schlägt Sonny sich auf anderen Rennstrecken durch’s Leben. Für ihn ist die Welt in Ordnung, solange er Rennen fahren kann.

Ruben leitet den Formel1-Rennstall APXGP, der in dieser Saison mit seinem neuen Fahrer Joshua Pearce (Damson Idris) und einem neuen Rennwagen nur durch seinen absolut schlechten Punktestand auffällt. Wenn sie in der zweiten Hälfte der Rennsaison nicht endlich Rennen gewinnen, ist Ruben am Ende der Saison seinen Job und sein Unternehmen los. Sonny soll das verhindern. Nicht als Berater, sondern als Fahrer. Er wäre damit der mit Abstand älteste Fahrer in der Formel 1.

Sonny nimmd das Angebot an. So könnte er endlich wieder in der Formel 1 fahren und, mit etwas Glück endlich die Hoffnungen, die vor dreißig Jahren in ihn gesteckt wurden, erfüllen.

Nach diesem Set up entwickelt sich Joseph Kosinskis neuer Film „F1 – Der Film“ in jeder Sekunde exakt so, wie man es erwartet und wer möchte, kann schnell die mehr oder weniger deutlich verarbeiteten aktuellen Vorbilder herunterbeten. Der altbekannte Plot kann mühelos als „’Top Gun: Maverick‘ im Formel-1-Milieu“ interpretiert werden. Beide Male zeigt ein alter Hase den Jüngeren, was in ihm steckt. Beide Male hat der alte Hase ein lockeres Verhältnis zu den Regeln. Beide Male steht er vor einer ziemlich unmöglichen Mission. Und beide Male inszenierte Kosinski, nach einem Drehbuch von Ehren Kruger, den Film. „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, „Rush“ und die beiden mit Aufnahmen von realen Rennen punktenden Rennfahrerfilmklassiker „Grand Prix“ und „Le Mans“ sind weitere ebenso offensichtliche wie unhintergehbare Referenzfilme. Auch „F1“-Regisseur Joseph Kosinski und sein Team scheuten keine Mühen, um hochauflösende Kameras zu erfinden und so in den Rennautos zu platzieren, dass überzeugende Aufnahmen von echten Rennsituationen entstehen konnten. Teils werden im Film von Formel-1-Fahrern während echter Rennen aufgenommene Bilder verwendet. Diese Bilder sollen beim Publikum, das den Film auch im IMAX ansehen kann, das Gefühl erzeugen, in einem Formel-1-Auto über die Rennstrecke zu brettern. Das gelingt, auch wenn diese Aufnahmen, weil alles im Rausch der Geschwindigkeit verschwimmt, teils eher an Computerbilder erinnern. Bei einigen Rennen wird auch etwas zu oft geschnitten. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton gehört zu den Produzenten des Films. Er öffnete Türen, die einen umfassenden Dreh im Rahmen der echten Formel-1-Rennen erlaubten.

Aber im Gegensatz zu den schon erwähnten, auf wahren Geschichten beruhenden und nah an der Realität entlang erzählten Rennfahrerfilmen „Rush“ und „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“ kümmert sich „F1“ zugunsten des Spektakels nicht um die Hintergründe. Training und das langwierige Arbeiten am Fahrzeug, um Zehntelsekunden herauszuholen, werden galant ignoriert. Das fällt, nachdem in einer Szene angestrengt auf Computerbildschirme gestarrt wurde, wie Manna vom Himmel. Ebenso wird das Qualifying ignoriert. Irgendwann stehen die Rennautos in einer bestimmten Reihenfolge am Start. Die beiden APXGP-Fahrer stehen dann auf den letzten beiden Startpositionen, weil sie uns als das Verliererteam vorgestellt wurden. Nach dem Start provoziert und rammt Sonny die anderen Fahrer so rücksichtslos von der Strecke, dass er wahrscheinlich schon während der ersten beiden Runden gegen alle geschriebenen und ungeschriebenen Regeln verstößt. Das ist natürlich vollkommen unrealistisch, aber im Kinosessel sehr vergnüglich anzusehen. Vor allem wenn der immer noch erschreckend jugendliche Brad Pitt als sympathischer Agent des Chaos fungiert.

Dass die Formel 1 eine riesengroße kommerzielle Veranstaltung ist, findet ihren Niederschlag nur in omnipräsenten Firmenlogos und dem Hinweis im Abspann, dass es im Film Product Placement gibt.

