Drehbuch: Sergej M. Eisenstein, Nina Agadshanowa-Schulko
Stummfilmklassiker über eine Matrosenrevolte auf dem titelgebenden Schiff, heute in einer restaurierten deutschen Tonfassung.
Davor, um 21.45 Uhr, zeigt Arte „Die Russische Revolution und ihr Kino“ (Frankreich 2016, Ein Blick in die russischen Kinoarchive von 1917 bis 1934). Danach „Mobilisierung der Träume“ (D/A/GB 2015, eine Reflexion über die Entwicklung der Medien, garniert mit historischen Aufnahmen, u. a. aus „Panzerkreuzer Potemkin“).
Mit Alexander Antonov, Wladimir Barski, Grigori Alexandrov, Vladimir Baksky
Columbo: Schreib oder stirb (USA 1974, Regie: Robert Butler)
Drehbuch: Peter S. Fischer
Verleger Riley Greenleaf ist stinkig. Sein Bestsellerautor Alan Mallory möchte den Verlag wechseln. Greenleaf denkt sich ‚nicht mit mir’ und der tapsige Lieutenant Columbo hat einen neuen Fall
Für Krimifans ist „Schreib oder Stirb“ ein Highlight. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf den Literaturbetrieb und Mickey Spillane (Ja, genau der!) spielt einen Bestsellerautor.
Drehbuch: Warren Beatty, Trevor Griffiths, Peter S. Feibleman (ungenannt), Elaine May (ungenannt), Jeremy Pikser (ungenannt)
Über dreistündiges Biopic über den Journalisten John Reed, der 1917 die Oktoberrevolution miterlebte, darüber den Bestseller „Zehn Tage, die die Welt erschütterten“ schrieb, 1920 mit 33 Jahren starb und als einziger Amerikaner an der Kremlmauer beerdigt wurde.
Nachdem Beatty in den Siebzigern als Schauspieler und Produzent enorm erfolgreich war, erhielt er für dieses Projekt völlig freie Hand. Die nutzte er beim Dreh für einen nicht auf die Kosten achtenden Perfektionismus und danach für eine unkommerziell lange Fassung. Dennoch waren in den USA die Kritiker begeistert, der Film wurde für zahlreiche Preise nominiert, erhielt unter anderem drei Oscars, und, zur Wiederaufführung 2006, waren die Kritiker immer noch begeistert. „“Reds” remains a superior history lesson.“ (A. O. Scott, New York Times) „Reds wird seinen eigenen hohen Ansprüchen nicht immer gerecht, doch insgesamt ist es ein imponierendes Werk voll grandioser Bilder und exzellenter Darstellungen.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
In Deutschland ist „Reds“ dagegen fast unbekannt. „Der immense Erfolg von ‚Reds“ in den USA, der sich in der Bundesrepublik nicht wiederholte, hat wohl auch mit dieser Konstellation zu tun: Reed ist zwar Kommunist, aber doch in erster Linie Amerikaner.“ (Fischer Film Almanach 1983)
Am 11. November 2007 erlebte der Monumentalfilm für denkende Menschen, wenn wir von einer nicht angekündigten Ausstrahlung in „Das Vierte“ absehen, seine TV-Premiere auf Arte. Heute scheint nach zehn Jahren die erste Wiederholung des Films zu sein. Natürlich wieder auf Arte.
Mit Warren Beatty, Diane Keaton, Edward Hermann, Jerzy Kosinski, Jack Nicholson, Paul Sorvino, Maureen Stapleton, M. Emmett Walsh, Gene Hackman
Nachtschicht: Das tote Mädchen (Deutschland 2010, Regie: Lars Becker)
Drehbuch: Lars Becker
Ein russisches Callgirl wird ermordet und in der Elbe versenkt. Das Nachtschicht-Team sucht den Mörder und landet schnell bei einem Privatbankier, der behauptet die Tote nicht zu kennen.
Nix neues von der “Nachtschicht”: Dutzende bekannter Gesichter, die endlich (?) mal wieder (?) zeigen, was sie können, gutes Buch, gute Regie, gute Unterhaltung.
mit Armin Rohde, Barbara Auer, Minh-Khai Phan-Thi, Pierre Semmler, Dietmar Bär, Kai Wiesinger, Jürgen Prochnow, Lisa Maia Potthoff
Leonardo DiCaprio spielt einen Spion, der sich in die Gehirne von anderen Menschen einloggt. Jetzt soll er allerdings nichts ausspionieren, sondern eine schädliche Idee in das Gehirn seines Opfers implantieren.
