Neu im Kino/Filmkritik: „Aus meiner Haut“ in deine Haut – und in die nächste Haut

Februar 7, 2023

Leyla (Mala Emde) und ihr Freund Tristan (Jonas Dassler) fahren auf eine einsam gelegene Insel. Leyla will dort ihre Jugendfreundin Stella besuchen. Als sie sie treffen, ist Leyla erfreut und Tristan erstaunt. Denn Stella ist keine junge Frau, sondern ein alter Mann (Edgar Selge), der wie ein gesetzter Hippie-Guru wirkt. Nett, etwas schrullig, aber weitgehend harmlos. Auf der Insel lebt er mit seinen Jüngern in einer Mischung aus sich selbst versorgender Landkommune und Nobelhotel mit echter vorindustrieller Bauernhofambiente.

Neben Leyla und Tristan sind zahlreiche weitere Gäste auf der Insel. Sie sind alle wegen einem von Stella durchgeführtem Körpertausch-Ritual gekommen. Und das mit dem Körpertausch ist wortwörtlich zu verstehen. Immer tauscht ein Paar mit einem anderen, zufällig ausgelostem Paar, wobei die Frau mit der anderen Frau und der Mann mit dem anderen Mann tauscht. Dieser Tausch wird nach einer bestimmten Zeit rückgängig gemacht. Außer die Betroffenen wollen den Tausch früher oder überhaupt nicht rückgängig machen.

Wie der Tausch vonstatten geht, erklärt Alex Schaad in seinem Langfilmdebüt nicht weiter. Er zeigt nur, wie die Menschen einzeln in ein Wasserbecken steigen, von dem nur ein kleiner Teil zu sehen ist. Im nächsten Bild sind sie im anderen Körper. Angesichts der Häufigkeit und der Schnelligkeit, in der im Film Körper getauscht werde, kann dieses Körpertausch-Ritual nicht besonders zeitaufwändig oder schmerzhaft sein. Es ist aber in jedem Fall eine interessante, manchmal auch verstörende Erfahrung, im Körper eines anderen Menschen zu sein.

Bei der nun folgenden Abfolge von Körpertäuschen – so wird laut Presseheft Leyla von vier Schauspielern gespielt – geht dann schnell der Überblick darüber verloren, wer gerade in welchem männlichen oder weiblichem Körper steckt, wer mit wem Geschlechtsverkehr hat, was das für die eigene Identität bedeutet und warum uns das gerade bei diesem Geist interessieren sollte. Im Gegensatz zu anderen Körpertauschfilmen wie, um nur zwei zu nennen, „Face/Off“ (ein Polizist und ein Terrorist, der einen Anschlag plant, tauschen ihre Körper) oder „Freaky“ (ein weiblicher Teenager und ein Serienkiller tauschen ihre Körper und nach 24 Stunden kann der Tausch nicht wieder rückgängig gemacht werden) geht es in „Aus meiner Haut“ wegen der schieren Menge der Tauschvorgänge letztendlich um nichts. Hier werden männliche und weibliche, junge und alte Körper wie Kleider in einem Kaufhaus ausprobiert, bis am Ende eines passt. Oder auch nicht.

Mit jedem weiteren folgenlosen Tausch in einen anderen Körper erlahmt daher das Interesse. Die guten Schauspieler, die hier immer mehrere Figuren spielen dürfen, die schöne Location und die fantastische Prämisse mit den in diesem Fall damit verknüpften, aber nicht konsequent vertieften philosophischen Fragen von Körper und Identität ändern daran nichts.

Aus meiner Haut (Deutschland 2022)

Regie: Alex Schaad

Drehbuch: Alex Schaad, Dimitrij Schaad

mit Mala Emde, Jonas Dassler, Maryam Zaree, Dimitrij Schaad, Edgar Selge, Thomas Wodianka

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Aus meiner Haut“

Moviepilot über „Aus meiner Haut“

Wikipedia über „Aus meiner Haut“


TV-Tipp für den 7. Februar: Tatort: Zwei Leben

Februar 6, 2023

WDR, 23.40

Tatort: Zwei Leben (Deutschland 1976)

Regie: Wolfgang Staudte

Drehbuch: Karl-Heinz Willschrei

Franz Scheller lebt als verheirateter Fotohändler ein beschaulich-bürgerliches Leben. Das war nicht immer so: vor zehn Jahren sagte er als Kronzeuge gegen die Mafia aus. Das FBI verschaffte ihm eine neue Identität. Jetzt klopft die Vergangenheit an seine Tür – und Kommissar Haferkamp hat einen neuen Fall.

Ein „Tatort“-Oldie

mit Hansjörg Felmy, Willy Semmelrogge, Karin Eickelbaum, Bernd Schäfer, Heinz Bennent, Gisela Uhlen, Günther Stoll, Klaus Schwarzkopf (als Gastkommissar Finke; weil damals gab es noch Gastkommissare)

Hinweise

Tatort-Fans über „Tatort: Zwei Leben“

Wikipedia über „Tatort: Zwei Leben“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Karl-Heinz Willschrei


Die Krimibestenliste Februar 2023

Februar 6, 2023

Auch im närrischen Monat präsentiert Deutschlandfunk Kultur seine monatliche Krimibestenliste:

1) Megan Abbott: Aus der Balance

(übersetzt von Karen Gerwig und Angelika Müller)

416 Seiten

16,00 Euro

Pulp Master

2) Johannes Groschupf: Die Stunde der Hyänen

265 Seiten

16,00 Euro

Suhrkamp

3) Kenneth Fearing: Die große Uhr

(übersetzt von Jakob Vandenberg)