Die Authentizität beim Dreh, Kosinskis schlackenfreie Inszenierung, die überzeugenden Schauspieler und der präzise Schnitt machen den Film trotz vorhersehbarer Geschichte, bestenfalls rudimentär gezeichneten Klischeefiguren und einer Länge von 156 Minuten, zu einem atemberaubendem, kurzweiligem und kompetent gemachtem Stück wirklichkeitsfernem Blockbuster-Kino.

F1“ ist bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen genau der richtige Film für einen langen Besuch in einem gut gekühltem Kino.

F1 – Der Film (F1 – The Movie, USA 2025)

Regie: Joseph Kosinski

Drehbuch: Ehren Kruger (nach einer Geschichte von Joseph Kosinski und Ehren Kruger)

mit Brad Pitt, Kerry Condon, Javier Bardem, Damson Idris, Shea Whigham, Simone Ashley, Tobias Menzies, Liz Kingsman, Lewis Hamilton, Kim Bodnia

Länge: 156 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „F1 – Der Film“

Metacritic über „F1 – Der Film“

Rotten Tomatoes über „F1 – Der Film“

Wikipedia über „F1 – Der Film“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Joseph Kosinskis „Oblivion“ (Oblivion, USA 2013)

Meine Besprechung von Joseph Kosinskis „No Way Out – Gegen die Flammen“ (Only the Brave, USA 2017)

Meine Besprechung von Joseph Kosinkis „Top Gun: Maverick“ (Top Gun: Maverick, USA 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: „M3GAN 2.0“ – ein Killer-Upgrade für den Roboter

Juni 26, 2025

Natürlich führt ein fehlgesteuerter Roboter nicht zur Abschaltung aller Roboter und natürlich ist es bei KI-Roboter unklar, ob der Fehler auf einer falschen Programmierung, unklaren Anweisungen oder einem erwachendem KI-Bewusstsein beruht. Deshalb wurde nach dem Ende des Horrorfilms „M3GAN“ auch munter weitergeforscht in der Realität und in der Filmrealität. In der jetzt im Kino anlaufenden Fortsetzung „M3GAN 2.0“ sind viele aus dem ersten Film bekannte Namen vor und hinter der Kamera, wie Regisseur Gerard Johnstone, wieder dabei. Aber sie erzählen nicht die Geschichte des ersten Films noch einmal. Stattdessen wird, wie bei den Fortsetzungen von „Terminator“ oder „Alien“, eine neue Geschichte erzählt, die in der im ersten Film etablierten Welt spielt. Bei „M3GAN 2.0“ wird aus dem Bösewicht des ersten Film eine Retterin und aus einem Horrorfilm ein Actionfilm.

In „M3GAN 2.0“ ist Amelia der Bösewicht. Sie ist eine weiterentwickelte Version von M3GAN. Während einer Mission im Nahen Osten bringt sie den Mann um, den sie hätte retten sollen. Ihre Erschaffer und deren Auftraggeber wollen das fehlgeschlagene militärische Einsatzmittel umgehend deaktivieren. Das funktioniert nicht. Amelia taucht unter und die Suche nach ihr beginnt.

Helfen soll den Verfolgern bei ihrer Jagd nach der untergetauchten KI die Erfinderin Gemma.

Und schon ist, wie in einem Privatdetketivkrimi oder einer James-Bond-Geschichte, die Prämisse ausformuliert.

Gemma ist die Wissenschaftlerin, die in „M3GAN“ die kleinmädchenhaft aussehende KI-Roboterfrau M3GAN (deren unnatürliche Tanzbewegungen damals mit der Veröffentlichung des ersten Filmtrailers zu einem Internetphänomen wurden) zusammenbaute und programmierte, ihre Nichte Cady zu beschützen. Das entwickelte sich anders, als von ihr erwartet und führte, mehr oder weniger, zu M3GANs Vernichtung.

Ein Rüstungskonzern stahl, wie der leicht verlottert aussehende FBI-Agent Sattler, Gemma erklärt, die M3GAN-Baupläne und modifizierte sie leicht zu dem tödlichen KI-Killerroboter Amelia. Dummerweise denkt Amelia seit ihrem Test im Feld nicht mehr daran Befehle zu verfolgen. Stattdessen bringt sie jetzt alle Menschen um, die etwas mit ihrer Erschaffung zu tun haben.

Die einige wilde Haken schlagende Jagd von Gemma, ihrer zwölfjährigen Nichte Cady und, in verschiedenen Körpern, M3GAN nach Amelia sorgt dann für zwei unterhaltsame Kinostunden mit einigen Witzen, vor allem wenn Mensch und Maschine aufeinander stoßen und munter chargiert wird, und etwas übertriebener Action. Denn Roboter oder von KIs gesteuerte Menschen können Bewegungen ausführen, die Menschen normalerweise so nicht machen würden. Und, wie ein nächtlicher Einbruch in Gemmas Haus zeigt, können elektrische Geräte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung eines Hauses spielen.