Die Kritiker waren begeistert von “Batman“ Christopher Nolans Mindfuck. Die Zuschauer ebenso. Die Kinobetreiber zählten strahlend die verkauften Eintrittskarten. Denn „Inception“ ist ein inzwischen seltenes Beispiel für Blockbusterkino, bei dem man sein Gehirn nicht an der Kinokasse abgeben muss.
mit Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Berenger, Marion Cotillard, Pete Postlethwaite, Michael Caine, Lukas Haas
LV: Elmore Leonard: Hombre, 1961 (Man nannte ihn Hombre)
Arizona, 1880: John Russell (Paul Newman) ist ein Weißer, der als Kind von Apachen entführt wurde und seitdem freiwillig bei ihnen lebt. Aufgrund einer Erbschaft benutzt er mit einigen Weißen die letzte Postkutsche von Sweetmary. Als die Postkutsche von Banditen überfallen wird, muss er sich entscheiden, ob er seinen Mitreisenden helfen will.
Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter, von der Kritik gelobter und vom Publikum geliebter Klasse-Western, nach einem Frühwerk von Elmore Leonard. Die Western Writers of America nahmen „Hombre“ in ihre Liste der 25 besten Western auf.
„Ein Markstein wie John Fords ‚Stagecoach‘, nach dessen Rezept er aufgebaut ist und von dem ihn ein Vierteljahrhundert Western-Geschichte trennen. Wieder fährt die Postkutsche durch Arizona, aber diesmal sitzt der Indianer drinnen und die Schurken, von denen es drinnen und draußen wimmelt, sind Weiße.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)
mit Paul Newman, Frederic March, Richard Boone, Diane Cilento, Cameron Mitchell, Barbara Rush, Martin Balsam
Über Jahrzehnte war er nur als Deep Throat bekannt. So hatte die Tageszeitung „Washington Post“ ihn genannt. Für die „Washington Post“-Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward war er ihre Quelle im Regierungsapparat, die sie mit brisanten Informationen versorgte, die den Watergate-Skandal befeuerten und letztendlich zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon führten.
Alan J. Pakula verewigte ihre Arbeit in „Die Unbestechlichen“ (All the President’s Men, USA 1976). Mit Robert Redford als Bob Woodward und Dustin Hoffman als Carl Bernstein. Der Film ist ein Klassiker.
Das kann über Peter Landesmans „The Secret Man“ nicht behauptet werden. Er erzählt die Geschichte von FBI-Vizechef Mark Felt. 2005 sagte Felt, über seinen Anwalt in einem „Vanity Fair“-Artikel von John D. O’Connor, dass er Deep Throat sei. Woodward bestätigte die Enthüllung des damals schon länger an Demenz leidenden alten Mannes.
Landesman, selbst ein ehemaliger Enthüllungsjournalist und Kriegsreporter, der auch das Drehbuch für „Kill the Messenger“ schrieb und „Erschütternde Wahrheit“ nach seinem Drehbuch inszenierte, war von dieser Enthüllung fasziniert. Immerhin wurde schon seit Ewigkeiten über die wahre Identität von Deep Throat, dem bekanntesten unbekannten Whistleblower, spekuliert. Schon damals erhielt er den Auftrag, ein Drehbuch über Felt zu schreiben. Bei seinen Recherchen traf er Felt (17. August 1913 – 18. Dezember 2008) mehrmals und jetzt, nach einigen Umwegen, konnte er Felts Geschichte, die in Deutschland den nichtssagenden Titel „The Secret Man“ hat (der knackige Originaltitel ist „Mark Felt – The Man who brought down the White House“), inszenieren. Wie Pakula bleibt Landesman nah an den Fakten. Aber während Pakula uns mit den beiden Protagonisten, die bei ihren Recherchen erst langsam das gesamte Ausmaß der Verschwörung begreifen – immerhin begann es relativ unspektakulär am 17. Juni 1972 mit einem banalen Einbruch in ein Zimmer des Watergate-Hotels, bei dem die Einbrecher Abhörausrüstung bei sich trugen und das Hotel auch das Hauptquartier der Demokratischen Partei war – , geht Landesman die Sache anders an.
Er erzählt aus der Perspektive von Felt, einem Mann, der sich seit Ewigkeiten in Washington bewegt, der alle Winkelzüge der Macht kennt, der die richtigen Leute kennt und der jetzt beginnt gegen seinen Arbeitgeber, seinen Vorgesetzten, den Präsident der USA, zu intrigieren. Dabei ist, in der Realität wie im Film, unklar, warum Mark Felt zum Whistleblower wurde. Bis dahin war er ein loyaler Beamter und FBI-Agent der alten Schule war. Er begann 1942 beim FBI, stieg unter J. Edgar Hoover auf und war von Mai 1972 bis zu seiner Pensionierung im Juni 1973 Associate Director und damit stellvertretender Direktor in Washington, D. C.. Er war das Sinnbild des ehrenwerten FBI-Agenten. Er war allerdings auch in seiner Eitelkeit gekränkt. Nach dem Tod von J. Edgar Hoover am 2. Mai 1972 sah er sich als künftigen FBI-Direktor. Nixon ernannte allerdings L. Patrick Gray zum Diensthabenden FBI-Direktor. Gray hatte keinen FBI-Stallgeruch. Dafür war der U-Boot-Kommandant ein Vertrauter Nixons, der auch brav dessen Anweisungen ausführte. In diesem Moment, und das ist Felts zweites mögliche Motiv, sorgte er sich um die Integrität des FBI als unabhängige Organisation. Das FBI war niemandem Rechenschaft schuldig und sie befolgte auch keine Anordnungen von Politikern. Oder Felt sorgte sich wirklich um die US-amerikanische Demokratie, die von Nixon und seinen Gefolgsleuten missachtet wurde.
