TV-Tipp für den 19. November: Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit

November 19, 2013

Pro7 Maxx, 20.15

Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit (USA 2003, R.: Carl Franklin)

Drehbuch: David Collard

Matt Whitlock schiebt als Polizeichef von Banyan Key eine ruhige Kugel in dem Sunshine State Florida. Seine verheiratete Geliebte Ann verzuckert seinen Alltag. Als sie unheilbar an Krebs erkrankt und ihn als Begünstigten in ihre Lebensversicherung einsetzt, will er ihr helfen. Er gibt ihr die seinem Polizeisafe gebunkerte halbe Million Dollar Drogengeld. Wenige Stunden später sind sie und ihr Mann tot. Sie wurden ermordet und anschließend verbrannt. Whitlocks Ex Alex leitet die Ermittlungen. Alle Beweise deuten auf den unbekannten Geliebten als Mörder. Matt Whitlock muss daher das Komplott aufdecken, bevor er als Mörder verhaftet wird.

Für Genre-Junkies ist der wunderschön entspannte Florida-Noir-Thriller „Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit“ ein Festschmaus.

Collard schrieb ein wendungsreiches, kunstvoll die Balance zwischen Tradition und Innovation haltendes, Drehbuch. Franklin setzte es punktgenau um. Das Ensemble, angeführt von dem immer guten Denzel Washington, spielte genussvoll auf. Gerade die vielen Nebendarsteller, wie der Pathologe (als Sidekick des Helden ist er natürlich sehr wichtig), die Untergebenen von Alex und Matt, die DEA-Agenten, der Hotelchef und die ältere Zeugin, hatten prächtige Auftritte. Die Stuntmen durften vor allem bei einem Kampf auf Leben und Tod an einem Balkongitter im siebten Stock eines Hotels ihr Können zeigen. Die Aufnahmen Florida, besonders der Sonnenuntergängen, sind traumhaft und die Musik von Graeme Revell gibt allem einen entspannt-südamerikanischen Touch.

Mit Denzel Washington, Eva Mendes, Salma Latham, Dean Cain, John Billingsley

Wiederholung: Mittwoch, 20. November, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Out of Time“

Rotten Tomatoes über“Out of Time“

Wikipedia über „Out of Time“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Klaus Kinski ist für Jess Franco „Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London““

November 18, 2013

Nach der IMDB führte Jess Franco bei 198 Filmen Regie und, auch wenn die Zahl wahrscheinlich nicht ganz genau stimmt: Es waren verdammt viele – und die meisten sind nicht besonders gut. Jedenfalls wenn man seine Filme nach den konventionellen Maßstäben beurteilt. Aber sie waren, vor allem in den Siebzigern und Achtzigern erfolgreich. Wer damals für einen Kinobesuch zu jung war und später nicht an die teils abenteuerlich gekürzten Videokassetten rankam, kannte nur die Sex und Gewalt verheißenden Titel wie „Vampyros Lesbos: Die Erbin des Dracula“ (der Titel erlangte Mitte der Neunziger als Titel eines Musiksamplers neue Berühmtheit), „Frauen für Zellenblock 9“, „Porno Baby“, „Sie tötete in Ekstase“, „Der Teufel kam aus Akasawa“ (eine „Edgar-Wallace-Verfilmung“, die ab und zu im TV läuft), „Der Todesrächer von Soho“ (eine Bryan-Edgar-Wallace-Verfilmung, die ebenfalls manchmal im TV läuft), „Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“, „Greta – Haus ohne Männer“, „Frauen im Liebeslager“, „Ruf der blonden Göttin“, „Entfesselte Begierde“, „Sadomania – Hölle der Lust“, „Jungfrau unter Kannibalen“ und „Lolita am Scheideweg“.

Aber auch schon damals im Kino konnte man seine Filme nicht unbedingt ungekürzt sehen. So sagt Produzent Erwin C. Dietrich, der in den Siebzigern fünfzehn Franco-Filme produzierte und damals mit seinen Filmen, zum Entsetzen des Bildungsbürgertums (FSK und die kirchliche Filmkritik mussten sich die Werke berufsbedingt antun), zuverlässig die Bahnhofkinos füllte, dass es auch bei dem jetzt wieder auf DVD und erstmals Blu-ray veröffentlichtem Horrorfilm „Jack the Ripper“ Probleme gab. Dabei gehört der Film zu den harmloseren Werken von Franco: etwas nackte Haut, viel sehr rotes Blut, ein herausgeschnittenes Auge, eine abgetrennte Hand und ein amputierter rechter Busen. Trotzdem war er indiziert und ist jetzt „frei ab 18 Jahre“.

Die Story bedient sich am bekannten „Jack the Ripper“-Mythos: Klaus Kinski spielt Doktor Dennis Orloff, der tagsüber arme Patienten weitgehend unentgeltlich versorgt und nachts Freudenmädchen umbringt, danach ihre Leichen zerstückelt und sie selbst oder von seiner Gehilfin, der geistig behinderten Magd Frieda (Nikola Weisse), in der Themse verschwinden lässt. Ihm eher nicht auf den Fersen ist Scotland-Yard-Inspektor Selby (Andreas Mannkopff). Das ändert sich erst, als Selbys Freundin, die Tänzerin Cynthia (Charlie-Chaplin-Tochter Josephine Chaplin), sich als Dirne verkleidet und, wir ahnen es, auch weil sich die Laufzeit des Films dem Ende nähert, das Interesse des Frauenmörders weckt.

„Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London“ ist sicher kein Klassiker und, trotz einiger sehr atmosphärischer Aufnahmen, bei weitem nicht so extravagant gefilmt wie die Filme von Dario Argento (der ebenfalls in Deutschland ein Liebling der Zensoren war). Francos Film ist eher ein konventioneller Horrorfilm irgendwo zwischen Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Adaptionen und den bundesdeutschen Edgar-Wallace-Filmen. Mit deutlicher Tendenz zu letzterem.