Mit zwei Stunden Laufzeit ist „M3GAN 2.0“ für ein B-Picture etwas lang geraten. Da wird dann ziemlich oft durch die Gänge einer unterirdischen Anlage gerannt, Szenen über Gebühr gestreckt, durchaus witzige, die Story nicht wesentlich voranbringende Subplots eingefügt, M3GAN muss vor Publikum tanzen und die Künstlichen Intelligenzen können schwuppdiwupp ihre Wirtskörper wechseln. Diese reagieren dann anders als erwartet.

Außerdem hat „M3GAN 2.0“ nicht mehr den Überraschungseffekt des Vorgängers „M3GAN“. In dem Horrorfilm nimmt eine KI-Puppe die Anweisung, ihre Schutzbefohlene zu beschützen etwas zu wörtlich. Sie interpretiert menschliches Verhalten falsch und bringt bedrohliche Menschen und einen Hund um. Dabei sieht M3GAN immer wie ein Schulmädchen aus. Das war Horror mit etwas Kapitalismus- und Technikkritik.

M3GAN 2.0“ ist dann primär ein Actionfilm. Und, wie in „Terminator 2“, wird hier aus der bösen M3GAN des ersten Films eine gute M3GAN, die nicht mehr nur stumpf ihrer Programmierung folgt, sondern sie kreativ interpretiert und auch moralische Regeln befolgt. Fast wie ‚Hit-Girl‘ Mindy McCready.

M3GAN 2.0 (M3GAN 2.0, USA 2025)

Regie: Gerard Johnstone

Drehbuch: Gerard Johnstone (basierend auf einer Geschichte von Gerard Johnstone und Akela Cooper)

mit Amie Donald, Jenna Davis (im Original: Stimme von M3GAN), Allison Williams, Violet McGraw, Aristotle Athari, Brian Jordan Alvarez, Timm Sharp, Jen Van Epps, Ivanna Sakhno

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „M3GAN 2.0“

Metacritic über „M3GAN 2.0“

Rotten Tomatoes über „M3GAN 2.0“

Wikipedia über „M3GAN 2.0“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Gerad Jonstones „M3GAN“ (M3GAN, USA 2022)


TV-Tipp für den 26. Juni: Passages

Juni 25, 2025

BR, 23.15

Passages (Passages, Frankreich 2023)

Regie: Ira Sachs

Drehbuch: Mauricio Zacharias, Ira Sachs

Filmregisseur Tomas (Franz Rogowski) lebt seit fünfzehn Jahren mit Martin (Ben Whishaw) zusammen. Eines Tages beginnt Tomas mit Agathe (Adéle Exarchopoulos) eine Affäre – und schon beginnt das Liebesdrama.

TV-Premiere. Stellvertretend für die vielen euphorischen Besprechungen: „überzeugend gespieltes Drama über den schmalen Grat zwischen Freiheitsdrang und Egoismus“ (Lexikon des Internationalen Films)

Mit Franz Rogowski, Ben Whishaw, Adéle Exarchopoulos, Erwan Kepoa Falé, Arcadi Radeff

Hinweise

Rotten Tomates über „Passages“

Wikipedia über „Passages“ (deutsch, englisch, französisch)


„Vergeltung hat ihren Preis“ – fast das Ende für „The Boys“

Juni 25, 2025

Dass Superhelden nicht immer die freundlichen Helfer aus der Nachbarschaft sind, konnte man sich schon bei einigen normalen Superheldencomics denken. Wenn der Held bei seiner Verbrecherjagd mal wieder eine halbe Stadt zerstört und dabei, außerhalb der Bilder, auch etliche Einwohner tötet, kommt das bei den Betroffenen und ihren Freunden und Bekannten nicht gut an. Und das mit großer Macht große Verantwortung komme, stimmt zwar, aber es heißt nicht, dass Menschen mit großer Macht auch verantwortungsvoll mit dieser Macht umgehen. Wahrscheinlich eher nicht.