Am Ende trat Nixon zurück und Felt leugnete über Jahrzehnte glaubhaft, dass er nicht Deep Throat sei.
1980 wurde Felt für seine Gesetzesübertretungen bei der Verfolgung der linken Terrororganisation „Weather Underground“ in den frühen Siebzigern zu einer geringen Geldstrafe verurteilt und von US-Präsident Ronald Reagan begnadigt. Er betrachtete sie als ausländische Agenten. Daher gelte für sie nicht der vierte Verfassungszusatz, der vor willkürlicher Durchsuchung, Festnahme und Beschlagnahme von Eigentum schütze, und deshalb autorisierte er entsprechende Maßnahmen gegen sie und ihre Familien.
Dass Landesman die Frage nach Felts Motiv nicht eindeutig beantwortet, ist nicht unbedingt ein Problem. Sie könnte sogar das Interesse an Felt und seinem moralischen Dilemma steigern.
Dummerweise konterkariert seine Inszenierung diese Absicht. Sein Drehbuch ist nicht analytisch genug und er findet deshalb niemals einen eigenen Zugang zu seinem Material. Er präsentiert es nur in der denkbar ungeschicktesten Form. Anstatt ein packendes Drama über Loyalitäten zu inszenieren, sehen wir nur mittelalte und noch ältere Anzugträger, die alle beim gleichen Schneider waren, und die in dunklen Büros miteinander reden. Sie kennen sich schon seit Ewigkeiten. Wir kennen keinen einzigen von ihnen, wir wissen nicht, was für sie auf dem Spiel steht, welche Loyalitäten und Werte sie haben und wie sie reagieren. Wir wissen auch nicht, wer sie sind und weshalb sie für die Geschichte wichtig sind. Und wenn man sich das alles mühsam aus Halbsätzen zusammengereimt hat, ist es zu spät.
Auch wenn man die Geschichte des Watergate-Skandals kennt, sind diese Szenen nur eine Abfolge von Auf- und Abtritten von stoisch blickenden Anzugträger, die sich gegenseitig irgendetwas erzählen und sich dabei, erfolgreich, bemühen, möglichst keine Emotionen zu zeigen.
Liam Neeson, der eigentlich im richtigen Alter ist, um Mark Felt zu spielen, wirkt mit seiner grauen Betonfrisur und seinem maskenhaften Gesicht, wie ein jüngerer Schauspieler, der einen deutlich älteren Mann spielen muss und dafür schlecht auf alt geschminkt wurde.
Auch die restliche Besetzung ist hochkarätig, aber keiner der bekannten Schauspieler beeindruckt nachhaltig. Wir sehen Bruce Greenwood, aber nicht den vom ihm gespielten „Time Magazine“-Reprter Sandy Smith und wir wissen nicht, wer Smith war. Wir sehen Tom Sizemore als FBI-Agent Bill Sullivan, aber wir wissen nichts über die Beziehung zwischen ihm und Felt. Landesman verweigert die zum Verständnis nötigen Hintergrundinformationen.
Das alles inszenierte Landesman in einem gerontologischen Erzähltempo konsequent in gedeckten Brauntönen, die jede Farbe und Helligkeit vermissen lassen. Die bewusst unterbelichten Bilder sind auch Dank der Innenausstattung und der Anzüge eine Ode aus Braun, Dunkelbraun und Schwarz, die eine Bedeutung vorgaukelt, die der Film nie hat.
Dabei ist das Thema von „The Secret Man“ in der Trump-Ära von brennender Aktualität. Die Vergleiche zwischen damals und heute drängen sich förmlich auf. Über die Unterschiede werden lange Artikel geschrieben. Und wahrscheinlich murmelt ganz Washington „Wo ist unser Mark Felt?“.
P. S.: Um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen: Oliver Stone zeigte in seinem Film „Snowden“ über den Whistleblower Edward Snowden, dass man einen spannenden Film über eine allseits bekannte Geschichte drehen kann. Wobei Stone auch eine klare Botschaft und Absicht hatte.
