Neu im Kino/Filmkritik: Halle Berry tätigt „The Call“

Juli 11, 2013

 

Brad Anderson, der vor allem als Regisseur für TV-Serien wie „Fringe“, „The Killing“ (die US-Version von „Kommissarin Lund“), „Boardwalk Empire“, „Treme“, „The Wire“, „Person of Interest“ und „The Shield“ sein Geld verdient, hat auch einige beachtliche Kinofilme inszeniert, wie „Transsiberian“ (Edgar-nominiert), „Der Maschinist“ und „Session 9“ (Regiepreis in Sitges), die als astreine Thriller immer auch einen Tick besser als der Rest waren. Auch sein neuester Film „The Call – Leg nicht auf!“ ist ein Thriller, der die Genrekonventionen bedient und mit einigen gelungenen Überraschungen spannend unterhält. Früher nannte man so etwas B-Picture. Denn Genrejunkies können sich schon nach der Entführung der Schülerin Casey (Abigail Breslin) tagsüber in einem Parkhaus ausrechnen, wie die Geschichte in groben Zügen weiter- und ausgeht. Aber das hat uns bei einem Western auch nie gestört.

Casey gelingt es mit dem Prepaid-Telefon ihrer Freundin, das sich aufgrund der fehlenden GPS-Funktion nicht genau orten lässt, aus dem Kofferraum des Entführerautos den Notruf zu wählen. In der Notrufzentrale übernimmt Jordan Turner (Halle Berry) den Anruf. Sie versucht die panische Casey zu beruhigen, versucht herauszufinden, in was für einem Auto Casey liegt, zeigt ihr Möglichkeiten auf, wie sie auf sich aufmerksam machen kann, indem sie das Rücklicht zerstört, winkt und Farbe auf die Straße kippt, und koordiniert anhand von Caseys spartanischen Hinweisen auf die Beschaffenheit der Straße, Gebäude und Bäume die Polizei, die auf den Straßen von Los Angeles das Auto sucht.

Anderson zieht aus dieser Situation eine beträchtliche Spannung. Auch weil Caseys Entführer Casey, wie Jordan herausfindet, ein Serienmörder ist und damit Caseys Überlebensaussichten gegen Null tendieren. Dass dann Caseys Flucht- und die Rettungsversuche der Polizei und von anderen Personen alle schief gehen, gehört zu den Genrekonventionen. Ebenso dass am Ende Jordan dem Entführer gegenübersteht in einer Konfrontation, die eher in einen Horrorfilm (mit der Deko aus einem Torture-Porn-Film) als in einen Thriller gehört. Erfreulich und auch bemerkenswert für einen US-Thriller ist dabei, auch wenn der Bösewicht während Caseys Entführung mehrere Menschen ermordet, der Verzicht auf Schusswaffen. Er nimmt einfach das, was gerade zur Hand ist. Ärgerlich, weil überflüssig und auch nicht aus dem Charakter von Casey und Jordan erklärbar, ist die allerletzte Wendung in der letzten Minute des Films die nur auf einen billigen Überraschungseffekt zielt.

Davon abgesehen ist „The Call“ ein guter, sich in den Genrekonventionen bewegender, hochenergetisch erzählter Thriller mit einer starken Heldin.

The Call - Plakat

The Call – Leg nicht auf! (The Call, USA 2013)

Regie: Brad Anderson

Drehbuch: Richard D’Ovidio (nach einer Geschichte von Richard D’Ovidio, Nicole D’Ovidio und Jon Bokenkamp)

mit Halle Berry, Abigail Breslin, Michael Eklund, Morris Chestnut, David Otunga, Michael Imperioli

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Call“

Metacritic über „The Call“

Rotten Tomatoes über „The Call“

Wikipedia über „The Call“ 


TV-Tipp für den 12. Juli: Honeymoon Killers

Juli 11, 2013

ACHTUNG: 3sat hat sein Programm geändert und zeigt den okayen SF-Film „Species“ (VPS 22.34).

3sat, 22.35

Honeymoon Killers (USA 1970, R.: Leonard Kastle)

Drehbuch: Leonard Kastle

Leonard Kastles einziger Spielfilm. Dabei wurde beim Kinostart der auf dem „Lonely Hearts Killers“-Fall basierende Film des Opernkomponisten und Musikprofessors von der Kritik gelobt. Regisseur Francois Truffaut nannte ihn seinen liebsten US-Film. Inzwischen ist die schwarze Satire auf den American Way of Life ein Kultfilm, der nichts von seiner subversiven Kraft verloren hat. Das liegt auch an dem Liebespaar, das im Mittelpunkt des Films steht: die dicke, eifersüchtige Krankenschwester Martha Beck (Shirley Stoler, Filmdebüt) verliebt sich in den Gigolo und Heiratsschwindler Ray Fernandez (Tony Lo Bianco) – und er in sie. Gemeinsam suchen sie per Anzeige reiche, alleinstehende Frauen und ermorden sie.

1949 wurden sie zum Tode verurteilt und 1951 wurde die Todesstrafe vollzogen.

mit Shirley Stoler, Tony Lo Bianco, Mary Jane Higby, Doris Roberts, Kip McArdle, Marilyn Chris, Dortha Duckworth

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Honeymoon Killers“

Turner Classic Movies über „Honeymoon Killers“

Wikipedia über „Honeymoon Killers“ (deutsch, englisch)

Crime Library: Mark Gado über den Fall


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Unfassbaren – Now you see me“, aber kannst Du deinen Augen trauen?

Juli 11, 2013

 

Zwischen all den lauten und extrem teuren Sommerblockbustern ist „Die Unfassbaren – Now you see me“ von Louis Leterrier eine willkommene Abwechslung, die in den USA auch überraschend erfolgreich war. Das lag sicher zu einem guten Teil an der Besetzung. Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher und Dave Franco spielen das Zauberer-Quartett „The Four Horsemen“, die mit ihren Tricks in ihren pompösen Shows die Massen verzücken. Dabei waren sie vor einem Jahr noch vier Individualisten, die sich mehr schlecht als recht mit ihren Shows, billigen Tricks und Taschendiebstählen durchschlugen, bis sie eine geheimnisvolle Einladung erhielten und von einem bis zum Schluss im Dunklen bleibendem Mastermind eingeladen wurden, gemeinsam bei einer großen Sache mitzumachen.

Ihr erster gemeinsamer Auftritt im Film ist in Las Vegas im MGM Grand vor 5000 Zuschauern. Sie wählen zufällig einen Mann aus, der Bankdirektor in Paris ist, und rauben mit seiner Hilfe in Paris die Bank aus, während sie in Las Vegas auf der Bühne stehen und die Beute vom Bankraub in den Saal regnen lassen.