Jedenfalls ging Garth Ennis von dieser Idee aus, als er 2006 zusammen mit Zeichner Darik Robertson seine erfolgreiche Superheldenserie „The Boys“ startete. In der Comicserie sind Superhelden eine Bande präpotenter Teenager, die bei ihren unverantwortlichen, nicht durchdachten und normalerweise aus dem Ruder laufenden Aktionen nur Unheil anrichten. Ihre Fähigkeiten erhielten sie von dem Konzern Vought-American, der seit Ewigkeiten für das US-Militär arbeitet und ihm ihre Fehlschläge als Erfolge verkaufte. Seit längerem sorgen lukrative Werbeverträge für Einnahmen und ein positives Image in der Öffentlichkeit.

Gegen diese Superhelden kämpfen, im Auftrag der CIA, Billy Butcher und sein grenzwertiges Team „The Boys“. Sie verstehen ihre Aufgabe als Freischein, ab und an Superhelden zu verprügeln.

Ende 2012 endetete die von Ennis und Robertson erfundene Comicserie mit dem 72. Heft. In dem jetzt erschienenen sechsten Sammelband sind die Hefte 60 bis 72 enthalten.

Die ersten Seiten versprechen dann auch einen zünftigen, sich über den gesamten Sammelband von über dreihundert Seiten erstreckenden Showdown. Nachdem vorher immer wieder unklar war, wohn sich die Geschichte entwickeln könnte, stellen sich jetzt Homelander und seine Superhelden gegen die US-Regierung. Sie besetzten das Weiße Haus.

In dem Moment erhält Billy Butcher die Erlaubnis, die Supies zu eliminieren. Er kann also endlich tun, was er schon seit Ewigkeiten tun möchte. Er darf dabei auch nach eigenem Ermessen Gewalt anwenden. Es wird sehr blutig und, wie der Titel des Sammelbandes verrät, emotional. Denn „Vergeltung hat ihren Preis“.

Dieses Ende der Boys wirkt eher pflichtschuldig als inspiriert. Lose Fäden werden zusammengefügt, aber so richtig überzeugend oder überraschend ist nichts. Auch die Idee, dass die Superhelden ein Produkt der Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Militär, dem Militärisch-Industriellen-Komplex (MIK), sind, ist hier mehr eine für etwas Amüsement sorgende Idee als eine Negativutopie oder eine Zustandsbeschreibung der damaligen US-Außenpoltiik nach 9/11.

Im Gegensatz zu Brian Azzarello und Eduardo Risso, die ab 1999 in „100 Bullets“, oder zu James Ellroy, der ab 1996 in seiner „Underworld USA“-Trilogie (und seinen anderen Romanen), eine alternative Geschichte der USA schrieben, interessieren Ennis und Robertson sich nicht für irgendwelche groß angelegten Verschwörungstheorien. Sie wollen nur die Superheldenmythologie als eine einzige große Lüge entlarven. Das gelingt ihnen bereits in den ersten Heften. Einige sich über mehrere Geschichten erstreckenden Einzelgeschichten, wie das Treiben der Supies bei ihrem Herogasm (dagegen ist Spring Break ein harmloser Kindergarten), bestätigten die Prämisse gelungen.

Trotzdem bleibt nach 72 Heften die Erkenntnis, dass „The Boys“ niemals das Potential seier Prämisse vollständig ausschöpft. Es bleibt bei der immer wieder nicht jugendfreien und oft sehr brutalen Demystifizierung des Superheldentums.

Nach dem Ende der Serie erschien 2020, begleitend zur Streaming-Adaption des Comics, der auf 8 Hefte beschränkte Nachschlag „Dear Becky“. Die deutsche Neuausgabe ist für Ende des Monats angekündigt.

Garth Ennis/Darick Robertson: The Boys – Vergeltung hat ihren Preis (Band 6)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2025

330 Seiten

17 Euro

Originalausgabe/enthält

Over the Hill with the Swords of a Thousand Men

The Boys (2006) # 60 – 65

November 2011 – April 2012

The Bloody Doors off

The Boys (2006) # 66 – 71

Mai 2012 – Oktober 2012

You found Me

The Boys (2006) # 72

November 2012

Hinweise

Wikipedia über „The Boys“ (deutsch, englisch) und über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „Crossed – Monster Edition“ (enthält „Crossed“ und „Crossed Band 2: Familienbande“)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Steve Dillons „The Punisher: Frank ist zurück“ (The Punisher # 1 – 12, 2000/2001)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Sudzukas „A Walk through Hell: Das verlassene Lagerhaus (Band 1)“ (A Walk through Hell # 1 – 5, 2018)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Sudzukas „A Walk through Hell: Die Kathedrale (Band 2)“ (A Walk through Hell # 6 -12, 2019)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Russ Brauns „Jimmys Bastarde: Getriggert (Band 1)“ (Jimmy’s Bastards Volume 1: Trigger Warning, 2018)