The Secret Man (Mark Felt – The Man who brought down the White House, USA 2017)
Regie: Peter Landesman
Drehbuch: Peter Landesman
LV: Mark Felt/Ralph de Toledano: The FBI Pyramid: From the Inside, 1979; Mark Felt/John O’Connor: A G-Man’s Life: The FBI, Being Deep Throat, and the Strggle for Honor in Washington, 2006 (beides Monographien, wobei „A G-Man’s Life“ Teile von „The FBI Pyramid“ enthält)
mit Liam Neeson, Diane Ladd, Marton Csokas, Tony Goldwyn, Ike Barinholtz, Josh Lucas, Wendi McLendon-Covey, Brian d’Arcy James, Maika Monroe, Michael C. Hall, Tom Sizemore, Bruce Greenwood, Julian Morris, Noah Wyle, Eddie Marsan
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 0 Jahre (als hätten Kinder keine Angst vor Grauen Herren in Anzügen)
Drehbuch: Harry Kleiner, Walter Hill, Troy Kennedy Martin
Taffer, wortkarger russischer Polizist (Arnold Schwarzenegger) soll in Chicago einen skrupellosen russischen Gangster verhaften. Ein sprücheklopfender, fauler US-Polizist (James Belushi) soll auf den russischen Kollegen aufpassen.
Buddy-Action mit vielen Kloppereien, Blechschäden und flotten Sprüchen. Und „der erste im Zeichen von Glasnost und Perestrojka entstandene Polizeifilm“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)
Die Nachtwiederholung müsste ungekürzt sein.
Mit Arnold Schwarzenegger, James Belushi, Peter Boyle, Ed O’Ross, Larry Fishburne, Gina Gershon
LV: Richard Matheson: Duel (Kurzgeschichte, Playboy, April 1971)
Auf einem Highway irgendwo im Nirgendwo überholt Handelsvertreter David Mann einen Truck. Der König der Landstraße beginnt Mann zu verfolgen.
Steven Spielbergs erster Kinofilm. Naja, fast. Denn „Duell“ war zuerst ein in zwei Wochen gedrehter ABC-TV-Film (es werden mal 12, mal 13, mal 16 Drehtage genannt, wobei anscheinend nur 10 Drehtage geplant waren), der für die Kinoauswertung um einige Szenen erweitert wurde.
„Duell“ ist ein kleiner, knackiger Highway-Thriller, bei dem die Geschichte auf das Gerüst reduziert wurde. Mit einer guten Idee und einem guten Drehbuch, beides von Richard Matheson.
„Offen gesagt ist der Film voll technischer Spielereien und logischer Brüche. Aber am Ende der neunzig Minuten scheint kaum Zeit vergangen.“ (Fob, Variety)
mit Dennis Weaver, Eddie Firestone, Charles Seel, Lucille Benson
3sat, 22.00 Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht (Deutschland 2013)
Regie: Edgar Reitz
Drehbuch: Edgar Reitz, Gert Heidenreich
Grandioses, fast vierstündiges Alterswerk von Edgar Reitz, in dem er vom Leben der Familie Simon im Hunsrückdorf Schabbach um 1840, zwischen hartem Alltag, Hungersnöten und revolutionärem Aufbruch erzählt. Einer der Simon-Jungs möchte, wie viele Hunsrücker, nach Brasilien auswandern, wo er auf ein besseres Leben hofft.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung zum Kino- und DVD-Start (mit unterschiedlichem Bonusmaterial).
mit Jan Dieter Schneider, Antonia Bill, Maximilian Scheidt, Marita Breuer, Rüdiger Kriese, Philine Lembeck, Mélanie Fouché, Eva Zeidler, Reinhard Paulus, Christoph Luser, Werner Herzog
Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi (Deutschland 2013)
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Christian Zübert
LV: Rita Falk: Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi, 2011
Polizeihauptmeister Franz Eberhofer schiebt in Niederkaltenkirchen eine extrem ruhige Kugel. Da wird an die Hauswand des Realschuldirektors Höpfl mit roter Farbe „Stirb, du Sau!“ geschrieben, Höpfl verschwindet spurlos, taucht wieder auf und wird kurz darauf von einem Zug überfahren. Jetzt ist der kriminalistische Ehrgeiz von Eberhofer geweckt.
Witzig-lakonischer Heimatkrimi, der mir deutlich besser als der Roman gefallen hat.
Inzwischen sind drei weitere Eberhofer-Krimis entstanden, die in Bayern erfolgreich in den Kinos liefen.
mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Ilse Neubauer, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Chi Le, Lisa Maria Pottoff, Nadeshda Brennicke, Nina Proll
Wer etwas über Maud Lewis, geborene Dowley, die kanadische naive Malerin, die von 1903 bis 1970 in Kanada in Nova Scotia lebte, erfahren will, sollte besser den Wikipedia-Artikel als Startpunkt nehmen und sich dann im Netz auf den einschlägigen Seiten und in der nächstgelegenen Bibliothek austoben.