Das Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist, ohne den Audiokommentar, mit über einhundert Minuten erstaunlich umfangreich und informativ. Es gibt einen sehr informativen, im Dezember 2000 aufgenommen Audiokommentar von Erwin C. Dietrich, in dem er zwar eher wenige Hintergründe zu dem Film (abgesehen von den Drehorten in Zürich und den beteiligten Personen vor und hinter der Kamera), aber viel über sein Leben, seine Produzententätigkeit und wie sie in den siebziger Jahren Filme drehten, verrät, In „Erwin C. Dietrichs Hommage an Jess Francos Jack the Ripper“ verrät Dietrich in über zwanzig Minuten weitere Hintergründe zum Film und seiner Zusammenarbeit mit Jess Franco. Außerdem gibt es einen informativen 17-minütigen „Werkstattbericht zur Restauration“, der etwas didaktisch beschreibt, wie Filme restauriert werden und verdeutlicht, wie zeitaufwändig eine Restauration ist, ein fast halbstündiges „Interview mit Andreas Mannkopff“ und ein über vierzigminütiges „Audio-Interview mit Jess Franco (Zürich, Hotel Gregory, 17. Juni 1976)“, das auf französisch geführt wurde und keine Untertitel hat. Es gibt außerdem eine entfernte Szene, den Trailer mit anderen Dialogen und eine umfangreiche Fotogalerie.

Das Bonusmaterial scheint weitgehend identisch mit der bereits vor einigen Jahren erschienenen Ausgabe des Films zu sein. Jetzt allerdings mit einem stilechten Cover.

Auch das restaurierte Bild überzeugt.

Jack the Ripper - DVD-Cover

Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London (Jack, the Ripper, Deutschland/Schweiz 1976)

Regie: Jess Franco

Drehbuch: Jess Franco

mit Klaus Kinski, Lina Romay, Herbert Fux, Josephine Chaplin, Andreas Mannkopff, Nikola Weisse

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DVD

Ascot-Elite (Jess Franco Golden Goya Collection)

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch (DD 5.1), Französisch (DD 2.0)

Untertitel: Niederländisch, Finnisch, Griechisch, Japanisch, Chinesisch

Bonusmaterial: Audiokommentar, Entfernte Szene, Erwin C. Dietrichs Hommage an Jess Francos „Jack, the Ripper“, Werkstattbericht zur Restauration, Interview mit Andreas Mannkopff, Audiointerview mit Jess Franco, Fotogalerie, Trailer, Wendecover

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über Jess Franco (deutsch, englisch) und „Jack the Ripper“ (deutsch, englisch)

Schnittberichte vergleicht den ungekürzten „Jack the Ripper“ mit der um über 11 Minuten gekürzten FSK-16-Fassung

Kriminalakte: Mein Nachruf auf Jess Franco

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Inzwischen sind in der „Jess Franco Golden Goya Collection“ (Ascot-Elite) weitere Filme des Spaniers in ungeschnittenen Versionen wiederveröffentlicht worden: „Downtown – Die nackten Puppen der Unterwelt“, „Voodoo Passion – Ruf der blonden Göttin“, „Frauen in Zellenblock 9“ und „Ilsa, the Mad Butcher“ (auch bekannt als „Greta – Haus ohne Männer“ und „Ilsa, the wicked Warden“. Sowieso wurde, wegen „Ilsa, She Wolf of the SS“-Hauptdarstellerin Dyanne Thorne ihr Rollenname munter zwischen Greta, Ilsa und Wanda, mit entsprechenden Titeländerungen gewechselt.). Die DVDs und Blu-rays haben deutlich weniger Bonusmaterial. Meist nur den Trailer und eine Bildergalerie. Die Sprachfassungen und Untertitel scheinen die zu sein, die Produzent Erwin C. Dietrich in seinem Archiv hatte.

Downtown - DVD-CoverVoodoo Passion - DVD-Cover

Frauen für Zellenblock 9 - DVD-CoverIlsa - The Mad Butcher - DVD-Cover


Neu im Kino/Filmkritik: „Um jeden Preis“ ist lost in Iowa

November 18, 2013

 

Ein hochkarätiger Cast mit Dennis Quaid und Zac Efron in den Hauptrollen, ein Regisseur, der für seine vorherigen, niedriger budgetierten Independent-Filme viel Lob und Preise erhielt, ein wichtiges Thema – und trotzdem überzeugt „Um jeden Preis“ keine Sekunde.

Denn Ramin Bahrani will den großen amerikanischen Roman im Film erzählen. Es geht um das Schicksal der Farmerfamilie Whipple in Iowa. Henry Whipple (Dennis Quaid) möchte, dass seine Kinder die Farm übernehmen. So wie er sie von seinem Vater übernommen hat. Aber der älteste Sohn Grant verlässt die Farm für einen ausgedehnten Südamerika-Trip und außer einigen Postkarten hören wir nichts mehr von ihm. Deshalb soll Dean (Zac Efron), der ungeliebte zweite Sohn, die Farm übernehmen. Aber Dean möchte als Rennwagenfahrer Iowa verlassen.

Während die Nachfolge noch ungeklärt ist, kämpft Henry Whipple um das Überleben des Betriebs. Ein anderer Farmer wirbt ihm langjährige Kunden ab. Es gibt Ärger wegen des Saatguts. Denn wenn es genetisch verändert ist, muss es jedes Jahr von den Saatgut-Firmen aufs Neue gekauft werden. Aber die Farmer haben das noch nie gemacht. Auch Henry Whipple nicht und jetzt beginnen Mitarbeiter der Saatgut-Firma sein Saatgut zu kontrollieren.

Außerdem hat der sich als Muster-Daddy präsentierende Henry Whipple eine Geliebte. Dean hat eine Freundin, die sich auch für die Farm interessiert. Und Vater und Sohn Whipple sind verfeindet mit der Farmerfamilie Johnson. Während der ältere Johnson Henry Whipple Kunden abspenstig macht, ist sein Sohn ein erfolgreicher Konkurrent von Dean auf der Rennstrecke.

Ach ja, und dann will Henry Whipple noch, getreu dem Motto „Expandiere oder stirb“, sein Farmland vergrößern, indem er das Land eines gerade verstorbenen Landbesitzers aufkauft.

Bahrani erzählt alle Plots gleichberechtigt nebeneinander, fügt Episoden ein und auch wenn sich rückblickend so etwas wie die Geschichte einer Firmenübergabe vom Vater zum Sohn ergibt, kann Bahrani sich nicht für eine zentrale Geschichte und ein Thema entscheiden.

Diese Unentschlossenheit, sich für eine Hauptgeschichte und damit auch für einen Protagonisten zu entscheiden, wird besonders deutlich in einer Szene aus dem Filmanfang: während einer nächtlichen Spritztour mit einigen Freunden wirft Dean das Fenster eines Geschäfts ein und stiehlt ein Motorteil, das er für sein Rennauto braucht. Dieser Diebstahl wird in dem gesamten Film nie wieder angesprochen, obwohl es gerade gegen Filmende, wenn Dean ein weiteres, schlimmeres Verbrechen begeht, es eine spiegelbildliche Szene und eine damit verbundene Thematisierung von Schuld und Sühne, von Verantwortung und von Vater-Sohn-Beziehungen geben könnte.