Meine Besprechung von Garth Ennis//Russ Brauns „Jimmys Bastarde: Wie war das?! (Band 2)“ (Jimmy’s Bastards Volume 2: What did you just say?, 2018)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Jacen Burrows‘ „Punisher: Mission Fury“ (Get Fury (2024) # 1- 6, Juli 2024 – Dezember 2024)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Darick Robertsons „The Boys 1: Das wird sehr weh tun“ (The Boys (2006) # 1 – 14, Oktober 2006 – Januar 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Darick Robertsons „The Boys 2: Es wird blutig“(The Boys (2006) # 15 – 30, Februar 2008 – Mai 2009)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Darick Robertsons „The Boys 3: Sagen wir mal so“ (The Boys: Herogasm (2009) # 1 – 6; The Boys (2006) # 31 – 38, Mai 2009 – Januar 2010)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Darick Robertsons „The Boys 4: Nimm’s nicht so schwer“ (The Boys (2006) # 39 – 47, Highland Laddie (2010) # 1 – 6, Februar 2010 – Januar 2011)

Meine Besprechung von Gareth Ennis/Darick Robertsons „The Boys 5: Der Sohn des Bäckers“ (The Boys (2006) # 48 – 59, The Boys: Butcher, Baker, Candlestickmaker (2011) # 1 – 6, November 2010 – Dezember 2011)


TV-Tipp für den 25. Juni: Der schmale Grat

Juni 24, 2025

Kabel 1, 00.50

Der schmale Grat (The Thin Red Line, USA 1998)

Regie: Terrence Malick

Drehbuch: Terrence Malick

LV: James Jones: The Thin Red Line, 1962 (Insel der Verdammten)

1942 soll eine US-Infanterieeinheit auf der Salomonen-Insel Guadalcanal im Pazifischen Ozean einen von den Japanern besetzten, stratetgisch wichtigen Hügel einnehmen.

Kriegsfilm im Malick-Stil: definitiv kein gewöhnlicher Kriegsfilm, sondern eine epische Meditation und ein verschwenderisches Aufgebot an Stars in teilweise nur kürzesten Auftritten. Von anderen bekannten Schauspielern wurden die gefilmten Szenen nicht in den fertigen Film übernommen und andere Schauspieler, für die Malick Rollen schrieb, sagte er vor dem Dreh ab.

mit Sean Pean, Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, George Clooney, John Cusack Woody Harrelson, Elias Koteas, Jared Leto, Tim Blake Nelson, Nick Nolte, John C. Reilly, John Savage, John Travolta

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der schmale Grat“

Wikipedia über „Der schmale Grat“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „To the Wonder“ (To the Wonder, USA 2012)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Knight of Cups“ (Knight of Cups, USA 2015)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Song to Song“ (Song to Song, USA 2017)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Ein verborgenes Leben“ (A hidden life, Deutschland/USA 2019)

Meine Besprechung von Dominik Kamalzadeh/Michael Peklers “Terrence Malick” (2013)

Terrence Malick in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juni 24, 2025

Ehe Brad Pitt ab Donnerstag in „F1“ seine Runden dreht, möchte ich auf den einzig wahren und wahrhaftigen Formel-1-Roman hinweisen. Er ist von Wolf Haas.

Das ist das kultige Cover der Rowohlt-Taschenbuchneuausgabe von 2001.


TV-Tipp für den 24. Juni: Verräter wie wir

Juni 23, 2025

ZDF, 00.45

Verräter wie wir (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Regie: Susanna White

Drehbuch: Hossein Amini

LV: John le Carré: Our Kind of Traitor, 2010 (Verräter wie wir)

Während eines Urlaubs in Marrakesch lernen der rundum harmlose Oxford-Dozent für Poesie Perry und seine Frau Gail den feierwütigen Dima, der immer von einem Hofstaat begleitet wird, kennen. Dima bittet Perry um einen Gefallen. Er soll dem MI6 einen USB-Stick mit Daten überbringen. Denn Dima, der ein Geldwäscher für die Russenmafia ist, fürchtet um sein Leben und Perry und Gail sollen ihm den Weg in die Sicherheit ebnen.