In dem Biopic „Maudie“ gibt es höchstens Brotkrumen über sie als Künstlerin und ihre Wirkung als Malerin. Denn das Biopic in dem Sally Hawkins Maud Dowley grandios spielt, konzentriert sich auf ihre Beziehung zu Everett Lewis (Ethan Hawke, ebenfalls grandios). Es ist einer der schönsten und wahrhaftigsten Liebesfilme des Jahres.
Als Kind erkrankte Maud an rheumatischer Arthritis. Seitdem ist sie verkrüppelt und humpelt. Neben ihren körperlichen Gebrechen ist sie auch geistig behindert. Jedenfalls wird sie so behandelt. Deshalb erbt nach dem Tod ihrer Eltern ihr Bruder das Haus. Er verkauft es sofort. Sie kommt bei ihrer Tante unter, die sie wie ein kleines, unartiges Kind behandelt.
1938 entdeckt sie in einem Stellenaushang. Der Junggeselle Everett Lewis sucht eine Haushaltshilfe, die bei ihm wohnen soll. Everett wuchs in einem Kinderheim auf, ist jetzt Fischer und lebt in einer Hütte, die mehr verwahrlost als wohnlich ist. Er ist ein ungehobelter Klotz und nicht besonders intelligent. Um nicht zu sagen: ein Dummkopf, der noch nicht einmal ‚bauernschlau‘ ist. Auch Maudie behandelt er so unhöflich, dass sie jeden Grund hätte, nicht bei ihm einzuziehen. Aber sie hat sich vorher mit ihrer Tante hoffnungslos zerstritten. Wenn sie nicht obdachlos sein will, muss sie bei Everett bleiben. Auch wenn er nur eine elf Quadratmeter große Hütte hat, in der es nur ein Bett gibt.
Schon auf den ersten Blick sind sie das Paar, das absolut nicht zusammenpasst und genau deshalb perfekt zusammenpasst.
Aisling Walsh, die vorher unter anderem Folgen für die TV-Krimis „Der Preis des Verbrechens“ und „Kommissar Wallander“ inszenierte, inszenierte „Maudie“ als wohltuend unkitschig-sprödes Liebesdrama voller Humor und genauer Beobachtungen. In kleinen Szenen, Gesten und Blicken zeigt sie, wie sich die Beziehung zwischen Maud und Everett, und damit auch die Machtverhältnisse zwischen ihnen, verändert. So beginnt sie die Wände zu bemalen und als er nichts sagt, malt sie weiter. Im ganzen Haus. Und wenn sie malen will, muss er die Hausarbeit erledigen. Als sie erfährt, dass er seinen Kunden nicht die versprochenen Fische liefert, nimmt sie seine Geschäfte in die Hand. Sie entschuldigt sich bei der Kundin und beginnt, Everetts Aufträge und Lieferungen aufzuschreiben. Und wenn sie nicht mehr gehen kann, fährt er sie nach Hause.
Auch als sie mit ihren Bildern Erfolg hat, ändert sich im Leben des schrulligen Ehepaares nichts. Denn sie sind glücklich und zufrieden.
Maudie (Maudie, Kanada 2016)
Regie: Aisling Walsh
Drehbuch: Sherry White
mit Sally Hawkins, Ethan Hawke, Kari Matchett, Gabrielle Rose, Zachary Bennett, Billy MacLellan, Marthe Bernard, Lawrence Barry
Selten ist die Antwort auf die Frage, ob der Film gut sei, so eng mit der Frage, wer sich den Film ansieht, verknüpft, wie bei „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“. Claus Räfle schildert in seinem Film das Schicksal von einigen Juden, die den Zweiten Weltkrieg in Berlin überlebten.
Berlin hatte in den zwanziger Jahren ein pulsierendes jüdisches Leben. Über die Hälfte der gesamten jüdischen Bevölkerung Deutschlands lebte in der Hauptstadt. Von den damals 270.000 jüdischen Berlinern lebten am Anfang des Zweiten Weltkriegs immer noch 160.000 in der Hauptstadt. Sie waren, unter dem Deckmantel der Legalität, zunehmenden Repressionen ausgesetzt. Viele versuchten, Deutschland zu verlassen. Viele wurden deportiert und in Konzentrationslagern ermordet.
Als Propagandaminister Joseph Goebbels am 10. Juni 1943 Berlin für „judenfrei“ erklärte, lebten noch knapp 7000 meist jüngere jüdische Berliner in der Stadt. Sie waren untergetaucht. Ungefähr 1700 überlebten den Krieg. Meist in verschiedenen Verstecken und in immer in der Gefahr, im nächsten Moment verhaftet zu werden.