Allerdings ist auch während des gesamten Film unklar, ob jetzt der Vater oder der Sohn der Protagonist des Films ist und eben diese Nicht-Entscheidung schwächt den gesamten Film, der so ohne dramaturgisches Zentrum zu einer Abfolge weitgehend unverbundener Episoden wird, in der auch die Auswirkungen der Politik von Konzernen auf kleine Farmer und dem Konkurrenzkampf zwischen den Farmern angesprochen werden, aber die immer von Familien- und Liebesgeschichten ausgebremst werden.

Während die meisten Schauspieler, wie Kim Dickens als Mutter Whipple, Heather Graham als Geliebte von Vater Whipple, Clancy Brown als konkurrierender Farmer und Zac Efron als Sohn, die meiste Zeit in einem Paul-Newman-Gedächtnis-Unterhemd in verstockter James-Dean-Pose, unauffällig spielen, legte Dennis Quaid seine Rolle als Farmer, den wir während einer Beerdigung, auf der er sich den Hinterbliebenen als potentieller Landkäufer andient, in einem nervigem Overacting als vor falscher Freundlichkeit sprudelndem Unternehmer an, das höchstens in einer Soap-Opera für den chargierenden Bösewicht glaubwürdig ist.

„Um jeden Preis“ überzeugt nur als Monument der verpassten Chancen.

Um jeden Preis - Plakat

Um jeden Preis – At any price (At any price, USA 2012)

Regie: Ramin Bahrani

Drehbuch: Ramin Bahrani, Hallie Elizabeth Newton

mit Dennis Quaid, Zac Efron, Kim Dickens, Heather Graham, Clancy Brown, Red West, Maika Monroe, Ben Marten, Chelcie Ross

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Um jeden Preis“

Moviepilot über „Um jeden Preis“

Metacritic über „Um jeden Preis“

Rotten Tomatoes über „Um jeden Preis“

Wikipedia über „Um jeden Preis“ 

 

 


TV-Tipp für den 18. November: Todeszug nach Yuma

November 18, 2013

Kabel 1, 20.15

Todeszug nach Yuma (USA 2007, R.: James Mangold)

Drehbuch: Halsted Welles, Michael Brandt, Derek Haas
LV: Elmore Leonard: Three-Ten to Yuma, 1953 (Die Kurzgeschichte erschien zuerst in Dime Western, später in den Sammlungen „The Tonto Woman and other Western stories“ und „Complete Western stories“)

Der arme, integere Farmer Dan Evans erklärt sich bereit, den charismatischen und skrupellosen Banditen Ben Wade durch die Prärie zum Zug nach Yuma zu bringen. Wades Bande will das verhindern.

Das Remake von „Zähl bis drei und bete“ (USA 1957) ist in jeder Beziehung größer als das kammerspielartige Original. Sogar der Zug hat Verspätung.

Trotzdem ein schöner Western, eine gute Leonard-Verfilmung (bei Western war die Trefferquote sowieso schon immer höher), mit einem leicht vermurksten Schluss.

„Todeszug nach Yuma“ erhielt den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards als bester Western des Jahres.

Mit Russell Crowe, Christian Bale, Peter Fonda, Gretchen Mol, Ben Foster, Dallas Roberts

Wiederholung: Dienstag, 19. November, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Todeszug nach Yuma“ (deutsch, englisch)

Film-Zeit über „Todeszug nach Yuma“

Metacritic über “Todeszug nach Yuma”

Rotten Tomatoes über “Todeszug nach Yuma”

Christian Science Monitor: Interview mit Elmore Leonard (18. Januar 2012)

Wall Street Journal: Interview mit Elmore Leonard über “Raylan” und “Justified” (13. Januar 2012)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von James Mangolds „Wolverine – Weg des Kriegers“ (The Wolverine, USA 2013)


TV-Tipp für den 17. November: Hell

November 17, 2013

Pro7, 22.30

Hell (Deutschland/Schweiz 2011, Regie: Tim Fehlbaum)

Drehbuch: Tim Fehlbaum, Oliver Kahl, Thomas Woebke

Buch zum Film: Tim Moecks: Hell, 2011

In naher Zukunft: die Erde ist nur noch ein ziemlich unbewohnbarer Wüstenplanet. Eine kleine Gruppe junger Menschen will in die Berge fahren, weil es dort noch Wasser geben soll.

„Hell“ ist ein absolut sehenswerter Science-Fiction-Film.

mit Hannah Herzsprung, Lisa Vicari, Lars Eidinger, Stipe Erceg, Angela Winkler,Yoann Blanc, Christoph Gaugler, Lilo Baur, Marco Calamandrei

Wiederholung: Montag, 18. November, 02.10 (Uhr)

Hinweise

Homepage zum Film

Tim Fehlbaum bloggt über den Film und die Tour

Film-Zeit über „Hell“

Meine Besprechung von Tim Fehlbaums „Hell“ (Deutschland/Schweiz 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: “Jung & Schön“ und ohne Orientierung

November 16, 2013

 

Sie ist jung und sie braucht das Geld nicht. Trotzdem arbeitet Isabelle (Marine Vacth) als Prostituierte und weil sie erst siebzehn Jahre ist, wird aus der Geschichte in den Händen von François Ozon eine herrlich moralfreie und empörungsresistente Chronik aus dem Leben einer Siebzehnjährigen, die im Sommer während des familiären Sommerurlaubs ihren ersten Sex mit einer ungefähr gleichaltrigen Strandbekanntschaft hat und wenig beeindruckt ist. Soll diese langweilige Angelegenheit wirklich das sein, worüber so viel gesprochen wird?

In den folgenden zwölf Monaten, von Ozon lässig anhand der Jahreszeiten mit vier Chansons von Françoise Hardy strukturiert, beginnt Isabelle als Prostituierte zu arbeiten. Einen richtigen Grund, wie schlimme Eltern, Alkoholismus, Drogensucht oder Wohlstandsverwahrlosung, der ihre Sexarbeit sozialpädagogisch wertvoll erklären würde, gibt Ozon nicht an. Es ist eher so eine Art jugendliche Neugierde, unbekümmerter Forschergeist und leichte Opposition gegen ihre gutsituierten Eltern. Isabelle lebt, egal wie man es betrachtet, in einer normalen, funktionierenden, ziemlich durchschnittlichen Familie, die in anderen Filmen eine Vorbildfamilie wäre.

Als einer ihrer Freier, ein älterer Mann, zu dem sie fast schon freundschaftliche Gefühle hegt, im Nobelhotelzimmer einen tödlichen Herzanfall hat, fliegt Isabelles einträgliche Arbeit auf. Weil sie noch minderjährig ist, muss sie zu einem Psychiater, den sie mit ihrem erarbeiteten Geld bezahlen will. Ihr Stiefvater nimmt ihre Sexarbeit mit typisch französischer Lässigkeit für diese vorübergehende Phase auf. Ihre Mutter ist empört und beginnt alles, was Isabelle tut, aus dem Blickwinkel einer potentiellen sexuellen Bedrohung oder einem Rückfall in die Prostitution zu betrachten. Dabei weiß sie nicht, was für sie schlimmer wäre.

Und Isabelle versucht das normale Leben einer Schülerin zu führen, die sich auf den ersten Geschlechtsverkehr mit einem gleichaltrigen Jungen freut.

Aber noch hat Ozon nicht alle Jahreszeiten gezeigt und Charlotte Rampling hatte noch nicht ihren wichtigen Auftritt.

„Jung & Schön“ ist François Ozons angenehm empörungsfreie, kühl inszenierte Chronik aus dem Leben einer Siebzehnjährigen, die sich nicht um etwaige Skandale kümmert, sondern versucht, das Gefühlschaos einer Jugendlichen verständlich zu machen.

Der leere Blick und das emotionslose Spiel von Marine Vacth, ein in Frankreich bekanntes Modell und, nach Kate Moss, das Kampagnengesicht von Yves Saint Laurent für den Duft „Parisienne“, verstärken den Eindruck der jugendlichen Ziellosigkeit, der Suche nach einer Rolle für die kommenden Jahre als Erwachsene. In dem Film bemisst sie ihren Wert noch an dem Geld, das sie von ihren Freiern erhält und das sie in ihrem Kleiderschrank hortet.

Weil der Film als Chronik eines Jahres angelegt ist, hat er seine Stärken beim Beobachten der Charaktere, ohne zielstrebig auf ein Ende zuzusteuern, was auch daran liegt, dass Ozon genüsslich alle wohlfeilen Erklärungen der Reihe nach verneint und am Ende keine eindeutige Antwort liefert.

Jung und Schön - Plakat

Jung & Schön (Jeune & jolie, Frankreich 2013)

Regie: François Ozon

Drehbuch: François Ozon

mit Marine Vacth, Géraldine Pailhas, Frédéric Pierrot, Fantin Ravat, Johan Leysen, Charlotte Rampling

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Jung & Schön“

Moviepilot über „Jung & Schön“

Metacritic über „Jung & Schön“

Rotten Tomatoes über „Jung & Schön“

Wikipedia über „Jung & Schön“ (deutsch, englisch, französisch)

Homepage von Francois Ozon

Meine Besprechung von Francois Ozons “In ihrem Haus” (Dans la Maison, Frankreich 2012)

 

 


TV-Tipp für den 16. November: The Minus Man – Der nette Mörder von nebenan

November 16, 2013

ARD, 01.30

The Minus Man – Der nette Mörder von nebenan (USA 1999, R.: Hampton Fancher)

Drehbuch: Hampton Fancher

LV: Lew McCreary: The Minus Man, 1991 (Der Schrecken des letzten Lächelns; The Minus Man)

Der neue Nachbar Vann hat ein Geheimnis. Er ist ein Serienkiller. Als er sich in Ferrin verliebt, hat er die Chance auf ein neues Leben – oder sein nächstes Opfer.

Langsam erzähltes Regiedebüt von Blade-Runner-Drehbuchautor Hampton Fancher mit einem überraschendem Ende.

„Aus dem Widerspruch zwischen Kleinstadtidylle und dem leisen Grauen zieht der Film seine Spannung. Der Serienkiller ist nun auch im letzten heimeligen Ort angekommen.“ (Martin Schwarz, Zitty 20/2000)

Mit Owen Wilson, Brian Cox, Mercedes Ruehl, Janeane Garofalo, Dwight Yoakam, Dennis Haysbert, Sheryl Crow, Lew McCreary (Cameo als Mann Wendy’s Place Diner)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “The Minus Man”

Wikipedia über „The Minus Man“ (deutsch, englisch)

New England Film: Ein lesenswerter Artikel über die Zusammenarbeit zwischen McCreary und Fancher


Neu im Kino/Filmkritik: Junggesellenabschied in „Last Vegas“

November 15, 2013

Inzwischen sind Filme, in denen alte Säcke Jungspunden (aka Unter-Fünfzigjährige) zeigen, wo der Hammer hängt, ein eigenes Subgenre. Das war anfangs, ungefähr zwischen „The Expendables“ und „R. E. D.“, als Umkehrung der Erwartungen, auch witzig. Inzwischen ist der Witz verpufft. Auch „Last Vegas“, das schon vor dem Filmstart – nicht unzutreffend -, als gerontologische Variante von „Hangover“ und als weitere Ergänzung zu den Filmen, über Männer, die nicht erwachsen werden wollen, beschrieben wurde, ändert das Bild nicht. Wobei die Beschreibung „Hangover für Opas“ Erwartungen weckt, die Jon Turteltaubs „Last Vegas“ nicht erfüllen will, auch wenn Billy (Michael Douglas, Jahrgang 1944) eine dreißigjährige Schönheit heiraten will und er davor mit seinen Jugendfreunden Paddy (Robert De Niro, Jahrgang 1943), Archie (Morgan Freeman, Jahrgang 1937) und Sam (Kevin Kline, Jahrgang 1947) in Las Vegas an einem Wochenende einen zünftigen Junggesellenabschied feiern will.

Dass sie dann eine Menge Spaß haben (wir weniger), versteht sich. Billy und Paddy verknallen sich, wie schon in ihren jungen Jahren, wieder in die gleiche Frau. Damals eine inzwischen verstorbene Jugendfreundin, die Paddy heiratete. Jetzt eine Jazzsängerin, die tagsüber in einer kleinen Bar in einem Casino ihrer Lieder trällern darf. Mary Steenburgen, Jahrgang 1953, spielt sie und lässt die Jungs in ihrer Gegenwart etwas über ihr Leben philosophieren.

Aber, auch wenn Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman und Kevin Kline nie ein bestimmtes Niveau unterschreiten, haben sie – vor allem De Niro in den letzten Jahren mit seinen Komödien – etliche Filme auf ihrem Konto, die höchstens für ihre Fans, Unterabteilung Komplettisten, interessant sind. „Last Vegas“ gehört in diese Kategorie.

Denn Dan Fogelmans Drehbuch ist ein ziemlicher Kladderadatsch, in dem die vier Freunde sich die halbe Zeit grob beleidigen und auch andere Menschen beleidigen, die, völlig unglaubwürdig, die Beleidigungen und Anzüglichkeiten, die ihnen von Wildfremden an den Kopf geworfen werden, ignorieren. Die Frauen verlieben sich bevorzugt nach einer Beleidigung oder vollkommen deplatzierten Anmache in die alten Knacker.

Die Schauspieler selbst genießen ihren Las-Vegas-Ausflug ohne sich sonderlich anzustrengen. Sie spulen einfach ihr Programm ab, was dazu führt, dass Robert De Niro „Wie ein wilder Stier“ ein wenig Schattenboxen mit seinem Spiegelbild machen darf und seine früheren Rollen zwischen „Taxi Driver“ und „GoodFellas“ zitiert. Douglas, der unlängst als „Liberace“ in einem viel besseren Las-Vegas-Film viel besser spielte, Freeman, Kline und Steenburgen bemühen sich erfolgreich, einfach nur entspannt und nett durch die Kulisse zu wandeln. Die jüngeren Schauspieler haben sicher zugesagt, weil sie schon immer in einem Film mit den von ihnen verehrten Stars mitspielen wollten.

Insgesamt gibt es in „Last Vegas“ einige nette Witzeleien, eine schöne Lebensweisheit von Kevin Kline und hübsche Las-Vegas-Bilder. Das ist nichts, wofür man jetzt die Wohnung verlassen muss und es gibt auch eigentlich nichts, wofür man später den Fernseher einschalten muss. „Last Vegas“ ist das filmische Äquivalent zu dem altbekannten, wirklichkeitsfremden, professionell gemachtem Junk-TV, das einen 45 Minuten aus der tristen Wirklichkeit in eine Traumwelt entführte und das Gehirn nicht anstrengte.

Der beste Gag der rundum harmlosen Komödie ist dann auch nicht im Film. Bei uns ist der Film „frei ab 0 Jahre“, was nachvollziehbar ist. In den USA ist er PG 13, also „frei ab 13 Jahre“, was ebenfalls wegen des „Sexual Content and Language“ nachvollziehbar ist. Man sieht zwar keinen nackten Busen, aber die Witze, Tendenz Zote, drehen sich halt alle um Dinge, für die Viagra erfunden wurde. Grotesk ist dagegen die ursprünglich in den prüden USA geplante Freigabe R, also Restricted (Children Under 17 Require Accompanying Parent or Adult Guardian), wegen der Benutzung des Wortes „Blowjob“.

Last Vegas - Plakat

Last Vegas (Last Vegas, USA 2013)

Regie: Jon Turteltaub

Drehbuch: Dan Fogelman

mit Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman, Kevin Kline, Mary Steenburgen, Jerry Ferrara, Romany Malco, Robert Bart, Joanna Gleason, Michael Ealy

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

–

Hinweise

Amerikanische Facebook-Seite zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Last Vegas“

Moviepilot über „Last Vegas“

Metacritic über „Last Vegas“

Rotten Tomatoes über „Last Vegas“

Wikipedia über „Last Vegas“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 15. November: This is England – Ende einer Kindheit

November 15, 2013

Eins Festival, 20.15

This is England – Ende einer Kindheit (GB 2006, R.: Shane Meadows)

Drehbuch: Shane Meadows

England während der Thatcher-Jahre: der zwölfjährige Skinhead Shaun findet in einem Exknacki einen Vaterersatz. Als dieser die Skins zu einer Nazigruppe machen will, folgt Shaun ihm blind.

Rabiates, autobiographisch gefärbtes, hochgelobtes Jugenddrama, das den British Independent Film Award und den BAFTA-Award als bester britischer Film erhielt und bei uns seine Premiere auf DVD erlebte.

„Der bewegende Film zeichnet das Porträt einer verlorenen Generation und zugleich die Studie einer in emotionaler Kälte erstarrten Gesellschaft.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Stephen Graham, Thomas Turgose, Jo Hartley, Andrew Shim, Vicky McClure

Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „This is England“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Jackpot“ – der perfekte Weihnachtsfilm

November 14, 2013

Gutgut, Feen und Engel kommen nicht vor.

Obwohl, eigentlich schon. Irgendwie. Nur halt nicht in der Disney-Version.

Weihnachtsmänner gibt es auch nicht. Jedenfalls nicht als Gabenbringer.

Weihnachtsbäume gibt es. Hergestellt aus Abfall, der, geschrettert und gegossen, als geschmacklose Weihnachtsbaum-Travestie das Förderband verlässt. Manchmal auch blutig rot.

Aber das ist ein Nebenprodukt. Ein unbeabsichtiger Produktionsfehler, der entstand, nachdem die vier Fußballtoto-Gewinner die Leiche eines toten Wettkumpels elegant verschwinden lassen wollen, ihn in die Produktionsanlage stecken und zu einer Reihe Weihnachtsbäume verarbeiten lassen, die blutrot gefärbt sind.

In dem Moment sitzt Oscar bereits gewaltig in der Bredouille. Dabei ist er ein grundgütiger, friedfertiger Mann, der schwer „nein“ sagen kann. Er ist der nicht vorbestrafte Leiter einer irgendwo im nirgendwo gelegenen Weihnachtsbaummanufaktur, die nur vorbestrafte Männer einstellt. Drei dieser geistigen Nieten überzeugen ihn, sich beim Fußballtoto zu beteiligen. Der Gewinn soll durch vier geteilt werden. Den Wetteinsatz darf Oscar alleine bezahlen.

Den vorweihnachtlichen Abend verbringen die Vier dann, biertrinkend und feiernd in Oscars Mietwohnung. Als die Tore richtig fallen, sind sie plötzlich unglaublich reich – und schon besiegt die Geldgier die Restvernunft, tödliche Unglücksfälle häufen sich und der Vermieter, ein Ex-Polizist, stellt neugierige Fragen.

„Jackpot“, nach einer Geschichte von Krimiautor Jo Nesbø, ist eine in Rückblenden erzählte schwarzhumorige Groteske. Denn nach der Schießerei im Striplokal wird Oscar von einem psychopathischen Polizisten, der von seiner Schuld überzeugt ist, vernommen. Zunehmend verzweifelt versucht Oscar zu erklären, wie es zu einer leichengesättigten Schießerei kam und weshalb er, obwohl sich in den vergangenen Stunden um ihn herum die Leichen stapelten, vollkommen unschuldig ist. Er nur durch widrige Umstände und den sanften Zwang der drei Ex-Sträflinge in diese absurde Geschichte, in der mit letaler Präzision auf Pech Pech und manchmal „dumm gelaufen“ folgt, geriet. Das folgt konsequent der Logik eines Alptraums, bei dem einem selten das Lachen im Hals steckenbleibt.

„Jackpot“ ist der Film, der „Pain & Gain“ gerne gewesen wäre.

Jackpot - Plakat

Jackpot – Vier Nieten landen einen Treffer (Arme Riddere, Norwegen 2011)

Regie: Magnus Martens

Drehbuch: Magnus Martens (nach einer Geschichte von Jo Nesbø)

mit Kyrre Hellum, Mads Ousdal, Henrik Mestad, Arthur Berning, Lena Kristin Ellingsen, Fridtjov Såheim

Länge: 86 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Film-Zeit über „Jackpot“

Moviepilot über „Jackpot“

Rotten Tomatoes über „Jackpot“

Deutsche Homepage von Jo Nesbø

Englische Homepage von Jo Nesbø

Meine Besprechung von Morten Tyldums Jo-Nesbø-Verfilmung „Headhunters“ (Hodejegerne, Norwegen/Deutschland 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Captain Phillips“ – das Bonusmaterial

November 14, 2013

 

Meine ausführliche Besprechung gibt es an einem anderen Ort.

Daher die Ein-Wort-Kritk: Sehenswert!

Und jetzt einige Worte zur Vorlage: In „Höllentage auf See“ erzählt Captain Richard Phillips seine Version der Entführung. Wir erfahren auch viel über ihn, – seine wilden Jugendjahre, wie er seine spätere Frau Andrea kennenlernte, die Ausbildung bei der Massachussetts Maritime Academy und seine Jahre auf See -, und wie Andrea sich während der Entführung fühlte. Das lässt sich, obwohl nicht besonders elegant geschrieben, flott runterlesen, hat aber – wie eigentlich alle Erlebnisberichte – den Nachteil, dass halt nur die Version des Ich-Erzählers erzählt wird, während ein Reporter auch andere Sichtweisen und Beurteilungen heranziehen würde. Wir erfahren daher fast nichts über die Hintergründe der Piraterie, die Entführer, die US-amerikanische Rettungsaktion und was sich nach der Rettung von Richard Phillips veränderte.

Insofern vermittelt der Film ein reichhaltigeres und detaillierteres Bild der Entführung.

Captain Phillips - Plakat

Captain Phillips (Captain Phillips, USA 2013)

Regie: Paul Greengrass

Drehbuch: Billy Ray

Vorlage: Captain Richard Phillips/Stephan Talty: A Captain’s Duty: Somali Pirates, Navy SEALS, and Dangerous Days at Sea, 2010 (Höllentage auf See – In den Händen von somalischen Piraten – gerettet von Navy Seals)

mit Tom Hanks, Catherine Keener, Barkhad Abdi, Barkhad Abdirahman, Faysal Ahmed, Mahat M. Ali, Michael Chernus, David Warshofsky, Corey Johnson, Max Martini

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Die Vorlage

Phillips - Höllentage auf See - 4

Captain Richard Phillips (mit Stephan Talty): Höllentage auf See – In den Händen von somalischen Piraten – gerettet von Navy Seals

Heyne, 2013

336 Seiten

14,99 Euro

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Originalausgabe

A Captain’s Duty – Somali Pirates, Navy SEALs, and Dangerous Days at Sea

Hyperion Books, 2010

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Captain Phillips“

Moviepilot über „Captain Phillips“

Metacritic über „Captain Phillips“

Rotten Tomatoes über „Captain Phillips“

Wikipedia über „Captain Phllips“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Captain Phillips“


Neu im Kino/Filmkritik: „Eltern“ und ihre Probleme mit Kindern, Jobs und Au-Pair-Mädchen

November 14, 2013

Die beiden Kinder überzeugten mich von dem Film. Denn sie sind rechte Biester und Plagegeister, die in einer Woche ungefähr alles machen, was Kinder sonst innerhalb eines Jahres machen – und man sie dennoch liebt.

In seinem neuesten Film „Eltern“ erzählt Robert Thalheim nach „Am Ende kommen Touristen“ und „Westwind“ eine Woche im Leben einer normalen, gut situierten, linksliberalen Großstadtfamilie mit berufstätigen Eltern und zwei kleinen Kindern. Es ist eine turbulente Woche. Konrad (Charly Hübner), der jahrelang allseits beliebte und geliebte Traumdaddy für die zehnjährige Käthe (Paraschiva Dragus) und die fünfjährige Emma (Emilia Pieske), will wieder als Regisseur arbeiten. Er soll am Theater die Nibelungen inszenieren.

Seine Frau Christine (Christiane Paul), eine Anästhesistin am Krankenhaus, soll sich währenddessen mehr um die Kinder kümmern. Aber der Schichtdienst, Patienten, die ihre besondere Zuneigung wollen und aasige Chefs, die ihr mit der Aussicht auf die Oberarzt-Stelle hemmungslos die Arbeitszeit ausweiten, verhindert das. Und, so gut Christine auch mit ihren Patienten umgehen kann, mit ihren beiden Mädchen gelingt ihr das nicht.

Zu ihrer Entlastung haben sie ein Au-Pair-Mädchen aus Argentinien eingeladen. Dummerweise ist Isabel (Clara Lago) schwanger, hat ihren Eltern nichts davon gesagt und möchte am liebsten abtreiben, was Konrad für keine grandiose Idee hält.

Außerdem ist die Regiearbeit am Theater mit renitenten Schauspielern und sexy Kolleginnen aufreibender, als er dachte.

Das klingt jetzt nach genug Konfliktstoff für ein halbes Dutzend Filme, aber „Eltern“ ist eine absolut vorhersehbare Familienkomödie, eine RomCom mit Kindern, in der sich alle Konflikte schnell in Wohlgefallen auflösen. Halt wie in einem Fünfziger-Jahre-Film. Nur dieses Mal mit vertauschten Geschlechterrollen, hundsgemeinen Kindern und einem dokumentarischem Gestus, der gerade, weil Thalheim oft etwas zu spät die Szene beendet, immer wieder gnadenlos die Verunsicherung der Eltern dokumentiert, die von der neuen Situation überfordert sind.

„Eltern“ ist ein Film für Eltern, die sicher viel von ihrem Leben und ihrem Verhältnis zu ihren Kindern in dem Film entdecken.

Eltern - Plakat

Eltern (Deutschland 2013)

Regie: Robert Thalheim

Drehbuch: Jane Ainscough, Robert Thalheim

mit Charly Hübner, Christiane Paul, Paraschiva Dragus, Emilia Pieske, Clara Lago, Maren Eggert, Alex Brendemühl, Thilo Nest

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Eltern“

Moviepilot über „Eltern“

Wikipedia über „Eltern“


TV-Tipp für den 14. November: Yella

November 14, 2013

ZDF Kultur, 20.15

Yella (D 2007, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold

Die Ostdeutsche Yella will aus ihrem tristen Leben fliehen. In Hannover lernt sie einen Finanzmanager kennen und wird seine Geliebte und Partnerin.

Wie gewohnt bei Christian Petzold: toller, angenehm undeutscher Film.

„Mit viel Gespür für Rhythmus und innere Beziehungen, präzisen Darstellern und einer suggestiven Raumdramaturgie inszeniert Christian Petzold den dritten Teil seiner ‘Gespenster’-Trilogie als Mischung aus kühl-moralischem Blick auf Mechanismen des Geldmarktes und surrealem Märchen.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann, Burghart Klaußner, Barbara Auer, Christian Redl

Wiederholung: Freitag, 15. November, 08.40 Uhr

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Yella“

Rotten Tomatoes über “Yella”

Wikipedia über „Yella“


„Grenzen“ in der „The Walking Dead“-Welt?

November 13, 2013

Kirkman - The Walking Dead 18

Während in der TV-Serie „The Walking Dead“ Rick Grimes und seine Gefährten noch im Gefängnis sitzen und sich mit dem Gouverneur, einem despotischen Stadtoberhaupt, herumschlagen, ist die von Robert Kirkman erfundene und geschriebene Comicserie unaufhaltsam fortgeschritten. In ihr mussten Grimes und seine Gefährten (die sich teilweise von den TV-Charakteren unterscheiden, weshalb die TV-Serie und die ihr zugrunde liegende Comicserie in einem sehr interessanten Spannungsverhältnis stehen) schon vor langer Zeit das Gefängnis, das für sie die erste, für eine längere Zeit sichere Zuflucht vor den umherstreunenden Zombies war, verlassen.

Inzwischen sind sie in Alexandria, einer fast typischen US-amerikanischen Vorstadt, angekommen und fühlen sich dort auch sehr wohl. Rick beginnt sogar wieder Pläne für die Zukunft zu machen. Er will nicht mehr nur an das Überleben, sondern an den Aufbau einer Zivilisation denken. Dass sie dann ein Angebot von einer anderen, auf einer Anhöhe liegenden Siedlung bekommen, miteinander Handel zu treiben, stimmt sie noch optimistischer.

Es gibt nur einen Wermutstropfen: Negan. Er ist der Anführer der Erlöser, einer irgendwie religiös erleuchteten Verbrecherbande, die die gesamte Gegend terrorisiert. Er ist sogar so schlimm, dass Rick am Ende des siebzehnten „The Walking Dead“-Bandes „Fürchte dich nicht“ sagte, sie müssten sich den Forderungen von Negan beugen.

In „Grenzen“ tun sie es. Negan und seine Männer bedienen sich großzügig an den in Alexandria gelagerten Vorräten. Die Bewohner fügen sich notgedrungen und mürrisch. Sie wissen aber nicht, dass Rick bereits sein Vorgehen gegen Negan plant und den Einzelkämpfer ‚Jesus‘ Monroe als Kundschafter losgeschickt hat.

Aber dann versteckt Ricks Sohn Carl sich in einem von Negans Lastern und erschießt in Negans Lager, bevor er geschnappt wird, mehrere von Negans Männern.

Inzwischen, immerhin ist „The Walking Dead“ so erfolgreich, dass kein Ende absehbar ist, legt Robert Kirkman ein durchaus gemächliches Erzähltempo vor. Denn auch „Grenzen“ widmet sich immer noch dem Set-Up für den Kampf von Rick Grimes gegen Negan, über den wir immer noch ziemlich wenig wissen. Außer dass er Lucille, einen stacheldrahtumwickelten Baseballschläger als Waffe benutzt, eine Lederjacke trägt, eine große Armee an ihm treu ergebenen Überlebenden befehligt und er schlau ist.

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Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburn: The Walking Dead: Grenzen (Band 18)

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

Cross Cult, 2013

152 Seiten

16 Euro

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Originalausgabe

The Walking Dead, Vol. 18: What comes after

Image Comics, 2013

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enthält

The Walking Dead # 103 – 108

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Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Spiegel Online: Interview mit Charlie Adlard (21. Oktober 2011)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns “The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe” (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Eine größere Welt (Band 16)“ (The Walking Dead, Vol. 16: A larger world, 2012)

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Fürchte dich nicht (Band 17)“ (The Walking Dead, Vol. 17: Something to Fear, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 2“ (USA 2011/2012)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 1“ (Haunt, Vol 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) „Haunt – Band 2“ (Haunt, Vol. 6 – 12, 2010)

Meine Besprechung von Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner) “Haunt – Band 3″ (Haunt, Vol. 13 – 18, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Nick Spencer (Autoren)/Shawn Martinbroughs (Zeichner) „Dieb der Diebe: „Ich steige aus“ (Band 1)“ (Thief of Thieves # 1 – 7, 2012)

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Der Tipp für Neueinsteiger

In „The Walking Dead – Kompendium 1“ sind die ersten acht „The Walking Dead“-Bände versammelt.

Kirkman - The Walking Dead - Kompendium 1

Robert Kirkman/Charlie Adlard: The Walking Dead – Kompendium 1

Cross Cult, 2013

1050 Seiten

50 Euro


Wer hat den „Schüren Filmkalender 2014“ gewonnen?

November 13, 2013

 

Schüren Filmkalender 2014 - 4q

Die Verlosung ist um, es beteiligten sich über siebzig Menschen und die glückliche Gewinnerin ist

Katja R. aus Hamburg.

Und jetzt macht der Kalender sich auf den Weg in die Hansestadt.

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Daniel Bickermann (Redaktion): Schüren Filmkalender 2014

Schüren Verlag, 2013

208 Seiten

9,90 Euro

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Hinweis

Meine Besprechung von „Schüren Filmkalender 2013“


TV-Tipp für den 13. November: Hudsucker – Der große Sprung

November 13, 2013

Arte, 20.15

Hudsucker – Der große Sprung (USA 1993, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen, Sam Raimi

Als Konzernchef Waring Hudsucker sein Leben mit einem Fenstersprung beendet, sieht Vizepräsident Mussburger seine Chance. Er macht, in der Hoffnung auf sinkende Aktienkurse, den Trottel Norville Barnes zum neuen Chef. Doch dann hat Norville eine absolut blöde Idee: er erfindet den Hula-Hoop-Reifen, der – wider Erwarten – zum Verkaufsschlager wird.

Überhaupt nicht begeistert, etwas hart, aber nicht unzutreffend urteilte damals der „Fischer Film Almanach 1995“ über die stilisierte, weitgehend unwitzige Screwball-Comedy: „Kunstgewerbe…Der Protz der Inszenierung erschlägt, die Schauspieler chargieren entsetzlich, die Zitate machen keinen Story-Sinn…Der Film ist clever kalkuliert, aber kalt wie ein Fischauge und leer wie Barton Finks erste Drehbuchseite.“

Danach drehten die Coen-Brüder die Klassiker „Fargo“ und „The Big Lebowski“ – und trafen damit besser die Publikumserwartungen als mit ihrem in einer Kunstwelt spielendem Anti-Capra-Film.

mit Paul Newman, Tim Robbins, Jennifer Jason Leigh, Charles Durning, Jim True, Bruce Campbell

Wiederholung: Freitag, 15. November, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Hudsucker“

Wikipedia über „Hudsucker“ (deutsch, englisch)

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


Cover der Woche

November 12, 2013

Spinrad - Eine Welt dazwischen


TV-Tipp für den 12. November: Shoah

November 11, 2013

 

Arte, 20.15

Shoah (Frankreich 1974 – 1985, R.: Claude Lanzmann)

Drehbuch: Claude Lanzmann

Neun Jahre reiste Claude Lanzmann durch Europa und unterhielt sich mit Zeitzeugen des Holocaust, Täter und Opfer, über ihre Erlebnisse.

Sehr selten gezeigter Dokumentarfilm, der als Zweiteiler 1986 auf der Berlinale seine Premiere hatte. Arte zeigt heute beide Teile, was bedeutet: Videorecorder einschalten. Denn der erste Teil dauert 274 Minuten, der zweite 292 Minuten. Insgesamt fast zehn Stunden, in denen Menschen reden. Ohne Archivaufnahmen. Ohne Spielszenen.

„Der Film hat Maßstäbe gesetzt, an denen sich die überraschend vielen Filme messen lassen müssen, die sich mit Zeitgeschichte auseinandersetzen. ‚Shoah‘ zeigt das, was gewesen ist, als das, was ist. Die Geschichte ist nicht von gestern, sie ist mitten in uns.“ (Peter W. Jansen: Rückblick 86, in Fischer Film Almanach 1987)

Ein Blick auf die „Rotten Tomatoes“-Bewertung (100 % Frischegrad) zeigt, dass sich an der damaligen Bewertung der Dokumentation bis heute nichts änderte.

Hinweise

Arte über „Shoah“

Rotten Tomatoes über „Shoah“

Wikipedia über „Shoah“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. November: Fargo/Blood Simple – Eine mörderische Nacht

November 11, 2013

Arte, 20.15

Fargo – Blutiger Schnee (USA 1996, R.: Joel & Ethan Coen)

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

Minnesota, im Winter: Autoverkäufer Jerry Lundegaard will an die Kohle von seinem Schwiegervater gelangen. Er lässt seine Frau von zwei strohdumm-gewalttätigen Verbrechern kidnappen. Selbstverständlich geht alles, was schief gehen kann, schief und die hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson darf Leichen einsammeln.

„Oh, jeez“, was für ein herrlich doppelbödiger, schwarzhumoriger Kriminalfilm. „Fargo“ gehört unbestritten zu den besten Werken der Coen-Brüder.

Mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Peter Stormare, Bruce Campbell (ungenannt)

Wiederholung: Donnerstag, 14. November, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Fargo“

Wikipedia über “Fargo” (deutsch, englisch)

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Arte, 21.50

Blood Simple – Director’s Cut (USA 1984/2000, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Texas: Privatdetektiv Visser findet heraus, dass Abby ihren Mann, den Barbesitzer Marty, mit einem seiner Angestellten betrügt. Marty beauftragt Visser, seine Frau und den Nebenbuhler umzubringen. Der Plan geht – selbstverständlich – gründlich schief.

Ein feiner Noir, der keine Rücksicht auf seine Charaktere nimmt.

Das Kinodebüt der Brüder Coen. Heute im vier Minuten kürzeren „Director’s Cut“. In jeder Fassung ist schon der typische Coen-Humor vorhanden.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

mit John Gertz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh, Samm-Art Williams

auch bekannt als „Blood Simple – Eine mörderische Nacht“ (Kinotitel 1985), „Blood Simple – Blut für Blut“ (Videotitel)

Hinweise

Wikipedia über die Coen-Brüder (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Blood Simple“

Drehbuch “Blood Simple” von Joel und Ethan Coen

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. November: Music Box – Die ganze Wahrheit

November 10, 2013

BR, 23.45

Music Box – Die ganze Wahrheit (USA 1989, R.: Constantin Costa-Gavras)

Drehbuch: Joe Eszterhas

Die renommierte Chicagoer Anwältin Ann Talbot verteidigt ihren Vater Mike Laszlo. Er soll nach Ungarn ausgeliefert werden, weil er im Zweiten Weltkrieg zahlreiche, grauenvolle Kriegsverbrechen begangen soll. Sie glaubt ihrem Vater und beginnt vor Gericht für ihn zu kämpfen.

Spannendes Gerichtsdrama, das moralische Fragen stellt und zum Nachdenken bewegt.

Polit-Filmer Costa-Gavras („Z“) erhielt auf der Berlinale, zu recht, einen Goldenen Bären für den Film.

Eszterhas schrieb auch die Drehbücher für „Flashdance“, „Das Messer“, „Basic Instinct“, „Sliver“ und „Showgirls“.

mit Jessica Lange, Armin Mueller-Stahl, Frederic Forrest, Donald Muffat, Lukas Haas, Michael Rooker

Hinweise

Wikipedia über „Music Box“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über “Music Box”