Der ruhige Thriller ist eine weitere gelungene John-le-Carré-Verfilmung.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Damian Lewis, Naomie Harris, Jeremy Northam, Khalid Abdallah, Mark Gatiss, Saskia Reeves, Alicia von Rittberg, John le Carré (sein Genehmigungs-Cameo)

Die Vorlage

John le Carré: Verräter wie wir

(übersetzt von Sabine Roth)

Ullstein, 2016 (für die Filmausgabe)

416 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Ullstein, 2010

Originalausgabe

Our Kind of Traitor

Viking, London, 2010

Hinweise

Moviepilot über „Verräter wie wir“

Metacritic über „Verräter wie wir“

Rotten Tomatoes über „Verräter wie wir“

Wikipedia über „Verräter wie wir“ (deutsch ,englisch)

Homepage von John le Carré

seine Romane

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

neuere le-Carré-Verfilmungen

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. Juni: Alles über Eva

Juni 22, 2025

Arte, 20.15

Alles über Eva (All about Eve, USA 1950)

Regie: Joseph L. Mankiewicz

Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz

LV: Mary Orr: The Wisdom of Eve (1946, Kurzgeschichte)

Klassiker über überbordendes Fantum: Der Theaterstar Margo Channing (Bette Davis) nimmt Eve Harrington (Anne Baxter), die behauptet, ihr größter Fan zu sein, bei sich auf. Schnell wird Eve zu einer Gefahr für ihrer Karriere.

„‚All about Eve‘ zählt zu den bedeutendsten Filmen, die je gedreht worden sind.“ (Michael Conway/Mark Ricci: Marilyn Monroe und ihre Filme, 1980)

Gute Schauspieler, gute Dialoge, gute Geschichte und Marilyn Monroe, am Beginn ihrer Karriere, in einer kleinen Rolle. Und Arte zeigt diesen Klassiker zu einer guten Uhrzeit. Was will man mehr?

mit Bette Davis, Anne Baxter, George Sanders, Celeste Holm, Gary Merrill, Hugh Marlowe, Thelma Ritter, Marilyn Monroe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alles über Eva“ (99 %, „a Hollywood classic that only improves with age“)

Wikipedia über „Alles über Eva“ (deutsch, englisch)


Die ITW Thriller Awards 2025

Juni 22, 2025

Bei ihrem jährlichen ThrillerFest hat die im Oktober 2004 gegründete Autorenvereinigung International Thriller Writers (ITW) auch die Preise für die besten im letzten Jahr erschienenen Thriller vergeben.

Gewonnen haben:

Best Standalone Thriller Novel

Jason Rekulak – THE LAST ONE AT THE WEDDING, Flatiron Books

Best Standalone Mystery Novel

Kellye Garrett – MISSING WHITE WOMAN, Mulholland Books

Best Series Novel

David Baldacci – TO DIE FOR, Grand Central Publishing

Best First Novel

Marie Tierney – DEADLY ANIMALS, Henry Holt & Co.

Best Audiobook

Kate Alice Marshall – NO ONE CAN KNOW, Macmillan Audio, narrated by Karissa Vacker

Best Young Adult Novel

Marisha Pessl – DARKLY, Delacorte

Best Short Story

Ivy Pochoda – Jackrabbit Skin, Amazon Original Stories

Thriller Master

John Grisham

Silver Bullet Award

James Patterson

Ach ja, nominiert waren:

Best Standalone Thriller Novel

Kimberly Belle – THE PARIS WIDOW, Harlequin – Park Row

Will Dean – THE CHAMBER, Little, Brown & Co.

T.J. Newman – WORST CASE SCENARIO, Harlequin – MIRA Books

Jason Rekulak – THE LAST ONE AT THE WEDDING, Flatiron Books

Lisa Scottoline – THE TRUTH ABOUT THE DEVLINS, Penguin/Putnam

Best Standalone Mystery Novel

Libby Cudmore – NEGATIVE GIRL, Datura Books

Laura Dave – THE NIGHT WE LOST HIM, Simon & Schuster

Kellye Garrett – MISSING WHITE WOMAN, Mulholland Books

Harry Hunsicker – THE LIFE AND DEATH OF ROSE DOUCETTE, Oceanview Publishing

Dervla McTiernan – WHAT HAPPENED TO NINA?, William Morrow

Lori Roy – LAKE COUNTY, Thomas & Mercer

Best Series Novel

David Baldacci – TO DIE FOR, Grand Central Publishing

Eric Beetner – THE LAST FEW MILES OF ROAD, Level Best Books

Ann Cleeves – THE DARK WIVES, Minotaur

Meg Gardiner – SHADOWHEART, Blackstone Publishing

Iris Johansen, Roy Johansen – FLASHBACK, Grand Central Publishing

Isabella Maldonado – A FORGOTTEN KILL, Thomas & Mercer

Best First Novel

Kate Brody – RABBIT HOLE, Soho Crime

Jaime DeBlanc – AFTER IMAGE, Thomas & Mercer

Carinn Jade – THE ASTROLOGY HOUSE, Atria

Alejandro Nodarse – BLOOD IN THE CUT, Flatiron Books

Marie Tierney – DEADLY ANIMALS, Henry Holt & Co.