In seinem Film „Die Unsichtbaren -Wir wollen leben“ konzentriert sich Grimme-Preisträger Claus Räfle, der in den vergangenen Jahrzehnten fast vierzig TV-Dokumentationen inszenierte, auf vier junge jüdische Berliner, die er für den Film auch persönlich interviewte.
Cioma Schönhaus, geb. 1922, wird nach einer Grafikerlehre zum erfolgreichen Passfälscher. Seiner Deportation in ein Lager entgeht er, indem er im Sammellager Levetzowstraße , das in einer Synagoge war, dreist behauptet, sein Arbeitgeber habe ihn auf eine Liste kriegswichtiger Zwangsarbeiter gesetzt. Seine Lüge wird geglaubt. Seine Eltern werden deportiert.
Hanni Levy, früher Hannelore Weissenberg, geb. 1924, taucht im Februar 1943 unter. Sie hat sich in der Fabrik für Fallschirme eine eitrige Entzündung am kleinen Finger zugezogen, die ihr Probleme bereiten wird. Als die Gestapo das schon fast menschenleere Haus, in dem sie und andere Juden leben räumt, bleibt sie still am Küchentisch sitzen. Danach taucht sie unter. Sie verändert, auf Anraten einer Freundin ihrer Mutter, ihr Aussehen. Unter anderem indem sie sich ihre Haare blond färbt und zur idealtypischen Arierin wird. Später kann sie bei einer Kartenverkäuferin des Kinos am Nollendorfplatz, die ihre wahre Identität kennt, einziehen.
Ruth Gumpel (geb. Arndt), geb. 1922, taucht mit ihrer Familie unter. Ihnen helfen frühere Patienten ihres Vaters. Später erhält die Arzttochter durch die Vermittlung einer nicht-jüdischen Familie eine Anstellung bei einem Wehrmachtsoffizier, der von seiner Wilmersdorfer Wohnung einen Schmugglerring für Delikatessen und Alkohol unterhält.
Eugen Friede, geb. 1926, Sohn einer Mischehe (seine Mutter war Jüdin), wird von seinem Vater zuerst bei einer kommunistischen Arbeiterfamilie und dann bei einer bürgerlichen Familie, die auch eine etwa gleichaltrige Tochter hat, untergebracht. Später schließt er sich der Widerstandsgruppe um Werner Scharff an. Scharff hatte davor auch Schönhaus geholfen, indem er ihm in Moabit eine Kellerwerkstatt organisierte, in der er ungestört Pässe fälschen konnte.
Der Film erzählt diese vier Schicksale, indem er, wie man es von zahlreichen TV-Dokumentarfilmen kennt, zwischen Zeitzeugenberichte – in diesem Fall die Erinnerungen von Hanni Levy, Ruth Gumpel, Cioma Schönhaus und Eugen Friede (die sich damals nicht kannten) – und nachgestellten Szenen hin und her wechselt. Die nachgestellten Szenen haben einen primär illustrativen Charakter. Sie vermitteln einen Eindruck von der damaligen Situation und sie bebildern die Erinnerungen der Überlebenden.
Störend in diesen Szenen ist, dass teilweise sehr bekannte Schauspieler, wie Maren Eggert, Florian Lukas und der kürzlich verstorbene Andreas Schmidt, mitspielen. Da wirken die Szenen nicht mehr wie illustrative Nachstellungen wahrer Ereignisse, sondern wie der Versuch, einen Spielfilm zu inszenieren. Weil die Szenen nicht oder kaum dramatisiert sind und sie ungefähr alles vermissen lassen, was zu einem Spielfilm dazugehört, wirken sie wie Ausschnitte aus einem schlechten TV-Film. Insofern wecken diese Nachstellungen im ersten Moment Erwartungen, die der Film nicht erfüllen will.
Und damit kommen wir zur Eingangsfrage zurück. Wer einen Spielfilm sehen will, wird enttäuscht sein. Wer einen Dokumentarfilm sehen, wird ebenfalls enttäuscht sein. Denn die nachgestellten Szenen, vor allem wenn bekannte Schauspielergesichter auftauchen, lenken von den sehr lebendigen und kurzweiligen Erzählungen der überlebenden Juden ab. Ihnen hätte ich gerne länger zugehört. Nach meiner Erfahrung aus von mir mitorganisierten und teilweise moderierten Veranstaltungen hätte das auch bei einem jugendlichen Publikum funktioniert. In den Veranstaltungen lauschten sie atemlos den Zeitzeugen.
Wer „Die Unsichtbaren“ als Teil einer Schul- oder Bildungsveranstaltung einsetzen will, um so Schülern einen Einblick in unsere Vergangenheit zu geben, wird von dem Film begeistert sein. Denn es gelingt ihm durch seine Mischung aus Zeitzeugenberichten und filmischen Nachstellungen die Vergangenheit und auch die Gefahr, in der die vier im Mittelpunkt stehenden Jungerwachsenen schwebten, begreifbar zu machen. Obwohl ihr Schicksal und das der anderen im Film gezeigten Personen (neben den vielen Helfern der Untergetauchten auch die Jüdin Stella Goldschlag, die untergetauchte Juden an die Nazis verriet) Stoff für mindestens ein halbes Dutzend Spielfilme hergibt, hält sich „Die Unsichtbaren“ an die Wahrheit und das Identifikationspotential zwischen Hanni Levy, Ruth Gumpel, Cioma Schönhaus und Eugen Friede und den jungen Zuschauern ist groß. Auch weil die vier jüdischen Berliner so verschiedene Charaktere sind, die alle nur den Krieg überleben wollten. Auf sich gestellt, ohne Pass, Lebensmittelkarten und sichere Unterkunft.
Parallel zum Filmstart erschien Claus Räfles Filmbuch „Die Unsichtbaren“. Es ist eine in vertiefende Nacherzählung des Films. Daneben gibt es Hintergrundinformationen, Filmfotos und historische Aufnahmen. Das Buch ist in jeder Hinsicht sehr empfehlenswert.
Die Unsichtbaren – Wir wollen leben (Deutschland 2017)
Regie: Claus Räfle
Drehbuch: Claus Räfle, Alejandra López
mit Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee, Aaron Altaras, Victoria Schulz, Florian Lukas, Andreas Schmidt, Laila Maria Witt, Sergej Moya, Lucas Reiber, Robert Hunger-Bühler, Maren Eggert, Naomi Krauss, Hanni Levy, Ruth Gumpel, Cioma Schönhaus, Eugen Friede
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Das Buch zum Film
Claus Räfle: Die Unsichtbaren – Untertauchen, um zu überleben – Eine wahre Geschichte
Dick Clement und Ian La Frenais sind zwei alte Hasen im britischen Filmgeschäft. Sie schrieben unter anderem die Drehbücher zu „Commitments“, „Wasser – Der Film“, etlichen Lovejoy-Folgen (in Deutschland nie gezeigt) und zu „Die alles zur Sau machen“ (Villain).
Mit ihrem Edgar-nominierten Film „Bank Job“ kehrten sie wieder in die frühe Siebziger und dem von ihnen mit „Villain“ mitbegründeten britischen Gangsterfilm zurück. Dieses Mal lassen sie sich von einem wahren Bankraub inspirieren. Am 11. September 1971 raubten einige Kleingauner aus der Lloyd’s Bank 500.000 Pfund (was heute sechs Millionen Euro wären). Die Zeitungen füllten ihre Spalten mit Sensationsberichten über den „Walkie-Talkie-Einbruch“. Vier Tage lang. Dann untersagte die Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit weitere Berichte, vier Räuber wurden verhaftet, ihren Namen wurden nie bekannt, das Strafmaß ist unbekannt, große Teile der Beute verschwunden und die Akten darüber sind bis 2054 unter Verschluss. Das Team Clement/La Frenais hat jetzt mit „Bank Job“ eine Geschichte erfunden, die die Wahrheit sein könnte.
Und Roger Donaldson hat im Retro-Look einen angenehm altmodischen Ganovenfilm über den großen Coup, gewürzt mit einer Prise Polit-Thriller, gedreht.
Mit Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore, Daniel Mays, James Faulkner, Alki David
Black Sea (Black Sea, USA/Großbritannien/Russland 2014)
Regie: Kevin Macdonald
Drehbuch: Dennis Kelly
Eine britisch-russische U-Boot-Besatzung sucht im Schwarzen Meer nach einem Nazi-Goldschatz. Schnell müssen sie um ihr Überleben kämpfen.
Angenehm altmodischer Abenteuerfilm für die Fans von Filmen wie „Der Schatz der Sierra Madre“, „Lohn der Angst“ und Atemlos vor Angst“ (die im Presseheft alle als Inspiration genannt werden).
mit Jude Law, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, David Threlfall, Konstantin Khabenskiy, Sergey Puskepalis, Michael Smiley, Grigory Dobrygin, Sergey Veksler, Sergey Kolesnikov, Bobby Schofield, Michael Smiley, Jodie Whittaker
Chet Baker (23. Dezember 1929 – 13. Mai 1988) ist eine der großen tragischen Gestalten der Jazzgeschichte. In den fünfziger Jahren war der Trompeter ein gefeierter Star und eine der stilprägenden Musiker des Westcoast-Jazz, dessen Image als James Dean des Jazz durch die ikonischen SW-Aufnahmen von William Claxton gefestigt wurde. Damals probierte er auch erstmals Heroin und wurde abhängig. Seine Karriere ging den Bach runter. Auch wenn er bis zu seinem Tod auftrat und zahlreiche, teilweise grandiose LPs veröffentlichte, die sich heute immer noch verkaufen.
In seinem fast zwei Jahre nach seiner Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival am 13. September 2015 und über ein Jahr nach dem US-Kinostart endlich auch in Deutschland anlaufendem Biopic „Born to be Blue“ nimmt Regisseur Robert Budreau Teile aus Chet Bakers Biographie und improvisierte darüber mit Ethan Hawke als Chet Baker.
Der Film beginnt 1966. Chet Baker ist inhaftiert. Ein Filmproduzent bezahlt die Kaution, weil er will, dass Chet Baker Chet Baker spielt. Die Dreharbeiten an dem Film ermöglichen Budreau einen SW-Blick in Bakers Vergangenheit als bekannter Cool Jazzer und Westcoast-Trompeter. Im Gegensatz zu den New Yorker Bebop- und Hardbop-Musikern spielten die weißen Jazzer in Kalifornien melodischer und romantischer und Inspirationen von der Ernsten Musik waren erkennbar.
Bei den Dreharbeiten verliebt Baker sich in Jane (Carmen Ejogo), die seine frühere Frau Elaine spielt. Sie bleibt bei ihm. Auch nachdem ihm bei einer Schlägerei die Zähne ausgeschlagen werden und er mühevoll versucht, mit einer Prothese, wieder als Trompeter aufzutreten.
Diese Rückkehr auf die große Bühne (wobei Jazzbühnen eine notorisch überschaubare Größe haben) bildet dann das Rückgrat des Films. Im Zentrum steht – und das macht den Film auch für Nicht-Jazzfans sehenswert – die Beziehung zwischen Chet Baker, einem begnadeten Musiker, Junkie und notorischer Schürzenjäger, und Jane, die sich in ihn verliebt und ihm helfen will.
Budreau erzählt dies sehr stimmig, mit einer ordentlichen Portion Zeitkolorit und einem Hauptdarsteller, der förmlich in seiner Rolle versinkt. Denn Hawke spielt nicht nur Chet Baker, sondern er spielt und singt auch seine Lieder. Deshalb gibt es in „Born to be Blue“ zwar bekannte Baker-Songs, wie „Summertime, „Over the Rainbow“ und „My funny Valentine“ (alles bekannte Jazz-Standards), aber nie in einer von Chet Baker selbst gespielten Interpretation.
„Born to be Blue“ ist das sehenswerte, berührende, sich auf eine kurze Zeitspannende konzentrierendes Porträt eines Süchtigen, der auch Musiker ist. Dass der Film gegen Ende etwas zerfasert verzeiht man ihm gern.
Jetzt ist das wunderschöne Biopic auf DVD erschienen und beim zweiten Ansehen fällt auf, wie kunstvoll und konzentriert Budreau seine Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangenheit und Fantasie erzählt. Aber mit den Fakten nahm Chet Baker es auch nicht so genau. Solange er eine gute Geschichte erzählen konnte.
Das Bonusmaterial besteht lediglich aus einem kurzen „Making of“ (7:35 Minuten), in dem vor allem Regisseur Budreau und Hauptdarsteller Ethan Hawke zu Wort kommen.
Ab Donnerstag ist Ethan Hawke als unbeholfener Liebhaber in „Maudie“ zu sehen. Ebenfalls eine wahre Geschichte. Ebenfalls sehr sehenswert. Und einer der schönsten Liebesfilme des Jahres.
Born to be Blue (Born to be Blue, Kanada/Großbritannien 2015)
Regie: Robert Budreau
Drehbuch: Robert Budreau
mit Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie, Tony Nappo, Stephen McHattie, Janet-Laine Greene
Wir sind alle Astronauten (Asphalte, Frankreich 2015)
Regie: Samuel Benchetrit
Drehbuch: Samuel Benchetrit, Gábor Rassov
Tragikomödie über die Bewohner eines typischen Banlieue-Mietshauses in Frankreich. Zum Beispiel eine Schauspielerin, die in den Achtzigern berühmt war. Oder ein Mieter, der den Fahrstuhl nicht benutzten darf, weil er im ersten Stock wohnt. Auch nicht, als er nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Oder eine Algerierin, die einen Astronauten bewirtet, der darauf wartet, von der NASA abgeholt zu werden.
Erich Mielke – Meister der Angst(Deutschland 2015)
Regie: Jens Becker, Maarten van der Duin
Drehbuch: Maarten van der Duin, Jens Becker
Dokudrama über Stasi-Chef Erich Mielke, das letztendlich nur an der Oberfläche kratzt und sich, auch mit nachgespielten Szenen, zu sehr auf den Menschen Mielke und zu wenig auf das System Mielke konzentriert.
mit Kaspar Eichel, Beate Laaß, Thomas Förster, Erich Mielke, Roland Jahn, Stefan König, Hubert Dreyling, Nikolai Leonow, Nikita Petrow, Wolfgang Fixson