200 Seiten

20,00 Euro

Elsinor

4) Attica Locke: Pleasantville

(übersetzt von Andrea Stumpf)

452 Seiten

26,00 Euro

Polar

5) Tom Lin: Die tausend Verbrechen des Ming Tsu

(übersetzt von Volker Oldenburg)

304 Seiten

16,00 Euro

Suhrkamp

6) Sally McGrane: Die Hand von Odessa

(übersetzt von Diana Feuerbach)

416 Seiten

24,00 Euro

Voland & Quist

7) Tade Thompson: Fern vom Licht des Himmels

(übersetzt von Jakob Schmidt)

384 Seiten

20,00 Euro

Golkonda

8) Joe R. Lansdale: Moon Lake

(übersetzt von Patrick Baumann)

464 Seiten

26,99 Euro

Festa

9) Antoine Volodine: Einige Einzelheiten über die Seele der Fälscher

(übersetzt von Holger Fock)

320 Seiten

25,00 Euro

Edition Converso

10) Iben Albinus: Damaskus

(übersetzt von Kerstin Schöps)

512 Seiten

24,00 Euro

Hoffmann und Campe

Die ersten fünf Bücher stehen auch ganz oben auf meiner Zu-lesen-Liste.

Aktuell hat sich Johannes Groschupfs „Die Stunde der Hyänen“ vorgedrängelt. Der Grund: Auf Einladung der Krimibuchhandlung Hammett (meine liebste Kreuzberger Buchhandlung) stellt Johannes Groschupf am Mittwoch, den 15. Februar 2023, ab 19.00 Uhr im Mühlenhauptmuseum (Fidicinstraße 40, Nähe U-Bahnhof Platz der Luftbrücke, Karten: karten@muehlenhaupt.de) „Die Stunde der Hyänen“ vor. Und damit ich die Lesung pompös ankündigen kann, muss ich vorher den Krimi lesen.

Die große Uhr“ ist ein uralter, zweimal grandios verfilmter Noir. Einmal 1948 von John Farrow als „The big clock“ (mit Ray Milland und Charles Laughton). Einmal 1987 von Roger Donaldson als „No Way Out“ (mit Kevin Costner, Gene Hackman und Sean Young). Das ist die aktuell bekanntere Verfilmung. Sie läuft auch regelmäßig im Fernsehen. Erstaunlicherweise wurde Kenneth Fearings 1946 erschienener Noir-Klassiker bislang nicht ins Deutsche übersetzt. Das hat sich jetzt geändert.

Und dann will ich noch auf den „Tanzplatz der Toten“ hinweisen. Dieser jetzt in einer überarbeiteten Übersetzung wieder erschienene Krimi wird nicht auf der Bestenliste erscheinen, weil es sich um eine Neuauflage handelt und Neuauflagen nicht für die Liste empfohlen werden dürfen. Das ändert nichts daran, dass „Tanzplatz der Toten – Ein Fall für die Navajo-Police“ (Dancehall of the Dead, 1973) von Tony Hillerman ein grandioser Krimi ist. Er gehört zu einer grandiosen Serie, die in den kommenden Jahren im Unionsverlag hoffentlich vollständig erscheint.


TV-Tipp für den 6. Februar: Es geschah am hellichten Tag

Februar 5, 2023

Arte, 20.15

Es geschah am hellichten Tag (Deutschland 1958)

Regie: Ladislao Vajda

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragenden Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende

Hinweise

Wikipedia über „Es geschah am hellichten Tag“ und Heinz Rühmann

Meine Besprechung von Friedrich Dürrenmatts “Die Kriminalromane” (Sammelband)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Park Chan-wooks Noir „Die Frau im Nebel“

Februar 5, 2023

In der südkoreanischen Hafenstadt Busan verunglückt ein Hobby-Bergsteiger tödlich bei einer Klettertour. Jang Hae-joon (Park Hae-il), der ermittelnde Kommissar, vermutet schnell einen Mord. Und er vermutet, dass die jüngere Frau des Toten, die Chinesin Song Seo-rae (Tang Wei), die Täterin ist. Allerdings hat sie ein ausgezeichnetes Alibi: zur Tatzeit pflegte sie als Krankenschwester eine ältere bettlägerige Frau und sie beantwortete einen Kontrollanruf auf dem Telefon der Patientin.

Schon bei ihrer ersten Begegnung herrscht zwischen ihnen diese seltsame Anziehungskraft, die bei Noir-Fans alle Warnglocken ertönen lässt. Trotzdem verliebt Jang sich in die geheimnisvolle Femme Fatale. Der an Schlaflosigkeit leidende Ermittler beginnt sie zu beobachten und durch die nächtliche Stadt zu verfolgen.

Seit seiner Premiere in Cannes, wo „Die Frau im Nebel“ den Preis für die beste Regie erhielt, wird Park Chan-wooks Neo-Noir überall abgefeiert. Er stand auf Jahresbestenlisten, wurde für wichtige Filmpreise nominiert, erhielt bislang auch einige Preise und er dürfte noch weitere Auszeichnungen erhalten.

Trotzdem kann ich die große Begeisterung nur teilweise nachvollziehen. Denn gerade für den Noir-Fan hat das langsam erzählte Krimidrama einige unübersehbare Schwächen. Die weitgehend – Park Chan-wook variiert natürlich ein wenig – bekannte Story ist es nicht. Es sind andere Dinge.

Doch beginnen wir mit dem Positiven. Park Chan-wook inszenierte seinen melancholischen Noir überaus elegant und atmosphärisch. Auch der verschachtelte Wechsel zwischen Zeitebenen, Realität und Fantasie gefällt am Anfang. In der zweiten Hälfte des Films wird dieser ständige Wechsel zunehmend verwirrend und weniger überzeugend verwandt. Sowieso ist diese Hälfte deutlich schlechter. Sie spielt ein Jahr nach dem ersten Mord. In dem Moment, also nach ungefähr achtzig Filmminuten, ist der Mord an dem Bergsteiger aufgeklärt. Jang weiß, dass Song die Mörderin ist und er könnte sie verhaften. Er tut es nicht, aber sie klären ihr Verhältnis zueinander – und der Film könnte zu Ende sein. Aber es geht weiter. Fast eine Stunde lang gibt es eine ermüdende Abfolge zufällger Ereignisse, wie einer zufälligen Begegnung auf einem Markt in Ipo, einem weiteren Mord, in den Song wieder verwickelt ist und in dem Jang wieder der Ermittler ist, arkane Ermittlungen mit einer neuen Partnerin und einem doch etwas umständlichem, ziemlich düsterem Ende. Auch für einen Noir.

Doch das Schicksal von dem obsessiv verliebtem Kommissar und der geheimnisvollen Mordverdächtigen berührt kaum. Ihre Gefühle und Motive bleiben eher verborgen. Das von Park Chan-wook entworfene Beziehungsgeflecht zwischen ihnen ist komplex, aber vor allem ein intellektuelles Spiel. Die elegant und auch gelungene Inszenierung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass einen diese Noir-Geschichte und die Leiden der Figuren emotional kalt lassen. Eben darum ist „Die Frau im Nebel“ definitiv nicht Park Chan-wooks bester Film.

Mit gut zweieinhalb Stunden ist „Die Frau im Nebel“ außerdem eindeutig zu lang. Früher hätte ein Hollywood-Regisseur diese Noir-Geschichte über einen ehrlichen Polizisten, der sich in die falsche Frau verliebt, und einer Femme Fatale, die an ihren Taten leidet, locker in neunzig Minuten erzählt.

Zu Park Chan-wooks früheren Filmen gehören „Joint Security Areas“, „Oldboy“, „Lady Vengeance“, „I’m a Cyborg, but that’s OK“, „Stoker“, „Die Taschendiebin“ und die John-le-Carré-Miniserie „Die Libelle“.

Die Frau im Nebel (Heojil Kyolshim, Decision to leave [internationaler Titel], Südkorea 2022)

Regie: Park Chan-wook

Drehbuch: Park Chan-wook

mit Tang Wei, Park Hae-il, Lee Jung-hyun, Go Kyung-pyo, Park Yong-woo, Jung Yi-seo

Länge: 138 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Frau im Nebel“

Metacritic über „Die Frau im Nebel“

Rotten Tomatoes über „Die Frau im Nebel“

Wikipedia über „Die Frau im Nebel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Park Chan-wooks “Stoker” (Stoker, USA 2012)

Meine Besprechung von Park Chan-wooks „Die Taschendiebin“ (The Handmaiden, Südkorea 2016)


TV-Tipp für den 5. Februar: Deepwater Horizon

Februar 4, 2023

Sat.1, 22.35

Deepwater Horizon (Deepwater Horizon, USA 2016)

Regie: Peter Berg

Drehbuch: Matthew Michael Carnahan, Matthew Sand

LV: David Barstow, David Rohde, Stephanie Saul: Deepwater Horizon’s Final Hours (The New York Times, 26. Dezember 2010)

Grandioses Drama über die von BP grob fahrlässig verursachte und extrem kostspielige Katastrophe auf der Olbohrplattform „Deepwater Horizon“, die am 20. April 2010 im Golf von Mexiko in Flammen aufging. Elf Arbeiter verloren ihr Leben. Die darauf folgende Umweltkatastrophe wird im Abspann erwähnt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Mark Wahlberg, Kurt Russell, John Malkovich, Gina Rodriguez, Dylan O’Brien, Kate Hudson, Stella Allen, Chris Ashworth

Wiederholung: Montag, 6. Februar, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Deepwater Horizon“

Metacritic über „Deepwater Horizon“

Rotten Tomatoes über „Deepwater Horizon“

Wikipedia über „Deepwater Horizon“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Deepwater Horizon“

Meine Besprechung von Peter Bergs „Battleship“ (Battleship, USA 2012)

Meine Besprechung von Peter Bergs „Lone Survivor“ (Lone Survivor, USA 2013)

Meine Besprechung von Peter Bergs „Deepwater Horizon“ (Deepwater Horizon, USA 2016)

Meine Besprechung von Peter Bergs „Boston“ (Patriots Day, USA 2016) und der DVD

Meine Besprechung von Peter Bergs „Mile 22“ (Mile 22, USA 2018)


TV-Tipp für den 4. Februar: Loving

Februar 3, 2023

3sat, 23.15

Loving (Loving, USA/Großbritannien 2016)

Regie: Jeff Nichols

Drehbuch: Jeff Nichols

LV: Nancy Buirski: The Loving Story, 2011 (Dokumentarfilm)

Mildred Jeter und Richard Loving lieben sich. Sie heiraten – und weil sie unterschiedliche Hautfarben haben, ist das in Virginia, wo gemischtrassige Heiraten verboten sind, ein Verbrechen, das mit Haft und Verbannung geahndet wird.

Jeff Nichols erzählt die Geschichte, die am 12. Juni 1967 zu dem einstimmigen Urteil des Obersten Gerichtshofs führt, das ein Verbot von Eheschließungen aufgrund von Rassenmerkmalen für verfassungswidrig erklärt. Seitdem wird in den USA, teils als Feiertag, der Loving Day gefeiert.

Klassisches Hollywood-Erzählkino.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joel Edgerton, Ruth Negga, Marton Csokas, Nick Kroll, Terri Abney, Alano Miller, Jon Bass, Christopher Mann, Sharon Blackwood, Michael Shannon

Hinweise

Moviepilot über „Loving“

Metacritic über „Loving“

Rotten Tomatoes über „Loving“

Wikipedia über „Loving“ (deutsch, englisch)

History vs Hollywood über „Loving“

Meine Besprechung von Jeff Nichols‘ „Midnight Special“ (Midnight Special, USA 2015)

Meine Besprechung von Jeff Nichols‘ „Loving“ (Loving, USA/Großbritannien 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Gerad Butler fliegt ein „Plane“ und kämpft gegen Geiselnehmer

Februar 3, 2023

Schon vor dem Start hat Pilot Brodie Torrances (Gerard Butler) ein mulmiges Gefühl. Nicht wegen der überraschenden Mitnahme von Louis Gaspare (Mike Colter). Gaspare ist ein Mörder, der jetzt von einem Gefängnis in ein anderes Gefängnis gebracht werden soll. Der hat Handschellen an und wird von einem FBI-Agenten bewacht. Der sollte ihm während des Flugs keine Probleme bereiten. Brodie ist beunruhigt wegen eines heraufziehenden Sturms. Durch ihn muss er fliegen, weil die Fluggesellschaft das Benzin für einen Umweg sparen will.

Dieser Sparplan geht schief. Der Sturm zerstört die Elektronik des Passagierflugzeugs. Die Triebwerke fallen aus. Die Maschine stürzt ab.

Zum Glück entdecken Brodie und sein Co-Pilot eine Insel, auf der sie eine Notlandung versuchen. Diese gelingt.

Dummerweise ist das notgelandete Flugzeug fluguntauglich und die Funkanlage funktioniert nicht mehr. Niemand weiß, wo sie sind.

Brodie – ein Mann mit besonderen Fähigkeiten – und Louis – ein Mann mit ‚a very particular set of skills‘, wie Brodie nach einem Blick in Louis‘ Handgepäck weiß – machen sich gemeinsam auf den Weg, um Hilfe zu holen. Dabei erfahren sie, dass sie auf Jolo notgelandet sind. Diese Insel wird von Piraten/Terroristen beherrscht, die so schlimm sind, dass das philippinische Militär sich nicht auf die Insel wagt. Sie sind skrupellose Verbrecher, die mit Geiselnahmen ihr Geld verdienen. Als sie von dem abgestürztem Flugzeug erfahren sind sie angesicht des erwartbaren Lösegeldes begeistert.

Weil „Plane“ einer dieser Filme ist, in denen ein, zwei mutige Einzelkämpfer locker ganze Armeen besiegen können, wissen Genrefans, wie die Begegnung für die Piraten enden wird. Insofern erfüllt dieses Gerard-Butler-Vehikel genau die Erwartungen seiner Fans. „Plane“ ist ein 80er-Jahre-Action-Thriller mit handgemachter Action und zweckdienlichen Tricks. Aber wegen der Spezialeffekte sieht sich wirklich niemand einen Film mit Gerard Butler an.

Ein Blick auf den Stab macht dann doch neugierig. Zwei Namen stechen hervor: Jean-François Richet und Charles Cumming.

Richet ist als Genreregisseur bekannt, dessen Filme immer etwas besser als die Masse der Actionfilme ist. Er drehte das durchaus gelungene John-Carpenter-Remake „Das Ende – Assault on Precinct 13“ (2005), das auf zwei Kinofilme angelegte Gangster-Biopic „Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt“ (Mesrine: L’instinct de mort, 2008) und „Public Enemy No. 1 – Todestrieb“ (Mesrine: L’Ennemi public n°1, 2008) und das Mel-Gibson-Actionvehikel „Blood Father“ (2016). „Plane“ nennt er zutreffend eine „klassische Actiongeschichte mit leicht zuordenbaren Charakteren“.

Cumming ist bekannt als Autor von Spionagethrillern, die in Kritiken selbstverständlich mit den Werken von James-Bond-Erfinder Ian Fleming und George-Smiley-Erfinder John le Carré verglichen werden. Fleming und le Carré sind halt die üblichen Verdächtigen, die in so einem Fall immer genannt werden. Dessen ungeachtet sind Cummings Agentengeschichten gelungene Thriller. Vor einigen Jahren erschienen einige seiner Werke bei Goldmann in deutschen Übersetzungen. Unter anderem erschien „Die Tunis Affäre“, sein erster Roman mit dem Geheimagenten Thomas Kell, auf Deutsch. Der Roman erhielt den CWA Ian Fleming Steel Dagger und wurde zum Scottish Crime Book of the Year gewählt. Sein Drehhbuch für „Plane“ verkaufte er bereits 2015 an DiBonaventura Pictures.

Das sind Namen, die mehr als einen 08/15-Actionthriller versprechen. Und so ist es auch.Plane“ ist ein gut gemachter B-Actionthriller (bis auf die Tricks), der kurzweilig und ohne große Überraschungen knapp zwei Stunden unterhält.

Plane (Plane, USA/Großbritannien 2023)

Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: Charles Cumming, J. P. Davis (nach einer Geschichte von Charles Cumming)

mit Gerard Butler, Mike Colter, Yoson An, Daniella Pineda, Paul Ben-Victor, Remi Adeleke, Joey Slotnick, Tony Goldwyn, Lilly Krug

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Plane“

Metacritic über „Plane“

Rotten Tomatoes über „Plane“

Wikipedia über „Plane“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Charles Cummings „Die Trinity-Verschwörung“ (The Trinity Six, 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: Idioten! Ove ist „Ein Mann namens Otto“

Februar 3, 2023

Wer ein gutes Gedächtnis hat, wird schon beim Plakat gedacht haben: Das Bild und den Titel kenne ich. Und er hätte recht. Der Tom-Hanks-Film „Ein Mann namens Otto“ ist das US-Remake des schwedischen Films „Ein Mann namens Ove“. Der war vor sieben Jahren ein Hit und war, neben einigen anderen Preisen, die in diesem Zusammenhang unwichtig sind, für drei Oscars, unter anderm den Oscar als bester fremdsprachiger Film, nominiert. Spätestens in dem Moment wurde Hollywood auf ihn aufmerksam.

In dem Feelgood-Film geht es um den titelgebenden Ove/Otto, einen sechzigjährigen Witwer, der überaus pedantisch und notorisch schlecht gelaunt dafür sorgt, dass in seiner Wohneinheit alles in Ordnung ist. Da liegt kein Blatt Laub auf dem Boden. Herumstehende Fahrräder werden weggesperrt. Der Müll ist ordentlich sortiert – und wer sich nicht an die Regeln hält, wird darauf hingewiesen. Autos, die, obwohl das verboten ist, durch die Wohneinheit fahren, sind schlecht gelitten. Außerdem hält Ove/Otto fast alle anderen Menschen für Idioten.

Nach dem Tod seiner von ihm über alles geliebten Frau will er sich umbringen. Das ist leichter geplant als durchgeführt. Denn immer wenn Ove/Otto sich umbringen will, kommt etwas dazwischen. Als er sich in seiner Wohnung erhängen will, zieht gegenüber lärmend eine Familie ein. Weil Tommy nicht einparken kann, erledigt Ove/Otto dies schlecht gelaunt in wenigen Sekunden.

Danach will Tommys Frau Marisol sich bei ihm bedanken. Und Ove/Otto hat keine ruhige Minute mehr. Die hochschwangere Mexikanerin dringt – im US-Remake rücksichtsloser als im Original – in Ove/Ottos Leben ein. Ihr Mann ist Informatiker. Jede handwerkliche Tätigkeit überfordert ihn. Beim Versuch, ein Fenster zu öffnen, stürzt er von der von Ove/Otto geliehenen Leiter und landet im Krankenhaus. Einen Geschirrspüler kann er nicht anschließen. Marisol hat außerdem zwei überaus herzige Töchter, auf die Ove/Otto ab und zu aufpassen muss. Die finden den Griesgram durchaus sympathisch.

Ihr merkt schon: die Unterschiede zwischen dem Original und dem zehn Minuten längerem Remake sind minimal. Mal ist die eine Fassung, mal die andere Fassung besser. Mal ist es wirklich Geschmacksache, welche Version einem besser gefällt.

Marc Forster verlegt die Geschichte, mit einigen notwendigen Anpassungen, in die USA. Tom Hanks übernimmt die Hauptrolle. Rolf Lassgård spielte Ove im Original und er ist als schlecht gelaunter Miesepeter überzeugender. Das liegt nicht daran, dass Tom Hanks schlecht spielt. Das liegt vor allem an seinem Image als nettester Mann von Hollywood. Er ist eine allseits wohlgelittene moralische Instanz. Er ist immer freundlich und er scheint alle Menschen zu lieben.

Genau deshalb nehme ich ihm den pedantischen Stinkstiefel, den er hier spielt, nicht ab. Immer wirkt es, als müsse er sich dazu zwingen, missmutig in die Welt zu blicken. Immer wirkt es, als ob er viel lieber alle anlächeln und herzen möchte. Genau deshalb wäre ungefähr jeder andere Schauspieler geeigneter gewesen, diesen Otto zu spielen.

(Nebenbemerkung: Tom Hanks als netten Serienkiller oder Psychopathen würde ich gerne einmal sehen.)

Das gesagt ist „Ein Mann namens Otto“ ein herziges, gut gemachtes Feelgood-Movie, das auch den Fans von „Ein Mann namens Ove“ gefallen sollte.

Ein Mann namens Otto (A man called Otto, USA 2022)

Regie: Marc Forster

Drehbuch: David Magee (basierend auf dem Drehbuch „En man som heter Ove“ von Hannes Holm und dem Roman von Fredrik Backman)

LV: Fredrik Backman: En man som heter Ove, 2012 (Ein Mann namens Ove)

mit Tom Hanks, Mariana Treviño, Rachel Keller, Manuel Garcia-Rulfo, Truman Hanks

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Ein Mann namens Otto“

Metacritic über „Ein Mann namens Otto“

Rotten Tomatoes über „Ein Mann namens Otto“

Wikipedia über „Ein Mann namens Otto“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Marc Forsters „World War Z“ (World War Z, USA 2013)

Meine Besprechung von Marc Forsters „Christopher Robin“ (Christopher Robin, USA 2018)


TV-Tipp für den 3. Februar: Der letzte der harten Männer

Februar 3, 2023

BR, 00.00

Der letzte der harten Männer (The last hard men, USA 1976)

Regie: Andrew V. McLaglen

Drehbuch: Guerdon Trueblood

LV: Brian Garfield: Gun Down, 1971 (später auch “Last hard men”)

Arizona, 1909: Halbblut Zach Provo flieht aus dem Gefängnis. Er will den Tod seiner Frau durch den pensionierten Sheriff Sam Burgade rächen. Er entführt dessen Tochter und flieht in das Navajo-Reservat. Burgade verfolgt ihn.

Im Original heißt der Spätwestern „The last hard men“. Damit ist klar, dass Provo und Burgade Geistesverwandte und, als Westerner im zwanzigsten Jahrhundert, eine aussterbende Gattung. Sam Peckinpah hat über diesen Menschenschlag einige grandiose Filme gedreht. „McLaglen gelingt es nur, die Ermattung seiner Helden auf die Zuschauer zu übertragen.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Auf seiner Homepage meint Garfield (der als ungenannter Script-Doctor bei den Dreharbeiten dabei war): „The screenplay (…) was extraordinarily faithful to Garfield’s novel, but some factors that work well in a novel do not necessarily work on screen.“

Brian Garfield ist vor allem für seinen Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1972) bekannt. Er schrieb, teils unter verschiedenen Pseudonymen, aber auch zahlreiche weitere Western und Thriller. Weil ihm, besonders nach der Verfilmung, die Perzeption von „Ein Mann sieht rot“ und die Aussage, dass gegen Gewalt nur Gewalt hilft, nicht zufrieden war, schrieb er eine Fortsetzung von „Ein Mann sieht rot“ und mehrere Romane, in denen die Helden sich mit nicht gewalttätigen Mitteln gegen Gewalt wehren.

Mit Charlton Heston, James Coburn, Barbara Hershey, Christopher Mitchum, Michael Parks

Wiederholung: Sonntag, 5. Februar, 01.05 Uhr (Taggenau! – Nach „Spiel mir das Lied vom Tod“ um 20.15 Uhr und „Mein großer Freund Shane“ um 23.10 Uhr.)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der letzte der harten Männer“

Wikipedia über „Der letzte der harten Männer“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Andrew V. McLaglens „Die Wildgänse kommen“ (The Wild Geese, Großbritannien/Schweiz 1978)

Homepage von Brian Garfield

Meine Besprechung von Michael Winners Brian-Garfield-Verfilmung „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, USA 1974)

Meine Besprechung von Joseph Rubens  “The Stepfather” (The Stepfather, USA 1986, nach einer Geschichte von Brian Garfield)

Meine Besprechung von Eli Roths Brian-Garfield-Verfilmung „Death Wish“ (Death Wish, USA 2018)

Mein Nachruf auf Brian Garfield

 


TV-Tipp für den 2. Februar: Man on Fire

Februar 1, 2023

Servus TV, 22.30

Man on Fire (Man on Fire, Italien/Frankreich 1986)

Regie: Elie Chouraqui

Drehbuch: Elie Chouraqui, Sergio Donati

LV: A. J. Quinnell: Man on Fire, 1980 (Der Söldner, Mann unter Feuer)

Ex-CIA-Agent Christian Creasy arbeitet inzwischen als Bodyguard. Sein neuester Auftrag: in Mailand soll er Samantha, die zwölfjährige Tochter einer reichen Industriellenfamilie beschützen. Als Samantha entführt wird, sucht Creasy die Entführer.

Dieses Mal läuft im TV nicht „Mann unter Feuer“ (Man on Fire, USA 2004), Tony Scotts bekannte Verfilmung von Quinnells Roman, sondern die erste, fast unbekannte Verfilmung des Romans. Sie ist sicher kein Meisterwerk, aber einen Blick wert.

Elie Chouraquis Thriller war ein Kassenflop. Den Grund sah der Fischer Film Almanach 1989 darin, „dass er Gesetze des Actiongenres unterläuft und mit gänzlich unamerikanischen Inhalten füllt. (…) Chouraquis Thema ist eine bürgerliche Welt, die durchsetzt ist von Brutalität und Gewalt, die sich stets scharf am Abgrund des Krieges bewegt. Dennoch stehen nicht Action und Selbstjustiz im Vordergrund der Geschichte, sondern ein Vater-Kind-Verhältnis.“

Mit Scott Glenn, Jade Male, Joe Pesci, Danny Aiello, Brooke Adams, Jonathan Pryce, Franco Trevisi, Laura Morante, Lou Castel

Wiederholung: Freitag, 3. Februar, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Man on Fire“

Wikipedia über „Man on Fire“ (deutsch, englisch)


Noch mehr Nominierungen: Die Agatha und die Lefty Awards 2023

Februar 1, 2023

Die Edgars sind die prestigeträchtigsten Krimipreise. Aber auch die Agatha-Awards (für Krimis im Agatha-Christie-Stil, also keine bluttriefenden Szenen mit axtschwingenden Serienkillern) und die Leftys (für Krimiliebhaber, die Morde gerne weglachen) sind einen Blick wert – und sie haben inzwischen auch einen guten Ruf.

Für die Agathas sind nominiert:

Best Contemporary Novel:

Bayou Book Thief, von Ellen Byron (Berkley Prime Crime)

Death by Bubble Tea, von Jennifer J. Chow (Berkley)

Fatal Reunion, von Annette Dashofy (Level Best)

Dead Man’s Leap, von Tina de Bellegarde (Level Best)

A World of Curiosities, von Louise Penny (Minotaur)

Best Historical Novel:

The Counterfeit Wife, von Mally Becker (Level Best)

Because I Could Not Stop for Death, von Amanda Flower (Berkley)

The Lindbergh Nanny, von Mariah Fredericks (Minotaur)

In Place of Fear, von Catriona McPherson (Mobius)

Under a Veiled Moon, von Karen Odden (Crooked Lane)

Best First Novel:

Cheddar Off Dead, von Korina Moss (St. Martin’s Press)

Death in the Aegean, von M.A. Monnin (Level Best)

The Bangalore Detectives Club, von Harini Nagendra (Constable)

Devil’s Chew Toy, von Rob Osler (Crooked Lane)

The Finalist, von Joan Long (Level Best)

The Gallery of Beauties, von Nina Wachsman (Level Best)

Best Short Story:

• “Beauty and the Beyotch,” von Barb Goffman (Sherlock Holmes Magazine, February 2022)

• “There Comes a Time,” von Cynthia Kuhn (aus Malice Domestic: Mystery Most Diabolical, herausgegeben von Verena Rose, Rita Owen und Shawn Reilly Simmons; Wildside Press)

• “Fly Me to the Morgue,” von Lisa Q Mathews (aus Malice Domestic: Mystery Most Diabolical)

• “The Minnesota Twins Meet Bigfoot,” von Richie Narvaez (aus Land of 10,000 Thrills, Bouchercon Anthology 2022, herausgegeben von Greg Herren; Down & Out)

• “The Invisible Band,” von Art Taylor (aus Edgar & Shamus Go Golden, herausgegeben von Gay Toltl Kinman und Andrew McAleer; Down & Out)

Best Non-fiction:

The Life of Crime: Detecting the History of Mysteries and Their Creators, von Martin Edwards (HarperCollins)

The Handbook to Agatha Christie: The Bloomsbury Handbook to Agatha Christie, von Mary Anna Evans und J.C. Bernthal (Bloomsbury Academic)

The Science of Murder: The Forensics of Agatha Christie, von Carla Valentine (Sourcebooks)

Promophobia: Taking the Mystery Out of Promoting Crime Fiction, herausgegeben von Diane Vallere (Sisters in Crime)

Agatha Christie: An Elusive Woman, von Lucy Worsley (Pegasus Crime)

Best Children’s/YA Mystery:

Daybreak on Raven Island, von Fleur Bradley (Viking Books for Young People)

In Myrtle Peril, von Elizabeth C. Bunce (Algonquin Young Readers)

#shedeservedit, von Greg Herren (Bold Strokes)

Sid Johnson and the Phantom Slave Stealer, von Frances Schoonmaker (Auctus)

Enola Holmes and the Elegant Escapade, von Nancy Springer (Wednesday)

Die Agathas werden am Samstag, den 29. April 2023, während der Malice Domestic Conference in Maryland verliehen.

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Und nun zu den Leftys:

Lefty for Best Humorous Mystery Novel:

Bayou Book Thief, von Ellen Byron (Berkley Prime Crime)

Death by Bubble Tea, von Jennifer J. Chow (Berkley Prime Crime)

Five Moves of Doom, von A.J. Devlin (NeWest Press)

A Streetcar Named Murder, von T.G. Herren (Crooked Lane)

Scot in a Trap, von Catriona McPherson (Severn House)

Bill Gottfried Memorial Lefty for Best Historical Mystery Novel (books set before 1970):

A Bride’s Guide to Marriage and Murder, von Dianne Freeman (Kensington)

In Place of Fear, von Catriona McPherson (Severn House)

Anywhere You Run, von Wanda M. Morris (Morrow)

Under a Veiled Moon, von Karen Odden (Crooked Lane)

The Secret in the Wall, von Ann Parker (Poisoned Pen Press)

Framed in Fire, von Iona Whishaw (Touchwood)

Lefty for Best Debut Mystery Novel:

Jackal, von Erin E. Adams (Bantam)

Don’t Know Tough, von Eli Cranor (Soho Crime)

Shutter, von Ramona Emerson (Soho Crime)

Other People’s Secrets, von Meredith Hambrock (Crooked Lane)

The Bangalore Detectives Club, von Harini Nagendra (Pegasus Crime)

Devil’s Chew Toy, von Rob Osler (Crooked Lane)

The Verifiers, von Jane Pek (Vintage)

Lefty for Best Mystery Novel (not in other categories):

Like a Sister, von Kellye Garrett (Mulholland)

Back to the Garden, von Laurie R. King (Bantam)

Dead Drop, von James L’Etoile (Level Best)

Under Lock & Skeleton Key, von Gigi Pandian (Minotaur)

A World of Curiosities, von Louise Penny (Minotaur)

Secret Identity, von Alex Segura (Flatiron)

Die Leftys werden am Samstag, den 18. März 2023, während der Left Coast Crime Konferenz in Tucson, Arizona, verliehen.

(via The Rap Sheet)


Die Edgar-Nominierungen 2023

Februar 1, 2023

Schon vor einigen Tagen haben die Mystery Writers of America (MWA) die Nominierungen für die diesjährigen Edgar Allan Poe Awards veröffentlicht:

Best Novel:

Devil House, von John Darnielle (MCD)

Like a Sister, von Kellye Garrett (Mulholland)

Gangland, von Chuck Hogan (Grand Central)

The Devil Takes You Home, von Gabino Iglesias (Mulholland)

Notes on an Execution, von Danya Kukafka (Morrow)

The Maid, von Nita Prose (Ballantine)

Best First Novel by an American Author:

Jackal, von Erin E. Adams (Bantam)

Don’t Know Tough, von Eli Cranor (Soho Crime)

Shutter, von Ramona Emerson (Soho Crime)

More Than You’ll Ever Know, von Katie Gutierrez (Morrow)

Portrait of a Thief, von Grace D. Li (Tiny Reparations)

Best Paperback Original:

Quarry’s Blood, von Max Allan Collins (Hard Case Crime)

On a Quiet Street, von Seraphina Nova Glass (Graydon House)

Or Else, von Joe Hart (Thomas & Mercer)

Cleopatra’s Dagger, von Carole Lawrence (Thomas & Mercer)

A Familiar Stranger, von A.R. Torre (Thomas & Mercer)

Best Fact Crime:

Slenderman: Online Obsession, Mental Illness, and the Violent Crime of Two Midwestern Girls, von Kathleen Hale (Grove Press)

Tell Me Everything: The Story of a Private Investigation, von Erika Krouse (Flatiron)

Trailed: One Woman’s Quest to Solve the Shenandoah Murders, von Kathryn Miles (Algonquin)

American Caliph: The True Story of a Muslim Mystic, a Hollywood Epic, and the 1977 Siege of Washington, D.C., von Shahan Mufti (Farrar, Straus and Giroux)

American Demon: Eliot Ness and the Hunt for America’s Jack the Ripper, von Daniel Stashower (Minotaur)

Best Critical/Biographical:

The Life of Crime: Detecting the History of Mysteries and Their Creators, von Martin Edwards (Collins Crime Club)

The Bloomsbury Handbook to Agatha Christie, von Mary Anna Evans und J.C. Bernthal (Bloomsbury Academic)

The Crime World of Michael Connelly: A Study of His Works and Their Adaptations, von David Geherin (McFarland)

The Woman Beyond the Attic: The V.C. Andrews Story, von Andrew Neiderman (Gallery)

Agatha Christie: An Elusive Woman, von Lucy Worsley (Pegasus Crime)

Best Short Story:

• “Red Flag,” von Gregory Fallis (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine [AHMM], March/April)

• “Backstory,” von Charles John Harper (AHMM, January/February)

• “Locked-In,” von William Burton McCormick (AHMM, January/February)

• “The Amnesty Box,” von Tim McLoughlin (aus Alcohol, Tobacco, and Firearms, von Tim McLoughlin; Akashic Press)

• “First You Dream, Then You Die,” von Donna Moore (aus Black Is the Night, herausgegeben von Maxim Jakubowski; Titan)

Best Juvenile:

The Swallowtail Legacy: Wreck at Ada’s Reef. von Michael D. Beil (Pixel+Ink)

The Area 51 Files, von Julie Buxbaum (Delacorte Press)

Aggie Morton Mystery Queen: The Seaside Corpse, von Marthe Jocelyn (Tundra)

Adventures on Trains: Murder on the Safari Star, von M.G. Leonard und Sam Sedgman (Feiwel & Friends)

Chester Keene Cracks the Code, von Kekla Magoon (Wendy Lamb)

Best Young Adult:

Pretty Dead Queens, von Alexa Donne (Crown Books for Young Readers)

Frightmares, von Eva V. Gibson (Underlined)

The Black Girls Left Standing, von Juliana Goodman (Feiwel & Friends)

The Red Palace, von June Hur (Feiwel & Friends)

Lock the Doors, von Vincent Ralph (Sourcebooks Fire)

Best Television Episode Teleplay:

• “One Mighty and Strong,” Under the Banner of Heaven, Drehbuch von Brandon Boyce (Hulu/FX)

• “Episode 1,” Magpie Murders, Drehbuch von Anthony Horowitz (Masterpiece/PBS)

• “Episode 1,” Karen Pirie, Drehbuch von Emer Kenny (BritBox)

• “When Harry Met Fergus,” Harry Wild, Drehbuch von David Logan (Acorn TV)

• “The Reagan Way,” Blue Bloods, Drehbuch von Siobhan Byrne O’Connor (CBS)

• “Eighteen Wheels a Predator,” Law & Order: SVU, Drehbuch von Brianna Yellen und Monet Hurst-Mendoza (NBC Universal)

Robert L. Fish Memorial Award:

Dogs in the Canyon,” von Mark Harrison (Ellery Queen Mystery Magazine, September/October)

The Simon & Schuster Mary Higgins Clark Award:

Because I Could Not Stop for Death, von Amanda Flower (Berkley)

The Woman in the Library, von Sulari Gentill (Poisoned Pen Press)

The Disinvited Guest, von Carol Goodman (Morrow)

A Dreadful Splendor, von B.R. Myers (Morrow)

Never Name the Dead, von D.M. Rowell (Crooked Lane)

The G.P. Putnam’s Sons Sue Grafton Memorial Award:

Secret Lives, von Mark de Castrique (Poisoned Pen Press)

An Unforgiving Place, von Claire Kells (Crooked Lane)

Hideout, von Louisa Luna (Doubleday)

Behind the Lie, von Emilya Naymark (Crooked Lane)

Secrets Typed in Blood, von Stephen Spotswood (Doubleday)

The Lilian Jackson Braun Memorial Award:

The Shadow of Memory, von Connie Berry (Crooked Lane)

Buried in a Good Book, von Tamara Berry (Poisoned Pen Press)

Smile Beach Murder, von Alicia Bessette (Berkley)

Desert Getaway, von Michael Craft (Brash)

The Marlow Murder Club, von Robert Thorogood (Poisoned Pen Press)

SPECIAL AWARDS

MWA Grand Master:

Michael Connelly

Joanne Fluke

Raven Award:

Crime Writers of Color

Eddie Muller for Noir Alley and The Noir Foundation

Ellery Queen Award:

The Strand Magazine

Die 77. Edgar-Verleihung ist am 27. April 2023 in New York.

(via The Rap Sheet)