Best Audiobook

Sally Hepworth – DARLING GIRLS, Macmillan, narrated by Jessica Clarke

Jon Lindstrom – HOLLYWOOD HUSTLE, Dreamscape Media, narrated by Jon Lindstrom

Kate Alice Marshall – NO ONE CAN KNOW, Macmillan Audio, narrated by Karissa Vacker

Hilton Reed – BEYOND ALL DOUBT, Dreamscape Media, narrated by George Newbern

Amy Tintera – LISTEN FOR THE LIE, Macmillan, narrated by January LaVoy and Will Damron

Best Young Adult Novel

Adam Cesare – INFLUENCER, Union Square & Co., LLC

Ripley Jones – THE OTHER LOLA, Wednesday Books

Marisha Pessl – DARKLY, Delacorte

Natalie Richards – 49 MILES ALONE, Sourcebooks Fire

Melanie Sumrow – GIRLS LIKE HER, Balzer + Bray

Best Short Story

Stefanie Leder – Not a Dinner Party Person, Soho Crime

Twist Phelan – Double Parked, Ellery Queen Mystery Magazine

Ivy Pochoda – Jackrabbit Skin, Amazon Original Stories

Lisa Unger – The Doll’s House, Amazon Original Stories

Joseph S. Walker – And Now, an Inspiring Story of Tragedy Overcome, Wildside Press

 

 


TV-Tipp für den 22. Juni: Jackie Brown

Juni 21, 2025

Arte, 20..15

Jackie Brown (Jackie Brown, USA 1997)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

LV: Elmore Leonard: Rum Punch, Jackie Brown, 1992 (Jackie Brown)

Stewardess Jackie Brown hat Probleme mit der Polizei und dem Gangster Ordell, der sein Schwarzgeld-Konto mit Jackies Hilfe auflösen will.

Tarantinos sehr werkgetreue Huldigung von Leonard und Pam Grier: cool (Leonards Dialoge!), etwas langatmig (Warum muß jedes Lied ausgespielt werden? Warum bemüht sich Tarantino so krampfhaft, die Antithese zu Pulp Fiction zu drehen? Warum nicht 20 Minuten kürzer?) und mit Starbesetzung (Robert de Niro, Samuel L. Jackson, Bridget Fonda, Robert Foster, Michael Keaton, Chris Tucker)

Von Leonards Homepage: „When Quentin Tarantino was a kid, he stole a copy of Elmore Leonard’s The Switch and got caught. Unrepentant, he later went back to the same store and stole the book again. Elmore Leonard was a beacon, lighting the direction that he would soon take in his films. He wrote a movie directed by Tony Scott called True Romance which he said was “an Elmore Leonard novel that he didn’t write.” It certainly was an homage; it even opens in Detroit. After Reservoir Dogs came out, Elmore wrote Rum Punch which reprises the three main characters from Tarantino’s shoplifted book, The Switch. Tarantino read it and wanted to buy it but didn’t have the money. Elmore and his agent, Michael Siegel, offered to hold it for him. When he finally did acquire the book and moved forward on the Rum Punch film project, Tarantino did not contact Elmore Leonard for a long time. When he did, he confessed a reluctance to call sooner. Elmore said, “Why, because you changed the name of my book and cast Pam Grier in the lead?” No worry. Elmore was down with that. He said, “That’s Ok, just make a good movie.” And Quentin did.

Jackie Brown is Elmore Leonard on the screen. Taking nothing away from Get Shorty and Out of Sight, Tarantino’s manic absorption of Elmore’s essence comes through in a way that only he could pull off especially for a long movie. The acting, the direction, the dialog are all great. There are so many great bits, especially with Jackson, De Niro, Chris Tucker and Bridget Fonda; and then there’s Hattie Winston as Simone the Supreme. Jackie Brown is the Elmore Leonard experience.“

Anschließend, um 22.45 Uhr, zeigt Arte Tara Woods informative spielfilmlange Dokumentation „Tarantino – The Bloody Genius“ (QT8: The First Eight; 21 Years: Quentin Tarantino, USA 2019).