Dieser unmögliche Bankraub, der aber dennoch stattgefunden hat, ist nur der Auftakt für weitere Zaubershows in New Orleans und New York. Finanziert werden sie dabei einem Milliardär (Michael Caine), der sich ein großes Geschäft mit den „Four Horsemen“ verspricht. Verfolgt werden sie von einem FBI-Agenten (Mark Ruffalo), einer französischen Polizisten (Mélanie Laurent) und einem Ex-Zauberer, der die Tricks von Zauberer enthüllt (Morgan Freeman).

Allein schon diese Besetzung, und dann noch in einer niveauvollen Heist-Komödie, ist die halbe Miete.

Die andere Hälfte ist das Drehbuch von Ed Solomon, Boaz Yakin und Edward Ricourt, das kunstvoll die falschen Fährten auslegt und dabei, wie eine Zaubershow, die Zuschauer immer wieder von der richtigen Fährte ablenkt, aber auch immer wieder Tricks enthüllt und so auch immer wieder Hinweise auf die weitere Handlung, den Hintermann und die Ablenkungen, die von etwas anderem ablenken sollen, gibt. Das ist ziemlich clever gemacht, aber wenn man das Prinzip der Tricks und Ablenkungen durchschaut hat, wirkt „Die Unfassbaren“ auch etwas vorhersehbar und, nach dem spektakulären Paris-Las-Vegas-Bankraub, sind die weiteren großen Zauberkunststücke der Zauberer weniger spektakulär. Dass die Charaktere, die Guten wie die Bösen (wobei während des Films unklar ist, wer am Ende die Guten und wer die Bösen sind), alle nur Figuren in einem Spiel sind, reflektiert dann wieder den Charakter des Films, der, wie eine Zaubershow, nur vergnügliche Abendunterhaltung sein will. Nicht mehr, aber auch nicht weniger und als intelligente Unterhaltung im Stil von „Ocean’s Eleven“ oder „Topkapi“ (wenn die „Four Horsemen“ Bösewichter sind) oder von „Ihr Auftritt, Al Mundy“ (It takes a Thief) oder „Leverage“ (wenn die „Four Horsemen“ moderne Robin Hoods sind) ist „Die Unfassbaren“ ein kurzweiliger Spaß.

Die Unfassbaren - Plakat

Die Unfassbaren – Now you see me (Now you see me, USA 2013)

Regie: Louis Leterrier

Drehbuch: Ed Solomon, Boaz Yakin, Edward Ricourt

mit Jesse Eisenberg, Isla Fisher, Woody Harrelson, Dave Franco, Mark Ruffalo, Mélanie Laurent, Morgan Freeman, Michael Caine, Common, Michael J. Kelly

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Unfassbaren – Now you see me“

Metacritic über „Die Unfassbaren – Now you see me“

Rotten Tomatoes über „Die Unfassbaren – Now you see me“

Wikipedia über „Die Unfassbaren – Now you see me“ (deutsch, englisch)

The Wrap: Interview mit den Drehbuchautoren Ed Solomon und Edward Ricourt (31. Mai 2013)

Meine Besprechung von Boaz Yakins „Todsicher“ (Safe, USA 2012)

 

 


Live: Das Ginger-Baker-Trio

Juli 11, 2013

Ein etwas älteres Konzert (29. September 1995, Deutsches Jazzfestival Frankfurt am Main), aber gute Musik kennt kein Datum und die Band ist grandios:

Ginger Baker: Schlagzeug (Yeah, Cream und Blind Faith)

Charlie Haden: Bass

Bill Frisell: Gitarre

Genug der Worte. Viel Vergnügen!


TV-Tipp für den 11. Juli: Kick-Ass

Juli 11, 2013

Vox, 22.40

Kick-Ass (USA 2010, R.: Matthew Vaughn)

Drehbuch: Jane Goldman, Matthew Vaughn

LV: Mark Millar/John S. Romita Jr.: Kick-Ass, 2008 – 2010 (Comic)

Dave, ein Junge ohne besondere Fähigkeiten, will zu einem Superhelden werden. Seine ersten Taten sorgen auf YouTube für grandiose Klickzahlen und noch mehr Gelächter. Da trifft er Hit Girl und Big Daddy – und er ist in einem veritablen Kampf zwischen Gut und Böse verwickelt.

Köstliche, ziemlich brutale und vollkommen respektlose Parodie auf das Superheldentum in Comics und Filmen.

mit Aaron Johnson, Chloe Moretz, Christopher Mintz-Plasse, Mark Strong, Nicholas Cage

Wiederholung: Freitag, 12. Juli, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Kick-Ass“

Rotten Tomatoes über „Kick-Ass“

Wikipedia über „Kick-Ass“ (deutsch, englisch

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/Grant Morrisons „Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)“

Demnächst gibt es einige Mark-Millar-Besprechungen (Hit-Girl!!!) und der zweite „Kick-Ass“-Film startet am 15. August:


DVD-Kritik: „Maniac“, alt und neu, aber immer gekürzt. Auch für Erwachsene

Juli 10, 2013

 

Als William Lustigs erster Spielfilm unter seinem Namen (davor drehte er zwei Pornos) 1980 in die Kinos kam, waren die Kritiken für „Maniac“, wie man in der „Gallery of Outrage“ im Bonusmaterial der jetzt veröffentlichten DVD nachlesen kann, ziemlich negativ. Denn auf den irgendwie gearteten guten Geschmack nahm er keine Rücksicht. Es war ein billig gedrehter Exploitation-Film reinsten Wasser. Ein Film, der New York als Vorhölle zeigte, die die paranoiden Visionen von „Ein Mann sieht rot“ und „Taxi Driver“ als lauschige Nachmittagsunterhaltung erscheinen ließ. Lustig erzählte seinen Film aus der Sicht eines wahnsinnigen Täters, der grundlos Frauen bestialisch ermordet, und so verfügt „Maniac“ über keinen moralischen Kompass, der das Tun seines Protagonisten irgendwie rechtfertigen oder in eine moralisch einwandfreie Perspektive rücken könnte. Hauptdarsteller Joe Spinell in der Rolle seines Lebens, erfand diesen Killer und spielte ihn beeindruckend als von inneren Stimmen, sexuellen Trieben und Hass getriebenen Frauenmörder, der in seiner abgeranzten Wohnung von Schaufensterpuppen umgeben ist, denen er die Haare der von ihm skalpierten Frauen auf den Kopf heftet. Spinell gelingt es, dass wir mit dem von ihm gespielten Frank Zito mitfühlen. Ihn nicht nur als Bestie, sondern auch als getriebenen Menschen sehen.

Die Filmgeschichte erschöpft sich dann weitgehend in einer Aneinanderreihung von Suspense-Momenten, in denen Zito Frauen beobachtet, verfolgt und tötet. Das ist natürlich spannend, aber auch immer auf den schnellen Dollar im nächsten Autokino (vulgo Bahnhofskino) angelegt und kommerziell war der sehr billig, teils ohne Drehgenehmigung in New York gedrehte Film ein Erfolg.

Später wurde „Maniac“ ein kleiner Kultfilm für die Horrorfilmgemeinde, der – natürlich – in Deutschland beschlagnahmt wurde. 1983 vom Landgericht München, wegen eines Verstoßes gegen § 131 StGB (Gewaltdarstellung). Damit war Lustigs Film, wie auch einige andere, inzwischen teilweise zu Klassikern gewordenen Horrorfilme, faktisch vom deutschen Markt verschwunden.

Es wurde später eine FSK-16-Version erstellt, die den 88-minütigen Film um sechs Minuten kürzte. Letztendlich wurden die Morde bis zur Unkenntlichkeit gekürzt, aber die nihilistische Atmosphäre der nackten Angst bleibt erhalten.

Maniac“ ist kein guter Film, aber als Einblick in das Leben eines Wahnsinnigen und als Vorbild für künftige Slasher-Filme, die immer brutaler wurden, ist er ein wichtiger Film. Außerdem sorgt er heute immer noch für Unwohlsein. Nicht wegen der Morde, die aus heutiger Sicht ziemlich zahm inszeniert sind, sondern wegen seiner schwarzen Vision der Gesellschaft.

2012 produzierte Horrorfilmregisseur Alexandre Aja („Mirrors“, „The Hills have Eyes“ [Remake]) ein Remake, das bei uns ungekürzt als „Alexandre Ajas Maniac“ in die Kinos kam. Für die DVD-Auswertung wurde der Film für die FSK-ab-18-Jahre-Version um über zwei Minuten gekürzt.

Regisseur Franck Khalfoun verlegte die Geschichte von der Ost- an die die Westküste, ließ Frank andere Morde begehen, behielt aber Lustig und Spinells Vision bei und mit Elijah Wood (Frodo in „Der Herr der Ringe“, Kevin in „Sin City“) konnte er sogar einen bekannten Hauptdarsteller engagieren, den man allerdings die meiste Zeit nicht sieht, weil Khalfoun den Film, bis auf zwei, drei kurze Szenen, aus Franks Perspektive inszenierte. Diese subjektive Sicht, die das filmische Äquivalent zur Ich-Perspektive in einem Roman sein soll, wird alle Jubeljahre für einen ganzen Film ausprobiert und jedes mal wird deutlich, dass sie im Film dann nicht funktioniert. Denn wir sehen zwar, was der Protagonist sieht, aber wir sehen nicht seine Reaktionen darauf. Wir wissen nicht, wie er sich fühlt und deshalb langweilt auch in „Alexandre Ajas Maniac“ dieses Stilmittel ziemlich schnell. Da helfen auch nicht die stimmungsvollen Nachtaufnahmen und die unappetitlichen Mordszenen. Denn unser Ekel muss ja nicht unbedingt Franks Ekel sein.

Lustigs „Maniac“ ist in diesen Momenten einfach einige Klassen besser und hat, mit vielen Bildern von New York in den ausgehenden Siebzigern, den Klassikerbonus. Aber wirklich ansehen muss man sich keinen der beiden Filme. Denn „Maniac“ ist ein waschechter Exploitation-Film mit den damit verbundenen Problemen (geringes Budget, schlechte Schauspieler, schlechte Dialoge). „Alexandre Ajas Maniac“ ist vor allem langweilig.

Zu den „FSK ab 18“-DVDs

Das Beste, was über die jetzt erschienenen DVD-Ausgaben von William Lustigs „Maniac“ und Franck Khalfouns Remake gesagt werden kann, ist, dass sie einen ersten Eindruck von dem Film vermitteln. Denn auch in der „ab 18 Jahre“-Version mussten sie für den bundesdeutschen Markt (Österreich und Schweiz sind etwas anderes) geschnitten werden. Bei William Lustigs Film wurde, nach einem Blick in den Schnittbericht, wohl fast die „ab 16 Jahre“-Fassung genommen. Aber vielleicht sieht man ja bei der ein oder anderen Mordszene etwas mehr. Insofern sind sie für filmhistorisch Interessierte und Horrorfilmfans belanglos.

Maniac - DVD-Cover

Maniac (Maniac, USA 1980)

Regie: William Lustig

Drehbuch: C. A. Rosenberg, Joe Spinell

mit Joe Spinell, Caroline Munro, Gail Lawrence, Kelly Piper, Sharon Mitchell, Tom Savini (der sich hier den Kopf wegschießt; – jedenfalls in der ungekürzten Version)

DVD

Ascot-Elite

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0, 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Grindhouse Q & A, TV Spots, Gallery of Outrage, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 79 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Alexandre Ajas Maniac - DVD-Cover

Alexandre Ajas Maniac (Maniac, Frankreich/USA 2012)

Regie: Franck Khalfoun

Drehbuch: Alexandre Aja, Grégory Levasseur

mit Elijah Wood, Nora Arnezeder, Liane Balaban, America Olivio

DVD

Ascot-Elite

Bild: 2.40:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS 5.1, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Interviews, Originaltrailer, Wendecover

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Film-Zeit über „Alexandre Ajas Maniac“

AllMovie über „Maniac“ und „Alexandre Ajas Maniac“

Metacritic über „Alexandre Ajas Maniac“

Rotten Tomatoes über „Maniac“ und „Alexandre Ajas Maniac“

Wikipedia über „Maniac“ (deutsch, englisch) und „Alexandre Ajas Maniac“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte über „Maniac“ (Kinofassung/ungekürzte Fassung – FSK-16-Fassung) und „Alexandre Ajas Maniac“ (Vergleich Kinofassung – FSK-18-Fassung)

 

 


Der „Goon“ begibt sich an den „Ort, an dem das Unheil gedeiht“

Juli 10, 2013

Powell - The Goon 8 - Der Ort an dem das Unheil gedeiht

Puh, das hat aber lange gedauert. Die letzten Abenteuer von dem Goon, dem schlagkräftigen Haudrauf aus der Lonely Street, erschienen vor zwei Jahren.

Aber das Warten hat sich gelohnt. Denn der achte „The Goon“-Sammelband „Der Ort, an dem das Unheil gedeiht“ hat wieder alles, was wir an dem „Goon“ so lieben: abgedrehte Geschichten, Humor, irgendwo zwischen Schwarzem Humor und intelligenten Zoten, liebenswerte Charaktere, denen man nachts auf einer einsamen Straße nicht begegnen möchte, und Maulsperren und andere nicht normal menschliche Wesen, die im Zweifelsfall eine aufs Maul bekommen.

Dieses Mal erklären sich der Goon und sein verlässlicher Kumpel Franky bereit, Ralph, einen echten Trottel und Schwachkopf vor dem Herrn, der bei ihnen mit 200 Mäusen in der Kreide steht, zu suchen. Er wurde von einigen Frauen in eine Falle gelockt und ist jetzt irgendwo in Madame Elsa’s Burlesque verschwunden. Bei ihrem ersten Besuch entdeckt Franky auf der Bühne die Bösen Vogelweiber, die eigentlich tot sein sollten. Aber Franky ist sich sicher: „Nie könnte ich sie vergessen! Nie!! Denn sie sehen aus wie rattenscharfe Bräute, aber es sind böse Satansweiber, die einem mit ihren Möpsen vorm Gesicht rumwackeln und sich dann in Monstervögel verwandeln!“

Da hilft nur ein herzhaftes Zugreifen und Zuschlagen vom Goon. Vor allem nachdem er in einem Hinterzimmer des Amüsierschuppens die sprechende Leiche von dem Magier Drakston Entity entdeckt.

Eric Powells wunderschön gezeichneten „The Goon“-Geschichten spielen in einer Dreißiger-Jahre-Welt, die eine Kreuzung aus einem Gangster- und einem Horrorfilm, versetzt mit einer großen Portion respektlosem, schwarzen Humor, ist.

Als Bonusmaterial gibt es ein Vorwort von Horrorschriftsteller Joe Hill und Christian Endres schreibt über Eric Powells langen Weg nach Hollywood. Denn die schon lange geplante Verfilmung ist immer noch in der Entwicklungshölle.

Eric Powell: The Goon: Der Ort, an dem das Unheil gedeiht (Band 8)

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult 2013

128 Seiten

19,80 Euro

Originalausgabe

The Goon: A Place of Heartache and Grief

Dark Horse Comics, 2009

Hinweise

Homepage von Eric Powell

Wikipedia über „The Goon“

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Meine mörderische Kindheit (Band 3)“ (The Goon: My murderous childhood [and other grievious yarns], 2004)

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Bergeweise Trümmer (Band 4)“ (The Goon: Heaps of Ruination, 2005)

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend (Band 5)“ (The Goon: Virtue and the grim consequences thereof, 2006/2010)

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Böses Blut (Band 6)“ (The Goon: Wicked Inclinations, 2007/2010)

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Chinatown und das Geheimnis des Mr. Wicker (The Goon 7)“ (The Goon: Chinatown and the mystery of Mr. Wicker, 2007)


TV-Tipp für den 10. Juli: Die Spitzenklöpplerin

Juli 10, 2013

Arte, 21.55

Die Spitzenklöpplerin (Schweiz/Frankreich/Deutschland 1977, R.: Claude Goretta)

Drehbuch: Claude Goretta, Pascal Lainé

LV: Pascal Lainé: La Dentellière, 1974

Die scheue Pomme, ein einfaches Landmädchen, verliebt sich in den Studenten Francois, zieht sogar nach Paris. Als er versucht, aus ihr etwas Besseres zu machen, wird die Beziehung auf eine Probe gestellt.

Selten gezeigter Klassiker des französischen Films.

Eine hervorragend fotografierte, außergewöhnlich eindringliche und subtile Parteinahme für all jene, die ihre Gefühle sprachlich nicht auszudrücken vermögen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Isabelle Huppert, Yves Beneyton, Florence Giorgetti, Annemarie Düringer, Michel de Ré

Hinweise

Arte über „Die Spitzenklöpplerin“

Filmzentrale: Ulrich Behrens über „Die Spitzenklöpplerin“ (er vergibt 10 von 10 Punkten)

Wikipedia über „Die Spitzenklöpplerin“ (deutsch, englisch, französisch)


Cover der Woche

Juli 9, 2013

Newman - Der Bastard


TV-Tipp für den 9. Juli: Das letzte Schweigen

Juli 9, 2013

3Sat, 22.25

Das letzte Schweigen (D 2010, Regie: Baran bo Odar)

Drehbuch: Baran bo Odar

LV: Jan Costin Wagner: Das Schweigen, 2007

Wurde die 13-jährige Sinikka ermordet? Denn am gleichen Ort wurde vor 23 Jahren ein Mädchen ermordet. Der Täter wurde nie gefunden. Kommissar Jahn ermittelt.

Werkgetreue, gut besetzte, gut fotografierte, aber letztendlich langweilige Verfilmung von Wagners Roman.

Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung (mit Bildern, Links und dem Trailer)

mit Ulrich Thomsen, Wotan Wilke Möhring, Burghart Klaußner, Katrin Sass, Sebastian Blomberg, Karoline Eichhorn, Roeland Wiesnekker, Claudia Michelsen, Oliver Stokowski, Jule Böwe

Hinweise

Homepage zum Film

Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Das letzte Schweigen“

Homepage von Baran bo Odar

Homepage von Jan Costin Wagner

Meine Besprechung von Jan Costin Wagners „Sandmann träumt“


„Before Watchmen“ stöbert im „Watchmen“-Universum

Juli 8, 2013

 

Azzarello - Before Watchmen - Rorschach - HCAzzarello - Before Watchmen - Rorschach - SC

Cooke - Before Watchmen - Minutemen - HCCooke - Before Watchmen - Minutemen - SC

In den Achtzigern schrieb Alan Moore die Comicserie „Watchmen“, die eigentlich von Anfang an ein riesiger backsteingroßes Epos war, das so gut war, dass es als erster und bislang einziger Comic den Hugo-Award (der heilige Gral der Science-Fiction-Gemeinde) erhielt und vom Time Magazine in die Liste der wichtigsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde. Eine Bildergeschichte als Teil des Literaturkanons. Wow. Aber auch nachvollziehbar. Denn Alan Moore entwarf ein Paralleluniversum, das ganz klar eine Kritik an der damaligen Politik war, er spielte mit Querverweisen und Anspielungen, die sich nicht vor der „Großen Literatur“ zu verstecken brauchte und er gehörte mit zu den Autoren, die mit ihren Werken Comics als ernstzunehmende Literatur etablierten. Denn „Watchmen“ hat mit Donald Duck, Fix und Foxi und den normalen Superheldengeschichten (wir reden von den Achtzigern!) nichts gemein.

Die lange geplante Verfilmung kam 2009 in die Kinos und sie ist, zwar gut besetzt und mit atemberaubenden Bildern, gerade wegen ihrer sklavischen Werktreue gescheitert. Regisseur Zack Snyder gelingt nie ein eigenständiger Zugriff auf Moores Geschichte.

Das gelingt den jetzt auch bei uns veröffentlichten „Before Watchmen“-Comics viel besser. Bislang liegen „Rorschach“ (geschrieben von Brian Azzarello, gezeichnet von Lee Bermejo) und „Minutemen“ (von Darwyn Cooke) auf Deutsch vor und sie überzeugen als spannende Vorgeschichten zu Moores „Watchmen“, ohne den politischen Ballast, der als ätzende Zeitkritik heute doch etwas veraltet und ohne Erklärungen wahrscheinlich kaum nachvollziehbar ist.

Rorschach“ spielt 1977 vor und während des legendären Stromausfalls in New York, als die Stadt zunehmend unbewohnbarer wurde und Vigilanten wie Paul Kersey („Ein Mann sieht rot“) und „Taxi Driver“ Travis Bickle, unter den Augen einer jubelnden Bevölkerung, kaltblütig Verbrecher erschossen. Der Taxi Driver hat auch einen kurzen Auftritt in Brian Azzarellos Geschichte, in der Rorschach den „Barden“, einen Frauenmörder, jagt, der ein überraschend zäher Gegner für den Rächer mit der Maske ist.

Die spannende Vigilantengeschichte wurde von Lee Bermejo hübsch düster gezeichnet wurde und im Krimibereich ist „100 Bullets“- und „Jonny Double“-Autor Brian Azzarello eine verlässliche Noir-Größe.

Das komplette Gegenprogramm ist „Minutemen“, geschrieben und gezeichnet von Darwyn Cooke, der schon in seinen „The Spirit“-Geschichten gelungen die Vergangenheit aufleben ließ. „Minutemen“ erzählt, in poppig bunten Panels, über mehrere Jahrzehnte, die Geschichte der Minutemen, einer Gruppe von normalen Menschen, die sich ab 1939 als Superhelden verkleideten, gegen Verbrecher kämpften und den New Yorkern die nötige Hoffnung auf eine bessere Welt gaben. Auch wenn die über sie erzählten Geschichten mehr Fabeln als Reportagen waren.

In der Öffentlichkeit traten sie immer als Team auf, das sie in Wirklichkeit nie waren.

Und Darwyn Cooke kann über die Diskrepanz zwischen Realität und Wunsch und, weil er die Biographie der Minutemen anhand einer von Minutemen-Mitglied Hollis T. Mason, der ersten Nite Owl, 1962 geschriebenen Biographie über ihre gemeinsame Zeit erzählt, auch über die Bewahrung ihres Erbes nachdenken. Wie sehr soll der Mythos erhalten bleiben oder die Minutemen als ein sehr gewöhnlicher, eher chaotischer Haufen von Aufschneidern entmystifiziert werden? Ein Frage, die schon den „Mann, der Liberty Valance erschoss“ beschäftigte.

Das ist auch, wenn auch vielleicht nicht so deutlich, ein Thema von „Rorschach“ und von „Watchmen“. Insofern sind die von Brian Azzarello und Darwyn Cooke geschriebenen Geschichten gelungen Ergänzungen zu Alan Moore und Dave Gibbons‘ „Watchmen“.

Darwyn Cooke: Before Watchmen: Minutemen

(übersetzt von Peter Thannisch)

Panini, 2013

176 Seiten

16,95 Euro

Originalausgabe

Before Watchmen: Minutemen (Chapter One – Six)

DC Comics, August 2012 – März 2013

Brian Azzarello/Lee Bermejo: Before Watchmen: Rorschach

(übersetzt von Joachim Körber)

Panini, 2013

104 Seiten

12,95 Euro

Originalausgabe

Before Watchmen: Rorschach – Damntown (Part One – Four)

DC Comics, Oktober 2012 – April 2013

Die „Before Watchmen“-Geschichten

Rorschach (von Brain Azzarello und Lee Bermejo)

Minutemen (von Darwyn Cooke)

Comedian (von Brian Azzarello und J. G. Jones) (erscheint im Juli)

Nite Owl (von J. Michael Straczynski, Andy Kubert und Joe Kubert) (erscheint im August)

Ozymandias (von Len Wein und Joe Lee) (erscheint im September)

Silk Spectre (von Darwyn Cooke und Amanda Conner) (erscheint im Oktober)

Dr. Manhattan (von J. Michael Straczynski und Adam Hughes) (erscheint im November)

Crimson Corsair (von Len Wein und John Higgins) (erscheint im Dezember)

Hinweise

DC über „Before Watchmen“

Panini über „Before Watchmen“

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos „Wonder Woman: Blut (Band 1)“ (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Blog von Darwyn Cooke

Meine Besprechung von Darwyn Cooke/J. Bone/Dave Stewarts “Will Eisner’s The Spirit – 1” (The Spirit, No. 1 – 6, 2007)

Meine Besprechung von Darwyn Cooke/Walter Simonson/Jimmy Palmiottis “Will Eisner’s The Spirit – 2” (The Spirit, No. 7 – 12, 2007/2008)

Meine Besprechung von Darwyn Cookes Richard-Stark-Comic „Parker“ (Richard Stark’s Parker – The Hunter, 2009)


TV-Tipp für den 8. Juli: Belle de jour – Schöne des Tages/Tristana

Juli 8, 2013

Arte, 20.15

Belle de jour – Schöne des Tages (F/I 1967, R.: Luis Buñuel)

Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière

LV: Joseph Kessel: Belle de jour, 1928 (Belladonna; La belle de jour- Die Schöne des Tages)

Arztgattin Séverine langweilt sich. Als Lebemann Husson sie mit Madame Anais und ihrem Etablissement für erotische Wünsche und Fantasien bekannt macht, beginnt Séverine ein Doppelleben.

Einer von Buñuels zugänglichsten Filmen über die Doppelmoral des Großbürgertums. Er erhielt den Goldenen Löwen in Venedig und war bei Kritik und Zuschauern ein Erfolg. Deneuve war danach auf die Rolle der kühlen Blondine festgelegt.

Mit Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page

Hinweise

Wikipedia über “Belle de jour”

Arte, 21.50

Tristana (Spanien/Italien/Frankreich 1970, R.: Luis Buñuel)

Drehbuch: Luis Buñuel, Julio Alejandro

LV: Benito Pérez Galdós: Tristana, 1892 (Tristana)

Die junge Tristana begibt sich auf den Wunsch ihrer Mutter in die Obhut des vierzig Jahre älteren Don Lope, der auch ihr Liebhaber sein möchte. Sie flüchtet zu einem jungen Maler und kehrt, als sie schwer erkrankt, zu Don Lope zurück.

Zehn Jahre nach „Viridiana“ drehte Buñuel wieder in Spanien und selbstverständlich nimmt er sich auch in diesem, in Toledo gedrehtem Drama über den Verlust von Unschuld, Abhängigkeiten und Macht die spanische bürgerliche Gesellschaft und die katholische Kirche mit ihrer Doppelmoral vor.

Das dürfte der einzige Film sein, in dem die Blondine Catherine Deneuve braune Haare hat.

mit Catherine Deneuve, Fernando Rey, Franco Nero, Lola Gaos

Hinweise

Arte über Luis Buñuel (eigentlich nur eine lieblose Ankündigung der Buñuel-Reihe)

Wikipedia über Luis Buñuel und über „Tristana“


DVD-Kritik: Einspruch! „Phoenix Wright – Ace Attorney“

Juli 7, 2013

Auch wer sich nur auf die bei uns veröffentlichten Filme des Japaners Takashi Miike konzentriert, dürfte kaum den Überblick behalten. Denn der 1960 geborene Regisseur inszenierte seit seinem Debüt 1991, laut IMDB, fast neunzig Spielfilme und ob diese Liste wirklich vollständig ist, weiß wahrscheinlich noch nicht einmal Miike. Er springt dabei wild zwischen den Genres und liefert eigentlich immer gute Arbeit ab. Bekannt wurde er bei uns mit ziemlich bizarren Kriminalfilmen und ungewöhnlichen Horrorfilmen. Zuletzt drehte er, unter anderem, das grandiose Samurai-Epos „13 Assassins“ und die jetzt bei uns auf DVD und Blu-ray veröffentlichte Computerspielverfilmung „Phoenix Wright – Ace Attorney“, die keine stumpf-stupide Ballerorgie, sondern eine vertrackte Mördersuche ist, die sich hauptsächlich in einem Gerichtssaal abspielt.

Miles Edgeworth ist angeklagt, am Heiligabend am Kürbissee Robert Hammond umgebracht zu haben. Phoenix Wright, ein noch junger und sehr unerfahrener Verteidiger, verteidigt den Angeklagten, einen alten Schulfreund, der als grandioser Ankläger mit wasserdichten Verurteilungen eine glänzende Karriere hinlegte. Deshalb will keiner der hochkarätigen Kollegen von Phoenix Wright den Angeklagten verteidigen.

Außerdem ist Manfred von Karma der Vertreter der Anklage. Der legendäre Ankläger hatte in vierzig Jahren nur einen freien Tag und gewann alle seine Fälle. Schlechter könnten die Chancen für die Verteidigung (auch wenn Phoenix etwas übernatürliche Unterstützung und einige gute Freunde hat) nicht stehen.

Und dann gibt es noch eine Verbindung mit dem fünfzehn Jahre altem DL6-Fall.

Phoenix Wright – Ace Attorney“ spielt in einer gegenwärtigen Steampunk-Welt, in der die Gerichtsverhandlungen zu einem höchstens dreitägigem Duell zwischen Anklage und Verteidigung wurden, in dem über plötzlich auftauchende Bildschirme und Hologramme Beweise und Gegenbeweise geführt werden und wichtiger als die Vorbereitung von Ankläger und Verteidiger ist im Gerichtssaal die schnelle Reaktion auf die neuen Beweise. Ein solches Gerichtsverfahren spottet zwar jedem rechtstaatlichem Verfahren, aber in einem Film funktioniert es prächtig. In dem Computerspiel, auf dem der Film basiert, ist es sicher ähnlich.

Miikes Film ist unterhaltsam in seinen comichaften Übertreibungen, aber vor allem für ein jüngeres Publikum, denen das extrovertierte Verhalten der Charaktere nicht zu kindisch ist und die bei der doch ziemlich durchschaubaren Whodunit-Handlung miträtseln können. Denn mit über zwei Stunden ist „Phoenix Wright – Ace Attorney“ doch etwas lang geraten. Und man sollte die „ab 12 Jahre“-Freigabe als „geeignet für 12-jährige“ interpretieren.

Als Bonusmaterial gibt es ein halbstündiges „Making of“ und über zwanzig Minuten Bilder von verschiedenen Screenings des Films.

Phoenix Wright - Ace Attorney - DVD-Cover

Phoenix Wright – Ace Attorney (Gyakuten saiban, Japan 2012)

Regie: Takashi Miike

Drehbuch: Takeshi Iida, Sachiko Ôguchi

mit Hiroki Narimiya, Takumi Saitô, Mirei Kiritani, Akiyoshi Nakao, Shunsuke Daitô, Rei Dan, Akira Emoto, Ryo Ishibashi

DVD

Koch Media

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Japanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Filmpremiere, Trailer

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Phoenix Wright – Ace Attorney“

Wikipedia über „Phoenix Wright – Ace Attorney“

Meine Besprechung von Takashi Miikes „13 Assassins“ (Jûsan-nin no shikaku, Japan 2010)

 

 

 


TV-Tipp für den 7. Juli: Unstoppable – Außer Kontrolle

Juli 7, 2013

Pro7, 20.15

Unstoppable – Außer Kontrolle ( USA 2010, R.: Tony Scott)

Drehbuch: Mark Bomback

Zugfahren mit „Last Boy Scout“ Tony Scott: nach „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ lässt Tony Scott in seinem letzten Spielfilm den feuchten Traum jedes Trassenküssers wahr werden: ein Zug mit sehr gefährlicher Ladung donnert im Affentempo auf sein Ziel zu. Nur zwei Männer wissen, wie man die Superduperkatastrophe verhindern kann. Sie besteigen den fahrenden Zug.

„Unstoppable“ basiert auf wahren Ereignissen. Aber die Macher haben sich einige spannungsfördernde Freiheiten genommen.

Im Anschluss, um 22.25 Uhr, läuft „Machete“ (USA 2010), mit Danny Trejo als Mexikaner, der einigen Rednecks zeigt, wo es langeht, und dann, um 00.15 Uhr, läuft „Black Snake Moan“ (USA 2007), mit Samuel L. Jackson, der Christina Ricci mit ungewöhnlichen Methoden erziehen will, und dann, um 02.25 Uhr, gibt es wieder „Machete“. Dann wahrscheinlich in der ungekürzten Version.

Und am Montag zeigt das ZDF um 22.15 Uhr die Tony-Scott/Denzel-Washington-Zusammenarbeit „Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit“ (USA 2006).

mit Chris Pine, Denzel Washington, Rosario Dawson

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Unstoppable – Außer Kontrolle“

Metacritic über “Unstoppable – Außer Kontrolle”

Rotten Tomatoes über “Unstoppable – Außer Kontrolle”

Wikipedia über “Außer Kontrolle” (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 6. Juli: Der Samariter – Tödliches Finale

Juli 6, 2013

 

Was für eine Planung. Denn auch wenn „Der Samariter“ (DVD-Titel war „The Samaritan“) und „Ein Cop mit dunkler Vergangenheit“ (DVD-Titel war „The Son of no one“), der im Anschluss, um 03.35 Uhr, läuft, nicht die besten Filme von Samuel L. Jackson, Al Pacino, Ray Liotta, Channing Tatum und Juliette Binoche sind, hätten sie, allein schon wegen der Besetzung, eine bessere Sendezeit für ihre TV-Premiere verdient.

ARD, 02.05 Uhr

Der Samariter – Tödliches Finale (Kanada 2012, R.: David Weaver)

Drehbuch: Elan Mastai, David Weaver

Trickbetrüger Foley will nach dem Knastaufenthalt ein ehrliches Leben führen, Aber der Sohn seines alten Partners will mit ihm einen großen Betrug durchziehen.

The Samaritan“ ist ein okayes Drama mit Noir-Anklängen und mit Verbrechern, die sich noch richtig anziehen können und ihre Gegner nicht mit Gewalt, sondern mit ihrer Intelligenz überzeugen wollen. Jedenfalls zuerst. Das ist nach dem letzten Action-Schnittgewitter mit prolligen Ghettoganstern schon einiges, aber „The Samaritan“ ist auch immer ein Film, der weit unter seinen Möglichkeiten bleibt und in erster Linie die bekannten Klischees bedient.

mit Samuel L. Jackson, Luke Kirby, Ruth Negga, A.C. Peterson, Gil Bellows, Deborah Kara Unger, Tom Wilkinson

Hinweise

Homepage zum Film

Metacritic über „The Samaritan“

Rotten Tomatoes über „The Samaritan“

Wikipedia über „The Samaritan“


Die KrimiZeit-Bestenliste Juli 2013

Juli 5, 2013

 

Nach Ansicht der KrimiZeit-Kritiker verdienen diese Kriminalromane eine besondere Beachtung:

1 (1) Patrícia Melo: Leichendieb

2 (-) Warren Ellis: Gun Machine

3 (2) Robert Hültner: Am Ende des Tages

4 (-) Arne Dahl: Bußestunde

5 (-) Lavie Tidhar: Osama

6 (3) Olen Steinhauer: Die Spinne

7 (8) Matthias Wittekindt: Marmormänner

8 (5) Sara Gran: Das Ende der Welt

9 (-) Stephen Dobyns: Das Fest der Schlangen

10 (9) Mark Peterson: Flesh & Blood

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Ziemlich viel (Melo, Ellis, Steinhauer, Wittekindt, Dobyns, Peterson) liegt auch auf meinem Zu-Lesen-Stapel. Neben dem neuen Roman „Schwarzes Licht“ von Horst Eckert, der Ende September erscheint, Roger Hobbs „Ghostman“ (erscheint am 22. Juli und die Verfilmung ist auf einem guten Weg), Dominique Manottis „Zügellos“ und Dan Simmons und Gordon Ferris will ich auch noch unbedingt lesen. Um nur einige Bücher zu nennen.


TV-Tipp für den 5. Juli: Training Day

Juli 5, 2013

RTL II, 22.45

Training Day (USA 2001, R.: Antoine Fuqua)

Drehbuch: David Ayer

Düsterer Cop-Krimi über Gangkriminalität und ihre Bekämpfung in Los Angeles: Alonzo Harris zeigt Jake Hoyt am ersten Arbeitstag wie die Arbeit eines Undercover-Cop gegen Drogen- und Gangkriminalität abläuft. Dummerweise ist Harris selbst ein Gangster mit Dienstmarke, der nach dem Motto „Nur wenn du selbst wie ein Wolf bist, kannst du einen Wolf fangen“ arbeitet.

„Ein rasant und konsequent inszenierter Film voll Gewalt und Brutalität. Konsumierbar einerseits als zynisches Actionspektakel, das bloß altbekannte Genretypen weiterentwickelt, aber auch verstehbar als Spiegelung und Reflexion aktueller Debatten über Polizeimethoden, moralische Dilemmata und die Durchsetzbarkeit demokratischer Spielregeln gegenüber Clannormen, die sich freilich potenziellen Missverständnissen aussetzt.“ (Multimedia, 13. Dezember 2001)

Denzel Washington erhielt für seine Rolle als Cop Harris den Oscar für die beste Hauptrolle und einige weitere Preise. David Ayer schrieb danach den ähnlich gelagerten Cop-Thriller „Dark Blue“.

Die in „Training Day“ und „Dark Blue“ angesprochenen Themen werden in der grandiosen Cop-Serie „The Shield“ noch konsequenter und pessimistischer durchbuchstabiert.

Mit Denzel Washington, Ethan Hawke, Scott Glenn, Cliff Curtis, Dr. Dre, Snoop Dogg, Tom Berenger, Eva Mendes, Macy Gray

Wiederholung: Samstag, 6. Juli, 02.35 (Taggenau!)

Hinweise:

David Ayer: Training Day (Drehbuchfassung vom 18. August 1999)

David Ayer: Training Day (Drehbuchfassung vom April 2001)

IGN: Zehn Fragen an David Ayer

ScreenwritersUtopia: Kurzbio David Ayer (2003)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest“ (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Olympus has fallen“ (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von David Ayers „End of Watch“ (End of Watch, USA 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Viele „Fliegende Liebende“ in Pedro Almodóvars neuer Komödie

Juli 4, 2013

 

Nach „Die Haut, in der ich wohne“, „Zerrissene Umarmungen“, „Volver – Zurückkehren“, „La Mala Educación – Schlechte Erziehung“ und „Sprich mit ihr“ ist Pedro Almodóvars neuester Film „Fliegende Liebende“ keine künstlerische Weiterentwicklung, kein neues Meisterwerk, sondern eine leichte Sommerkomödie, eine Rückkehr zu seinen überdrehten ersten Filmen, allerdings mit der lässigen Professionalität eines Altmeisters inszeniert. Denn bei seiner Version von „Airport“ (USA 1970) und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!, USA 1980), der bekannten Parodie auf „Airport“ und die zahlreichen danach in den Siebzigern entstandenen Katastrophenfilme, sind in Almodóvars Flugzeug, das nach einem dummen Fehler des Bodenpersonals (gespielt von Antonio Banderas und Penélope Cruz als heftig ineinander verliebtes Paar), nicht mehr landen kann, das typische Alomodovar-Personal aus Homosexuellen, Lesben, Transen, komplexbeladenen Personen und sonstigen gesellschaftlichen Außenseitern versammelt. Sogar die auf den ersten Blick scheinbar normalen sind gar nicht so normal und in dem Cockpit und der Passagierkabine geht es rund mit übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum, sexuellen Gelüsten und intimen Geständnissen. Denn wenn man sowieso bald stirbt, kann man ja noch einmal all die Dinge tun, für die man bislang noch nie getan hat.

Das ergibt neunzig vergnügliche Minuten, die von Pedro Almodóvar vielleicht nicht als Theaterstück geschrieben wurden, aber in jedem Fall kann das Drehbuch einfach als Theaterstück adaptiert werden und, davon bin ich überzeugt, wird es in den nächsten Jahren auch.

Mit „Fliegende Liebende“ wollte Almodóvar einfach, nach all den künstlerisch anstrengenden Filmen, seinen Spaß haben. Die leichtgewichtige Komödie ist ein Nebenwerk, ein kleiner Spaß, ein Sommer-Intermezzo, das gar nicht mehr sein will, als neunzig Minuten kurzweilig zu unterhalten. Und das gelingt Almodóvar in einem Film für die ganze Familie.

Darauf einen Cocktail.

Fliegende Liebende - Plakat

Fliegende Liebende (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar

mit Antonio de la Torre, Hugo Silva, Miguel Ángel Silvestre, Laya Marti, Javier Cámara, Carlos Areces, Raúl Arévale, José Maria Yazpik, Guillermo Toledo, José Louis Torrijo, Lola Duenas, Cecilia Roth, Blanca Suárez, Antonio Banderas, Penélope Cruz

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Spanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fliegende Liebende“

Metacritic über „Fliegende Liebende“

Rotten Tomatoes über „Fliegende Liebende“

Wikipedia über „Fliegende Liebende“ (deutsch, englisch, spanisch)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Taffe Mädels“ räumen auf

Juli 4, 2013

 

Die Buddy-Cop-Komödie erfindet „Taffe Mädels“ von Paul Feig nicht neu und auch wenn im Presseheft steht, der Film stehe in der Tradition von „Nur 48 Stunden“, „Red Heat“, beide von Walter Hill, und „21 Jump Street“ (Ähem?), dann ist das doch mehr als nur etwas hoch gegriffen. Denn eine Walter-Hill-typische Actionszene fehlt. Und der Rest der Walter-Hill-Mythologie wird noch nicht einmal angekratzt.

Drehbuchautorin Katie Dippold nennt dann „Diese zwei sind nicht zu fassen“ (Running Scared, USA 1986, Regie: Peter Hyams) mit den Plappermäulern Billy Crystal und Gregory Hines als ihr Lieblings-Buddy-Cop-Movie und das ist eine durchaus treffender Vergleich. Auch wenn es, wie gesagt, in „Taffe Mädels“ mit der Action hapert.

Dafür sind die Sprüche von Sandra Bullock und Melissa McCarthy, die eigentlich alle guten Sprüche hat und noch lustvoller als Eddie Murphy in „Nur 48 Stunden“ und „Beverly Hills Cop“, teils in ebenfalls improvisierten Schimpftiraden, gegen alle Regeln, Dienstvorschriften und Etikette verstößt. McCarthy spielt Shannon Mullins, einen harten Boston-Straßencop, der jeden Grashalm in ihrem Revier kennt, flüchtige Straßendealer mit einer Wassermelone erledigt, ein Verhör mit einem Telefonbuch beginnt und einem geladenem Revolver in den Weichteilen des Verdächtigen beendet. Dirty Harry würde die Dame, die prinzipiell ohne Partner ermittelt, gefallen.

Für die FBI-Agentin Sarah Ashburn (Sandra Bullock) ist sie der fleischgewordene Alptraum. Denn Ashburn ist eine wandelnde Dienstvorschrift in hässlichen, asexuellen, schlecht sitzenden, grauen Anzügen, ohne soziale Kompetenzen, aber mit einer bestechenden Aufklärungsrate. Sie ist der Klassenstreber, der niemand abschreiben lässt, andere verpetzt und sich dann wundert, dass ihre Klassenkameradinnen sie nicht mögen. Jetzt soll sie in Boston einen großen Drogenhändler, dessen wahre Identität niemand kennt, schnappen – und muss dafür mit Mullins zusammenarbeiten.

Und wir können uns an einer weiteren Buddy-Cop-Variante erfreuen, der musikalisch mit Funk’n’Soul in Richtung siebziger Jahre schielt und storytechnisch irgendwo zwischen den Siebzigern und den Achtzigern landet. Die Verbrecherjagd ist, wie schon in den bekannt-beliebten Achtziger-Jahre-Buddy-Cop-Filmen, die notdürftige Klammer für die Comedy und sollte nicht auf Logik überprüft werden. Schließlich haben sich die Macher auch nicht darum gekümmert. Stattdessen haben sie hemmungslos improvisiert und das Duo McCarthy/Bullock gefällt.

Dieses Duo ist auch die einzige Neuerung im Buddy-Cop-Movie-Genre: anstatt Jungs heizen hier Mädels den Bösewichtern mit einer Mischung aus unorthodoxen Ermittlungsmethoden, blöden Sprüchen und hemmungslosem Waffengebrauch kräftig ein.

Taffe Mädels“ ist kein grandioser Film. Auch kein Film, den man sehen muss. Aber für Fans des Genres ein entspannender Abend, der tausendmal besser als das komplett vergurkte Buddy-Movie „Cop Out – Geladen und entsichert“ (USA 2010) mit Bruce Willis und Tracy Morgan und auch deutlich unterhaltsamer als „Hollywood Cops“ (USA 2003) mit Harrison Ford und Josh Hartnett ist. Denn die Chemie zwischen McCarthy und Bullock und den anderen Schauspielern stimmt und das ist schon mehr als die halbe Miete in einem Buddy-Movie, das nie vorgibt mehr zu sein als es ist: zwei Stunden harmloser Spaß, der sich mit ziemlich wenig zufriedengibt.

Taffe Mädels - Plakat

Taffe Mädels (The Heat, USA 2013)

Regie: Paul Feig

Drehbuch: Katie Dippold

mit Sandra Bullock, Melissa McCarthy, Demian Bichir, Marlon Wayans, Michael Rapaport, Spoken Reasons, Bill Burr, Nathan Corddry

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Taffe Mädels“

Metacritic über „Taffe Mädels“

Rotten Tomatoes über „Taffe Mädels“

Wikipedia über „Taffe Mädels“ (englisch)

Und noch einige Filmausschnitte, wobei ich andere Ausschnitte gewählt oder die ganze Szene gezeigt hätte

 

 


TV-Tipp für den 4. Juli: John Carpenter’s Ghosts of Mars

Juli 4, 2013

 

Kabel 1, 23.00

John Carpenter’s Ghosts of Mars (USA 2001, R.: John Carpenter)

Drehbuch: Larry Sulkis, John Carpenter

Mars, 2176: Commander Braddock muss mit ihren Männern und einigen Verbrechern gegen die wieder auferstandenen, ziemlich bösen Marsgeister kämpfen.

Ziemlich laut, ziemlich gaga, aber auch irgendwie ziemlich unterhaltsam und deutlich besser als Carpenters „Die Klapperschlange“-Fortsetzung „Flucht aus L. A.“. Außerdem war die Besetzung damals ziemlich gut.

Und, ja, eigentlich ist „Ghosts of Mars“ nur ein in die Zukunft gebeamter Western mit der Musik von John Carpenter und Anthrax.

Wahrscheinlich wird eine gekürzte Fassung gezeigt (siehe Schnittbericht).

mit Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham, Clea DuVall, Pam Grier, Joanna Cassidy, Richard Cetrone, Rosemary Forsyth

Wiederholung: Freitag, 5. Juli, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

John Carpenter über „Ghosts of Mars“

Rotten Tomatoes über „John Carpenter’s Ghosts of Mars“

Wikipedia über „John Carpenter’s Ghosts of Mars“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Assault on Precinct 13, USA 1976)

John Carpenter in der Kriminalakte