Neu im Kino/Filmkritik: „Gegen den Strom“, für die Umwelt

Dezember 16, 2018

Auf den ersten Blick ist Halla die freundliche, alleinstehende Nachbarin von nebenan. Eine Frau in den Fünfzigern, die sich in ihrem Leben eingerichtet hat und keine Wünsche hat. Einen vor Ewigkeiten ausgefüllten Adoptionsantrag hat sie schon lange vergessen. Dafür leitet sie den Chor mit unerschütterlichem Engagement und fast schon penetranter Fröhlichkeit.

Aber seitdem die lokale Aluminiumindustrie expandiert und ausländische Investoren zunehmend wichtiger werden, führt sie ein zweites Leben als Ökoterroristin. Als „Woman of the Mountain“ sabotiert sie mit gezielten Anschlägen das Stromnetz. So will sie die aus dem Ausland kommende Investition verhindern. Bei ihrem letzten Anschlag wäre sie im menschenleeren isländischen Hochland fast von der Polizei erwischt worden.

Danach intensiviert die Polizei ihre Fahndungsmaßnahmen und die Zahl der Verdächtigen ist in Island überschaubar.

Aber Halla denkt nicht daran aufzugeben.

Nachdem Benedikt Erlingsson über sein Spielfilmdebüt „Von Menschen und Pferden“ gesagt wurde, das sei ein richtiger Festivalfilm, also ein Film, der auf Festivals abgefeiert wird, gute Kritiken und Preise erhält und an der Kinokasse floppt, wollte er mit seinem neuen Film „Gegen den Strom“ einen richtigen Thriller drehen, der sich an ein breites Publikum richtet.

Das ist ihm gelungen.

Er erzählt eine richtige Thrillergeschichte, Halla muss auf der Flucht vor der Polizei durch die menschenleere Landschaft immer wieder improvisieren (auch weil ihre Fluchtpläne zwischen ‚extrem dilettantisch‘ und ’nicht vorhanden‘ schwanken) und es geht um den klassischen Kampf Davids gegen Goliath, wobei Goliath hier ein internationaler Konzern ist.

Gegen den Strom“ ist aber mehr. Nicht etwa, weil Island immer noch eine ziemlich unverbrauchter Kinolandschaft ist oder weil der Thriller auch das Porträt einer Mittfünfzigerin ist. Nichts spricht gegen schöne Landschaftsaufnahmen und alles spricht für klar gezeichneten, dreidimensionalen Charakter. Jeder Charakter in einer Geschichte sollte dreidimensional sein.

Erlingssons Erzählhaltung verleiht seinem Film die besondere Note, die aus einem realistischen Thriller auch ein mild surreales Stück machen. So sind die Musiker, die den Soundtrack abliefern, als ein für die handelnden Charaktere unsichtbarer Chor immer im Bild. Als Zuschauer akzeptiert man sie sofort als ein Teil des Bildes, ohne aus der Geschichte herausgerissen zu werden.

Als Running Gag gibt es einen Inselbesucher, der zuverlässig bei jeder Begegnung mit der Polizei von ihnen drangsaliert wird, während die Umweltterroristin, mit einigen Helfern, gut gelaunt ihre destruktive Tätigkeit gegen Sachen weiter verfolgt. Schließlich ist sie keine Predigerin, sondern eine Frau der Tat. Grandios verkörpert von Halldóra Geirharðsdóttir, die Halla und ihre Zwillingsschwester Asa spielt.

Gegen den Strom (Kona fer í stríð, Island/Frankreich/Ukraine 2018)

Regie: Benedikt Erlingsson

Drehbuch: Ólafur Egilsson, Benedikt Erlingsson

mit Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Juan Camillo Roman Estrada, Jörundur Ragnarsson

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Gegen den Strom“

Metacritic über „Gegen den Strom“

Rotten Tomatoes über „Gegen den Strom“

Wikipedia über „Gegen den Strom“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 15. Dezember: Sherlock: Die Braut des Grauens

Dezember 15, 2018

3sat, 22.30

Sherlock: Die Braut des Grauens (Sherlock: The Abominable Bride, Großbritannien 2016)

Regie: Douglas Mackinnon

Drehbuch: Mark Gatiss, Steven Moffat

Um die Wartezeit zwischen der dritten und vierten „Sherlock“-Staffel (in einigen Tagen im Original, in einigen Monaten in Deutschland zu sehen) zu verkürzen, schrieben die beiden „Sherlock“-Erfinder Mark Gatiss und Steven Moffat ein am Neujahrstag in England ausgestrahltes „Special“, das von zwölf Millionen Zuschauern gesehen wurde und Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. John Watson (Martin Freeman) ins viktorianische London führt. Also die Zeit, in der die von Sir Arthur Conan Doyle geschriebenen Sherlock-Holmes-Geschichten spielen.

Inspektor Lestrade bittet Holmes in einem schwierigen Fall um Hilfe: Emilia Ricoletti, die titelgebende Braut des Grauens, hat sich am helllichten Tag in aller Öffentlichkeit erschossen. Einige Stunden später bringt sie, obwohl ihre Leiche im Leichenschauhaus liegt, ihren Mann um.

Der Fall wird noch mysteriöser, weil die tote Emilia Ricoletti fortan weitere Morde verübt haben soll. Nur, und ist sich Sherlock Holmes sicher, Geister gibt es nicht und Emilia Ricoletti ist tot.

Und dann taucht auch noch Professor Moriarty in der Wohnung von Sherlock Holmes auf.

Nach der enttäuschenden dritten „Sherlock“-Staffel, die zwar gute Zuschauerquoten hatte, sich aber zu sehr auf die Hauptcharaktere und ihre Befindlichkeiten konzentrierte, während die Fälle noch nicht einmal als Nebensache wichtig und erinnerungswürdig waren, ist „Die Braut des Grauens“ eine wohltuende Rückkehr zu einem starken Fall, garniert mit vielen Anspielungen auf die vorherigen „Sherlock“-Filme (auch weil alle bekannten und wichtigen Charaktere, teils in veränderter Erscheinung, auftreten) und einem herrlichen Spiel zwischen Fakt und Fiktion und zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Denn obwohl „Die Braut des Grauens“ im viktorianischen London spielt, schließt sie auch unmittelbar an „Sein letzter Schwur“, die letzte Folge der dritten „Sherlock“-Staffel an.

Und die einfallsreiche Regie tut ihren Teil dazu.

Absolut sehenswert! Für alte „Sherlock“-Fans und auch für neue „Sherlock“-Fans, die allerdings etwas verunsichert von den vielen eingestreuten Anspielungen und dem wilden Spiel mit und im Holmes-Kosmos sein könnten.

Die vierte Staffel war dann wieder gelungener.

Mit Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gatiss, Andrew Scott, Louise Brealey, Amanda Abbington, Jonathan Aris, Catherine McCormack, Tim McInnerny, Natasha O’Keeffe

Hinweise

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Facebook-Seite der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes – Seine Abschiedsvorstellung“ (His last Bow, 1917)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Das Geheimnis des weißen Bandes“ (The House of Silk, 2011)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „Der Fall Moriarty“ (Moriarty, 2014)

Meine Besprechung von Mattias Boströms „Von Mr. Holmes zu Sherlock“ (Fran Holmes till Sherlock, 2013)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbris (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies! (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies, 2010)

Meine Besprechung von Ian Edginton (Autor)/Horacio Domingues/Davide Fabbris (Zeichner) „Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula“ (Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Jekyll/Hyde; Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Dracula, 2010/2011)

Meine Besprechung von „Sherlock: Ein Fall von Pink“ (A Study in Pink, GB 2010)

Meine Besprechung von „Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 1“ (Sherlock, GB 2010)

Meine Besprechung von “Sherlock: Eine Legende kehrt zurück -Staffel 2″ (Sherlock, GB 2012)

Meine Besprechung von „Sherlock – Staffel 3“ (Sherlock, GB 2014)

Meine Besprechung von „Sherlock: Die Braut des Grauens“ (Sherlock: The Abominable Bride, Großbritannien 2016)

Mein Hinweis auf „“Sherlock: Eine Legende kehrt zurück – Staffel 4“ (Sherlock, GB 2017)

Meine Besprechung von “Sherlock: Ein Skandal in Belgravia” (A Scandal in Belgravia, GB 2012)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Sherlock Holmes in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik und zwei Buchhinweise: Das Steampunk-Abenteuer „Mortal Engines: Krieg der Städte“

Dezember 15, 2018

Die Menschen haben es geschafft: innerhalb weniger Minuten zerstörten sie in gut hundert Jahren die Welt, wie wir sie kennen. Danach fiel die Menschheit auf eine frühere technische Entwicklungsstufe zurück. Jahrhunderte nach dem Sechzig-Minuten-Krieg ist die Erde immer noch eine Ödnis. Städte bewegen sich über die Erdoberfläche. Kleine Städte werden von größeren Städten gefressen. London ist, jedenfalls von den Städten, die in Christian Rivers‘ Verfilmung des Fantasy-Jugendbuchs „Mortal Engines: Krieg der Städte“, zu sehen sind, die größte Stadt.

In dieser Steampunk-Welt will Hester Shaw (Hera Hilmer) Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) töten. Valentine ist der führende Archäologe Londons, ein Abenteurer, der ungekrönte Herrscher Londons, der die riesige Stadt zu neuer, ungeahnter Größe führen will, und der Mörder von Hester Shaws Mutter. Als Valentine sie ermordete, verletzte er Hester im Gesicht. Seitdem ist sie entstellt. Oft verbirgt sie ihr Gesicht hinter einem roten Schal. Im Film hat sie eine Narbe, im Roman ist ihr Gesicht eine Fratze des Schreckens. Über viele Jahre suchte sie Valentine.

Als sie ihn in London töten will, verhindert der junge Hilfshistoriker Tom Natsworthy (Robert Sheehan) die Tat. Hester kann durch einen Abfallschacht aus London flüchten. Davor sagt sie Tom, er solle Valentine fragen, warum er ihre Mutter umbrachte. Tom tut es und wird von Valentine in den Schacht gestoßen.

Beide überleben den Sturz in die Großen Jagdgründe. So wird die Gegend genannt, in der London gerade auf der Suche nach Städtenahrung ist. Hester möchte immer noch Valentine töten. Tom, der als Stadtkind keine fünf Minuten in der Einöde überleben würde, schließt sich ihr an.

Valentine, der seine letzten Zweifel an Hesters Tod ausräumen will, schickt Shrike (Stephen Lang) hinter ihr her. Shrike ist eine Menschmaschine (vulgo Untoter oder Wiedererweckter), der aus zunächst noch unbekannten Gründen, Hester unbedingt töten will.

Außerdem verfolgt Valentine ein geheimes Projekt. Aus Artefakten aus der Vergangenheit der Menschheit will er eine Waffe herstellen, die ihm unbegrenzte Macht verleihen könnten.

Bevor Valentine diese Waffe aus der Vergangenheit erstmals einsetzt, vergeht viel Filmzeit, in der Hester und Tom sich näher kommen und viele Abenteuer erleben.

Christian Rivers inszenierte diese Geschichte mit viel CGI als Abenteuergeschichte für junge Zuschauer. Er ist ein jahrzehntelanger Mitarbeiter von „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson, der „Mortal Engines: Krieg der Städte“ zunächst selbst inszenieren wollte. Er drehte dann die drei „Der Hobbit“-Filme und produzierte diesen Fantasyfilm.

Der Roman von Philip Reeve ist ein Jugendbuch. „Mortal Engines: Krieg der Städte“ erhielt den Nestlé Smarties Book Prize in der Alterskategorie 9 – 11 Jahre; – und das kann als empfohlenes Lesealter genommen werden. Im Buch sind Hester und Tom fünfzehn Jahre alt. Im dem Roman nicht sklavisch folgendem Film sind sie fünf Jahre älter. Das ist vor allem kommerziellen Erwägungen geschuldet. Davon abgesehen spricht „Mortal Engines: Krieg der Städte“ von seiner gesamten Machart vorpubertäre Jugendliche an, die ein bildgewaltiges Science-Fiction/Fantasy-Abenteuer erleben wollen. Sie werden sich auch nicht an der simplen Und-dann-Dramaturgie stören, die auf ein Finale bei der im Osten in den Bergen liegenden Großstadt Shan Guo zuschlurft.

Ältere Zuschauer werden sich daran stören und die Zeit bis dahin mit Vergleichen zu anderen Filmen vertreiben. Vor allem die „Krieg der Sterne“-Filme werden als reichlich gefüllter Fundus an Bildern, Ideen (so gibt es einen Moment, in dem bei der Pressevorführung der gesamte Saal am liebsten den einen legendären Satz aus „Das Imperium schlägt zurück“ gesagt hätte), Geräten und Flugzeugen. Wenn nicht gerade „Star Wars“ als Ideengeber benutzt wird, geht es munter durch Filme wie „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (der Stummfilm, mit Max Schreck als Graf Dracula, der in Shrike seinen Wiedergänger gefunden hat) und „V wie Vendetta“. In ein, zwei Sätzen wird auch ein Kampf zwischen Traktionisten und Anti-Traktionisten (bzw. fahrenden, alles verschlingenden Städtern und ihren Gegnern) angesprochen. Politisch interessierte Zuschauer können diese Sätze, die Handlungsorte und den Ort des Finales politisch interpretieren. Aber den Konflikt muss man noch nicht einmal im Ansatz verstehen, um die Filmgeschichte zu verstehen. Am Ende will Valentine einfach nur eine Stadt zerstören, weil er es kann und er sein neues Spielzeug ausprobieren will.

Für Philip Reeve war sein Romandebüt „Mortal Engines: Krieg der Städte“ der Auftakt zu einer Tetralogie und ergänzender Geschichten aus dieser von ihm erfundenen Fantasywelt der fahrenden Städte. Damit haben die Filmemacher genug Material für weitere Filme, die auch erkennbar geplant sind. Denn einige Szenen und groß eingeführte Figuren sind für die Geschichte dieses Films unwichtig. Aber sie könnten in den späteren Filmen wichtiger werden. Die Filmgeschichte selbst ist dagegen vollkommen in sich abgeschlossen. Das gilt auch für das Filmende, das keine eindeutigen Hinweise auf den nächsten „Mortal Engines“-Film enthält. Nachdem in den letzten Jahren einige Blockbuster nur die nächsten Filme vorbereiten sollten, die dann doch nicht gedreht wurden, ist das Ende ein erfreulicher Gegenentwurf.

Ob man „Mortal Engines: Krieg der Städte“ jetzt für einen gelungenen Steampunk-Abenteuerfilm oder für ein schamloses Plündern anderer Filme hält, hängt stark von der Erwartung und dem Standpunkt ab. Als Zwölfjähriger wäre „Mortal Engines: Krieg der Städte“ wahrscheinlich mein „Star Wars“ und damit der beste Film aller Zeiten. So ist er ein „Star Wars“-Rip-Off, das einfach nur, noch einmal, alte und uralte Ideen und Bilder in glänzender Optik präsentiert. Das ist dann alles zu sehr Altbekanntes in neuer Verpackung mit flachen Figuren in einer schlecht entwickelter Filmgeschichte, die sich nicht an Erwachsene, sondern an Kinder richtet.

Auf der großen Leinwand sehen die durch die Matschlandschaft fahrenden Steampunk-Städte allerdings grandios aus. Auch wenn die Idee, dass eine Millionenstadt wie London quer durch Old Europe Richtung Osten fährt und alles verschlingt, was ihr in den Weg kommt, vollkommen idiotisch ist.

Mortal Engines: Krieg der Städte (Mortal Engines, USA/Neuseeland 2018)

Regie: Christian Rivers

Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson

LV: Philip Reeve: Mortal Engines, 2001 (Großstadtjagd; Mortal Engines: Krieg der Städte)

mit Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving, Jihae, Ronan Raftery, Leila George, Patrick Malahide, Stephen Lang

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage – und was nach dem Abspann geschah

Wer nicht bis zum nächsten Film warten will, kann schon jetzt lesen, wie die Geschichte von Hester Shaw und Tom Natsworthy weitergeht; – wenn die Macher sich an die Romangeschichte halten.

Pünktlich zum Filmstart veröffentlichte der Fischer Verlag die ersten beiden „Mortal Engines“-Romane. Die nächsten „Mortal Engines“-Romane „Der Grüne Sturm“ und „Die verlorene Stadt“ folgen im Februar und Mai 2019. Die Romane richten sich an ein junges Publikum und erhielten in Großbritannien mehrere Kinder- und Jugendbuchpreise.

Und jedes Wort über „Jagd durchs Eis“ würde viel über „Krieg der Städte“ verraten. Daher schreibe ich jetzt nichts über die weiteren Abenteuer von Hester und Tom in der Welt der „Mortal Engines“.

Philip Reeve: Mortal Engines: Krieg der Städte

(übersetzt von Nadine Püschel und Gesine Schröder)

Fischer Verlag/TOR, 2018

336 Seiten

12 Euro

Originalausgabe

Mortal Engines

Scholastic Ltd., 2001

Deutsche Erstausgabe

Großstadtjagd

(übersetzt von Anja Hansen-Schmidt)

Beltz & Gelberg, 2003

Zweite deutsche Ausgabe

Mortal Engines: Krieg der Städte

Ravensburger Buchverlag, 2008

Philip Reeve: Mortal Engines: Jagd durchs Eis

(übersetzt von Nadine Püschel und Gesine Schröder)

Fischer Verlag/TOR, 2018

368 Seiten

12 Euro

Originalausgabe

Predator’s Gold

Scholastic Ltd., 2003

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Mortal Engines: Krieg der Städte“

Metacritic über „Mortal Engines: Krieg der Städte“

Rotten Tomatoes über „Mortal Engines: Krieg der Städte“

Wikipedia über „Mortal Engines: Krieg der Städte“ (deutsch, englisch)

Homepage von Philip Reeve


TV-Tipp für den 14. Dezember: Für ein paar Dollar mehr

Dezember 14, 2018

3sat, 22.25

Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollari i piu,, Italien/Deutschland/Spanien 1965 (restaurierte Fassung 2003])

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Sergio Leone, Luciano Vincenzoni

Musik: Ennio Morricone

Zwei miteinander konkurrierende Kopfgeldjäger wollen das auf einen Bankräuber ausgesetzte Kopfgeld kassieren. Dafür infiltrieren sie seine Bande und ein ziemlich blutiges Spiel mit viel Betrug, Verrat und coolen Sprüchen beginnt.

Nach dem Erfolg von „Für eine Handvoll Dollar“ hatte Sergio Leone ein paar Dollar mehr zur Verfügung, die er für seinen nächsten stilbildenden Western-Klassiker investierte.

3sat zeigt die 2003 restaurierte Fassung des Western-Klassikers.

mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Gian Maria Volonté, Klaus Kinski, Josef Egger, Kurt Zips, Rosemarie Dexter

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Für ein paar Dollar mehr“

Wikipedia über „Für ein paar Dollar mehr“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Spider-Man: A new Universe“ – schon wieder?

Dezember 13, 2018

Wer in den vergangenen Jahren zwischen all den filmischen Inkarnationen von Spider-Man, mal als Neustart, mal als Reboot oder Remake oder Weitererzählung oder irgendetwas dazwischen, den Überblick verloren hat und sich gerade fragt, wer den aktuellen Spider-Man spielt (Tom Holland), wird an dem neuen Spider-Man-Film „Spider-Man: A new Universe“ verzweifeln. Denn dieses Mal gehen die Macher nach dem Prinzip ‚im Dutzend billiger‘ vor.

Nach dem Tod von Spider-Man Peter Parker übernimmt der junge Afroamerikaner/Puertoricaner Miles Morales die Rolle von Spider-Man. Zunächst reichlich unbedarft, weil der in Brooklyn lebende Teenager von einer radioaktiven Spinne gebissen werden muss und er danach seine Spider-Man-Fähigkeiten noch nicht mühelos einsetzen kann. Dank der vielen Spider-Man-Comics, in denen Peter Parker alles wichtige über sich, seine Fähigkeiten und seine Gefühle erzählt, kann er das fehlende Wissen schnell nachholen. Trainieren muss er dann schon selbst. Und das passende Kostüm verkauft ihm, mit klugen Ratschlägen, Merchandising-Verkäufer Stan Lee.

Ermordet wurde Peter Parker von dem Kingpin. Der Verbrecher will mit einem Teilchenbeschleuniger mehrere Dimensionen miteinander verbinden. Der erste Test des Teilchenbeschleunigers endet mit der Ankunft mehrerer Spider-Men aus verschiedenen Universen in New York. Es sind ein älterer, selbstmitleidiger, leicht übergewichtiger Peter Parker, Spider-Gwen, eine weibliche Kick-Ass-Ausgabe von Spider-Man, Spider-Man Noir (selbstverständlich im Vierziger-Jahre-Film-Noir-SW), Peni Parker, eine Anime-Spidey aus der Zukunft, die in dem Roboter SP//dr: lebt und Spider-Ham, der als Schwein aus einem Vierziger-Jahre-Cartoon stammen könnte. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den Kingpin auf, der seine weltenzerstörende Waffe noch einmal ausprobieren will.

Dabei kämpfen sie auch um ihr eigenes Überleben. Denn wenn sie in der falschen Welt sind, lösen sich ihre Körper auf.

Allein schon die vielen Spider-Men, die in „Spider-Man: A new Universe“ verleihen dem Film eine besondere Note. Gleichzeitig ist er auch der erste Kino-Animationsfilm mit Spider-Man.

Der von Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman nach einem Drehbuch von Rodney Rothman und Phil Lord (auch Produzent, „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „The Lego Movie“) ist ein sehr unterhaltsamer Film, der von seiner Tonalität an die aktuelle Spider-Man-Inkarnation im Marvel-Universum als freundlicher Superheld von nebenan anknüpft.

Optisch knüpft der Film an die Comics an. So weit wie es in einem Film möglich ist, wird der Stil und auch die Optik der Comichefte übernommen. Dann teilt sich die Leinwand in mehrere Panels, Buchstaben springen durch das Bild, Farben sind keine Flächen, sondern Punkte und, weil früher der Druck nicht so perfekt wie heute war, sind einige Striche doppelt gezeichnet oder Farben überschreiten die geplanten Flächen. Im schlechtesten Fall sieht das wie ein 3D-Film aus, den man ohne 3D-Brille sieht, im besten Fall wie ein altes Comicheft.

Die Hauptgeschichte des Films erzählt letztendlich die Origin-Story von Miles Morales. Also wie aus Miles Spider-Man wird und wie er seinen ersten großen Gegner besiegt. Diese Geschichte eröffnet auch die Möglichkeit, viele bekannte Elemente aus der Welt von Peter Parker und den älteren Spider-Man-Geschichten neu und aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Und mit den Spider-Men aus den verschiedenen Universen gibt es schnell eine große Gruppe neuer und doch bekannter Charaktere. Jeder von ihnen ist Spider-Man. Aber jeder von ihnen ist ein gänzlich anderer Spider-Man.

Das gleiche gilt für den Film, der unverhohlen für die Spider-Man-Comics wirbt. „Spider-Man: A new Universe“ ist ein waschechter Spider-Man-Film, der alles hat, was man von einem Spider-Man-Film erwartet. Trotzdem ist der für sich allein stehende Superheldenfilm ein gänzlich anderer Spider-Man-Film.

Spider-Man: A new Universe (Spider-Man: Into the Spider-Verse, USA 2018

Regie: Bob Persichetti, Peter Ramsey, Rodney Rothman

Drehbuch: Phil Lord, Rodney Rothman (nach einer Geschichte von Phil Lord)

mit (im Orignal den Stimmen von) Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry, Luna Lauren Velez, Lily Tomlin, Nicolas Cage, Kimiko Glenn, John Mulaney, Liev Schreiber

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Spider-Man: A new Universe“

Metacritic über „Spider-Man: A new Universe“

Rotten Tomatoes über „Spider-Man: A new Universe“ (aktuell mit 98 % Frische doch etwas überbewertet)

Wikipedia über „Spider-Man: A new Universe“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 13. Dezember (+ Buchkritik): Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See

Dezember 13, 2018

RTL, 20.15

Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See (Deutschland 2018)

Regie: Alexander Dierbach

Drehbuch: Miriam Rechel

LV: Sebastian Fitzek: Passagier 23, 2014

Wenn jemand auf einer Kreuzfahrt spurlos verschwindet, ist es meistens Suizid oder Suff. Aber was ist, wenn eine solche verschwundene Person wieder auftaucht? Mit diesem Problem müssen sich auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ einige Menschen beschäftigen. Denn die vor acht Wochen verschwundene und für tot erklärte elfjährige Anouk Lamar ist schwer traumatisiert wieder aufgetaucht. Von ihrer Mutter fehlt immer noch jede Spur. Bei sich hatte Anouk den Teddybär des fast gleichaltrigen Timmy Schwartz. Timmy und seine Mutter gingen vor fünf Jahren auf der „Sultan of the Seas“ über Bord.

Jetzt kehrt der Berliner Polizeipsychologe Martin Schwartz auf das Kreuzfahrtschiff zurück. Er will das Rätsel um den Tod seiner Frau und seines Sohns und das rätselhafte Auftauchen von Anouk lösen. Auf dem Schiff trifft er Daniel Bonhoeffer, der damals und heute der Kapitän des Schiffes ist.

(Zwischenbemerkung: diese Inhaltsangabe folgt dem Roman. Für den Film wurde der Schiffsname und die Dauer von Anouks Verschwinden geändert.)

Unterm Strich sind die 120 Minuten zwar spannend, aber „Passagier 23“ hätte ein noch besserer Film werden können.“ (tittelbach.tv)

mit Lucas Gregorowicz, Oliver Mommsen, Judy Winter, Kim Riedle, Mercedes Müller, André Röhner, Picco von Groote, Martin Lindow

Wiederholung: Freitag, 14. Dezember, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Was für ein Filmjahr für Sebastian Fitzek. Nachdem zunächst alle Produzenten abwinkten, gab es dieses Jahr mit den TV-Filmen „Das Joshua-Profil“, „Amokspiel“ (noch nicht gesehen), „Passagier 23“ (dito) und dem Kinofilm „Abgeschnitten“ wahre Fitzek-Festspiele mit zwiespältigem Ergebnis. Immerhin gelang es Christian Alvart in „Abgeschnitten“ aus dem Serienkiller-Pageturner einen Serienkiller-Thriller zu machen, der mir sogar besser als der Roman gefiel.

Auch die Verfilmung von „Passagier 23“ dürfte schwierig sein. Denn der Pageturner ist ein typischer Fitzek-Roman. Es beginnt mit einem Rätsel (Warum kehrte die vor acht Wochen über Bord gegangene Anouk zurück? Wo war sie die ganze Zeit?) und schnell wird aus dem Ermittlerkrimi ein Thriller, in dem ständig etwas passiert. Die Figuren bleiben dabei immer spärlich charakterisierte Erfüllungsgehilfen der sich rasend schnell entwickelnden Ereignisse. In einem Roman funktioniert das. Für einen Film muss die Romangeschichte verändert werden. Charaktere müssen eingeführt werden. Beziehungen müssen etabliert werden und auch die falschen Fährten müssen anders ausgelegt oder vollkommen aus der Filmgeschichte gestrichen werden. Die Aufgabe des Drehbuchautors ist es, die Essenz des Romans und warum der Roman gelesen wurde, in ein anderes Medium zu übertragen. Dafür kann und muss die Vorlage verändert werden.

Passagier 23“ ist ein ziemlich abstruser Thriller, der bis zur überraschenden Auflösung das Prinzip des Cliffhangers perfektioniert hat. Ehe man lange darüber nachdenken kann, ob das alles besonders wahrscheinlich ist, hat man das Buch zu Ende gelesen. Gleich danach streicht man die Idee mit der Kreuzfahrt von der nächsten Urlaubswunschliste. Gibt ja noch andere Orte, an denen es schön ist. Vielleicht ist da einer dabei, an dem keine Verbrechen geschehen.

Sebastian Fitzek: Passagier 23

Droemer, 2014

432 Seiten

19,99 Euro (gebundene Ausgabe)

Knaur 2015

9,99 Euro (Taschenbuch)

Hinweise

RTL über „Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See“

Homepage von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Seelenbrecher“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Kind“ (2008)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Splitter“ (2009)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augensammler” (2010)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks “Der Augenjäger” (2011)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzek/Michael Tsokos‘ „Abgeschnitten“ (2012)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Der Nachtwandler“ (2013)

Meine Besprechung von Sebastian Fitzeks „Das Joshua-Profil“ (2015)

Meine Besprechung von Max Rhodes (Pseudonym von Sebastian Fitzek) „Die Blutschule“ (2015)

Meine Besprechung von Zsolt Bács‘ Sebastian-Fitzek-Verfilmung “Das Kind” (Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Christian Alvarts Sebastian-Fitzek-Michael-Tsokos-Verfilmung „Abgeschnitten“ (Deutschland 2018)


TV-Tipp für den 12. Dezember: Space Cowboys

Dezember 11, 2018

Kabel 1, 20.15

Space Cowboys (Space Cowboys, USA 2000)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Ken Kaufman, Howard Klausner

Wenn 1958 nicht ein Affe ins All geschossen worden wäre, wären Frank Corvin und sein Team die ersten Lebewesen im All gewesen. Jetzt droht ein russischer Satellit (ausgestattet mit geklauter Ami-Technik) abzustürzen und nur Corvin und seine Jungs kennen noch die alte Technik. Sie sollen nun die jungen Spunde beraten, aber das hindert Corvin und die anderen nicht daran, mit allen Mitteln zu versuchen, endlich ihren Jugendtraum vom Weltraumflug zu verwirklichen.

Köstlich entspannte Komödie von Clint Eastwood mit einer All-Star-Besetzung, die damals uralt erschien (Clint Eastwood, geb. 1930, Donald Sutherland, geb. 1935, James Garner, geb. 1928, Tommy Lee Jones, geb. 1946). Heute nicht mehr so sehr. Auch weil Clint Eastwoods nächster Film „The Mule“ bei uns am 31. Januar 2019 anläuft. Er übernahm die Hauptrolle und die Regie.

mit Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, James Garner, Donald Sutherland, James Cromwell, Marcia Gay Harden, William Devane, Courtney B. Vance, Rade Serbedzija, Jay Leno (als er selbst)

Wiederholung: Donnerstag, 13. Dezember, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Space Cowboys“

Wikipedia über „Space Cowboys“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “American Sniper” (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Unknown User: Dark Web“ ist ein gefährlicher Ort

Dezember 11, 2018

Desktop-Film, nächste Runde. Vor wenigen Wochen zeigte „Searching“, was in diesem Format alles möglich ist. Diesen Thriller sollte man sich unbedingt ansehen. Vor über drei Jahren zeigte „Unknown User“, dass es möglich ist, einen gesamten Spielfilm zu inszenieren, der vor dem Computer spielt und uns Zuschauer neunzig Minuten auf die Leinwand starren lässt, die nur einen Computerbildschirm zeigt, ohne dass man gelangweilt einschläft oder fluchtartig das Kino verlässt.

Unkown User: Dark Web“ ist der jüngste dieser Desktop-Filme.

Dieses Mal geht es um den jungen Matias, der in einem Café einen liegen gelassenen Laptop mitnimmt. Anscheinend vermisst niemand den Computer. Kurz nachdem er sich mit seinen Freunden für einen gemeinsamen Skype-Spieleabend zusammenfindet, entdeckt er auf dem fremden Laptop Dateien, die allen gängigen Dark-Web-Vorurteilen entsprechen und der Besitzer meldet sich. Er möchte seinen Computer wieder haben. Bis dahin bringt er Matias Freunde um. In Echtzeit.

Trotz der Titelgleichheit zwischen „Unknown User“ und „Unknown User: Dark Web“ sind die von Timur Bekmanbetov und Jason Blum (Blumhouse) billig produzierten Horrorfilme zwei vollkommen voneinander unabhängige Filme. Im Moment ist die einzige Verbindung zwischen den Horrorfilmen ihre Machart als Desktop-Film.

Für Regisseur Stephen Susco ist „Unknown User: Dark Web“ sein Regiedebüt. Davor schrieb er die Drehbücher für Horrorfilme wie „Der Fluch – The Grudge“, „Der Fluch – The Grudge 2“, die Jack-Ketchum-Verfilmung „Red“ und den Verfolgungsthriller „The Reach – In der Schusslinie“ (mit Michael Douglas).

Die von ihm erfundene Filmgeschichte ist dann auch schlüssiger als die halbgare Horrorgeschichte von „Unknown User“. Susco begibt in die sagenumwobenen dunklen Ecken des Internets und damit auch in ziemlich trashige Thrillergefilde.

Allerdings krankt „Unknown User: Dark Web“ an seinen nervigen und dummen Charakteren, über deren Ableben man erfreut ist, und an einer wenig gelungenen Benutzerführung. Zu oft irrt der Blick hilflos auf der Leinwand herum, anstatt sich an den Bewegungen der Maus oder der Tastatur eindeutig orientieren zu können. Denn selbstverständlich geht Matias nach der Methode vor, dass man immer noch einen weiteren Bildschirm öffnen kann, ehe das nächste Fenster aufpoppt.

Unknown User: Dark Web (Unfriended: Dark Web, USA 2018)

Regie: Stephen Susco

Drehbuch: Stephen Susco

mit Colin Woodell, Betty Gabriel, Stephanie Nogueras, Rebecca Rittenhouse, Andrew Lees, Coonor Del Rio, Savira Windy Ani

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Universal-Pictures-Horrorfilm-Facebook-Seite

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Unknown User: Dark Web“

Metacritic über „Unknown User: Dark Web“

Rotten Tomatoes über „Unknown User: Dark Web“

Wikipedia über „Unknown User: Dark Web“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Anna und die Apokalypse – Ein Zombie-Weihnachts-Musical“ – nuff said

Dezember 11, 2018

Die sympathische Zombie-Komödie lief auf dem Fantasy-Filmfest und da (oder an Orte mit einem ähnlichem Publikum) gehört dieser Film mit blutbespritzten Schauspielern, knirschenden Zombieschädeln und einem groben Humor auch hin. Die Story ist in ihren Grundzügen aus unzähligen Zombie-Filmen bekannt: Anna und ihre Freunde kämpfen sich durch ihre Heimatstadt Little Haven, während sie links und rechts Zombies töten. Sie will zu ihrem Vater, dem Schulhausmeister, und sie alle wollen zu ihren Freunden, die in der Schule sind. Die Geschichte spielt, wie so oft, in einer Kleinstadt. Ungewöhnlicher ist schon, dass die Macher von „Anna und die Apokalypse“ die titelgebende Apokalypse in die Vorweihnachtszeit verlegen. Schon durch die Handlungszeit ist der Film eindeutig ein Weihnachtsfilm für die Weihnachtsfilmhasser. Zur Vorweihnachtszeit gehört auch eine Weihnachtsaufführung in der Schule, zu der sich dann fast das gesamte Dorf versammelt. Auch die Zombies.

Und wenn Regisseur John McPhail diese rudimentäre Geschichte nur mit einer ordentlichen Portion Splatter-Humor gewürzt hätte, wäre seine Komödie einfach nur die nächste Komödie im Stil von „Shaun of the Dead“. Aber er verknüpft die Horrorkomödie mit dem Musical.

Vor allem am Anfang widersprechen sich die doch arg schnulzigen und poppigen Songs mit den Bildern, die die unschöne Realität zeigen. Da will das im Song beschworene Liebespaar nichts voneinander wissen. Da wird aneinander vorbeigesungen und geträumt, weil die große Schulhofliebe doch lieber mit einem anderen Jungen ausgeht. Die Schulgänge und Schulräume werden zur Kulisse von ausgedehnten Musical-Tanznummern. Und Anna tanzt nach dem Aufstehen fröhlich singend durch die Stadt, ohne etwas von der um sie herumtobenden Zombie-Apokalypse mitzubekommen. Es gibt satirische Spitzen und der Humor speist sich – auch weil es noch keine Zombies gibt – nicht aus den verschiedenen Methoden, einen Zombie möglichst blutspritzend umzubringen.

Zu schnell verschießt „Anna und die Apokalypse“ sein kreatives Pulver und es gibt so ab der Filmmitte nur noch die bekannte Mischung aus Zombies töten, Blödeleien und Sterben. Mit, zugegeben, sympathischen, jungen Schauspielern, einigen grandios absurden Momenten und weit unter dem Potential, das der Film verspricht..

Mit dem richtigen Publikum kann „Anna und die Apokalypse“ ein gelungener Vorweihnachtsabend werden. Jedenfalls solange die Zombies nicht reingelassen werden.

Anna und die Apokalypse (Anna and the Apocalypse, Großbritannien 2018)

Regie: John McPhail

Drehbuch: Alan McDonald, Ryan McHenry

mit Ella Hunt, Malcolm Cumming, Sarah Swire, Christopher Leveaux, Marli Siu, Ben Wiggins, Mark Benton, Paul Kaye

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „Anna und die Apokalypse“

Metacritic über „Anna und die Apokalypse“

Rotten Tomatoes über „Anna und die Apokalypse“

Wikipedia über „Anna und die Apokalypse“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. Dezember: Tatort: Einzelhaft

Dezember 11, 2018

WDR, 23.35

TATORT: Einzelhaft (Deutschland 1988)

Regie: Theodor Kotulla

Drehbuch: Frank Göhre

Buch zum Film: Frank Göhre: Einzelhaft (Weltbild Verlag 1999)

Schimanski glaubt im Gegensatz zu Thanner nicht, dass Rolf Vogtländer seine Frau umgebracht hat. Nach einem Gespräch mit Vogtländers schöner Tochter Ilona ermittelt Schimanski auf eigene Faust. Dumm nur, daß Ilona den Mörder alleine finden will und lesbisch ist.

Ein ruhiger Schimanski, musikalisch unterlegt von Eberhard Weber.

Mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge, Brigitte Karner, Juraj Kukura, Maria Hartmann, Franz Boehm

Hinweise

Host-Schimanski-Fanseite

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Frank Göhre in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Was ist „Under the Silver Lake“?

Dezember 10, 2018

Sam ist ein archetypischer Slacker: er schlurft durch Los Angeles, verbringt viel Zeit in seinem Apartment, aus dem er demnächst wegen ausstehender Mietzahlungen fliegen könnte, und er beobachtet seine Nachbarn. Zum Beispiel die vollbusige Hippie-Braut, die gerne unbekleidet durch ihre Wohnung streift. Sam ist zwar schon über Dreißig, aber er lebt das Leben eines zwanzigjährigen College-Studenten.

Eines Tages lädt ihn die neue Nachbarin Sarah in ihr Apartment ein. Sie haben Sex. Sam verliebt sich in die gutaussehende Nachbarin. Am nächsten Tag ist sie spurlos verschwunden. In der leergeräumten Wohnung findet Sam ein Zeichen und einen Schuhkarton mit Erinnerungsstücken. Er vermutet ein großes Verbrechen und eine noch größere Verschwörung. Er beginnt sie zu suchen und taucht dabei tief in die Mythologie von Los Angeles und unzählige Verschwörungstheorien, die auch in dem titelgebenden Comic angesprochen werden, ein. Er will herausfinden, was „Under the Silver Lake“ ist und, wie jeder gutsortierte Verschwörungstheoretiker hat er die obskursten Comics, Werbung, Karten und jahrzehntealte Cornflakes-Packungen in seinem Apartment.

Under the Silver Lake“ ist der neue Film von David Robert Mitchell. Sein vorheriger Film, der ungewöhnliche Horrorfilm „It follows“, wurde von der Horrorfilmgemeinde und Kritikern euphorisch aufgenommen. Aktuell schwankt seine Bewertung zwischen Kultfilm und künftigem Klassiker. Nach dem auch kommerziellem Erfolg des Horrorfilms ließen die Produzenten Mitchell bei seinem neuen Werk anscheinend freie Hand. Mitchell nutzte sie, um als Filmfan einen Film für andere Filmfans zu inszenieren, die sich gegenseitig erklären können, welche Filme in welcher Sekunde zitiert werden. Es dürfte schwer fallen, mehr als fünf zusammenhängende Filmminuten zu finden, in denen es keinen Verweis auf andere Filme gibt.

Der Neo-Noir ist allerdings auch ein Film, der mit hundertvierzig Minuten deutlich zu lang geraten ist und dem die ordnende Hand eines Produzenten fehlt. „Under the Silver Lake“ wirkt wie ein im jugendlichen Überschwang geschriebenes Drehbuch, in das einfach alles hineingestopft wurde, was einem wichtig ist. Gleichzeitig wirkt der in der Gegenwart spielende Film (bzw. nach den im Film gezeigten TV-Nachrichten 2011) wie ein Drehbuch aus den neunziger Jahren, das mit einigen Handys, Drohnen und Laptops aktualisiert wurde. Damit positioniert sich Mitchells Werk zwischen Slacker-Komödien, „The Big Lebowski“, „Lost Highway“, „Mulholland Drive“, „Maps to the Stars“ (Cronenbergs Hollywood-Portrait mit Geistern) und, obwohl in den siebziger Jahren spielend, „Inherent Vice – Natürliche Mängel“. Alle diese Komödien und Noirs sind deutlich gelungener, weil sie immer etwas über die Entstehungszeit des Films und, wenn der Film in einer anderen Zeit (oder einer anderen Welt) spielt, über diese Zeit und wie wir sie heute sehen, aussagen.

Mitchels sehr stilbewusste Neo-Noir-Komödie erzählt nichts über die Gegenwart, sondern er wirkt wie ein Film aus den Neunzigern, den damals niemand im Kino sah. Das gesamte System an Referenzen verweist noch weiter in die Vergangenheit: ein wenig siebziger Jahre Freizügigkeit (für einen US-Film gibt es viel nackte Haut) und die vierziger und fünfziger Jahre, mit Anspielungen auf den Film Noir, Alfred Hitchcock und Marilyn Monroe. Und wer will, kann mühelos noch etwas „L. A. Confidential“ James Ellroy entdecken, ehe der Film eine Abbiegung zur Underground-Comickultur nimmt.

Under the Silver Lake“ ist eine Zitatsammlung, die letztendlich nie über die Form eines durchaus sympathischen zwanzig Jahre alten Zettelkastens hinauskommt.

Under the Silver Lake (Under the Silver Lake, USA 2018)

Regie: David Robert Mitchell

Drehbuch: David Robert Mitchell

mit Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Callie Hernandez, Don McMandus, Jeremy Bobb, Riki Lindholme Zosia Mamet, Jimmi Simpson, Grace van Patten

Länge: 139 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Under the Silver Lake“

Metacritic über „Under the Silver Lake“

Rotten Tomatoes über „Under the Silver Lake“

Wikipedia über „Under the Silver Lake“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Robert Mitchells „It Follows“ (It Follows, USA 2014)


TV-Tipp für den 10. Dezember: 1900 (Teil 1 und 2)

Dezember 10, 2018

Arte, 21.50

1900 – Teil 1: Gewalt, Macht, Leidenschaft; Teil 2: Kampf, Liebe, Hoffnung ((Novecento, Italien 1976

Regie: Bernardo Bertolucci

Drehbuch: Franco Arcalli, Giuseppe Bertolucci, Bernardo Bertolucci

Arte zeigt heute Bernardo Bertoluccis Opus Magnum, den epischen, mit Politik gesättigten Zweiteiler, in einem Stück. Um 21.50 Uhr geht es los; um 3.00 Uhr endet die Geschichte von Alfredo (Robert De Niro) und Olmo (Gérard Depardieu). 1900 werden Alfredo, der Enkel des Großgrundbesitzers, und Olmo, Enkel eines Landarbeiters, am gleichen Tag auf einem norditalienischen Landgut geboren. Trotz des Klassenunterschieds freunden sie sich an. Ihre Freundschaft überdauert die Jahrzehnte und die Wirren des Jahrhunderts. Jedenfalls der ersten Hälfte.

Bernardo Bertolucci (16. März 1941 – 26. November 2018) inszenierte auch „Strategie der Spinne“, „Der große Irrtum“/“Der Konformist“, „Der letzte Tango in Paris“, „Der letzte Kaiser“, „Little Buddha“ und „Die Träumer“.

mit Robert De Niro, Gérard Depardieu, Dominique Sanda, Burt Lancaster, Donald Sutherland, Sterling Hayden, Francesca Bertini, Laura Betti, Werner Bruhns, Stefania Casini, Anna Henkel, Ellen Schwiers, Alida Valli

Hinweise

Rotten Tomatoes über „1900″

Wikipedia über „1900“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. Dezember: It Must Schwing! Die Blue Note Story

Dezember 9, 2018

https://vimeo.com/272222285

ARD, 23.35

It must schwing – The Blue Note Story (Deutschland 2018)

Regie: Eric Friedler

Drehbuch: Eric Friedler

Sehr schöne Doku über Alfred Lion und Frank Wolff, zwei Berliner Jungs, Jazzfans und Juden, die vor den Nazis in die USA fliehen, dort ein Plattenlabel gründen, es Blue Note nennen – und der Rest ist Geschichte.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Herbie Hancock, Sonny Rollins, Wayne Shorter, Quincy Jones, Lou Donaldson, Ron Carter, Sheila Jordan, Rudy Van Gelder, Kenny Burrell, Jimmy Heath, George Benson, Reggie Workman, Cecil McBee, Charles Tolliver, Rolf Kühn, Bennie Maupin, Bary Singer, Dan Morgenstein, Peter-Joachim von Drenkmann, Michael Cuscuna

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „It must schwing“

Moviepilot über „It must schwing“

Wikipedia über Blue Note (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Eric Fiedlers „It must schwing – The Blue Note Story“ (Deutschland 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Gaspar Noés „Climax“

Dezember 8, 2018

Jede Geschichte habe einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, sagte Jean-Luc Godard, der große Philosoph des Kinos, einmal.

Gaspar Noé, der große Provokateur des Kinos, nahm für seinen neuen Film „Climax“ Godards Satz wörtlich. Der Film beginnt mit dem Ende und auch der Vorspann ist nicht an der gewohnten Stelle. Aber das sind kleine formale Spielerei in einem Film, der letztendlich strikt chronologisch seine Geschichte erzählt.

1996 feiern 21 junge Tänzer und Tänzerinnen in Frankreich in einer Turnhalle einer schon einige Tage leerstehenden Schule das Ende der aufreibenden Proben. Am nächsten Tag soll die große Tour durch Frankreich und die USA beginnen. Diese Nacht wird gefeiert, getanzt und getrunken. Auch der von der Choreographin für ihre Tänzer und Tänzerinnen gemischte Sangria. Zu spät bemerken sie, dass in der Sangria nicht nur Alkohol, sondern auch etwas anderes ist, das sie vollkommen enthemmt.

Währenddessen legt DJ Daddy trendige Tanzmusik auf und als waschechter Master of Ceremony liefert er der zunächst feiernden und tanzenden, später halluzinierenden und verhexten Masse den passenden Soundtrack für die Hexenmesse, die dem Prinzip der Enthemmung gehorcht.

In seinem neuesten Film „Climax“ verzichtet Gaspar Noé auf ein Drehbuch. Bei den Dialogen dürften die Schauspieler improvisieren. Sie sind sowieso unwichtiger als die langen Tänze, die Enthemmungen, die Stadien der Trance und, nun, all die Dinge, die man auch noch so auf einer Party tut und über die man nachher nicht mit seinen Eltern oder seiner Freundin (wenn sie nicht dabei war) reden will.

Optisch ist das ein einziger Trip, der deutlich vom Horrorfilm der siebziger Jahre, vor allem dem Giallo und stilprägenden Regisseuren wie Dario Argento, inspiriert ist. Nur dass bei Noé die Kamera sich noch enthemmter durch die Räume bewegen kann. Die Leere der chronologisch gedrehten Geschichte kann sie kaum verdecken. Auch weil die Tänzer schnell austauschbare Opfer für die Anbetung eines abwesenden, nicht näher bezeichneten Satans sind. Wer will kann „Climax“ dann als Allegorie auf die Gesellschaft sehen, die angesichts einer nahenden Katastrophe einfach weiterfeiert.

Am Ende ist „Climax“ ein neunzigminütiger, formal beeindruckender, kompromissloser Low-Budget-Videoclip voll HipHop-, Electro- und Techno-Musik der neunziger Jahre, Farben und tanzender junger Menschen. Ein Feelbad-Trip mit höchst rudimentärer Story und pseudo-provozierender Szenen. Ob einem das gefällt, hängt vor allem davon ab, ob einem die Musik gefällt.

Climax (Climax, Frankreich 2018)

Regie: Gaspar Noé

Drehbuch: Gaspar Noé

mit Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub, Kiddy Smile, Claude Gajan Maull, Giselle Palmer, Taylor Kastle, Thea Carla Schott, Sharleen Temple, Lea Vlamos, Alaia Alsafir, Kendall Mugler, Lakdhar Dridi, Adrien Sissoko, Mamadou Bathily, Alou Sibide, Ashley Biscette, Mounia Nassangar, Tiphanie Au, Sarah Belala, Alexandre Moreau, Naab, Straus Serpent, Vince Galliot Cumant

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Climax“

AlloCiné über „Climax“

Metacritic über „Climax“

Rotten Tomatoes über „Climax“

Wikipedia über „Climax“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Gaspar Noés „Love 3D“ (Love, Frankreich/Belgien 2015)


TV-Tipp für den 8. Dezember: Stirb langsam

Dezember 8, 2018

Weihnachtsfilme, Weihnachtsfilme und

Vox, 22.00

Stirb langsam (Die hard, USA 1988)

Regie: John Mc Tiernan

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Stirb langsam“

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch)

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp

Meine Besprechung von Howard Chaykin (Autor)/Stephen Thompson/Gabriel Andrade jr. (Zeichner): Die Hard – Das erste Jahr (Die Hard: Year One 1 – 8, 2009)

Meine Besprechung von John McTiernans „Nomads – Tod aus dem Nichts“ (Nomads, USA 1985)


Neu im Kino/Filmkritik: „Widows – Tödliche Witwen“, tote Männer und ein todsicherer Plan

Dezember 8, 2018

Steve McQueens neuer Film beginnt mit friedlichen Bildern von Männern, die sich von ihren Frauen verabschieden und zur Arbeit gehen. Ihre Arbeit ist allerdings etwas ungewöhnlich: sie sind Profi-Einbrecher und bei diesem Einbruch geht einiges schief. Sie müssen flüchten, werden von der Polizei quer durch die Stadt verfolgt und als die Polizei sie in einer Lagerhalle verhaften will, explodiert ihr Fluchtfahrzeug im Kugelhagel. Die Beute geht in Flammen auf. Die Diebe sterben.

Ihre Frauen sind die titelgebenden Witwen, die kurz darauf knietief in finanziellen Problemen stecken. Und dann fordert auch noch Jamal Manning (Brian Tyree Henry) sein Geld zurück. Denn Harry Rawlins (Liam Neeson, vor allem lebendig in Rückblenden) und seine Gang haben sein Wahlkampfgeld gestohlen. Harrys Frau Veronica Rawlins (Viola Davis) hat einen Monat, um das Geld zu beschaffen.

Weil sie das Tagebuch ihres Mannes hat, in dem er alle Informationen für seinen nächsten Einbruch akribisch notierte, besitzt sie den Plan für einen Einbruch. Jetzt braucht sie nur noch einige Informationen, wie den Standort des Gebäudes, in dem der mit einigen Millionen Dollar gefüllte Tresor steht, und einige Helferinnen. Sie denkt dabei an die anderen Frauen, die bei Harrys letztem Einbruch ebenfalls ihre Männer verloren haben. Linda (Michelle Rodriguez), deren Kleidergeschäft von ihrem Mann verzockt wurde, und Alice (Elisabeth Debicki), die von ihrem Mann als Vollzeit-Ehefrau an der kurzen Leine gehalten wurde, helfen ihr. Später stößt Belle (Cynthia Erivo), die als Friseuse und Kindermädchen für Lindas Kinder kaum über die Runden kommt, zu ihnen.

Die ursprüngliche Idee für „Widows“ ist schon ziemlich alt. Lynda La Plante hatte sie bereits in den frühen achtziger Jahren und setzte sie ziemlich zeitgleich als Roman und TV-Miniserie um. Die uns anscheinend nie gezeigte TV-Serie war 1983 ein Hit im britischen TV und 2002 die Vorlage für eine US-TV-Miniserie. La Plante erzählte die Geschichte der diebischen Frauen 1985 und 1995 in zwei weiteren TV-Miniserien weiter. „Widows“ war für sie der Beginn einer erfolgreichen Karriere. So war sie als Autorin und Produzentin für die TV-Serien „Heißer Verdacht“ (Prime Suspect) und „Der Preis des Verbrechens“ (Trial & Retribution) verantwortlich. Um nur die zwei langlebigen Serien zu nennen, die auch in Deutschland bekannter sind.

Steve McQueen sah 1983 als Jugendlicher die TV-Serie und er war von den Frauen, die ein Ding drehen, fasziniert. Das war damals brandneu. Zusammen mit „Gone Girl“-Autorin Gillian Flynn setzte er sich jetzt an eine zeitgemäße Adaption des Stoffes.

McQueen und Flynn verlegten die Geschichte nach Chicago, in die Gegenwart. Die Lokalpolitik und die sozioökonomischen Verwerfungen und Konflikte innerhalb der US-Gesellschaft sind ein wichtiger Teil der sehr dicht erzählten Geschichte, die immer wirkt, als habe man die sechsteilige TV-Serie auf kinotaugliche zwei Stunden eingedampft. Da bringt jede Szene die Geschichte erkennbar voran. Und weil McQueen zwischen mehreren Handlungssträngen jongliert, kann man sich ziemlich schnell ausmalen, wie alles miteinander zusammenhängt.

Im Mittelpunkt des Thrillers stehen die Planung und Durchführung des Coup. Aber McQueen wechselt souverän zwischen mehreren Handlungssträngen. Neben den vier Frauen, die einige Taschen voll Geld stehlen wollen, sind auch Jack Mulligan (Colin Farrell) und Jamal Manning involviert. Sie sind gerade mitten im Wahlkampf um den Posten des Stadtrats für den 18. Bezirk von Chicago. Mulligans Vater Tom (Robert Duvall) will das Wahlamt an seinen Sohn vererben. Der Afroamerikaner Manning ist ein bekannter Verbrecher, der als Stadtrat ehrbar werden und etwas für seine Gemeinde tun will.

Es sind, auch weil McQueen die einzelnen Handlungsstränge immer wieder aufspaltet, viele Episoden und Themen, die dank seiner sicheren Regie und dank des guten Drehbuchs nie zu einer chaotischen Abfolge unzusammenhängender Episoden werden. Es ist auch schön zu sehen, dass jeder Charakter, auch wenn er nur wenige Minuten Filmzeit hat, zu einer dreidimensionalen Figur entwickelt wurde.

Widows – Tödliche Witwen“ ist ein mustergültiger, elegant erzählter Genrefilm, bei dem vor allem der Name des Regisseurs erstaunt. Denn Steve McQueens vorherige Filme „Hunger“, „Shame“ und „12 Years a Slave“ waren intensive Dramen, die sich auf einen Charakter, einen Mann, konzentrierten und dem nie von der Seite wichen. Sein neuester Film ist dagegen ein astreiner, konsequent den Regeln des Heist-Movies folgender Thriller mit mehreren Erzählsträngen und ganz gewöhnlich starken Frauen als Protagonisten.

Kurz gesagt ist „Widows“ für Steve McQueen das, was „Inside Man“ für Spike Lee war: ein aus dem sonstigen Werk herausstechender schnörkelloser und spannender Genrefilm.

Und mir fällt ein, dass ich immer noch nicht Wallace Strobys dritten Hardboiled-Krimi „Fast ein guter Plan“ (Pendragon) mit Profidiebin Crissa Stone gelesen habe.

Widows – Tödliche Witwen (Widows, USA 2018)

Regie: Steve McQueen

Drehbuch: Gillian Flynn, Steve McQueen (basierend auf der gleichnamigen TV-Serie von Lynda La Plante)

mit Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, Jackie Weaver, Robert Duvall, Liam Neeson, Brian Tyree Henry, Garrett Dillahunt, Carrie Coon, Jon Bernthal, Manuel Garcia-Rulfo, Lukas Haas

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Widows“

Metacritic über „Widows“

Rotten Tomatoes über „Widows“

Wikipedia über „Widows“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Shame“ (Shame, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Steve McQueens „12 Years a Slave“ (12 Years a Slave, USA 2013)

Meine Besprechung von David Finchers Gillian-Flynn-Verfilmung „Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gone Girl, USA 2014) (Buch- und Filmkritik)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenners Gillian-Flynn-Verfilmung „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ (Dark Places, USA/Frankreich 2015)

Steve McQueen über den Film

Steve McQueen und Gillian Flynn über den Film

Steve McQueen, Viola Davis, Michelle Rodriguez und Elizabeth Debicki über den Film


Neu im Kino/Filmkritik: „100 Dinge“ und Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz

Dezember 8, 2018

Wer sich nach einem Blick auf Plakat und Trailer fragt, wie oft man die Herren Schweighöfer und Fitz in einem ab 6 Jahren freigegebenem Film nackt sieht, muss nicht weiterlesen: man sieht sie oft. Vor allem Matthias Schweighöfer läuft erstaunlich oft nackt durch das Bild und er hat irgendwann vor dem Dreh ein umfangreiches Muskelaufbauprogramm absolviert. Das fällt vor allem am Ende des Films auf; nach einer Szene, die jeder Berliner sofort als Fantasie erkennt.

Wer wissen will, ob sich der Film „100 Dinge“ lohnt, kann weiterlesen.

Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz (auch Drehbuch und Regie) spielen die Jugendfreunde Toni Katz und Paul Konaske, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Während Paul (Florian David Fitz) mühelos jedes Weckerklingeln ignoriert, eine riesige Auswahl nie getragener, brandneuer Sneakers hat und gerade, wie in „Her“, in die Stimme der künstlichen Intelligenz seines Smartphones verliebt ist, ist Toni (Matthias Schweighöfer) das komplette Gegenteil. Er ist schon vor dem ersten Weckerklingeln wach, steckt mehr Zeit und Arbeit in sein Aussehen als jede Frau und er ist der perfekte aalglatte Verkäufer. Sie könnten kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem gründeten sie gemeinsam eine Firma. Ihr Start-Up entwickelte eine App, die ihren Kunden mit lieblicher Stimme und persönlicher Ansprache bei der täglichen Lebensgestaltung hilft und Kauftipps gibt. Diese App, die Paul gerade testet, präsentieren sie dem US-Internet-Milliardär David Zuckermann (Artjom Gilz, der wie eine schlechte Mark-Zuckerberg-Kopie aussieht).

Also die beiden Firmengründer präsentieren ihre Idee nicht dem großen Boss, sondern einem Kuratorium gelangweilter Angestellter. Aber weil Zuckemann zuhört und er in ihrer Idee Potential sieht, gibt er ihnen einen millionenschweren Entwicklungsauftrag und er will demnächst Berlin besuchen.

Am Abend feiern Paul und Toni mit ihren Angestellten das Riesengeschäft. Während der Büroorgie beginnen Paul und Toni sich zu streiten. Denn Toni behauptet, Paul sei viel zu konsumsüchtig und unbeherrscht, um nur einen Tag auf etwas zu verzichten. Er sei das perfekte Opfer für ihre App. Ein Wort gibt das nächste, bis Paul eine Wette vorschlägt: er und Toni verzichten jetzt sofort auf alles. In den kommenden 100 Tagen darf jeder sich jeden Tag einen Gegenstand aus einem Lagerraum, in dem ihre persönliche Habe deponiert ist, zurückholen. Wer als erster gegen die Regeln verstößt, hat die Wette verloren. Der Wetteinsatz ist die eigene Hälfte der Firma.

100 Dinge“ ist eine der Komödien, bei der man viel Zeit auf vollkommen unwichtige Fragen verwenden kann, wie warum einmal Schnee in Berlin liegt und einmal nicht. Es sind Fragen, die in einem besseren Film egal wären. Aber im zweiten gemeinsamen Film von Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer stimmt so wenig, dass solche Fragen wichtig werden.

Das beginnt schon mit ihren durchgehend unglaubwürdigen, meist hoffnungslos überdreht agierenden Charakteren. Sie sind so verschieden, dass ihre jahrzehntelange Freundschaft nie auch nur einen Hauch von Glaubwürdigkeit hat. Dazu kommt, dass sie, wie Erzfeinde, ständig versuchen, sich zu betrügen. Sie sind Kunstfiguren mit Problemen, die in diesem Licht auch künstlich erscheinen. So müssen wir einfach glauben, dass Paul sich in die Stimme seiner von ihm programmierten App verliebte. Warum und wieso ist in „100 Dinge“ egal. In Spike Jonzes „Her“ verstanden wir intellektuell und emotional, warum der einsame Theodore Twombly sich in die liebliche Computerstimme verliebte.

Die um Paul und Toni und ihre Wette herumgesponnene Geschichte, in der sie selbstverständlich auch eine Frau kennenlernen und auch einige persönliche Problemchen verarbeiten, streift dann etliche aktuelle und wichtige Themen, ohne sie jemals zu vertiefen. Stattdessen darf ein Kapitalismusjunkie die Liebe seines Lebens entdecken und am Ende wird alles gut, weil der Drehbuchautor es so will. Besser wäre es gewesen, weil die Figuren es so wollen. Garniert wird das ganze mit begrüßenswerter, aber wohlfeiler und nicht besonders glaubwürdiger Konsumkritik.

100 Dinge“ ist eine langweilig-vorhersehbare Komödie, deren Halbwertzeit schon auf dem Weg vom Kino zum gegenüberliegenden Konsumtempel überschritten wird.

100 Dinge (Deutschland 2018)

Regie: Florian David Fitz

Drehbuch: Florian David Fitz

mit Florian David Fitz, Matthias Schweighöfer, Miriam Stein, Hannelore Elsner, Wolfgang Stumph, Maria Furtwängler, Katharina Thalbach, Artjom Gilz

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „100 Dinge“

Moviepilot über „100 Dinge“

Wikipedia über „100 Dinge“


TV-Tipp für den 7. Dezember: Die Bourne Identität

Dezember 7, 2018

RTL II, 20.15

Die Bourne Identität (The Bourne Identity, USA 2002)

Regie: Doug Liman

Drehbuch: Tony Gilroy, William Blake Herron

LV: Robert Ludlum: The Bourne Identity, 1980 (Der Borowski-Betrug, Die Bourne-Identität)

CIA-Agent und Killer Jason Bourne hat sein Gedächtnis verloren. Schlimme Sache. Aber schlimmer ist, dass seine ehemaligen Arbeitgeber ihn umbringen wollen.

Die eher werkferne, kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Borowski-Buches. Für die Verfilmung des damals über zwanzig Jahre alten Buches wurde nur das Skelett der Handlung übernommen, der Rest aktualisiert und ein unterhaltsamer Action-Thriller gedreht, der sogar angenehm altmodisch ist. Nur Matt Damon wirkt einfach fünf Jahre zu jung für den eiskalten Profikiller. Ddas Problem hatte er in den spannenden Fortsetzungen nicht mehr.

Mit Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper, Clive Owen, Brian Cox, Walton Goggins

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Bourne Identität“

Wikipedia über „Die Bourne Identität“ (deutsch, englisch) und Robert Ludlum (deutsch, englisch)

Robert-Ludlum-Fanseite

Kirjasto über Robert Ludlum

Meine Besprechung von Tony Gilroys “Das Bourne-Vermächtnis” (The Bourne Legacy, USA 2012)

Meine Besprechung von Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ (Jason Bourne, USA 2016)

Meine Besprechung von Doug Limans „Edge of Tomorrow“ (Edge of Tomorrow, USA 2014) und der DVD

Meine Besprechung von Doug Limans „Barry Seal – Only in America“ (American Made, USA 2017)


TV-Tipp für den 6. Dezember: Slow West

Dezember 6, 2018

3sat, 22.25

Slow West (Slow West, England/Neuseeland 2015)

Regie: John Maclean

Drehbuch: John Maclean

Wilder Westen, 1870: der sechzehnjährige Schotte Jay Cavendish sucht seine aus Schottland geflüchtete große Liebe Rose Ross und eigentlich ist das Greenhorn zwischen Kopfgeldjägern, Indianern und allen anderen Wild-West-Gefahren zum Sterben verdammt. Wenn ihm nicht Silas Selleck, ein Revolverheld mit unklaren Absichten, helfen würde.

Schöner kleiner Western mit angenehm kurzer Laufzeit.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Kodi Smit-McPhee, Michael Fassbender, Ben Mendelsohn, Caren Pistorius, Rory McCann, Andrew Robertt, Edwin Wright, Kalani Queypo

Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Slow West“
Moviepilot über „Slow West“
Metacritic über „Slow West“
Rotten Tomatoes über „Slow West“
Wikipedia über „Slow West“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Macleans „Slow West“ (Slow West, England/Neuseeland 2015)


TV-Tipp für den 5. Dezember: Frau zu verschenken

Dezember 4, 2018

Arte, 22.40

Frau zu verschenken (Préparez vos mouchoirs, Frankreich/Belgien 1978)

Regie: Bertrand Blier

Drehbuch: Bertrand Blier

Weil Raoul seine Frau Solange glücklich sehen will, sie aber immer apathisch und lustlos ist, schenkt er sie in einem Restaurant spontan einem fremden Mann. Auch er kann Solange nicht aufheitern. Dafür werden Raoul und Stéphane Freunde, die immer noch Solange glücklich sehen wollen. Da trifft sie einen Dreizehnjährigen.

Provozierende, groteske Erotiksatire, die 1979 den Oscar als bester ausländischer Film erhielt.

Blier „möchte der maskulinen Selbstüberschätzung (die immer nur an das eine denkt und meint, die Frauen seien ebenso eingleisig orientiert) eins auswischen. Dem männlichen Chauvinismus gibt er denn auch kräftig eins auf den Deckel.“ (Fischer Film Almanach 1980)

zum Totlachen komische Geschichte“ (Marianne Gray: Gérard Depardieu – Der europäische Superstar, 1992/1995)

mit Gérard Depardieu, Patrick Dewaere, Carole Laure, Riton, Michel Serrault, Eleonore Hirt

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Frau zu verschenken“

Wikipedia über „Frau zu verschenken“ (deutsch, englisch, französisch)