Wiederholung: Donnerstag, 26. Juni, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “Jackie Brown”

Rotten Tomatoes über “Jackie Brown”

Wikipedia über “Jackie Brown” (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

 


Impressionen aus Berlin: Reichstag, angestrahlt verhüllt

Juni 21, 2025

Kurz vor dem Abschluss der Kunstaktion habe auch ich es auf den zertretenen Rasen vor dem Reichstag geschafft und mir angesehen, wie Christo und Jeanne-Claudes legendäre Verhüllung des Gebäudes als Lichtinstallation aussieht.

Nun, ungefähr so ernüchternd, wie kolportiert wurde: einige Strahler beleuchten den Bundestag. Erahnbar ist eine kleine Präsentation, die vom Entwurf über die Verhüllung bis zum Fallen der Gewebebahnen den Ablauf der Kunstaktion nachstellt. Da graue Gewebebahnen sich kaum von einem Gemäuer unterscheiden, sieht es immer so aus, als würde einfach nur ein Gebäude angestrahlt und manchmal bewegt sich etwas, das zeigen soll, wie sich Stoffbahnen im Wind bewegen. Aber es könnte auch irgendetwas anderes sein.

Das hat nichts mit den prächtigen, quietschbunden Installationen des „Festival of Lights“ zu tun.


Neu im Kino/Filmkritik (kurz): „Wilhelm Tell“ und die Sache mit dem Apfel

Juni 21, 2025

Wie kam es dazu, dass Wilhelm Tell den Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen musste? Die Antwort liefert natürlich Friedrich Schillers Theaterstück. Oder jetzt Nick Hamms Film, der Schillers Stück als Rahmen für seine Adaption bezeichnet.

Hamm veränderte einige Figuren und er ignorierte die Begrenzungen einer Theaterbühne zugunsten eines Drehs vor Ort in Südtirol und breitwandiger Kampfszenen.

Das Ergebnis ist ein okayer, traditioneller Abenteuerfilm über einen ehemaligen Kreuzritter, der 1307 in der Schweiz auf seinem Hof in der Nähe von Altdorf ein friedvolles Leben mit seiner Frau und seinem Sohn führen möchte. Aber die Umstände sind nicht so. Vor allem Gessler, der Statthalter des österreichischen Hauses Habsburg, versteht seine Aufgabe, die Unterwerfung der Schweizer, als Blankoscheck für die hemmungslose Anwendung von Gewalt und repressiver Methoden. Für ihn ist nur ein toter Schweizer ein guter Schweizer.

Wilhelm Tell (Wilhelm Tell, Großbritannien/Italien/Schweiz/USA 2024)

Regie: Nick Hamm

Drehbuch: Nick Hamm (basierend auf dem Stück von Friedrich Schiller)

mit Claes Bang, Connor Swindells, Golshifteh Farahani, Jonah Hauer-King, Ellie Bamber, Rafe Spall, Emily Beecham, Jonathan Pryce, Ben Kingsley

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Wilhelm Tell“

Metacritic über „Wilhelm Tell“

Rotten Tomatoes über „Wilhelm Tell“

Wikipedia über „Wilhelm Tell“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 21. Juni: Once upon a Time in…Hollywood

Juni 20, 2025

ZDF, 23.00

Once upon a Time in…Hollywood (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Roman zum Film: Quentin Tarantino: Once upon a Time in Hollywood, 2021 (Es war einmal in Hollywood)

Quentin Tarantions 9. Film. Einige richtige Story hat „Once upon a Time in…Hollywood“ nicht. Eigentlich geht es nur um ein entspanntes Abhängen mit TV-Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und seinem Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), die glorios in ihrem Selbstmitleid ertrinken. Daltons großer Hit, die TV-Westernserie „Bounty Law“, ist schon einige Jahre her, die neuen Rollen sind klein und schlecht und der Vorschlag seines Agenten, in einem Italowestern mitzuspielen, begeistert ih nicht. Das alles spielt 1969 in Hollywood an zwei Tagen im Februar und in einer Nacht im August 1969.

„Once upon a Time in…Hollywood“ ist übervoll mit Anspielungen auf die Hollywood-Geschichte und die damalige Zeit, prächtig ausgestattetet, top besetzt und gespielt, sehr unterhaltsam, aber auch problematisch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (mit weiteren Clips und der Cannes-Pressekonferenz).

mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Mike Moh, Damian Lewis, Al Pacino, Rafal Zawierucha, Damon Herriman, Lena Dunham, Rumer Willis, Clu Gulager, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen, James Remar

Hinweise

Moviepilot über „Once upon a Time in…Hollywood“

Metacritic über „Once upon a Time in…Hollywood“

Rotten Tomatoes über „Once upon a Time in…Hollywood“

Wikipedia über „Once upon a Time in…Hollywood“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood erklärt einige Anspielungen

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte